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Ein Kessel voll heißer, starker Liebe

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Parodie / P16 / Mix
Albus Dumbledore Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
07.01.2022
27.01.2022
21
17.625
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14.01.2022 1.051
 
Ron, Neville, Dean und Seamus saßen mit eingezogenen Köpfen da und versuchten ihren tödlichen Blicken zu
entkommen. Doch zu allem Unheil drehte sie sich um und blickte zur Tür, die aufsprang. Ein sehr
missmutiges Grüppchen von Mädels kam hereinmarschiert, zusammensetzt aus Parvati, Lavender, Hannah
und Millicent. Sie alle marschierten auf die vier zu und bauten sich vor ihnen auf, noch mörderischer
aussehend als Hermine, die nun mit zufriedenem Blick beiseite trat und eine einladende Handbewegung in
Richtung der vier machte.
Und das Geschrei ging los.
„IHR MISTKERLE-“ „- ICH HASSE EUCH-“ „- UND IHR NENNT EUCH FREUNDE-“ „- ICH MAG
DEN TROTTEL DOCH GAR NICHT-“ „- IHR HABT MEINE ZUKUNFT ZERSTÖRT, IHR –“

Hermine drehte sich in höchstem Maße befriedigt um und marschierte hinaus, um in den
Gemeinschaftsraum zu gelangen, doch zuvor erlebte sie noch den Genuss von vier Flüchtenden, die von einer
Horde wie kreischender, ecstasyberauschter Affen davonrannten – kein Wunder, sie wurden mit Flüchen
beschossen und mit Nahrungsmitteln beworfen – und der Aufprall einer Senftorte mitten im Gesicht war ja
nun wirklich nicht angenehm...
Grinsend durchstieg sie das Portraitloch und sah sich suchend um, doch Harry schien nicht da zu sein.
„Ginny, hast du Harry gesehen?“ Die kleine Weasley schaute von ihrem Buch hoch.
„Der sollte im Schlafsaal sein.“

Hermine stieg hoch und klopfte an, ehe sie eintrat. Harry saß auf dem Fensterbrett und starrte
gedankenverloren in die Dunkelheit vor der Fensterscheibe.
„Hey.“
„Hallo Hermine.“
„Ich muss dir etwas sagen“, bedeutete sie und setzte sich aufs Bett.
„Ich muss es nicht wissen“, meinte er verträumt.
„Aber es ist wichtig.“
„Ich muss es nicht wissen.“
Hermine stand auf und ging zu ihm hin.
„Harry“, sagte sie fest, „deine vier Schlafzimmerbrüder haben dir ganz schön einen Streich gespielt. Sie
haben-“
„Ich muss es nicht wissen.“
„Harry! Sie haben dir Liebestränke untergejubelt!“
„Ich muss es nicht wissen.“

Hermine ging die Geduld flöten. Sie packte ihn an den Schultern und zwang ihn, sie anzusehen.
„WAS IST MIT DIR LOS??“
Harry sah sie einige Augenblicke an, dann sank sein Kopf auf ihre Schulter und er vergrub sein Gesicht in
ihrem Umhang.
Damit hatte sie jetzt am wenigsten gerechnet.
„Ähm... Harry? Alles okay?“, fragte sie verdutzt.
Aus ihrem Umhang ertönte kauderwelschisches Gemurmel.
„Hä?“
„...wirgnochimmer...“
„Harry, ich hab zwar alte Runen und Arithmantik als Fächer, aber ich versteh dich trotzdem nicht, was ist
denn?“
Er hob sein Gesicht empor und meinte verzweifelt:, „Er wirkt noch immer! Seit gestern!“
Rumms! Kinnlade Granger machte sich auf den straightaway-Weg in Richtung Kerker, sprich senkrecht
nach unten.
„Was soll das heißen, er wirkt noch immer? Liebestränke wirken höchstens vierundzwanzig Stunden!“

„BUHUUUUUUUUU!!!“ Harrys Gesicht klatschte zurück in die vorherige Position und Hermine spürte,
wie salzige Fluten ihr Gewand durchdrangen.  
Rumms! Die Tür ging auf und vier mürrische, lebensmittelbedeckte Halbwüchsige schlurften herein,
erstarrten jedoch bei dem Anblick von Hermine, die tröstend die Arme um Harry gelegt hatte, welcher
wiederum ihre Klamotten mit Tränenbächen durchnässte.
„WAS TUT IHR DA?!?“, rhabarberte Ron und ließ seine Kinnlade fallen. „WIE KÖNNT IHR NUR? ICH
DACHTE, HERMINE, DU UND-“
„NACH DIESER AKTION, RONALD BILIUS WEASLEY, VERDIENST DU SEELISCHE
ABREIBUNGEN!!! UND IHR ANDEREN, SCHÄMT EUCH GEFÄLLIGST!!!“
Neville tat es sogleich, doch Dean und Seamus warfen sich einen Blick zu, dann grinsten sie Ron an:,
„Bilius??“
„Na und?“ Rons Gesicht wurde unter dem Wurfgeschoß-Tomatenüberresten rot.
„Bilius!! BILIUS!! BIL-BIL-BILIUS, PINKEL, WENN DU PINKELN MUSST! IST DER BODEN
DORT VERÄTZT, HAST DU DICH DANEBEN GESETZT!!!“
Die beiden schüttelten sich vor Lachen.
Ron war inzwischen mehr grau als rot. Jahrelang hatten seine Zwillingsbrüder ihn mit diesem Lied genervt,
bis sie es endlich über wurden – und nun, da die beiden Scherzbolde seinen zweiten Namen kannten, würde es
wieder so weiter gehen!
„Danke Hermine“, röchelte er und schlurfte unter Hohngesängen ins Badezimmer.

Hermine lächelte ein wenig. Gehört ihm schon, diesem ********* !!
Sie nahm den heulenden Harry am Arm und schleifte ihn Tränenspuren hinterlassend ins Badezimmer.
„Ron, was hast du ihm gestern gegeben – und für wen?“
„Das willst du nicht wissen.“
„Doch...“
„Warum? Die Wirkung verliert sich doch ohnehin nach 24 Stunden.“
„Tut sie nicht!“, heulte Harry auf und warf sich auf den Boden hämmernd flach hin.
„Was?? Das kann nicht sein...“
„Anscheinend doch...“, bemerkte Hermine spitzt und hockte sich neben Harry.
„Harry? Wer ist es denn gewesen?“
Er antwortete nicht, sondern brüllte wie ein trotziges Kind, das sein Lieblingsspielzeug in einer falschen
Farbe bekommen hatte, durch die Gegend, dass es nur so hallte.
„RON!!!“
„Vergiss es, du tötest mich.“
„Das tu ich auch, wenn du es mir NICHT sagst!“

„Mensch, Leute, könnt ihr vielleicht ein BISSCHEN leiser schrein? Wir wissen, dass wir Idioten sind und
Blödsinn gemacht haben, aber dürfen wir vielleicht trotzdem schlafen? Wenigstens das?“ Neville stand in
seinem Hochwasser-Mitternachtsblau-Nadelstreif-Pyjama in der Tür und sah ein wenig resigniert drein.
„OHRENSTÖPSEL“, brüllte Hermine entnervt.
„HARRY, SAG JETZT ENDLICH, WER ES IST!!!“
Doch jetzt hatte Ron genug. „ES IST MALFOY!!!!!“

Stille.

Dann ein rekordverdächtiger Kinnladenknall.
Hermine starrte ihn entgeistert an.
„Bist - du – wahnsinnig???“, hauchte sie.
Ron war so anständig zu erröten.
„Er hat sich über mich lustig gemacht, anstatt mir beizustehen, ich war sauer auf ihn!“, versuchte er sich zu
rechtfertigen.
„Ich bin auch ständig sauer auf dich, weil du Blödsinn machst, aber zwangsverkupple ich dich deshalb mit
deinem Erzfeind??“
„DU bist ja mein Erzfeind, also hätte diese Frage ihre Antwort bekommen!“
„Du bist ein Mistkerl! Ein Egoist!“ Hermine ließ Harry fallen und stürzte davon.

Ron starrte ihr sauer nach, dann schnappte er seinen Bademantel.
„...unsensible Göre...geh ins Vertrauensschülerbadezimmer, vielleicht hab ich da Ruhe...“, murmelte er
erbost und ließ den tränenüberströmten Harry alleine zurück.

Doch bei der Tür des Vertrauensschülerbadezimmers prallten Hermine und Ron beinahe zusammen.
„Du schon wieder!“
„Ja ich.“
Sie maßen einander mit bösen Blicken. Gespannte Stille herrschte für einen Moment, dann flüsterte sie:,
„Wie konntest du Harry nur das antun? Er ist dein bester Freund...
„Wie konntest du die vier Mädels nur auf uns loslassen? Das zeugt auch nicht gerade von großartiger
Freundschaft.“
„Trotzdem ist es schlimmer, was du getan hast! Malfoy! Warum gerade ihn? Jetzt liegt der Arme da oben
in seinen Tränen und-“

Hätten sie ihn nicht doch vielleicht trösten sollen?
Gleichzeitig drehten sie um und hasteten im Laufschritt zum Badezimmer der Jungs zurück – was waren
sie doch für Egoisten! Sie stellten ihre Beziehungsdramatik immer in den Vordergrund!

Als sie die Tür aufrissen, war Harry nicht mehr da.
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