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Eternity 3 ~*~ Für immer und ewig...?! ~*~

von Diavolo07
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Fantasy / P18 / Het
Bankotsu Inu-Yasha Kagome Kikyou Rin Sesshoumaru
16.01.2022
23.09.2022
22
73.596
13
Alle Kapitel
116 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
23.09.2022 3.398
 
21. Superbia (Hochmut)



Flashback

Kagome Pov


Nachdenklich starrte ich auf den Weidenkorb, welcher bereits mit etlichen Stoffen und Tüchern versehen war.

"Ich weiß echt nicht, wie du das immer wieder schaffst..." kam es kopfschüttelnd über die Lippen meiner Mutter, welche mir einen weiteren Weidenkorb reichte.

Wie ich was schaffe...?

"Langsam glaube ich..."
Doch sie schüttelte ungläubig den Kopf.
"Was?" hakte ich irritiert nach.
Verstand ja selbst nicht, warum mich die Hexenälteste ins Lazarett vor den Schlossmauern verbannte.

Ich meine...
Nur weil ich vor Energie trotzte?!
Ernsthaft?!

"Es kann doch kein Zufall sein, dass du immer in solche Missionen verwickelt wirst!
Genau wie letztens erst!" schnaubte meine Mutter ernst.
Erinnerte mich sofort an den Vorfall in der Stadt zurück.
Welchen ich völlig aus meinen Gedanken gestrichen hatte...

Ein Vorfall, welcher ohne Chinos Einschreiten vermutlich anders ausgegangen wäre...
Im hintersten Teil der Stadt...

"Samael hat echt alle Hände voll zu tun..." seufzte sie und benutzte absichtlich seinen Engelsnamen.
Seinen richtigen Namen, welchen er schon vor Jahren ablegen wollte, weil er ihn nicht ausstehen konnte.

"Du hast echt Glück.
Ein anderer Engel, hätte diese Aufgabe wohl längst an den Nagel gehängt!" fügte sie hinzu.
"Sooft wie du in Schwierigkeiten gerätst..."

So als würde er...
"Das würde er nie tun..." hauchte ich abwesend, dachte an den Tag zurück als er mich aufgefangen hatte...
Vor all diesen Jahren.

"Sag niemals nie..." meinte meine Mutter beifällig.

Was?

"Ich habe gehört, dass er wegen einer Versetzung angesucht hat..." fügte sie sachlich hinzu, und gab noch einige Bandagen in die Körbe.

Was?!
Sprachlos starrte ich sie an, wusste nicht was mich gerade mehr schockierte.
Dass er sich versetzen lassen möchte...?!

Oder dass er weg von mir wollte...?!

"Er will...?"

"Dass wundert dich, nach all den zwischen Fällen in letzter Zeit?!
Ich meine...
Du schleichst dich unerlaubt aus dem Schloss?!
Du verschwindest wegen wichtiger Einkäufe in ein anderes Viertel der Stadt?!
Und wärst dort beinahe..."

Ich schluckte, sah in die sorgvollen Augen meiner Mutter.
"Kagome, die Erde ist nicht der Himmel...
Hier bist du auf Schutz angewiesen!
Was wolltest du überhaupt dort...?" wollte sie erneut von mir wissen.

Was ich dort wollte...?
Ich wusste es nicht einmal...
Nur dass...da wieder dieser Schmetterling war.
Dieser goldene Schmetterling.

Genau wie damals.

"Du hast ein Glück, dass Samael dich noch rechtzeitig gefunden hat..."
"Chino, Mutter!
Er kann seinen Engelsnamen nicht ausstehen..."

"Was?!" meine Mutter schien verwirrt.
Dachte anscheinend immer, dass er diesen Namen nur trug, weil ich ihm immer so genannt hatte...

Damals, als ich noch ein Kind war und er mir seinen Namen nicht verraten wollte.

Aber...warum hatte er genau diesen Namen beibehalten?
Und...wollte er sich wirklich versetzen lassen...?

~*~


Ich heilte einen Verletzten nach dem anderen.
Versuchte nebenbei immer noch all meine Gedanken zu sortieren, etwas...dass seine Anwesenheit nicht gerade besser machte!

Oder die Tatsache, dass er mich bis jetzt keines Blickes gewürdigt hatte?!

Und dass, obwohl er mir nicht ein einziges Mal von der Seite gewichen war.
Mir folgte wie ein Schatten, mir half ohne dass ich ihm etwas erklären musste.

Ich biss mir auf die Lippen, als er die Blutung eines Mannes mit seinen Fingern stoppte.

Es war, als würde er all meine Gedanken lesen.
Nein, als würde er jeden meiner Schritte wissen...bevor ich überhaupt wusste in welche Richtung ich musste.

Meine Zurückhaltung war wie ein dünnes Band, welches sein abwesendes Verhalten mehr denn je strapazierte.

"Verdammt!"  
Ein Wort, welches ausreichte um vermutlich alle Augenpaare auf mich zu ziehen.
Alle.
Bis auf seine.

"Du kannst mich nicht ewig ignorieren!" murrte ich ihm leise zu, während er immer noch die aufgeplatze Hauptschlagader des Kriegers abdrückte.

Seine Blauen spiegelten keinerlei Emotionen wieder, als ich meine Magie einsetzte um den Mann das Leben zu retten.

Ernsthaft?!
Er mied meinen Blick immer noch?!
Wie alt war er...?!

"Ich meine es ernst! Können wir bitte endlich reden?!" versuchte ich es erneut.
Doch er hob nicht einmal seinen Kopf an.

"Gut, dann... danke ich dir einfach hier für...!" meine Stimme bebte, während um meine Hände erneut dieses helle Licht erschien.
Etwas, dass ihm wie auf Knopfdruck erstarren ließ.

"Ich wollte schon immer stärker sein...!
Wenn ich gewusst hätte, dass du so etwas kannst, hätte ich dich schon länger darum..."

Ich japste auf, als Chinos linke Hand sich auf meine Lippen legte.
Ehe er sich seiner Reaktion bewusst wurde...

Unsere Blicke verhakten sich, bevor er seine Hand eilig wieder zurück zog.

"Schrei es vielleicht noch lauter durch die Gegend..." seine Stimme nur ein Zischen, während er meinen Braunen auswich und seine Blauen fast nervös durch das Lazarett wanderten.

Ich lag mit meiner Vermutung also wirklich richtig?!
Meine Kräfte hatten sich wegen seiner Berührung, gefühlt, verzehnfacht?

"So redest du wenigstens mit mir!" meinte ich barsch, heilte die Hauptschlagader beifällig.

"Reden..." raunte er leise, schüttelte den Kopf.

"Die letzten Wochen hast du mich wie Luft behandelt...!
Gehst mir absichtlich aus dem Weg...!
Redest kein Wort mit mir!" gab ich fließend zurück.
Ließ von dem geheilten Krieger ab um mich um den nächsten zu kümmern, der gerade herein gebracht wurde.

"Und das wundert dich..." Chinos Stimme wie ein Vorwurf, "Mit dir kann man nicht reden..."

Bitte?!

"Du ignorierst sowieso alles was ich sage..." fügte er eisern hinzu.

Und doch konnte ich diesen wütenden Unterton deutlich heraus hören.

Warte?!
Wütend...?!
Aber, er kann doch angeblich gar nicht...

"Ich ignoriere...?!
Was?!" wollte ich unbeholfen von ihm wissen.

"Egal was ich sage!
Du machst das Gegenteil!

Bleib im Schloss, hier ist es sicher...
Nein, du folgst mir ins Dorf!

Bleib hinter mir.
Nein...du verlässt die Gruppe und kommst ins Armenvirtel der Stadt!

Halte dich von mir fern..." zischte er, deutete kopfschüttelnd auf die erneute Nähe.

"Funktioniert ja blendend...!" fügte er zynisch hinzu, ehe er mir beifällig eine Bandage reichte.

"Tja, Ich bin eben kein Kind mehr...dass du herum kommandieren kannst!" gab ich schnaubend zurück.

Dachte an die Zeit zurück, als ich seinen Worten wirklich artig Folge leistete.

"Kein...?!" er schüttelte verständnislos den Kopf, fuhr sich fast hilfesuchend durch die Strähnen.
"Manchmal wünschte ich, du wärst noch ein Kind!
Dann müsste ich jetzt nicht diese sinnlose Unterhaltung mit dir führen!" seine Stimme nur ein Zischen.

Sinnlose....?!

"Selbst Schuld, du hast den Himmel vor Jahren verlassen nicht ich!" gab ich fließend zurück, ergriff die Bandage und erstarrte, als meine Hand dabei die seine berührte.
Eine Berührung, ein Moment, welcher mir einen eisigen Schauer durch den Körper jagte.

Eilig zog ich meine Hand zurück, so als ob diese Geste den Klang meines Herzens noch hätte zügeln können...

Warum reagierte mein Körper nur so heftig auf den seinen...?!
Und...Warum ließ eine einzige Berührung, mein Herz so schnell schlagen...?!

Und...
Warum war früher alles so einfach..??!
Leicht?

Warum hatte ich früher keine Angst...mein Herz an ihn zu verlieren?

"Ich will nicht mit dir streiten..." versuchte ich meine Gefühle in Worte zu fassen.
Seine Blauen blitzten kurz auf, als ich mir automatisch auf die Lippe biss.

"Aber...
Du ignorierst mich komplett!
Siehst mich nicht einmal mehr an!" gab ich zögernd zurück.

Und da war es wieder, dieses Gefühl...
Nein, dieses Loch...welches mich seit Wochen von innen nach außen auffraß!

Auch er schien überfordert von meiner plötzlichen Nähe, tat allerdings nichts um Abstand zwischen uns zu bringen...?!

"Dass stimmt nicht..." seine Stimme nur ein Flüstern.

Was?!
Seine Worte.
Diese Worte.
Und die Art, wie er sie aussprach.
Warum?!
Warum waren seine Blauen...so leer..?

"Warum gehst du mir dann aus dem Weg?!

Ich dachte immer, ich wäre dir wichtig..."

"Ich habe dir gesagt, dass wir keine Freunde mehr sein können..." gab er monoton zurück.

So als hätte er diesen Satz einstudiert.

"Dein Ernst?!" hakte ich leise nach, während er meinen Blick eisern stand hielt.

"Warst du deshalb Tagelang verschwunden?
Weil du dich versetzen lassen wolltest?
Stimmt es dass du dafür sogar bei deinem Vater warst?!" meine Stimme bebte...
Und ich wusste selbst, dass ich gerade mehr Grenzen überschritt als ich sollte.

Seine Blauen flackerten erneut.
Während er mich fast schon sprachlos musterte.

"Ja..."

Was?!
Er wollte wirklich?!

"Was...?!" wisperte ich, versuchte diese Leere hinunter zu schlucken ehe ich vor ihm zurück wich.

"Du möchtest wirklich...?" meine Worte nur ein Flüstern.
Ehe mir meine Gedanken entglitten.

Er...er wollte...?!

"Er ist deiner Bitte nicht nachgekommen...?" es war, als würde ich seine Gedanken laut aussprechen.

"Nein. Uns Engeln steht es nicht zu Entscheidungen zu treffen.

Nur unsere Schützlinge können diesen Anspruch stellen..."

Nur...?!

"Gut..." meine Stimme bebte.
"Dann möchte ich ab Morgen einen neuen Beschützer haben!

Aber, wenn du gehst...
Dann möchte ich dich nie wieder sehen..."

Was?!
Dass hatte ich nicht wirklich gesagt oder?!
Verdammt...?!
Was war nur los mit mir?!

Und warum sagte ich...?!
Hatte ich den Verstand verloren?!

Dachte ich wirklich, mein Ultimatum...würde ihm umstimmen?!
Dachte ich wirklich, jemand wie er...würde..??!

Verdammt.
Früher waren wir doch unzertrennlich?!

Und jetzt?!
Er wollte die Bürde meines Schutzes ablegen?!
Er...wollte...

"Nie wieder?" wiederholte er langgezogen, wich meinen Blick nun aus.
Fast als würde er meine Worte überdenken.

Während ich kurz davor war, sie zurück zu nehmen...!
Denn, ihm nie wieder zu sehen...war das letzte dass ich wollte!

Aber...

"Wie ihr wünscht...My Lady"

Was?!

Er stimmte meiner Bitte einfach so zu...?!
Einfach so..?!

Was?!
Hatte ich die ganze Zeit etwa unrecht...?!
Hatten mich all meine Gefühle in die Irre geführt...?
War er wirklich nur ein Herzloser Engel, genau wie alle anderen..??!


~*~


Ausgelaugt schob ich den Vorhang des Zeltes zur Seite und schritt hinaus in die Kälte der Nacht.

Es war weit nach Mitternacht...doch ich fand einfach keine Ruhe..!
Chino hatte das Zelt schon vor Stunden verlassen und war seitdem nicht wieder zurück gekehrt...

Auch, wenn ich wusste, dass er hier draußen irgendwo war.
Die Ungewissheit brachte mich um den Verstand!
Genau wie die Tatsache, dass er zugestimmt hatte...mich nie wieder zu sehen...!

Ungläubig hielt ich inne, als ich ihm unweit des Zeltes erkannte.

Warte...was?!
Er war die ganze Zeit über...?!

Mein Herz rebellierte, als meine Braunen an seinen entblössten Oberkörper hängen blieben.

Sein Rücken war überseht von etlichen Wunden!
Manche frisch, andere...
Warte...?!
Hatte ich diese Wunden nicht schon heute Nachmittag gesehen...?!
Aber, seit wann heilten seine Verletzungen derart langsam?!

Ich verwischte meine Gedanken, genauso wie das Ungute Gefühl und schritt lautlos auf ihn zu.
So leise, dass auch er mich nicht zu hören schien.

Er war wie in Trance, als ich näher kam.
Genau wie ich!
Denn...nie zuvor hatte ich soviele Wunden an seinen Unsterblichen Körper gesehen!
Normalerweise heilten sie doch schneller als sie zustande kamen?!
Seine Hände waren blutverschmiert, genau wie sein halber Körper...?!
Er hatte mich bis jetzt nicht bemerkt, versuchte einige seiner Wunden unter einem Verband zu verbergen??!

Was...zum?!
Einige waren tiefer als jene von Sesshoumaru...?!
Und weit älter?!

Mein "Was ist passiert?!" ließ ihm erschrocken aufblicken.
Und zum ersten Mal, hatte ich das Gefühl, das ihm meine Anwesenheit mehr als nur unangenehm war.

"Nichts..." raunte er, wollte sein zerfetztes Shirt wieder überziehen.
So...als würde dass noch irgendetwas retten...

"Das sieht mir aber nicht wie Nichts aus!
Deine Wunden gehören..."
Doch er ignorierte mich gekonnt und band den Verband eilig darüber.
So als versuchte er tatsächlich diese offensichtlichen Verletzungen zu verstecken.

"Was ist eigentlich los mit dir?" wollte ich ungläubig von ihm wissen.
"Was mit mir los ist?!" wiederholte er lang gezogen.
"Was ist mit dir los?!" entgegnete er barsch, während er taumelnd hoch fuhr.

Warte?!
Taumelnd...?!
Er?!
Meine Braunen huschten über die Flasche vor ihm.
Warte...?!
Er hatte...getrunken?!

"Du...hast getrunken?" meine Worte mehr eine Feststellung als eine Frage.
Aber... Er hatte getrunken?!
Ernsthaft?

"Ja...anders ertrage ich deine Gesellschaft nicht länger...!
Und weißt du was das schöne an dem ganzen ist...
Ich schaffe es jetzt sogar mit nur einer Flasche!"

"Was?!"
Sprachlos starrte ich ihm an.
Seine Worte waren wie ein Schlag ins Gesicht. Allesamt!

"Was willst du hier draußen?!
Hast du drinnen nicht genug zu tun?!" giftete er weiter, versuchte die Bandage straff zu ziehen.

"Ich habe mir..."

Doch er blickte schlagartig auf und fiel mir dazwischen.

"Hör auf...
Hör endlich auf...dir Sorgen um mich zu machen!" seine Worte waren wie ein Schlag ins Gesicht.
Während meine Gedanken sich regelrecht überschlugen.

Warte?!
Woher wusste er...?!

"Ich habe dir nie gesagt...dass" doch er fiel mir wütend dazwischen.

"Das brauchst du nicht...!
Deine Gefühle erdrücken mich...!
Genau wie deine Gedanken!
All das Unausgesprochene. All deine Ängste. Und Empfindungen.

Sie sind...wie Wellen...welche mich unter Wasser ziehen...immer tiefer.
Immer weiter..."

Was?!

"Ich kann kaum atmen...!" raunte er, während mein Herz fast aussetzte.
Und er sich fast hilfesuchend zum Kopf fasste.

"Ich kann nicht...ich kann..." seine Stimme verändert, fast brüchig.
Nie zuvor hatte ich mit erlebt, dass er die Fassung verlor!
Oder...dass er derart viele Emotionen zeigte...

Warte...
Emotionen?!

Mein Herz rebellierte, ihn so zu sehen...
Gebrochen. Verzweifelt.

Er...


"Chino ich..."

Und plötzlich waren all meine Zweifel wie ausradiert.
Er fühlte...!
Er fühlte schon die ganze Zeit...

Und zum aller ersten Mal...zeigte er mir dies so Offensichtlich...?!
Zum aller ersten Mal...hatte er all seine Mauern umgerissen...!?

Mauern welche er vermutlich Jahrhunderte aufgebaut hatte...!

"Verdammt..." raunte er leise, lehnte sich haltsuchend gegen die Rinde eines Baumes.
Sein Körper bebte und ich wusste, dass dies auch an seinem hohen Blutverlust lag.

"Komm zurück ins Zelt...ich..."
Doch er fiel mir lächelnd ins Wort.
"Du hättest mich nicht küssen dürfen...
Du hättest es mir nicht sagen dürfen!
Du hättest...!" er brach ab, als ich einfach auf ihm zuschritt.

"Ich hätte was...?!
Schweigen sollen? Genau wie du..?
All die Jahre...?"

Fassungslos starrte er mich an, seine Blauen flackerten, waren voller Angst.

"Ich habe es so sehr versucht!
Ich habe alles getan...!
Alles was verlangt wurde. Und trotzdem...!" raunte er verbittert, seine Hände zitterten.

Versucht?! Alles getan?!

Seine Haltung hatte nichts mehr mit der eines Engels gemeinsam!

Seine Worte waren wie ein Geständnis, die Zeilen dazwischen bedeutender als je zuvor.

"Deswegen hast du dich damals auch freiwillig gemeldet...nicht wahr? Du wolltest auf die Erde, um so weit weg von mir zu sein...wie möglich..."
Chinos Blaue flackerten, sein Schweigen wie meine Bestätigung.

"Du weißt schon lange...was ich für dich empfinde, nicht wahr?!"
Ich war selbst überrascht über meine Worte, aber schweigen wäre jetzt mehr als nur falsch gewesen!

"Es wissen...?!
Du vergisst, dass ich deinen Herzschlag hören kann..." raunte er leise.

"Ich hatte es nie vergessen..." hauchte ich, ehe meine Hand vorsichtig auf seiner Brust aufsetzte.

"Tue dass nicht..." seine Bitte hatte an Kraft verloren, während meine Magie bereits seine Wunden verschloss und er kraftlos seine Lieder schloss.

Seine Haut unter dem letzten dünnen Stoff...

Meine Hand wanderte vorsichtig weiter unter sein zerissene Shirt, während er leise unter meiner Berührung aufkeuchte und seine Adern unter meiner Berührung erneut Feuer fingen.

Feuer...?

Seine eisblauen Augen suchten nach den meinen, ehe seine Hand blitzartig in meinem Nacken verschwand und er seine Lippen auf die meinen legte...

Warte...?!
Was?!

Ich war wie erstarrt, als seine Lippen über die meinen strichen und regelrecht um Einlass bettelten.
Dieses Gefühl...!
Die Hitze, welche meinen ganzen Körper durchflutete.
Seine Lippen, so weich...zärtlich, seine Zurückhaltung vom letzten Mal schien im Alkohol ertrunken zu sein...

Mein Herzschlag steigerte sich ins unermessliche, als ich anfing diesen Kuss zu erwidern.
Seinen Kuss...!
Zögerlich...sanft.

Automatisch wanderte meine Hand über seine Brust, während sich seine Wunden wie von selbst unter meinen Fingerspitzen verschlossen.
Während feurige Adern seinen Körper durchzogen.
Unter jeder meiner Berührung.

Chino keuchte leise in den Kuss hinein, schien all seine Einwände über Board geworfen zu haben.
Während seine Lippen immer hungriger mit den meinen zusammen fanden.
Das Gefühl in meiner Brust, war den Flammen unter seiner Haut ebenbürtig.
Verwandelte die letzten Zweifel zu Asche.

Völlig verloren, gaben wir uns diesen Kuss hin, hatten alles um uns ausgeblendet...

Auch die Tatsache, dass wir immer noch unter Gottes Himmel standen...

~*~


Atemlos berührte ich meine Lippen, konnte nicht glauben, was gerade zwischen uns passiert war...!
Wir...
Er...ich...
Wie lange hatten wir dort gestanden und uns einfach nur geküsst?!

Ich schluckte, dachte an die Stimmen im Wald zurück.
Welche dem Lazarett näher kamen!

Was wohl passiert wäre...wenn...?!

Meine Sicht verschwamm erneut, während das Hämmern meines Herzens veräterisch in mir wiederhallte.
Und ich verzweifelt versuchte mich auf etwas anderes zu konzentrieren!
Eilig griff ich nach dem Weidenkorb und verbannt die Wunde eines alten Mannes.
Die beiden anderen Hexen waren so in ihrer Arbeit vertieft, dass sie meine innere Unruhe gar nicht erst mit bekamen.

Meine Hände zitterten, mein Körper war völlig überfordert von der Macht, welche nun durch meine Adern floss.
Wie sollte ich diese Macht vor den anderen verbergen?!

Und warum passierte dies überhaupt?!

Ich schluckte als einige Krieger das Lazarett betratten, allen voran König Onigumo höchst persönlich.

Nicht...er.
Dieses ungute Gefühl in meiner Brust war wie ein Schatten hinter König Onigumo.
Und ich konnte nicht einmal sagen, warum.

"Dies ist die erste Auffangstation, wie ihr sehen könnt liegen hier die Schwerverletzten" erklärte einer seiner Krieger sachlich.
Während der König sich nickend umblickte, eilig wendete ich mich von ihm ab, zog meine Kapuze tiefer.

"Die Hexen leisten hier Höchstarbeit und versuchen wirklich jedes Leben zu retten" kam es lobend von einem anderen Krieger.

Sie wanderten durch die Reihen, befragten einige Verwundete und sprachen mit den anderen Hexen.

"Dieser Krieg wäre längst Geschichte, würden die Engel richtig kämpfen...!" kam es wütend über die Lippen eines Verwundeten.

Hellhörig hielt ich inne.
"Wenn wir richtig kämpfen würden...
Wären wir keine Engel mehr sondern Dämonen!" Uriels Stimme eiskalt, als er sich zu dem König umdrehte.

"Wer gegen die sieben Sünden verstößt, verliert nicht nur seinen Platz im Himmel..."

Seinen Platz...?

"Die sieben Sünden?" wollte der König irritiert wissen, besah Uriel eingehend.

"Neid. Völlerei. Habsucht. Wollust. Hochmut. Trägheit und Zorn" gab Uriel kühl zurück.

"Ihr würdet zu Dämonen werden, wenn ihr gegen diese Sünden verstößt?!" belächelte einer der Krieger ungläubig.

"Ein normaler Engel, würde zum Dämon werden.

Aber einer wie ich, Ein Erzengel, würde verbrennen.
Von innen nach außen...

Er würde zu einem unsterblichen Monster werden, welches jeden Dämon in seinen Schatten stellen würde...!"

Brennen?!
Mein Herz setzte aus, während Chinos feuerrote Adern durch meinen Kopf schossen.

Verbrennen...!?
Von Innen nach...?!
Was...was hatte ich getan?!!

"Zu einem Monster?!" hakte der König nach, während die Krieger sich tuschelnd unterhielten.

"Und...hat eure Sünden schon einmal jemand gebrochen...?!"

"Ja...Ich..."
Seine Stimme!

Was...!?
Mein Herz setzte aus, während die anderen sprachlos zu ihm blickten.

"Warum denkt ihr, sind meine Schwingen sonst, schwarz wie die Nacht...?!"
Seine schwarzen Schwingen ließen nicht nur Uriel zurück weichen, auch die anderen wirkten nun eingeschüchtert.

Alle.
Bis auf mich.

"Ihr? Und dennoch stehen die Engel unter eurem Wort?!" wollte einer der Krieger  wissen, während Chinos Schwingen zurück in seinen Rücken verschwanden.

"Sieht so aus...nicht wahr?"  
Chinos Lippen umspielte ein dunkles Lächeln.

"Samael...!" mahnte Uriel, schüttelte den Kopf, fasst als versuchte er ihm zu zügeln.

"Euer Hochmut scheint nach wie vor ungebrochen..."

Hochmut?!




~*~


Wuhuuu!

Danke *.* für euere tollen Kommis!
Ich hoffe ich komme heute noch zum beantworten!
Es freut mich riesig, dass euch Teil 3 auch so gut gefällt!

Und ja, wir hängen immer noch in Kagomes Erinnerungen fest!
Ich bin schon sehr auf eure Meinungen gespannt *.* ❤️

Hoffe bei euch ist alles gut?! ❤️

Lg Diavolo
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