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Candy Crush

von Pajarita
Kurzbeschreibung
OneshotAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Het
Hannah Abbott Neville Longbottom
21.01.2022
21.01.2022
1
1.725
3
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Dieses Kapitel
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Hallo ihr Lieben!

Hier ist mein Beitrag für das Weihnachtswichteln von Mistelzauber "All I Want for Christmas Is You" für Fela.
Die Geschichte spielt im siebten Band in Hogwarts.

Ich hoffe, ihr hattet eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr. Viel Spaß beim Lesen!



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Candy Crush
für Fela

Ein Maunzen durchbrach die Stille des Gangs vor ihnen. Hannah gefror das Blut in den Adern. “Mrs. Norris!”, flüsterte Neville neben ihr. Verdammt. Dann war Filch auch nicht mehr weit. Hannah unterdrückte ein Fluchen. Sie waren nicht mehr weit vom Gemeinschaftsraum entfernt, wenn sie sich jetzt klug anstellten, lagen sie in ihren Betten, bevor irgendjemand sie bemerkt hatte. Sie warf einen prüfenden Blick über die Schulter.
“Hier entlang. So dauert es ein bisschen länger, aber vielleicht umgehen wir Filch so.”
Sie huschten den Gang entlang zurück, zwei Treppen nach unten, durch den Geheimgang hinter dem Wandteppich mit den hässlichen Stickereien. Das lief nicht ganz nach Plan. Dabie hatte es eigentlich ganz einfach begonnen.

Sie saßen nach ihrem DA Treffen noch eine Weile zusammen im Raum der Wünsche. Ginny und Colin übten ungesagte Zauber, Neville saß an einem Aufsatz für Kräuterkunde, während Terry erzählte, dass er am Morgen einen Zweitklässler hatte in den Krankenflügel bringen müssen, weil er vor Angst seinem Nachsitzen bei einem der Carrows einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte.
Susan schüttelte wütend den Kopf. “Alle sind völlig verängstigt. Ich habe das Schloss selten so still erlebt.”
Ginny unterbrach ihre Übung mit Colin. “Eigentlich bräuchten wir so eine Aktion, wie Fred und George sie mit Umbridge gemacht haben.”
“Ja”, lachte Hannah. “Das war richtig gut.”
“Wir bräuchten etwas großes.”
“Etwas, das Durmbledores Armee würdig ist.”
“Dumbledore hätte bestimmt irgendwas mit Süßigkeiten gemacht”, murmelte Neville über seinem Kräuterkundebuch.
“Wie bitte?” Ginny drehte sich zu ihm um.
Neville sah auf und zuckte mit den Schultern. “Ich sag ja nur. Dumbledore hat Süßigkeiten geliebt.”
Ein Grinsen breitete sich auf Ginnys Gesicht aus. “Weißt du? Das ist gar keine schlechte Idee.”


Neville und sie waren hinter den anderen zurückgeblieben, weil Hannah unbedingt dem Springbrunnen noch ein paar Eissorten hinzufügen wollte. Bei Eis verstand sie keinen Spaß.  “Mitten im Winter?”, hatte Ernie sie gefragt? “Eis?” Hannah hatte ihm unter erhobenen Augenbrauen einen strengen Blick zugeworfen und ihm erklärt, dass man Eis zu jeder Jahreszeit essen könnte, selbst wenn es draußen seit Tagen schneite. Im Nachhinein war das vielleicht nicht eine ihrer besten Ideen gewesen. Aber die Sorten hatte sie ziemlich gut hinbekommen. Und jetzt hatten sie den Schlamassel. Sie fluchte leise und schlich weiter.

Hannah zuckte zusammen, als sie aus dem Korridor links neben ihnen eine Stimme hörte. “Wer ist da? Stehenbleiben!”  Alecto Carrow. Sie hatten heute wirklich gar kein Glück. “Lauf!” hörte sie Neville neben sich und sie rannten los.
“HALT!”
Hannah duckte sich, als ein Fluch scheppernd die Rüstung neben ihr traf. Sie rannte weiter. Nach kurzer Zeit hatte sie Seitenstechen, ihre Lunge brannte. Sie war wirklich keine Läuferin. Mehr Flüche zischten an ihnen vorbei. Sie hörte von Neville neben sich einen unterdrückten Schmerzenslaut. Sie hetzten um eine Ecke. Ohne darüber nachzudenken, packte Hannah Nevilles Ärmel und zog ihn in eine enge Nische hinter einer Rüstung. Dann schickte sie einen Poltergeist-Zauber den Gang hinunter .
Gerade noch rechtzeitig zog sie ihren Kopf zurück und quetschte sich neben Neville in die Nische. Sie versuchte, ihren Atem zu beruhigen. Ihr Herz hämmerte so laut, dass sie das Gefühl hatte, das ganze Schloss müsse davon aufwachen.
Alecto Carrows schwere Schritte kamen näher, das Licht an ihrem Zauberstab warf lange Schatten durch den Gang. Ihre Schritte wurden langsamer. Hannah schloss die Augen und atmete so flach sie konnte.
Da ertönte ein Scheppern weiter vor ihnen und die Schritte beschleunigten sich wieder. In der Dunkelheit neben ihr stieß Neville den Atem aus, den er angehalten hatte. Sie verharrten in Stille, während die Schritte immer leiser wurden.
Hannahs Puls beruhigte sich langsam. Sie nahm den sanften Geruch wahr, der von Neville ausging. Ein bisschen nach Seife, nach warmer Erde und nach Kräutern. Er roch gut. Sie merkte, dass sie seinen Arm immer noch fest umklammerte. “Entschuldigung”, murmelte sie und trat einen Schritt von ihm zurück.
“Schon gut.” Neville räusperte sich. “Das war ein richtig guter Poltergeist”, flüsterte er, während er an der Rüstung vorbei den Korridor hinunter spähte. Dieser Zauber war genial, er machte Lärm und lockte, wie eben, mit etwas Glück Verfolger in eine falsche Richtung. Ginny hatte den Zauber zusammen mit Luna entwickelt und sie hatten sie monatelang in der DA geübt. “Ich glaube, sie ist weg.”
Vorsichtig wagten sie sich hervor. Neville verzog das Gesicht. “Ich glaube, sie hat mich mit einem Fluch am Bein erwischt. Verdammt, das brennt!”
Hannah beobachtete sorgenvoll, wie er loshumpelte. Sie warf einen Blick auf ihre Galleone. “Ich glaube, der Gang vor unserem Gemeinschaftsraum ist immer noch frei. Das ist von hier nicht weit, willst du nicht mit zu uns kommen und wir schauen uns das erst mal an?” Neville nickte langsam. “Okay. Zur Not schleiche ich mich später nach oben.”

Sie erreichten den Flur hinter dem Eingang zur Küche ohne weitere Zwischenfälle. Neville kletterte hinter ihr durch das Fass in den schmalen erdigen Tunnel, der ein kurzes Stück nach oben zum Gemeinschaftsraum der Huffelpuffs führte.
“Wow”, hörte sie hinter sich, als sie den Raum betraten. Neville war ihres Wissens noch nie im Gemeinschaftsraum der Hufflepuffs gewesen und sie erinnerte sich noch gut, wie sie sich gefühlt hatte, als sie den Raum das erste Mal betreten hatte. Sie liebte ihren Gemeinschaftsraum.
Gemütliche gelbe und schwarze Sessel standen vor dem Kamin, in dem zu dieser Jahreszeit immer ein munteres Feuerchen flackerte und auf einem der runden Tische dampfte eine kupferne Teekanne.
Aber das Besondere waren die Pflanzen. Sie hingen von der Decke, standen in großen und kleinen Töpfen auf den Tischen und den Fensterbänken.
“Ihr seid wieder da”, rief Ernie, der wohl vor einem der Sessel am Feuer auf- und abgelaufen war und steckte seine eigene Galleone erleichtert in die Tasche seines Morgenmantels. “Ich hab mir schon Sorgen gemacht! ist etwas passiert?”
“Filch und Carrow sind passiert.” Neville humpelte müde zum Feuer und ließ sich auf einen der Sessel fallen.
“Neville, dein Bein!” Neville blinkte an sich herunter. Der Stoff seiner Hose war zerrissen und darunter wurde ein hässlicher Schriftzug aus grünen und grauen Pusteln sichtbar. Störenfried. Er verzog das Gesicht. “Das sieht ja noch schlimmer aus, als es sich anfühlt!”
Hannah beugte sich besorgt über ihn. Es sah furchtbar aus. “Du musst dringend zu Madam Pomfrey!”
Neville schüttelte den Kopf. “Wenn ich mit dieser Verletzung im Krankenflügel auftauche, wissen die Carrows ganz genau, dass ich heute Nacht draußen war.”
Was für ein mieser Trick. Hannah schnaubte.
“Ich haben bestimmt noch irgendwo Murtlap-Essenz, vielleicht hilft das?“, warf Ernie dazwischen.
“Bestimmt!” Hannah überlegte. “Vielleicht zusätzlich auch einen Umschlag aus Gänseblümchen? Die helfen bei Schwellungen und generell bei Hautproblemen”.
Sie durchsuchte die Pflanzen, die zum Trocknen neben dem Kamin hingen, während Ernie zum Schlafsaal der Jungen ging, um nach seiner Flasche Murtlap-Essenz zu suchen. Es waren keine Gänseblümchen mehr da. Wahrscheinlich hatte sich irgendjemand einen Tee gekocht. Frustriert begann sie ihre Suche von neuem.
“Affodillwurzeln wären noch gut, oder Bubotublereiter.” sagte Neville, der vorsichtig die Reste seiner Hose hochkrempelte. “Habt ihr davon was?”
Hannah unterbrach ihre Suche. “Bubotublereiter haben wir nicht, da müssen wir vielleicht morgen Professor Sprout fragen. Aber wir haben Affodill hier... Warte kurz!”
Sie ging an den Tischen vorbei und schob sich unter einer Tanzenden Flitterblume durch, deren Ranken sich im schwachen Licht bedächtig hin- und her wiegten. Sie trat an einen großen Topf heran, in dem vier weiß- und gelb blühende Affodill-Pflanzen wuchsen. Vorsichtig machte sie sich daran, an einer von ihnen ein kurzes Stück Wurzel auszugraben.

“Es ist unglaublich, wie viele Pflanzen ihr hier habt” Neville war unbemerkt hinter ihr aufgetaucht. Sie sah ihn über ihre Schulter hinweg an. Sein Blick glitt begeistert über die Fangzähnige Geranie, die nach seinem Ärmel schnappte, die singenden Kräuter auf dem Fensterbrett, die um diese Tageszeit nur noch leise vor sich hin summten und brummten, zu ihr und er lächelte sie glücklich an. Ihr Magen machte einen kleinen Hüpfer und in ihrem Bauch breitete sich ein warmes Gefühl aus.
“Professor Sprout bringt sie her. Wahrscheinlich ist das der Grund, dass die meisten Hufflepuffs ganz gut in Kräuterkunde sind.” Sie grub die Wurzel fertig aus, wickelte sie in ein Tuch und nahm sie mit zurück zum Tisch.

Gemeinsam schafften sie es, Nevilles Bein halbwegs zu versorgen. Ernie - der in Zaubertränke schon immer besser gewesen war als sie und Neville zusammen - erklärte ihnen geschlagene zehn Minuten, wie man am besten den Saft aus den Wurzeln holen konnte und was Professor Slughorn in der vorletzten Stunde zu diesem Thema gesagt hatte. Und so, im Sessel vor dem Feuer, mit ein paar Flaschen Butterbier, die Hannah aus ihrem Vorrat geholt hatte, war Hannah seltsam froh, dass Mrs. Norris aufgetaucht war und Professor Carrow sie fast erwischt hätte.

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Neville war zufrieden. Allein der Blick auf Amycus Carrows Gesicht, als er von einer Horde wild flatternder Zitronenbrausebonbons umschwärmt, wutschnaubend aus der Halle lief, um Professor Flitwick zu suchen, war die Mühe wert gewesen.

Er hatte die große Halle schon seit Monaten nicht mehr so voller Leben gesehen.
Erstklässler versuchten Schokofrösche zu fangen, die über die Tische und Bänke hüpften und in unregelmäßigen Abständen schrie jemand auf, wenn eine der Kerzen zu einem Regen aus Bertie Botts Bohnen zerstob.

Sein Bein tat kaum noch weh, als er aus der Halle ging und fast über eine der im Dunkeln leuchtenden Gummischlange stolperte, die sich zischelnd ihren Weg nach draußen bahnte. Es war über Nacht schon deutlich besser geworden, die Murtlap-Essenz und die Affodill-Wurzeln hatten gute Arbeit geleistet.

Seine Laue wurde noch besser, als er auf dem Weg durch den Hof die Traube von Schülern sah, die sich um einen der Schokolade spuckenden Wasserspeier gebildet hatte.

Und als er den Blick auf Hannahs Gesicht sah, die auf dem Rand des Springbrunnens saß, den sie über und über mit Eis gefüllt hatten, und genüsslich eine Kugel Eis aß, die verdächtig nach ihrer Kreation aus Himbeere und Minze aussah, vor der sie ihm gestern erzählt hatte, konnte er die Schmerzen in seinem Bein eigentlich schon nicht mehr spüren.




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Ihr Lieben, ich hoffe, es hat euch gefallen! Fallen euch noch mehr Abwege für Süßigkeiten ein?

LG, eure Paja
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