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Die sache mit Paula Cassidy

von Miss Tate
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Het
Anthony "Tony" DiNozzo Caitlin "Kate" Todd Paula Cassidy
12.01.2022
14.01.2022
2
4.133
2
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14.01.2022 1.720
 
2. Kapitel

Playlist:

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Sie hatten nicht viel miteinander gesprochen. Gemeinsam saßen sie auf dem Sofa. Im Fernseher lief irgendein Spionage Film dem Tony kaum Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Lag sein Interesse doch viel mehr auf seiner Partnerin. Es war ungewöhnlich für Kate so still zu sein. Er hatte sie in der letzten Stunde genau beobachtet. Auch sie verfolgte den Film nicht. Nippte nur immer wieder Gedanken versunken am Wein.
Er wusste das sie sich große vorwürfe machte. Deshalb war er gekommen. Er wollte sie so nicht allein lassen. Ihre stärkste Eigenschaft war wohl ihr Mitgefühl, dafür bewunderte er sie machte es sie doch zu einem ganz großartigen Menschen. Allerdings auch sehr Angreifbar an Tagen wie diesen.

„Alles okay?“ Fragte er vorsichtig, ohne sie dabei aus den Augen zu lassen. Es entging ihm nicht das sie leicht zusammen zuckte, als hätte sie bereits vergessen das er überhaupt das war.
Nun räusperte sie sich etwas verlegen und rutschte sich auf dem Sofa zurecht um wieder in eine aufrechte Position zu kommen.

„Ja alles gut.“ Sagte sie lapidar und griff nach ihrem Wein Glas.
„Kate.“ Er setzte sich ebenfalls auf und nahm ihr das Weinglas aus der Hand an welches sie sich zu klammern schien wie eine ertrinkende.
„Kate, wir sind Partner. Bitte rede mit mir. Ich sehe doch das es dir nicht gut geht.“

Zitternd Atmete sie ein. Suchte in seinen Augen nach etwas von dem sie nicht wusste was es war.
„Es ist nicht nur der Fall Tony.“ Begann sie zögerlich. Sie ertrug es nicht seinem Blick weiter stand zuhalten also richtete sie ihn nach vorne auf einen unsichtbaren Punkt an der Wand.
„Mein Bruder. Alexander. Er hatte einen Auto Unfall. Er ist die ganze Nacht Operiert wurden. Als du mich wegen des Falls angerufen hast da war ich nicht bei einem Mann. Ich war bereits im Bethesda. Ich war die ganze Nacht dort. Nach der OP haben sie Alex in ein künstliches Koma versetzt. Meine Mum ist jetzt bei ihm. Es ist bis jetzt nicht sicher ob er durchkommen wird.“

„Oh Kate. Warum hast du denn nichts gesagt?“ In einer fließenden Bewegung zog er sie in eine feste Umarmung. Im ersten Moment bemerkte er wie sie sich versteifte doch nach wenigen Sekunden ließ sie sich gegen ihn sinken und vergrub ihr Gesicht an seiner Brust.

„Wenn ich nicht mit meinen Gedanken die ganze Zeit bei meinem Bruder gewesen wäre, mich besser konzentriert hätte, dann könnte Evan Hayes noch leben.“ Ihre Stimme klang dünn und zittrig und er bemerkte wie die ersten Tränen sein Hemd durchweichten.
Sie ließ sich fallen. All die Gefühle, die Angst, die Eifersucht. Alles schien nun aus ihr heraus zu brechen. Sie weinte. Immer mehr Tränen benetzten sein Hemd.
Er ließ sie. Strich nur immer wieder Beruhigen über ihren Rücken. Auf der suche nach den Richtigen Worten.

„Kate ich habe Gibbs Bericht gelesen.“ Sagte er nach einiger Zeit als sie sich etwas beruhigt hatte. „Hayes hatte die Waffe erhoben und es war nicht erkennbar ob er sie gegen sich selbst oder gegen einen von euch richten wollte. Du hast richtig gehandelt.“

Sie schwieg. Auch sie war den Bericht immer wieder durchgegangen. Ja die Worte ergaben Sinn und trotzdem, immer wenn sie versuchte sich selbst daran zu erinnern was geschehen war war da nur Leere.
Ja vielleicht hatte Hayes die Waffe gegen sie richten wollen. Vielleicht war er aber auch einfach nur ein misshandelter Junge der dringend Hilfe gebrauch hätte. Sie würde es nicht mehr erfahren.

Sie räusperte sich und versuchte ihre Stimme wieder mehr nach sich selbst klingen zu lassen.
„Ich will nicht länger darüber nachdenken.“ Sagte sie. „Erzähl mir lieber wie dein Tag war.“
Kaum hatte sie das ausgesprochen wurde ihr bewusst das es ein Fehler gewesen war ihn nach seinem Tag zu fragen.

„Ich glaube das mit mir und Paula ist vorbei. Ich habe heute Abend versucht sie zu erreichen aber sie hat meine Anrufe ignoriert.

Die Bedeutung seiner Worte drang nur langsam zu ihr durch und da war sie wieder, die stechende Eifersucht. Jenes Gefühl welches sie in den letzten Stunden immer wieder heimgesucht hatte. Und welches ihr jetzt schmerzlich bewusst machte das sie an diesen Abend nicht seine erste Wahl war. Er war hier weil Paula nicht ans Telefon gegangen war. Hätte sie es getan-
Sie wand sich aus seiner Umarmung welche sie bis vor wenigen Sekunden noch so genossen hatte. Sah ihn durch ihre tränen nassen Augen an. Es war unmöglich das er den Schmerz, die Enttäuschung darin nicht sah.

„Du bist nur hier weil Paula nicht ran gegangen ist.“ Es war keine Frage. Es war eine Nüchterne Feststellung.

Die plötzliche Kälte in ihrer Stimme ließ ihn zusammen zucken. Nein. So hatte er das doch nicht gemeint. Er hatte sie doch nur von ihrem Kummer ablenken wollen, nicht es noch schlimmer machen oder ihr das Gefühl geben nur die Zweite Wahl zu sein.

„Kate, das-“ Er wusste nicht so recht was er sagen sollte. Doch sein stocken genügte ihr. Mit einem wütenden schnauben stand sie vom Sofa auf.
„Nein, nein, schon gut du musst dich nicht erklären. Sag mal, der Wein und die Pizza- war das auch eigentlich für Paula gedacht?“ Fragte sie schnippisch. Wartete aber gar nicht erst auf eine Antwort. „Vermutlich. Denn ein Abend mit der Aufregenden Paula Cassidy ist alle mal besser als ein Abend mit der Niedergeschlagnen Partnerin. Ich versteh das!“
Sie bemerkte selbst wie sehr sie sich gerade in Rage redete. Vielleicht war es der Wein. Vielleicht war es aber auch endlich an der Zeit all ihrem Ärger Luft zu machen.

„Verdammt Tony ich habe heute einen Unschuldigen Mann erschossen und mein Bruder wird das Bewusstsein vielleicht nie wieder erlangen und du, du hattest den ganzen Tag nichts besseres zutun als Cassidy an zu schmachten. Und selbst jetzt noch nach dem ich dir mein Herz ausgeschüttet habe denkst du nur an sie!“

Ungläubig starrte Tony seine Kollegin an. So wie jetzt hatte er sie noch nie erlebt. So voller Wut und  Verzweiflung.

„Kate, was ist denn los? So kenne ich dich nicht.“ Er stand ebenfalls auf. Versuchte den ruhigen Part einzunehmen. Er machte sich sorgen um seine Partnerin. „Ich wusste das mit deinem Bruder nicht. Wenn du mir etwas gesagt hättest wäre ich schon viel früher für dich da gewesen. Wir sind doch Partner.“

„Genau Tony. Wir sind Partner. DU und ICH! Nicht du und Cassidy!“

Resigniert seufzte der Agent. „Warum fühlt es sich gerade so an als hätte ich einen Streit mit meiner Freundin und nicht mit meiner Kollegin?“

Kate errötete bei seinen Worten. Natürlich, sie hatte kein recht sich so aufzuführen. Sie hatte sich viel zu weit raus gewagt. Das hier war unbekanntes Terrain. Und es war gefährlich. Sie musste das schnell beenden bevor sie noch mehr kaputt machte als ohne hin schon.

„Es ist besser wenn du jetzt gehst.“ Sagte sie matt. Sie konnte ihm nicht mehr in die Augen sehen.

Aber er bewegte sich keinen Zentimeter. Kam ihrer Aufforderung nicht nacht. „Warum bist du eifersüchtig Kate?“

Es war wohl eine berechtigte Frage, eine einfache Schlussfolgerung aus ihrem Verhalten aber es machte sie so wütend. Nur ein weiterer Hinweis darauf das er recht hatte.

„Ich bin nicht eifersüchtig.“ Es war nur ein schwacher Einwand. Das wusste sie selbst. Konnte es selbst in ihrer Stimme hören.

„Okay dann sag mir bitte wo das Problem liegt. Denn ich verstehe es nicht.“

„Ich liebe dich! Das ist das Problem!“
Es platze so schnell aus ihr heraus das sie sich selbst nicht sicher war diese Worte gerade ausgesprochen zu haben. Hatte sie es sich doch in den letzten Monaten verboten nur darüber nach zu denken was ihre Gefühle für ihren Partner zu bedeuten hatten. Jetzt hatte sie es ausgesprochen. Ohne zu überlegen, freiheraus und es was das befreienste  was sie je gesagt hatte. Denn es war die Wahrheit. Eine Wahrheit die sie Tony aber auch sich selbst gerade offenbart hatte. Tony, dessen Gesicht all die Emotionen widerspiegelte die sie gerade fühlte.

Sie konnte sehen wie ihr gegenüber nach Worten rang. Wie schwer es ihm fiel eine Antwort zu finden.
Sagte das nicht schon alles?

„Kate, Ich-“ begann er zögerlich wurde jedoch von ihr prompt unterbrochen.

„Du brauchst jetzt nichts sagen Tony. Ich weiß, ich bin keine Paula Cassidy, oder sonst eine von den Frauen mit denen du deine- Zeit verbringst. Ich bin nicht blond, nicht so jung, hübsch oder aufregend wie sie. Ich-“

Diesmal war es Tony der sie unterbrach. In einer fließenden Bewegung hob er sie hoch, jeden Protest ihrerseits ignorierend, trug er sie in den Flur in dem sich ein großer Spiegel befand. Vor diesem Setzte er Kate wieder ab so das sie sich selbst sehen konnte. Er blieb währenddessen dicht hinter ihr stehen, die Hände weiterhin an ihren Hüften und sah ihr über die Schulter hinweg in den Spiegel.

„Sag mir was du siehst.“ Forderte er Sie auf.

„Tony was soll das?“ Kate versuchte sich zu ihm zudrehen, sie hatte keine Lust auf diese Spielchen. Sie hatte gerade ihre Gefühlswelt vor ihm offen gelegt. Sich mehr als nur verletzbar gemacht und er hatte nichts besseres zu tun als sie vor einen Spiegel zu schleifen. Doch er reagierte gar nicht auf ihren Einwand, er verstärkte nur den griff um ihre Hüfte und wiederholte: „Sag mir was du siehst.“

Resigniert seufzte sie. „Okay, Ich sehe dich, mich, die Tatsache das ich aussehe als wäre ich von einem Bus erfasst wurden.“ Ja vielleicht nahm sie das nicht ernst genug, aber konnte er ihr das wirklich verübeln?

„Soll ich dir sagen was ich sehe?“ Durch den Spiegel fixierte er ihren Blick.
„Ich sehe eine toughe Agentin, meine Partnerin auf die ich mich immer verlassen kann. Die Frau der ich ohne zu zögern mein Leben anvertrauen würde. Eine Wunderschöne, mitfühlende, Aufregende, unheimlich komplizierte Frau.“ Er machte eine kleine Pause in der er sie zu sich herum drehte um ihr nun richtig in die Augen sehen zu können.
„Ich sehe die Frau dich ich liebe.“

„Tony ich-“
Vorsichtig umschloss er ihr Gesicht mit beiden Händen, brachte sie so zum schweigen bevor er sanft seine Lippen auf ihre legte. Leicht wie eine Feder, und doch mit all den Gefühlen, all den ungesagten Worten der letzten Jahre. All der Liebe die er für diese Frau empfand.

Ende
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