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Dopamin und seine Folgen

von jorg
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Erotik / P18 / MaleSlash
Harry Potter Severus Snape
14.01.2022
23.01.2022
2
7.972
31
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Dieses Kapitel
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14.01.2022 3.244
 
Hallo meine Lieben.

Alle die darauf hofften, dass meine laufenden Geschichten endlich weitergehen, muss ich enttäuschen. Mein Leben machte mir die letzten Monate erneut einen Strich durch die Planung. Daher mussten die Elfen warten, warten und nochmals warten. Nun musste ich alles von Beginn weg durchlesen, um überhaupt wieder einen Bezug zu der Geschichte zu bekommen. Und was soll ich sagen …, vielleicht zum ersten Mal in meiner kurzen Schreibkarriere stecke ich fest. Ich finde keinen vernünftigen Ansatz mehr. Es dauert sicher noch eine Weile, bis ich wieder ajour bin. Dazu haben sich einige Unstimmigkeiten in den Kapiteln eingeschlichen, die ich noch beheben möchte.
Ich pausiere wirklich nur ungern, aber was sein muss, muss sein. Schließlich möchte ich den Elfen genügend Zeit einräumen sich zu entfalten und sich nicht von meiner Schreibblockade in die Irre führen zu lassen. Ich hoffe, mir sei verziehen.

Damit ihr wenigstens etwas von mir zu lesen bekommt, bei dem ihr nicht wochen-/monatelang auf Nachschub warten müsst, beginne ich mit einer kleinen Geschichte, die schon sehr lange in meiner Fantasie herumschwirrt.
Die anderen Geschichten gehen sicher weiter, sobald ich meine Elfen/Engel/Blockade überwinden konnte.


Nun also auf zu etwas Neuem das da heißt:


Dopamin und seine Folgen.


Der Rest bleibt sich gleich. P18 Slash, HP/SS, dazu noch erwähnter Mpreg. Jedoch bereits vorbei.

Disclaimer: Auch hier gilt: Nichts meins, außer Terrence Hastings, der sich mal wieder in eine meiner Geschichten verirrt. Und Geld verdiene ich immer noch keins mit meinem Geschreibsel.
Gut, was noch. Erotische Kapitel gibt es in dieser Geschichte doch recht regelmäßig. Wer sich dazu nicht bereit fühlt sollte die Geschichte wohl besser nicht lesen.
Locker erotisch, kompliziert glücklich und leidenschaftlich entflammt, trifft es vielleicht ganz gut. Aber halt … mehr verrate ich jetzt noch nicht. Der Rest müsst ihr alleine herausfinden.
Hoffentlich begleitet mich der eine oder andere Leser auch in dieser Geschichte. Ich würde mich freuen.

Nun aber endlich ab zum Prolog.
Bis bald
Eure Jorg



Prolog: Im Jahre 2040

«Setzt euch Kinder und macht es euch auf dem Boden bequem!»
Freundlich blickte Harry in drei Augenpaare, die ihn vorfreudig musterten und auf eine Geschichte von ihm hofften. «Also, was wollt ihr hören?», fragte er enthusiastisch und beobachtete grinsend die Reaktionen seiner Enkelkinder. «Eine Geschichte aus dem Buch von Beedle dem Barden oder doch lieber ein Muggelmärchen der Gebrüder Grimm?»

«Aschenputtel!» rief die achtjährige Elodie als erste und klatschte begeistert in die Hände. «Ich liebe diese Geschichte einfach. Die schönen Kleider, der Prinz, der sich in Aschenputtel verliebt, … bitte Großvater, du liebst die Geschichte doch genau so sehr, wie ich!»

Harry stimmte seiner Enkelin lächelnd zu, da Aschenputtel wirklich eines seiner Lieblingsmärchen war. Er rechnete jedoch bereits mit Widerstand seitens der Jungs, die keine Lust auf Muggelmärchen hatten. Die letzten beiden Male waren die Geschichten nicht magisch gewesen, sodass es Zeit war, die Wünsche der Jungs zu berücksichtigen.

«Nicht schon wieder dieses Märchen!», protestierte Jonathan, mit seinen 11 Jahren der Älteste der drei Kinder dann auch lautstark und sah seine, um drei Jahre jüngere Schwester, vorwurfsvoll an. «Du warst letztes Mal an der Reihe und durftest dir eine Geschichte aussuchen. Heute bestimmen Leander und ich, was Opa Harry uns vorlesen soll.»

«Ich will aber Aschenputtel hören!», murrte Elodie ungehalten, wusste jedoch, dass sie auf verlorenem Posten stand. Sie sah ihrem Opa an, dass Jonathans Argumente auf Zustimmung stießen.

Leander bemerkte das auch, streckte seiner Schwester frech die Zunge heraus und blickte sie triumphierend an. «Wir sind heute dran. Entweder du akzeptierst unsere Wahl oder du kannst dein dämliches Aschenputtel-Märchen in deinem Zimmer lesen.»

Elodie murrte zwar noch ein paar Sekunden, wusste jedoch, dass ihre Brüder recht hatten. «Also, was soll Opa uns vorlesen?», fragte sie altklug und schenkte Jonathan und Leander ein zuckersüßes Lächeln. Etwas umständlich wickelte sie die mitgebrachte flauschige Kuscheldecke, um ihren Körper, setzte sich im Schneidersitz auf den Boden und wartete hibbelig, bis die Jungs sich entschieden hatten.
Himmel …, Jungs konnten ganz schön nervig sein.

«Am Liebsten hätte ich etwas Spannendes, nicht so ein Kinderkram wie Elodie sich immer wünscht. Opa, du kennst doch so viele Geschichten, die wirklich geschehen sind!», rief Jonathan aufgeregt und blickte Harry flehend an. «Warum erzählst du uns zur Abwechslung eine wahre Geschichte? Eine, die du selbst miterlebt hast.»

«Hey! Das könnt ihr nicht machen, ich bin erst Acht und Mom erlaubt nicht, dass Großvater mir Geschichten über den Krieg erzählt, die sind viel zu brutal!», maulte Elodie und sah ihre Brüder trotzig an.

«Ich denke, dass es Zeit wird für einen Kompromiss», bestimmte Harry, der keine Lust auf weitere Zankereien hatte. Entschlossen sah er in die Runde: «Wie klingt das? Ich erzähle euch die ganze Geschichte, wie Großvater Severus und ich uns kennen und lieben lernten. Und nur damit wir uns richtig verstehen; in der Geschichte geht es nicht nur ums Verliebtsein. Ich kann euch Jungs garantieren, dass auch sehr viel Aktion darin vorkommt.» Harry wollte um jeden Preis verhindern, dass die Jungs ihr Veto einlegten.

«Au ja, Mom sagt auch immer, dass es an ein Wunder grenzt, dass du und Großvater Severus zusammengefunden habt», grinste Leander zu seiner Erleichterung und sah ihn erwartungsvoll an. «Ich liebe Geschichten, in denen Wunder vorkommen», fügte er noch an und klatschte dabei vergnügt in die Hände.

Von Elodie kam ebenfalls ein begeistertes Nicken, da sie auf eine romantische Liebesgeschichte hoffte. Krieg hin oder her, dass ihr Opa und ihr Großvater sich liebten, sah man. Da musste ganz einfach etwas Romantisches passiert sein. Daran konnte auch die Tatsache nichts ändern, dass beide Großväter im Krieg hatten kämpfen müssen.

Schmunzelnd sah Harry die aufgeregte Meute an und hoffte, dass Elodie nicht zu enttäuscht sein würde. Denn, der Start seiner und Severus’ Freundschaft, war alles andere als romantisch gewesen.
Er hatte sicherlich nicht vor, den drei Rackern jedes intime Detail ihrer mehr als intensiven Kennenlernzeit zu erzählen. Dennoch würde er den einen oder anderen Gedanken von sich mit einbauen, der durchaus das Prädikat romantisch verdient hatte.

Leander und Jonathan setzten sich neben ihre Schwester und kuschelten sich ebenfalls in ihre mitgebrachten Decken. «Wir warten Opa!», riefen sie im Chor und lachten, als Severus ihnen einige Kissen herbeizauberte, bevor er ans Fenster trat und seinen Gedanken freien Lauf ließ.
So leicht wie Harry das Ganze darstellte, war die erste Phase ihrer Liebe nicht gewesen. Doch das war eine andere Geschichte und mit Sicherheit nicht für Kinderohren bestimmt. Er war gespannt, an welcher Stelle sein Mann mit der Geschichte begann. Der Start ihrer Beziehung war holprig gewesen. Sogar, wenn man die sexuellen Komponenten außenvor ließ. Nichts an ihrer Beziehung war jemals einfach oder normal gewesen. Kein Vergleich zu heute. Severus runzelte die Stirn.
Harry würde es sicher nicht wagen an der Stelle zu beginnen, wo er die Beherrschung verloren und … und … nein, sicher nicht.
Warnend sah er zu Harry hin, der ihm beruhigend zulächelte und eine Kusshand in seine Richtung schickte. «Es wird nicht schlimm werden, versprochen.»

Harry wusste natürlich, was für Gedanken Severus durch den Kopf schwirrten. Aber so war der Start ihrer Liebe nun mal gewesen, da konnte man nichts beschönigen. Sein Hintern tat immer noch weh, wenn er an diesen einen Moment zurückdachte, der sein Leben markant verändert hatte.

«Soll ich am Morgen dieses wichtigen Tages beginnen oder erst ab dem Zeitpunkt wo Großvater Severus mir den Hintern versohlte?» Die Spannung im Raum nahm zu. Auch die restlichen Anwesenden waren auf die Geschichte aufmerksam geworden und lauschten nun ebenfalls interessiert.

Albus gluckste als er Harry Intro hörte, hielt sich jedoch schnell die Hand vor den Mund, um nicht lauthals loszulachen.
Kopfschüttelnd blickte er zu seinem Vater, der seit jeher das Talent besaß, eine unglaubliche Spannung im Raum zu erzeugen und die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen.
Harry Potter war seit jeher ein Name der pulsierte. Das war im Krieg und in der Liebe so gewesen und war selbst im Laufe der Jahre nicht schwächer geworden. «Hältst du es für klug, gerade diese Geschichte zu erzählen, Dad?», fragte Albus nach und deutete mit dem Kopf kurz zu seinem zweiten Vater, der etwas verloren am Fenster stand.

«Großvater Severus hat dir den Hintern versohlt?», schrie Elodie jedoch bereits begeistert dazwischen und kicherte als Harry entschlossen nickte und sich dabei übertrieben den Hintern rieb.

«Und wie er das tat. Ich habe jetzt noch blaue Flecken.»

«Ehrlich?», fragte Leander baff und sah seinen Großvater Severus fragend an. «Wie alt war Opa Harry als du ihm den Hintern versohlt hast und …, musste er dazu die Hosen runterlassen?»

«Harry war siebzehn und hatte jeden einzelnen Schlag verdient.» Severus hob ironisch die rechte Augenbraue und verzog keine Miene als er sich an den Moment erinnerte, wo er Harrys Schimpftriaden nicht mehr ausgehalten und ihm wutentbrannt den Hintern versohlt hatte. Seine Erinnerungen waren wahrlich nichts für Kinderohren und so hielt er inne und wartete auf Harrys Geschichte.

«Ich will alles hören!», rief Elodie laut und da auch Jonathan und Leander nickten erzählte ihnen Harry die Geschichte, die an jenem schicksalshaften Morgen in einem kleinen Zelt im Forrest of Dean begann.
Der Tag, an dem Ron ihm das Leben gerettet hatte. Der Tag, an dem Ron sich auf seine Stärken besonnen und zu ihnen zurückgekehrt war. Der Tag, wo das Schicksal unwiderruflich seinen Lauf nahm.

«Na dann los!», rief Harry, klatschte in die Hände, setzte sich auf den Boden und trank einen grossen Schluck Wasser, bevor er mit der Geschichte startete.

«Wie ihr ja bereits wisst, waren Tante Hermine, Onkel Ron und ich auf der Suche nach den Horkruxen, mit dem einen Ziel, das absolut Böse zu besiegen …, Lord Voldemort.»

Die Kinder nickten eifrig und sahen ihren Opa ehrfürchtig an. Für sie war er ein normaler Mann; ihr Opa eben. Aber sie wussten natürlich, dass er eine Berühmtheit war und auch noch nach all den Jahren immer und überall angestarrt wurde. Zumindest die älteren Generation erinnerte sich an Harry James Potter, der Retter der Zauberwelt.
Doch langsam begannen die Zauberer zu vergessen Der Krieg war lange vorbei und die Jugend war mehr an anderen Stars interessiert. Schauspieler, Sänger, Quidditch Profispieler …

«Gut, dann wisst ihr auch, dass Onkel Ron, Tante Hermine und mich, für einige Wochen allein ließ, weil er mit den Horkruxen nicht klarkam. Die Horkruxe verkörperten das absolut Böse und veränderten seinen Charakter. Euer Onkel benahm sich zu der Zeit aggressiv und war eifersüchtig auf die Freundschaft die Hermine und mich verband.»

«Dabei weiß doch jeder, dass du an Mädchen nie interessiert warst», warf Elodie kichernd dazwischen und starrte ungläubig in die Runde. «Warum hat er das nur geglaubt?»

«Das hat er eigentlich nicht. Es war der schwarzmagische Zauber, der in dem Medaillon steckte, welches Ron zu der Zeit um den Hals trug.» Harry lächelte, als er an die Anfänge von Ron und Hermines Liebe dachte. Heute konnte er darüber lachen, damals jedoch … es war die Hölle auf Erden.
Harry erzählte die nächsten Minuten eindringlich wie Ron, dank der Hilfe eines Deluminators, zu ihnen zurückfand und wie er ihm das Leben gerettet hatte.
«Eure Tante war natürlich wütend, als wir klatschnass und triefend vor dem Zelt eintrafen. Aber ich war einfach nur froh, Ron wieder in der Nähe zu haben.»

Die Kinder hingen an seinen Lippen und lauschten seinen Worten. «Natürlich war nicht sofort wieder alles in Ordnung», erzählte er weiter. «Hermine ließ Ron spüren, wie verletzt sie war. Sie wollte, dass er genauso litt, wie wir über Weihnachten gelitten hatten. Mit Erfolg.
Rons Versuche sich bei Hermine einzuschmeicheln, trieben mich jedoch in den Wahnsinn.  
Ihr könnt  euch nicht vorstellen, wie sehr mir Hermines Gezeter auf die Nerven ging.»

Albus, der sich das sehr gut vorstellen konnte, da er bereits mehr als einen Streit der beiden hautnah miterlebt hatte, nickte verständnisvoll. «Doch kann ich. Du besitzt mein Mitgefühl.»

«Danke, mein Sohn!» Harry lächelte und konzentrierte sich wieder auf die Kinder, die an seinen Lippen hingen.
«Jedenfalls wurde mir das Geschrei an jenem Morgen zu viel und ich überließ die beiden sich selbst.
Um ihnen genügend Zeit einzuräumen, ging ich zurück zum See, in welchem das Schwert von Gryffindor gelegen hatte. Ich fragte mich damals natürlich, woher der Träger des Schwertes gewusst haben konnte, wo wir unser Zelt aufgeschlagen hatten. Ich wollte unbedingt herausfinden wer das Schwert in den See geworfen hatte.»

«Aber das war doch Großvater!», rief Leander dazwischen und grinste, da er diese Geschichte bereits  gehört hatte. «Er hat doch das Schwert ins Wasser geworfen, damit du es findest. Er stand doch auf deiner Seite.»

«Stimmt, dein Großvater war ein kluger Mann und ein noch besserer Spion. Nur wusste ich das damals noch nicht. Ich grübelte und grübelte, konnte mir jedoch keinen Reim darauf machen. Dass es mein verhasster Tränkelehrer war, der mir damals half, konnte ich nicht ahnen.»

Elodie gluckste als sie Severus stoische Miene sah. «Gottlob ist das jetzt anders», meinte sie lachend und stand auf, um ihn zu umarmen. Ich hab dich lieb, Großvater.»

«Ich dich doch auch, Kürbis.» Severus hielt Elodie noch ein paar Sekunden fest, bevor Harry die Szene unterbrach. «Wollt ihr jetzt den interessanten Teil der Geschichte hören?»

Die drei Rabauken nickten gleichzeitig und setzten sich wieder bequem hin. «Bitte erzähl weiter», bat Jonathan neugierig.

«Gut, aber ihr müsst mir versprechen nicht zu lachen.» Harry blickte seine Enkel gespielt streng an. «Ich habe mich an diesem Tag nicht gerade mit Ruhm bekleckert, müsst ihr wissen.»

«Dad!», rief Albus lachend. «Mach es nicht so spannend.»

«Ist ja gut, ist ja gut. Das ist nicht leicht für mich. Ich war ein Dummkopf.» Harry lachte verlegen als er sich an die dunklen Stunden erinnerte die er nach seinem Abenteuer erlebte.
«Da ich nicht sofort wieder zurück zu Ron und Hermine wollte, beschloss ich Pilze und Kräuter zu suchen, die vielleicht die Kälte überstanden hatten. Es war egal was ich zwischen die Zähne bekam. Damals war ich so hungrig, dass ich alles gegessen hätte, was auch nur ansatzweise genießbar war. Aber die Böden waren zugefroren und hielten nichts essbares bereit.
Ich wollte bereits frustriert aufgeben, als ich auf einem der Bäume in der Nähe des Wassers einige Zapfen und Nüsse in den Wipfeln sah.»

Jonathan gluckste, da er die Geschichte bereits von seiner Tante Ginny gehört hatte. Natürlich immer unter dem Siegel der Verschwiegenheit, wie sie gemeint hatte. «Hat es sehr wehgetan?» fragte er daher unschuldig und grinste von einem Ohr zum anderen.

«Wenn du damit meinen Sturz aus dem Baumwipfel meinst, dann ja», grinste Harry und sah verlegen zu Severus hin. «Mein geliebter Ehemann hier hat Zeter und Mordio geschrien als ich mich blutend und mit mehreren Knochenbrüchen vor seiner Hütte einfand. Wie es der Zufall so wollte, war die erste Hütte, zu der ich mich hinschleppen konnte, Großvaters Rückzugsort vor Voldemort und der Schule.»

«Sei froh, gibt es solche Zufälle», grummelte Severus, der sich noch gut an den Moment erinnerte, wo Harry stöhnend auf seiner Türschwelle zusammengebrochen war.
«Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie geschockt ich war, den Helden der Zauberwelt in diesem Zustand zu sehen. Da taten wir alles, damit der Auserwählte keinen Kratzer davontrug und dann das.»

«Hey, so schlimm war es nun auch wieder nicht. Schließlich bin ich auf meinen eigenen Beinen zur Hütte gelaufen», verteidigte sich Harry.

«Du warst leichtsinnig. Niemand steigt ohne Hilfe fünfzehn Meter hoch, wegen einiger ungenießbarer Nüsse.» Selbst all die Jahre später spürte Severus noch die Wut in sich hochkriechen.

«Ich wusste nicht, dass sie ungenießbar waren», rechtfertigte sich Harry und blickte die Kinder eindringlich an. «Damals war euer Großvater dauerwütend auf mich. Egal was ich machte, egal wie sehr ich mich auch bemühte, er fand immer etwas an mir auszusetzen. Das war bereits in der Schule so und hat sich auch nicht geändert, während ich auf der Suche nach den Horkruxen war.»

«Aber das war doch nur gespielt!», gab Elodie zu bedenken. «Großvater war ein Spion. Er musste sich so böse verhalten oder Voldemort hätte etwas bemerkt.»

Severus zuckte zusammen als seine Enkelin so ungezwungen diesen verhassten Namen aussprach. Dennoch …, dafür hatte er gekämpft und alles gegeben. Für eine friedliche Zeit in der die Angst nicht mehr regierte.

«Wie gesagt, ich wusste nicht, dass Severus auf meiner Seite stand. Dein Großvater hielt es für besser, mich im Dunkeln zu lassen und mich stattdessen zu verhöhnen.»

«Ich weiß gar nicht, was du hast», verteidigte Severus sich achselzuckend. «Ich sorgte dafür, dass deine Knochen heilten, gab dir etwas zu essen und …»

«… und dann hast du mir den Hintern versohlt, als Strafe für meine Dummheit.»

Die Kinder giggelten und hielten sich die Bäuche. «Hast du Opa nun mit heruntergelassenen Hosen den Hintern versohlt?» fragte Leander interessiert nach.

«Nun, er hat mich provoziert, mich beleidigt und mir als Dank für meine Hilfe einen Kupferkessel an den Kopf geworfen. Ich fand, dass meine Reaktion darauf gerechtfertigt war. Das finde ich immer noch. Und ja, die Schläge funktionieren besser, wenn sie auf nackte Haut treffen.»

«Du hast was?», fragte Leander entsetzt in Harrys Richtung. «Hast du Großvater tatsächlich einen dieser alten Kupferkessel an den Kopf geworfen?»

Harry senkte verlegen den Kopf und nuschelte etwas in seinen nichtvorhandenen Bart.

Severus blickte Harry gutmütig an und legte den Arm um ihn. «Der Kessel war nicht nur alt, sondern auch heiß. Es war der Kessel, der kurz zuvor noch über meinem Feuer hing, in dem ich Wasser erwärmte, um seine Wunden auszuwaschen.»

«Ich sollte vielleicht erwähnen, dass die Schläge auch sein Gutes hatten», meinte Harry lachend. «Als ich in der Lage war, mich hinzusetzten, da ich meinen brennenden Hintern mit Diptam einschmieren durfte, waren wir tatsächlich in der Lage, uns wie zwei Erwachsene zu benehmen. Es war der Beginn unserer Liebe.»

«Stimmt!», pflichtete Severus ihm bei. «In dieser Nacht sprachen wir vielleicht zum ersten Mal als Erwachsene auf derselben Stufe.
Waren wir zuvor noch Lehrer und Schüler, waren wir uns, nach dieser Episode, ebenbürtig. Zumindest was unsere Streitereien betraf.»

«Wart ihr so schlimm, wie Tante Hermine und Onkel Ron?», fragte Jonathan neugierig.

«Schlimmer, mein Junge, viel schlimmer. Wir beschimpften uns nicht nur, sondern gingen uns regelmässig auch tätlich an», gestand Severus und wurde rot als er sich an jene ganz speziellen Abende erinnerte, die auf diese eine Nacht noch gefolgt waren.
Er schlang seinen Arm fester um Harrys Schultern, da er genau wusste, woran sein Ehemann dachte. Es waren dieselben Episoden, an die er gerade dachte.
«So, ich denke das reicht für heute. Morgen erzähle ich die Geschichte weiter und zwar so, wie ich sie in Erinnerung habe. Sie ist noch lange nicht zu Ende.» Severus klatschte in die Hände und gab seinen Enkeln einen Gutenachtkuss.

Die Kinder maulten zwar, aber da es bereits spät war und sie bereits seit Stunden in ihren Betten liegen sollten, widersprachen sie nicht.
Langsam wurde es ruhig im Hause Potter-Snape. Der Schlaf hielt alle fest im Griff. Alle, außer Severus. Erinnerungen zogen an seinem inneren Auge vorbei und hielten ihn vom Schlafen ab. Erinnerungen an eben jenen Tag, wo er Harry das erste Mal als Mann wahrnahm. Als begehrenswerter Mann.
Jener Tag Ende Dezember 1997, kurz bevor ein neues Jahr eingeläutet wurde. Ein neues Jahr, welches endlich das Ende des Krieges bedeutete. Aber es war eben auch das Jahr in dem er die ganz große Liebe fand und sie achtlos von sich stieß.

Und all das begann an diesem verhängnisvollen Tag, als Harry schwerverletzt vor seiner Hütte auftauchte und um Hilfe bat.


*****




Ich hoffe ihr seid neugierig genug, auch den Rest der Geschichte zu erfahren.
Hoffentlich bis bald.
Severus braucht eure Unterstützung. Der Arme hat es nicht leicht. Sein Dopamin spielt verrückt und springt von Hü nach Hot, bevor es sesshaft wird.
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