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What have we done?

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Het
OC (Own Character) Preussen Russland
23.01.2022
31.01.2022
9
15.268
1
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Prolog

Zweifelnd blickte ich hoch in das lächelnde Gesicht. Er war zwei Jahre älter als ich, ganze (deine Größe -1,82) Zentimeter größer und besaß einen starken Akzent, wenn er sprach.

Die Rede war von Ivan Braginski. Russe, groß gebaut, mit kindlichem Lächeln und den wohl gruseligsten und faszinierendsten Augen die ich kannte.

Ganz nebenbei war er auch mein geheimer Crush seit unserer Jugend. Aber wir waren nur Freunde und viele besaß er mit Sicherheit nicht.

"Warum guckst du so?", fragte er und legte seinen Kopf leicht schräg.

Hatte ich naiv vergessen und Gewalt bereit?

"Das ist eine selten dämliche Idee. Gilbert und Alfred wollen dich sicher nur wieder ärgern", teilte ich ihm mit. Aber er lachte und schüttelte seinen Kopf. Belustigt lehnte er ab und zerzauste mir meine Haare.

Seufzend ließ ich es zu und er küsste mir auf die Wange. Danach verschwand er und ging zum Treffen mit Gilbert und Alfred.


Am späten Abend, ich war aus Sorge um ihn noch wach, klingelte mein Handy. Ein kurzer Blick genügte damit ich dran ging. Zwar war ich hundemüde, aber die Sorge um ihn hielt mich wach. "Vanya *gähn*... Wie lief es?", fragte ich überflüssigerweise und stand bereits auf. Meine Augen suchten nach meinen Schuhen und einer Draußenjacke. Zum Glück hatte ich ein Buch gelesen und trug daher noch meine Brille.

"Warum hassen mich alle?", kam die leise Frage von ihm durch mein Handy.

Abrupt hielt ich inne. Das war neu. Normalerweise war er am Boden zerstört und wollte mich einfach nur sehen, daher hatte ich nötige Dinge gesucht. Aber das?

"Das stimmt nicht, Vanya… schau mal, ich komm jetzt zu dir und wir können miteinander reden. Was hältst du davon?", schlug ich vor und zog mir kompliziert einhändig meine Jacke an.

Ich Depp hatte vergessen, dass ich die Schuhe noch trug. Um so besser, so konnte ich schneller das Haus verlassen. "Нет", verneinte er auf seiner Muttersprache. Kaum fing er an, wiederholte er es und wurde panisch dabei.

Spätestens jetzt war ich hellwach, denn er murmelte zusätzlich noch etwas. Meine russisch Kenntnisse ließen zu Wünschen übrig, aber die Fetzen verstand ich.

"Ich war das nicht."

Ein kalter Schauer bitterer Vorahnung überfiel mich und schnürte mir die Kehle zu.

Kaum verließ ich meine Wohnung, rannte ich. Mir beschlich das Gefühl, dass ich wusste, wo Ivan sich befand.


Und ich behielt recht. Er stand dort, kurz vorm Wald und starrte zu Boden. Ruhig legte ich eine Hand auf seinen breiten Rücken und fixierte nur ihn. "Sssh, alles gut, Vanya. Ich bin hier", versuchte ich ihn zu beruhigen. Hektisch blickte er zu mir und schüttelte voller Furcht seinen Kopf. "Нет, bleib weg!", schrie er und wich zurück. Fassungslos erstarrte ich und konnte nur zusehen, wie er sich an den Kopf fasste. Mein Herz zog sich beim Anblick zusammen. Ich wollte helfen, ihn umarmen, ihn beruhigen. Aber er ließ mich nicht.


Suchend blickte ich mich um. Weshalb war er so panisch?

Kaum bemerkte er, dass ich anfing in Richtung Wald zu gehen, ergriff er mit glasigen Augen meine Hände. Nicht mehr als ein flehendes Hauchen verließ seine Lippen: "Нет."

Bemüht ruhig blickte ich ihm in die unruhigen violetten Augen. Dann glitt mein Blick nach unten zu unseren Händen. Denn mich irritierte das Gefühl seiner rechten Hand. Diese fühlte sich klebrig, feucht an.

Mit Entsetzen weiteten sich meine Augen, als ich die dunkle Farbe auf seiner und nun auch meiner Haut bemerkte. Es war Blut.

"Vanya?", hakte ich geschockt nach. Sein Blick wurde trüber und er umschloss fester meine Hände. "Du hasst mich, да?", meinte er und seine Lippen zierte ein trauriges Lächeln.

"Was? Nein! Aber wo kommt das Blut her?", stritt ich es ab und versuchte mich aus seinem Griff zu befreien. "Warum willst du dann gehen? Freunde spielen doch", sprach er kühl.


Abrupt ließ er mich los, als ihn etwas auf dem Hinterkopf traf. "Fucking Psycho!", entkam es Alfred, der voller Dreck und mit zerbrochenen Brille hinter Ivan stand. Seine Atmung ging schwer und auch er besaß Blut am Körper und Kleidung.

Ivan war auf die Knie gesunken und schwieg. Ehe ich mich zu ihm knien konnte, lachte er.

Verstört wich Alfred zurück und nahm wieder fester zur Hand, was er hielt. Einen blutigen Baseballschläger. "Alfred, warum tust du das?", kam schockiert meine Frage. Während ich Ivan in meine Arme schloss. Die Lache war nur noch leise da.

Hass erfüllt richtete Alfred den Schläger auf Ivan und erklärte sich: "Warum ich das tue? Warum ich das tue?! Ivan ist der fucking Psycho, der Gilbert getötet hat! Mich fast auch! Er hat mich fucking nochmal töten wollen!"

Erschrocken zuckte ich zusammen und schüttelte den Kopf. Ivan war vieles, aber kein Mörder.

Oder etwa doch?

Waren ihm die Sicherungen durchgebrannt?

Hatte er Gilbert, meinen Kindheitsfreund wirklich getötet?


"... Ihr habt angefangen! Ihr habt mir Schlafmittel gegeben und habt mich bluten lassen… Ich hab geschrien!", japste Ivan und warf seinen Kopf über seine Schulter. Regungslos saß ich nur dort und konnte mich nicht bewegen.

Was war passiert?

Wo waren diese grausamen Dinge entstanden?

Wieso musste es soweit kommen?

War ich zu nachgiebig gewesen?

Könnte Gilbert dann noch leben?


Stumm kullerte die erste Träne und ich kniff meine Augen zusammen.

Gab es nicht einen Weg, wie wir alle miteinander umgehen konnten, ohne einander zu töten? Fest hoffte ich daran.



Plötzlich verstummte alles und als ich meine Augen öffnen wollte, schloss ich sie sogleich wieder. Beißend grelles Licht war um mich herum. Ich konnte mein Blut in meinen Ohren rauschen hören.

Dann war es wieder fort. Die Geräusche eines Waldes kehrten zurück. Das Rascheln von Ästen und das Singen der Vögel.

Vorsichtig öffnete ich meine Augen und sah mich um. Nirgends waren Alfred und Ivan. Fassungslos sprang ich auf und stellte noch etwas fest. Der Wald war mir fremd mit seinen vielen Nadelbäumen. Als der Wind durch die Äste fegte, wurde mir eiskalt. Es war der Wind wie vom Winter, dabei dachte ich, dass wir Herbst hätten.


Bald den 21. von Ludwig feiern würden und Gilbert über alles glücklich seinen Bruder umarmen würde. Aber Gilbert war tot und ich wo komplett fremdes. Während sich Alfred und Ivan vermutlich gegenseitig bekämpften.


"Scheiß Russe! Dem zeig ich's noch! Spielt sich groß auf, aber jeder weiß, dass ich viel großartiger bin als dieses Kommunistenschwein!", drang eine fluchende Stimme an mein Ohr.

Als ich mich umdrehte, verstummte die Stimme. Stattdessen sahen mich voller Schock rubinrote Augen an.


"Scheiße!"
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