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2022 01 26: Irgendwie Irgendwo Irgendwann [by - Leela -]

Kurzbeschreibung
OneshotAllgemein / P12 / Gen
Garfield Jonathan Q. "Jon" Arbuckle
26.01.2022
26.01.2022
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Tag der Veröffentlichung: 26.01.2022
Titel der Geschichte: »Irgendwie Irgendwo Irgendwann«
Song: »Irgendwie, irgendwo, irgendwann« von Nena
Autor: - Leela -
Kommentar des Autors: In diesem Jahreskalender wollte ich unbedient gerne eine Garfield-Geschichte haben, weil ich das im letzten nicht mehr geschafft hatte. Und als ich dieses Lied noch abgreifen konnte, kam mir die richtige Idee dazu. Lest selbst!



Irgendwie Irgendwo Irgendwann

Hallo. Mein Name ist Jon. Und ich bin hier für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, sich eine Katze anzuschaffen. Vielleicht helfen folgende Einblicke in die Entscheidungsfindung, ob man sich das antun möchte.
      Eines kann ich euch versichern: Es wird nichts mehr so sein wie vorher! Solltet ihr euer Herz an eine Katze verlieren, dann stellt euch darauf ein, daß es für diese Liebe viel Mut bedarf. Hat eure Zukunft mit einer Katze erst einmal begonnen, kann euch alles erwarten! Manchmal fühlt man sich wie in einem unendlichen Traum, kommt sich vor, als würde man sein Leben in Sandschlössern oder auf Feuerrädern verbringen, ja, es können sogar Raum und Zeit in sich zusammenstürzen.
      Klingt alles sehr dramatisch? Ich habe eine Katze. Ich weiß, wovon ich spreche! Das ist der Grund, warum ich ein paar meiner Erfahrungen hier an euch weitergeben möchte. Zumindest kann nachher keiner mehr behaupten, er wäre überrascht, wenn er seine eigenen Erfahrungen macht.
      Also, worauf müßt ihr auch als eventuell zukünftige Katzenbesitzer einstellen? Eigentlich hängt alles von den Faktoren »irgendwie«, »irgendwo« und »irgendwann« ab. Aber beginnen wir der Reihe nach.

Irgendwie

Irgendwie hat man immer die Möglichkeit an eine Katze zu kommen, wenn man es nur will. In meinem Fall begann alles mit einem Essen im italienischen Restaurant, als ich in meiner Lasagneschale keine Lasagne, sondern einen orange-schwarz-gestreiften Kater serviert bekam. Da ich nun keine Lasagne bekommen hatte, nahm ich statt dessen also den Kater mit.
      Nun. Garfield lebt jetzt schon seit einigen Jahren bei mir. Und hier kommt Lektion Nummer 1: Hast du eine Katze im Haus, wirst du nie wieder die Gelegenheit bekommen, eine Lasagne zu essen!
      Dabei will ich nicht einmal behaupten, daß die Katze, in diesem Fall Garfield, es mir mißgönnt. Es ist eher so, daß er es als gottgegebenes Recht empfindet, daß jede Lasagne im Haushalt ihm gehört. Auch kalt, wenn es drauf ankommt. Und ihr könnt euch darauf verlassen, egal, wie schnell, kreativ und listig ihr seid – die Katze ist schneller, kreativer und listiger! Ihr könnt euch sicher sein, daß sie die Lasagne kriegen wird. Wenn es hart auf hart kommt, sogar Zutat für Zutat!
      Diese Information ist eventuell für diejenigen unter euch wichtig, die Lasagne mögen. Für alle anderen ist es egal. Das gilt es bei der Entscheidung also zu berücksichtigen.
      Ich gehöre zu der Sorte, die regelmäßig daran verzweifelt. Ich mag Lasagne. Sonst wäre ich ja auch nicht an diesen Kater gekommen. Daß ich dank des Katers jetzt auf Lasagne verzichten muß, ist insoweit Ironie des Schicksals. Aber ich habe mich damit arrangiert. Irgendwie

Irgendwo

Irgendwo in diesem Haus ist eine Katze versteckt!
      Das ist Lektion Nummer 2: Katzen passen in den noch so winzigsten Raum, und das nutzen sie auch!
      Wo ich Garfield schon überall gefunden habe, ist kaum zu glauben. Im Küchenschrank ist der Klassiker. Es ist egal, wie groß oder klein das Fach ist oder was darin liegt, Garfield paßt da rein. Sehr beliebt ist das Fach mit der Pasta. Im Kühlschrank geht wahlweise auch, auch wenn das aufgrund der Temperaturen seltener vorkommt. (Seitennotiz: Erinnert euch an die Lasagne! Meistens, wenn ich Garfield im Kühlschrank fand, war vorher eine Lasagne drin.) Der Kleiderschrank ist auch immer wieder beliebt. Wenn euch eure Anziehsachen lieb sind, wäre es also gut, die Entscheidung über die Anschaffung einer Katze zu überdenken. Darüber hinaus gibt es diverse andere Versteckmöglichkeiten. Beispielsweise Papiertüten, Blumentöpfe, Schubladen, Pappkartons, Wäschekörbe, der Fernseher, der Backofen, unter dem Bett, im Staubsaugerbeutel, hinter Gardinen und Vorhängen, der Keller, der Dachboden, und wenn es ganz skurril werden soll, dann auch die Kloschüssel. Ihr werdet Erfahrungen machen, von denen ihr vorher nicht einmal geträumt habt. Das könnt ihr mir glauben!
      Regel Nummer 3: Wenn es zum Tierarzt gehen soll, dann findet man die dazugehörige Katze gar nicht! Wo Garfield sich zu solchen Gelegenheiten aufhält, ist mir schleierhaft. Es scheint, er kann sich in solchen Momenten aus seiner Umgebung ausblenden wie ein Chamäleon. Ihr seht, ihr werdet viel Zeit mit suchen verbringen, wenn ihr euch für eine Katze entscheidet. Günstig für den, der Ostern und Versteck spielen mag. Ungünstig für denjenigen, der dafür nicht viel übrig hat. Den Faktor sollte man also ebenfalls in jedem Fall berücksichtigen.
      Das Gute an der Sache ist, und da spreche ich aus Erfahrung: Man findet eine vermißte Katze immer – irgendwo.

Irgendwann

Irgendwann zeigen sich gewisse Eigenarten, mit denen man umgehen können muß. Das kann alles mögliche sein. Im Fall von Garfield gehören zum Beispiel regelmäßige Postboten-Überfälle dazu. In dem Zusammenhang haben ich schon neue Uniformen bezahlt, Briefe an die Nachbarschaft wieder zusammengeklebt, Päckchen ersetzt und Krankenhauskosten übernommen.
      Das führt mich zu Regel Nummer 4: Eine Katze ist teuer! Und anstrengend! Wer Geld und Nerven behalten will, sollte sich also gut überlegen, ob die Anschaffung einer Katze das richtige für ihn ist.
      Apropos Nerven: Eine andere Herausforderung ist es, daß man sich an den Schlafrhythmus der Katze anzupassen hat, wenn man bei geistiger Gesundheit bleiben möchte. Katzen schlafen recht viel – man kann sich aber sicher sein, daß sie nicht dann schlafen, wenn man selbst Ruhe haben möchte. Wer einen festen Job hat, sollte dies bei seiner Entscheidungsfindung bedenken. Ich habe als selbständiger Comiczeichner den Vorteil, daß ich meine Schlaf- und Arbeitszeiten Garfields Gewohnheiten sogar anpassen kann. Ich finde es nur nicht unbedingt schön, grundsätzlich tags zu schlafen und nachts zu arbeiten. Es erschwert irgendwie das Privatleben, wenn jeder andere, den man kennt (und der keine Katze hat), an einen normalen Tag-/Nacht-Rhythmus gewöhnt ist. Ich habe jedenfalls schon sehr komische Reaktionen bekommen, wenn ich um Mitternacht bei meinem Kumpel erschienen bin, um ein bißchen zu plaudern.
      Ich kann mir nun also aussuchen, wie ich es haben möchte. Natürlich kann ich Garfields Befindlichkeiten ignorieren, und mein Ding durchziehen. Das heißt, am Tage, wenn ich arbeite, schläft Garfield ruhig in seinem Körbchen, in der Nacht, wenn ich schlafen möchte, gibt es Katzenterror, weil Garfield spielen möchte. Die andere Variante beinhaltet die eben beschriebenen nicht mehr ganz so harmonischen Kontakte zur Außenwelt, welche ich ebenfalls nicht als erstrebenswert finde. Andererseits ist es auf Dauer streßfreier. Es gilt also die Regel, entweder ich habe keinen Schlaf, oder die anderen. Vielleicht ist ein Mittelmaß nicht das verkehrteste. Denn ich weiß, daß ich Garfield nicht werde ändern können, und so wäre jeder mal dran. Nur die Umsetzung ist schwierig. Dafür bin ich noch immer zu sehr an mein altes Leben, bevor ich eine Katze hatte, gewohnt.
      Es gäbe an dieser Stelle noch mehr zu erzählen, aber das würde den Rahmen sprengen. Jeder Katzenbesitzer wird da seine ganz eigenen Erfahrungen machen. Nur eines kann man generell zusammenfassen: Egal wie, es wird nach den Regeln der Katze gespielt! Ja. Das ist so. Ich werde es lernen. Irgendwann.

Fazit

Irgendwie gelangt man irgendwo an eine Katze, die irgendwann dein Leben bestimmt. Ich könnte jetzt noch mehr Beispiele aufzählen. »Irgendwas« und »irgendwer« sind auch beliebte Faktoren, mit denen man sich als zukünftiger Katzenbesitzer beschäftigen kann.
      Um aber fair zu bleiben, muß man dazu sagen, daß es auch sehr schöne Momente mit einer Katze gibt. Besonders die sehr raren Momente, wenn sie bestimmen, daß sie sich genau jetzt auf deinem Schoß zusammenrollen und gestreichelt werden wollen. Schnurren kann so beruhigend sein…
      Ich hoffe, also, ich habe euch nicht allzu viel Angst gemacht. Wie gesagt, für alle, denen Lasagne egal ist, die Versteckspiele und Wimmelbilder lieben, die eine gute Versicherung abgeschlossen haben und die im katzentauglichen Schichtdienst arbeiten ist eine Katze im Haushalt sicher das richtige. Solltet ihr zu dieser Personengruppe gehören, könnt ihr euch sicher sein, schon bald von felinen Zärtlichkeiten zu profitieren.
      Für alle anderen: Viel Spaß im Abenteuer!
      Und ich werde jetzt irgendwie versuchen, irgendwo Garfield zu finden, damit ich irgendwann heute noch zu unserer Tierarztpraxis gelangen kann, für seine Auffrischungsimpfung.
      Wünscht mir Glück!
      Euer Jon
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