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Was als Austausch begann …

Kurzbeschreibung
CrossoverFantasy / P18 / Het
Blaise Zabini Harry Potter Hermine Granger OC (Own Character) Ronald "Ron" Weasley Severus Snape
26.01.2022
23.06.2022
11
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23.06.2022 2.903
 
Als sich nun langsam die Dämmerung über das Zeltlager legte, gaben es die Ministeriumsmitarbeiter endgültig auf irgendwie die Scharade einer „normalen“ Menschenansammlung aufrechterhalten zu wollen.
Die meisten der zuvor aufgestellten Regeln waren sowieso ab dem Moment vollkommen hinfällig geworden, wo die ersten Händler mitsamt ihren Waren knallend über den gesamten Campingplatz verteilt aufgetaucht waren.
Und selbst wenn man einmal von deren urplötzlichen Auftauchen aus dem regelrechten Nichts absah, so könnte man – meiner Meinung nach – auch einen absolut blinden nichtmagischen Menschen die meisten der hier angebotenen Gegenstände nicht mehr einfach nur als außergewöhnliche hochtechnische Spielereien verkaufen.

Im Augenblick schlenderte ich mit Pheles in den Armen jedenfalls schweigend hinter den Weasleys und ihren Freunden her durch das bunte Sammelsurium an Ständen.
Doch bereits wenige Schritte später hatte ich die anderen aufgrund der sich um die Buden tummelnden Leute leider vollkommen aus den Augen verloren.
Während ich mir also mit gefurchter Stirn einen Weg durch die Menge bahnte, musterte ich zwischen durch die angebotenen Souvenirs.
Dabei konnte ich aber beim besten Willen nicht nachvollziehen, was die Leute hier an diesen fürchterlich kreischenden Rosetten fanden, welche mir vollkommen unbekannte Namen im einem ziemlichen Durcheinander durch die Gegend brüllten.
Die kleinen Flaggen jedoch, welche beim Wedeln die jeweiligen Nationalhymnen spielten, könnte man auf der Rowan Akademie im Fremdsprachenunterricht durchaus als recht originelles Lehrmaterial einsetzen, doch selbst dann wären sie lediglich ein nettes kleines Spielzeug am Rande.
Die angebotenen Kleidungsstücke, bestehend aus grünen Spitzhüten mit tanzenden Kleeblättern oder Schals mit tatsächlich brüllenden Löwen darauf, wiederum waren etwas, dass man sicherlich nicht in der breiten, nicht weiter magisch begabten Öffentlichkeit zur Schau tragen sollte, wenn man auch nur einen einzigen Cent auf die Geheimhaltung unserer magischen Gesellschaften gab.

Was nach einiger Zeit allerdings mein Interesse weckte, waren die unterschiedlichen kleinen Sammelfiguren, welche angeblich die Spieler der beiden Weltmeisterschafmannschaften darstellen.
Diese bewegten sich nämlich absolut eigenständig über die Verkaufsfläche, während neben ihnen kleine Modellbesen durch die Luft schwirrten.
Als Pheles mein auf diesen Fanartikeln liegendes Augenmerk mitbekam, ließ er mit einem amüsierten Schnauben verlauten: „Heh, wenn du diese Figuren weiter so anstarrst, dann wird der Händler früher oder später noch den irrigen Eindruck bekommen, dass du sie ihm klauen möchtest, Reena.“
Mit einer steilen Falte auf der Stirn blickte ich daraufhin düster zu dem Wesen hinab, bevor ich mich leise grummelnd kopfschüttelnd von dem Stand abwandte.
„Dass du in Wahrheit natürlich wesentlich mehr dran interessiert bist seine Waren vollständig auseinanderzunehmen, nur um die auf ihnen liegenden Zauber zu studieren, kann der gute Mann ja nicht wissen. Obwohl es für ihn letztendlich nur einen relativ geringen Unterschied machen dürfte, solange du vorher natürlich selbstverständlich für seine Artikel bezahlst.“, fuhr der Kater fröhlich fort, ohne sich dabei großartig darum zu scheren, dass ihn gerade eventuell jemanden überhören könnte.

Zähneknirschend musste ich währenddessen dem vorlauten Tier außerdem wieder einmal restlos zugestehen, dass es meine aktuellen Gedankengänge ziemlich genau erraten hatte, was es in der darauffolgenden Bemerkung nur noch umso mehr bekräftigte: „Sollte es dir am Ende jedoch tatsächlich gelingen die Figuren von unseren verschiedenen Brettspielen dementsprechend zu verzaubern, dann würden diese aller Wahrscheinlichkeit noch wesentlich unterhaltsamer als ohnehin schon.“
„Tch, nur bedeutet das in deinem Fall, dass ich die Spielfiguren nicht einfach nur zum selbstständigen Bewegen verzaubern muss. Du verlangst von mir wesentlich mehr, nämlich dass ich sie – neben allen möglichen Strategiekenntnissen – sicherlich auch noch mit den unterschiedlichsten Charakterzügen auszustatten habe.“, erwiderte ich zungenschnalzend leicht missmutig.
„Aber selbstredend.“, kam es von dem fies lachenden Wesen in meinen Armen zurück: „Schließlich ist es doch ungemein spannender, wenn man neben seinen regulären Zügen auch noch dafür Sorge tragen muss, dass einem beispielsweise sein störrischer General tatsächlich auch gehorcht, während man zusätzlich noch darauf achten muss, dass einem die anderen Figuren am Ende nicht noch unbemerkt überlaufen.“
Mit einem zynischen Augenrollen verzichtete ich allerdings darauf, Mephistos vermutliche eigentliche Absicht aufzudecken, nämlich sämtliche unbeholfenen Anfänger bereits kurz nach dem Start ihres ersten Spiels mit derartigen Figuren in völlige Verzweiflung zu treiben.
Wobei aber höchstwahrscheinlich auch die bereits etwas erfahreneren Strategen in und auf Rowan ihre lieben Probleme mit derartig komplexen Steinchen haben dürften, wenn Pheles sie zu einer Partie herausfordern sollte.
Da mein Schützling allerdings wohl erneut meinen Gedanken auf die Schliche gekommen war, erhielt ich ein kurzes, aber äußerst verschlagenes Grinsen von ihm, bevor er schnurrend erneut die Rolle einer normalen Katze mimte, weil ich mich nun langsam daran machte mich wieder aus dem Getümmel herauszudrängen.

Erleichtert darüber dem Menschenauflauf schließlich entkommen zu sein, erreichte ich wenig später unsere beiden Zelte, wo sich bereits Ginny, die Zwillinge, sowie Bill, Percy und Charlie versammelt hatten.
Anders als die anderen hatten sich die Doppelgänger jedoch, ähnlich wie ich, mit reinem Schaufenstershopping begnügt, da sie ja heute Mittag ihr gesamtes gerade verfügbares Kapital verwettet hatten.
Ihre vier Geschwister hingegen trugen je eine dieser furchtbar kreischenden, grünen Rosetten an der Brust, während sich Mr Weasley gerade mit einem irischen Fähnchen in der Hand zu uns gesellte.
Etliche Minuten darauf stolperten dann auch unsere Nachzügler Ron, Hermine und Harry aus dem Getümmel, wobei die drei anscheinend tatsächlich so etwas wie ein paar nützliche Gegenstände erstanden hatten.
Jedenfalls erklärte mir die Braunhaarige auf unserem Weg zum Stadion, dass es sich bei dem Messingfernglas in ihrer Hand um ein sogenanntes „Omniglas“ handelte, welches neben der standardmäßigen Funktion als Fernglas noch allerhand weitere ungewöhnliche, aber durchaus praktische Funktionen besaß.
Beispielsweise konnte man damit das Geschehen verlangsamen oder sogar wiederholen und angeblich sollte es auch Kurzinformationen zu einzelnen Spielzügen liefern.
Zudem hatte Hermine sich von irgendwoher auch noch ein in Samt gebundenes Programmheft besorgt, welches ebenfalls allerhand Zusatzinformationen zur Weltmeisterschaft enthielt.

Doch noch bevor ich mir das Heftchen kurz ausleihen und überfliegen konnte, ertönte auch schon ein Gong von jenseits des Waldes und viele grüne und rote Laternen an den Bäumen flammten auf.
„Ah, scheint als wäre es so weit!“, kam es von Mr Weasley, als er das sah, bevor er uns eilig mit sich winkte.
Nachdem wir dem gut ausgeleuchteten Weg durch den Wald gefolgt waren, erhob sich vor uns schließlich eine gewaltige goldene Mauer in die Luft, welche sich an den Seiten ziemlich schnell in der Dunkelheit verlor.
Schweigend begutachtete ich daher den mir sichtbaren Teil des Stadions mit hochgezogenen Augenbrauen, während Mr Weasley neben mir zu Harry meinte: „In diesem Stadion gibt es hunderttausend Plätze und eine Spezialistengruppe von rund fünfhundert Ministeriumsmitarbeitern war das gesamte letzte Jahr nur damit beschäftigt das hier aufzubauen.“
Verwundert sah ich daraufhin zu meinem Gastvater hinüber, bevor ich nochmals die Stadionwand vor meiner Nase musterte.

Ehrlicherweise konnte ich nicht wirklich verstehen, weshalb man einen derartigen Aufwand für ein Stadion betrieben hatte, welches nach meinem jetzigen Wissensstand eben nur für dieses eine einzige Spiel gebraucht und danach hoffentlich wieder restlos abgebaut wurde.
Denn immerhin war diese Zauberergemeinschaft ja bewiesenermaßen durchaus in der Lage sich mittels eines einzigen Zaubers oder dieser Portschlüssel von A nach B zu teleportieren, weshalb es meiner Meinung nach doch dann wesentlich sinnvoller gewesen wäre, wenn sie dieses Stadion auch für zukünftige Veranstaltungen dieser oder ähnlicher Art an irgendeinen abgelegenen und für nichtmagische Menschen äußerst unzugänglichen Ort aufgebaut hätten.
Doch weil diese Entscheidung niemanden aus Rowan auf irgendeine Art und Weise tangierte, konnte es mir letztendlich herzlichst egal sein, wie viele Ressourcen die Zauberer aus England für solcherlei Sachen absolut sinnlos verschwendeten.

Als wir in der Reihe der Wartenden endlich bis zum Eingang des Stadions vorgerückt waren, hielt Mr Weasley der dort stehenden Hexe unsere Eintrittskarten entgegen.
„Erstklassige Platze in der Ehrenloge, Arthur.“, kommentierte diese, nachdem sie einen Blick auf die Tickets geworfen hatte, bevor sie uns freundlicherweise auch gleich noch den Weg zu unseren Sitzplätzen beschrieb: „Geht einfach hier geradeaus die Treppe hoch bis es gar nicht weiter geht.“
Als Letzte trottete ich also hinter den anderen die gezeigte lange Stiege empor, wobei sich eine steile Falte auf meiner Stirn abzuzeichnen begann, als ich die purpurfarbenen Läufer auf den Stufen bemerkte.

So sehr einem die Magie zwar zugegebenermaßen das Leben in vielerlei Hinsicht erleichterte, so war auch die eine Entscheidung des hiesigen Ministeriums etwas, dass sich mir nicht wirklich erschloss.
Derartige Teppiche bissen sich für mich nämlich ziemlich mit dem simplen Campingplatz draußen vor dem Stadion.
Und das selbst jetzt, wo wir mit dem trockenen Wetter ohnehin mehr als nur Glück gehabt hatten, wodurch den Läufern ja schon einmal das Schlimmste überhaupt erspart worden war.
Denn wären die gesamten Zuschauer nun mit matschigen Schuhen über den ausgelegten Stoff gelaufen, so hätten die Zauberer hier diese Teppiche nach dieser Veranstaltung gleich restlos verbrennen können.
Aber auch jetzt würden die Läufer am Ende nichtsdestotrotz irgendwie gereinigt werden müssen, was bei der Länge und Menge zumindest auf Rowan selbst mit magischer Hilfe kein allzu leichtes Unterfangen wäre.
Doch da auch dies nur ein weiterer Umstand war, welcher weder mich noch sonst irgendjemanden aus meiner Gemeinschaft betraf, konnte ich mit ausgesprochen ruhigem Gewissen dieses „Problem“ einfach kopfschüttelnd auf sich beruhen lassen.

Zuletzt in einer recht überschaubaren Loge am Ende der Treppe angekommen, ließ ich mich am äußeren Rand neben Charlie in einen der rund zwanzig rotgoldenen Stühle fallen, die in zwei Reihen aufgestellt worden waren.
Die Loge befanden sich dabei ziemlich genau mittig zwischen den güldenen Torstangen, welche jeweils zu dritt an je einem Ende des oval angelegten Spielfelds in die Höhe ragten.
Uns gegenüber hing wiederum eine größere schwarze Fläche, welche ich im ersten Moment als Leinwand bezeichnet hätte, doch bei näherer Betrachtung kam ich zu dem Schluss, dass es aus einem wesentlich stabileren – aber leider für mich gerade nicht näher definierbaren – Material zu bestehen schien.
Jedenfalls erschienen so nach und nach die unterschiedlichsten Werbesprüche darauf, gerade so als ob sie jemand von Hand auf diese Fläche schreiben und danach wieder weglöschen würde.
Außerdem war die gesamte Szenerie in eine Art goldenes Licht getaucht, welches gefühlt vom Stadion selbst auszugehen schien.

Wegen der auf meinem Schoß liegenden Katze lediglich die Schienbeine überschlagend, lehnte ich meinen Kopf seitlich auf meine aufgestützte Hand und beobachtete mit mäßigem Interesse, wie sich die Plätze im Rest des Stadions zu füllen begannen.
Auch bei uns in der Loge wurde es im Laufe der nächsten halben Stunde recht voll, wobei mein Gastvater einige Stühle weiter hauptsächlich damit beschäftigt war allen möglichen Zauberern die Hand zu schütteln, welche anscheinend recht wichtige Positionen besetzten.
Jedenfalls ließ mich Percys Verhalten zu diesem Schluss kommen, da auch er immer wieder von seinem Sitz aufsprang, um ähnlich wie sein Vater die mir unbekannten Leute zu begrüßen.
Mit halb niedergeschlagenen Augenlidern belauschte ich unterdessen die hinter und neben mir ausgetauschten Begrüßungen, während ich versuchte inmitten dieses Treibens so wenig wie irgendwie möglich aufzufallen.

„Harry Potter, … Sie wissen schon, der Junge, der Du-weißt-schon-wer überlebte.“, ertönte es gerade gut hörbar hinter mir.
Überrascht musste ich den Drang unterdrücken mich daraufhin sofort zu dem Sprecher oder gar zu meinem zukünftigen Klassenkameraden umzudrehen.
Und auch mein Schützling schien einen ähnlichen Reflex niederzuringen, da dessen Nackenmuskulatur sich gerade spürbar unter meiner Hand verkrampfte.
Doch das zurückgedrehte Ohr und das sachte Zucken seiner Schwanzspitze verrieten mir, dass Pheles diese Information ebenfalls vernommen hatte.
Noch bevor ich allerdings diese Aussage irgendwie weiter verarbeiten konnte, riss mich die Reaktion der drei Freunde, welche fast am anderen Ende unserer Reihe saßen, aus meinen Gedanken.
Sie waren nämlich ziemlich gleichzeitig herumgefahren, als der Zauberer von zuvor nun offenbar einen weiteren Neuankömmling begrüßte: „Ah, Lucius!“

Gespielt desinteressiert musterte ich daraufhin aus dem Augenwinkel den weißblonden Mann, welcher gerade dem Sprecher mit einem recht kühlen Lächeln auf den Lippen die Hand schüttelte.
Er war anders als die meisten der hier versammelten Leute nicht einmal ansatzweise in normale Kleidung gehüllt, sondern trug unverhohlen einen der mir inzwischen recht bekannten Umhänge zur Schau.
Dabei war dieses Kleidungsstück aber auf einem völlig anderen Niveau als jene, welche beispielsweise Mr und Mrs Weasley besaßen.
Hinter dem Herrn stand außerdem ein ziemlich blasser Junge mit ebenso weißblonden Haupt und spitzen Gesicht, welcher ungefähr das Alter von den drei Freunden haben dürfte und er war vom äußeren Erscheinungsbild bis hin zur Gestik und Mimik geradezu eine fast identische Kopie des Mannes, was recht eindeutig auf eine direkte Verwandtschaft schließen ließ.
Den Abschluss der anscheinend etwas gehobeneren dreiköpfigen Familie bildete eine ebenfalls blonde Frau, welche ich durchaus als schön bezeichnet hätte, hätte sie nicht ein derart konstant verdrießliches Gesicht gezogen.
Kurz wanderte mein Blick zwischen den nun ziemlich angespannt wirkenden Mr Weasley und diesem herablassend wirkenden Lucius hin und her, bevor ich den Kopf erneut in Richtung Spielfeld drehte.
Offenbar verstanden sich die beiden Parteien nicht wirklich, doch solange man mich schön aus dieser scheinbaren Fehde heraushielt, speicherte ich diese Feststellung einfach nur als unwesentlichen Randnotiz im Gedächtnis ab.

Als sich auch der letzte Gast dann endlich gesetzt hatte, betrat auch schon ein sichtlich aufgeregter Ludo Bagman in der Loge und fragte sogleich in die Runde: „Alle bereit, nehme ich an?“, bevor er umgehend mittels eines Zaubers seine Stimme verstärkte, um so den Lärm im Stadion zu übertönen.
Zeitgleich verschwand auf der schwarzen Fläche gegenüber der letzte Werbespruch und wurde von „BULGARIEN: NULL, IRLAND: NULL“ abgelöst.
Nachdem Bagman anschließend mit seiner glücklicherweise recht kurz gehaltenen Willkommensrede fertig war, rief er auch schon die bulgarischen Mannschaftsmaskottchen in das Stadion.

Mit hochgezogenen Augenbrauen verwendete ich unterdessen wieder einmal unbemerkt einen Verstärkungszauber, um meine Sehkraft immerhin so weit anzupassen, sodass ich das Geschehen auf dem Spielfeld weit unter mir auch ohne Fernglas problemlos mitverfolgen konnte.
Die Brauen wanderten allerdings unweigerlich noch etwas weiter nach oben, als ich die nun in das Feld schwebenden Frauen entdeckte, welche trotz absoluter Windstille ihr weißgoldenes Haar wehen ließen, während ihre Haut mondhell schimmerte.

Doch während ich noch dem ersten Eindruck unterlag, dass es sich bei der Gruppe von gut hundert Damen lediglich um so etwas wie magisch aufgehübschte Cheerleader handelte, murmelte Charlie neben mir fast unhörbar: „Oha, Veela.“, bevor er die Augen schloss und sich mit einer Hand die Stirn massierte.
Etwas fragend sah ich kurz zu ihm hinüber, ehe ich schleunigst mein Augenmerk wieder auf das Geschehen im Stadion richtete, da die Frauen inzwischen zu tanzen begonnen hatten.
Dabei sah ich mir allerdings weniger den Tanz selbst als viel mehr die mannigfaltigen und durchaus originellen Reaktionen der hauptsächlich männlichen Zuschauer an.
„Hm, statt mit Stimmen zu betören, wie beispielsweise die uns bekannten Sirenen, haben diese Wesen offensichtlich ihre Magie mehr in ihre Ästhetik gesteckt.“, kommentierte Pheles amüsiert, da er sich wohl unter den aktuellen Ausrufen der bezirzten Herren übertönt genug fühlte.
Ich selbst war mir allerdings noch etwas unsicher, inwieweit dieser Vergleich tatsächlich zutraf, weshalb ich mich mit einem Kommentar diesbezüglich zurückhielt.

Nachdem die Veela ihre Showeinlage beendet und sich die Gemüter im Stadion sich wieder einigermaßen beruhigt hatten, kündigte Bagman die Maskottchen der irischen Mannschaft an, woraufhin ein großer grüngoldener Komet plötzlich mitten ins Stadion zu rauschen schien.
Dieser verformte sich aber schließlich zu einem gewaltigen Kleeblatt, welches dann einmal über die Tribünen hinweg schwirrte und dabei eine Art Goldregen unter sich verteilte.
Aber diese unterschiedlichen Erscheinungen bestanden in Wirklichkeit allerdings aus etlichen kleinen grün gekleideten Männchen mit roten Schürzen und grün-roten Laternen in der Hand, welche fröhlich unzählige Münzen in der Menge warfen.
Nur mäßig von dieser Darbietung beeindruckt schnappte ich mir das gerade direkt auf meinen Kopf zufallende Goldstück aus der Luft, als die übersichtlichen Wesen auch über unsere Loge hinwegzogen, während so etliche andere Gäste bereits eilig unter ihren Sitzen nach weiteren herabgefallenen Münzen tauchten.
In dieser relativ kurzen Zwischenzeit musste ich überrascht feststellen, dass das aufgefangene Goldtaler so ziemlich einer der Galleonen glich, wie sie heute Mittag Fred und George aus ihren Taschen gezogen hatten.

Bei einer näheren Begutachtung bemerkte ich allerdings einen fast unmerklichen Funkten mir unbekannter Magie innerhalb der Münze, als ich nebenbei Mr Weasleys Erklärung überhörte: „Das sind Leprechans – irische Kobolde.“
Nachdenklich ließ ich daraufhin das Geldstück zwischen den Fingern tanzen, während ich mir die überschaubaren nichtmagischen „Fakten“ als auch das leider noch wesentlich übersichtlichere Wissen aus Rowan über diese Geschöpfe ins Gedächtnis rief.
Leise schnaubend beäugte ich danach nochmals das augenscheinliche Goldstück, bevor ich es leicht amüsiert lächelnd weiter als simple Beschäftigung für meine freie Hand verwendete.
Denn wenn ich mich gerade nicht vollkommen falsch erinnerte, so würde sich dieser Taler eher früher als später restlos in Luft auflösen.

Als sich letztendlich auch dieses durch die Maskottchen verursachte Chaos gelegt und die kleinen Kobolde sich gegenüber der Veela auf einer Seite des Spielfelds niedergelassen hatten, begrüßte Ludo Bagman namentlich die einzelnen Spieler der beiden Weltmeisterschafmannschaften.
Diese flogen daraufhin aus einer Luke, welche sich irgendwo weiter unten im Stadion befand, auf ihren Besen in einem recht rasanten Tempo und unter lautstarkem Beifall auf das Spielfeld.
Zuletzt hieß Bagman dann noch den Schiedsrichter dieses Spiels willkommen, welcher gleichzeitig auch noch der Vorstandszauberer des Internationalen Quidditchverbandes war.
Bei dieser Ankündigung betrat ein kleiner, recht hagerer und absolut kahlköpfiger Zauberer das Feld, welcher in einen vollkommen goldenen Umhang gehüllt war, während eine silberne Pfeife gut sichtbar unter seinem Schnurrbart glänze.
Auch er hatte einen Besen in einer Hand, doch unter dem anderen Arm führte er eine etwas größere Holzkiste mit sich.

Eine fast schon greifbare Anspannung lag plötzlich in der Luft, als gefühlt das gesamte Stadion nur darauf wartete, dass eben jener Zauberer auch endlich auf seinen Besen stieg.
Mit einem kurzen Tritt gegen die abgestellte Kiste gab der Schiedsrichter dann die unterschiedlichen darin liegenden Bälle frei, welche, kaum dass der Deckel geöffnet worden war, selbstständig in die Höhe schossen, bevor auch er in die Lüfte stieg und mit einem gellenden Pfiff das Spiel eröffnete.
 
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