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Freundschaft mit gewissen Hindernissen

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Het
James "Krone" Potter Lily Potter OC (Own Character) Regulus Arcturus Black Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
10.01.2022
24.01.2022
10
16.418
2
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.01.2022 1.597
 
Ich erzählte meinen Eltern beim nächsten Besuch, dass ich Leute kannte bei denen mein Vater untertauchen könnte. Sie reagierten aufgebrachter als ich es für möglich gehalten hätte. Aus Angst, verstand ich schnell. Sie befürchteten, dass ich selbst ins Visier der Todesser geraten könnte, wenn ich mit solchen Leuten in Kontakt stand. „Im Moment ist sowieso niemand mehr sicher, Mum!" Es folgte ein längeres Wortgefecht und ich stieg irgendwann frustriert in den Kamin meiner Eltern und reiste mit Flohpulver zurück. Mein Vater ließ sich, wie die meisten Väter, so gut wie nie helfen.

Seine Entscheidung sollte noch bitterer Konsequenzen haben. Es war ein trüber Novembertag an dem ich abends Dienst in der Notaufnahme hatte. Ein Notfall kam rein und Mia, meine Kollegin, Freundin und ehemalige Nachbarin verhielt sich äußerst komisch. „Die Hexe in Raum 2 braucht noch diese Medikamente" sagte sie und drückte mir mehrere Pillen und einen Trank in die Hand. Ich runzelte die Stirn und sah zu der Liege mit dem Notfall, bei dem bereits eine andere Heilerin stand. Blut tropfte auf den Boden und ich erkannte den Ernst der Lage. „Amy, bitte! Bring das-" „Der Notfall ist dringender!" sagte ich, stellte die Sachen die sie mir in die Hand gedrückt hatte bei Seite und schob mich an ihr vorbei. Sie machte Anstalten mich am Arm festzuhalten und ich bekam ein mulmiges Gefühl, doch ich riss mich los. „Amy, nicht!" rief sie mir nach.

Ich rannte zu der Liege, der Weg dahin kam mir viel zu lang vor. Die blutige Gestalt kam mir bekannt vor. Ist das? Nein, nein das kann nicht sein. Ungläubig stand ich neben dem Mann und starrte auf sein blutendes Gesicht. Ein tiefer Schnitt zog sich durch sein Gesicht, der Knochen war sichtbar. Auch der Körper war von Wunden überzogen. Mir wurde übel…nicht wegen den Verletzungen, sondern weil es mein Vater war, der da zitternd vor mir lag. Ich spürte wie mir schwindelig wurde und mein Gehirn aussetzte. Ich weigerte mich das zu realisieren, fühlte mich einfach nur taub und ging wie ferngesteuert zu Mia. „Ist es okay, wenn ich heim gehe?" sie nickte. „Deine Schicht ist eh gleich zu Ende" Ich stürmte in die Garderobe, zog mich um und rannte aus dem Gebäude. Weg. Einfach weg. Ich spürte noch bevor ich die Tür erreichte, wie mir die Tränen in die Augen stiegen. Da waren keine lebensgefährlichen Verletzungen. Das bekommen die anderen hin. Versuchte ich mich vergeblich selbst zu beruhigen.

Der Krieg nagte schon eine ganze Weile an mir und es war schwer, jeden Tag so viel Leid zu sehen…aber den eigenen Vater so zu sehen war so viel schlimmer. Zu schlimm. Zu grausam. Zu viel. Ich sackte auf der Bank neben dem Gebäude zusammen und weinte hemmungslos. Ich hatte keine Kraft mehr, es länger zurück zu halten.

Ich zuckte zusammen, als ich ein Winseln hörte. Ich hob den Kopf und stellte fest, dass der Hund vor mir stand. Er legte seinen Kopf auf meine Knie und sah mich mit einem Blick an, der mir irgendwie bekannt vorkam, doch ich wusste nicht woher. Ich kraulte ihn eine Weile, was äußerst beruhigend war. Schließlich hatte ich mich so weit beruhigt, dass ich den Heimweg antrat. Der Hund schien mich aufmuntern zu wollen, denn er jagte Vögel und sprang um mich herum. Ich war froh um die Ablenkung. „Ich sollte dir einen Namen geben." Ein zustimmendes Bellen. Ich überlegte und als er an der üblichen Stelle sitzen blieb ging ich in die Knie. Wie üblich schnüffelte er an meiner Hand. „Was hältst du von Schnuffel?" Er leckte scheinbar zufrieden meine Hand ab und ich verabschiedete mich schmunzelnd.

Als ich meine Wohnung betrat schnürte sich meine Kehle wieder zu. Ich sollte etwas essen, doch es ging mir absolut nicht gut und ich würde nichts runter bekommen. Es klopfte. „Amy?" Es war Sirius. Er schaute öfters abends vorbei, meistens aßen wir dann zusammen und quatschten. Na toll dachte ich, aber ich hatte die Klinke schon nach unten gedrückt, bevor mein Gehirn dagegen argumentieren konnte. Ich machte auf und bat ihn herein. Als ich mich zu ihm wandte und er mein verheultes Gesicht sah, wurde sein Blick sofort weicher und besorgter „Was ist passiert?"

Ich erzählte es ihm und konnte nicht verhindern, wieder in Tränen auszubrechen, auch wenn es mir irgendwie peinlich war. Er nahm mich in den Arm. Ich heulte eine Weile an seiner Schulter während er mit einer Hand über meinen Rücken strich und beruhigend auf mich einredete.

Irgendwann ließen die Heulkrämpfe nach. Wir sahen uns an und er strich mir die Tränen aus dem Gesicht. In mir tobte ein Gefühlschaos und zum ersten Mal spürte ich den Anflug eines Kribbelns in meinem Bauch bei seinen Berührungen. Ich brach den Blickkontakt ab und es verschwand glücklicher Weise so schnell wie es gekommen war.

„Kann ich etwas für dich tun?" Ich zögerte kurz, aber er würde sowieso nicht lockerlassen. „Du kannst mir ein bisschen Gesellschaft leisten, wenn es dich nicht stört." Ich fühlte mich immer noch elend und wollte gerade einfach nicht alleine sein. „Ich verbringe gerne Zeit mit dir, ich hoffe das weißt du." Er strich meine Haare zurück und ich musste lächeln. Oh Merlin, ob das eine gute Idee ist?

Wir setzten uns aufs Sofa, ich entzündete die gemütlichen Lampen und holte uns einen Kürbissaft. „Das ist das erste Mal, dass wir uns sehen und keinen Alkohol trinken oder verkatert sind" stellte ich fest. „Sicher, dass du mich nüchtern erträgst?" fragte er mit einem gespielt besorgtem Blick, der mir tatsächlich ein kleines Lächeln entlockte. „Das kommt darauf an ob du dich benimmst."
Ich entfachte das Feuer im Kamin und setzte mich zu ihm aufs Sofa. „Ich gebe mir Mühe" sagte er sanft.
Er legte einen Arm auf die Lehne und machte es sich bequem. Die Sitzfläche meiner Couch war tatsächlich sehr breit, so dass man in beide Richtungen fast komplett ausgestreckt liegen konnte. Ich zumindest, für Sirius war sie natürlich zu kurz.

„Magst du eigentlich Weihnachten?" ich sah ihn sehr verwundert an, mit dieser Frage hatte ich gerade gar nicht gerechnet. „Ja...schon, wieso?" „Ich dachte wir könnten mit den anderen auf den Weihnachtsmarkt in Hogsmead gehen, dort trauen sich keine Todesser hin, das ist zu nah an Hogwarts und damit zu nah an Dumbledore. Wir wären sicher." Meine Mundwinkel wanderten nach oben und ich wandte mich ihm zu. „Das ist eine tolle Idee, gerne." Wie süß dachte ich. „Stimmt es wirklich? Das er Dumbledore fürchtet?" Sirius nickte. „Ja. Er hat ihm nie getraut. Aber es gibt tatsächlich noch mehr gute Neuigkeiten. Crouch hat ein neues Gesetz durchgedrückt, was den Auroren erlaubt unverzeihliche Flüche zu benutzen." ich sah ihn an „Dann dürfen sie jetzt offiziell töten?" „Ja." „Macht das die Sache für euch besser?" „Da wir auch Auroren unter uns haben ja, aber glaube nicht, dass sonst keiner unverzeihliche Flüche verwendet."

Ob er schon getötet hat? Er schien zu ahnen was ich mich fragte. „James und ich wurden einmal angegriffen, als wir mit meinem Motorrad unterwegs waren. Sie haben uns mit Besen verfolgt...wir haben ein Auto hochschweben lassen und sie sind mit Vollgas dagegen gedonnert. Ich glaube nicht, dass sie wieder aufgestanden sind, aber ich weiß es nicht mal…unverzeihliche Flüche haben wir aber nie benutzt, falls du dich das fragst. Ist schließlich niemand scharf darauf in Askaban zu landen." „Kannst du seit neustem Gedanken lesen?" Er lächelte und schien zu überlegen was er darauf antworten sollte. „Manchmal wünschte ich, ich könnte das."

Er sah nachdenklich ins Feuer. Ich ertappte mich dabei, wie ich seine markanten Gesichtszüge bewunderte…seine Haare...seine Augen. Ich lehnte mich zurück und spürte seinen Arm an meinem Hinterkopf. Er zog ihn nicht zurück.  Sirius saß mit angewinkelten Beinen seitlich, mir zugewandt da. „Irgendwann musst du mich mal auf deinem Motorrad mitnehmen" er lächelte, legte seinen Kopf auf der Schulter ab und sah mich an. „Wenn du das willst gerne... Wir haben ganz schön viele Pläne inzwischen, die wir noch umsetzen müssen." Das stimmte. „Ja...in letzter Zeit war ich ziemlich eingespannt...und du vermutlich auch." Ein zustimmendes Brummen.

Ich musste schmunzeln als meine schwarze Katze Mona aufs Sofa sprang und sich zu Sirius kuschelte, der sie liebevoll kraulte. „Was macht eigentlich dein anderes Haustier?“ fragte er und lächelte verschmitzt. „Schnuffel geht es denke ich gut, er begleitet mich nach wie vor oft…und das jetzt schon seit 2 Monaten." „Schnuffel?" fragte Sirius amüsiert und zog die Augenbrauen hoch. „Ja" sagte ich trotzig und er schürzte resigniert die Lippen. „Süßer Name für den gefährlichen, düsteren Straßenköter den du uns beschrieben hast" „Ach, weißt du ich glaube er ist zwar etwas stürmisch und kläfft gerne aber eigentlich will er auch nur seine Streicheleinheiten."

Er warf mir einen prüfenden Blick zu „Was?" fragte ich verwirrt. „Ach, nichts.." „Das ist doch bei fast jedem so, oder? Wahrscheinlich sogar bei dir" „Das mit dem stürmisch sein seh ich ja noch ein, aber hab ich dich schon jemals angekläfft?" sein schelmischen Grinsen wurde immer breiter. Was habe ich auch erwartet? Eine ernsthafte Antwort? Sirius war eigentlich immer darauf bedacht seine harte, selbstbewusste Fassade aufrechtzuerhalten. Ich warf ein Kissen nach ihm.

Ein Klopfen an der Scheibe brachte uns zurück in die Realität. Ich ließ die Eule herein, nahm ihr die Nachricht aus ihrem Schnabel, faltete sie auseinander und erkannte sofort das St Mungo Logo. Ich erkannte Mias Handschrift.
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