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Weißwurst-Rebellion

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteHumor, Liebesgeschichte / P16 / Mix
Deutschland Italien Japan OC (Own Character) Preussen
22.01.2022
03.04.2022
10
11.436
3
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22.01.2022 304
 
Prolog


Es war einmal ein geruhsamer und beschaulicher Sonntagmorgen im Hause Beilschmidt. Die Sonne schickte erste, hellgoldene Strahlen durch die geklöppelten Gardinen, Katharina werkelte bereits in der Küche herum und traf Vorbereitungen fürs Mittagessen. Der kleine Kuckuck über dem Geschirrschrank kam trillernd aus seinem Häuschen, um anzukündigen, dass es acht Uhr früh war. Otto Beilschmidt köpfte sein Viereinhalb-Minuten-Ei und schlug anschließend die Zeitung auf. Eben wollte er die Anzeigen für Gebrauchtwagen überfliegen (vielleicht war ja etwas Interessantes für seine Werkstatt dabei), als die Haustür mit lautem Krachen aufflog. Dank seinem Sitzplatz am kleinen Esstisch hatte Otto eine gute Aussicht auf den Flur, und so konnte er beobachten, wie jemand in eben jenen Flur stolperte, in die Knie ging und mit tiefem Röhren auf den Läufer reiherte.

„Meine Güte, kotz leiser, Birdy, du weckst noch alle auf…“, flüsterte das Mädchen, das dem kotzenden Jungen folgte, „Scheiße, mir wird auch schlecht!“

Den Jungen erkannte Otto nun als seinen ältesten Sohn Gilbert. Dessen Klamotten – eine knappe Weste, ein dreckiges Bandshirt, Nietenarmbänder und zerrissene Jeans – entsprachen nicht gerade dem, was sich Otto als sonntagstaugliche Bekleidung für seine Söhne wünschte.

Ludwig, der seinen derangierten Bruder wieder vom Boden hochzog, klang besorgt. „Shh, leise, ihr führt euch auf wie eine Armee auf dem Vormarsch! Carla, hilf mir mal! Hör zu, wir bringen ihn ins Badezimmer, und dann-“ Erschöpft fuhr er sich durchs blonde Haar.

„Luuudwig, Kiku hat in den Vorgarten gekotzt!“, brüllte draußen jemand euphorisch, nahm Anlauf und sprang wagemutig auf Ludwigs Rücken, „Und außerdem sterbe ich vor Hunger, machst du mir was zu essen?“ Feliciano kuschelte sich seufzend an die breiten Schultern seines besten Freundes.

Ein erschrockenes Japsen. Synchron blickten die vier Teenager zur Seite – direkt in die entsetzten Augen von Otto Beilschmidt, der Löffel voll wachsweichem Ei nur Zentimeter vor seinem buschigen Schnauzbart eingefroren.
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