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Werde ich es dir je sagen können?

von Laika1993
Kurzbeschreibung
OneshotRomance, Schmerz/Trost / P12 / FemSlash
Beca Mitchell Chloe Beale
10.01.2022
10.01.2022
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Dieser Geruch... Es war dieser Geruch, welcher Beca langsam aber sicher durchdrehen ließ.
Er führte dazu, dass ihr noch schlechter wurde, als es ihr seit Tagen, Wochen und Monaten schon war.
Dieser beißende Geruch nach Tod, Krankheit und Desinfektionsmittel... Dieser ganz spezifische Krankenhausgeruch.

Beca atmete für eine kurze Zeit durch den Mund ein und aus. Nur um wenigstens für wenige Herzschläge diesen Geruch nicht in der Nase haben zu müssen.

Müde rieb sie sich die Schläfen und hörte dem penetranten Piepen der Geräte zu.

Piep... Piep...Piep...

Ununterbrochen prasselte diese Geräuchkulisse auf sie ein.
So zermürbend dieses Geräuch auch war... Genauso lebenswichtig war es aber auch.
Denn ohne dieses Geräuch und die dazugehörigen Maschinen, würde die Person vor ihr, nicht mehr leben.

Becas trüber und müder Blick flog wieder nach unten... Zu der Person, welche dort verkabelt an unzähligen Maschinen hing und seit fast 3 Monaten täglich um ihr Leben kämpfte.

Mit verweinten Augen sah sie ihre beste Freundin an... Chloe...
Es sah aus als würde sie nur schlafen, doch die Wahrheit war so viel bitterer.

Seit fast 3 Monaten lag Chloe im Koma und mit jedem Tag an dem sie nicht aufwachte, schwand die Hoffnung das sie es je wieder tun würde.

Durch einen vermeidbaren Autounfall lag Chloe nun hier.
Mit Schrecken und Schaudern dachte Beca an diesen Tag zurück.
Es war ein Tag wie jeder Andere auch.
Chloe und Beca waren auf einer Party gewesen, wie so oft an den Wochenenden.

Der Ginger hatte den ganzen Abend kein Fitzelchen Alkohol angerührt, denn bei diesem Thema verstand Chloe keinen Spaß.
Spät in der Nacht fuhren die Beiden zurück zum Bella Haus und kurz vor dem Ziel passierte es.
Ein Auto mit deutlich erhöhter Geschwindigkeit krachte frontal in die Fahrerseite.
Während Beca nur leichte Verletzungen davon trug, erlitt ihre beste Freundin schwere innere Verletzungen.
Es brauchte eine stundenlange OP um Chloe halbwegs stabil zu bekommen und danach war ein künstliches Koma von Nöten, um ihren geschundenen Körper zu schonen.

Doch aus diesem wachte sie einfach nicht mehr auf.
Und so saß Beca fast täglich an ihrem Bett, flehte Chloe und Gott an, dass sie endlich aufwachen sollte.
Doch bis heute brachte alles Beten und Flehen nichts.
Niemand wusste wieviel Chloe in ihrem Zustand mitbekam oder ob überhaupt.

Beca umschlang mit ihrer Hand zärtlich die von Chloe. Sie war so kalt.
Verschwunden war das warme Gefühl, welches Beca immer durchflutete, wenn Chloe sie in der Vergangenheit berührte.
Mit ihrem Daumen strich sie immer wieder federleicht über Chloes Handrücken.

Chloes Hand hatte, nach Becas Meinung, schon immer perfekt in ihre gepasst.
Wie oft hatte Chloe schon ihre Hand gehalten... Zu oft, als das Beca es hätte zählen können.

Der Ginger hielt ihre Hand, als sie schrecklichen Liebeskummer wegen Jesse hatte, sie furchtbare Angst in der Nacht vor ihrer Blinddarm- OP hatte, sie zu ihrem Dad und dem Stiefmonster eingeladen wurde und noch zu so vielen weiteren, unzähligen Momenten.
Chloe war immer für sie da gewesen, egal in was für einer Lebenslage sich Beca befand.
Und deswegen war es für Beca selbstverständlich, dass sie jetzt genauso für Chloe da war, wie es der Ginger immer für sie war.

"Chlo... Du fehlst mir so. Mir fehlt meine beste Freundin so sehr. Ich vermisse deine verrückte Art, deine schrägen Ideen... Und ja, ich vermisse sogar die Kuschelabende mit dir. Die anderen Bellas vermissen dich ebenfalls so sehr. Bitte komm wieder zu uns zurück...", schluchzte Beca und sie klammerte ihre Finger etwas fester um Chloes Hand.

Becas Tränen wurden mehr als sie ihren Blick wieder auf Chloes Gesicht wandern ließ.
Sie hoffte so sehr, dass sie endlich wieder in Chloes strahlend blaue Augen schauen konnte... In diese blauen Augen, welche sie schon immer in ihren Bann gezogen hatten.
In welche sich Beca vor vielen Monaten verliebt hatte...

Ja, für Beca war Chloe mehr als nur eine beste Freundin. Oder besser gesagt, Beca wollte so viel mehr für den Ginger sein.
Doch nie hatte sie den Mut, Chloe ihre Gefühle zu gestehen.
Es stand zu viel auf dem Spiel. Es würde ihre Freundschaft zerstören, wenn Becas Gefühle nur einseitig wären.
Und jetzt war es vielleicht viel zu spät dafür.

"Werde ich es dir je sagen können?", schniefte Beca und ihre Gedanken schweiften weiter ab.

Gelegenheiten hatte Beca unzählige gehabt.
Wie oft war sie allein mit Chloe und wie oft waren sie sich nah. Viel näher als es normal für beste Freunde war.
Ja, sie hatten sich nie geküsst oder Ähnliches. Aber da war immer diese Vertraut- und Verbundenheit zwischen ihnen.

Müde lächelte Beca und dachte an die Anspielungen der anderen Bellas auf Chloe und sich.
Diese gingen soweit, dass sie für Beca und Chloe schon einen Pärchennamen hatten.

"Bechloe...", flüsterte Beca leise und schüttelte schmunzelnd den Kopf.

Natürlich war das damals Amys Idee gewesen. Wer auch sonst würde so etwas raus hauen?!

Ein leises Klopfen ließ Beca zusammen zucken.

"Ja bitte.", hauchte Beca leise und wischte sich schnell die Tränen aus den Augen.

"Hey Becs...", erklang eine sanfte Stimme und dann hörte Beca leise Schritte auf sich zukommen.

Wenige Sekunden später legten sich vorsichtig zwei Arme um sie und ihr wurde ein sanfter Kuss auf die Wange gedrückt.
Dann setzte sich die Person auf den freien Stuhl, welcher neben dem von Beca stand und auf welchem sie saß.

"Hey Emily...", flüsterte Beca leise und ihr Blick suchte den der jüngsten Bella.

"Wie lange sitzt du schon hier, Becs?", fragte Emily leise und sah Beca ernst an.

Emilys Blick bohrte sich in den von Beca.

"Den halben Tag. Ich kann... Ich kann sie einfach nicht allein lassen.", hauchte Beca und die Tränen kämpften sich wieder an die Oberfläche.

Emily nickte besorgt und ihr Blick wanderte zu Chloe.

"Hey Ginger...", flüsterte Emily und strich Chloe kurz und sanft über die kalte Wange.

"Wie geht es ihr? Was sagen die Ärzte?", fragte Emily vorsichtig und sah Beca wieder von der Seite an.

Deren Blick war wieder starr auf ihre Hand gerichtet, welche immer noch die von Chloe umschloß.

"Unverändert... Sie zeigt keinerlei Regung und niemand weiß ob sie überhaupt etwas mitbekommt. Em... Ich hab solche Angst... Ich zerbreche an dem Gedanken, dass sie vielleicht nie wieder aufwacht... Das ich sie verloren habe.", schluchzte Beca.

Emily neben ihr, legte der Brünetten sanft eine Hand auf den Oberschenkel und drückte diesen kurz.

"Daran darfst du nicht denken. Chloe ist stark. Sie kämpft... Jeden Tag aufs Neue.", antwortete Emily mit fester Stimme.

Beca gab darauf keine Antwort. Was hätte sie auch darauf sagen sollen? Das Emily Recht hatte? Wohl eher nicht, denn dafür gab es keine Garantie.

Gedankenverloren streichelte Beca Chloes Arm entlang und hoffte dabei, dass es die Rothaarige mitbekommen würde.

"Ich liebe sie, Emily. Und ich habe es ihr nie gesagt, weil ich zu feige war. Und jetzt ist es zu spät. Ich werde vielleicht nie wieder die Chance dazu haben.", flüsterte Beca und heftige Schluchzer der Verzweiflung ließen ihren Körper beben.

Für Emily war Becas Anblick fast nicht zu ertragen. Nie zuvor hatte sie die Ältere so gesehen. So am Ende, so hilflos, so verzweifelt und so gebrochen.

Sie rückte näher an Beca, legte ihr vorsichtig einen Finger unters Kinn und mit sanftem Druck, drehte sie Becas Gesicht in ihr Blickfeld.

"Hey... Becs, sieh mich an. Du kannst es ihr sagen. Hier und Jetzt. Ja, es gibt keine Garantie dafür, dass sie es hören kann aber... Ich glaube fest daran, dass sie dich hört und deine Worte versteht. Sag es ihr. Und ob sie es nun hört oder nicht... Du wirst dich danach besser fühlen. Ich lass dich mit ihr allein. Wenn du mich brauchst, ruf mich an. Ich bin dann sofort bei dir.", hauchte Emily und zog Beca in eine kurze Umarmung.

Danach verabschiedete sich die Jüngere und verschwand leise aus dem Zimmer.

Beca ließ sich Emilys Worte immer wieder durch den Kopf gehen. Je mehr sie darüber nachdachte, desto mehr gab sie Emilys Worten Recht. Was hatte sie schon zu verlieren? Nichts mehr... Richtig.

Schnaufend atmete Beca aus und lächelte Chloe sanft an, auch wenn Diese es natürlich nicht sehen konnte.

"Chloe... Scheiße, wo fange ich an? Ich weiß nicht ob du mich hören kannst. Aber ich will das du weißt, dass du der mit Abstand wichtigste Mensch in meinem Leben bist. Ich kann... Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen. Du bist die schrägste Person die ich kenne. Aber weißt du was? Genau das ist es was dich ausmacht. Was mich an dir fasziniert.
Ich liebe es in deine blauen Augen zu schauen, dich zu umarmen und zu berühren. Ich liebe es, wie du mit mir umgehst, du immer für mich da bist.
Ginger... Ich... Ich liebe dich. Ich liebe dich nicht nur als meine beste Freundin. Ich liebe dich und ich will mit dir zusammen sein. Auch wenn ich keine Ahnung habe wie du dazu stehst. Wie es dir mit mir geht. Ich habe so Angst, dass ich dir das nie sagen kann, wenn du mich dabei mit deinen blauen Augen anschauen kannst.", wimmerte Beca tränenerstickend.

Das lautere Piepen der Maschinen, zeigte Chloes verschnellerten Herzschlag für einen kurzen Augenblick an.
Erschrocken blickte Beca in Chloes wunderschönes Gesicht.

Beca keuchte leise auf.

Chloes Augen waren nach wie vor geschlossen und auch sonst verzog sich ihre Mimik nicht.
Aber dann... Beca glaubte ihren Augen nicht zu trauen, stahl sich eine einzelne Träne aus Chloes geschlossenen Augen.
Ebenfalls spürte Beca einen zaghaften Druck von Chloes Hand ausgehend. Er war so sanft, dass Beca ihn fast nicht bemerkte. Und dennoch spürte sie ihn mehr als deutlich.

Lachend und weinend gluckste Beca auf und ihr liefen noch mehr die Tränen als ohnehin schon.

Denn Eines wusste sie in diesem Moment genau...
Noch war nicht alle Hoffnung verloren...
Chloe würde weiter kämpften... Für sich, die Bellas, für Beca... Für ihre gemeinsame Zukunft als "Bechloe"...



*Meine Lieben... Heute habe ich mal wieder die Emotionskeule ausgepackt und ich hoffe, es hat euch, trotz des düsteren Themas, gefallen.

Ich sage es immer wieder... Man kann seinen geliebten Menschen nicht oft genug sagen, was sie einem bedeuten.
Es kann so schnell zu spät dafür sein...
Deswegen lasst eure Herzmenschen wissen, wie gern ihr sie habt oder wie sehr ihr sie liebt :*

Okay, genug gesäuselt... Ich hoffe es geht euch allen gut und ihr seid wohlauf.
Bis zum nächsten Mal :)

Eure Laika :))
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