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Zwei Leben - Unser Kampf - Severus Snape

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P18 / MaleSlash
Harry Potter Severus Snape
31.01.2022
25.06.2022
31
240.000
45
Alle Kapitel
71 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
04.05.2022 4.621
 
~* Vergiss nicht, Harrys Sicht der Dinge bei  Enoraá zu lesen!  *~

Severus fühlte sich wie ein Eis am Stiel. Ganz durchgefroren und steif. Es war nach dem Mittag wichtig gewesen, noch einmal etwas von dem Schmerztrank zu nehmen… dieses Mal achtete er aber auf die Dosierung und war daher zwar von Schmerzen befreit, jedoch nicht berauscht. Dafür waren seine Muskeln angespannt und fest von der Kälte des Dauerregens. Genauso wie Harrys, so wie dieser sich die Treppe hoch bewegte, trotz des heißen Tees und dem warmen Essen noch immer zitternd. Mit angespannten Kiefern trat er hinter Harry ins Zimmer, bereits darauf abzielend, diesem den Vortritt zu lassen.

»Willst du auch duschen?«, fragte Harry. Severus wunderte sich, dass dessen Zähne nicht klapperten.

»Natürlich. Geh zuerst«, sagte Severus warm. »Ich warte so lange.« Das würden seine alten Knochen schon noch ausgehalten bekommen. Harry hatte da in seinen Augen Vorrang, immerhin hatte er sich auch verausgabt.

»Dir ist genauso kalt wie mir… wir könnten zusammen gehen«, schlug Harry mit roten Wangen und verlegenem Blick vor. Ob ihm klar war, dass das schon ein bisschen putzig aussah, wenn er so jungenhaft dreinschaute? Er jedenfalls regte sich etwas unbehaglich, denn natürlich war in einem wachen Zustand das Drängen, seine Schultern zu verbergen, wieder ganz präsent. Natürlich nahm Harry diese Reaktion nicht positiv auf und biss sich auf die Unterlippe, sodass Severus schließlich etwas fahrig sein Haar aus dem Gesicht strich. »Ansonsten geh ruhig vor… Oder… ich gehe… wenn du willst.«

Der Tränkemeister schlug die Lider herab, sich zusammenreißend. »Nein. Komm«, sagte er leise. Harry hatte es bereits gesehen. Er hatte seine Brandwunde behandelt. Es war irrelevant. Er brauchte es nicht zu verstecken. Er war erwachsen. Nichts drohte ihm, wenn Harry das sah.

Unterwäsche und ein frisches Schlafshirt waren schnell organisiert, sodass er mit Harry gemeinsam ins Badezimmer gehen konnte. Er empfand gar nicht wirklich Scham wegen seiner Narben. Es war einfach… antrainierte Furcht. Entsprechend steif waren seine Gliedmaßen, als er sich das Hemd schließlich von den Schultern streifte und die Hose und Shorts hinabgleiten ließ.

Es passierte nichts.

Er war nicht mehr am Leben.

Er würde ihn nicht mehr deswegen maßregeln können.

»Alles okay?«, fragte Harry ihn leise, seine Kleidung genauso ordentlich beiseitelegend, wie Severus es tat. Dahingehend funktionierten sie wirklich im Einklang.

»Ja«, erwiderte Severus, tiefer durchatmend, um sich ganz zu sammeln und schließlich zur Dusche zu gehen. Das heiße Wasser würde seine Anspannung mildern. Also nichts wie rein in das angenehme Nass. Er ging auch direkt vorweg, sodass Harry jederzeit die Möglichkeit hatte, wieder rauszugehen, wenn es ihm nicht behagte… oder so.

Wie erwartet, war das warme Wasser eine Wohltat und entspannte seine Schultern ziemlich direkt, da er jedoch heute nicht allein war, trat er etwas beiseite, damit Harry genügend Platz unter dem Wasser hatte. Er hatte im Gegenzug zu dem Jüngeren einen Vorteil: Er trug keine Brille, entsprechend sah er alles von Harry und seinem nackten Körper. Jeden Muskel unter der Haut. Jede Regung auf seinen Zügen. Der Tränkemeister leckte sich leicht über die Lippen, tiefer einatmend. Manchmal, in Augenblicken wie diesem, kam es ihm völlig surreal vor, was geschah. Allein, wie Harry sich das Haar jetzt mit Shampoo einrieb war surreal und sein fragender Blick erst recht. Er wollte ihn gern berühren. Alles von ihm. Aber erst einmal sollte sich der Jüngere waschen können, weshalb er auf den fragenden Blick erstmal nichts sagte oder tat.

Harry machte daher nun artig weiter und nutzte einfach sein Shampoo, um damit auch seine Brust und seine Schultern einzureiben. Die Art, wie Harry über seinen eigenen Körper glitt, ließ Severus hart schlucken. Es war nur ein Waschvorgang. Nicht mehr. Kein Grund dafür, sich wie ein Sechszehnjähriger zu benehmen! Und doch fühlte er sich gerade genauso alt. Spätestens mit Harrys Blick, als er sich mit Duschgel bewaffnet, seinem eigenen Rücken widmete. Sofort hob Severus die Hände und hielt ihn sanft an, stattdessen die Hände über die eingeseiften Schultern des Jüngeren fahren lassend, hin zu seinem Rücken. Dazu musste er wieder näherkommen und sofern man es nicht schon gesehen hatte, konnte man die Härte, die er vor seinem Körper trug, jetzt sehr wohl spüren.

Das hier war völlig neu für Severus und daher auch ziemlich aufregend. Er atmete auch, als habe er einen Marathon hinter sich gebracht, ganz schwer und durchaus schnell. So viel zur Jugend… er war selbst erregt wie ein Teenager und Harry so nahe zu sein, nackt und nass, ließ ihn verdammt nochmal nicht kalt. Trotzdem: Erst einseifen!

Dem Prinzip folgte auch Harry, sich erst einmal seinen Seiten, seiner Brust und seinem Bauch widmend. Er konnte nicht verhindern, dass gerade an seinem Bauch gewisse Regungen eine halbe Etage tiefer von seiner aufflammenden Lust berichteten. Bei der Berührung seiner Schultern allerdings spannte sich sofort wieder jeder Muskel an, das schwere Atmen setzte für einen Moment aus, ehe die restliche Luft sehr gedehnt ausgestoßen wurde. Es war Harry. Nur sein Harry. Severus schloss die Augen, fokussierte sich auf das angenehme Gefühl, dass die Berührung ihm vermittelte.

Wieder einmal fühlte er sich irgendwo zwischen dem Hier und Heute, und einem längst vergangenen Zeitalter verloren. Harrys Berührungen waren so sanft, so unvorhersehbar direkt, dass es furchtbar einfach war, sich auf dieses positive Gefühl zu konzentrieren und dann kam er plötzlich an Severus Steiß an, was den Älteren veranlasste die nicht wirklich vorhandene Distanz zwischen ihren Körpern zu überbrücken, indem seine Hüfte nach vorn zuckte. Fort von Harrys Hand.

Der umfasste nun Severus' Härte und entlockte dem Mann ein unterdrücktes Stöhnen. Kein Zauber schützte das Bad. Verdammt. Die Atmung des Mannes wurde immer schwerer, obwohl Harry kaum etwas tat und er ihn nur an sich gezogen hielt. Sein Glied zuckte, gleichzeitig kroch Panik in ihm auf, als sich die Hand des Jüngeren an seinen Hintern begab. Nicht, dass davon mehr nach außen drang als sein abgehackter, schwerer Atem. Es war wohl sein Glück, dass Harry für den Augenblick nicht mehr tat, als seine Härte zu massieren und ihn damit zu reizen. Severus keuchte, die Fingerkuppen vor Lust und Anspannung in Harrys Haut an den Hüften grabend. Er war sich sicher: Wenn er losließ, würde er vermutlich umfallen. Wie ein Stöckchen.

Leider entschied sich Harry, das Loslassen jetzt die Wahl des Tages war und ging vor ihm auf die Knie. Severus' Gedanken purzelten. Mächtig. Mit leicht geweiteten Augen und von vor Lust geteilten Lippen sah er hinab in das aufmerksame Gesicht des jungen Mannes. Verdammt. Der Anblick war… Er keuchte auf und grub seine Hand in Harrys Haar, ohne ihn irgendwo hinzudirigieren.

Es war ein verdammter Kuss, der seine Spitze traf und ihn ziemlich irritierte und gleichzeitig erregte. Er brummte, hielt aber brav still und bemühte sich weiter, Harry nicht zu irgendwas zu drängen, auch wenn er das, was jetzt folgen mochte, definitiv wollte. Genau das gab ihm Harry nun, wenn auch erst einmal nur mit seiner Zungenspitze. Er bemühte sich um Stille, keuchte dennoch. Nur Stöhnen durfte er nicht. Und nicht zustoßen, auch wenn Harry ihn jetzt leicht aufnahm. Vielleicht würde dies die einzige Art sein, wie er je in Harry eindringen würde, schoss es ihm durch den Kopf und konnte kaum verhindern, dass genau deswegen genau das geschah, was er hatte vermeiden wollen: Seine Hüfte zuckte vor und stieß zu.

Er fluchte innerlich, doch Harry machte einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Zur Belohnung bekam er dann einiges an Tönchen von dem Tränkemeister, der auf alles, was Harry tat, sehr deutlich reagierte. Die Hand, die nicht in Harrys Haaren vergraben war, stützte sich sicherheitshalber an den Fliesen ab, denn das, was Harry ihm da bescherte, ließ ihn ganz weiche Knie bekommen. Weit entfernt war er nicht vom Höhepunkt… ohne, dass viel geschehen war. Dabei wollte er noch gar nicht, wollte es genießen… doch da überkam es ihn einfach, unglaublich heftig. Er biss die Zähne hart aufeinander, unterdrückt stöhnend. Seine Hüfte stieß ohne Zurückhaltung vor, er ergoss sich schamlos einfach in Harrys Mund. Seine Härte pumpte, sein Herz schlug so heftig, dass er kaum atmen konnte, während er wiederum keuchte.

Nichts um ihn herum konnte er gerade wahrnehmen, zu sehr war der Höhepunkt im Fokus seines ganzen Daseins. Heftig und gut. Das waren die Worte, die zu dieser Empfindung passten.  Wenn er denn Worte fand, denn gerade… schwebte der Verstand des Tränkemeisters irgendwo in seiner eigenen Welt. Erst Harrys liebevoller, sanfter Kuss holte ihn langsam zurück in das Diesseits… und damit auch seine Gedanken und Empfindungen. Er hoffte sehr, dass er Harry nicht wehgetan hatte… Aber nichts. Kein Wort, keine Geste. Harry löste den Kuss und schmiegte sich noch eine Weile an, dann löste er sich allerdings und… wusch sich einfach weiter. Als wäre nichts gewesen.

Severus strauchelte gedanklich ziemlich über diese Reaktion. Er war völlig fertig von dem Höhepunkt und gerade ziemlich neben der Spur, sodass er sich selbst eher beiläufig weiter wusch und schließlich fertig war… Harry musste jedoch zuerst raus, wenn das hier nicht in leichter Akrobatik enden wollte.

Stumm stieg er nach Harry aus der Dusche, noch ganz fahrig von dem Vorhergegangenen, sich sorgsam abtrocknend, ehe er in seine Seidenshorts und das Shirt huschte und zu Harry unter die Decke. Nach wie vor blieb er still, zog Harry dort nur an sich, warm und groß seinen kleineren Körper ummantelnd.

»Gute Nacht«, hauchte Harry leise, nachdem er wieder einmal seinen Kiefer zärtlich geküsst hatte. »Bis morgen.«

»Gute Nacht«, flüsterte Severus, sein Gesicht an dessen Halsseite bergend. »Schlaf gut.« Er selbst würde aus Gründen noch ein bisschen wach sein. Sein Körper war von dem Intermezzo durchaus müde, aber sein Kopf war es nicht. Das Bild war ziemlich präsent und morgen… musste er Harry fragen, ob es für ihn in Ordnung gewesen war. Doch auch einen Severus Snape überkam der erholsame Schlaf irgendwann.



Das Diptam hatte seine Arbeit gut gemacht. Obwohl Severus letztmals am Vortag Mittags einen Trank eingenommen hatte, hatte er selbst beim nächtlichen Erwachen kaum stärkere Schmerzen. Es war ein erträgliches Maß. Es heilte gut. Er konnte friedlich und traumfrei schlafen, bis Harry seine Seite streichelte. Das holte ihn langsam in die wache Welt, wobei es noch ziemlich früh war. Er brummte missmutig, Harry an sich ziehend, sich weigernd die Augen zu öffnen. Er spürte, dass es früh war.

Harry schien sich allerdings wenig für die Uhrzeit zu interessieren, stattdessen drückte er seine Härte gegen Severus' Bauch und durchkämmte das schwarze Haar des Mannes mit sanften Fingern. Der Tränkemeister brummte erneut, dieses Mal jedoch zumindest sachte über Harrys Rücken streichelnd. Er war ja schon wach und wurde gleich noch wacher geküsst, nachdem das Seufzen seinen Verstand erreicht hatte. Immerhin hielt er Harry ja schon dicht bei sich… da konnte er jetzt erst einmal ein bisschen seinen Rücken Streicheln, bis er so richtig wach war, oder? Natürlich erwiderte er den Kuss sachte, noch etwas schläfrig. Sein junger Partner schien alles daran zu setzen, ihn möglichst schnell möglichst wach zu bekommen und so küsste dieser ihn wiederholt zärtlich und liebevoll, nicht von Severus abrückend. Es dauerte da freilich nicht lange, bis der einstige Slytherin-Hauslehrer seufzend seine eigene Hüfte vorschob, um seinerseits den Druck zu erwidern. Er war jetzt wirklich wach.

Das begrüßte sein Gegenüber deutlich und begann, ihn zu liebkosen und zu streicheln. Auch der Kuss wurde sofort eingehender. Severus zögerte nicht, diesen hingebungsvoll zu erwidern. Das Verlangen nach Harry war groß, sobald er wach war und auch wenn er am Vorabend von Harry Lust bereitet bekommen hatte, so war dies ein neuer Tag.

Die Lust des jungen Zauberers war fast greifbar, er hielt sich nicht zurück, Severus' nackte Haut zu erobern und immer wieder seine Mitte gegen Severus zu drängen, leise keuchend. Die Erregung des Tränkemeisters wurde allerdings dann vollendet angefacht, als Harry begann, sich unter ihn zu drängen und sich an das Bild zu klammern, das Severus vor einiger Zeit im Kopf gehabt hatte: Er, über Harry thronend, sie beide tief verbunden.

Er stöhnte schon bei der Vorstellung und brachte sich mehr als bereitwillig über seinen Partner, den Kuss nicht abbrechen lassend. Wenn der ihn über sich wollte, konnte er diesen Wunsch sehr einfach erfüllen, wirklich.

»Sev… das Zimmer«, schaffte Harry es, einen klaren Gedanken zu fassen und ihn auch noch halbwegs verständlich zu formulieren. Blind tastete der Ältere nach seinem Zauberstab, wortlos einen Zauber auf diese Räumlichkeiten legend. Wer hätte gedacht, dass er jemals einen Raum imperturbieren würde, damit niemand hörte, wenn er geräuschvoll einen Höhepunkt verlebte!

Harry hatte seine Hand zwischen ihren Leibern, was einerseits ziemlich störte… andererseits hatte sich seine Hand so zielstrebig um seine Körpermitte geschlungen, dass der Stoff nicht mehr viel abhalten konnte. Severus atmete schwer und musste deswegen den Kuss jetzt unterbrechen, damit er noch genügend Luft bekam. Das gab ihm endlich die Möglichkeit, Harry zu betrachten. Natürlich musste er sich fragen, ob Harry das alles wirklich wollte und… konnte.

»Sev«, war die Antwort auf die Frage, die er gar nicht gestellt hatte. Harry war so unsagbar unruhig.

»Bist du dir sicher?«, fragte er leise, wenn auch ziemlich angestrengt. Mit einer Hand an seiner Härte… war das Denken nicht leicht!

»Ich will das. Ich will dich«, knurrte Harry stur und drückte seine Hüfte hoch, was dank der Hand zwischen ihren Körper nur bedingt ging. Ein Mann, ein Wort. Severus stützte sich von Harry hoch und nutzte eine Hand, um über Harrys Seite hinab zu den Shorts zu streicheln, denn die… waren absolut im Weg. Harrys Kooperation war absolut notwendig, um ohne Magie loszuwerden, was Harrys heißes Fleisch von ihm trennte, sodass es ein wenig Koordination brauchte, damit die Shorts wichen und Severus' glühende Finger Harrys Härte fanden, diese, ohne zu zögern sehr besitzergreifend umfassend. Er musste langsam machen, egal wie sehr Harry dabei stöhnte. Er musste entspannt sein, sonst würde es wehtun und das wollte er bei bestem Willen nicht.

Severus nahm sich also die Zeit, Harrys erst Lust zu bereiten, ehe seine Hand tiefer glitt, Harrys Lusttropfen dort verreibend, wo Harry ihn haben wollte und wohin er alsbald wollte! Die Reaktionen des Jüngeren waren gut. Noch. Er bot sich regelrecht an, wie er so das Bein aufstellte und doch hielt er sich an Severus fest, als brauche er den Halt.

Was es auch war, Severus ließ sich Zeit, ihn dort zu reizen, immer wieder feucht den Muskel zu massieren. Schließlich kam der entscheidende Augenblick: Seine Fingerkuppe drang ein. Sofort spannte sich Harrys Körper spürbar an, auch dort und mit dem Kopfschütteln war das Severus' Zeichen, abzubrechen. Er wollte Harry nicht quälen. Das lag ihm fern. Da Harry sich nun wieder entspannte und durchatmete, schien es dieses Mal zumindest nicht so heftig gewesen zu sein, wie zuletzt… aber weitermachen? Undenkbar.

»Geht wieder«, stieß Harry angestrengt hervor, die Atmung noch immer etwas verhalten. Der Kuss sollte ihn beruhigen, nahm er an, aber der Zweifel blieb, trotz seiner Erwiderung. So sollte Sex nicht ablaufen. Es sollte keine Überwindung grauenhafter Empfindungen sein müssen, nicht beim ersten Mal.

»Sev… bitte«, flüsterte der junge Zauberer noch an seine Lippen, seinen Blick suchend.  Wäre es so einfach… würde Harry keine Unsicherheit mehr verspüren, oder?

»Harry…«, setzte Severus an, schwer schluckend. »Ich… ertrage nicht, wenn du dich so durchringen musst…« Seine Brauen zerfurchten sich. »Es ist dein erstes Mal…« Zumindest bewusst.

»Und wenn es jedes Mal so ist, wenn wir es versuchen und wieder abbrechen?«, fragte Harry ihn verzweifelt. Ja, was, wenn es immer so sein würde? Wie bei Severus nun? Der Tränkemeister biss die Kiefer fest zusammen, es war nicht leicht für ihn, jetzt einfach… weiterzumachen. Die Lust war da, daran lag es nicht. Es lag einfach nur ein Schatten über der ganzen Aktion und die Furcht, Harry wehzutun.

»Man muss entspannt sein«, flüsterte Severus, selbst eine enorme Verzweiflung verspürend. »Sonst werde ich dir wehtun…« Wenn Harry kämpfte, wie sollte er sich dann entspannen? Wenn Severus ihm wehtat, würde er sich das niemals verzeihen können, definitiv nicht.

»Wir… machen einfach langsam«, entgegnete Harry kopfschüttelnd. »Und ich sage, wenn es wirklich blöd wird, okay? Sev… ich möchte das selbst entscheiden können.« Wie verzweifelt Harry klang und bei Merlins Bart, er konnte es nicht verübeln. Er war so jung und wollte keine Bevormundung durch etwas, an das er sich nicht einmal bewusst erinnerte.

Ergeben nickte Severus jetzt leicht, wieder bei Harrys Härte beginnend, damit sie beide wieder entspannten, ehe er sich und Harry wieder an die Stelle brachte, wo er seinen Finger eindringen ließ. Wie bereit er war, sofort alles abzubrechen, wenn es Not tat… er war jetzt gerade jedenfalls nicht mehr entspannt. Hochkonzentriert, als müsse er einen gefährlichen Trank brauen, nahm er Harrys Kuss an, der offenbar etwas besser zurecht kam als noch zuvor und dementsprechend Severus wortlos hieß, fortzufahren. Der nahm sich wieder zurück, dann drängte er wieder sachte in Harry, hoffentlich irgendwann zu dem Punkt findend, der Harry lustvoll seufzen ließ.

Das blieb leider aus, weshalb Severus' eigene Lust nur zögerlich in Gang kommen konnte, trotz den unruhigen Bewegungen und dem sehr feurigen, lustvollen Kuss seitens Harry.

Wie dieser schon wusste, war ein Finger nicht ausreichend… und Severus sorgte sich schon, ob es bei zunehmender Dehnung und eventuellem Ziepen nicht doch wieder umschlagen konnte, weshalb er sich wirklich aufrichtige Mühe gab, Harry ganz langsam und sorgsam darauf vorzubereiten, ihn aufzunehmen. Das dauerte seine Zeit und immer war Severus ganz wachsam für Harrys Reaktionen, doch nichts Negatives wollte mehr folgen.

Wie viele Stunden machten sie das wohl? Es fühlte sich wie mindestens eine Ewigkeit an, bis Severus endlich seine Hand zurückzog und stattdessen begann, seine eigenen Shorts auszuziehen. Sein Herz schlug heftig, die Aufregung war größer denn je. Das zeigte sich auch weiter unten. Vermutlich war er aufgeregter als Harry? Jedenfalls war gerade sein bestes Stück nicht ansatzweise so hart wie das von Harry und bedurfte etwas von Severus' Zuwendung, was er einfach mit einem langgezogenen, zärtlichen Kuss begleitete. Da war gerade wirklich keine feurige Leidenschaft in ihm, alles mahnte ihn, weiter aufmerksam zu sein und das bremste immens aus. Harrys Lust und seine eigene Bemühung sorgten allerdings dafür, dass er allmählich wieder hart wurde und damit bereit, Harry auf die Pelle zu rücken, den Kuss für ein wenig Feuchte unterbrechend, die er nun brauchte.

Konnte man vor Aufregung sterben? Vermutlich nicht, aber es fühlte sich so an und Harrys offenbar sehr hitzige Erwartung setzte ihn unter Druck. Es war ewig her für ihn. Länger als ewig. Verlernen konnte man es nicht, aber was, wenn es für Harry nicht schön wurde – wegen ihm? Er drängte sich an Harrys Hintern, mehrfach tief durchatmend und dafür erneut den Kuss lösend. Der Druck, mit dem er gegen Harrys Muskel drängte, war leicht, aber beständig. Die Stunde der Wahrheit. Jetzt war er richtig hart, jetzt war auch seine Lust wieder sehr präsent. Langsam machen. Es war der Feinschliff, die letzte, notwendige Dehnung, die er wie schon zuvor geduldig durchzog, wobei er selbst schwer keuchte und seufzte. Schließlich drang er mehr und mehr vor, wiegte sich, von dem überwältigenden Gefühl ganz erfüllt, als er endlich ihre beiden Körper verbunden hatte. Wie wunderbar sich Harry anfühlte…!

»Sev«, keuchte Harry ungeduldig.

»Gib mir eine Sekunde«, erwiderte Severus, ebenfalls heftig keuchend. Das hier würde sonst sehr schnell ein Ende finden und das wäre für Harry wohl eher schade, nicht? Es waren mehrere Sekunden, die Severus brauchte, um sich zu sammeln und schließlich wieder leicht zu bewegen, mehr wiegend als stoßend zunächst. Ausloten, wie gut es Harry gefiel. Es brauchte kein wildes Stoßen, schon diese kleinen Bewegungen brachten seinen jungen Partner um den Verstand und so wie er aufstöhnte und sich um Severus zusammenzog, musste dieser durch zusammengebissene Zähne stöhnen, weil er schon durch die Enge gefährlich auf der Lippe stand. Unweigerlich stieß er daher sachte zu, im Punkt der tiefsten Verbindung bebend für einen Augenblick ausharrend. Das hier würde nicht lange gehen. Niemals.

»Sev!«, keuchte Harry, dieses Mal jedoch nicht von Ungeduld, sondern von Lust gezeichnet. Das Verlangen erfüllte Severus und ohne großes Zögern zog er sich wieder etwas zurück, um nicht mehr nur langsam zu wiegen, sondern wirklich stoßend ihre Körper anzutreiben. Er nahm außer Harrys Stöhnen und der Lust in sich auch nichts mehr wahr. Minerva könnte im Raum stehen – er würde es nicht realisieren.

Harry kam und mit ihm auch Severus. So eng, wie sich der junge Mann um ihn klammerte, ihn massierte mit seinem eigenen Höhepunkt, konnte er nicht anders als ihm bereitwillig folgend. Er ergoss sich, löschte in Harry das brennende Feuer der Lust und erlaubte ihnen durch sanft ausklingende Bewegungen, diesen Moment gänzlich auszukosten.

Wie erschöpft sich seine Arme plötzlich anfühlen mochten, war krass. Er sank halb auf Harry, sich nur noch bedingt abstützend… und rang um Atem. Das war zwar körperlich nicht unbedingt eine Höchstleistung gewesen, aber gefühlt atmete er genauso wie nach einem heftigen Duell.

Gerade, als er anfing, Harry sanft über die Wange zu streicheln, erwachte sein dunkles Mal zum Leben und sendete das mahnende Kribbeln durch seinen Leib. »Bei Merlin«, fluchte Severus finster.

»Mh?«, machte Harry, noch richtig schön benommen klingend.

»Das dunkle Mal… er ruft die Todesser«, flüsterte Severus. Schlechtes Timing, wirklich. Das sah auch Harry so, denn er seufzte und küsste Severus nur flüchtig.

»Willst du dich fix waschen?«, wollte er wissen.

»Ja. Beauftrage Cimny«, bat er Harry und erhob sich aus dem Bett, ins Badezimmer eilend, um sich ordentlich zu waschen und einzukleiden, soweit möglich, damit er in aller Ruhe von Harry bewusstlos gemacht dumm herumliegen konnte. Hemd und Hose… ging leider erst drüben, sodass er im fliegenden Wechsel mit Harry die Räume tauschte, während der Ruf seines Herren immer drängender wurde und schließlich begann, ihm allmählich wehzutun .

»Kann ich irgendetwas machen, damit mein Zauber dir nicht noch zusätzlich so zusetzt?«, fragte Harry leise.

»Mir fällt auf die Schnelle nichts ein. Vielleicht entwickle ich dafür eines Tages einen Trank«, murmelte der Tränkemeister finster. »Denk dran: Nachdenken und erst reagieren, wenn ich wieder wach bin«, bat er Harry.

»Sofern er das Haus nicht abfackelt… Im Haus sind sechs Gryffindors. Was soll da schon schief gehen?«, erwiderte Harry, ihn ganz sanft küssend. Missmutig nahm er auf dem Bett Platz, seinen Zauberstab beiseitelegend, damit er nicht nach diesem griff, wenn Harry ihn ausknockte. Ein kurzes Zögern folgte von Harrys Seite und wer könnte es ihm verdenken… schließlich traf ihn der Schockzauber aber doch und sorgte dafür, dass er ins schmerzfreie Land der Dunkelheit sackte.



Lucius Malfoy trieb seinen Sohn förmlich vor sich her. Nicht, weil er ihn vor sich stellen wollte, sondern weil sie gemeinsam hergekommen waren und Draco definitiv mit jedem einzelnen Treffen der Todesser zurückhaltender wurde. Wer konnte es ihm verdenken? Es wurden Dinge gefordert, die seinem doch eher zarten Gemüt ziemlich zusetzten.

»Warum muss ich mir das antun?«, fragte Draco seinen Vater missmutig. Er zuckte heftig zusammen, als Lucius ihm die Hand auf die Schulter legte.

»Weil der dunkle Lord es wünscht, Draco. Reiß dich bitte zusammen! Für deine Mutter!«, verlangte das Familienoberhaupt der Malfoys dunkel. »Und jetzt konzentriere dich auf das, was vor dir liegt und biete keine weitere Angriffsfläche.«

Der Blondschopf brummte verärgert, betrat aber mit seinem Vater gemeinsam den Versammlungsraum in Hogwarts.

Es war ein dermaßen absurder Anblick, all die Todesser und der dunkle Lord selbst, versammelt in der Schule, die doch nun eigentlich sicherer sein sollte, abgesehen von den Todessern, die hier eben ohnehin eingesetzt wurden.

»Lucius«, raunte der dunkle Lord mit seiner typischen, heiseren Stimme. »Du kommst spät. Haben dich deine Schulleiterpflichten aufgehalten?« Dieser Tage war der dunkle Lord noch gefährlicher. Ein Husten konnte einen bereits das Leben kosten. Es hatte bereits Leben gekostet. Das war Lucius bewusst und noch bewusster war ihm, dass der Tod seiner verhassten Schwägerin ihm anzulasten war.

»Verzeiht mein spätes Erscheinen. Es gab noch eine Schülerbestrafung, die ich nicht vorher habe unterbrechen können«, katzbuckelte Lucius, sich tief verbeugend, ehe er mit Draco Platznahm, der kreidebleich war und irgendein Astloch im Holz des Tisches anstarrte.

»Gut, dass du dich der Erziehung des Nachwuchses annimmst, Lucius. Es wird Zeit.« Nicht, dass der sogenannte Nachwuchs dem dunklen Lord je folgsam und indoktriniert genug sein würde. »Lucius hier ist es zu verdanken, dass wir nicht gänzlich wie Narren dastehen, nach dem erneuten Debakel im Ministerium«, raunte der Lord nun grimmig, wobei sein Blick einige heftig zugerichtete Todesser traf, die sich wohl auch nicht sicher waren, ob sie froh sein sollten, überlebt zu haben. »Aberforth Dumbledore hinzurichten, wird unsere Macht ausreichend demonstrieren. Lucius obliegt die Organisation, die Hinrichtung wird noch heute stattfinden, hier in Hogwarts«, eröffnete der dem Raum, durch den nun ein Raunen ging.

Lucius' Miene blieb völlig ausdruckslos und nur das Anstoßen seines Sohnes mit seinem eleganten Gehstock sorgte dafür, dass dieser nicht noch blasser oder gar schwitzig wurde. »Wie Ihr wünscht, mein Lord«, sagte Lucius. »Es wird zu Eurer Zufriedenheit sein.« Denn davon hing einfach alles ab.

»Davon gehe ich aus. Ich will, dass du die Schüler zusehen lässt. Während der Mittagspause sollte eine gute Gelegenheit sein«, erklärte er kalt und erneut ging ein ehrfürchtiges Raunen durch den Raum. Dieses Mal würde es schnell gehen und natürlich würden alle Schüler ihren Eltern davon erzählen. Verängstigte Kinder halfen immer.

»Sehr wohl«, sagte Lucius. Es würde… Zeichen setzen. Es musste einfach funktionieren.



Wie unwohl konnte man sich bitte fühlen? Draco stand unweit seines Vaters und blickte stumm über die drei Todesser, die sein Vater zur Bewachung auserkoren hatte und sah zu, wie mehr und mehr Schüler mit ausdruckslosen, gehässigen oder furchtsamen Gesichtern hinaustraten auf den Uhrenplatz. Hier war bereits Harry Potter gestorben. Hier hatten sie McGonagall besiegt. Hier hatte seine Hoffnung, alles könne sich zum Guten wenden, endgültig begraben. Und nun stand er selbst hier, sah in die Gesichter all dieser Kinder, die genauso viel Angst hatten, wie er es tat. Wie sie ihn ansahen, teils bedauernd, teils zufrieden. Fühlte es sich so an? Hatte sich Potter so gefühlt? War es diese Art, so angeguckt zu werden, die einen den Blick senken und einen stumm hoffen ließ, man möge nur einen Augenblick für sich selbst haben?

Mehr und mehr füllte sich jener Platz, an dem der dunkle Lord und Potter gegeneinander gekämpft und in dem der Schüler letztlich besiegt worden war. In Reih und Glied, ohne Unregelmäßigkeit und mit dem Grauen einer Fehlbarkeit in den Gesichtern, standen die Schüler vor seinem Vater, vor ihm. Wie viele Hände von der furchtbaren Blutfeder entstellt waren! Wie viele Kinder hatten zugeschwollene Augen durch einen Zauber ihres Lehrers, wie viele vom Weinen?

Draco wusste es nicht, er war einfach nur dankbar, wenn in wenigen Tagen sein Schuljahr ein Ende fand und er so weit von den Todessern sein konnte, wie möglich. Hatte er eine Wahl, was er mit seinem Leben danach anfing oder würde der dunkle Lord ihn immer als Druckmittel nutzen? Oder seine Mutter? Ihm war übel bei dem Gedanken daran, dass seine Mutter wieder einmal im Zentrum aller Bemühungen stand – folgten er und sein Vater nicht, würde man sie nicht nur einfach töten. Man würde sie zu Tode foltern. Wenn überhaupt bis zum Tode.

Er schluckte, die Angst in seiner Brust war so gegenwärtig und hart, dass er kaum in der Lage war, den Blick abzuwenden von all den Menschen dort unten. Als sich sein Vater mit erhobenem Zauberstab zu ihm umwendete, wusste er, dass die Zeit verstrichen war. Es hatte nicht funktioniert, nicht? Der ganze Plan... war vielleicht von vorneherein so angedacht gewesen, dass er sterben würde, nicht?

»Es tut mir leid«, formte sein Vater wortlos mit den Lippen, den Zauberstab sehr eindeutig auf ihn gerichtet. »Es wird Zeit, dass du stirbst, Blutsverräter«, schnarrte Lucius sehr deutlich hörbar. Draco blieb nichts anderes übrig als ergeben die Augen zu schließen.

Nicht Aberforth würde heute sterben.


*~ Ich habe das Gefühl, mit dieser FF nicht wirklich viele Leser zu begeistern. Ich wüsste gern, was an der FF so abschreckend oder wenig reizvoll ist und/oder was es ist, wonach ihr euch verzehrt? ~*
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