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You can't always save everybody

Kurzbeschreibung
OneshotDrama, Schmerz/Trost / P16 / Gen
Gwen Stacy Peter Parker / Spiderman
22.01.2022
22.01.2022
1
1.550
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„This is all my fault. I can't save everyone."
(Peter Parker, No way Home)

Stell dir vor du bist mitten in einer Großstadt, mitten in New York und trotzdem bist du alleine. Die Menschen Ziehen an dir vorbei wie ein Film den man vospuhlt. Die siehst wie sie lachen, sprechen, schreien. Du siehst wie ein Auto eine Vollbremsung hinlegt, ein LKW-Fahrer die Hupe drückt oder wie ein Straßenmusikant sein Saxophon spielt, aberdu hörst nichts. Keine Motorengeräusche, kein Baustellenlärm, nicht einmal die Sirenen des Krankenwagens der durch die Straßen eilt. Ist es nur hier oben Still? Ich war lange nicht mehr dort unten, nicht bewusst. Der Regen prasselte auf meine Haut im Gesicht während ich vom Empire State Building nach unten sah, meine Maskelocker in der Hand. Die Haarsträhnen hingen mir nass ins Gesicht,aber es interessierte mich nicht. Es interessierte mich gar nichts mehr. Ich hatte alles verloren, jeden, alles was mir wichtig war...und für die Leute dort unten ging das Leben einfach weiter. Unbeschwert, glücklich, sorglos. Die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft wird sie schon retten, sollte etwas schlimmes passieren...aber ich kann nicht jeden retten. Vor allem nicht die, die mir wichtig sind...
Sollte das alles sein? Ist es das meine Bestimmung? Einsam in einer Stadt voller Menschen zu sein? Unsichtbar? Was wenn es genau das ist? Was wenn es mir verboten ist ein eigenes Leben zu führen? Was wenn esmich nicht mehr glücklich macht die Menschen vor Unheil zu bewahren? Ich kann nicht überall sein, nicht bei jedem. Verlassen sie sich zusehr auf mich und darauf das ich im richtigen Moment kommen und ihnen beistehe? Vielleicht bin ich nicht mehr als das 5 Rad am Wagen. Ich darf mitkommen auf die nächste Party aber nur weil ich der Fahrer bin. Sehen sie mich so?

Der Wind peitscht mir ums Gesicht und wende mein Blick ab von den Straßen und den vielen Lichtern in Richtung Himmel. Leere. Dunkelheit. Ein endloses Nichts.
Ich bin viel zu oft hier oben. Immer wieder, jedes Mal wenn ich kein Schlaf finde. Jedes mal wenn ich Ihren Blick sehe, wie mit jedem Meter mehr und mehr die Hoffnung aus ihrem Blick verschwindet. Wie sie Augen schließt auf wolle sie sich auf den Aufprall vorbereiten. Sie wusste es! Sie wusste, dass ich es nicht schaffe! Ich hab Sie dareingezogen und nicht wieder raus gebracht. Es war allein meine Schuld! Ich habe ihr das Leben genommen! Ich hätte sie da niemals mitnehmen dürfen. Ich hätte Schluss machen sollen! Mit ihr, mit Spiderman, mit irgendetwas! Es funktioniert einfach nicht. Man kann keine zwei Leben führen. Ob sie Angst um mich hatte? Ob unsere Kinder Angst um mich gehabt hätten? Ob meine Kinder es gewusst hätten? Kinder lieben Spiderman. Es wäre sicher nicht mehr langeein Geheimnis gewesen wer unter der Maske steckt. Ob ich dann anstatt die Welt zu retten Kindergeburtstag gerettet hätte?
Es macht keinen Sinn darüber nachzudenken, was wäre wenn...es wird nicht eintreffen...nicht mehr. Ich war egoistisch. Ich habe an mich gedacht. Daran dass ich sie bei mir haben möchte, das ich ihr nahe sein möchte. Ich wollte Sie mit keinem Anderen sehen. Ich wollte sie in meiner Nähe haben wann immer es ging. Ich wollte alles!

Und jetzt? Jetzt hatte ich sie für immer verloren. Ich hatte nicht einmal mehr die Möglichkeit ihr heimlich dabei zuzusehen wie sie ihr Leben lebte, wie sie jeden mit ihrer Art verzauberte. Sie war alles...mein alles. Sie war so unglaublich klug und mutig und fürsorglich. Sie hatte so ein schönes Lächeln, so warm, so liebevoll. Und ihre Augen, so unergründlich, so strahlend, so rein. Sie war alles...
Meine Augen brannten. Es waren nicht mehr nur Regentropfen die mein Gesicht hinabliefen, aber wer sah das schon? Sie hätte es gesehen. Sie wusste wann ich sie brauchte. Und sie war da. Immer. Ich nicht... Ich hatte es einfach nicht geschafft. Sie hatte mich ein einziges Mal gebraucht und ich hatte versagt. Ich spürte wie meine Hand meine Maske immer fester umschloss. Ich hatte ihr die Chance genommen zu leben. Ich hatte der Welt diese wundervolle Person genommen. Ich war Spiderman, der es schaffte jeden zu retten, außer sie. Ist das nicht Ironie? Jeder wird von Spiderman gerettet nur nicht die Person die ihm am nächsten steht, mit ihm ein Bett teilt, in besser kennt als irgendwer sonst. Ja das war es! Und das zeigten sie mir immer und immer wieder. Jedes Mal wenn ich einen von diesen Dreckskerlen erwischte grinsten sie mich breit an, als wenn sie es wüssten. Als wenn Sie wüssten, dass ich zu schwach war meine eigene Freundin zu retten. Und egal wie feste ich zuschlug, sie hörten nicht auf zu grinsen. Nein, das Grinsen wurde noch breiter! Sie lachten. Es hallte in meinen Ohren und drang direkt in mein Kopf. Hohn, Spott, Arroganz und es hört einfach nicht auf. Ich stecke fest in einer Spirale die sich immer weiter abwärts bewegte mit rasend schneller Geschwindigkeit. Bald würde auch ich auf dem Boden aufschlagen. Es war nur noch eine Frage der Zeit, denn alles erinnerte mich an sie. Es gab für mich kein entkommen und das war die Last die ich tragen musste. Ihr Blick, ihr letzter Atemzug, ihre Hoffnungslosigkeit, der Spott, der Hohn, das teuflische Lachen. Immer und immer wieder, egal wo ich war. War ich allein, tauchte sie auf, als wollte sich mich immer und immer wieder daran erinnern, das ich sie nicht retten konnte. Diese Stille, welches sich ausbreitete damit man von nichts und niemand abgelenkt wurde und ich mich voll und ganz auf sie konzentrieren musste. War ich unter Menschen wurde es laut. Lärm, Lachen, dass direkt in den Kopf drang und dort so laut wieder hallte, dass ich meinte er würde gleich explodieren. Ich sollte ja nicht vergessen, das ich es nicht geschafft hatte. Das ich nicht besser war als die Kerle die ich jagte. An meinen Händen klebte Blut, Blut von so vielen. Nicht nur ihres.

Ich erinnere mich nicht mehr an diese Nacht, nicht genau zumindest. Im Polizeifunk hörte man einen Funkspruch zu einem bewaffneten Überfall. Es war eine dieser Nächte in denen es mich wieder komplett überrannt hatte. Ich war nicht konzentriert, nicht nüchtern was meine Gedanken anging. In meinem Kopf waren so viele Stimmen, dass ich fast verrückt wurde. Ich wollte nur noch da raus und weg von all dem. Ich hätte wissen müssen, dass es eine schlechte Idee war....eine sehr schlechte Idee...
Ich sprang durchs Fenster, schwang durch die Straßen zum Ort des Geschehens. Von einem Dach verschaffte ich mir einen Überblick und verfolgte die Route der Täter. Ein Auto kam in einer dunklen Gasse zum stehen und ehe der Fahrer auch nur den Griff seine Tür greifen konnte, hatte ich diese schon aus der Verankerung gerissen. Seine Augen waren riesig, fast schon ängstlich, fast schon...hoffnungslos? Wieder blitzen sie auf, diese Bilder. Ein endloser Fall, der aber doch mit einem lauten Knall sein abruptes Ende fand. Und ich streckte meine Hand aus um sie zu greifen, immer und immer wieder. Wieso ziehe ich sie zurück? Wieso bewegen sich meine Arme so schnell? Wieso ist es plötzlich hier so unglaublich laut? Ich merke wie ich mich bewege, wie ich immer wieder greife, nein, schlage. Und plötzlich ist da wieder dieses Lachen. Es kommt von diesem Mistkerl. Mit blutigem Gesicht liegt er auf dem Boden, rappelt sich schwerfällig auf, als er mich grinsend ansieht: „Ist das alles was du kannst?" Mit dem Handrücken wischte er sich eine Mischung aus Spucke und Blut vom Mund. Er verspottet mich. War es wirklich das? War prügeln das Einzige was ich konnte? Ich schrie auf! Die Stimmen in meinem Kopf wurde immer lauter und lauter und es kamen immer mehr dazu. Sie lachten, zeigten mit dem Finger auf mich und sie sollten einfach nur aufhören. Sie sollten endlich still sein!
Ich spürte wie sich meine Fäuste immer schneller bewegten, aber ich nahm es nicht wahr. Immer schneller und schneller schlugen sie auf den Gegenstand auf. Sie sollten leise sein. Sie sollten endlich alle leise sein und mir nicht immer und immer wieder meinen Fehler aufzeigen. Sagen sie denn nichtwie es mich auffraß? Oder war es genau das was sie sehen wollten? Mein Kryptonit?

Und plötzlich war es still. Es kam mir vor als sei die Welt ein zweites Mal stehen geblieben. Alles schien in Zeitlupe an mir vorbei zulaufen, als wäre ich kein Teil davon. Es wirkte als sehe ich mir einen Film an. Ich sag auf meine Hände, die Handschuhe waren in Blut getränkt. Vor mir lag eine kaum noch erkennbare Person. Was ist nur passiert? Was hab ich getan? Fassungslosigkeit überkam mich. Das konnte nicht echt sein. Es durfte einfach nicht echt sein!
In der Ferne waren Sirenen zu hören, die immer näher und näher kamen. Bald schon wurde alles abwechselnd in ein rotes und blaues Licht getaucht.

Mörder.
Seitdem hatte ich es offiziell.
Das Wort prangerte immer wieder über meinen Bildern.
Erst letztens hatte ich wieder ein Graffiti gesehen, dem man diesen Stempel verliehen hatte.
Was ist nur aus mir geworden?
Sie hätte das nicht gewollt.
Mit Ihr wäre das nicht passiert.
Du fehlst mir.

Gwen


„The hardest thing about this job is you can't always save everybody."
(Spider-Ham, Into the Spider-Verse)
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