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Stock und Stein

von SSawyer
Kurzbeschreibung
GeschichteAngst, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Leonardo Raphael
15.01.2022
15.01.2022
1
4.899
1
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Dieses Kapitel
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15.01.2022 4.899
 
Vorwort:

Diese Fanfiktion ist ein Altraverse und hangelt sich voraussichtlich an den Episoden Eins bis Sechs oder Sieben der Staffel Drei entlang. Man muss TMNT 2012 nicht unbedingt frisch im Kopf haben, da ich die wichtigsten Szenen nacherzählen oder zumindest anschneiden werde.

Leo und Raph sind die Hauptpersonen, aber die anderen bekommen ebenfalls reichlich ,,Screentime”.

Dieses Mal gibt es eine halbe Warnung für T-Cest, weil in diesem Universum die Turtles genetisch keine Brüder sind. (Das Konzept habe ich mir von ROTTMNT gemoppst hihi.) Da Leo und Raph allerdings wie Brüder aufgewachsen sind, setze ich trotzdem die Warnung für Inzest (Hust siehe Westmarck Effekt Hust).

BOOM! Warnung. So.

Ich habe keine Ahnung, wie ich die Kapitel hochladen werde, aber man muss ja nicht immer einen perfekten Plan für alles haben.

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Manchmal wünscht Raph, sich Leos Gesicht besser eingeprägt zu haben. Dann wüsste er wenigstens noch, wie es eigentlich aussehen sollte.

Mittlerweile hat er sich zu sehr an die blauen Flecken, die geschlossenen Augen, das geschwollene Gesicht gewöhnt. Der Anblick vom unbewussten Leo in der Badewanne war über die Zeit zur bizarren Normalität geworden.

Eigentlich sollte Raph nicht ständig neben ihm sitzen, weil sich somit das Bild nur weiter in seinen Verstand brennt. Aber er kann sich auch nicht bewegen. Verweilt auf dem Hocker bis die Nacht vom Himmel fällt und der Hahn im Morgengrauen den Anbruch eines neuen Tages verkündet.

Die Kraang befielen New York City vor ungefähr zwei Monaten. Raph kommt es eher vor wie zwei Jahre. Möglicherweise vergeht die Zeit hier draußen auf dem Land ja auch ein wenig anders.

Für die Turtles sollte Training ganz oben auf dem Plan stehen. Dasselbe gilt für Casey und April, allerdings gibt es auch viel auf der Farm zu tun. Die Motivation fürs Training sinkt über die Wochen hinweg. Es ist schwierig, sinnvolle Unterrichtseinheiten zu führen seit Meister Splinter … verschwunden ist.

So verbringt Donnie die meiste Zeit in der Scheune, die er notdürftig zu einem Labor umfunktioniert hat, um eine Mutagen-Medizin zu entwickeln. Casey ist meistens ebenfalls dort, um an einer alten Schrottkarre zu bastel, was natürlich perfekt für die beiden ist, um sich gegenseitig den Kopf abzureißen. Mikey erledigt einige Aufgaben im Hof und riskiert jedes Mal bei der Fütterung der Hühner sein Leben, während April das Haus instand hält und Krafttraining betreibt, um in den Kämpfen mithalten zu können.

Es ist ungesund und selbstzerstörerisch, aber Raph fragt sich immer wieder: Was wäre wenn? Was wäre, wenn sie vor dem Ausbruch der Invasion die Stadt verlassen hätten? Was wäre, wenn Raph mit Leo gegangen wäre? Was wäre, wenn sie Leo früher einfach verdammt nochmal gefunden hätten?

Die ganze Frustration lässt Raph im Training heraus, aber sein Jähzorn ist trotzdem nicht so ungezügelt wie der Streit, der sich zwischen Casey und Donnie entfaltet. Dass sich die beiden in die Haare kriegen, ist nun wirklich nichts Neues, aber er hält inne, als die beiden sich mit bloßen Fäusten aufeinander losstürzen.

Normalerweise würde Raph sich sofort in den Kampf stürzen, allerdings ist ihm überhaupt nicht danach. (Was möglicherweise auch daran liegt, dass er soeben von April in einem Moment der Unachtsamkeit voll eine auf die Zwölf bekommen hat.)

Normalerweise prügelt er sich ja mit Leo, weil der als einziger mit seiner physischen Stärke mithalten kann.

Krötengrütze. Selbst wenn Raph nicht im Badezimmer hockt, denkt er ständig an Leo.

April schreitet ein im Versuch, den lächerlichen Streit zu schlichten. ,,Ihr Zwei führt euch auf wie wilde Tiere im Käfig!”, beschwert sie sich.

,,Ach, wir lassen nur ein wenig Dampf ab, Feuerlöckchen”, meint Casey, sobald er sich aufgerappelt hat.

,,Ja, genau”, pflichtet Donnie ihm bei und legt den Arm um seine Schultern. ,,Unsere Nerven liegen nur ein wenig blank. Nicht wahr?”

,,Das hast du Recht, alter Freund”, röchelt Casey, da Donnie ihm mit seiner ,,freundschaftlichen” Umarmung effektiv die Sauerstoffzufuhr abkneift.

Raph steht auf und gesellt sich zu der Truppe. ,,Irgendwie sind wir alle frustriert. Nichts für ungut, April, aber wir sind Turtles.” Er schaut sich um und unterdrückt ein Seufzen. ,,Wir gehören nicht auf einen Bauernhof, sondern in die Kanalisation.”

,,Nicht so ganz korrekt”, mischt sich Donnie ein, ,,aber irgendwie stimmt’s schon.”

Mikey tritt dazwischen. ,,Ja, mag sein. Aber wie Meister Splinter sagen würde: Wir müssen die Karten so akzeptieren, wie sie uns vom Universum ausgeteilt werden.” Dabei imitiert er – nebenbei bemerkt, auf gar nicht so üble Weise – Meister Splinters Stimme.

,,Wow, das war echt tiefgründig”, meint Casey ehrlich beeindruckt, ,,oder?”

,,Meister Splinter ist fort, Mikey.” Raph knirscht mit den Zähnen. ,,Und Leo wacht vielleicht nie wieder auf.” Für einen Augenblick schaut er zu Boden, als die Welle der Tatsachen ihn einmal wieder gnadenlos überschwemmt.

Das hier ist die Realität. Kein fieser Traum, aus dem er erwachen kann. Wann kapiert er das denn endlich?

,,Auf die Karten vom Universum kann ich gerne verzichten”, sagt er schließlich und stapft zurück ins Farmhaus, dankbar darüber, dass niemand versucht, ihn aufzuhalten.

Da er nicht weiß, wohin mit sich, hockt er sich einfach wieder zu Leo ins Badezimmer. Wahrscheinlich wird er den aufkommenden Hunger ignorieren, bis ihn jemand zum Abendessen nach unten zerrt. So wie jeden Tag.

Und dann wird er wieder hierher kommen und schweigsam in Leos schlafendes Gesicht schauen. So wie jeden Tag.

Und er wird innerlich beten, hoffen, Tränen unterdrücken, alles und vor allem sich selbst infrage stellen. So wie jeden Tag.

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,,Okay, Donnie, jetzt erklär’ nochmal, wieso du uns das Blut aussaugen musst”, meint Raph argwöhnisch. Er hat kein Problem mit Nadeln, aber angenehm ist das Gefühl von dem spitzen Ding unter seiner Haut ganz bestimmt nicht.

,,Für die Mutagen-Medizin”, erklärt Donnie geduldig. Er zieht die Kanüle ab und beschriftet das Röhrchen, in der nun reichlich Blut schwimmt, mit Raph. ,,Leos Blutwerte sind zu stark beeinflusst, weil er seit Wochen nicht mehr auf den Beinen war. Deswegen nehme ich unser Blut, um zu testen, ob die Medizin negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben könnte.”

Erleichtert atmet Raph auf, als ihm die Schnalle vom Arm genommen wird und das Blut endlich wieder barrierefrei durch seine Arterien und Venen fließen kann.  

,,Ist irgendwie komisch, dass du uns noch nie so richtig untersucht hast”, merkt Mikey an. Seine Augen weiten sich, wobei sich ein fiebriges Glitzern in ihnen abzeichnet. ,,Whoa, könntest du uns nicht Superkräfte geben, wenn du unsere DRA transportierst? Wie Spider-Man oder so!”

,,Also erstens heißt es ,DNA’ und ,transformieren’, Mikey”, korrigiert Donnie und verdreht die Augen, ,,und zweitens bin ich Wissenschaftler. Kein Zauberer.” Er packt seine Ausrüstung zusammen und räumt den Tisch frei, wahrscheinlich um gleich mit seiner Forschung loszulegen. ,,Außerdem gab es nie einen Grund, unsere DNA zu untersuchen. Dafür war ich zu sehr mit dem Retro-Mutagen beschäftigt. Aber meine Hightech-Ausrüstung ist in New York, also kann ich es hier sowieso nicht komplett zu Ende entwickeln.”

Die schmerzliche Erinnerung, dass sie gerade so fern von ihrem zu Hause sind, lässt die ausgelassene Stimmung abebben.

Bilder von ihrem zerstörten Hauptquartier blitzen vor Raphs innerem Auge auf. Meister Splinter sagte immer, dass materielle Besitztümer vergänglich seien, aber Raph verstand die wahre Bedeutung dahinter erst, nachdem die Kraang ihnen erbarmungslos das Heim geraubt hatten.

,,Naja, jedenfalls mache ich mich dann mal an die Arbeit”, unterbricht Donnie die schwere Stille. Er dreht sich auf dem Stuhl um und beginnt sogleich, mit seinen tausend Werkzeugen, von denen Raph onehin nichts versteht, zu hantieren.

,,Ruf uns, wenn du etwas Interessantes herausfindest!”, fordert Mikey aufgeregt.

,,Ja, ich sag dir schon Bescheid, falls du doch Spider-Man bist, du kleiner Held”, gluckst Donnie.

Raph verlässt die Scheune und sieht Casey trainieren. Aber es ist kein Kampftraining, nein, er scheint mit seinen Pucks ein improvisatorisches Tor treffen zu wollen. Er skatet auf seinen Rollschuhen und wirkt … glücklich. Frei.

Raph hat ihn nie auf dem Eis spielen sehen und auch wenn er weiß, dass es wohl unmöglich ist, ihn jemals bei einem offiziellen Match zu beobachten, löst der Anblick seines besten Freundes, der jauchzt und seine Runden dreht, ein warmes Gefühl in seiner Brust aus.

,,Hey, Casey!”, ruft er und joggt auf ihn zu.

Casey hält inne und dreht sich um. Sogleich grinst er und entblößt seine riesige Zahnlücke. ,,Was geht?”

,,Kannst du mir ein paar Tricks zeigen?”, fragt Raph.

,,Jetzt echt?” Überrascht hebt Casey beide Augenbrauen.

Raph ist bewusst, dass er die letzten Monate nicht sonderlich enthusiastisch gewirkt hat. Er ist weniger reizbar, aber dafür auch verschlossener. Es fühlt sich schon ein wenig fremd an, auf einmal so breit zu lächeln.

Er nickt vehement als Antwort auf Caseys Frage.

,,Alles klar! Dann zeigt dir der große Casey Jones jetzt, wie man Pucks richtig im Tor versenkt!”

Das kleine Spiel, das sie austragen, lenkt Raph effektiv für eine Weile ab. Sie grölen und jagen sich gegenseitig über den Platz. Dank seiner jahrelangen Ninja-Ausbildung kann sich Raph recht schnell anpassen und trifft sogar hin und wieder das Tor, aber ihm ist bewusst, dass Casey mit Absicht ein paar Pucks durchlässt.

Raph merkt überhaupt nicht, dass April ihnen zusieht, bis sie sich räuspert.

,,Ich unterbreche euer Spiel wirklich nur ungern, Jungs, aber Mikey ist mit dem Abendessen fertig”, verkündet sie.

,,Super, ich bin am Verhungern!”, ruft Casey aus.

,,Aber ich bin der Erste!” Raph schubst ihn zur Seite und stürmt voran, nur um eingeholt und zurück gezerrt zu werden.

Sie rangeln ein wenig und stolpern gemeinsam lachend die Treppen hinauf, was von April im Hintergrund mit einem Lächeln quittiert wird.

Das Abendessen ist fröhlicher und lauter als normalerweise. Raph unterhält sich tatsächlich mit den anderen, zieht Casey auf, gibt Mikey eine Kopfnuss, wenn der einen blöden Kommentar ablässt, und schaufelt sich Nudeln bis zum Geht nicht mehr in den Mund. Er erzählt davon, wie er Casey angeblich beim Training fertig gemacht haben solle und Casey lässt ihn einfach reden, zu beschäftigt damit, seine Pasta herunterzuschlingen.

,,Wollen wir noch fernsehen?”, fragt Mikey. Aufgeregt wippt er auf und ab. ,,Wir können meine Lieblingsserie schauen! Crognard, der Barbar!”

Erwartungsvoll schauen alle zu Raph. Das wäre nämlich die Zeit, um die er normalerweise nach oben gehen würde.

Kurz hält Raph inne und überlegt. An sich kann es nicht schaden, etwas mehr Zeit mit den anderen zu verbringen. Er muss doch nicht immer abblocken. Ja, warum muss er es sich immer so schwer machen?

Aber was, wenn das Universum ihn austricksen will? Wenn er sich nun zu den anderen setzt und Leo ausgerechnet in dieser Nacht aufwachen wird?

Raphs Magen wird schwer. Nein. Das kann er nicht zulassen. Leo wird ganz bestimmt nicht alleine aufwachen.

,,Sorry, Leute. Ich bin ziemlich müde”, sagt er, da er es nicht über Herz bringt, ihnen eine direkte Abfuhr zu erteilen. Er streckt die Arme über dem Kopf aus und gähnt übertrieben, obwohl alle am Tisch wissen, dass er schwindelt. ,,Schaut ruhig ohne mich.”

Er stakst die Treppen hinauf. Mit jedem Schritt sinkt sein Herz weiter. Er freut sich wirklich nicht darauf, Leos jämmerliche Gestalt in der Badewanne zu sehen.

Um seine Nachtschicht hinauszuzögern, macht er einen kurzen Abstecher in sein Zimmer, das er sich mit Casey teilt. Er krallt sich eine Decke und sein T-Phone, um sich mit hirnlosen Spielen die Zeit zu vertreiben.

Unweigerlich zuckt er zusammen, als er die Tür hinter sich quietschen hört. Er wirbelt herum und seufzt, als er Casey erblickt. ,,Alter, hast du mich erschreckt.”

Casey lehnt im Türrahmen und runzelt die Stirn. ,,Können wir reden?”

Raph zuckt mit den Schultern. Ihm behagt Caseys Ton so gar nicht.

,,Es ist Leo.”

Natürlich ist es Leo. Es ist immer Leo.

,,Du musst damit aufhören.”

Verwirrt schaut Raph ihn an. ,,Womit?”

,,Du isst nicht richtig und du schläfst kaum. Du haust nicht mal Mikey, wenn der Mist labert.” Casey stößt sich nun vom Türrahmen ab und geht auf Raph zu. Er legt die Hand auf seine Schulter und schaut ihn mitfühlend, aber auch mit einer gewissen fürsorglichen Strenge an. ,,Du bist besessen. Es ist nicht normal, jede Nacht für mehrere Stunden –”

,,Was erwartest du von mir? Ich habe erst meinen Sensei, meinen Vater, verloren und jetzt soll ich Leo einfach liegen lassen?”

,,Das erwarte ich gar nicht von dir, Kumpel”, beruhigt Casey ihn sogleich und drückt seine Schulter. Sein sonst so schadenfrohes Gesicht wird vom Gewicht der Sorge heruntergezogen. ,,Nur … Naja, du hast heute so anders gewirkt. Glücklich. Du darfst dir auch mal eine Pause erlauben. Wir sind hier in Sicherheit.”

,,Danke, aber du bist nicht mein Anführer.” Raph nimmt Caseys Hand von seiner Schulter. ,,Und es ist sehr unklug, sich zwischen mich und meine Familie zu stellen. Also lass mich durch, bevor ein Unfall passiert.”

Casey hebt abwehrend die Hände und tritt sogleich zur Seite.

Raph ist eigentlich nicht wirklich wütend. Im Gegenteil. Aber er hat Angst, dass Casey ihn zurückhalten wird, sobald er das merkt, daher stampft er an ihm vorbei und knallt die Tür hinter sich zu.

Ich lasse dich nie wieder allein, Leo. Nie wieder.

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Raph ist gerade dabei, Holz zu hacken, als er Donnies aufgeregte Stimme hört.

,,Leute! Leute! Das müsst ihr euch unbedingt ansehen!”

Eigentlich will Raph zuerst seinen Job erledigen, aber er vermutet, dass Donnie etwas bei der Blutuntersuchung festgestellt hat, weshalb die Neugier unmittelbar unter seinem Panzer brennt. Kurz schaut er zur Axt und dann zum Baumstumpf, auf dem der nächste Klotz bereits aufgestellt worden ist, bevor er mit den Schultern zuckt und zur Scheune eilt.

Dort haben sich bereits die anderen eingefunden bis auf April, die gerade in ihrem Zimmer sitzt und wahrscheinlich in ihrem Journal schreibt. Daher hat sie Donnies Aufruf wohl auch nicht mitbekommen.

Das hält Donnie jedoch nicht davon ab, seine Entdeckung preiszugeben. ,,Schaut euch das an!” Er lehnt sich zur Seite und gibt die Sicht auf seinen Laptop frei. Dort flimmern allerlei Notizen, Bilder von DNA-Strängen und Zeug, das Raph den Kopf verdreht.

,,Ich verstehe nur Bahnhof”, meint Casey genervt.

,,Das ist ja wohl nichts Neues”, ärgert Donnie ihn.

Bevor die beiden sich wieder kabbeln können, greift Raph ein: ,,Jetzt mach hinne und sag uns, was du herausgefunden hast! Kannst du die Mutagen-Medizin weiterentwickeln?”

,,Oder hast du herausgefunden, dass ich Spider-Man bin?”

,,Ja!”, gibt Donnie von sich.

Mikey jubelt und schlägt erst einmal ein Rad, wobei er fast gegen die Scheunenwand knallt.

Donnie seufzt und schüttelt den Kopf. ,,Das ,Ja’ war auf Raphs Frage bezogen. Ich konnte die negativen Auswirkungen, die die Medizin auf unser Blut hatte, aushebeln.”

Wärme blüht in Raphs Brust auf, als ihm bewusst wird, was das bedeutet. Wenn Leo aufwacht, wird er gute Chancen haben, schnell wieder auf die Beine zu kommen.

,,Das ist aber nicht die interessanteste Entdeckung, die ich gemacht habe.” Donnie wendet sich wieder an seinen Laptop und ruft einige andere Dateien auf. Er zittert ein wenig an den Händen so als wäre er unendlich aufgeregt, aber auch ängstlich darüber, welche Reaktion er gleich auslösen könnte.

,,Spuck’s schon aus!”, drängt Mikey und rüttelt Donnie an den Schultern.

,,Ist ja gut, ist ja gut!” Donnie drückt Mikey weg und atmet tief durch. ,,Das mag etwas schockierend sein, aber …” Er schluckt und lächelt nervös. ,,Ich habe herausgefunden, dass wir nicht von derselben Art abstammen.”

Es ist so still, dass man die berühmtberüchtigte Stecknadel fallen hören könnte.

Die Information dringt an Raphs Ohren, aber irgendwie will sie nicht so recht in sein Gehirn vordringen. Sie wird einfach abgeblockt von der fiesesten Mauer an ,,Was?”-Gedanken, die sich immer weiter auftürmen.

,,Was?” Ungläubig schüttelt Raph den Kopf. ,,Donnie, das ist nicht witzig!”

,,Ich mache keine Witze, wenn es um die Wissenschaft geht”, erwidert Donnie todernst. Er tippt auf seinen Laptop und deutet auf seine Forschungsergebnisse. ,,Ich hatte ja schon einmal erwähnt, dass wir Süßwasserschildkröten sind, aber ich bin nie genug ins Detail gegangen, um herauszufinden, dass wir alle unterschiedliche Arten von Süßwasserschildkröten sind.”

,,Was?”, wiederholt Raph, weil sein Gehirn es immer noch nicht begreifen will.

,,Eigentlich ergibt es aber total Sinn. Wir wurden jahrelang ähnlich trainiert, aber unsere Körperstrukturen weisen trotzdem deutliche Unterschiede auf”, fährt Donnie fort. Er klickt auf eine Datei mit der Bezeichnung Raphs DNA und deutet auf seine Ergebnisse. ,,Du bist zum Beispiel robuster und nicht nur muskulöser, weil du mehr auf Krafttraining setzt, sondern weil deine Genetik dir Vorteile verschafft. Dein Panzer ist auch dicker und breiter.”

Donnie klickt weiter auf Mikeys Profil. ,,Mikey ist kleiner, obwohl er in der Dimension X mehrere Monate gealtert ist. Er ist also nicht kleiner, weil er jünger ist, sondern es liegt an den Genen der Art, die er in sich trägt.”

Raph runzelt die Stirn. ,,Ich gebe ja zu, dass wir unterschiedlich aussehen, aber so krass ist es auch wieder nicht.”

,,Das könnte am Mutagen liegen. Es kann ja sein, dass wir alle unterschiedliche Ladungen abbekommen haben und die Ergebnisse deswegen so schwer zu vergleichen sind? Aber das sind alles nur Spekulationen.” Donnie schließt nun alle Dateien und dreht sich wieder um. ,,Wenn ich mal unsere Panzer auf Härte und Wachstum überprüfe, finden wir vielleicht mehr heraus. Das Mutagen scheint sogar noch komplexer zu sein als ich vermutet habe.”

Mikey hebt nahezu schüchtern die Hand so als wollte er sich melden. ,,Heißt das etwa … dass wir keine Brüder sind?”

,,Quatsch, daran ändert sich doch gar nichts!”, greift Raph sofort ein. Was sagen denn schon ein paar blöde Forschungsergebnisse? Es wird alles gleich bleiben. Ihm ist es egal, ob sie nun dieselben Gene teilen oder nicht.

,,Raph hat Recht. In gewisser Weise.” Donnie lächelt. ,,Alles, was wir zusammen erlebt haben, ist immerhin real. Und auch wenn wir vielleicht genetisch nicht komplett übereinstimmen, sind wir immer noch eine Familie.”

,,Oh man, ich kann’s kaum fassen.” Mikey schnappt nach Luft. ,,Aber heißt das nicht, dass du noch mehr Geheimnisse über uns herausfinden könntest?”

Donnie kratzt sich am Hinterkopf. ,,Das wäre definitiv einfacher, wenn ich noch mein altes Labor hätte. Hier sind meine Möglichkeiten ein wenig begrenzt.” Er tätschelt Mikeys Kopf. ,,Aber ich setz mich dran, sobald ich in der Entwicklung von der Medizin weiter bin.”

,,Das ist echt der Wahnsinn”, kommentiert nun auch Casey, der die Unterhaltung bisher nur schweigsam mitverfolgt hat. ,,Was wohl Leo dazu sagen wird?”

,,Wie ich bereits sagte: Es wird sich nichts ändern”, erwidert Raph, doch sobald die Worte seinen Mund verlassen haben, weiß er, dass sie  wohl nicht wahr sind.

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Beim Mittagessen erzählt Donnie April von seiner Neuentdeckung.

,,Das ist ja der Wahnsinn! Ich hatte schon immer das Gefühl, dass ihr doch alle sehr unterschiedliche Eigenschaften habt.” Sie lächelt in die Runde. ,,Aber wie Brüder seid ihr trotzdem.”

,,Nicht ,wie’ Brüder. Wir sind Brüder”, korrigiert Raph sogleich ein wenig bissig.

,,Ah, ja stimmt.” Peinlich berührt schaut April aus dem Fenster und scheint verzweifelt nach einem Themawechsel zu suchen. ,,Das Wetter ist heute echt schön. Sollten wir nicht noch etwas draußen unternehmen?”

Raph steht auf. ,,Ich muss zu Leo.”

,,Es ist doch erst halb Zwei”, mischt sich Casey sogleich ein.

,,Ja, aber ich bin letzte Nacht schon um drei Uhr schlafen gegangen”, erwidert Raph. Normalerweise kann er seine Müdigkeit ignorieren, aber seit dem Gespräch mit Casey versinkt er immer häufiger in Kräftezehrende Gedanken.

Was, wenn er wirklich besessen ist? Wird er irgendwann völlig wahnsinnig? Und überhaupt, wann soll Leo überhaupt wieder aufwachen?

Mittlerweile weiß Raph nicht einmal mehr, ob er aus Hoffnung oder purer Verzweiflung bei Leo bleibt. Er atmet noch, wenn auch schwach, aber es gibt keine Garantie, dass er jemals aus dem Koma erwachen wird. Um ehrlich zu sein, grenzt es an ein Wunder, dass er es noch so weit geschafft hat, nachdem Shredder und der Foot-Clan ihm so übel zugesetzt haben.

,,Raph, wir machen uns doch nur Sorgen um dich”, versucht es nun auch Donnie.

Am liebsten würde Raph zurück keifen, dass ihn alle gefälligst in Ruhe lassen sollen, aber er kann nicht. Nochmal jemanden anzuschreien, weil derjenige sich Sorgen macht, bringt er schlicht und ergreifend nicht übers Herz. Die Auseinandersetzung mit Casey macht ihm nämlich auch nach einer Woche noch ziemlich zu schaffen. Er hat sich zwar beiläufig entschuldigt, aber es ändert nichts daran, dass er die Worte überhaupt in erster Linie geäußert hat.

,,Ich weiß. Aber ich kann ihn nicht alleine lassen.” Raph schließt die Augen und versucht, seinen rasenden Puls zu beruhigen. ,,Nicht schon wieder.”

,,Raph, niemand gibt dir die Schuld für das, was Leo passiert ist. Du warst mit mir unterwegs”, erinnert Casey ihn.

,,Ja, Alter. Leo hat sich dazu entschieden, die Kraang wegzuführen”, meint auch Mikey.

,,Eben!” Raph haut mit den Fäusten auf den Tisch. Sein Herz hämmert ein ganzes Schlagzeugkonzert in seiner Brust. ,,Er ist immer derjenige, der auf andere aufpasst! Warum? Warum kann ich dann nicht wenigstens einmal dasselbe für ihn tun?”

Denn wenn er letztendlich stirbt, dann wird er das in meinen Armen.

,,Raph.” Donnie streckt die Hand nach ihm aus, doch Raph dreht sich weg.

,,Lass mich.” Damit hechtet er die Treppen hinauf und hofft, dass ihm niemand folgt.

━━━━━━━━━━━


Raph sitzt seit einer Stunde hier. Es ist noch nicht allzu lang, aber er merkt, dass er immer hibbeliger wird.

Unten hört er die anderen reden. Wahrscheinlich gucken sie wieder Mikeys Lieblingsserie. Und auch wenn Raph sie eigentlich komplett bescheuert findet, überlegt er, sich zu ihnen zu gesellen.

Ob das okay wäre?

Er sieht in Leos schlafendes Gesicht und merkt, dass Schwermut sich wie ein Schleier über ihn legt und seine Schultern sacken lässt. Nein, es wäre nicht okay. Wie soll er Leo hier alleine lassen und sich vergnügen ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen?

Leos Brustkorb hebt und senkt sich ganz leicht – eine kleine Erinnerung daran, dass Raph nicht aufgeben sollte. Nicht aufgeben darf.

Er rückt mit dem Hocker näher heran. Mittlerweile steht der Mond hoch am Himmel. Seine Strahlen brechen durch das Fensterglas und reflektieren von der Wasseroberfläche aus auf Leons smaragdgrüne Haut. Sein Gesicht wirkt friedlich, aber auch blass. Er wirkt schon nahezu wie eine Art Wassergeist.

,,Training ohne dich ist echt lahm”, beginnt Raph.

Normalerweise spricht er nicht. Vielleicht klingt es dämlich, allerdings hat er immer das Gefühl, dass er Leo stören könnte, wenn er zu viel plappert. Jetzt ist aber die Stille zu unerträglich. Also spricht Raph einfach das, was ihm spontan in den Sinn kommt, aus. Leise und behutsam.

,,Die anderen haben wohl auch nicht so Lust. April wird allerdings immer besser”, erzählt er weiter.

Allmählich schweift er aus und redet über Donnies Entdeckung, Mikeys seltsame Rezepte, die er in der Küche testet, und den Geruch im alten Farmhaus. Was für ein seltsamer Alltag hier eingekehrt ist. Wie sie die Stunden totschlagen als würden sie auf irgendetwas warten.

,,Es gibt auch nur einen einzigen Laden hier in der Nähe. Immerhin hat der aber alles, was wir brauchen. Ich vermisse trotzdem Pizza aus New York”, fährt Raph fort und greift nach dem Badewannenrand. ,,Du weißt schon. Die mit Extrakäse und Jalapenos. Die ist nämlich echt gut. Aber du fährst ja eher auf Oliven ab. Und dann auch noch auf die Schwarzen, du Alien.”

Schwach lächelt er und bildet sich zu gerne ein, dass Leos Mundwinkel sich auch ein wenig anheben.

,,Leo.”

Er hat ihn schon so lange nicht mehr direkt angesprochen.

,,Leonardo.”

Es fühlt sich gut und trotzdem so unsagbar traurig an.

,,Bitte, wach auf. Wir brauchen dich.”

Denn Raph weiß, dass er der Aufgabe des Anführers nicht gewachsen ist. Aber Leo trägt nicht nur die Verantwortung der Anführerrolle. Er trägt so viel mehr.

,,Ich brauche dich.”

Nun bereut er es, Leo das nicht eher gesagt zu haben. Er hat es schon einmal in Gegenwart von Meister Splinter erwähnt, doch Leo selbst hat diese Worte nie gehört. Wie sollte Raph ihm seine Gefühle auch bitteschön direkt ins Gesicht sagen?

Es ist schwierig über sie zu reden, wenn die Worte einem quer auf der Zunge liegen. Doch wenn Dunkelheit herrscht, nehmen sie eine andere Form an und kommen so viel leichter über die Lippen.

,,Es tut mir leid.”

━━━━━━━━━━━


Die nächsten Tage ziehen sich wie Kaugummi. Raph ist nicht wirklich motiviert, was Training angeht, also sieht er zu, dass er auf der Farm ein bisschen aushilft, Holz sammelt und den unnötigen Krempel aus der Scheune räumt, damit Donnie mehr Platz zum Forschen hat.

Der forscht nach wie vor an der Mutagen-Medizin, widmet sich aber auch der DNA-Forschung in seiner üblichen Freizeit. Einerseits ist Raph gespannt auf die kommenden Ergebnisse. Andererseits hat er auch ein wenig Angst vor ihnen.

Wirklich viel geändert hat sich aber eigentlich nicht. Donnie ist noch immer Donnie. Und Mikey ist noch immer Mikey. Sie verhalten sich so wie immer und das gibt Raph Sicherheit. Er schwankt nur, wenn er darüber nachdenkt, wie Leo reagieren wird, sobald er aufwacht.

Ob man sich vom Wesen her auch im Koma ändert? Was, wenn sie nun aneinander vorbei altern und sich somit auseinanderleben? Und Leo keinen Anschluss findet, sobald er aufwacht?

Raph schüttelt den Kopf. Verflixte Kröte, seit wann ist er denn so paranoid?

,,Hey, Raph! Willst du nicht mittrainieren?”, ruft Mikey zu ihm herüber.

,,Ich bin beschäftigt! Siehst du das nicht?”, brüllt Raph zurück und zerteilt direkt das nächste Holzstück.

,,Das Holz reicht gefühlt für die nächsten fünf Monate. Jetzt komm schon her!”, kommt es von Casey.

Raph verdreht die Augen. Natürlich muss Casey auch mal wieder direkt mitmischen. Sind denn immer alle gegen ihn? Er will einfach nur seine Ruhe haben, ein wenig Holz hacken, was essen und dann wieder zu Leo. Ist das wirklich zu viel verlangt? Er muss ja auch nicht jeden Tag trainieren.

,,Ich könnte sowieso etwas Hilfe gebrauchen”, sagt April und winkt ihn zu sich.
Raph zögert. April kann er nur schwer einen Wunsch abschlagen. Auch wenn er sie immer wieder damit aufzieht, dass sie viel weniger Erfahrung hat als er, will er ihr trotzdem dabei helfen, eine richtige Kunoichi zu werden. Und Meister Splinter hieße es gewiss nicht gut, ihr den Wunsch nach Training abzuschlagen.

Also legt er tatsächlich die Axt zur Seite und gesellt sich zu ihnen. ,,Was übt ihr gerade?”

,,Nur ein paar Basics”, erklärt Mikey. Er wendet sich April zu. ,,Okay, probier’s nochmal! Sokugyjaku geri!”

April ballt ihre Hände zu Fäusten, holt aus und versetzt Mikey einen Tritt. Der scheint jedoch eher unbeeindruckt, schwankt vielleicht ein wenig, aber das war’s auch schon.

Raph runzelt die Stirn. Er ist sich ziemlich sicher, dass April den Dreh eigentlich raus hat. Immerhin hat er sie diese Technik schon mal anwenden sehen. Er ahnt, worauf die Drei hier eigentlich abzielen, aber er entschließt sich kurzerhand, einfach mitzuspielen.

,,Du kannst nicht nur deine Beine bewegen.” Er kommt auf April zu und korrigiert ihre Haltung. ,,Wenn du kickst, dann musst du das Becken heraus drücken. Da liegt das eigentliche Zentrum der Kraft. Achte außerdem darauf, dass du die Brust des Gegners wirklich nur mit der Ferse triffst.”

,,Verstehe.” April begibt sich in Position.

,,So ist eben unser Raph. Zuverlässig und –” Mikey schreit auf, als April ihn direkt erwischt und zu Boden schleudert.

Sie jubelt vor Freude und springt auf und ab.

,,Gar nicht schlecht, Feuerlöckchen.” Auch wenn Casey versucht, sich gelangweilt zu geben, ist offensichtlich, wie beeindruckt er von Aprils beachtlicher Kraft ist.

,,Leo könnte das besser erklären”, murmelt Raph und kehrt um. Er schätzt die Mühen seiner Freunde, allerdings kann er es auch nicht mitverantworten, ständig ihre Laune herunterzuziehen.

Daher räumt er schleunigst auf und begibt sich ins Haus. Dieses Mal will er aufs Abendessen verzichten und ist dankbar, dass man ihn heute nicht dazu zwingt, am Tisch zu sitzen. Er muss alleine mit seinen Gedanken bleiben und wenigstens versuchen, sie zu sortieren.

Irgendwann dreht er sich allerdings nur noch im Kreis und beschließt, sich wieder ins Badezimmer zu setzen, wo ihn Leos armseliger Anblick erwartet.

Schwer seufzt Raph, als er sich auf den Hocker fallen lässt.

Wie hat er Leo nur für so selbstverständlich halten können? Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute fehlt er. Es sind all die kleinen Dinge, die Raph an ihm vermisst.

Wie seine Augen sich weiten, wenn er Space Heroes schaut. Wie er Pizza immer mit der linken anstatt der rechten Hand isst. Wie er genervt mit den Augen rollt, wenn etwas nicht nach seinem Wunsch läuft. Wie er subtil schmunzelt, wenn Donnie über seine abenteuerlichen Erfindungen schwafelt. Wie er seine Hände bewegt, wenn er Mikey eine Predigt über seine Dummheiten hält. Wie er lacht, wenn Raph sich über die nichtigsten Lappalien aufregt.

Er wünschte, er hätte Leo länger bei sich gehabt. Wenigstens eine Woche. Oder einen Tag. Oder eine Stunde. Einfach länger. Er täte alles, nur, um seine liebsten, kleinen Leo-Momente noch einmal zu erleben.

Noch einmal Leo zum Kampf herausfordern.

Noch einmal Leo mit Space Heroes aufziehen.

Noch einmal Leo lachen hören.

Noch einmal Leo in den Arm nehmen.

Noch einmal Leo in die Augen schauen.

Eine Unebenheit in Leos Atmung lässt Raphs Kopf hochschnellen. Ob es Einbildung war?

Leo scheint sich nicht geregt zu haben und doch steht Raph auf und nähert sich der Badewanne.

Zittert nicht sein Brustkorb ein wenig? Hat da nicht gerade sein Augenlid ganz leicht gezuckt? Ist sein sonst geschlossener Mund nicht einen klitzekleinen Spalt geöffnet?

Raph stellt es sich auf einmal ganz intensiv vor.

Dass Leos Brustkorb sich immer stärker hebt und senkt. Dass Leos Schultern anfangen, sich zu regen, und das Wasser somit kleine Wellen schlägt. Dass Leo die Augenlider anhebt, gegen das Mondlicht blinzelt und schließlich der Welt wieder entgegenblickt.

Sein Wunsch und die Realität vermischen sich. Langsam, aber sicher.

Raph kann es genau spüren. Spürt das Prickeln auf seiner Haut und sein hämmernden Puls in seinen Schläfen.

Langsam.

Langsam.

Langsam.

Aber sicher.

Und dann schlägt Leo die Augen auf.
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