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War Correspondents – Die Klonkriege Band I

von Pa77e
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Sci-Fi / P18 / Gen
Arligan Zey Bardan Jusik / Gotab Padmé Naberrie Amidala R2D2 und C3PO
10.01.2022
23.06.2022
21
30.458
4
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23.06.2022 1.920
 
„Oh, shab, das kann nicht euer Ernst sein!“ stöhnte Pero.
Eden und Bes sahen ihn verwirrt an. „Was stimmt nicht, ner’vod?“.
Eden war nach seinem Treffen mit Chuchi und Yoda direkt zum Raumhafen geflogen, um von dort gemeinsam mit seinen Brüdern unverzüglich nach Bakura aufzubrechen. Ihr Zeitplan war eng getaktet, sie sollten den Jedi schnellstmöglich einsammeln, um sich ihrer eigentlichen Mission zu widmen.
„Ich kenne diesen shabla von einem Jedi. Iminos!“ er spie den Namen förmlich aus.
Eden und Bes sahen sich an, dann ihren Ausbilder.
„Ein Schrottsammler als shabla Jedi. Und der war mal ein Padawan von Yoda selbst“ erklärte der Mandalorianer.
„Er war Schüler des Generals?“ fragte Bes überrascht.
„Jep“ meinte Pero. „Und er ist ein Meister mit dem Lichtschwert. Seine künstlichen Gelenke erlauben es ihm außergewöhnliche Techniken anzuwenden. Aber viel schlimmer…“. Er holte Luft und seufzte. „Er ist shabla nervig. Ein merkwürdiger Sinn für Humor“.
„Woher kennst du ihn?“ fragte Eden.
Pero schwang sich auf eine der Kisten die neben der Laderampe ihres GX1 Short Haulers, einem Shuttle, dass die Republik ihnen in modifizierter Form zu Verfügung gestellt hatte. Eigentlich wurde dieser Schiffstyp hauptsächlich für diplomatische Missionen verwendet, man hatte ihnen aber einen Prototyp überlassen, der neben den Zwillingsblastern noch über Protonentorpedos und einen Repetierblaster sowie eine Ionenknaone verfügte. Zusätzlich hatte man die Panzerung deutlich verstärkt, wenn auch zu Lasten der Wendigkeit, die trotzdem noch beeindruckend war. Dazu die neutrale Lackierung in einem matten grau mit weißen Republiklogo und ein verstärkter Hyperantrieb.
„Ich war mal auf Geonosis, lange vor dem Krieg“ erklärte Pero. „Es ging um ein Kopfgeld und mein Ziel sollte irgendwo in den Stöcken der Geonosianer sein“.
„Hurensöhne, diese Schmeißfliegen…“ murmelte Bes.
„Ich geriet in eine brenzlige Situation als dieser Kerl auftauchte. Schrottsammler. Ich bemerkte aber ein Lichtschwert an seinem Gürtel und dachte zunächst, er habe es irgendwo beim Müll wühlen gefunden“. Der Mandalorianer lachte.
„Was habe ich mich getäuscht! Dieser Iminos war auf Geonosis, um die Beziehung zwischen den Flatterviechern und der Republik zu verbessern. Aber scheinbar mochte die Königin die Jedi nicht besonders und so kam es, dass wir gemeinsam vom Planeten abgehauen sind. Er muss danach vom Rat mächtig auf den Deckel bekommen haben“.
„Hat ja fantastisch geklappt, seine Mission“ murmelte Bet.
Pero zuckte mit den Schultern. „Auch wenn die Jedi eure Bosse sind, ihr braucht nicht alles gut zu finden, was sie tun“.
„Sie sind trotzdem die mächtigsten Krieger der Galaxis“ wandte Eden ein.
Ihr Ausbilder lachte nur und klopfte auf sein beskar. „Hier kommen ihre Lichtstäbchen nicht durch. Habe ich euch je erzählt, dass die Mandalorianer die Jedi einst bekämpften…“.
„Bitte nicht schon wieder, ner’vod“ stöhnte Eden. „Wir kennen die Geschichte. Und wir wissen, wo Mandalore jetzt steht“.
Pero seufzte. „Da magst du Recht haben. Der Unterschied ist allerdings, dass wir an keinen Planeten gebunden sind. Solange unsere Idee lebt, wird es immer Mandalorianer geben“. Er zwinkerte. „Wir haben allein auf Kamino den ein oder anderen ausgebildet“.

Zwei Tage nach dem Aufbruch…

Ryio nutzte ihre wenige Freizeit oft, um gemeinsam mit ihrer Assistentin und bester Freundin Myli Pachi durch die Einkaufsstraßen Coruscants zu schlendern. Sie beide kannten sich bereits seit ihrer Schulzeit und während Ryios Familie ihr Leben als Politikerin mehr oder weniger vorbestimmt hatte, war Myli aus einer der typischen pantoranischen Familien der Mittelschicht aufgewachsen. Nichtsdestotrotz hatten sie sich gegenseitig schnell ins Herz geschlossen und während Ryio die Jugendprogramme des Senats durchlief, war ihre Freundin nie weit weg gewesen, auch wenn ihr Beruf mehr auf einer Verwaltungsebene stattfand.
Sobald Chuchi Senatorin Pantoras wurde, hatte sie Myli gefragt, ob sie sie nach Coruscant begleiten möchte, um dort als ihre Assistentin zu arbeiten. Ihre Freundin hatte rasch zugestimmt und auch wenn sie während der Arbeitszeit, ganz typisch für die pantoranische Gesellschaft, professionell miteinander agierten, konnten sie in der kurzen Freizeit offen miteinander sprechen und lachen.

An diesem späten Nachmittag, es waren um die 22 Grad in der maschinell regulierten Stadtwelt, war Chuchi auf der Suche nach neuem Stoff für eines ihrer Kleider, die sie vornehmlich während der Senatssitzungen trug. Myli hingegen kleidete sich während ihrer Arbeit praktischer, denn oft musste sie für ihre Freundin und Vorgesetzte Botengänge durch den Senatsbezirk erledigen.
Auf der Ebene, auf der sie sich befanden, so weit oben, dass der Himmel und die Sonne zu sehen waren, hielt sich meist die gehobenere Gesellschaft Coruscants auf. Da sie sich immer noch in der Nähe des Senatsbezirks befanden, waren hier vornehmlich die besser betuchten Leute unterwegs sowie die Präsenz der coruscantischen Sicherheitskräfte hoch. Die Senatorin Pantoras hatte schon die ein oder andere brenzlige Situation erlebt und sogar schon um ihr Leben hatte fürchten müssen, weshalb sie sich nicht tiefer hinab auf die zwielichtigen Ebenen des Stadtplaneten wagte. Myli hingegen, sie war trotz ihrer blauen Haut recht unauffällig, hatte schon den ein oder anderen Ausflug weiter hinab unternommen. Gerne erzählte sie Chuchi von ihren Erlebnissen.
Ryio lauschte einer dieser Geschichten, wirkte aber nicht recht anwesend, bis ihre Freundin sie neckend anstupste.
„Oh, entschuldige, was sagtest du?“ fragte sie.
„Was ist denn heute los mit dir?“ fragte Myli. „Du scheinst mit den Gedanken woanders zu sein“. Sie zwinkerte ihrer Freundin zu. „Ist es etwa wegen…?“. Sie ließ den Satz in der Luft hängen. Chuchi spürte, wie ihre blauen Wangen ein wenig dunkler wurden.
„Es ist wegen der Sitzung morgen, ich…“ begann sie eine Erklärung, doch Pachi winkte ab. Es überraschte Ryio immer wieder wie sie während der Arbeit so professionell und zurückhaltend sein konnte, privat, aber ganz anders.
„Lüg mich nicht an, Ryio!“ sagte sie mahnend. „Wir kennen uns so lange, ich weiß, wann dich etwas beschäftigt. Und noch mehr was dich beschäftigt“.

Manchmal bereute Chuchi es, dass sie von der peinlichen Situation in ihrem Büro mit dem ARC Eden vor einigen Tagen erzählt hatte. Während ihrer Kindheit, Jugend und auch jetzt als junge Erwachsene, hatten ihre Eltern stets wert daraufgelegt, dass sie sich auf ihre Karriere in der Politik konzentrierte. Sie erinnerte sich an so manche Nächte, als ihre Kollegen bis in die Morgenstunden feierten, während sie bereits über dem nächsten Lernmaterial saß oder im Bett lag. Es war ihr keine Zeit geblieben, um ihre Jugend ausgiebig zu nutzen, geschweige denn mit einem Mann anzubandeln.
Nicht so Myli. Ryio wusste, dass sie beide sehr unterschiedlich waren und sie fragte sich bis heute, warum ihre abenteuerlustige Freundin ausgerechnet einen recht trockenen Beruf ergriffen hatte. Sie wusste von einigen wilden Liebesgeschichten Pachis, dabei spielte weder die Spezies noch das Geschlecht bei ihrer Freundin eine Rolle. Sie selbst hatte sich so etwas nie vorstellen können, wenn sie sich denn je auf etwas einlassen sollte, dann musste es etwas Langfristiges sein. Doch in erster Linie war sie mit ihrer Karriere verheiratet und ein gesamtes Volk verließ sich darauf, dass sie dessen Interessen mit aller Kraft vertrat.

„Es ist nichts“ versuchte Chuchi das Thema abzublocken. Doch ihre Freundin ließ nicht locker.
„Sie sind so interessant! Die Klone, meine ich. Es gibt einige Truppen vor dem Senat, aber sie sind die meiste Zeit sehr… Soldatisch“ meinte Myli. „Ich wünschte wir wüssten mehr über sie“.
„Sie sind auf jeden Fall anders, als ich sie mir vorgestellt habe“ meinte Chuchi und gab es auf, das Thema fallen zu lassen. „Soldaten, ja. Aber so jung! Und ihre Persönlichkeiten sind sehr unterschiedlich“.
Die Augen ihrer Assistentin strahlten vor Neugier.
„Die beiden, die mit dir gearbeitet haben, was sind sie noch gleich?“.
„Advanced Recon Commandos“ erklärte Ryio. „So etwas wie… Hm, Supersoldaten? Sie sind schwer zu beschreiben. Meister Zey erzählte mir, dass sie in der Regel allein arbeiten und ursprünglich von ihrem Spender selbst, Jango Fett, geschult wurden. Sie arbeiten meistens autark und entscheiden selbst über ihre Missionen“.
„Klingt gefährlich“ meinte Pachi. „Aber die beiden… Wie heißen sie noch gleich?“.
„Eden und Bes“.
„Eden und Bes. Du hast erzählt, dass sie eigentlich eine Art Spezialeinheit waren. Und welcher war der schnucklige, der allein bei dir war?“. Sie zwinkerte.
„Eden“ sagte Chuchi und räusperte sich leicht.
Myli nickte wissend. „Was gefällt dir an ihm?“.
Ryio stockte aufgrund der Direktheit, auch wenn sie diese eigentlich gewohnt war. „Ich weiß nicht“ murmelte sie. „Vielleicht sehe ich zu häufig nur Politiker. Mich hat seine Loyalität und Professionalität beeindruckt. Und zu sehen, dass ein Klon so anders sein kann, eine ganz andere Persönlichkeit hat… Ich meine, sein Bruder, Bes, ist eher forsch und direkt, sagt geraderaus was er denkt“. Chuchi musste lächeln. „Eden hat ihn das ein oder andere Mal tadelnd angeguckt. Er ist ein Anführertyp. Und als dann Pero kam, dieser Mandalorianer, der sie ausgebildet hat. Eden ist aus sich herausgekommen, hat einen Moment vergessen, dass er Elitesoldat ist und sich so gefreut ihn zu sehen“.
„Interessant wie gleich Wesen aufgezogen werden können, aber doch so anders sind“ meinte Myli und lächelte ihre Freundin an. „Die Leute sollten wissen, was die Männer leisten und das hinter jedem von ihnen etwas steckt“.
„Du solltest Philosophin werden“ meinte Chuchi und lachte. „Aber du hast vollkommen Recht. Das ist mit einer der Gründe, warum wir im Gremium das Vorhaben der Kriegsberichterstattung ausgeschrieben haben. Die Truppen kämpfen in jeder Sekunde dafür, die Freiheit der Republik aufrecht zu erhalten und…“.
Pachi unterbrach die Senatorin. „Woah, ich kenne deine Reden, Ryio“. Sie lachte. „Zurück zum Thema! Eden! Die meisten fänden es sicherlich komisch, dass jemand sich mit einem Klon verabreden möchte, aber ich sage, lass dich darauf ein“.
Chuchi blieb stehen und spürte erneut, wie ihre Wangen dunkler wurden. „Myli!“ sagte sie.
Doch ihre Freundin zuckte bloß mit den Schultern und grinste verschmitzt. „Es würde dir guttun, dich auf etwas einzulassen. Und wenn du etwas für diesen Kerl fühlst, warum denn nicht?“.
„Ich kenne ihn doch so gut wie gar nicht!“.
„Na deswegen trifft man sich doch“ meinte Myli. „Um sich besser kennenzulernen“.
„Wer weiß, wann er wieder auf Coruscant ist“ meinte Chuchi skeptisch. „Es ist Krieg und er ist Soldat“.
„Nun“ meinte Myli und sah ihre Freundin warmherzig an. „Die Zeit wird es zeigen“.

Wenige Stunden später, der Abend war angebrochen, kehrten die beiden Pantoranerinnen zu ihren Wohnungen zurück. Beide lebten in einem großen Wolkenkratzer im Senatsbezirk, auf einer der obersten Etagen. Myli einige Etagen tiefer als Chuchi.
Die Senatorin kam in ihre Wohnung und zog sich den Haarschmuck heraus. Ihre blassvioletten Haare fielen über ihre Schultern und sie seufzte erleichtert. Sie ging den kurzen Flur entlang und stand in ihrem Wohnzimmer. Der Sichtschutz des Panoramafensters war unten, es war recht dunkel. Sie betätigte den Lichtschalter, doch nichts geschah. Sie runzelte die Stirn. Ein ungutes Gefühl ergriff ihre Magengrube.
Sie ging langsam ein paar Schritte zurück, nur um festzustellen, dass die Tür, durch die sie eben noch hindurch gegangen war, plötzlich verschlossen war. Sie betätigte das Tastenfeld, doch auch hier war die Energie verloschen. Jetzt bereute sie es, dass sie ihren Komlink mit ihrem Haarschmuck fortgeworfen hatte.

Chuchi ging wieder ein paar Schritte vor in den Wohnraum, ihr Herz pochte wild.
„Hallo Senatorin“ sagte eine Stimme direkt neben ihrem Ohr. Erschrocken schrie sie auf, da hatte sich schon ein Arm um ihren Hals gelegt und sie spürte einen Blasterlauf an ihrer Seite.
„Ihr bleibt ganz ruhig, Senatorin. Das läuft jetzt wie folgt: Wir werden die Wohnung verlassen und ihr geht ruhig neben mir her. Macht nur eine falsche Bewegung, dann bringt mein Partner eure Freundin um“.
„Welche Freundin?“ keuchte Ryio.
Mit einem Mal ging das Licht wieder an. Die Pantoranerin blinzelte, dann riss sie ihre Augen erschrocken auf. Auf ihrer Couch lag die bewusstlose Myli, eine blutende Platzwunde am Kopf.
„Diese Freundin“ sagte der Mann.
Chuchi stockte. Sie erkannte die Stimme.
„Fenrick Eastfield!“ entfuhr es ihr.
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