Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Unerwartete Neuigkeiten

von Fela
Kurzbeschreibung
OneshotFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Het
Astoria Greengrass Daphne Greengrass Draco Malfoy Lucius Malfoy Narzissa Malfoy
19.01.2022
19.01.2022
1
1.866
5
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
 
19.01.2022 1.866
 
Auch in diesem Jahr habe ich wieder beim Weihnachtswichteln mitgemacht. Das Projekt wurde wieder organisiert von Katie und Lina, denen ich an dieser Stelle erst einmal ein dickes Lob und großes Dankschön aussprechen will.

Nachdem mein Wichtelkind leider kurzfristig ausgefallen ist, durfte ich stattdessen einen Oneshot für die liebe EmmaLisa schreiben. Es tut mir leid, dass du so lange warten musstest, aber ich hoffe, du hast trotzdem Freude an deinem Geschenk

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

❄︎

Wichtel-Vorgaben

Draco Malfoy x Astoria Greengrass
Ein langweiliger Weihnachtsabend im Hause Malfoy nimmt eine überraschende Wendung

❄︎


Unerwartete Neuigkeiten

Das Unerwartete zu Erwarten, verrät einen durchaus modernen Geist Oscar Wilde



Hogwarts, 20. Dezember

„Es wird ein ruhiges, familiäres Weihnachtsfest werden“, sagte Draco und drückte beruhigend ihre Hand. Dennoch, die Vorstellung, Weihnachten auf Malfoy Manor zu feiern, behagte ihr ganz und gar nicht. Sie und Draco waren schließlich erst seit Thanksgiving zusammen, und ja, sie war erstaunt, wie harmonisch und problemlos ihre Beziehung bis jetzt verlaufen war. Aber Weihnachten mit seinen Eltern zu feiern, erschien ihr doch etwas überstürzt.

Du hast mein aufrichtiges Mitgefühl, war alles, was Daphne gesagt hatte, als Astoria ihrer großen Schwester ihre Bedenken anvertraut hatte. Aber sie wollte nicht ihr Mitgefühl. Sie wollte praktische Hilfe und einen Plan, was sie tun konnte, falls… nun ja, falls ihre und Dracos Eltern versuchen sollten, an Weihnachten ihre Verlobung zu arrangieren.

Aber vielleicht war Daphne einfach nicht die richtige für diese Aufgabe. Immerhin hatte sie gerade erst ihre Verlobung mit Theodore Nott bekannt gegeben und verbrachte die Weihnachtsfeiertage selbstverständlich mit ihren zukünftigen Schwiegereltern. Seufzend lehnte sie ihren Kopf gegen die Rückenlehne des Sofas.

Draco begann erneut, die Vorzüge eines ganz privaten Weihnachtsfestes aufzuzählen. „... und so lernen sich unsere Familien endlich besser kennen“, schloss er schließlich, doch Astoria blickte weiterhin finster in den lodernden Kamin. Manchmal wusste er einfach nicht, was Astorias Problem war.

Blaise unterbrach schließlich ihr unbehagliches Schweigen. Er fläzte sich in einen der Sessel gegenüber von ihnen, legte seine langen Beine auf dem Couchtisch ab und balancierte eine Schale mit buttrigem Popcorn auf seinem Bauch. „Was ist los, Greengrass? Warum siehst du aus, als wäre dir ein Maiskorn im Hals stecken geblieben?“, fragte er und sprach damit Dracos unausgesprochene Frage aus. Er vermutete, dass Astorias abweisendes Verhalten nichts mit ihm oder seiner Familie zu tun hatte, aber irgendetwas beunruhigte sie offensichtlich. Er wünschte sich nur, sie würde mit ihm reden. Doch Astoria verdrehte nur genervt die Augen und nahm sich ebenfalls eine Handvoll Popcorn.

„Außerdem soll es dieses Weihnachten tatsächlich Schnee geben“, startete er einen letzten Versuch, sie ein wenig positiv zu stimmen.
„Fantastisch“, antwortete sie knapp und verschränkte ihre Arme vor der Brust.
Schnee auf dem Land, dachte Astoria. Das wurde ja immer schlimmer. Nun saß sie an Weihnachten nicht nur in einem einsamen, sondern auch in einem kalten Herrenhaus fest. Astoria erschauerte bei dem Gedanken. Sie wusste, dass sie hin und wieder zu Übertreibungen neigte – sicherlich wurde Malfoy Manor durch eine Vielzahl offener Kamine und cleverer Zauber beheizt – doch im Moment konnte und wollte sie der Situation einfach nichts positives abgewinnen.

❄︎

Malfoy Manor, 24. Dezember

Malfoy Manor sah fantastisch aus.
Der Abend war hereingebrochen und das hektische vorweihnachtliche Treiben, das in den letzten Wochen auf Malfoy Manor geherrscht hatte, kam zum Erliegen. Jetzt war es still im Herrenhaus und Astoria hörte nur ihre eigenen leisen Schritte, als sie den Flur entlanglief. Sie trug ein kurzes, schwingendes Kleid, weiß wie Meerschaum und bestickt mit Süßwasserperlen, die im Schein der Lampen schimmerten.

Vor der großen Flügeltür blieb Astoria stehen und warf einen kurzen Blick in das Esszimmer der Malfoys, wo ihre und Dracos Eltern bereits auf sie warteten. Das Wohnzimmer der Malfoys war festlich geschmückt, das Kaminfeuer entzündet und der Wein geöffnet. Sie holte tief Luft - zur Stärkung und Beruhigung - schlüpfte in den Raum und schloss die Tür hinter sich.

„Astoria, meine Liebe!“, rief Narzissa strahlend. „Wie schön, das du da bist.“
„Hallo, Mrs. Malfoy“, sagte sie und schenkte ihr ihr charmantestes Lächeln.
Narzissa wies auf einen dick gepolsterten elfenbeinfarbenen Sessel. „Willst du dich nicht setzen?“
„Danke.“ Astoria nickte tapfer, straffte die Schultern und wandte sich den übrigen Malfoys zu, die sie erwartungsvoll ansahen. Sie würde sich auf keinen Fall anmerken lassen, wie sehr sie das gemeinsame Abendessen beunruhigte. Als alle am festlich gedeckten Tisch Platz genommen hatten, hob Lucius sein Glas und im Raum wurde es still. „Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um mit euch anzustoßen. Mögen die dunklen Tage der Vergangenheit ein Ende nehmen und eine strahlendere Zukunft auf unsere Kinder warten. Lasst uns die Feierlichkeiten beginnen - auf die Familie.“ Sie prosteten einander zu und Astoria schaffte es, halbwegs glaubwürdig zu lächeln, während sie erwiderte „Auf die Familie.“

Als die Uhr auf dem Kaminsims zur achten Stunde schlug, füllten sich ihre Gläser mit Wein und ein köstlich knuspriger Truthahn, duftende Beilagen und ofenwarmes Gebäck erschienen auf dem Tisch. Es sah alles unglaublich gut aus, und doch hatte Astoria keinen Appetit. Lustlos schob sie ein paar grüne Bohnen von einer Seite des Tellers zur anderen und hörte den Gesprächen zu, ohne sich zu beteiligen.

"Daphne verbringt die Weihnachtsferien bei Theos Familie", erklärte ihre Mutter. "Sie haben all ihren Freunden und Bekannten eine hübsche Weihnachtskarte geschickt. Astoria, hast du die Weihnachtskarte von Daphne schon gesehen?"
Mit Schaudern betrachtete Astoria die Weihnachtskarte, die ihre Mutter ihr reichte. Die Nott-Greengrasses senden fröhliche Weihnachtsgrüße, stand in goldener Schrift auf einem Foto, das Theos kahlköpfigen Vater im Kreise seiner gesamten Familie zeigte, die alle den gleichen hässlichen Weihnachtspyjama trugen, einschließlich Daphne.
"Sie sind wirklich ein zauberhaftes Paar", sagte ihre Mutter mit einem seligen Lächeln.
"Genau wie Astoria und Draco", stimmte Narzissa zu.
Vor ihrem geistigen Auge sah Astoria bereits, wie sie und Draco in identischen Weihnachtspullis vor dem Kamin der Malfoys posierten - nein, dazu war sie noch nicht bereit und sie bezweifelte, dass sie es jemals sein würde.
„Lucius, was sagst du, sind die beiden nicht hinreißend“ Lucius, der sich eine Gabel Truthahn in den Mund schob, verschluckte sich fast, als Narzissa ihm die Karte reichte. Das ist ja furchtbar, war alles was er sagte, ehe er die Karte Narzissa zurückgab – immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Als die Kaminuhr neun schlug, verschwanden die leeren Teller und an ihrer statt erschienen auf dem Tisch verschiedene Süßspeisen. Ein Hauself goss heiße Schokolade in ihre Tasse und garnierte sie mit kleinen Marshmallows und einem Sahnehäubchen. Bereits im nächsten Augenblick war der Hauself wieder verschwunden. Während die anderen lachten und sich unterhielten, saß Astoria wortkarg am Tisch und nippte nur ab und zu an dem köstlich süßen Getränk.

„Wenn du es nicht gesagt hättest, hätte ich es vorgeschlagen“, Narzissa griff nach Camelias Hand und das glockenhelle Lachen ihrer Mutter riss Astoria aus ihren Gedanken.
„Da wir gerade von Familie sprechen... die letzten Jahre waren für uns alle schwer und ich bin dankbar, dass wir heute Weihnachten zusammen feiern können.“
„Das ist richtig.“ Narzissa sah zu ihrem Mann hinüber und nickte dankbar.  
„Und vielleicht gibt es bald einen weiteren Grund zum Feiern“, warf Camelia ein. „Astoria, dein Vater und ich haben in letzter Zeit öfter über deine Zukunft nachgedacht, jetzt, wo Daphne verlobt ist.“

„Wirklich? Das klingt großartig“, log sie und rang sich ein Lächeln ab. Ihr Magen zog sich schmerzhaft zusammen und sie schob die Tasse mit heißer Schokolade und Marshmallows von sich.
„Nun, wir haben erfahren, dass du in zwei Monaten volljährig wirst und dieses Jahr deinen Abschluss in Hogwarts machst.“
„Und Draco ist bereits volljährig“, fügte Narzissa hinzu. „Und er hat bereits gute Aussichten auf eine Lehrstelle im Zaubereiministerium, also dachten wir, es wäre an der Zeit, auch an eure Zukunft zu denken, und Camelia hatte wirklich eine ausgezeichnete Idee.“
Astoria wurde bei ihren Worten kreidebleich, während Draco arglos in ein mit Puderzucker bestäubtes Törtchen biss. Und während ihre und Dracos Eltern sich weiter begeistert über ihre Zukunftsaussichten unterhielten, konnte Astoria kaum noch etwas hören, so sehr rauschte es in ihrem Kopf. Nur noch einzelne Wortfetzen drangen an ihr Ohr.
SüdenglandHerrenhausFamilienerbe

„Ich bin noch nicht bereit zu heiraten!“, platzte sie schließlich heraus und am Tisch wurde es still. „Ich bin doch erst sechzehn - und Draco und ich, wir sind doch erst seit ein paar Monaten zusammen.“
„Aber, Liebes, wer redet denn vom Heiraten?“, fragte ihre Mutter und sah sie verständnislos an.
„Aber über welche Zukunftspläne redet ihr denn dann?“
„Wir reden von eurem Schulabschluss. Narzissa und ich wollen eine Abschlussparty schmeißen.“ Das strahlende Lächeln ihrer Mutter war ein wenig verblasst. „Es gab in letzter Zeit so wenig zu feiern, da dachten wir, eine Party zu eurem Abschluss wäre doch eine schöne Idee..“
„Und was ist mit dem Herrenhaus in Südengland?“, fragte Astoria skeptisch.
„Meine Familie besitzt ein altes Herrenhaus im Südwesten Englands. Nachdem meine Schwester Andromeda ihr Erbe weitergegeben hat, wurde es mir überlassen. Wir dachten, es wäre ein geeigneter Veranstaltungsort.“
„Das heißt, ihr arrangiert keine Hochzeit für Draco und mich?“
„Wir haben dich wirklich ins Herz geschlossen, Astoria, und wir würden dich gerne eines Tages in unserer Familie willkommen heißen“, erklärte Narzissa ihr geduldig. „Aber den Antrag wird Draco schon selbst machen müssen.“ Sie warf ihrem Sohn einen gespielt strengen Blick zu.
„Du hast den Jungen zu sehr verwöhnt, Narzissa“, sagte Lucius. „Offenbar glaubt er, dass er nichts mehr selbst machen muss.“
„Keine Sorge, in diesem Punkt werde ich hart bleiben", erwiderte Narcissa trocken.
„Oh, ich verstehe", sagte Astoria, während Hitze ihren Hals hinaufkroch. „Dann war das wohl ein Missverständnis.“

Erst als die Kaminuhr zwei schlug, gähnten die ersten. Als Astorias Eltern sich schließlich verabschiedeten und Dracos Eltern es sich im Wohnzimmer bequem gemacht hatten, blieben Draco und Astoria allein im Esszimmer zurück.
„Sieh mal“, sagte Astoria, als sie zum Fenster blickte. „Es schneit tatsächlich.“
Astoria lief zur Balkontür, öffnete sie und trat hinaus in die Kälte. Draußen war alles von einer glitzernden weißen Schneeschicht bedeckt und einzelne Flocken schwebten sanft auf die Erde herab. Astoria trat an das Geländer und atmete tief durch.
„Deshalb wolltest du also Weihnachten nicht mit meiner Familie verbringen. Du hattest Angst, ich würde dir einen Antrag machen.“ Draco war neben sie an die Brüstung getreten und seine Augen funkelten amüsiert.
„Das ist nicht ganz richtig. Ich hatte eher Angst, dass deine Eltern mir einen Antrag machen würden. Ein Antrag von dir wäre zumindest ein bisschen besser.“ Sie spürte, wie sie schon wieder errötete.
„Soso", sagte Draco und grinste. "Ich nehme an, das ist ein Kompliment."
"Es tut mir leid wegen des ganzen Dramas. Verzeihst du mir?" Draco beugte sich zu ihr herunter und küsste sie liebevoll. "Ich schätze, das könnte ich tun."
Erleichtert schlang sie ihre Arme um seinen Hals und küsste ihn zurück.
"Vielleicht möchte ich jetzt doch noch eine heiße Schokolade."
Wie aus dem Nichts tauchten zwei Tassen und eine Thermoskanne vor ihr auf, die vielversprechend dampfte. Amüsiert hielt Draco ihr seine Tasse hin, damit sie auch ihm heiße Schokolade einschenken konnte.
"Auf die Familie", sagte er und stieß seine Tasse gegen ihre.
"Ach, halt die Klappe."
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast