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Calad a Dúath

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Gimli Legolas OC (Own Character) Thranduil
17.01.2022
22.09.2022
13
33.435
8
Alle Kapitel
15 Reviews
Dieses Kapitel
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22.09.2022 3.342
 
Hey ihr Lieben,

zum Reviews beantworten bin ich immer noch nicht gekommen, aber habe mich wirklich sehr darüber gefreut - hier fix das neue Kapitel für euch :)
Hoffe die Formatierung passt - dachte nur ich lade es euch über das Handy hoch, da ich nicht weiß, wann ich es wieder an den Laptop schaffe ;)

Kapitel 12 – Cuio vae Galadriel

Auch die letzten Tage bis zu Galadriels Abschied und dem darauf folgenden Aufbruch der kleinen Truppe waren schnell verstrichen.
So kam es nun also, dass Elvea ein letztes Mal mit ihrer Mutter beisammen saß, bevor diese gen Valinor segeln würde. Schweigend sahen sich die beiden Elbinnen in die Augen, die Blicke von Trauer und dem Schmerz des folgenden Abschiedes durchzogen.

Liebevoll lächelte Galadriel ihre Tochter an und strich ihr sanft, über das fließende hellblonde Haar. Es erfreute ihr Herz, dass aus dem kleinen Säugling, den sie einst in den Armen gehalten hatte, eine solch wundervolle hübsche junge Elbin geworden war.
Naneth? Muss es wirklich so kommen? Wirst du nun wirklich gehen und in die unsterblichen Lande segeln?“ Leise drang die Stimme Elveas an die Ohren der einstigen Herrin Lothlóriens.

Mit einem bedächtigen Nicken bejahte Galadriel die Fragen ihrer Tochter und beobachtete das Entgleisen ihrer Mimik mit einem leisen Seufzen auf den Lippen. Wahrlich war dieser Abschied auch für die weise Elbin kein leichter, doch wusste sie, dass ihre Aufgabe in Mittelerde erfüllt war. In Valinor würde sie zu gegebener Zeit eine andere, weitaus wichtigere haben, die später für das Wohl aller die sie zurücklassen würde von großer Bedeutung sein sollte.

I amar presta aen, han mathon ne nen, han mathon ne chae a han noston ned 'wilith. Auch wenn du es jetzt noch nicht verstehen magst, die Zeit wird kommen, in der du meine Entscheidung nachvollziehen kannst. Doch sei dir gewiss, du wirst dennoch nie alleine sein. Du darfst nur dein Herz nicht vor den Dingen verschließen, die einzig und alleine für dich bestimmt sind.“

Nachdenklich ließ sich die Jüngere die Worte ihrer Naneth durch den Kopf gehen und schenkte ihr ein betrübtes Lächeln. Fürwahr verstand sie nicht, weshalb Galadriel, gerade jetzt wo die Not so groß war, sie alle im Stich lassen wollte.
Doch gerade die letzten Worte, die die Goldblonde gesprochen hatte verleiteten Elvea zum Grübeln. Der jungen Elbin war bekannt, dass ihre Mutter vieles bereits wusste, bevor es dem Gegenüber überhaupt bewusst war und doch beschlich sie das Gefühl, dass sie genau wusste was oder besser wer mit ihrer Aussage gemeint war.

Tief atmete die hellblonde Elbin die morgendliche Luft ein, die durch die Gärten Bruchtals schwebte. Der Geruch des frischen Morgentaus und der sommerlichen Blumen und Beeren war durchaus betörend.
Zahlreiche Schmetterlinge flogen umher und ließen sich auf den Pflanzen des Gartens nieder, die Flügel der kleinen Tiere schillerten in den schönsten Farben.
Leise seufzte Elvea auf und hoffte, dass diese trügerische Idylle eines Tages zu einer wahrhaftigen werden würde.

„Ich habe auch mit ihm bereits gesprochen.“

Die Bemerkung Galadriels lenkte sofort wieder die ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer jungen Tochter auf sich. Diese blickte sie nun mit zusammengezogenen Augenbrauen und wütend funkelnden Augen an. Sie hatte sich wohl nicht getäuscht und war mit ihrer Vermutung, wen ihre Mutter gemeint hatte richtig gelegen.

„Über was hast du mit ihm gesprochen, Naneth?“, fragte Elvea sogleich in einer ungewollt scharf klingenden Tonlage. Ihr missfiel der Gedanke, dass die Noldor mit Legolas gesprochen hatte, denn obgleich sie ihre Mutter war, hatte sie auf solche Dinge nicht gleich ein Anrecht.

„Ich sagte ihm das gleiche wie dir gerade eben. Keiner von euch sollte sein Herz dem anderen Gegenüber verschließen und bevor ihr morgen aufbrecht solltet ihr wohl noch einmal miteinander sprechen. Elvea, sei dir gewiss, egal wie ihr euch entscheidet, eine Klärung ist äußerst wichtig, denn sollte es auf eurer Reise zum Kampfe kommen, so ist ein konzentrierter Geist von hohem Wert.“

„Nun, Nana so sag mir doch bitte, wohin unsere Reise uns führen soll“, entgegnete die Tochter Galadriels ergeben. Es hätte keinen Sinn in einem Streit auseinander zu gehen oder ihrer Mutter gegenüber Widerworte anzubringen, denn eben jene galt als eine der mächtigsten und weisesten Elben, die in Mittelerde verweilten.

„Zu Beginn müsst ihr euch zu den goldenen Hallen Meduselds, nach Edoras aufmachen um dort die Einverständnis König Éomers für den weiteren Weg einzuholen. Euer Ziel wird Aglarond sein. Versteckt zwischen den Erzen und Edelsteinen der glitzernden Grotten werdet ihr das finden, was ihr sucht.“

Innerlich verdrehte Elvea die Augen über die Erklärung, hatte sie doch gehofft, dass sie genauere Informationen über den Verbleib von Aeglos erhalten würde. Nun schien es vielmehr, als würden sie die glitzernden Grotten in ihrer beträchtlichen Größe gänzlich durchsuchen müssen.
Später am Tag würde sie sich mit den anderen Elben und natürlich Gimli zusammensetzen müssen, um sich über die Route zu beratschlagen.

Eingehend hatte sie die verfügbaren Karten studiert, um sich die Lage der verschiedensten Orte einprägen zu können. Alle Wege die zu nahe an den Minen Morias oder gar Lórien vorbeiführten mussten sie tunlichst vermeiden, denn einige Späher hatten Meldung erbracht, dass in der Asche der goldenen Bäume der Grundstein für die Feste des Feindes gelegt worden war. Unzählige Orks, Uruks und andere schauderliche Kreaturen pilgerten in diesen Bereichen herum um die Umgebung vor neugierigen Blicken oder gar unerwarteten Angriffen zu schützen.
Auch Dunland würden sie meiden müssen, weshalb der ungefährlichste Weg durch die Wälder Thranduils, weiter über die Braunen Lande, bis hin nach Edoras führen würde. Dieser wäre wesentlich länger und beschwerlicher als der weitaus kürzere Weg durch Dunland und an Isengard vorbei, doch die Gefahren, die sich auf dieser Route bargen wären weitaus gefährlicher.

„Wir werden durch Lasgalen reisen müssen, nicht wahr?“

Fragend blickte Elvea ihre Mutter an und zwirbelte eine ihrer langen Haarsträhnen zwischen zwei Fingern. Dieser Gedanke wollte ihr auch nicht so richtig behagen, zwar war der König des Waldlandreiches bereits vor vier Tagen in die Richtung seiner Heimat aufgebrochen, doch empfand sie es als äußerst unangenehm wieder seinen urteilenden Blicken ausgesetzt sein zu müssen.

„Es wäre der längste, aber auch der sicherste Weg, den ihr für eure Reise wählen könntet“, bestätigte die Noldor die Frage ihrer Tochter, welche daraufhin regelrecht frustriert aussah.
„Calad nín, so sage mir bitte, was dein Herz betrübt.“ Liebevoll legte Galadriel der jungen Elbin eine ihrer grazilen Hände auf das Bein und beobachtete jede Regung die in ihr vor sich ging mit äußerster Wachsamkeit.

„Ach Naneth, ich kann einfach nicht verstehen, weshalb der König unter Eiche und Buche auch mit mir ein Problem hegt.“ Zerknirscht senkte die junge Elbin den Kopf, hob diesen aber überrascht wieder an, als ein leises melodisches Lachen von Seiten Galadriels erklang.

„Noch vermag er es nicht zu sehen, doch auch er wird bemerken, dass er mit dir keinen Groll hegen muss. Lediglich mit mir hat er diesen Zwist, der zugegebenermaßen auch rechtens ist. Viel hat der hohe Sindar bereits verloren und er hat große Angst, auch wenn er dies niemals zugegeben würde, das einzige was ihm noch wahrhaftig lieb und teuer ist zu verlieren. Doch so schmerzlich es auch ist, werde ich mich nun auf meine letzte Reise in Mittelerde begeben. Berio le i Melain a govado gin galu Elvea.“

Beinahe gleichzeitig erhoben Mutter und Tochter sich von der steinernen Bank, auf der sie sich niedergelassen hatten, sahen sich noch einen Augenblick an, bevor sie eine letzte liebevolle Umarmung austauschten. Tränen schimmerten in den ozeanfarbenen Augen Elveas, als ihre Naneth sich von ihr löste und ihr einen zärtlichen Kuss auf die Stirn hauchte. Der sanfte Geruch von frischen Lilien hatte sich tröstend um sie gelegt und doch war es das letzte Mal, dass die hellblonde Elbin diesen in Mittelerde vernehmen würde.

Lend vaer a cuio vae Naneth“, wisperte Elvea leise mit gebrochener Stimme. Einzelne Tränen perlten über ihre zarten Wangen und sie wünschte sich in diesem Moment nichts sehnlicher, als dass ihre Mutter bei ihr bleiben würde. Diese schenkte ihr ein letztes Lächeln, bevor sie sich anmutig umwand und mit eleganten Schritten in die Richtung ging, in der sie bereits erwartet wurde.

Fast schien es, als würde die Noldor über die taufrischen Wiesen schweben, das goldene Haar wehte leicht in der sanften Morgenbrise umher. Durch die Luft wurde ein leises „Cuio vae Galadriel“ zu ihr herübergeweht und die Elbin wusste, dass ihre Tochter damit den unwiderruflichen Weggang ihrer Selbst akzeptierte.

Lange, nachdem Galadriel bereits aus ihrem Blickfeld verschwunden war hafteten Elveas Augen noch auf dem Punkt, an dem sie ihre Mutter das letzte Mal gesehen hatte.
Ihre Tränen waren bereits versiegt und doch fühlte sie sich, als würde ihr ein weiterer Teil, den sie kaum gekannt hatte und liebend gern kennenlernen wollte, genommen werden. Es mochte ihr schwerfallen die Handlung der Noldor nachvollziehen können, doch hatte sie in der kurzen Zeit, in der sie ihre Mutter um sich gehabt hatte bereits gelernt, dass diese niemals leichtfertig eine solche Entscheidung getroffen hätte.

Um sich etwas von der Trauer über den vergangenen Abschied abzulenken machte sich die junge Elbin schließlich daran ihre letzten Vorkehrungen für die Reise zu treffen.
Auf ihrem großen Bett lag bereits die Kleidung, die sie auf dem bevorstehenden Weg tragen würde, auch der Umhang, den Legolas' ihr einst gab befand sich darunter. Die talentierteste Näherin Imaldris' hatte die Schäden, die er nach dem Angriff auf Lórien davon getragen hatte, beseitigt und der olivgrüne Umhang sah nun fast aus wie neu.
Vor dem Bett, auf ihrer großen schmuckvoll verzierten Truhe lagen feinsäuberlich ihre Zwillingsklingen, sowie ein neuer Bogen, den Elrond ihr vermacht hatte. Sie konnte mit diesem zwar noch immer nicht ansatzweise so gut umgehen wie mit ihren favorisierten Waffen, doch hatte der Herr von Bruchtal sie darauf hingewiesen, dass in der Not jedes Verteidigungsmittel von großem Nutzen wäre. Der zum Bogen gehörende Köcher war randvoll mit perfekt gearbeiteten Pfeilen gefüllt und lehnte an der hölzernen Truhe.
Neben den Kleidern und Waffen hatte Elvea bereits einen kleinen Beutel bereit gelegt, in den sie nun das Lembas Brot, welches man ihr ins Zimmer gebracht hatte, sowie ihren Wasserschlauch packte.

Mit einem kontrollierenden Nicken überprüfte sie, dass alle wichtigen Gegenstände vorbereitet waren, bevor sie bedächtig über die zierliche Kette strich, die um ihren Hals hing. Gemeinsam mit Galadriel hatte ihr Celeborn das Schmuckstück überreicht. Es sollte sie immer daran erinnern, dass sie nie alleine sein würde und solange es Licht gab, sollte die Dunkelheit niemals siegen.
Zart berührte sie den filigranen Anhänger, der die Form eines kleinen Tropfens hatte und versuchte den Worten ihrer Eltern Vertrauen zu schenken.

Als sich die junge Elbin schließlich auf den Weg machte um ihre Reisegefährten über das feststehende Ziel zu informieren traf sie auf dem Weg in die kleine Ratskammer auf Gimli, welcher sich gerade ebenfalls dorthin begeben wollte. Gemeinsam liefen die Beiden durch die weißen Gänge Imladris und schritten schließlich durch die geöffnete Tür, hinter der sich ihr Ziel befand.
Da der Rest bereits vollständig versammelt war verschloss der Zwerg sorgfältig die imposante Holztür und trat zu den anderen.
Schnell waren die anderen über das Ziel ihrer Suche informiert und auch die Einigung über die Route, die sie beschreiten wollten ging außerordentlich schnell von statten.

„Dann ist es also beschlossen. Wir umgehen bestmöglich die Gefahrenzonen um unser Ziel unbeschadet zu erreichen“, brummte Gimli nachdenklich und stützte dabei sein bärtiges Kinn auf seiner rechten Hand ab.
Der Blick des Zwerges huschte kurz zwischen seinem besten Freund und der hübschen Elbin hin und her. Legolas hatte ihm anvertraut, dass er später das Gespräch mit Elvea suchen wollte und Gimli hoffte innigst, dass beide es schaffen würden zu ihren Gefühlen zu stehen. Als Zwerg verstand er nicht viel von der Liebe des Elbenvolkes, doch wusste selbst er, dass die Erstgeborenen, wenn sie den Partner fanden, der ihre Seele vervollständigte sehr schnell starke Gefühle entwickelten. Diese bildeten die Grundlage für das starke Band, welches sich zwischen den Seelen festigen würde, wenn die Gefühle beidseitiger Natur waren und sie den Bund eingingen.
Da Gimli das Gefühl hatte, dass es sich hier nicht um einseitige Empfindungen handelte, hatte er seinen elbischen Freund dazu ermutigt seine Überlegungen in die Tat umzusetzen. Um zu bekräftigen wie sicher er sich war hatte er sich selbst geschworen, dass er seinen geliebten Bart abrasieren würde, wenn er sich geirrt hätte. Nicht zuletzt, weil das bedeuten würde, dass das Spitzohr an seinem gebrochenen Herzen vor Kummer vergehen würde.

„Wollen wir noch einen kleinen Spaziergang machen?“ Fragend sah der Prinz der Waldelben die bezaubernde Elvea an, welche daraufhin zögerlich nickte. Mit einem mulmigen Gefühl musste er feststellen, dass er sich noch nie so unruhig gefühlt hatte, weder als er den Pfad der Toten mit Aragorn und Gimli beschritten hatte, noch als er am schwarzen Tor um die Freiheit Mittelerdes kämpfte.
Unruhig huschten seine tiefblauen Iriden hin und her, als er schweigend neben der Hellblonden herging. An ihm nagte der Gedanke, dass sie scheinbar so schnell sein Herz erobern konnte und Furcht, ein neues Gefühl wurde ihm erstmals gewahr, machte sich in ihm breit, wenn es um das Ihre anders stünde.

Die beiden Elben begaben sich zu einem kleinen Pavillon, nahe der wunderschön gepflegten Gärten. Von dort aus hatte man eine perfekte Sicht auf den herabstürzenden Fluss, der in den Bruinen mündete. Das fröhliche Plätschern der Wassermassen war leicht im Hintergrund zu hören und die nassen Fluten glitzernden mysteriös im Licht der sommerlichen Sonne.
Der Pavillon selbst war von Efeu und blühenden Blumen umrankt und bot mehrere Sitzgelegenheiten in Form von kreisförmig angeordneten Steinbänken.
Auf eben diesen ließen sich die schweigsamen Elben nieder und Legolas atmete geräuschvoll durch seine Nase aus. Seine Gedanken kreisten darum, dass dies wahrlich das schwerste war, dem er sich jemals stellen musste. Der großartige Bogenschütze musste sich als Krieger nie wirklich mit Gefühlen befassen und zusätzlich war sein Adar auch nie ein Elb gewesen, der zu Gefühlsausbrüchen neigte.

„Du weißt, dass wir über etwas reden sollten“, setzte der Prinz des Waldlandreiches nun stockend an. Es erschreckte ihn, dass er sich fast wie ein kleiner Elbling anstellte seine Gefühle in Worte zu fassen, doch wollte er dies nun doch hinter sich bringen.

Gerich 'uren.

Die gesprochenen Worte des Elben hallten in Elveas Kopf wieder und obwohl sie natürlich verstanden hatte was er gesagt hatte kam die Bedeutung dieser Worte nicht richtig bei ihr an. Verdattert blickte sie den blonden Krieger an, welcher von Sekunde zu Sekunde unruhiger wurde. Jeder Moment der verstrich, in dem sie nichts zu ihm sagte ließ ihm Bange werden, denn für ihn hing so viel von diesen zwei Worten ab.

Er wollte sich gerade erheben und sich zurückziehen, als ihn ein leises „Dartho!“ erreichte. Der Blick, der in seinen tiefen unendlich blauen Augen lag zeugte von der Verletzlichkeit, die er mit seinen Worten offengelegt hatte und ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken, wenn er nur daran dachte, dass sie seine Gefühle möglicherweise nicht im geringsten erwiderte. Natürlich hatte sie ihm nie den Anlass gegeben dies zu denken, viel mehr hatte sie ihm eigentlich das Gegenteil gezeigt und doch zweifelte der blonde Elbenprinz.

„Ich, hm.“ Nervös nesteltet Elvea am weichen Stoff ihres Kleides herum und überlegte was sie zu ihm sagen sollte. Als ihr endlich bewusst geworden war, was seine Worte bedeuteten hatte sich ein warmes Kribbeln in ihrem Körper ausgebreitet und Glücksgefühle durchströmten sie.
Niemals in ihrem jungen Leben hätte sie erwartet, dass der Elbenprinz ansatzweise das gleiche wie sie empfand, denn all dies war so neu für sie. Oft hatte sie davon gehört, dass es so etwas wie die Liebe auf den ersten Blick gab, es sogar bei Arwen und Aragorn gesehen, doch hatte sie nie wirklich daran geglaubt, bis sie auf den heldenhaften Krieger getroffen war.
Binnen weniger Wochen hatte er mehr und mehr ihr Herz für sich gewonnen, nur wollte sie sich das bis zu seinen Worten nicht aufrichtig eingestehen. Ihre Seele sehnte sich nach seiner Nähe und der Geborgenheit die jene ihr gab. Elvea wusste, dass ihre Mutter bereits am heutigen Morgen wusste, wie es um das Herz des Elbenprinzen stand und doch konnte sie kaum glauben, was er ihr gestanden hatte.

Diheno enni. Ich... ich bin nur etwas überrascht und hm, hätte dies nie zu erwarten gehofft“, brachte die junge Elbin schließlich hervor. Ihre Wangen glühten förmlich und hatten sich rosa gefärbt, als sie Legolas' Blick endlich begegnete. Etwas schien in den wunderschönen Iriden aufzuflackern, doch konnte Elvea nicht ausmachen um was es sich handelte.
Tief hörte sie in sich hinein, ihr Körper wollte sich in seine Arme werfen, Seele und Herz verzehrten sich nach dem zugehörigen Teil und so erhob sie schließlich ein weiteres Mal äußerst zittrig ihre Stimme. Es waren weitreichende Worte, die sie nun aussprechen würde, doch wusste sie mit einem Mal, was Arwen gemeint hatte und alles erschien auf einmal richtig. Sie empfand nicht bloß Sympathie, es war keine kleine Schwärmerei oder eine einfache Verliebtheit, nein, sie hatte ihr Herz bereits unwiderruflich an den blonden Elben verloren und es war Liebe für ihn, die ihr Herz höher schlagen ließ.

„Le melin.“

Für einen Takt schien Legolas Herzschlag komplett auszusetzen, nur um im nächsten Moment umso heftiger zu pumpen. Glückseligkeit durchflutete seinen ganzen Körper und ein warmes Lächeln legte sich auf seine Lippen.
Vorsichtig und mit Bedacht verschränkte er eine seiner Hände mit ihrer zarten, strich mit dem Daumen über den weichen Handrücken und lehnte sich etwas näher zu ihr.
Als er seine andere Hand an ihre erhitzte Wange legte und ein weiteres Mal in den leuchtenden Ozean blickte, die ihre traumhaft schönen Augen darstellten wusste er, dass es keinen einzigen Elben weit und breit gab, der gesegneter war als er.
Äußerst zärtlich trafen sich die Lippen der Beiden, fast unwirklich war es ihnen, dass sie über ihren Schatten gesprungen waren und sich gegenseitig ihre Gefühle offenbart hatten.
Dieser Kuss fühlte sich ebenso wie die vorhergegangenen wundervoll und berauschend an, doch stellte er all die anderen in den Schatten. Das Gefühl um eine erwiderte Liebe zu wissen, die ein ganzes unsterbliches Leben anhielt war das erfüllendste, dass es für einen Elben geben konnte. Weder Mensch, Zwerg noch sonst eine Kreatur vermochte nachvollziehen zu können wie intensiv und anders die Liebe zwischen zwei Elben war.

Am späten Abend, als die Sonne schon längst hinter dem Horizont verschwunden war hatten es sich Legolas und Elvea in den Gärten Elronds gemütlich gemacht und betrachteten in trauter Zweisamkeit die endlosen Weiten des Sternenhimmels. In der heutigen Nacht war es, als würden die Sterne nur für sie scheinen und funkeln.
Immer und immer wieder tauschten die Verliebten süße Küsse aus, verdrängten für die Moment all die Gedanken, die sie an die nahenden Gefahren erinnerten.

Legolas hatte seine Arme schützend um Elvea gelegt, die mit ihrem zierlichen Körper zwischen seinen Beinen saß und betrachtete die Elbin mit einem liebevollen Blick. Ihm war es gleich, dass er sich in ihrer Gegenwart so anders wie üblich verhielt, denn Illúvatar hatte ihm ein kostbares Geschenk gemacht. Er dankte Eru dafür, dass er diese wundervolle Elbin kennenlernen durfte, auch wenn es ihn überraschte wie schnell sein Herz sich nach ihr gesehnt hatte. Verwunderlich war die Überraschung nicht im Geringsten, denn schließlich wandelte er seit fast 3000 Jahren auf Mittelerde und hatte nicht einmal mehr erwartet in naher Zukunft Liebe erfahren zu dürfen. Nicht, dass er sich dies unbedingt gewünscht hätte, auch wenn für jeden Elben einmal die Zeit kam, in der er sich nach der unsterblichen Liebe sehnte und doch fühlte sich nun alles mehr als richtig an.
Noch waren sie den Bund nicht gänzlich eingegangen, bei den Elben bedeutete dies die vollständige körperliche Vereinigung oder eine Zeremonie, die einer Heirat nahe kam und doch konnte Legolas spüren, dass sich die zarten Bande zwischen ihren Seelen bereits festigten und mehr und mehr wuchsen.

Gerich 'uren und le melin. Es waren nur vier kleine ausgesprochene Worte und doch trugen sie die größte Bedeutung in sich, die es geben konnte. Von nun an war besiegelt, das Beide auf Dauer nicht ohne den anderen Leben konnten und doch hatten sie in sich den größten Schatz gefunden, den es für sie geben konnte.
Beide wussten sie, dass die Gefahr unabdingbar auf sie zukommen würde und es war nicht gewiss welche Schatten noch lauerten.
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