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Zwei Leben - Unser Kampf - Severus Snape

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P18 / MaleSlash
Harry Potter Severus Snape
31.01.2022
25.06.2022
31
240.000
45
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
30.05.2022 7.503
 
~* Wie jede Woche gibt es den kurzen Hinweis: Vergesst nicht, Harrys Sicht der Dinge bei Enoraá zu lesen! Da die beiden jetzt stellenweise getrennt handeln, lohnt es sich auch! *~


Nach seiner Verletzung am Hals war Severus sich im Klaren, dass es nicht so leicht war, nach einer Verletzung, die sich unmittelbar auf das Atem- und Schluckempfinden auswirkte, normal zu speisen. Es war löblich, dass der Jüngere es dennoch versuchte und sich bemühte.

Leider musste er Harry am Abend für eine Weile mit dem immerhin schlafenden Ted allein lassen, denn wie versprochen, würde er allabendlich in die verwaiste Fabrik gehen, um zu schauen, ob es noch weitere Flüchtende gab, die ihren Weg herfanden. Natürlich würde mit jedem Tag das Risiko wachsen, dass ihm selbst etwas geschah, wenn er dorthin ging, aber heute war er erst zum zweiten Mal dort – dementsprechend war das Risiko vergleichsweise gering. Das Fabrikgelände blieb allerdings verwaist, auch nach einer Stunde geduldigen Wartens zeigte sich nirgends eine Regung. Keine Flüchtenden.  Ob Georges Kunde die anderen Flüchtenden überhaupt erreicht hatte?

Severus kehrte mit dem Umweg über den Bunker zurück – er wollte nicht jedes Mal wieder Cimny mit noch mehr Arbeit belasten. Mit so vielen Gästen hatte sie definitiv genug zu tun, Molly hin oder her. Natürlich lag der junge Zauberer noch immer abgeschlagen im Bett und zu seiner Erleichterung schlief auch Ted noch. Davon ausgehend, dass Molly sich ohnehin nicht weiter um den Knirps kümmern wollte – sie hatte immerhin ihre eigenen Kinder zur Hand, die Fürsorge brauchten – wies er ab, weiter ihre Hilfe in Anspruch zu nehmen. Vielleicht war er für so etwas einfach zu stolz. Der Preis für diese Eigenart war eine unterbrochene Nacht, die ihn ziemlich schlecht gelaunt zurückließ. Nur zwei Mal erwachen, dafür jedoch für längere Zeit nicht wieder in den Schlaf finden… er war zu alt für sowas.

»Gehst du gleich los?«, fragte Harry, der ihn mitsamt dem Baby nicht aus den Augen ließ. Severus tat sich nach wie vor schwer mit der Versorgung des Kindes und hätte lieber mehr als ausreichend Distanz zwischen sich und das Kind gebracht.

»Ja. Ich will Lucius nach dem Frühstück abfangen. Bis zum Mittagessen ist genug Zeit, sodass sein Verschwinden mitunter nicht allzu bald auffällt.« Er atmete tiefer ein. »Es wäre gut, wenn ich mit Jeemy nach Hogwarts gelangen könnte. Cimny möchte ich zu Narzissa schicken.« Narzissa kannte Cimny und würde dementsprechend nicht zweifeln, dass es Severus war, der sie schickte.

»Natürlich. Ich habe Jeemy schon gesagt, dass sie immer auf dich hören soll. Sie wird tun, was du ihr sagst.« Harry war zuverlässig in diesen Dingen, dennoch irritierte den Tränkemeister eine Sache.

»Wirst du sie freigeben?«, fragte er, das Kind endlich an die Wiege loswerdend. Was für ein befreiender Akt! Harry hatte ein großes Herz für die Hauselfen… aber würde er sie freigeben, wie Severus einst Cimny?

»Wenn ich das Gefühl habe, dass sie so weit ist und es versteht, ja. Im Moment würde sie eher tot umfallen. Wenn sie dann bleiben möchte, ist das ihre Entscheidung. Dobby war frei und hat ein freies Leben geführt und war trotzdem für mich da.« Der Schmerz in Harrys Stimme war für Severus nicht zu überhören. Dieser kleine Hauself… sein Tod hatte Harry offenbar wirklich mitgenommen.

»Ich bin froh, dass sie hier ist. Ohne sie hätte so einiges nicht funktioniert«, meinte er sanft. »Ich bringe dir etwas zu Essen hoch, danach breche ich mit ihr auf. Ich werde Molly informieren, dass sie sich um Ted kümmert, sollte ich länger wegbleiben.« Harry musste sich noch für heute zurücknehmen, mindestens. Ungeachtet der verheilten Brüche… waren die Prellungen das, was ihn einschränkte und bei jeder Bewegung schmerzte.

»Pass einfach nur gut auf dich auf, okay?«, murmelte er kleinlaut, nachdem er seinen Blick hatte von der Wiege lösen können.

»Ich werde es nicht versprechen und bei Merlins Bart, ich werde keine großen Töne mehr spucken.« Nach dem letzten Mal, wo er noch davon gesprochen hatte, wie gut sein Schnitt war und das ihm nie mehr geschah als ein paar Kratzer… war das definitiv nicht mehr der übliche Ablauf seiner Pläne, wie es schien. Zu viele chaotische Faktoren, wenn man nicht im Alleingang handelte. »Aber ich werde auf mich Acht geben.« Er atmete tiefer ein und aus, sich zusammensammelnd. »Ruh dich bitte aus«, bat er seinen Gefährten und beugte sich zu ihm, sachte durch das widerspenstige Haar fahrend. »Aber erst einmal bringe ich dir essen.« Was er damit auch tat. Er ließ Harry zurück, ging ins Erdgeschoss in die Küche, in der noch keine Molly Zugange war und besorgte Harry Toast und Belag, sowie Tee. Molly hinterließ er unterdessen eine Botschaft betreffend Harry und Ted und seinem Plan, sodass sie im Bilde war, sollte er verschollen gehen. Erst nachdem er das Frühstück hochgebracht hatte, erlaubte er sich, Harry einen flüchtigen Kuss zu stehlen.

»Bis später, Harry«, sagte er mit so viel Zuversicht, wie irgend möglich. Er hatte wirklich nicht vor, dies in irgendeiner Form eskalieren zu lassen. Sollte sich Lucius auch nur minimal merkwürdig verhalten, würde er ihn ausschalten. So gut der Mann auch im Reden war, Lucius Malfoy war kein herausragender Zauberer und nur ein mittelmäßiger Duellant. Im Gegensatz zu Severus besaß er auch keinerlei Meister-Titel. Am Ende war er eben nur ein reinblütiger Mann mit hohem Rang und viel Einfluss im Ministerium. Nicht mehr.

»Sagst du mir kurz Bescheid, wenn ihr da seid? Oder… jemand anderes.« Harrys Bitte kam leise, aber mit Sorge. Das unterstrich auch die leichte Berührung an Severus' Oberschenkel-Außenseite.

»Ich werde mich melden, sobald ich kann«, versprach er, sich für einen weiteren zärtlichen, flüchtigen Kuss hinabbeugend, ehe er sich ohne erneute Abschiedsworte abwendete und das Zimmer mit ausladenden Schritten verließ. Er hatte ein wichtiges Ziel vor Augen.



Plopp. Es war Severus so vertraut geworden, insbesondere seit der Schlacht um Hogwarts. Früher hatte es bedeutet, dass seine Hauselfe kam, um seine Wünsche zu erfüllen. Mittlerweile hatte es den Knall des Apparierens ersetzt und brachte ihn dezent, sicher und direkt dorthin, wo er sein wollte. In diesem Fall: Das Büro des Schuldirektors, der vermutlich noch beim Essen war.

Severus erschien mit Jeemy vor dem Podest, auf dem der Schreibtisch stand und fast sofort schwollen in seiner Brust Gefühle heran, die ihn nicht glücklich stimmten. An diesem Ort hatten so viele so unendlich wichtige Gespräche stattgefunden. Hier hatte Dumbledore ihm gesagt, dass Harry sterben musste. Hier hatte er einst den Plan serviert bekommen, der ihn gezwungen hatte, ein Leben zu leben, in dem es niemanden für ihn gab. Dumbledores Plan hatte ihm alles genommen. Ungeachtet dieser Vergangenheit, wog jedoch auch die jüngste Vergangenheit schwer auf seinen Schultern, als er selbst wie ein Verräter schweren Herzens hinter dem Schreibtisch gesessen und Befehle erteilt hatte. Befehle, die Schülern grausame Dinge angetan hatten. Auch dies nur für den großen Plan eines alten Mannes. Wie viele Schüler würden wohl seinetwegen ihr ganzes Leben lang psychische Probleme haben? Er war umgeben gewesen von Todessern, unfähig, im Sinne der Schüler zu handeln, wohlwissend, dass in den Augen jener Zauberer und Hexen ein Kinderleben nicht mehr oder weniger schützenswert war als das eines Erwachsenen. Wie viele Tote sie zu verantworten hatten, konnte Severus gar nicht sagen. Er stand, wie an jenem Tag im Uhrenturm und konnte nur wie betäubt die Welt um sich herum geschehen lassen. Genauso stand er nun hier im Büro des Schulleiters, überwältigt von den Empfindungen, die dieser Ort in ihm auslöste.

Das ging so lange gut, bis die Tür zum Büro sich beinahe lautlos öffnete und ein Mann mit strähnigem, blondem Haar und blutunterlaufenen, matten Augen eintrat.

»Severus?«, keuchte der Schulleiter und wäre fast rückwärts wieder aus der Tür gestolpert, hätte Severus nicht just in dem Augenblick mit ein bisschen Luftmagie den Mann in den Raum und die Tür zugeschubst. »Das ist unmöglich«, flüsterte er und fasste sich an den Kopf, sich erstaunlich schwer auf seinen dekorativen Schlangenkopf-Gehstock stützend. Diese Geste war dem Tränkemeister nicht unvertraut und es bekräftigte nur, was Draco ihm bereits gesagt hatte: Lucius trank. Viel. Auch schon zu dieser Uhrzeit.

»Empfindest du ein gesteigertes Bedürfnis, mich an den dunklen Lord oder andere Todesser zu verraten?«, fragte er daher, bereit, jederzeit einen Schockzauber zu wirken.

»Warum sollte ich? Der dunkle Lord wird hocherfreut sein, dass du lebst«, keuchte Lucius und trat mit viel zu schwankendem Schritt näher. »Genauso wie Narzissa und…« Er brach ab, die Augen schließend. Er schluckte hart, seine Atmung ging bebend. Er unterdrückte seine Trauer, das sah Severus.

»Lucius«, beschwor Severus stirnrunzelnd seinen Freund, der plötzlich regelrecht gegen Severus stolperte, sodass dieser ihn in einer hilflosen Umarmung festhalten musste. »Beruhige dich«, verlangte Severus, der die Erschütterungen im Körper des Säufers spürte.

»Du lebst«, flüsterte Lucius und klang dabei unendlich erleichtert.

»Draco lebt auch, Lucius. Und ich will dich zu ihm bringen«, flüsterte Severus zurück. »Wenn du dem dunklen Lord abschwörst und mich dein Mal entfernen lässt.« Freiwillig wäre das alles besser als unter Zwang.

»Was…? Abschwören?«, keuchte Lucius, augenblicklich zurückwankend. Die Panik stand in den kalten, grauen Augen. »Was sprichst du da?«

Severus war sofort klar, dass die Furcht vor dem dunklen Lord in Lucius größer war als jegliche Vernunft. Dennoch wollte er es versuchen. »Draco lebt. Ich habe sein Mal entfernt und ihn in Sicherheit gebracht, Luc. Genauso wie Narzissa. Komm mit, Lucius, und beende diesen Wahnsinn, der dich nur dein Leben kosten wird.« Severus sprach ruhig und streng, appellierte er doch an die Vernunft des Blonden.

»Das ist unmöglich«, murmelte Lucius und schüttelte den Kopf. »Nein… nein, das ist ein Test…« Er atmete bebend ein und aus, die stoppeligen Züge ganz verhärmt vor Bitterkeit als er den Ärmel bereits hochzog.

»Lucius, zwing mich nicht«, bat Severus ebenso bitter, doch Lucius zwang ihn. Er hob den Zauberstab… und wurde von einem lautlosen Obdormiscere in einen sofortigen Schlaf versetzt. Nicht traumlos, nicht erholsam und schon gar nicht ausnüchternd… aber er schlief und würde keinen Ärger mehr machen.

Der Zauberer sackte in sich zusammen, wobei sein Aufprall dadurch verhindert wurde, dass Severus die entstandene Distanz überbrückte, um ihn aufzufangen, bevor sein Kopf gegen irgendein Möbelstück donnern konnte.

»Tut mir leid, mein Freund«, flüsterte er. Er hatte anderes gehofft und doch hatte er den aggressiven Weg gehen müssen. Gegen einen mächtigeren Zauberer wäre dieser Zauber niemals geglückt, bei Lucius hingegen… ein Kinderspiel. »Jeemy«, sprach er fester. »Bring uns bitte nach Hause.«

»Sehr gern, Master Snape!«, erklang aus dem Nichts die Stimme der kleinen Hauselfe, die sie beide berührte. Sie verließen das Büro des Schulleiters. Alles was zurückblieb, war ein Plopp und ohne ein einziges Gemälde verstorbener Schuldirektoren.



Wieder im Foyer in seinem Häuschen in der Toskana angekommen, den schlafenden Lucius halb im Arm haltend, atmete Severus scharf durch. Das war Wahnsinn. Die Dinge klappten selbst im Chaos viel zu gut. Wie lange würde es noch gutgehen, bis das große Scheitern anstand? »Jeemy, hol bitte Draco hier her«, bat Severus die kleine Hauselfe. »Und sag Harry, dass ich erfolgreich wieder da bin.« Wo blieb Cimny? Natürlich lief die kleine Elfe auch direkt los, während Severus still zu wem auch immer betete, dass jetzt kein Weasley hier durchkam.

Das Glück blieb jedoch auf seiner Seite, rote Haare waren nicht zu erspähen, dafür die festen Schritte zu hören, die den jungen Blondschopf die Treppe herunter zu ihm brachten. Er hielt am Fuß der Treppe inne.

»Vater«, murmelte Draco, regelrecht schockiert, trat einen Schritt in ihre Richtung und wich ihn doch beinah sofort wieder zurück. Es war nur allzu deutlich, wie sehr sich das Verhältnis zwischen den beiden verschlechtert hatte.

»Er schläft«, sagte Severus zu seinem Patensohn und blickte dann wieder auf den erschöpft wirkenden Lucius hinab. »Ist deine Mutter bereits angekommen?«

Draco schien noch blasser zu sein als sonst. »Mutter? Nein ich...« Just in diesem Moment ertönte das zweite ploppen in der Eingangshalle und Cimny traf mit der hochgewachsenen Frau ein, die allerdings nicht allein war. Viel mehr trug sie, ganz wie Miss Lovegood vor einigen Tagen, ein Kleinkind auf dem Arm, eingewickelt in eine teure, weiche Decke. Narzissa Malfoy trug die perfekte Maske einer Reinblüterin zur Schau, wenigstens bis ihr Blick nacheinander auf Severus, ihren Mann und schließlich Draco fiel. Ihre Maske zersplitterte, Stress, Sorge und Trauer entstellten ihre Züge so krass, dass sie kaum wiederzuerkennen war und sie wankte, dass man einen Moment lang wirklich annehmen musste, sie würde in Ohnmacht fallen.

»Mutter!« Draco trat mit großen Schritten zu ihr und legte einen Arm um ihre Schultern. »Draco«, hauchte sie, kaum hörbar. »Du lebst! Und du!« Fassungslos sah sie zu Severus.

Der Tränkemeister, der in dieser ganzen Szenerie ähnlich überflüssig war, wie sein ganzes Leben lang, neigte nur kurz respektvoll sein Haupt in ihre Richtung. »Wir alle«, sagte er gedämpft. »Ich werde Lucius von seinem Mal befreien, Narzissa«, erklärte er sanft, ehe sein Blick auf den Säugling fiel. »Ich wusste nicht, dass du in Umständen warst«, meinte der Schwarzhaarige zögerlich.

»Machst du Witze, Severus? Das ist deine Tochter... natürlich habe ich sie zu mir genommen, Bellatrix... nun, sie war nie der mütterliche Typ und...« Mochten die Schwestern auch ihre Differenzen gehabt haben, sie waren eben noch immer Schwestern, auch wenn dieser Umstand wohl zu vernachlässigen war, bei den Worten, die sie hervorbrachte. Sie sorgten nicht unbedingt für ein warmes Gefühl in Severus, ganz im Gegenteil: Er wurde aschfahl und versteinerte auf seinem Platz regelrecht, Narzissa völlig sprachlos anstarrend.

»Deine Tochter?«, fragte Draco verwirrt, während Lucius noch immer vergessen, halb über Severus Schulter hing. Der Tränkemeister benutzte den schlafenden Mann auch gerade ziemlich als Anker. Er musste sich an irgendwas festhalten.

»Meine…?«, fragte Severus, nicht minder verwirrt und verstört.

»Natürlich, du dachtest doch nicht, ich würde sie einfach zurücklassen? Allerdings weiß sonst niemand davon und ich habe sie vorsichtshalber mit einem anderen Namen angesprochen. Wenn dich das stört... sie ist zu jung, um das wirklich zu verstehen«, versicherte sie ihm.

Vielleicht sollten die Worte der Frau für ihn Sinn ergeben und ja, dunkel und sehr, sehr entfernt schwante es ihm, dass sie da wirklich seine Tochter auf dem Arm haben mochte… das löste in ihm gerade allerdings nur abgrundtiefes Grauen aus und ließ seine ohnehin schon blasse Haut regelrecht wächsern wirken. Er… hatte nie angenommen, dass… er…

Severus schluckte hart. Er musste hier weg. Definitiv. Blaues Zimmer? Küche? Garten? Labor? Irgendeiner dieser Orte. Jeder war besser als dieser Ort. Warum bei allen großen Zauberern der Geschichte musste Narzissa dieses Kind bei sich haben…?! Auf der Suche nach dem richtigen Fluchtweg sah Severus' sich um. Die dunkle Ahnung wollte er gar nicht bestätigt haben.

»Alles in Ordnung, Severus? Wo sind wir eigentlich und warum? Würde ich Cimny nicht kennen, wäre ich vermutlich gar nicht mitgegangen. Was ist mit Lucius? Und wie willst du sein Mal entfernen? Und Draco?« Alles sehr berechtigte Fragen, wirklich. Sie hatten definitiv eine Antwort verdient. Allerdings wuchs in Severus gerade die Panik. Situationen, in der er keine Kontrolle hatte, waren schlimm. Aber das hier war keine Situation mehr, das hier war ein Lebensumstand.

»Draco… bring deine Eltern vorerst in dein Zimmer«, presste der Tränkemeister hervor. Seine ausbleibenden Antworten sorgten nicht unbedingt dafür, dass die fragenden Blick verschwanden, aber zumindest kam Draco der Aufforderung nach, zückte seinen Zauberstab und richtete ihn auf seinen Vater, um diesen schweben zu lassen. Offenbar hatte der junge Mann nicht vor, seinen Vater zu tragen, wie Severus es gerade tat.

»Möchtest du sie haben?«, schlussfolgerte Narzissa natürlich und trat auf ihn zu. »Ich nenne sie im Moment Dianthea... falls du sie auch nicht weiter Delphini nennen möchtest.« Severus wich jedoch augenblicklich zurück, das blanke Entsetzen in den schwarzen Augen.

»Nein«, brachte er halbwegs verständlich und doch gehaucht hervor. Seine Tochter. Das war nicht seine Tochter. Es war Bellatrix' Tochter. Er… er hätte so etwas nie… getan! Oder gar gewollt!

Narzissa sah ihn verständnislos an, hielt das Mädchen aber weiterhin. Zwar sah sie zweifelnd zu ihm zurück, jedoch folgte sie Draco, als dieser sich die Treppe hinauf in Bewegung setzte. Was sollte sie auch anderes tun? Er weigerte sich. Und jetzt? Es war früh. Die Küche. Keller? Nein, im Keller würde er versumpfen, weshalb er in die Küche tigerte, wo eine geschäftige Molly Weasley alles in Beschlag nahm.

»Raus«, presste er hervor.

Selbstverständlich war der Blick der Frau empört und sie nahm sich die Zeit, um die bereits blubbernden Töpfe fürs Mittagessen entsprechend zu verzaubern, ehe sie hocherhobenen Hauptes den Raum verließ. Severus sah ihr nicht einmal hinterher, sondern starrte nur hasserfüllt die vollen Töpfe an. Ernsthaft? Es war früh am Morgen und die Frau bereitete bereits das Mittagessen vor? Was sollte er tun, wenn er nicht im Keller versumpfen durfte und es nichts zu kochen gab?! Kurz war er versucht, die Töpfe samt Inhalt aus dem Fenster zu werfen. Durch das Glas. Aber er besann sich eines Besseren und atmete tief durch, die Küche genauso forsch wieder verlassend, um an Molly vorbeizuschreiten, die noch im Salon verweilte. »Gehen Sie zurück in die Küche«, knurrte er missmutig, übellaunig die Treppe emporsteigend. Sie brauchten ohnehin Harry zur Unterstützung. Also konnte er auch direkt zu ihm gehen. Dass er dabei die Tür vielleicht etwas zu hart aufstieß, war ihm egal. Weniger egal war ihm, wie das zur Folge hatte, dass Teddy anfing zu weinen. Verdammt!

»Sev«, stieß Harry aus, der einen Herzschlag nach seinem grandiosen Auftritt aus dem Bett geschossen war und nun in sich zusammensank. Ach verdammt! Mit zügigen Schritten war er bei Harry, ihn sanft packend, um ihn wieder ins Bett zurückzudrücken.

»Alles gut«, presste er hervor. »Leg dich wieder hin.« Ted plärrte weiter. Immer mehr verkrampfte sich Severus' Brust, immer klammer schlug sein Herz. Das hier war keine Angst, die er empfand. Das war ein anderes Gefühl, übermächtig und unangenehm.

»Schon gut«, erwiderte der junge Zauberer. »Es geht so.« Vermutlich war es mit der nach vorn gebeugten Haltung auch etwas entspannter. »Alles okay?«

Severus spürte die Sorge in Harry anwachsen und hörte die Frage nach Lucius so klar als hätte Harry sie ausgesprochen. Er schüttelte sich leicht. »Lucius stand neben sich. Er schläft«, beschwichtigte er also Harrys Gedanken, ohne auf die Frage einzugehen. »Ich brauche wieder dich und Minerva, um das Mal zu entfernen.« Was er dann tat… fraglich.

Offenbar resignierend stieß sein Partner die Luft leise aus. »Okay… kannst du dich kurz um Ted kümmern… oder ihn mir bringen, bitte?« Die Bitte war simpel, beide Bitten. Wäre da nicht die Problematik, dass Narzissa ihm gerade eröffnet hatte, dass er eine Tochter hatte und auch, wenn er nicht wusste, wie das sein konnte – mit Bellatrix! – war tief in ihm ein Gedanke, eine Empfindung, die ihn mahnte, das ernst zu nehmen. Was war geschehen? Hatte sie ihn…? Und dann? Ein paar Erinnerungen gelöscht?! Severus konnte nicht denken mit dem lauten Geplärre.

»Cimny«, keuchte er. »Kümmere dich bitte um Ted. Ich muss…« Ein flüchtiger Blick ging noch einmal zu Harry, der diesen fassungslos erwiderte, dann wendete er sich um. »Ich muss raus«, presste er hervor, das Plärren so penetrant im Ohr, dass sein Kopf klingelte. Er brauchte Ruhe. Er brauchte Abstand. Distanz und Ruhe und Abstand und viel wichtiger: Ruhe!

Fluchtartig verließ der Tränkemeister das Zimmer und sah sich für einen Moment orientierungslos in seinem eigenen Haus um. Küche fiel raus, da war Molly. Das Zimmer seiner Mutter war belegt, die Bücherei zu weitläufig. Also entschied er sich für einen Weg, den er seit fast dreißig Jahren nicht mehr gegangen war: Er verließ das Haus durch die Haupteingangstür, das Haus umrundend, um dem langen, verwilderten Pfad zu folgen, der auf einen Hügel weit hinter dem Haus folgte, wo eine einfache, alte Eiche stand. Es brauchte mehrere Minuten, um dorthin zu gelangen. Minuten, in denen Severus das Gefühl nicht loswurde, dass an seinen Erinnerungen herum manipuliert worden war. War das möglich? Hatte so etwas geschehen könnten? Aber wer könnte so etwas tun wollen? Bellatrix wohl kaum! Und doch hatte Narzissa gesagt, dass es sein Kind sei. Bellatrix' Kind. Diese Information musste also von Bellatrix stammen. Seine Tochter. Lachhaft. Er konnte nicht mit Frauen schlafen. Er bekam keinen hoch und bei der Frau würde sein bestes Stück sich vermutlich lieber von seinem Körper trennen, als sowas zu tun!

Atemlos kam er an der Eiche an, unter der ein flacher Stein zwischen den Wurzeln lag. Das Einzige, dass an seine Mutter erinnerte. Der Stein war nicht kunstvoll, nicht bearbeitet. Severus erinnerte sich noch, wie er ihn hierhergebracht hatte. Es hatte ihn alle Kraft gekostet, die er als Kind gehabt hatte und dann hatte er mit scharfen Steinen den Namen seiner Mutter hineingeritzt, damit er an diesem Ort einen Platz hatte, um seine Mutter zu trauern. Wo ihr Grab war, hatte er nie erfahren.

»Das alles ist nur ein schlechter Scherz«, murmelte er zu sich selbst, Laub und Moos von dem Stein so weit entfernend, dass der Name seiner Mutter wieder ordentlich lesbar war. »Nur ein perfider Plan einer Wahnsinnigen, um mich zu quälen… sie konnte es nie ertragen, dass ich höher in seiner Gunst stand als sie.« Er benetzte unsicher seine Lippen und starrte den Stein vor seinen Füßen an, ehe er sich davor ins Moos kniete. »Hier läuft gerade viel zu viel aus dem Ruder«, seufzte er, sich in die Nasenwurzel kneifend. »Viel zu viel.« Er konnte ertragen, mit den ganzen Leuten hier zu sein. Er konnte ertragen, das Zimmer seiner Mutter zu betreten. Er konnte vielleicht auch irgendwie klarkommen, was Ted anging. Aber eine eigene Tochter… das war zu viel.

Wie sollte er darauf bitte angemessen reagieren? Sollte er versuchen, die Erinnerungen wiederzuerlangen? Machte das Sinn? Hatte es vielleicht einen guten Grund gegeben, warum er das getan hatte. Was es auch war, gerade war es ihm verborgen und gerade war er ewig weit davon entfernt, zurechtzukommen mit dem Gedanken daran, Vater zu sein. Ziehvater, Bitteschön. Für Harry, kein Ding… er würde die Zähne zusammenbeißen und schon irgendwie zurechtkommen. Aber selbst Vater zu sein hatte er nie gewollt. Nie. Unabhängig davon, ob er schwul war oder nicht. Es war… kein Thema für ihn gewesen. Und nun wurde er damit einfach überrumpelt. Mit einem winzigen Bündel. Einer Tochter!

Dem Tränkemeister entglitt ein Seufzen. Mit einer tiefen, inneren Erschöpfung starrte er den Stein vor sich an. War es seinem Vater genauso ergangen…? Hatte er auch er diese Resignation und diese Verzweiflung verspürt? Hatte auch er nie ein Kind gewollt? Oder lag es nur daran, dass Severus ein möglicherweise magisches Kind gewesen war?

Wie sollte er das packen? Mit einem Kind, das aus Bellatrix' Schoß stammte? Würde er nicht genauso den Hass verspüren gegenüber dem Kind, wie sein Vater ihm gegenüber? Aber er hatte keine andere Wahl, oder? Sie war seine Tochter. Das sagte Narzissa und welchen Grund hatte sie, ihn zu belügen? Weglaufen konnte er von dieser Thematik jedenfalls nicht. Nicht mehr. Der Zug war mittlerweile abgefahren.

Erneut seufzte Severus, seine Finger über die eingeritzten, kindlichen Buchstaben bewegend. »Manchmal«, flüsterte er, »würde ich gern deinen Rat hören.« Er hatte es nie erfahren, wie es war, gutgemeinte Ratschläge von seinen Eltern zu bekommen. Keine zum Daten, Haushalt führen, zu Hogwarts. Seine Großeltern galten da weniger. Sie hatten ihn aufgenommen, weil sie mussten. Aber wirkliche Liebe hatte er dort nicht erfahren. Nicht einmal wirkliche Akzeptanz. Gute Ratschläge hatte er vergeblich gesucht – es hatte nur strenge Disziplin und Regeln gegeben. Nach diesen Regeln hatte seine Welt immer funktioniert.

Langsam erhob sich der Tränkemeister, den Blick nicht abwendend von dem Stein. Leider konnte der Stein ihm keinen Rat geben. Niemand konnte das und wenn sie es taten, dann wohl nur in jener Hinsicht, sich um sein eigen Fleisch und Blut, um sein Erbe zu kümmern. Das war vermutlich auch das sinnvollste. Unumgänglich. Unabänderlich. Er brauchte sich gar nicht dagegen sperren. Er konnte es ohnehin nicht ändern. Stattdessen musste er sein Schicksal akzeptieren. Wieder einmal.

Der Rückweg zum Haus fiel ihm nicht leichter als der Hinweg zur Eiche. Sein Blick war gänzlich ausdruckslos als er sich dem Haus wieder näherte und schließlich die Tür zum Foyer öffnete, um in die Hallen seiner Kindheit einzutreten. Zu einem guten Zeitpunkt, wie es schien, denn Minerva kam gerade aus der Bibliothek ins Foyer, sodass sich ihre Blicke trafen. An ihrem Blick erkannte er, dass sie noch nicht wusste, was gerade los war.

»Minerva«, sprach er sie an, direkt auf sie zugehend. Überrascht hob die Frau die Brauen, hielt jedoch in ihrem Voranschreiten inne.

»Guten Morgen, Severus. Was kann ich für Sie tun?«, fragte sie ihn.

»Ich habe Lucius und Narzissa Malfoy hergebracht«, erklärte er ganz gefasst und mit völlig monotoner Stimme, was die Frau die Stirn nun runzeln ließ.

»Sie haben…« Sie unterbrach sich selbst, sich kurz sortierend. »Das Mal?«, fragte sie wohl wissend, was ihn bewog. Er nickte auch direkt. »Ich bin bereit, wenn Sie mich benötigen.«

»Lucius liegt oben. Ich habe ihn noch mit einem Schlafzauber belegt, müsste jedoch auf einen Stupor wechseln und ihn vorab mit einem Schmerztrank behandeln, ehe wir beginnen«, erklärte er überflüssiger Weise, denn das war das Prozedere, dass sie bei Draco genutzt hatten.

»Wollen Sie direkt anfangen?«, fragte sie ihn etwas vorsichtiger.

»Sobald Harry mir einen Schmerztrank ausgehändigt hat, ja.«

»Mr. Potter? Sollte es mich interessieren, warum Mr. Potter die Herrschaft über die existierenden Schmerztränke hat?«, wollte sie wissen.

»Nein, denn es geht Sie nichts an«, erwiderte Severus nur kalt, wieder sehr geschmeidig in seine Snape-Rolle zurückfindend. Das ließ die Frau zwar kurz stocken, ganz aus dem Konzept brachte es sie jedoch nicht.

»Wer wird uns assistieren?«, wollte sie stattdessen wissen.

»Harry.«

»Mr. Potter ist wieder ausreichend genesen? Wie beruhigend«, gab sie zu. Severus glaubte ihr, ohne zu zögern. Sie hatte sich schon immer für Harry stark gemacht und sich um ihn gekümmert, so weit es Dumbledore zugelassen hatte.

»Wenn Sie nichts anderes zu tun haben, können wir uns direkt damit auseinandersetzen«, erklärte er. »Dann haben wir es hinter uns und Lucius kann genesen.« Natürlich nickte Minerva ihm fest zu, die verblassten, grünen Augen ganz wach. Gemeinsam erklommen sie also die Stufen zum zweiten Stock, wo Severus die Tür zum blauen Zimmer ruhig und gefasst öffnete, Harry mit vollkommen neutralem Ausdruck ins Visier nehmend. Warum stand er herum?

»Hey«, begrüßte ihn Harry rau und sah sichtbar unschlüssig von ihm zu Minerva und zurück.

»Hey. Glaubst du, du bist ausreichend bei Kräften, um uns bei Lucius zu unterstützen?«, fragte er Harry. Genaugenommen… ihn. Denn Minerva würde wieder den Part mit dem heißen Metall übernehmen müssen. Harry würde keine fünf Minuten Zeit investieren müssen, dann konnte er sich wieder ausruhen… aber gemeinsam war es sicherer, mächtiger. Deswegen konnte er ihn jetzt nicht schonen.

»Sicher«, erwiderte Harry, sich kurz nach Ted umblickend, der wieder friedlich in der Wiege schlief, eher auf sie zu geschlichen kam. »Ist noch genug Verbandszeug drüben im Zimmer?«

Severus nickte nur knapp, Harry und Minerva zum grünen Zimmer führend, in dem die Familie Malfoy gerade residierte. Höflich klopfte er an, erst auf das »Herein« von Narzissa die Tür auch wirklich öffnend. Er konnte sehen, dass Draco noch die Luft ausstieß. Offenbar hatte er einen ziemlich tiefen Atemzug genommen, um Dinge von sich zu geben, die gegen Harry gerichtet gewesen wären. So ausdruckslos, wie Severus die beiden Malfoys ansah, irritierte er vermutlich jeden im Raum. Severus war es ganz gleich.

»Geht raus. Draco, zeig deiner Mutter, wo sie die Küche findet«, befahl er dunkel. Sie musste mittlerweile auch Hunger haben, nahm er an. Dass sie stolz ihr Kinn reckte und ihn lange fixierte, ignorierte er ganz geflissentlich. Erst, als sie draußen waren – er hatte sich derweil selbst nicht bewegt und den hasserfüllten Blick seines Patensohns daher nicht gesehen – bewegte er sich auf den völlig kaputt aussehenden Lucius Malfoy zu. Es fiel ihm gerade nicht schwer, keine Miene zu verziehen, als er den Arm seines Freundes freilegte und das gut sichtbare, dunkle Mal offenbarte.

»Der Trank«, forderte Severus von Harry, diesen entgegennehmend. Er musste schlucken. Hart. Der Gehstock mit dem Zauberstab des Mannes darin – lächerlich und unpraktikabel – stand außerhalb von Lucius' Reichweite, weshalb Severus seinen Zauberstab zückte und mit einem Expergiscimini seinen langjährigen Freund aus dem magischen Schlaf erweckte. Der sog sofort hörbar den Atem ein, sich hektisch umblickend. Er sah Severus, Harry und Minerva und völlige Verwirrung entstellte die ohnehin schon kränklich wirkenden Züge des Mannes zur Gänze.

»Trink das«, befahl Severus seinem Freund, der gar nicht zu greifen schien, was hier Sache war.

»Severus?«, fragte Lucius, als er den Trank in die Hand gedrückt bekam.

»Wohlauf und sehr lebendig. Ich erkläre mich später«, sagte der Tränkemeister. »Trink den Trank, Lucius.« Der wirkte nicht überzeugt. Wieso sollte er auch? Zwei Totgeglaubte standen hier vor ihm und einer davon wollte ihn dazu bewegen, irgendeinen Trank zu trinken. Wenn man das nicht für eine Halluzination hielt, war man vermutlich echt durch.

»Ich muss träumen«, murmelte der blonde Mann finster. »Das ist unmöglich.« Sein Blick fixierte jetzt Harry, von Abscheu und Hass erfüllt. Er war auch ein Grund für sein eigenes Versagen gewesen.

»Reiß dich zusammen«, drohte Severus seinem Freund. »Ich habe nie etwas von dir verlangt, Lucius. Bei Merlin, trink den Trank und vertrau mir. Ich werde dafür sorgen, dass du und deine Familie in Sicherheit seid«, sprach Severus eindringlich auf ihn ein. »Und hör auf, Harry so anzusehen. Er hat keine Schuld an deinem Fall – das kannst du allenfalls dem dunklen Lord anhängen«, knurrte er finster. »Jetzt trink.«

Lucius, noch immer sichtlich durcheinander, hob den Trank zittrig an seine Lippen, senkte ihn dann aber wieder. »Was ist das, Severus?«, fragte er rau.

»Ein Schmerztrank mit beruhigender Wirkung«, erklärte Severus versöhnlicher. »Ich werde dich gleich mit einem Stupor Handlungsunfähig machen, dein Mal entfernen und dich in diesem Zustand belassen, bis ich mir sicher bin, dass du ohne Schmerzen bist, wenn du erwachst.« Der Tränkemeister atmete etwas tiefer ein. »Mach dir wegen etwaiger Wechselwirkungen keine Sorgen.«

Auch, wenn Lucius nicht zu verstehen schien, was gerade wirklich geschah, so schien sein Vertrauen in seinen alten Freund groß genug zu sein, um den Trank schließlich zu trinken.

»Pass auf Zissy auf«, murmelte der Aristokrat kaum hörbar, Severus Arm packend, wo dessen dunkles Mal ruhte.

»Das machst du schön selbst«, erwiderte Severus. »Sie sind beide hier, Lucius. Draco und Narzissa. Mach dir also keine Sorgen.« Er nahm das Fläschchen entgegen, dann richtete er den Zauberstab gegen den benommenen Lucius, ihn ohne einen Ton ins Land der Bewusstlosigkeit schickend. Der blonde Mann erschlaffte, wirkte nun noch zerstörter als im Schlaf. Severus wartete noch etwas, bis er sich sicher war, dass der Körper des Mannes ausreichend Zeit hatte, den Schmerztrank zu verarbeiten… dann wendete er sich den beiden Anwesenden zu. »Wir beginnen«, entschied er.

Sogleich begann Minerva, einen Gegenstand zu einer exakten Kopie des dunklen Mals zu formen und zu erhitzen, bis das Metall rot glühte. Severus freute sich nicht auf den Anblick verbrannten Fleisches. »Bereit, wenn Sie es sind«, sagte die Professorin zu ihnen und erst jetzt realisierte er, dass Harry die Kompresse in seine Richtung hielt. Mit einem dankenden Nicken nahm der Tränkemeister sie entgegen.

»Bei drei«, sagte er zu Harry. »Eins, zwei… drei«, zählte er an, ehe er simultan mit Harry »Finite Incantatem«, ausrief, jegliche auf Lucius liegende Magie damit vollkommen auflösend. Der bestialische Gestank erfüllte, kaum, dass das glühende Metall die Haut des Mannes berührt hatte, den Raum und Severus Lungen und seinen Mund. Er würgte unterdrückt, sofort das Diptam auf der Wunde verteilend. Tropfen für Tropfen. Die Wirkung war binnen weniger Herzschläge sichtbar und der Verband, der nun direkt folgte, war genauso eng und straff wie der von Draco. Es sollte keine Narbe bleiben. Kaum jedoch, dass der Arm verbunden war, musste auch Severus ans Fenster flüchten, mit einer harschen Bewegung und einer ordentlichen Portion Luftmagie den Raum von dem Gestank befreiend.

»Rufen Sie, wenn Sie mich brauchen«, murmelte Minerva etwas leidend.

»Danke für Ihre Hilfe«, murmelte Severus noch zurück, wurde aber vermutlich nicht mehr gehört, wenn er bedachte, wie geräuschvoll die Tür ins Schloss fiel. Angespannt legte Severus seine Hände auf das schlanke Geländer, dass bei den fast bodentiefen Fenstern dafür sorgte, dass niemand hinausfallen konnte, wenn man es ganz öffnete. Er war froh, dass Harry hier bei ihm war, ihm zur Seite stand… doch dann wendete dieser sich ab.

»Ich… bin bei Ted«, murmelte er und obwohl Severus nicht wollte, dass Harry ging, hielt er ihn nicht auf. Nicht, weil es ihm egal war. Es war eher, weil er sich zuvor danebenbenommen hatte und Harry allen Grund hatte, verärgert zu sein – er hatte Ted weinend zurückgelassen und war ohne Erklärungen für eine halbe Stunde nach draußen verschwunden. »Vielleicht… kommst du ja später nach.« Damit verließ er das Zimmer und Severus blieb allein zurück mit seinem alten Freund, der nebst seinem angekratzten Stolz und der Brandwunde unter dem Verband noch ein anderes, großes Problem hatte: Er war ein Säufer. Wie lange schon? Würde er es von allein wieder hinbekommen? Voller Sorge betrachtete Severus seinen Freund, der ganz reglos im Bett lag, wie Draco zuvor. Er konnte nur hoffen, dass es kein Fehler gewesen war. Der Zauberstab des Mannes war jedenfalls gerade erst einmal kein Problem – ohne Mal konnte er niemanden rufen und apparieren ging eben erst außerhalb der Schutzzone… und wohin sollte er schon apparieren?

Eine Weile blieb er noch bei seinem Freund, ehe er das Zimmer in weiser Voraussicht verließ, bloß nicht Narzissa mit Anhang zu begegnen. Da war die Flucht ins blaue Zimmer empfehlenswert, denn Harry… hatte sicher Fragen. Er schob sich auch eher lautlos hinein, nicht so forsch wie noch zuletzt. Harry dort mit dem Baby und dem Fläschchen erblickend, schnürte ihm die Kehle zu und wollte ihn wieder rückwärts rausgehen lassen… aber das war dumm, das wusste er selbst. Ted war Ted. Und Harry war Harry, wenn auch nicht so ganz auf der Höhe.

»Du siehst erschöpft aus«, stellte er stirnrunzelnd fest. »Hätte ich jemand anderen bitten sollen?« Harry mochte vielleicht keine heilenden Wunden haben, aber Knochenbrüche zu heilen war dennoch anstrengend für den Körper und Prellungen, die meist mehr wehtaten als Brüche, heilte man selten.

»Nur müde«, erwiderte Harry, woraufhin Severus verständnisvoll nickte. Ging ihm ja leider nicht unähnlich.

»Die Nacht war… nicht sehr erholsam«, stimmte er zu und kam angespannt auf das Bett zu, wobei ihm jeder Schritt viel abverlangte. Ted tat ihm nichts. Harry tat ihm nichts. Es war alles genauso wie am Vortag. Er brauchte sich nicht anstellen. Tapfer setzte er sich auf die Bettkante, die Schulter angespannt gestrafft. So, wie es sich gehörte.

»Dabei können wir vermutlich von Glück reden, dass er uns nur einmal mitten in der Nacht weckt.« Was auch immer Harry nicht aussprach, ließ ihn doch ein wenig Schmunzeln, während er Ted mühsam höher legte, damit dieser die unfreiwillig geschluckte Luft wieder loswurde.

Das waren Dinge, in denen sich Severus nicht sah. Er sah sich nicht mit Baby auf der Schulter oder es sanft wiegend. Er sah sich nicht als den Mann, der diese Bündel… lieben konnte. Nichts davon. Entsprechend unangenehm berührt senkte Severus den Blick seitlich weg. Er hatte, als er Harry von Delphini erzählt hatte, daran gedacht, dass dieses arme Kind dank ihrer Eltern von vorneherein massiv belastet gewesen wäre. Hätte er gewusst, dass es sich um seine Tochter handelte, hätte dieser Gedanke noch fruchtbareren Boden gefunden.

Den Blick wieder zu Harry wendend, kämpfte er mit sich. Er musste es ihm sagen und wusste doch nicht, wie. Wie eröffnete man, dass man ein Baby hatte, wenn man eigentlich schwul war? Verärgert biss er die Zähne zusammen. Er konnte es nicht erklären, weil er selbst nicht wusste, wie es dazu gekommen war… und warum.

»Ich war vorhin drüben, um zu fragen, ob alles in Ordnung ist und sie etwas brauchen«, erklärte Harry plötzlich. »Und war ziemlich überrascht, dass ausgerechnet Narzissa Malfoy mit einem Baby herumläuft.«

Severus, der nicht noch angespannter sein konnte, atmete tiefer durch. »Es ist Bellatrix' Tochter«, sagte er leise.

»Jah… das waren auch ihre ersten Worte. Jedenfalls, bis ich fragte, ob er sie dann nicht suchen würde.« Kluge Frage. Harry dachte mit. In diesem Fall war es jedoch sinnlos.

»Narzissa sagt, es sei nicht seine Tochter«, wich Severus weiter der Aussage aus, die er nicht treffen wollte. Er wollte das nicht einräumen.

Harrys Seufzen bereitete Severus promptes Unwohlsein. Er wusste es, das spürte er sofort und wurde auch umgehend verbal bestätigt: »Nein, sie sagt, es ist deine Tochter.«

Das Zähneknirschen des Tränkemeisters war deutlich zu hören. Er wollte wieder aufstehen, wieder weggehen. Der Drang war stark, denn er wollte nichts von den gemischten, negativen Empfindungen zeigen, die in ihm waren. »Das sagt sie, ja«, erwiderte er tonlos. »Vermutlich nicht grundlos.«

Fast augenblicklich blies Harry seine Wangen auf und wirkte etwas blasser… allerdings auch ein wenig verärgert. »Das klingt, als wüsstest du es nicht… und könntest es nicht wissen.«

»Ich weiß davon nichts«, erwiderte Severus tonlos. »Weder davon, dass ich eine Tochter haben soll, noch davon, wie das geschehen sein soll.« Der Tränkemeister zog für den Bruchteil eines Augenblicks eine angewiderte Grimasse, ehe sich seine Züge wieder vollkommen neutralisierten.

»Okay«, erwiderte Harry ruhig. »Soll ich mich mit um sie kümmern?«

Severus trug seine Überraschung und seine Verwirrung so offen zur Schau, wie es einem Menschen möglich war. Wie konnte Harry sich wieder einfach nur dem Schicksal fügen? Wie konnte er so tun, als sei alles in Ordnung? »Was?«, flüsterte er daher, innerlich richtig bebend. »Hast du mir nicht zugehört?« Er biss kurz die Kiefer fest aufeinander. »Narzissas Überzeugung ist auf die Worte einer Wahnsinnigen begründet«, sagte er finster. »Bellatrix hat nichts unversucht gelassen, um anderen möglichst viel Unwohlsein zu bereiten. Das…« Er schüttelte sich. »Ich bezweifle den Wahrheitsgehalt.« Das musste er einfach, wenn er es nämlich nicht tat, gestand er damit ein, mit Bellatrix sexuell verkehrt zu haben und das war gelinde gesagt eine Horrorvorstellung.

»Soweit ich mich erinnere, hast du uns im Unterricht erklärt, dass man Mithilfe diverser Substanzen herausfinden kann, ob die Abstammungslinie hinhaut, und dass das in alten Familien mal Gang und Gebe war. Wobei es eigentlich egal ist, sollte sich Narzissa nicht um sie kümmern wollen…«

Severus knirschte jetzt mit den Zähnen. »Solche Substanzen hat man selten einfach rumstehen«, wich er aus. »Und dann was? Bist du nun Mutter Theresa und kümmerst dich um jedes verwaiste Kind?«, fragte er angespannt, fast bissig. »Der Wahnsinn der Blacks…« Er brach ab und schüttelte sich. Es war absoluter Irrsinn, sich um das Kind zu kümmern, egal wer der Vater war und das Harry sich mal wieder bereit erklärte, die Welt – zumindest die des Kindes – zu retten, war noch irrsinniger. Und da Harry schwieg, schien auch ihm dieses Licht aufgegangen zu sein. »Sie ist Narzissas Nichte…«, sagte er leiser. »Das, über allen Dingen, steht fest…« Das war alles nicht das, was er hatte sagen wollen und passte auch nicht zur Erkenntnis unter der Eiche… aber es kam ihm eben einfach so über die Lippen.

Harrys plötzlich sehr enttäuschter Blick ließ ihn die Stirn jetzt tief runzeln. »Was?«, fragte er plötzlich ganz tonlos. Verurteilte Harry ihn jetzt dafür, dass er nicht freudestrahlend irgendein Kind adoptierte und großzog, das von Bellatrix stammte?

»Ich weiß… es ist deine Entscheidung und alles… Es ist nur so, dass…« Harry unterbrach sich wiederholt, die Kiefer aufeinanderbeißend und seine Lippen benetzend. Er war so angespannt. »Ich… erinnere mich einfach nur sehr gut daran, wie es war… nicht erwünscht zu sein.« Klar, natürlich. Das hatte Severus auch ahnen können. Allerdings blieben seine Züge jetzt ausdruckslos.

»Sieh für einen kurzen Augenblick nicht auf Ted«, sagte er monoton. »Was glaubst du, wo sie mehr Zuneigung erfahren würde? Bei Narzissa oder bei mir?«, wollte er wissen. »Du schenkst den Worten dieser Irren Glauben, Harry, und verurteilst mich sofort damit, dass ich es nicht tue«, sprach er sehr viel leiser. »Bei mir würde genau das eintreten, was deine Erinnerungen belastet.« Severus senkte den Blick etwas. »Es würde alles so beginnen, wie einst bei meinem Vater und mir. Wie soll so etwas nicht dazu verdammt sein, sich zu wiederholen?« Nein, diese Startbedingungen waren katastrophal.

»Ich… verurteile dich gar nicht. Ich weiß, dass ich kein Recht dazu habe, dich dorthin zu drängen und das will ich auch überhaupt nicht. Wenn… ich dich drängen muss, dann ist es wirklich nicht richtig.« Wenn sein Tonfall nur zu seinen Worten passen würde. »Nur… ich weiß nicht… wir beide und Ted… Sie ist jetzt ein Baby und versteht nicht, wie die Welt funktioniert, aber sie wird doch nicht für immer ein Baby sein und… irgendwann wird sie verstehen, dass du lieber Ted bei dir hattest, als sie… und…« Plötzlich hatte er sehr wässrige, grüne Augen und einen Ausdruck im Gesicht, der Severs das Herz eng machte. »Tut mir leid«, murmelte er leise schniefend und klammerte sich an den Mini-Lupin.

Unruhig erhob sich Severus nun, um erneut zum Fenster zu gehen, wobei er dieses Fenster erst einmal öffnen musste. Frische, angenehme Luft. Das war gut. »Du bleibst nach wie vor bei dem Punkt, dass ich ihr Erzeuger sei«, sagte er leise vom Fenster herüber, sich nun wieder umdrehend. »Ich kann nicht bei einer Frau liegen, Harry. Ich habe es versucht, mehr als einmal. Es geht nicht. Ich kann es nicht. Wie soll ich ein Kind zeugen, wenn ich das nicht kann? Wenn sie nicht von meinem Blut ist – und bei Merlins Bart, das sei ihr zu wünschen – wäre es besser, bei ihrer Tante aufzuwachsen, die sie lieben wird. Narzissa hat immer eine Tochter gewollt.« Ja, auf diese Weise machte es Sinn, ganz gleich wer der Erzeuger war… Narzissa war eine erfahrene und fürsorgliche Mutter.

»Okay.« Ein einziges Wort, und es war jenes, welches Severus mittlerweile so hasste. Es bezeugte keine Zustimmung. Es war einfach nur dazu da, das Thema zu beenden. Allerdings hatte Severus gerade auch kein Bedürfnis, weiter zu diskutieren. Delphini war nicht seine Tochter. Punkt.

»Du solltest dich weiter ausruhen. Hast du noch Schmerzen?«, fragte er. Außer der Prellung… sollte es ihm wieder gut gehen, oder?

»Der Schmerztrank lässt langsam nach. Aber es geht schon. Vielleicht können wir das Training heute noch ausfallen lassen?« Diese Worte ließen den Mann vollkommen perplex in Harrys Richtung starren. War der Junge von Sinnen? Training… als ob er an so etwas denken würde!

»Solange du nicht ohne Schmerztrank stehen kannst, werden wir nicht trainieren«, sagte er stirnrunzelnd. Was dachte Harry von ihm…? So, wie er die Zähne zusammenbiss und gequält dreinschaute, wenn er eine falsche Bewegung machte, stand es völlig außer Frage, ob sie trainierten.

»Draco braucht noch ein Zimmer, oder?«, fragte Harry und entlockte Severus ein leises Seufzen.

»Ja. Ich kümmere mich darum. Ruh dich aus. Soll ich Ted in die Wiege legen?«, bot er zögerlich an. Harry wiederum zögerte nicht, sondern nickte direkt.

»Das wäre lieb. Ich müsste mal ins Bad.« So kam er zu seinem Gefährten, um das Baby etwas angespannt entgegenzunehmen und zur Wiege zu bringen. So, als sei es das Normalste auf der Welt. Gut, dass der kleine Lupin schlief. »Geht es?«, wollte er von Harry wissen. Kam er hoch, ohne Schmerztrank?

»Jah… dauert nur«, keuchte der junge Zauberer und drückte sich umständlich hoch, bis er endlich stand. »Uff… ich fühle mich wie hundert«, gestand er mit geschlossenen Augen.

»Sei dir versichert, das Alter fühlt sich schlimmer an mit dem Wissen, dass der Schmerz nicht nachlassen wird«, merkte Severus trocken an.

»Jetzt tu nicht so, als wärst du schon hundert«, murmelte Harry, seine Schulter angespannt bewegend. »Hör mal… von allem anderen abgesehen… kannst du Narzissa sagen, wo sie alles findet. Ich weiß nicht, inwieweit Molly sich… da erweichen lässt«, merkte er an. »Ich… kann das später auch machen, aber ich weiß nicht, wie viel sie so bei sich hat.«

»Ich werde mich gleich um sie und auch um Dracos Zimmer kümmern«, versicherte Severus. »Sobald du wieder liegst.« Die Sache mit dem Alter überging er mal. Die Zipperlein begannen bedauerlicher Weise schon vor dem ersten vollendeten Jahrhundert.

Wenn auch eher brummend, tat Harry, wofür er zuvor aufgestanden war, und verschwand für eine kurze Weile im Badezimmer, ehe er sich wieder angestrengt ins Bett sinken ließ. Severus sah ihm dabei zu, ohne jedoch einzugreifen.

»Fertig«, verkündete Harry ohne jeglichen Stolz in der Stimme.

»Wenn etwas ist, schick Cimny oder Jeemy nach mir«, bat er den jungen Mann. »Ich werde mich um unsere Gäste kümmern und dann noch im Labor arbeiten.«

»Klar«, murmelte Harry wenig begeistert. »Ich hab Cimny gesagt, sie soll ausruhen.« Wie eine Puppe lag der junge Mann nun da, an den Betthimmel starrend. Severus runzelte die Stirn entsprechend sehr tief.

»Sie soll sich auch ausruhen«, stimmte er zu. »Warum nur, glaube ich, dass du gerade zu viel in dich hineinfrisst?« So starrte niemand, der frei von bohrenden Gedanken war.

»Geh deine Sachen erledigen, Severus«, wies Harry ihn jedoch ab. »Du hast Recht, ich muss ausruhen.« Deutlicher konnte man eine Ablehnung wirklich nicht formulieren. Severus biss die Zähne zusammen und atmete tief ein, nur ein knappes Nicken als Erwiderung erübrigend. Seine Schritte brachten ihn fort von dem Zimmer, fort von Harry, fort von dem Baby. Jetzt musste er sich nur um Narzissa kümmern und Draco ein Zimmer zuweisen. Wunderbar. Der Weg war zumindest nicht weit und mit einer wirklich apokalyptisch schlechten Laune klopfte er endlich sachte an die Tür der Malfoys.

*~ Wir werden jetzt Montag und Donnerstag Kapitel hochladen, bis die Geschichte abgeschlossen ist. Wir sehen uns also am Donnerstag wieder! <3 ~*
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