Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

A Rival's Kiss

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
Harry Potter Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle
08.01.2022
16.01.2022
3
20.448
9
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
15.01.2022 2.085
 
A/N: Alsooo, ich habe mehrere Anfragen erhalten, die Geschichte nicht mit einem offenen Ende dastehen zu lassen… Ich habe nicht ein Ende geschrieben, sondern zwei (ein trauriges, ein glückliches, im Grunde), also könnt ihr wählen, welches ihr am meisten mögt. Lest einfach beide, wenn ihr wollt.

Die Titel sollten selbsterklärend sein, welche Entscheidung Harry getroffen hat :)

Ü/N: Ich empfehle an dieser Stelle das Lied „Monumental“ *klick* von Aviators, weil es hervorragend hierzu passt.
Eigentlich wollte ich den Epilog gestern schon posten, allerdings kam mir etwas dazwischen. Dafür gibt's den heute.
My dear GeMerope, I really hope that you'll also like the first epilogue. Wanted to post it yesterday... but couldn't. You probably know why ^^ Hope, I can make you happy with this "little surprise" on this saturday. Hugs <3




Epilog 1 – Weiter



„Also das… kann mich zurück bringen?“, fragte Harry unsicher.

„Zurück oder weiter“, nickte Dumbledore. „Ich werde dich kein weiteres Mal dazu zwingen, meinen Plänen zu folgen, ich kann dir nur einen Rat geben, und das tat ich. Begleite mich auf meiner Reise, und vielleicht wirst du mit deinen Eltern und anderen geliebten Menschen wiedervereint. Nimm den anderen Zug und erlebe ein weiteres Abenteuer vor dem Letzten.“


Harry zögerte und wog seine Optionen ab. Ein Teil von ihm fragte sich, was er alles verändern könnte, würde er zurückkehren und sich Voldemort wieder stellen… Ein größerer Teil von ihm glaubte nicht daran, dass es einen Unterschied machen würde. Was immer Dumbledore denken oder wie Harrys Gefühle aussehen mochten, er konnte dort für sich selbst keine Zukunft sehen.

Voldemort hatte so viele Menschen getötet, er war auf dem richtigen Weg, die Welt zu zerstören, von der der Dunkle Lord dachte, er würde sie beschützen. Jemand, der so sehr in seinen Wahnvorstellungen versunken war, war sicherlich nur dem Untergang geweiht. Er hatte bereits eine zweite Chance gehabt, und eine dritte, und mehr… Voldemort hätte seinen Weg jederzeit verlassen können, sich den Rat von Dumbledore zu Herzen nehmen können, so wie Harry es getan hatte. Doch Tom Riddles Hass war ein Fleck, der aus dem Zentrum seines Herzens blutete, hinaus in den Rest der Welt. Es ging nicht einmal um die Frage, ob er noch gerettet werden konnte oder nicht… sondern darum, ob er es verdient hatte. So sehr Harry sich an die kurzen Momente klammern wollte, in denen Voldemort ihm Verletzlichkeit und Höflichkeit gezeigt hatte, musste er am Ende zugeben, dass er nicht glaubte, dass der Mann es verdient hatte.

Der Weg des Dunklen Lords zu seinem eigenen Untergang hatte begonnen, als er noch ein Kind gewesen war. Tiere zu foltern, andere Kinder zu verletzen, Erwachsene zu manipulieren, den Tod in Hogwarts zu verbreiten, noch bevor er siebzehn Jahre alt war… Solange Voldemort lebte, würden Schmerz und Mord bestehen bleiben. Selbst Reue wäre nicht in der Lage, das zu ändern.

Wenn Dumbledore Recht hatte und die Horkruxe nun von selbst verschwinden würden, dann hatte Harry seinen Teil erledigt und die Prophezeiung erfüllt. Vielleicht würden seine Freunde oder andere Magier in der Lage sein, den letzten Rest des furchterregenden Tyrannen zu erledigen. Wenn Harry zurückkehren würde, würde er es sicherlich nicht schaffen, nicht jetzt. Er gehörte wirklich mehr nach Slytherin als nach Gryffindor, dachte er ironisch, und gab endlich etwas zu, das er schon seit Jahren abstritt. Ein Feigling, vor seinen eigenen Gefühlen davon rennend. Dennoch, er hatte seine Entscheidung getroffen. Smaragdgrüne Augen blickten noch einmal auf das Mitleid erregende Stückchen Seele auf der Bank, dann fasste sich Harry ein Herz und folgte dem Schulleiter.

Voldemort musste sterben, um den Frieden wiederherzustellen und Gerechtigkeit für all das Leid zu schaffen, welches er verursacht hatte. Harrys zwiespältige Gefühle würden das vielleicht für jeden ruinieren. Es war besser, sich selbst ganz aus der Gleichung zu entfernen.

Dumbledore schaute kurz überrascht, als er bemerkte, dass er im Zugabteil Gesellschaft bekommen hatte, kommentierte es jedoch nicht. „Lass uns gemeinsam sehen, was als nächstes kommt“, sagte er stattdessen sanft. „Ich glaube, dein Wiedersehen wird viel freudiger sein als mein eigenes.“

Mit diesem Satz war die Neugier des Teenagers geweckt, aber er hakte nicht weiter nach. Selbst jetzt noch fühlte es sich unanständig an, nach der Vergangenheit des Schulleiters zu fragen, über die er nichts wusste. In Schweigen fuhren sie für eine Weile mit dem nebeligen, weißen Zug, bis das Licht um sie herum heller und heller wurde. Dumbledores Form löste sich vor Harrys Augen auf, und als er auf seine eigenen Hände blickte, taten sie es ebenfalls. Das letzte, was er fühlte, war eine Mischung aus Bedauern und Vorfreude auf das, was nun kommen würde.


~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Ausdruckslose Gesichter, nervöses Flüstern, verräterische Gedanken.

Voldemort sah mit Abneigung und Groll auf seine Todesser. Sie hatten ihn zuerst für verletzt gehalten, verwundet durch den Kampf mit Potter. Jeder, der Zeuge des Duells geworden war, hatte die Illusion abgekauft wie leichtgläubige Kinder, die er in ihren Köpfen gesponnen hatte, die Illusion eines großen Kampfes ohne ausgesprochene Worte. Es war eine leichte Enttäuschung, dass selbst die Todesser, die von den Fenstern aus zugesehen hatten, die Carrows, nicht in der Lage waren, die List zu durchschauen. Als ob er, der große Lord Voldemort, durch ein einfaches Kind hätte verletzt werden können…

Sie hatten ihn danach für einige Wochen allein gelassen, als er sich selbst in einem der Gästezimmer in Malfoy Manor eingesperrt hatte, welches er besetzte. Er musste seine Horkruxe beschützen, sie bei sich behalten. Keinem seiner Anhänger war es gestattet, sie zu sehen, jetzt, wo ihre Existenz selbst für einige seiner Feinde eine bekannte Tatsache war. Irgendetwas war falsch mit ihnen, bemerkte er, und dieser Gedanke wühlte ihn mehr auf als alles andere.

Nein, das war eine Lüge. Der Hauptgrund der Aufgewühltheit war, dass den Fluch seiner Existenz zu beseitigen, sich nicht so glorreich angefühlt hatte, wie es sollte. Direkt bevor er den Todesfluch losgelassen hatte, gab es einen Moment der Schwäche, geäußerte Wünsche, über die er vorher kaum nachgedacht hatte. Das Bild des feurigen Teenagers an seiner Seite statt ihm gegenüber, war zu verlockend gewesen, als dass er hätte widerstehen können, darüber zu sprechen. Die niederschmetternde Enttäuschung, welche auf die Ablehnung folgte, war das Einzige, was ihm die Kraft gegeben hatte, direkt einen Todesfluch auf denjenigen zu sprechen, der ihn und seine Visionen einfach so als falsch abtat. Anstelle der Euphorie, die der Tod normalerweise brachte, spülte nichts als stumpfe Leere über ihn hinweg, als der Junge mit leblosen Augen zu Boden fiel. Er wies die Erinnerung der leichten Erstarrung zurück, in der er sich direkt nach dem Mord befunden hatte, als er den Leichnam festhielt, und nicht identifizierbare Emotionen Tränen auf das Gesicht des Jungen fallen ließen.

Es war zu spät, es jetzt zu ändern, ebenso sollte er es nicht wollen. Warum also spürte er dieses merkwürdige, ziehende Gefühl in seiner Brust? Was war das?

Nach seiner Rückkehr aus der Selbstisolation waren die Dinge irgendwie anders. Er fühlte sich angespannter denn je, in der Erwartung, auf Schritt und Tritt hintergangen zu werden. Er bildete sich ein, in jedem Spiegel ein Aufblitzen von Smaragd über seiner Schulter zu sehen. Jeden Abend überprüften nervöse Finger die verbliebenen Horkruxe, zitterten immer stärker, je mehr Leben aus ihren heraus sickerte. Bücher lieferten keine Antworten, ebenso wenig die Gedanken der vielen Menschen, die er durchforstete, um den Grund zu finden. Harry Potter verfolgte ihn sogar im Tod, und Voldemort war davon überzeugt, dass der Junge einen Weg gefunden hatte, ihn selbst aus dem Grab heraus zu quälen, indem er die Seele aus seinen Horkruxen stahl, wie ein Dementor, der seine Opfer küsste.

Das Land gehörte nun ihm, sein eigener Geist und seine Seele jedoch nicht. Welchen Sinn hatte es, die Zaubererwelt zu regieren, wenn sein wichtigstes Ziel, die Unsterblichkeit, in Gefahr war? Verzweifelt versuchte er, einen weiteren Horkrux zu erschaffen, und noch einen, und noch einen, um die auszugleichen, die er verloren hatte, um die Zahl sieben wieder zu erreichen. Es war nicht von Bedeutung. Innerhalb weniger Jahre verwandelten sie sich ebenfalls in gewöhnliche Objekte. Und noch immer konnte er Potters Augen sehen, die ihn mitleidig aus dem Spiegel heraus ansahen, wann immer er an einem in einem anderen Zuhause vorbei ging. In Malfoy Manor waren alle von ihnen bereits mit Tüchern verhängt. Als er damit begonnen hatte, war Narzissa töricht genug gewesen, ihre Sorgen auszusprechen. Jetzt war er der Einzige, der das Haus bewohnte, mit seinen blutverschmierten Wänden, die zu säubern er sich nicht die Mühe machte.

Nach fünf Jahren vergeblichen Eintauchens in die dunkelsten aller Künste, um eine Lösung zu finden und das Leben durch seine Finger rieselte wie Sand, riss er endlich eines der Tücher herunter und starrte in den Spiegel, seine Wahnvorstellungen zugebend. Es war lange her, seit er sich selbst gesehen hatte, und nicht viel war übrig geblieben. Sein Gesicht hatte sich so sehr verändert, dass er kaum mehr erkennen konnte als einen Schädel mit leuchtend roten Augen, und der Rest seines Körpers war so abgemagert, dass selbst die engsten seiner Gewänder um ihn herum flatterten. Er hatte die Außenwelt schon längst aufgegeben, nahm die Neuigkeiten kaum zur Kenntnis, von denen einige seiner hartnäckigsten Anhänger bestanden, sie ihm zu bringen.

~Harry~ schimpfte er über die Halluzination. Er wollte es in Englisch sagen, erinnerte sich dann aber, dass er nach der Erschaffung seines letzten Horkruxes nicht mehr dazu in der Lage war, es zu sprechen. Seine Stimmbänder hatten sich zu sehr verändert, um etwas anderes als die Schlangensprache sprechen zu können.

Der Junge war dort, im Spiegel, und gleichzeitig nicht, nur ein Fragment seiner Einbildung. Irgendwo erkannten die letzten Reste von Vernunft, dass es sich um eine Täuschung des Geistes handelte. Der Rest von Lord Voldemort war völlig verblüfft, als Harry Potter dort stand, wo er gerade sein eigenes Spiegelbild gesehen hatte. Seine Krallen kratzten an der Oberfläche, als er sein Gesicht näher heran brachte und ihre Begrüßung nachahmte, indem er seine Stirn gegen das Glas lehnte. Es fühlte sich an, als schloss sich das Loch in seiner Seele ein wenig. ~Was hast du mir angetan?~ flüsterte er und hoffte, der Spiegel würde ihm Antworten geben.

Keine erhaltend, sank er zu Boden und blickte zu dem Glas hinauf. ~Ich bin jetzt sterblich, ganz wie du es wolltest. Ich habe meine Macht aufgegeben, ganz wie du es wolltest. Im letzten Jahr habe ich nicht eine einzige Person getötet. Und doch, bist du nicht hier bei mir.~

Irgendwo hinter sich registrierte er Bewegung, doch er konnte seine Augen nicht von dem ungezähmten schwarzen Haar und den anklagenden, todesfluchgrünen Augen abwenden, die ihn anstarrten. Nur undeutlich erkannte Lord Voldemort die Worte, die hinter ihm gesprochen wurden. Verschiedene Stimmen, keine, die ihm vertraut waren.

„Was stimmt mit ihm nicht?“

„Ich hatte nicht erwartet, dass es so enttäuschend sein würde…“

„Weiß er überhaupt, dass ein neuer Minister ernannt wurde?“

„Diesen Ort hat wohl schon lange niemand mehr besucht… kein Wunder, dass die Schutzzauber in Trümmern lagen.“

„Wir haben die Horkruxe im anderen Raum gefunden, in ihnen existiert kein einziger Funken Magie mehr.“

„Lasst uns das beenden. Es ist überfällig.“

Lord Voldemort reagierte in keinster Weise, als er fühlen konnte, wie die Spitze eines Zauberstabes gegen seinen Nacken gedrückt wurde. Er blickte lediglich nach wie vor in den Spiegel und streichelte dessen Oberfläche. ~Harry… Es tut mir leid, dass ich dich getötet habe.~

In dem Bruchteil einer Sekunde vor seiner Hinrichtung, erkannte Voldemort endlich alles, was er vorher nicht verstanden hatte: warum seine Horkruxe verschwunden waren, warum er sich müde und leer fühlte, und warum er den Tod endlich akzeptieren konnte.

Der Körper des Dunklen Lords sackte auf den Boden wie der jedes anderen sterblichen Menschen. Seine Lippen zeigten ein seliges Lächeln.



So may your dreams be monumental
When your spirit guides the way
Within a flicker of a candle
I will heal your soul’s decay
We share a fate
Trapped on a page
By the author of our world’s demise
In your eyes
I see the pain
Your targets slain
I will be the whispers in your mind
The demon inside




A/N: Vielen Dank fürs Lesen und aufmuntern, damit ich die Geschichte weiterschreibe.
Ich hoffe, es hat euch gefallen und ich entschuldige mich für etwaige Gefühle. Wenn ihr ein fröhlicheres Ende wollt, seht euch das nächste Kapitel an ;P

Ü/N: Ach, ich muss jedes Mal wieder ein Tränchen verdrücken, wenn ich das lese *schnief* Das letzte Kapitel, der zweite Epilog, kommt Morgen. Ich hoffe, es hat euch gefallen.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast