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When pain comes up

von Bibi sun
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Dr. Kathrin Globisch Dr. Martin Stein Dr. Roland Heilmann Pia Heilmann
05.01.2022
09.02.2022
2
1.901
 
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3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
05.01.2022 1.049
 
Authors Note:
Ich weiß noch nicht, wohin diese Geschichte gehen wird. Ich habe lange nicht geschrieben und werde alle meine Geschichten überarbeiten und neu hochladen.


When pain comes up…

Kathrin reckte ihre Nase der Sonne entgegen. Spürte die Wärme auf ihrer Haut und war glücklich. Unterbewusst griff sie nach der Hand zu ihrer rechten und gemeinsam setzen sie ihren Weg auf dem Stoppelfeld fort. Einen Schritt vor den anderen. Es war ein lauwarmer Spätsommertag. Sie Tage wurden allmählich kürzer, die Nächte schon wieder kühler. „Was meinst du, wollen wir Richtung alte Kiesgrube gehen?“, fragte sie Martin und sah ihn mit großen Augen an. „Ja, warum nicht!“, entgegnete er ihr, und gemeinsam setzen sie ihren Weg fort. „Weißt du, wie lange wir das schon nicht mehr gemacht haben?“ „Fühlt sich an, wie eine Ewigkeit!“ Kathrin sah in die braunen Augen von Martin. Ihre Augen lachten und seine lachten zurück. Sie waren Freunde! Auch wenn jeder andere jetzt etwas anderes denken würde. Sie waren Freunde. Sehr gute Freunde. Seit dem Kathrin in der Klinik angefangen hatte  zu arbeiten, hatte sich eine enge Freundschaft zwischen Ihr, Roland und Martin entwickelt.
Kathrin atmete tief ein. In der Luft konnte Kathrin bereits den beginnenden Herbst riechen.
Für einen kurzen Moment jedoch, schien sich ihre Welt zu drehen. Sie atmete nochmal ein und aus, sie konnte ihren Herzschlag spüren. Sie hatte ihre Schritte verlangsam. Martin spürte, dass sich Kathrin langsamer bewegte und sah sie an. „Ist alles in Ordnung mit dir?“, für einen kurzen Moment sah sie blasser aus als sonst. „Ja, alles Gut!“

Die Kiesgrube war einer von Kathrins Lieblingsorten. Hier war es ruhig, idyllisch. Umwachsen von zarten lila Heidepflanzen. Ein, zwei Bäume und ein frisch angelegter Wanderweg durch die Grube hindurch. „Komm schon!“, plötzlich aus dem Nichts, rannte Kathrin los und zog Martin mit sich. „Komm, wo bleibst du denn?“ Sie rannten, Hand in Hand, um die Wette. Wie Kinder auf einer Wiese rannten sie los. Jeder so schnell er konnte. Wieder spürte Kathrin den auftretenden Schwindel. Intensiver, deutlicher. Ruckartig blieb sie stehen. Ihr Atem ging schnell, sie versuchte sich auf eine ruhige Atmung zu konzentrieren. „Kathrin?“ Wieder sah Martin seine Freundin besorgt an. Sie war blass. Auf einer auf die andere Sekunde war sie kreidebleich geworden. „Es geht gleich wieder“, ihre Worte kamen stocken aus ihrem Mund. „Setz dich! Oder noch besser, leg dich hin!“ Kathrin wusste nicht, wie ihr geschah. Ehe sie sich versah, hatte Martin sie auch schon mehr oder weniger zu Boden gedrängt und legte ihre Beine hoch.
Ihre Welt drehte sich für einen kurzen Moment, dann normalisierte sich alles wieder. „Wir sollten nach Hause gehen. Noch besser ist, ich bring dich in die Klinik!“ Durchdringend sah Martin sie an. „Nein. Nach Hause können wir gehen. Aber die Klinik finde ich übertrieben, Martin. Ich habe seit Tagen nicht ordentlich gegessen. Das wird es sein. Er musterte sie. Nur widerwillig wollte er sie nach Hause bringen und nicht in die Klinik. „Bist du dir sicher? Gibt es irgendetwas, dass ich wissen muss?!“ „Nein, quatsch! Es ist alles in Ordnung. Du kannst gerne für mich kochen und wir essen gemeinsam, dann wird es sicherlich besser.“ Sie gingen langsam bis zur Straße zurück, den Weg Richtung Park und von dort rief Martin ein Taxi. „Martin, das ist doch übertrieben. Wir hätten den restlichen Weg auch zu Fuß gehen können.“ „Das kommt gar nicht in Frage. Du bist immer noch blass und ich finde dich irgendwie wackelig auf den Beinen.“

In Kathrins Wohnung angekommen, setze sie sich erst einmal auf ihr Sofa. Martin schenkte ihr ein Wasser ein und kochte parallel Teewasser auf. Kathrin fröstelte leicht und zitterte. „Martin, ich leg mich hin.“ Schwankend stand Kathrin auf. „Kathrin!“ Ehe Martin sie erreicht hatte, taumelte sie und stürzte zu Boden. Sie fühlte sich kalt an, war bleich und zittrig. Martin legte ihr vorsichtig seine Hand unter den Körper und hob sie beinahe mühelos hoch. Er wunderte sich, wie leicht sie in seinen Armen war. War sie schon immer so leicht gewesen ? Vorsichtig brachte er sie ins Schlafzimmer und legte ihre Beine hoch. „Kathrin, hallo. Aufwachen!“ Langsam flackerten ihre Augenlider. „Hey Schönheit, da bist du ja wieder!“ Kathrin sah sich vorsichtig um. Sie wollte Worte formen, aber ihre Stimme blieb stumm. Martin reichte ihr ein Glas Wasser. „Besser?“ Sie nickte. „Wie lange war ich weg?“ „Nicht lange, ein paar Minuten.“ Er musterte sie erneut. „Kathrin“, er setze sich ein bisschen dichter neben sie und griff vorsichtig ihre Hand. „Gibt es irgendetwas, dass ich wissen sollte?“ Kathrin schüttelte mit dem Kopf. „Nein, Martin. Das ist lieb von dir, aber es gibt nichts. Ich hatte fast eine Woche Nachtdienst. Hast du gesehen, wie oft ich in den letzten Tagen in den Not-OP musste? Ich hab tagsüber nur noch geschlafen und nachts keine Zeit zum Essen gehabt. Das ist alles!“ Martin hatte keine Wahl als sich vor erst mit dieser Aussagen zufrieden zu geben. „Möchtest du noch was essen?!“, fragte er sie stattdessen. „Ich hab keinen Hunger, aber mein Körper hat ja eben gezeigt, dass ich etwas brauche! Stützt du mich? Ich fühl mich noch etwas wackelig.“
Für Martin war es ein gutes Zeichen, dass Kathrin ihre Schwäche für einen Moment zugab. Er kannte seine Freundin jetzt lang genug, um zu wissen, dass sie wenigstens jetzt ehrlich war.

Er hatte Nudeln gekocht. Nichts Aufwändiges, aber eins von Kathrins Lieblingsgerichten. Sie stocherte auf ihrem Teller herum und hatte noch keinen Bissen runtergeschluckt. „Nun komm schon Kathrin. Es muss ja nicht viel sein!“  Ihre Augen waren trübe und die Tränen standen ihr nah. „Ich kann nicht. Es tut mir leid!“ Sie stand ruckartig auf, stützte sich am Tisch ab. Martin sprang ebenfalls auf , wollte ihr zu Hilfe eilen. „Lass mich!“, herrschte sie ihn an. „Bitte“, flehte sie. Er ließ sie sie ziehen. Er hörte, wie sie die Schlafzimmertür schloss und den Schlüssel drehte. Sie hatte sich eingesperrt. Er seufzte. Was um alles in der Welt sollte er jetzt tun?

Kathrin lag auf ihrem Bett und weinte lautlos. Heiße Tränen rannen an ihren Wangen herab. Sie Kopf dröhnte, in ihren Ohren rauschte es. Sie konnte keinen Laut von sich geben, sie konnte nur so da liegen und abwarten. Sie hoffte, dass es aufhören würde. Es vorbei gehen würde. Sie versuchte zu atmen. Lautlos rang sie nach Luft.
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