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Majestix – Ein einziger Grund

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Het
Gutemine Majestix
24.01.2022
25.02.2022
2
2.981
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24.01.2022 2.255
 
Anmerkung der Autorin:
Sobald es etwas Neues gibt, werde ich ein neues Kapitel veröffentlichen.
Ist die Story beendet werde ich es aber (wie bei meiner anderen Asterix-Fanfiktion in ein Kapitel packen.
Nun aber: Viel Spaß beim lesen!

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Wir befinden uns im Jahre 50 v. Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt...
Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf den Eindringlingen Widerstand zu leisten. Und das nicht nur mit großem Erfolg sondern auch mit noch größerem Vergnügen...

Unsere Geschichte beginnt in einer stürmischen Nacht in einem kleinen, uns gänzlich unbekannten Dorf, in einem Land, viele Tagesreisen von Gallien entfernt. Es ist tiefste Nacht und jenes besagte Dorf schläft bereits alles. Nur in einer Hütte findet ein Mann keinen Schlaf. Und es ist der stürmische Wind, der ihn wachhält

Unruhig wälzt er sich auf seinem Lager herum, aber er konnte keinen Schlaf finden.
Draußen weht der Wind und zerzaust die Kronen der Bäume. Der Mond steht fast voll am Nachthimmel, immer wieder verdeckt von rasch vorüberziehenden Wolkenfetzen. Seufzend dreht er sich nun auf den Rücken und starte an die Decke, an welcher Schattenmuster wie unruhige Geister hin und her huschen. Er beobachtetesie für eine Weile, dann schließt er die Augen in einem erneuten Versuch endlich einzuschlafen. Doch kaum hatt er die Augen geschlossen, durchschießt ihn eine Erinnerung. Die Erinnerung eines Streites, der seine ganze Welt in zwei gerissen hatte.
„Und nicht nur das…“
Er setzt sich auf,greift er unter sein Kissen und zieht etwas darunter hervor. Es ist ein längliches Stück Stoff von roter Farbe, welches mit zahlreichen Stickereien mehr als kunstvoll verziert ist. Die Farbe des Stoffes ist ausgewaschen, der Stoff selber an einigen Stellen sehr dünn und an einer Seite sieht es so aus, als wäre ein Stück abgerissen worden. Er streicht über die Stickerei eines Namens und seine Finger beginnen zu zittern. Er kennt diesen Namen. Er erkannte ihn, erinnerte sich zu wem er gehörte, erinnerte sich was ihm diese Person bedeutete. Doch er erinnerte sich auch daran was geschehen war. An alles, was seine Welt zerrissen hatte, an alles was er getan hatte und daran, wie er hierhergekommen war. Er erinnerte sich…


Die Sonne scheint in voller Pracht auf ein kleines, uns wohlbekanntes, gallisches Dorf herab und alle sind bei bester Laune. Der Schmied Automatix bringt fröhlich pfeifend ein Stück glühendes Eisen in Form, Der Fischhändler Verleihnix preist lautstark seine Fische an und Troubadix der Barde sitz Gedanken versunken am Rand seines Baumhauses und zupft verträumt an seiner Leier. Soeben kommen der Krieger Asterix und sein bester Freund Obelix von der Jagt im nahen Wald zurück, während sich er ehrwürdige Druide Miraculix auf macht, um in besagtem Wald Kräuter zu sammeln. Gerade kommt er an der Hütte von Dorfchef Majestix vorbei, aus dem aufgeregte Stimmen zu hören sind. Er bleibt einen Augenblick stehen und lauscht dem Gezeter.
„Diese beiden. Immer wieder liegen sie sich wegen irgendetwas in den Haaren, dabei kann doch der eine nicht ohne den anderen sein…“
Der Druide schüttelt lächelnd den Kopf, dann geht er seines Weges.
Das Streitgespräch im inneren der Hütte, wird derweilen immer lauter…

„Eltliche Jahre… Eltliche Jahre meines Lebens habe ich damit verschwendet, mit einem dummen, alten Wildschwein in einem Dorf voller verrückter Barbaren zu verbringen, während mein Bruder und seine Frau…“
„Fang mir nicht wieder mit deinem Bruder an! Ich kann es nicht mehr hören!“
„Sooooo, Monsjö kann es nicht mehr hören? Ich werde aber nicht müde ihm zu sagen, was er für ein unfähiger, unnützer alter Dorftrottel ist, der…“
„Noch EIN Wort und ich vergesse mich!“
„Ach, will der Herr etwas die Hand gegen seine eigene Frau erheben???“
Gutemine, Erste Frau den Dorfes und Ehefrau des Häuptlings Majestix steht ihrem Gatten mit zornesfunkeln in den Augen gegenüber, die Hände in die Hüften gestemmt, abwartend, was ihr Mann dazu zu sagen hat. Dieser ist über das Letzt gesagte sichtlich erschrocken, sogar so sehr, dass er vergisst zu schreien.
„Das… Das würdest du mir zutrauen?“
„DIR würde ich ALLES zutrauen!“
Gutemine ist so in Rage, dass sie die Veränderung nicht einmal bemerkt.
Sie wirbelt herum, stürmt zu einer Truhe, reißt diese auf und holt etwas daraus hervor.
Als sie sich wieder zu ihrem Mann umdreht, hält sie ein rotes Stoffstück hoch, welches mit Stickereien verziert ist. Es war in der Mitte zu einer Schlaufe zusammengelegt, welche von einem Knoten gehalten wurde. Majestix erstarrt. Es war ihr Handfastig-Tuch, das Zeichen ihrer Ehelichen Verbindung. Während Majestix auf das Tuch in ihrer Hand starrt, führte Gutemine ihr Streitgespräch fort.
„Ich mache und tue und halte hier alles in Ordnung, und was tust DU???
Ich weiß inzwischen wirklich keinen Grund mehr, warum ich mich überhaupt noch mit dir herumschlage!“
Bei diesen Worten war sie ganz nah an ihren Mann herangetreten und schüttelt die Faust, in welcher sie das Band hält vor seinem Gesicht. Und jetzt platze Majestix allmählich der Kragen.
„So. DU weißt keinen Grund mehr?!“
Mit einer schnellen Handbewegung entriss er ihr das Band und fuchtelt nun vor ihrem Gesicht damit herum, während er sich vor ihr aufbaut.
„DU weist keinen Grund mehr mit mir zusammen zu sein, na vielleicht weiß ich inzwischen auch keinen mehr um bei DIR zu bleiben!“
„ES REICHT!“
Gutemine versucht das Band wieder an sich zu reißen, doch Majestix hält es fest umklammert.
„DU, fetter, alter Vielfraß, der seinen Hintern von seinen Schildträgern durch die Gegend tragen lässt!“
„Na wenigstens gehe ich mal vor die Tür und hocke nicht den ganzen Tag Zuhasue!“
„JA, DUUU STROLCHST JA LIEBER IRGENDWO IM DORF HERUM!“
„NICHT OHNE GRUND! SO HABE ICH RUHE VOR DEINEM GEZETER UND GEMEKER!!!“
Die beiden hatten nun zeitgleich das Tuch ergriffen und zogen und zerrten daran herum, während sie nicht müde wurden, sich anzuschreien. Dabei merke keiner der beiden, dass das Tuch bereits eingerissen war.
„DUUU, AUFGEBLASENES FASS, IHR SITZT DOCH NUR HERUM UND SAUFT CERVISIA!“
„DIE SCHMECKT AUCH BESSER WIE DEIN ZERKOCHTER SCHWEINEFRASS!“
Sie schrien nicht mehr nur, sie brüllten. Vor dem Haus waren einige Neugierige Gallier zusammengekommen und tuschelten, Neugierig, was da wohl wieder vor sich ging, aber mit gebührendem Abstand.
„ES REICHT ICH HABE GENUG VON DIR! ES IST AUS ZWISCHEN UNS!“
Rrraaatsch.
Gutemine hatte ihren Gatten von sich gestoßen, ohne dabei das Tuch loszulassen. Und dieses hatte dieser Kraft nicht standgehalten. Majestix taumelte ein paar Schritte zurück und starrte auf das Stück Stoff in seiner Hand. Dann sah er seine Frau an, die ebenso erschrocken schien wie er. Doch nicht für lange. Mit einem Aufschrei schmiss sie das Tuch auf den Boden und verschwand hinter dem schwerem Vorhang, welcher den Wohnraum trennte.
„VERSCHWINDE!“, schrie sie noch und genau das tat Majestix nun auch.
Ohne ein Wort zu sagen machte er auf dem Absatz kehrt und stürmte aus dem Haus.

Majestix durchquert das Dorf schnellen Schrittes, sieht nicht nach links und rechts, sieht und hört nichts und niemanden. Immer noch vor sich hin grummelt merkt er nicht einmal wohin er eigentlich geht, bis er sich plötzlich am Strand wieder findet. Zornig beginnt er dort auf und ab zu gehen, den Sand zu treten und Steine ins Meer zu schmeißen. Er ist so wütend! Wütend, zornig, aufgebracht und… Verletzt…
Mit einem tiefen Seufzer bleibt er stehen.
Erst jetzt fällt ihm auf, dass er immer noch das Tuch in der Hand hält. Oder besser, einen Teil davon. Einen Moment verstärkt sich der Druck seiner Faust, hält den Fetzten mit eiserner Kraft fest, bis sich die Finger lösen und die Hand kraftlos sinken lässt.
„Was habe ich nur getan…“
Die Erkenntnis über das geschehene traf ihn wie ein Schlag in den Magen und er merkte, wie er zitterte. Doch so sehr er es auch wollte, sosehr er es sich auch wünschte: Das gesagte konnte nicht ungesagt gemacht werden. Und das getane nicht ungetan…
Er schaut auf das Meer hinaus, welches sich grau und unfreundlich vor ihm ausbreitet. Ein böiger Wind war aufgekommen, welcher den Sand über den Strand wirbelte. Majestix begann zu frösteln, denn der Wind war frisch. Gerade wollte er sich wieder auf den Weg ins Dorf machen, als er ein Schiff bemerkte, welches sich rasch dem Strand näherte.

„Teefax, mein lieber Vetter!“
Der Besuch war überraschend und mehr als Willkommen!
Sofort versammelte sich das ganze Dorf auf der Wiese unter Troubadix‘ Baumhaus, was Majestix nur recht ist. Er hätte grad nur ungern Besuch in seiner Hütte gehabt. Er steht, nun wieder auf seinem Schild, in der Runde der Gallier und hörte zu, was der Brite zu berichten hatte.
„…und deshalb, mein Lieber Vetter Asterix, hat mein Chef, Sebigbos, mich geschickt dich und Obelix einzuladen, zu kommen in unser Dorf, um zu feiern das Jubiläum unseres Sieges.
Er würde außerdem auch gerne empfangen, den Ehrwürdigen Druiden und Euren Chef.“
„Mich?“
Majestix war überrascht. Nicht das ihn diese Einladung  nicht freuen würde, doch…
„Ich fühle mich geehrt, aber… Ich habe ja nun wenig zum Gelingen dieses Sieges beigetragen.“
Teefax wehrte ab.
„Das mag sein richtig, doch mein Chef möchte auf diesem Wege festigen die Freundschaft zwischen unseren Völkern.“
„Nun… Warum denn nicht. Ich hätte nichts gegen eine kleine Reise einzuwenden. Und wenn es der Freundschaft unserer Völker dient, dann…“
„Asterix!!!“
Obelix‘ fast panischer Ausruf lies die Gruppe herumwirbeln, doch Asterix ahnte schon, was seinen Freund so erschreckt hatte.
„Ja Obelix… Ich fürchte es gibt…“
„Gekochtes Wildschwein! In Pfeff…pfeff-ER-minzsauce…“
Bei diesem Gedanken wurde Obelix ein wenig blass um die Nase.
Die übrigen Gallier können diese Reaktion nicht wirklich verstehen und auch Teefax scheint mehr als verwirrt. Doch noch bevor Asterix etwas Erklärendes dazu sagen konnte, ergriff Miraculix das Wort.
„Nun, auch ich fühle mich sehr geehrt, aber… Ich denke es wird besser sein, wenn ich im Dorf bleibe. Besonders wenn Majestix sich wirklich dazu entschließt, mit Euch zu fahren.“
Er sieht zum Häuptling auf, welcher gerade völlig in Gedanken schien. Erst nach einer Weile bemerkte er die Blicke, die auf ihn gerichtet waren.
„Ähm… Wie?“
Er sieht etwas verlegen zu Miraculix, der aber nur den Kopf schüttelt. Dieser ahnte, warum sein langjähriger Freund nicht bei der Sache war. Und warum er nicht gezögert hatte, die Einladung anzunehmen.
„Also, Asterix, Obelix? Nehmt ihr die Einladung auch an?“
„Nun… Wir, also ich…“
„Natürlich!“, ruft Asterix sofort, nachdem er Obelix in die Seite geknufft hatte.
Teefax schien sehr erfreut über diese Antwort.
„Und ihr, ihr begleitet uns nicht?“, fragt er an Miraculix gewandt, welcher den Kopf schüttelt.
„Nein, ich fürchte, das wird nicht möglich sein. Wenn Asterix, Obelix und Majestix mitfahren, muss wenigstens einer hierbleiben und auf alles ein Auge haben. Außerdem muss ich den Zaubertrank bereiten, falls uns die Römer ärger machen.“
„Nun, ich sehe ein, dass dies wohl ist das Beste. Nun, mein Schiff wartet vor der Küste, wir können brechen auf, wann immer ihr wollt.“
„Dann würde ich sagen,“ meint Majestix nun, „dass wir bald aufbrechen. Schließlich wollen wir unsere britischen Freunde nicht warten lassen!“
Damit war alles gesagt und die Dorfbewohner gingen ihrer Wege. Asterix, Obelix und Teefax gehen los, um alles nötige zu packen und auch Majestix macht sich auf den Weg zu seiner Hütte. Kurz vor dieser, wird er aber aufgehalten.
„Majestix, auf ein Wort!“
Wiederwillig bleibt dieser stehen, bis Miraculix zu ihm aufgeschlossen hatte.
„Majestix, ich… Ich weiß was heute Morgen geschehen ist und…“
„So? Du weißt es? Nun ja, in diesem Dorf scheint es ja nichts zu geben, das man auf irgendeine Art und Weise geheim halten kann!“
Die Worte klangen ärgerlich, doch der Druide kannte den Dorfchef schon lange genug um die Wahrheit hinter diesen Worten zu erkennen. Und er sieht den Schmerz im Blick des kräftigen Mannes vor ihm, auch wenn dieser mit aller Kraft versucht, sich nichts anmerken zu lassen.
Miraculix ging aber nicht weiter darauf ein, sondern meint nur: „Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn du ein paar Tage nicht da bist…“
„WIE???“
„Nun, nun beruhig Majestix! Du musst zugeben… Gutemine und du… Ihr…“
„Schon gut! … Schon gut…“
Majestix sieht in Richtung seiner Hütte und es braucht keinen Seher um seine Gedanken zu erraten. Seine Gedanken kehrten zum Morgen zurück und er konnte nicht verhindern, dass seine Hände erneut zu zittern anfingen. Er merkte nicht wie Miraculix an ihn herangetreten war und so zuckt er erschrocken zusammen, als die Hand des Älteren sich auf seine Schulter legt.
„Majestix… Ich denke ein wenig Abstand wird euch beiden gut tun. Und wenn du wiederkommst…“
Eine Handbewegung von Majestix lässt ihn mitten im Satz innehalten.
„Ich weiß was du sagen willst, Miraculix… Du willst sagen, das, wenn wir uns beruhigt haben, sich schon alles klären wird. Das wir unseren Streit vergessen und… Alles wird wie bisher…“
Er sah Miraculix an und dieser erschrak, als er Tränen in den Augen seinen Freundes glitzern sah.
„Aber ich fürchte…“
Majestix griff in den Ärmel seinen Hemdes und zog das Tuchstück daraus hervor, welches er dort verwahrt hatte.
„…diesmal ist es endgültig…“
Miraculix schweigt, sichtlich erschrocken. Er wusste was es hieß, wenn der Knoten eines Handfastig-Tuches gelöst wurde. Einen Moment völlig geschockt, merkte er nicht einmal, das Majestix das Tuch wieder in seinem Ärmel verstaut und zu seiner Hütte gegangen war. Als er aus seiner Starre erwachte sieht er gerade noch, wie sich die Tür hinter seinem Freund schließt.
 
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