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Please don't go

von wickwack
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAllgemein / P18 / FemSlash
Beca Mitchell Chloe Beale
27.01.2022
06.06.2022
7
17.824
7
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Dieses Kapitel
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27.01.2022 4.692
 
"Beca! Beca warte…." lief ich ihr hinterher. Aubrey hatte sie eben gerade aus der Gruppe geworfen. Oder war Beca von sich aus abgehauen? Es war egal denn nur eine Sache zählte. Dass sie nicht ging. "Beca Mitchell, bleib bitte stehen!" lief ich ihr immer noch nach und hatte jetzt offensichtlich Erfolg. "Was Chloe? Was willst du jetzt noch von mir? Ich bin raus. Blondie hat mich nie gewollt. Ich hab das hier nie gewollt. Wieso also sollte ich stehen bleiben?" "Bedeuten wir dir denn gar nichts? Amy, Jessica und Ashley.. Stacie... ich…" "stand gerade irgendwer von euch hinter mir? Alle haben sie die Klappe gehalten, sich schön versteckt, sogar Amy. Das stell ich mir nicht unter Freundschaft vor. Lag ich so falsch mit meiner Idee? Chloe, die Jury ist fast eingepennt bei unserer Performance, die Footnotes haben sich über uns lustig gemacht und ich bin jetzt die Dumme? Nur weil ich versucht habe…" "aber hättest du nicht erst mit uns sprechen…" "mit wem denn? Mit dir? Du bist doch auch nur Aubreys treuer Hund auf der Bühne. Sprichst ihr alles nach, machst was sie sagt. " "Das stimmt doch gar nicht." "Aubrey nimmt dich nicht ernst Chloe! Du bist nur ihr hübscher Sidekick ohne eigene Meinung! Dabei bist du hier die beste Singstimme der Gruppe. Sie braucht dich mehr als du sie und du erkennst das nicht. Lässt dich von ihr rumschubsen, diktieren...ist sie je einer deiner Ideen  gefolgt? Jemals?" "Natürlich ist sie das! Sonst wärst du doch gar nicht bei den Bellas gelandet. Ohne mich wärst du nicht hier." "Ach was...das war doch nur ein Knochen, um dich bei Laune zu halten. Sie wollte mich nicht und hat jetzt den perfekten Grund gefunden, mich wieder loszuwerden. Nur weil ich was für die Bellas getan habe aber das hat ja niemand da drin verstanden und sie wird das in hundert Jahren nicht begreifen. Also vergiss es. Die Bellas brauchen mich nicht, das hab ich jetzt begriffen. Ich bin raus" "Beca…" "nein! Lass mich in Ruhe." "Nein, das werde ich nicht. Beca, du bist meine Freundin. Ich lass dich nicht in Ruhe. Jetzt erst recht nicht. Wir brauchen dich. Ich brauche dich." "Verstehst du nicht Chloe? Ich will nicht mehr. Ich habe keine Lust mehr mich mit Aubrey auseinanderzusetzen, immer wieder den selben Scheiß zu singen. I saw the sign, eternal Flame...es hängt mir zum Hals raus! Ich hab kein Bock mehr auf den Scheiß." "Ich versteh dich ja und ich hab ja versucht…" "versucht? Du hast einmal kurz gesagt dass ich eventuell, ganz vielleicht Recht habe. Das war kein Versuch Chloe. Das war erbärmlich." "Erbärmlich? Beca, ich versuche hier zu dir zu halten und du nennst mich erbärmlich?" "Nein, Chloe...ich…es tut mir leid." "Das sollte es auch. Ja, Aubrey hat große Macht in dieser Gruppe, auch was mich angeht. Aber auch das hat einen Grund, den ich dir eines Tages verrate." Sofort wurde Beca ruhiger. Der letzte Satz hatte sie ins Grübeln gebracht. "Aubrey ist ein unglaublich wichtiger Mensch in meinem Leben und ja, vielleicht bin ich ihr zu unterwürfig. Aber ich bitte dich...verlass uns nicht. Verlass mich nicht." "Ich…" "Beca, ich brauche dich, mehr als du weißt. Bitte, bleib." "Ich brauche ne Auszeit Chloe. Wenn ich Aubrey jetzt nochmal begegne...das schaff ich nicht. Ich muss hier weg." "Dann lass mich mit dir kommen." "Du willst mit mir zusammen weg?" "Jemand muss doch darauf aufpassen, dass du nicht komplett verschwindest." "Chloe…" "Beca, ich möchte bei dir bleiben." Beca suchte nach den richtigen Worten, wollte irgendwas erwidern, als eine andere Stimme uns rausriss. "Kommst du Chloe? Wir wollen los!" erklang Aubrey und Beca sah mich mit einem Gesichtsausdruck an, der so vieles beinhaltete. Von siehst du, ich bin ihr egal bis wehr dich endlich gegen sie. "Chloe, jetzt mach!" ertönte sie erneut in ihrem typischen Befehlston. "Oder willst du da Wurzeln schlagen?" Sie widmete Beca keine Sekunde ihrer Aufmerksamkeit. Ich wusste, dass von diesem Moment einiges abhing. Sowohl was Beca und mich betraf als auch mich und Aubrey. Ich spürte wie sich meine beste Freundin näherte, mich am Arm packte, als ich mich versteifte. Alles wehrte sich gegen Aubrey, ein Gefühl dass ich noch nie gehabt hatte und dann war für mich alles klar. Aubrey brauchte mich jetzt gerade nicht. Beca dafür umso mehr. Ich musste und wollte bei ihr bleiben. "Nein Bree, ich bleibe hier. Bei Beca." "Bitte was?" Mit jeder Sekunde wurde ich entschlossener, stärker. "Ich bleibe. Bei Beca." wiederholte ich meine Worte mit mehr Druck. "Das ist nicht dein Ernst. Du bist auf ihrer Seite? Chloe, sie hat uns gerade blamiert, vor allen." "Vergiss doch mal den scheiß Auftritt Bree! Das ist doch gerade überhaupt nicht wichtig!" "Das ist nicht wichtig? Chloe, was ist los mit dir? Die Bellas sind das wichtigste was es gibt." "Sind sie nicht." entfuhr es mir und ich war erschrocken über mich selbst aber ich hatte das ausgesprochen, was ich wirklich dachte. "Hat sie dir wirklich so sehr den Kopf gewaschen? Ich erkenne dich nicht wieder Chloe." "Aubrey...lass mich einfach okay? Lass mich heute einfach mal in Frieden. Ich bleibe bei... Beca! Beca warte!" war sie schon weitergelaufen, weg von mir und Aubrey. Ich spürte, wie auch Aubrey mir hinterher wollte aber dann auf einmal stoppte. Irritiert schaute ich mich um und sah, wie Stacie ihre Hand auf Aubreys Schulter gelegt hatte und erkannte von weitem ein geflüstertes "Lass sie, das bringt jetzt nichts." aber dafür hatte ich jetzt keinen Kopf. Aubrey, die Bellas...sie waren in diesem Moment egal. "Becs, bitte!" hatte ich nur ein Ziel vor Augen und damit offenbar erneut Erfolg. Sie blieb stehen. "Wieso rennst du immer weg Becs?" "Ich ertrag sie nicht mehr. Ihre Stimme, ihr Wesen...wie sie dich beeinflussen möchte…" "kein Lob, dass ich mich eben gewehrt habe?" "Doch aber ich will auch keinen Keil zwischen euch beide…. du hast eben gesagt, dass euch viel verbindet und wir..wir kennen uns gerade mal ein halbes Jahr." "Was mir schon viel länger vorkommt." "Trotzdem. Chloe, ich brauche eine Auszeit. Ich bin niemand, der in einer Gruppe gut ist, ich bin ein Einzelkämpfer, schon immer gewesen. Ja, die Mädels sind toll. Alle...naja, fast alle. Aber ich kann das gerade nicht mehr. Ich brauche Ruhe. Ich brauche...Abstand." "das verstehe ich aber ich lass dich nicht allein Becs. Niemals." "Und jetzt? Was passiert jetzt?" "Ich weiß nicht, wo willst du eigentlich jetzt hin?" Beca schaute sich um, wirkte planlos. "Du weißt es nicht oder?" "Nein...ich wollte einfach nur weg. "Hab ich mir gedacht. Na komm...ich hab ne Idee." hakte ich mich bei ihr unter. "Wohin bringst du mich?" "Die Straße runter ist ein Hotel, da...war ich mal mit Tom, letztes Jahr." "Aha…" "ja, du kannst es dir denken. Aber das ist jetzt unwichtig. Wir holen uns da ein Zimmer und bleiben die Nacht hier okay? Und morgen fahren wir dann gemeinsam zurück zur Barden." "Teil eins geht klar aber…" "dann bringe ich dich eben zu deinem Dad, ist ja fast das gleiche. Aber jetzt...komm mit." Noch etwas widerwillig folgte Beca mir die Straße runter. Den ganzen Weg redete sie nicht und ich wollte ihr auch die Ruhe gönnen. Mir war bewusst, wenn Beca reden wollte, dann würde sie es tun und dann standen wir eine kleine Ewigkeit später vor besagtem Hotel, die Schuhe in unseren Händen denn auf die Entfernung waren die Stöckelschuhe doch überaus unbequem gewesen. "Da wären wir. Gehen wir rein?" schaute ich Beca an und streckte ihr meine Hand aus. "Hab ich ne Wahl?" "Ja, die hast du jederzeit. Bis auf eine Sache, dass ich an deiner Seite bin." "Dann lass uns reingehen. Ich bin echt erschöpft." ergriff sie sie und das Gefühl, das gerade durch mich ging war unglaublich. Es war wie elektrisierend. "Ist was Chloe? Willst du doch nicht?" schaute sie mich an. Hatte sie es nicht gespürt? "Was? Doch...na klar. Komm." setzte ich mich in Bewegung und wir betraten die Lobby. "Du wartest hier und ich kümmere mich um das Zimmer?" schaute ich sie an und Beca nickte. "Fein. Aber wehe du läufst weg. Ich finde dich überall." "Das hab ich mittlerweile auch erkannt." nahm sie in einem Sessel Platz. "Gut. Dann bis gleich." ging ich zur Rezeption und bat freundlich um ein Zimmer. Gott sei Dank hatten sie noch eins frei. "Ich bräuchte dann mal ihren Ausweis." sprach der junge Mann hinter der Theke und reflexartig griff ich an meine Hüfte, als mir bewusst wurde, was wir vergessen hatten. Ich hatte nichts dabei. "Mist...ich hab kein Portemonnaie... können wir das nicht anders regeln? Wir waren hier auf einem Acapella-Wettbewerb und dann gab es Streit und wir sind…interessiert sie wahrscheinlich nicht, ich weiß. Ich war hier schon mal Gast, Chloe Beale. Wenn sie das vielleicht nachgucken und wir das anders regeln?" Er schaute mich prüfend an und gab irgendwas in den Computer ein. "Mrs. Beale..ja, da hab ich sie. Ich muss das einmal kurz mit meinem Manager absprechen okay?" "Danke…" er verschwand mit einem Nicken und ich schaute mich kurz zu Beca um, die noch brav da war und irgendwie abwesend durch die Gegend schaute. Der Mann kam dann irgendwann mit seinem Chef zurück, der mich wohlwollend anlächelte. "Mrs. Beale...mein Kollege hat mir gerade gesagt, sie hätten keine Papiere dabei?" "Ja...das ist richtig…" Erklärte ich ihm jetzt die Umstände, die ihn wahrscheinlich auch nicht interessierten aber ich scherte mich da jetzt nicht drum. "Verstehe. Ja, wir machen mal für sie und ihre Freundin eine Ausnahme. Wir haben ja ihre Daten schon im System." "Danke...sie retten uns den Abend." "Kein Problem. Machst du dann allein weiter?" Der junge Herr nickte und wenig später hielt ich die Zimmerkarten in den Händen und auch Beca war noch an Ort und Stelle. "Lass uns hochgehen Becs." holte ich sie wieder aus dem Stuhl und bewegten uns in Richtung Fahrstuhl. "Aber Chloe…" "ja Beca?" "Wir haben gar kein Gepäck dabei." Wie angewurzelt blieb ich stehen und schaute an uns runter. Dass ich kein Portemonnaie hatte, war mir schon
aufgefallen aber keine Anziehsachen..."Du hast Recht. Unsere Koffer sind auf dem Weg zur Barden." "Ist ja super... klappt ja alles großartig." "Hey...wir machen das beste draus. Dann schlafen wir eben in Unterwäsche." "Muss wohl…ich will einfach nur noch ins Bett." ging sie weiter und ich schloss wieder zu ihr auf. "Ich weiß, das ist nicht so geplant." "Ist schon Okay Chloe. Der ganze Abend war ne Katastrophe, wieso sollte die Nacht anders werden?" ging sie in den Fahrstuhl. "Kommst du?" forderte sie mich auf und nickend folgte ich ihr. Welcher Stock?" "Der vierte." Beca nickte und drückte den Knopf. Die Türen gingen zu und zum ersten Mal hatten wir sowas wie richtige Ruhe. Nur wir beide. "Chloe…" Begann sie und ich schaute sie an. "Danke. Danke, dass du bei mir bist." "Sehr gerne Becs. Jederzeit, du bist mir ungeheuer wichtig." Sie nickte und tat etwas, dass sie so noch nie getan hatte. Sie umarmte mich. Sie drückte mich an sich und ich spürte, wie sie sich fallen ließ. Zärtlich streichelte ich über ihren Rücken, gab ihr hoffentlich den Rückhalt, den ich ihr nach unserem Auftritt nicht geben konnte. Die restliche Fahrt lag sie in meinen Armen, atmete tief durch und ich hielt sie einfach fest, hielt sie in meinen Armen und mit jedem Moment wurde mir klarer, dass Beca nicht nur eine Freundin war aber jetzt gerade verfluchte ich mich für diese Gedanken. Die waren jetzt so fehl am Platz. Beca brauchte mich als Freundin, nicht noch mehr Probleme. Das Bing des Fahrstuhls holte uns aus dem tranceartigen Zustand und wir wandelten über den Flur bis zu unserem Zimmer, Hand in Hand. Mir wurde gerade bewusst, dass wir gemeinsam in einem Bett schlafen würden und da wir keine Sachen dabei hatten… "Beca…" "ja Chloe?" "Ich denke, es ist vielleicht doch keine gute Idee, wenn wir…" "was? Nein! Du darfst mich jetzt nicht im Stich lassen. Ich brauche dich jetzt." "Becs, ich…." "Nein! Du lässt mich nicht allein. Schon vergessen?" Ich schüttelte den Kopf. "Gut. Falls du dir Sorgen ums schlafen machst...es ist auch für mich das erste Mal mit einer anderen Frau." Ich wusste, es war ein Scherz und irgendwie lockerte er die Stimmung auch ziemlich auf. "Also. Karte?" hielt sie mir die Hand hin und lächelnd legte ich sie ihr in die Hand. Beca öffnete das Zimmer und schon traten wir beide ein. Es war nichts großes aber für uns beide reichte es vollkommen aus. Außerdem war es ja auch nur für eine Nacht. "Sollte reichen oder?" sprach sie meinen Gedanken aus. "Ja, würde ich auch sagen. Du Becs... ich geh nochmal runter und besorg für uns Zahnbürsten und so okay?" Sie blickte zu mir und nickte. "Aber nicht anders überlegen. Ich brauche dich heute Nacht Chloe. Du hast mich hierher geschleift, da kannst du jetzt keinen Rückzieher machen." "Keine Sorge. Ich bin gleich wieder bei dir." Beca nickte und nach einer tiefen Umarmung machte ich mich auf den Weg. Der Gedanke, gleich fast nackt mit ihr in einem Bett zu liegen, er beschäftigte mich unheimlich und das war sowas von nicht angebracht. Ich wusste, dass ich diese Neigung hatte, dass ich auch auf Frauen stand aber weder wusste Beca das von mir noch war es jetzt etwas, dass ich ihr in ihrer jetzigen Situation erzählen wollte.

"Hey, ich schon wieder…" trat ich an die Rezeption. "Wie kann ich helfen Mrs Beale?" Wow, er wusste meinen Namen sogar noch. "Wissen sie, wir haben keine Sachen dabei...die sind in unserem bus auf dem Weg nach Hause. Hätten sie vielleicht Zahnbürsten und so für uns?" Mit einem Schmunzeln nickte er und verschwand kurz bevor er mit besagten Utensilien wiederkam. "Ich danke ihnen, sie sind ein Schatz." "Kein Problem. Schönen Abend noch." Ich verabschiedete mich für heute hoffentlich das letzte Mal und machte mich schnurstracks wieder auf dem Weg ins Zimmer. Bloß nicht nachdenken, bloß nicht an das eine denken und ehe ich mich versah, war ich schon vor der Zimmertür. Ich hielt meine Karte gegen den Scanner, lauschte dem biep und öffnete die Tür. "Bin wieder da!" Machte ich auf mich aufmerksam, als es mir den Atem förmlich verschlug und ich mir dafür selbst eine verpassen wollte. Beca stand bereits nur noch im BH und Slip im Zimmer und lächelte mich jetzt an. "Entschuldige, ich wollte dich nicht so anstarren." rüttelte ich mich zurecht und ging ins Bad, wo sie mir folgte. "Kein Problem Chloe. Du kennst mich doch schon nackt." "Trotzdem...es war unangebracht. Ich weiß ja, dass du das nicht magst." "Bei wildfremden nicht. Aber wir kennen uns doch schon ne Weile. Alles gut Chloe." zuckte sie mit den Schultern und nahm mir dankend die Zahnbürste und Zahnpasta ab und wenig später standen wir gemeinsam im Bad und erledigten das, wozu wir jetzt noch in der Lage waren, auch ohne Koffer. "Ich... würde gleich noch duschen gehen, wenn das in Ordnung ist." hauchte Beca aus. "Aber natürlich, ich gehe dann nach dir. Oder...soll ich mit reinkommen?" "Sehr witzig Chloe." "Ich wollte nur die Situation auflockern." Sie nickte, beendete das Zähneputzen und legte alles für sich bereit bevor sie auch das letzte Stück Stoff abstreifte und meinen Mund immer trockener werden ließ. "Du wolltest doch nicht starren." Kam es süffisant von ihr. "Was?" "Chloe...wenn es darum geht, dass du auf Frauen stehst...das weiß ich." "Das weißt du? Woher?" "So wie du mich unter der Dusche damals abgecheckt hast? Mir auf der Bühne in den Ausschnitt geschaut hast? Das war eindeutig. Ich kann dich beruhigen. Ich habe da überhaupt kein Problem mit. Mir ist bewusst, dass wir gleich wahrscheinlich komplett nackt miteinander im Bett liegen. Aber mach dir darum bitte keinen Kopf okay? Es ist eine besondere Situation und das erfordert eben besondere Maßnahmen." Ich nickte und spürte wie eine ganze Wagenladung an Steinen von mir fiel. Trotzdem schaute ich jetzt nochmal genauer auf Becas Körper und die Wärme, die in mir aufstieg begrüßte ich gerade überhaupt nicht. Das war einfach nicht der Abend für solche Dinge.

Beca verschwand in der Dusche und ich kümmerte mich noch bisschen um mich selbst, als es an der Tür klopfte. Wer war das denn jetzt? "Ja bitte?" öffnete ich und sah einen Mann mit 2 Koffern davor stehen. "Mrs. Beale, die Koffer wurden von einer Mrs. Posen für sie abgegeben." Ich blickte runter und sah unsere beiden dort stehen und konnte es kaum glauben. Ach Bree… "danke ihnen. Schönen Abend noch." nahm ich sie, drückte ihm geistesgegenwärtig noch einen 5er in die Hand und entspannte mich sofort. Meine Befürchtung...sie wurde nicht wahr. "Wer war denn das?" kam Beca in ein Handtuch gehüllt ins Zimmer und trocknete weiter ihre Haare ab. "Jemand vom Hotel. Unsere Koffer wurden für uns abgegeben." "Okay…und wer?" "Aubrey. Sie hat sich wohl erinnert wo ich damals abgestiegen bin und wollte uns jetzt helfen." Beca schaute mich kurz an und schnaubte einmal. "Ganz sicher nicht. Als ob Aubrey mir meinen Koffer hinterherbringen würde. Da steckt bestimmt Stacie dahinter." "Stacie? Wieso sie? Was meinst du?" "Hast du das nicht gewusst? Sie und Aubrey... ficken miteinander." "Du verarschst mich. Ich wüsste doch wohl, wenn meine beste…" Beca breitete beide Hände aus, nach dem Motto siehst du, sie hat auch Geheimnisse vor dir. "Seit wann das denn und woher weißt du das?" "Seit dem Riff Off, hat mir Stacie jedenfalls verraten. Du kennst sie ja, sowas kann sie nicht für sich behalten." Es verletzte mich schon, dass Aubrey es mir nicht erzählt hatte. "Wolltest du nicht duschen gehen?" holte Beca mich aber aus den Gedanken bevor ich mich weiter damit beschäftigen konnte. "Ach ja richtig." verschwand ich im Bad und versuchte einfach den Kopf freizubekommen. Immerhin hatten wir jetzt unsere Koffer hier und mussten nicht... obwohl, da war überhaupt nichts zum schlafen drin. Der Plan war ja gleich zurück zu fahren, von einer Übernachtung war nie die Rede gewesen. Da war nur unsere Alltagskleidung plus Schminke drin und bei mir nichts, was sich irgendwie zum schlafen eignete. Noch nicht mal ein Top oder Shirt. Fuck…die Hoffnung also gleich wieder dahin. Ich wollte Beca nicht zu nahe kommen, egal was ich für sie gerade für sie empfinde. Beca hatte zwar gesagt, es würde ihr nichts ausmachen aber ich wusste gerade echt nicht, ob ich das konnte aber welche Wahl hatte ich? Augen zu und durch. Hoffentlich bemerkt Beca nicht, dass in mir was anderes für sie ansteigt. Denn heute wollte ich nur als Freundin für sie da sein, da hatten Gefühle nichts verloren.

Die Dusche beendet stand ich jetzt im Bad, trocknete mich ab und hörte aus dem Zimmer den Fernseher laufen. Beca beschäftigte sich also irgendwie bis ich bei ihr sein würde und versuchte sich abzulenken. Ich wollte mir jetzt auch nicht stundenlang den Kopf darüber zerbrechen wie das ganze jetzt weitergehen wird, also beeilte ich mich ein wenig und hoffte jetzt, doch noch irgendwie was sinnvolles im Koffer zu finden. Irgendwas, womit ich meinen Körper bedecken konnte, damit wir nicht ganz nackt nebeneinander liegen mussten. Das Shirt vom Auftritt konnte ich nicht nehmen, das war durchgeschwitzt. "Hey…" Lächelte ich Beca an, die die Decke bis über ihre Brüste hochgezogen im Bett lag und in die Glotze schaute. "Hey...du Chloe…" "ja Süße?" "Koffer hin oder her aber ich hab trotzdem nichts anzuziehen." bestätigte sie meine Befürchtung. "Meine Bluse und Jeans ist dann doch zu unbequem." "Ich glaube...ich auch nicht. Weißt ja, was ich anhatte. Aber hast du irgendwas…" "nur einen Slip." zuckte sie mit den Schultern. In mir begann es schon wieder zu Brodeln beim Gedanken an die Folgen. Beca lag quasi nackt in diesem Bett und ich sollte dem gleich auch so folgen. "Gute Idee, sowas sollte ich immerhin auch noch haben." öffnete ich meinen und hatte wenig später gefunden, wonach ich gesucht hatte. Ansonsten herrschte allerdings Ebbe. Ich entdeckte mein Portemonnaie und Handy, das hatte mir Aubrey Gott sei Dank auch noch reingelegt. Ich zog ihn mir an und dann krabbelte ich vorsichtig ins Bett. Ich wollte Beca bloß nicht zu nahe kommen aber sie torpedierte mein Vorhaben sofort, denn Beca hatte jetzt offenbar das Bedürfnis nach meiner Nähe. Sie rutschte an mich heran, schlang ihre Arme um mich und Kuschelte sich richtig an mich. Es war unglaublich schön auch wenn gerade...ach ich weiß auch nicht. Ich wollte für Beca da sein und keinen sexuellen Fantasien nachgehen, die gerade stärker waren als jemals zuvor. Ihre nackte Haut an mir zu spüren...es brachte mich gerade sehr in Wallung. Ich fühlte, wie sich ihre Brüste gegen meine Seite drückten, die weiche Haut nachgab und ich tat alles mir mögliche um meine Erregung zu bändigen.

"Becs...ich...warte kurz." wollte ich mich wenigstens noch vernünftig hinlegen, bevor mich meine Gefühle umbringen würden. Artig wartete meine Süße auch auf mein Signal und lag jetzt fest an meiner Seite, ihren Arm um mich geschlagen, ihr Kopf auf meinem Brustbereich. "Danke chloe. Danke für deine Gesellschaft." hauchte sie aus und machte mich sehr glücklich. Es war richtig gewesen, bei ihr zu bleiben, für sie da zu sein. Ihr zu zeigen, wie wichtig sie mir war obwohl sie das genaue Ausmaß nicht wusste. Aber wusste ich es selbst überhaupt schon? Das was sich in mir für Beca regte, ließ mich gerade sehr daran zweifeln aber dafür war jetzt gerade überhaupt kein Platz. "Immer gerne Becs. Hauptsache du gehst nicht, verlässt uns nicht. Du musst eine Bella bleiben." "Chloe, ich will aber nicht mehr." "Nein Becs, bitte. Die Bellas brauchen dich." "Ich will nicht mehr mit Aubrey zusammenarbeiten." "Aber du bist die Zukunft der Bellas Beca. Aubrey ist nächstes Jahr nicht mehr dabei. Du könntest es sein, wenn du jetzt nicht hinschmeißst. du könntest dein eigenes Ding machen, die Bellas leiten. Du würdest das hinbekommen, besser als jede andere in unserer Gruppe." Sie atmete tief und etwas genervt durch. "Denkst du ja?" "Natürlich. Du hast alles, was du dafür brauchst. Weißt du wieso ihr beide euch so streitet? Weil ihr euch sehr ähnlich seid." "Das nimmst du zurück. Ich habe null Ähnlichkeit mit dieser…" "ich meinte, ihr seid beides Anführer Becs. Ihr habt beide euren eigenen Kopf. Weißt du...ich verstehe Aubrey." "Wie bitte? Ich geh gleich Chloe." "Auf keinen Fall. Lass mich bitte ausreden. Das war heute ihre letzte Chance auf ein Finale, um ihre Schmach wieder gutzumachen. Sie wollte es unbedingt schaffen und wenn dann etwas nicht so läuft wie von ihr geplant...du weißt nicht wie fertig sie letztes Jahr war, nach ihrem Kotzanfall." Die Erinnerung daran schien bei ihr jetzt zu fruchten. "Ja...war bestimmt schwer." "Das war es. Deswegen wollte sie dieses Jahr, wo sie die Leitung hat, alles unter ihrer Kontrolle haben und dann bist du heute ausgeschert. Ich weiß wieso und du hast damit auch Recht. Es war nicht gut, was wir angeboten haben und immer das gleiche singen kann sowieso nicht gut sein. Aber ich bitte dich, redet in Ruhe miteinander und ihr werdet euch vertragen. Denn ich brauche Aubrey und vorallem brauche ich dich." Sehr fragend schaute sie mich an. "Du machst doch auch deinen Abschluss." "Nein...mache ich nicht und wenn Bree das erfährt…" "wie? Du bleibst?" "Ja, ich bin in russischer Literatur so krachend und nicht ganz unabsichtlich durchgefallen, dass ich die Abschlussprüfung nicht schreiben kann. Ich weiß eh nicht, was ich mit meinem Leben anfangen soll und die Bellas sind meine Familie. Also bleibe ich. Aber ich brauche dich an meiner Seite. Alleine schaffe ich es nicht. Du hast unglaubliche Ideen. Ich finde es wirklich wahnsinn, was du mit uns vorhattest auch wenn ich vorhin nicht wirklich hinter dir gestanden habe. Das tut mir unglaublich leid." "Ist schon okay Chloe. Du standest eben zwischen uns." "Danke. Ich möchte das mit dir machen Becs. Lass uns gemeinsam die Bellas leiten." Beca nickte und atmete erneut durch. "Na gut, ich versuche mit ihr zu reden aber ich brauche wirklich erstmal Abstand." "Das verstehe ich. Und wie lange?" "Keine Ahnung...Woche? Vielleicht 2? Wir sind ja eh raus also ist das ja egal, wann ich mit ihr spreche. Vielleicht beruhigt sie sich bis dahin auch." "Vielleicht. Aber du brauchst keinen Abstand von mir oder?" "Sieht das hier für dich nach Abstand aus?" ließ sie mich lachen und den Kopf schütteln. "Na also." ließ sie ihre Hand über mich gleiten und berührte meinen Busen. Wie ein Stromschlag ging es durch mich hindurch. "Becs...ich…" "entschuldige. Ich hab nicht nachgedacht." "Nein, alles gut. Es war nur unerwartet. Aber sehr schön." "Du bist wirklich wunderschön Chloe." "Danke, du auch." küsste ich ihre Stirn. "Was du da vorhin gesagt hast...wirke ich wirklich so, als hätte ich keine eigene Meinung?" lenkte ich aber schnell ab bevor ich zu sehr in diesen Gedanken eintauchen würde. "War vielleicht etwas drastisch aber ein Fünkchen Wahrheit ist dabei." "Verstehe. Danke für die Ehrlichkeit." "Natürlich, dir gegenüber doch immer. Wollen wir langsam schlafen? Ich bin echt erschöpft und müde. Der Auftritt, der Streit...das war anstrengend." "Natürlich, schlaf ruhig Becs. Ich liege vielleicht noch bisschen wach und grübel." "Hoffentlich nicht über mich." Damit hatte sie gar nicht so Unrecht. "Nein, über mich und Aubrey." Beca nickte, zog sich etwas hoch und drückte mir einen Kuss auf die Wange. "Gute Nacht Chloe." hauchte sie dazu aus und verschaffte mir schon wieder eine unglaublich schöne Gänsehaut. "Gute Nacht. Morgen sieht die Welt schon anders aus." erwiderte ich den Kuss auf ihrer Stirn und jetzt legte sich Beca an meiner Seite hin und war wenig später eingeschlafen. Ich jedoch lag noch eine ganze Weile wach, dachte nach über die Bellas, über Aubrey, über Beca.  Ich hoffe, Beca bleibt bei uns denn ich brauchte sie. Nicht nur als Bella, sondern vorallem an meiner Seite. Vielleicht sogar mehr als nur als Freundin. Aber darum kümmere ich mich morgen.
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