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Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P18 / MaleSlash
Werder Bremen
19.01.2022
23.06.2022
38
90.516
29
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Dieses Kapitel
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23.06.2022 2.224
 
Mano war fast ein bisschen traurig, dass ihre Zeit hier nun zu Ende ging.

Es war einfach so viel passiert in diesen paar Tagen.

So viel Schönes und Überraschendes.

Er erinnerte sich noch daran, wie er das Trainingslager abbrechen wollte, weil er mit Davie in ein Zimmer gesteckt worden war.

Unwillkürlich lächelte er. Das kam ihm inzwischen vor, als läge eine Ewigkeit dazwischen. Dabei waren es nur ein paar wenige Tage.

Aber seine ganze Welt hatte sich seither geändert.

Er hatte Davie und nun auch einen Haufen Leute, die über ihn bescheid wussten.

Es war gewöhnungsbedürftig – aber schön.

In diesem Moment kam Davie wieder aus dem Badezimmer - fertig angezogen und mit seinem und Manos Kulturbeutel in der Hand.

„Oh ja, danke“, lächelte Mano ihn an und nahm ihm den Beutel aus der Hand.

„Im Badezimmer ist dann jetzt auch nichts mehr“, sagte Davie.

„Hier ist auch alles leer, ich habe alles noch mal nachgeguckt. Außer, du hast noch irgendwo was versteckt.“

„Nein. Die Schokolade ist sicher verstaut, das wichtigste haben wir also. Und unsere Handys und Tablets hat ja eh Flo.“

„Gut, dann haben wir alles. Dann raus – ich habe die anderen schon im Kaminzimmer gehört.“

„Moment“, sagte Davie.

„Hm?“, machte Mano fragend

Davie trat näher zu ihm.

Dann beugte er sich runter zu ihm und küsste ihn zärtlich.

Lächelnd erwiderte Mano den Kuss und schloss dabei genüsslich die Augen.

Dann löste Davie den Kuss wieder. „Komm, wir gehen mal zu den anderen.“

Mano nickte und schnappte sich seine Tasche. Dann folgte er Davie ins Kaminzimmer.

Hier saßen Milot und Ömer schon zusammen und unterhielten sich.

„Was denn? Unser Wecker ist noch nicht da?“ fragte Davie erstaunt.

„Nee, der sucht noch seine Socke. Die linke.“

„Ist das seine Glückssocke oder was?“ fragte Davie grinsend.

„Vermutlich... außerdem braucht die rechte doch ihren Bruder.“

„Deshalb haben meine Socken alle die gleiche Farbe. Wenn da einer fehlt, ist das halb so schlimm“, sagte Davie.

„Ich habe auch bunte Socken... aber da fehlen wirklich schon einige.“

„Maxi können wir helfen?“ rief Mano.

„Nein... ich glaub da... zwischen... ja, da ist sie ja.“

„Na da sind wir aber froh“, lachte Davie.

„Ja, ich bin dann auch fertig. Fehlt noch wer?“

„Wo ist Ludde?“

„Keine Ahnung... Ludde?“, rief Ömer durch die Hütte.

„Badezimmer!“ rief Ludde zurück.

„Bist du auch gleich fertig? Oder suchst du noch was?“

„Mein Rasierer ist hinter den Schrank gefallen. Das Teil unter dem Waschbecken. Und ich krieg ihn nicht raus!“

Mano sah sich um. „Hier gibt es doch bestimmt einen Besenschrank...“, überlegte er.

„Was willst du mit nem Besenschrank?“ fragte Davie. „Glaubst du da wohnt Harry Potter drin und der zaubert Luddes Rasierer unter dem Schrank hervor?“

„Nein, aber recht häufig findet man in einem Besenschrank Besen. Und mit einem solchen könnten wir versuchen den Rasierer rauszuholen.“

„Mir gefällt Davies Idee besser“, grinste Maxi und deutete dann auf einen Schrank neben der Tür. „Da sind Besen und Schaufeln und sowas drin.“

„Dann versuchen wir es erstmal damit, und wenn es nicht klappt, dann können wir noch immer bei Harry Potter anrufen“, beschloss Mano und holte einen Besen heraus.

„Harry Potter anrufen. Du bist aber echt ein Muggel“, sagte Davie kopfschüttelnd. „Da schickt man ne Eule hin.“

„Aber die braucht so lange. Zauberer sind, was das angeht, echt rückständig.“

Davie nickte. „Haste auch recht. Also muss Maxi die Welt retten. Oder Luddes Rasierer.“

„Ich mach das schon“, nickte Maxi und ging in das Zimmer. Kurz darauf kam er zurück -- triumphierend hielt er den Rasierer in der einen und den Besen in der anderen Hand.

„Erst die Socke, jetzt der Rasierer! Du bist ein wahrer Held Maxi“, sagte Ömer mit unterdrücktem Lachen.

„Ich bin der geborene Finder“, lachte Maxi.

„Sucher, aber ist schon ok“, grinste Davie. „So und jetzt haben wir alle kleinen Zauberer... ähm Fußballer zusammen? Ich fürchte, wenn wir zum Mittag zu spät kommen, müssen wir hinter dem Bus herlaufen...“

„Alle Zauberer bereit, Abflug!“

Lachend packten sie alle ihre Koffer und Taschen und machten sich dann auf den Weg aus der Hütte zum Haupthaus.

Sie brachten ihre Koffer gleich in den Bus, dann gingen sie zum Mittagessen in das Haus.

Sie genossen noch einmal das wirklich gute Essen, ehe es dann in den Bus ging um die Heimreise anzutreten.

Mano und Davie nahmen nebeneinander Platz, hinter ihnen saßen Marco und Lücke.

„Wir haben euch genau im Blick“, grinste Lücke.

„Das befürchte ich.“, knurrte Davie.

„Vielleicht wollen die beiden ja noch was lernen“, sagte Mano.

„Nein - danke, aber nein danke“, kam es sofort von Lücke.

„Ich verzichte auch“, sagte Marco schnell.

„Banausen“, murrte Davie und lehnte sich entspannt zurück.

Mano lachte leise und lehnte sich dann ganz leicht gegen Davies Seite.

„Brauchst du deinen Mittagsschlaf?“, fragte Davie leise.

„Nö. Ich finde es einfach schön so“, sagte Mano ebenfalls leise.

„Ist es auch...“

„Und so sieht es auch niemand, wenn ich das hier mache“, fuhr Mano fort und griff nach Davies Hand.

„Das gefällt mir“, lächelte Davie leicht.

„Mir auch.“

„Dann lassen wir das doch so“, grinste Davie.

„Was meint ihr, wann Flo uns unsere Handys zurück gibt?“ fragte Lücke hinter ihnen.

„Oh je, da höre ich Entzugserscheinungen“, grinste Mano.

„Du etwa nicht?“

„Ich habe mich gut ablenken können.“

„Wir auch“, sagte Mano und drückte dabei Davies Hand.

„Das war klar“, lachten beide hinter ihnen.

„Aber ich hätte trotzdem nichts dagegen mein Handy wieder zu bekommen“, sagte Davie.

„Ich würde auch gern telefonieren oder so“, gab Mano zu.

„Gut. Wer fragt Flo?“ fragte Lücke grinsend.

„Ich nicht… ich glaub, der muss alleine auf die Idee kommen.“

„Also bekommen wir sie erst in Bremen wieder“, seufzte Lücke.

„Ja, vermutlich“, knurrte Maxi. Aber sie sollten nicht recht behalten – nach etwa einer Stunde Fahrt hatte Flo Erbarmen und teilte die Geräte wieder aus. „Alle frisch geladen, wie versprochen.“

„So und das machen wir dann bitte auch nicht wieder“, sagte Davie.

„Es hat euch gut getan“, meinte Flo. „Vor allem dir. Bisschen mehr Kontakt zu den Jungs ist immer gut.“

„Ich habe auch so Kontakt“, sagte Davie sofort.

„Na, das war in letzter Zeit ja schon etwas weniger.“

Davie brummte etwas Unverständliches.

„Willst du noch was dazu sagen?“

Davie seufzte. „Nein. Danke Flo.“

„Wenn was ist…“, wurde Flo ernster, „weißt du ja.“

„Es ist alles gut, Flo“, sagte Davie und lächelte ihn nun an. „Ich trenn mich nur einfach nicht gern von meinem Handy.“

„Jetzt hast du deinen Schatz ja wieder“, grinste Flo und ging weiter.

„Und vermutlich brauchen wir Tage um all die Nachrichten zu lesen und zu beantworten“, sagte Mano.

„Ja“, seufzte Davie und schaltete sein Handy an. Es dauerte etwas, dann poppten hunderte WhatsApp, Facebook- und Instagram Nachrichten, Twitter, Mail und so viele andere Benachrichtigungen auf.

„Puh“, machte er. „Ich schreib jetzt erstmal meinem Papa ne Nachricht. Das er... mir erstmal etwas Ruhe gönnt“, sagte er und zwinkerte Mano zu.

„Das ist lieb von dir. Nichts gegen deinen Papa, aber…“

„Ich weiß. Ich glaube eh nicht, dass er gleich heute auf der Matte gestanden hätte. Und er ruft immer vorher an, ob ich da bin und Zeit habe.“

„Das ist gut, dann überrascht er uns nicht irgendwann.“

„Da musst du dir wirklich keine Sorgen machen.“

„Okay“, nickte Mano der jetzt langsam überzeugt war. Und irgendwie beneidete er Davie auch, dass er seinen Papa in der Nähe hatte.

„Hier guckt mal“, sagte in diesem Moment Lücke und beugte sich zu ihnen rüber, das Handy in der Hand und strahlend. „Meine Kleine ist in den letzten Tagen noch viel Hübscher geworden, als sie vorher schon war!“

„Sie ist echt ein Wonneproppen“, lächelte Mano, als er das Foto ansah.

„Und kommt total nach der Mutter“, grinste Davie Lücke an.

„Willst du sagen, sie sieht mir nicht ähnlich?“, funkelte Lücke ihn an.

„Überleg dir jetzt lieber gut, was du sagst“, lachte Jiri, der in der Reihe schräg gegenüber saß.

„Nun, die Anzahl der Zähne spricht eher für dich“, überlegte Davie und deutete auf ihren noch weitestgehend zahnlosen Mund.

Lücke überlegte kurz, dann nickte er. „Ok, lass ich gelten. Grade noch die Kurve bekommen mein Freund.“

Davie lachte auf, so wie die Mitspieler um sie, die das mitbekommen hatten

„Und jetzt bitte Konzentration auf die nächsten Bilder“, verlangte Lücke.

„Okay, mehr!“, nickte Davie und sah sich geduldig die weiteren Bilder an.

Als schließlich alle neuen Fotos gebührend bewundert worden waren, lehnten sich alle in ihre Sitze zurück und es wurde langsam etwas ruhiger im Bus.

Viele beantworteten still ihre Massen an Nachrichten, andere schoben das offenbar auf später auf und schlossen die Augen.

Auch Mano gähnte nun immer mal wieder.

„Schlaf ein bisschen, Krümel - wir sind noch lange unterwegs.“

„Ok“, sagte Mano und lehnte sich wieder leicht an Davie an.

Auch der schloss die Augen und entspannte sich.

Es dauerte nicht lange, bis sie dann tatsächlich beide eingeschlafen waren.

***

Unruhe im Bus weckten Mano und Davie auf.

„Hey ihr beiden Schlafmützen“, sagte Marco. „Aufwachen!“

„Wir sind schon da?“, fragte Mano verschlafen.

„Nicht ganz, aber wir machen hier eine kurze Pause zum Beine vertreten.“

„Okay, das wird uns gut tun“, nickte Mano und streckte sich.

Auch Davie reckte sich. „Oh ja, so ein bisschen rumlaufen ist eine gute Idee.“

In diesem Moment fuhr der Bus auf die Raststätte und hielt an, und zischend öffneten sich die Türen und ließen kühle Luft ein.

„Ui kalt“, sagte Davie.

„Ja, echt kalt... müssen wir echt raus?“, murmelte Mano.

„Ich dachte du bist so ein Winterfreak“, grinste Davie ihn an.

„Nicht, wenn ich gerade geschlafen habe.“

„Mein armer Krümel. Wie sieht es aus? Wollen wir mal gucken ob es da an der Raststätte heißen Kakao gibt?“

„Oh, dass klingt verführerisch. Also Schuhe und Jacke an, und dann raus.“

Davie nickte und die beiden machten sich schnell fertig.

Dann stiegen sie noch etwas steif aus dem Bus und vertraten sich etwas die Beine, ehe sie in das Restaurant gingen und sich einen heißen Kakao to go holten.

„Mhm lecker“, sagte Mano und trank genüsslich.

„Ja, der ist erstaunlich gut“, meinte auch Davie.

„Hauptsache heiß und schokoladig“, lächelte Mano.

„Und damit würdest du dich am liebsten in den Schnee setzen, was, Krümel?“

„Da hätte ich nichts gegen.“

Davie lachte leise, „Ich habe mir da echt einen Schneemann angelacht...“

„Und du stehst voll drauf“, grinste Mano breit.

„Ich steh nur auf diesen einen Schneemann.“

„DAs will ich dir auch geraten haben.“

„Keine Sorge... aber auf was stehst du?“

„Auf dich“, sagte Mano und lächelte Davie glücklich an.

„Das ist sehr gut“, strahlte Davie.

„So ihr beiden“, sagte Maxi und schob sich unauffällig zwischen sie. „Genug geflirtet. Wenn die Herzchen hier noch größer werden, dann wissen gleich alle Bescheid.“

„Hier sieht uns keiner. Außerdem trinken wir nur Kakao. Und du störst“, meinte Mano.

„Man sieht euch hervorragend, wenn man im Bus sitzt.“

„Was?“, drehte Davie sich entsetzt um. „Shit...“

„Keine Angst, im Moment sitzen nicht viele Jungs drin. Und die meisten sind noch mit ihren Handys beschäftigt. Aber ich dachte... ich sag euch mal Bescheid.“

„Okay, danke...“, murmelte Davie und trank von seinem Kakao.

„Ja, danke“, sagte nun auch Mano.

„So, und jetzt geht noch ein bisschen spazieren - in zehn Minuten gehts weiter.“

„Ok“, sagte Davie leise.

„Davie?“, sah Mano ihn ernst an, als Maxi sich wieder verzogen hatte.

„Sorry. Ich habe... überhaupt nicht daran gedacht, dass wir hier nicht allein sind.“

„Hat doch keiner mitgekriegt. Und wir haben ja nicht geknutscht oder so.“

Davie grinste schief. „Aber nur, weil Maxi um die Ecke gekommen ist. Ich war so kurz davor...“

Mano lächelte ihn verliebt an. Das zu hören war einfach schön. „Aber es ist ja nichts passiert.“

„Ich weiß, aber trotzdem.“

„Mach dir nicht so viele Gedanken, ja?“

„Ich versuch es“, versprach Davie.

„Schön“, lächelte Mano ihn an. „So, und jetzt gehen wir noch ein paar Schritte - einmal da rüber.“

„Wohin willst du mich denn jetzt entführen?“

„Lass dich überraschen.“

„Davie nickte und folgte ihm einfach.

Der Weg führte sie ein wenig abseits und hinter ein etwas schäbiges Gebäude.

„Wären wir in einem Film, würde jetzt hier was ganz Schlimmes passieren“, sagte Davie.

„Es ist kein Film. Und das, was ich vorhabe, ist auch nicht schlimm. Guck mal, da ist der Mülleimer da kannst du den leeren Becher loswerden.“

„Ok“, sagte Davie und ging zum Mülleimer um den Kakobecher weg zu werfen.

„Und jetzt gucken wir mal, ob dieser Weg hier um das Gebäude führt, oder ob das eine Sackgasse ist.“

„Ich folge dir Krümel.“

„Sehr gut“, grinste Mano. Ein paar Schritte weiter waren sie außer jeder Sichtweite. „So...“, meine Mano.

„So? Kommt jetzt der gefährliche Moment?“ fragte Davie grinsend.

„Ja, die Monster... Vampire... Zombies kommen jetzt raus.“

„Alle drei gleich?“

„Ja, aber es gibt eine Möglichkeit sie abzuwehren.“

„Dann lass mal hören.“

Mano grinste, reichte mit der rechten Hand hoch, legte sie in Davies Nacken und zog ihn zu sich runter.

Davie lachte und ließ sich von Mano in den Kuss ziehen.

Er dauerte nicht lange und war auch nicht besonders intensiv, aber es kribbelte heftig in ihren Bäuchen..

„Jetzt halten wir es dann wohl auch bis nach Bremen aus“, wisperte Davie zufrieden.

„Das war der Plan“, grinste Mano. „Komm, wir sollten langsam zum Bus zurück.“

„Ja, das sollten wir wohl“, seufzte Davie und drückte kurz Manos Hand.

„Zu Hause fahren wir gleich zu dir.“

„Und zwar schnell.“

Mano lachte leise. „Ich freu mich drauf.“

Davie lächelte ihn noch einmal an, dann machten sie sich auf den Rückweg zum Bus.
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