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2022 01 11: Einer von uns [by - Lemmy -]

Kurzbeschreibung
OneshotAllgemein / P12 / Gen
OC (Own Character)
11.01.2022
11.01.2022
1
2.711
5
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Dieses Kapitel
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11.01.2022 2.711
 
Tag der Veröffentlichung: 11.01.2022
Titel der Geschichte: Einer von uns
Song: „Einer von uns“ von ApeCrime
Autor: - Lemmy -
Kommentar des Autors: Da mir in diesem Falle das Datum wichtig war, musste ich schauen, was ich aus dem dazugehörigen Song mache. Ich habe mich dann nur am Titel orientiert, der ganz wunderbar zu meiner Idee passte, und nicht am Liedtext.
Ich habe vor Jahren eine längere DS9-Fanfiction um meinen Protagonisten geschrieben, und durch diesen Songtitel ist nun völlig unerwartet eine Vorgeschichte dazu entstanden^^.


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Einer von uns


Das Türschott verzögerte kurz und gab ein kaum hörbares Geräusch wie ein leises Seufzen von sich, als es in der Wand verschwand und den Blick auf den riesigen Hangar freigab. Der Laut hätte auch von mir kommen können, denn aus irgendeinem unerfindlichen Grund war mir nach Seufzen zumute, obwohl ich eigentlich stolz und glücklich hätte sein sollen. Eine große Aufgabe lag vor mir, und ich war entschlossen, sie zu meistern, denn schließlich diente ich damit einem höheren Ziel, nämlich dem Dominion und den Gründern!

Ein Ruck ging durch meine kleine, schmale Gestalt, und als ich mich in Bewegung setzte, hinein in die weitläufige, hell erleuchtete Halle, ging mir durch den Sinn, dass ich noch nie einen Gründer gesehen hatte, und ich fragte mich, ob das wohl auch auf die anderen Vorta zutraf, und auf die Jem’Hadar. Aber war das letztlich nicht egal? Wir alle dienten den Gründern, unseren Göttern, und wenn diese den Wunsch hatten, sich ihren Dienern nicht zu zeigen, stand es mir nicht zu, ihre Entscheidung anzuzweifeln. Wichtig war der Glaube an sie! Und der war fest in mir verankert.

Ich würde mich den Gründern als würdig erweisen, indem ich ihnen zeigte, dass ihre Entscheidung, mir ein eigenes Kommando zu übertragen, richtig gewesen war.

Doch warum war mir dann nach Seufzen zumute? Warum hatte ich den Eindruck, dass alles hier mich verunsicherte? Wieso musste ich mich zwingen, einen Fuß vor den anderen zu setzen? Heute würde ich zum ersten Mal das Schiff sehen, das mir zugewiesen worden war, und meinen Jem’Hadar-Ersten kennenlernen, der mit mir und seinen Kriegern auf diese Mission gehen sollte.

Irgendwie hatte ich das merkwürdige Gefühl, dass mein Kopf bei dem Ganzen nicht so recht mitmachen wollte ...

Patrouille fliegen an der Grenze zum Wurmloch, das klang nicht gerade aufregend, sondern nach einer Routine, der jeden Tag Hunderte von Jem’Hadar-Schiffen nachgingen. Jedes dieser kleinen, wendigen Raumschiffe besaß eine Besatzung von 42 Jem’Hadar samt einem kommandierenden Vorta, der die Befehle gab und das Ketracel White verteilte. Der das Kommando hatte, die Entscheidungen traf .... ein Vorta-Feldaufseher.

Ein nervöses kleines Lächeln stahl sich auf meine Lippen, von dem ich gar nicht wusste, wo es herkam und warum ich überhaupt in diesem Moment wie ein Trottel grinste. Als ich weiterging, war mir plötzlich klar, dass ich damit meine Nervosität zu überspielen versuchte. Klasse. Selbstbewusstsein sah anders aus!

Ein Jem’Hadar-Angriffsschiff ist ein beeindruckender Anblick. Klein, leicht oval, mit Triebwerksauslegern rechts und links, verströmte es eine Macht, welche die Völker des Gamma-Quadranten, die dem Dominion angehörten, schon bei seinem bloßen Anblick erzittern ließ. Ein Zittern spürte ich jetzt auch, das mich von meinen langen, geriffelten Ohren bis zu meinen Zehen überlief.

Selbst tief beeindruckt, betrachtete ich die Reihen der Raumschiffe, die den Hangar füllten. Bei einigen herrschte rege Betriebsamkeit, Vorta und Jem’Hadar standen davor oder gingen darum herum. Welches war meines? Sie sahen alle gleich aus.

Die Stimme eines Vorta in einem grauen Overall riss mich aus meinen Gedanken, und ich zuckte zusammen. So ging es nicht weiter, ich musste das in den Griff kriegen! Er erklärte mir, welches der Schiffe mir zugeteilt worden war, und mit neugewonnenem Mut und nun auch einer Portion Neugier steuerte ich darauf zu.

Ein Jem’Hadar erwartete mich vor dem Schiff. Er war anderthalb Köpfe größer als ich, was dazu führte, dass ich mir plötzlich klein und unbedeutend vorkam, und, was noch schlimmer war, mit einem Mal verstehen konnte, warum so viele Spezies eine tiefsitzende Furcht vor unseren beeindruckenden Kriegern hatten!

Aber ich war der Vorta, und der Jem’Hadar-Erste würde mir dienen, wie auch seine Leute. Das war die Ordnung der Dinge. Vermutlich konnte ich ihm befehlen, sich auf den Kopf zu stellen, er würde es tun. Diese Vorstellung brachte mich zu einem erneuten unpassenden Grinsen, von dem ich hoffte, dass er es nicht sah. Wir stellten einander vor, und ich merkte, dass mein Jem’Hadar-Erster, der Arat’Vedan hieß, ein bereits kampferprobter Recke war. Vielleicht gab mir das ein bisschen Sicherheit. Wir besprachen kurz das Wesentliche zu unserer bevorstehenden Aufgabe.

Arat’Vedan brachte mir den typischen Respekt eines Jem’Hadar vor einem Vorta entgegen, und dennoch war ich erleichtert, als die Unterredung beendet war und er ging. Wir würden uns bald wiedertreffen, und dann konnte es losgehen. Der Gedanke an das, was mir bevorstand, ließ mich tief durchatmen.

Ich zuckte erneut zusammen, als ich hinter mir eine vertraute Stimme hörte, die meinen Namen rief. Als ich mich umdrehte, kam ein junger Vorta in blauvioletter Kleidung zu mir. Ein offenes, freundliches Lächeln lag auf seinen Lippen. „Hallo, Lervan“, begrüßte ich ihn und versuchte, mir meine Nervosität nicht anmerken zu lassen. „Was machst du denn hier?“

„Na, ich wollte doch mal sehen, wie es dir geht, nun, da du vor deinem ersten eigenen Kommando stehst! Ist das dein Schiff?“ Er maß den Angriffsjäger hinter mir mit interessiertem Blick. „Hast du deinen Jem’Hadar-Ersten schon kennengelernt?“

Als ich stumm nickte, überwältigt von dem, was um mich herum geschah, legte mir Lervan beruhigend eine Hand auf die Schulter. „Du wirst das schaffen, ganz sicher.“

„Ja“, erwiderte ich und hoffte, dass es nicht völlig demotiviert klang. Ich hob den Blick und sah das aufmunternde Schimmern in Lervans violetten Augen. Er hatte immer gute Laune und verströmte eine Unbeschwertheit, um die ich ihn beneidete. Dabei war er ein schon erfahrener Feldaufseher, der etliche Aufträge und Einsätze mit seiner Jem’Hadar-Crew absolviert hatte. Wir kannten uns bereits eine Weile und waren gute Freunde geworden. Seit ich erfahren hatte, dass mein erster Einsatz bevorstand, hatte ich ihn immer wieder mit Fragen gelöchert, wie das Ganze denn so abliefe, auf was ich mich einzustellen hätte, wie ich mit den Jem’Hadar umgehen solle, ob ich bei dem Schiff irgendetwas beachten müsse, und so weiter, und so fort. Lervan hatte mir meine Fragen immer mit bewundernswerter Geduld beantwortet, wofür ich ihm zutiefst dankbar war. Es hatte etwas Beruhigendes, wenn er da war, denn er besaß all die Erfahrung, die ich noch nicht hatte, und war so etwas wie mein Vorbild und Mentor, auch wenn er nur wenig älter war als ich.

„Hey, du bekommst das hin. Wir haben doch alles schon mehrfach durchgespielt. Du weißt, auf was es ankommt und was du zu tun hast. Und dein Jem’Hadar-Erster ist sehr erfahren. Meiner war damals noch fast grün hinter den Ohren“, Lervan lachte fröhlich. „Der war mir keine große Hilfe.“

Ich warf einen erneuten Blick auf das käferartige Schiff hinter mir. Wenn ich doch nur Lervans Zuversicht hätte! Irgendetwas stimmte nicht mit mir. Sollte ich mit ihm darüber reden? Andererseits, was sollte ich ihm sagen? Dass ich mich für den Job noch nicht bereit fühlte? Bei den Gründern, ich war ein Vorta, ich war dafür geschaffen worden!

Ich atmete tief durch, wobei ich Lervans Hand betrachtete, die noch immer auf meiner Schulter lag. Ich wollte gerade etwas sagen, als ein kleiner Vorta in grüner Kleidung auf uns zukam und uns freundlich zuwinkte. Auch ihn kannte ich. Dhoren, einer der Wissenschaftler. Seit ich vor einiger Zeit in einem der Labore etwas hatte abliefern müssen und unachtsam in Dhoren hineingelaufen war, waren wir Freunde. Im Gegensatz zu Lervan war er zurückhaltend, beinahe schüchtern. Er hatte ein sanftes Wesen und war ein guter, vertrauensvoller Zuhörer. Diese beiden Vorta, selber untereinander befreundet, waren meine engsten Vertrauten.

„Glückwunsch zu deinem ersten eigenen Kommando“, sagte Dhoren, als ich ihn auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht hatte. „Stimmt mit dir irgendetwas nicht?“ fügte er hinzu, als er meinen leider wohl zu deutlich zweifelnden Gesichtsausdruck bemerkte.

„Ich glaube, er hadert ein bisschen mit sich selbst“, vermutete Lervan. „Ich weiß nur nicht, warum. Er hat doch alle Qualifikationen, die er braucht.“

Bevor ich die Worte zurückhalten konnte, die plötzlich in meinen Kopf gepurzelt kamen, waren sie schon ausgesprochen. „Ich habe das Gefühl, dass ich hier völlig fehl am Platze bin!“ Zwei lilafarbene Augenpaare musterten mich erstaunt, und ich schlug mir innerlich vor die Stirn. Großartig, ganz toll. Jetzt musste ich mich wohl erklären, was ich in holprigen, unsicheren Worten schließlich auch hinbekam.

Tatsache war, dass ich mich seit einiger Zeit seltsam unwohl bei dem Gedanken fühlte, Kommandant eines eigenen Schiffes und von 42 Jem’Hadar zu sein, die mir alle gehorchen mussten, egal, welchen Befehl ich ihnen erteilte. Das alles erschien mir so gewaltig; wie ein riesiger Berg baute es sich vor mir auf, und ich hatte das Gefühl, nicht das richtige Rüstzeug zu besitzen, um die Aufgabe zu bewältigen. Ich musste dafür bereit sein, denn ich war ein Vorta im Dienste der Gründer, unserer Götter, ich war Teil des Dominions, des mächtigsten Völkerverbundes im gesamten Gamma-Quadranten, und Feldaufseher zu sein ... nun ja, das war eigentlich noch nicht mal ein besonderer Posten, schließlich flog man ja nur mit seinem Schiff durch die Gegend, oder? Diese Überlegungen halfen jedoch nicht, mich zu beruhigen, denn der Berg, sprich, die bevorstehende Aufgabe, dräute immer noch.

„Ich habe das komische Gefühl, dass ich nicht hierher gehöre“, schloss ich meine Erklärung. „Versteht mich bitte nicht falsch. So wie ihr, verehre auch ich die Gründer, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass ich kein richtiger Vorta bin. Ich kann das gar nicht beschreiben“, deprimiert ließ ich die Schultern hängen. Wie gut, dass Lervan und Dhoren so gute Freunde waren, denn bei anderen Vorta oder auch Jem’Hadar hätte ich mich mit meinen Worten um Kopf und Kragen reden können! „Jeder andere in meiner Situation würde sich freuen, aber ich habe einfach ein ungutes Gefühl, dass irgendetwas passiert. Dass ich versage oder etwas schiefgeht.“ Mehr fiel mir beim besten Willen zu meiner vertrackten Situation und desolaten Gefühlswelt nicht ein, also schwieg ich.

Meine beiden Freunde erwiderten nichts darauf, und mein Herz begann, ängstlich zu klopfen. Hoffentlich hatte ich nichts Falsches gesagt!

Plötzlich nahm mich Dhoren in den Arm. „Du wirst es schaffen, ganz sicher. Das weiß ich. Ich glaube an dich.“ Er drückte mich kurz und löste sich dann wieder von mir. „Ich hatte es damals auch nicht für möglich gehalten, in einem Klonlabor zu arbeiten, weil ich mir das überhaupt nicht zugetraut hatte. Aber die Gründer hatten mir diese Aufgabe zugewiesen aufgrund ihrer Erkenntnis, dass das am besten zu mir passt. Und schon bald waren meine Zweifel verflogen, ich erlangte Sicherheit, und der Job begann, richtig Spaß zu machen. Dir wird es genauso gehen, auch wenn du das jetzt noch nicht so siehst.“

Lervan zwinkerte mir zu. „Du bist einer von uns, Kaeryn. Das wirst du immer sein.“


„Hey, mach dir keine Gedanken, Kaeryn. Du bist einer von uns“, Jake Sisko knuffte mich spielerisch in die Seite, als er merkte, dass ich schon wieder meinen Gedanken nachhing, während ich schweigend durch das große Aussichtsfenster auf dem oberen Promenadendeck von Deep Space Nine hinaussah.

Seine Worte klangen in meinem Kopf noch nach, als ich sie mit der Situation verknüpfte, in der ich sie zuletzt gehört hatte. Damals, im Hangar, kurz vor meinem ersten Flug mit einem Jem’Hadar-Angriffsjäger, kurz vor meiner allerersten Mission als Vorta-Feldaufseher, die ... grandios schiefgelaufen war. Anders konnte man es nicht beschreiben. Es gab nichts zu beschönigen. Was passiert war, war passiert.

Die Kurzfassung? Wir waren noch nicht lange unterwegs gewesen, als es einen Triebwerksschaden gegeben hatte und wir auf einem Planeten mit dichter Vegetation hatten notlanden müssen. Das Schiff war irreparabel beschädigt und der Kasten mit den Ketracel White-Phiolen zerstört gewesen, so dass ich meine Jem’Hadar nicht mehr mit dem Enzym hatte versorgen können. Die Katastrophe war vorprogrammiert gewesen, die Krieger hätten erst mich getötet und dann sich gegenseitig selbst. Meine seltsame Vorahnung hatte sich bewahrheitet. Mir war zu diesem Zeitpunkt bewusst gewesen, was mit einem Vorta passiert, der in den Augen seiner Götter versagt hat. Wäre ich ins Dominion zurückgekehrt, wäre ich ersetzt worden. Und das war der Moment gewesen, an dem ich gemerkt hatte, dass ich keinerlei Bedürfnis verspürte, zurückzukehren, um mich eliminieren zu lassen – insbesondere für etwas, an dem ich keine Schuld trug!

Gefunden hatten mich schließlich mehrere Offiziere der Sternenflotte, die in ihrem Schiff unterwegs gewesen waren und den Absturz bemerkt hatten. Captain Sisko und seine Leute von der Raumstation Deep Space Nine im Alpha-Quadranten. Sie hatten sich mit meinen durch den White-Mangel außer Kontrolle geratenen Jem’Hadar ein Gefecht geliefert und die Krieger allesamt ausgeschaltet – und mich mitgenommen nach DS9.

Warum Captain Sisko das getan hatte? Weil er gespürt hatte, dass ich anders war als die Vorta, mit denen er bereits zu tun gehabt hatte, und dass ich ihn nicht belog oder hintergehen wollte. Dass ich es ehrlich meinte. Er vertraute mir und gab mir eine Chance. Diese ergriff ich und verstand in diesem Moment, dass mein Platz nicht im Dominion war, sondern dass ich hierher gehörte, nach Deep Space Nine.

Und nun lebe ich seit ein paar Monaten hier. Noch immer tobt der Krieg zwischen Dominion und Föderation, und immer wieder schenken mir Stationsbewohner böse Blicke oder sagen schlimme Dinge zu mir. Ich kann es ihnen nicht verdenken, denn schließlich gehöre ich zum Feind. Vertrauen kann man manchmal nur sehr langsam aufbauen, und nicht jeder ist dazu bereit. Und dennoch fühle ich mich hier wohl, auch, weil ich Freunde gefunden habe, die sich auf mich eingelassen und gemerkt haben, dass ich es ehrlich meine.

Jake Sisko ist einer von ihnen, der Sohn von Captain Sisko, dem Commander der Station. Er ist etwa in meinem Alter, und wir verstehen uns prima. Ähnlich wie mit Lervan und Dhoren kann ich mit ihm über alles reden. Auch Jadzia Dax, die Trill, ist mir eine gute Freundin geworden. Sie hat sich, seit ich hier bin, sehr um mich gekümmert. Mit allen Offizieren der Stationsführung verstehe ich mich bestens, die einzigen Probleme hatte ich am Anfang nur mit Odo, dem Gründer, der hier lebt, und der jedes Mal genervt war, wenn ich ihn als Gott angesehen habe. Wie hätte ich auch anders können? Es ist uns Vorta genetisch einprogrammiert, die Gründer als Götter zu verehren. Ich konnte nie etwas dafür, wenn mein Gehirn beim Anblick eines Gründers automatisch in den Anbetungsmodus geschaltet hat!

Das ist jetzt anders, denn Dr. Bashir, der Stationsarzt, hat es geschafft, meine genetische Programmierung auszuschalten, so dass ich mich nun endgültig vom Dominion befreien kann. Hier auf der Station kann ich frei sein, kann endlich sein, wer ich sein möchte, und mich weiterentwickeln, lernen, entdecken ... es wird nicht leicht sein, dieses neue Leben, doch ich bin froh, dass es so gekommen ist. Ich war schon immer anders, das ist mir jetzt bewusst geworden. Ich bedaure nur, dass ich meine Vorta-Freunde nie mehr wiedersehen werde und sie niemals erfahren werden, was aus mir geworden ist.

Ich erwachte aus meinem Gedankengang und wandte Jake den Blick zu, der mir ein aufmunterndes Lächeln schenkte. Es hatte nicht lange gedauert, bis ich DS9 als mein Zuhause betrachtet hatte, und auch in diesem Moment spürte ich, wie wohl ich mich hier fühlte, obwohl nicht alle Stationsbewohner mit mir einverstanden waren. Aber der überwiegende Teil von ihnen stand mir aufgeschlossen und freundlich gegenüber, und manche waren einfach auch nur neugierig, mehr über mich zu erfahren.

Jake musterte mich aufmerksam. „Hast du Lust auf eine Partie Domjot, Kaeryn? Ein bisschen Zeit haben wir noch. Du weißt ja, mein Dad hat heute für uns gekocht, und wir treffen uns um 19 Uhr mit ihm in unserem Quartier. Er hat nicht verraten, was es gibt, aber du kannst davon ausgehen, dass es lecker sein wird.“

„Sehr gerne“, beantwortete ich seine Frage. „Ich freue mich schon auf den Abend.“ Ein Gefühl der Geborgenheit durchströmte mich, und als ich zusammen mit dem jungen Mann das Promenadendeck entlangschlenderte, vorbei an den Angehörigen der unterschiedlichsten Spezies, wusste ich, dass ich hier meinen Platz gefunden hatte.

Ich war zu Hause.
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