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Du und Ich sind Wir

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Het
Bra Bulma OC (Own Character) Son Goten Trunks Vegeta
05.01.2022
23.01.2022
5
9.710
1
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.01.2022 1.683
 
Draußen ist es mittlerweile stockfinster. Aufgrund der unheilvollen dicken Wolken, die aufzogen, ist zusätzlich der gesamte Himmel verdeckt und es sind weder Sterne noch der Mond zu sehen.

„Trunks, bist du noch wach?“, fragt Bulma durch die Tür nach einem Klopfen und öffnet diese, um nach besagtem zu sehen.
„Ja, was ist denn los?“, erwidert er neugierig ihre Frage und sieht zu ihr rüber.
„Amara und ich hatten bis jetzt noch in der Werkstatt getüftelt und die Uhrzeit aus den Augen verloren. Ich möchte sie jetzt nicht alleine im dunkeln nach Hause gehen lassen. Sei doch ein Schatz und begleite sie bitte“, bittet sie ihn mit einem liebevollen und gleichzeitig sorgenvollen Blick.
„Hat sie auch nichts dagegen?“, erkundigt er sich, daran zweifelnd. Andererseits macht er innerliche Freudensprünge, da er so Zeit mit ihr verbringen kann. Auch wenn es still zwischen ihnen sein könnte.
„Sie hat gar keine Wahl. Ich könnte mir das niemals verzeihen, wenn ihr etwas zustößt, obwohl ich es hätte verhindern können“, beantwortet Bulma seine Frage mit strenger Stimme und hält zur Verdeutlichung ihrer Ernsthaftigkeit den Zeigefinger hoch.

Kurze Zeit später begibt sich Trunks zum Hauseingang, wo er sich eine dünne Jacke über sein T-Shirt zieht. Die Luft kann zu dieser Uhrzeit schon etwas abgekühlt sein.
Amara erwartet ihn dort bereits. Als er sie erblickt, wie sie auf ihn wartet, kribbelt eine wohlige Gänsehaut auf seinen Armen hoch und er braucht ein paar Sekunden, um sich zusammenzureißen. Allein ihr Anblick wirft seine Gedanken in alle möglichen Richtungen umher und lässt ihn Gefühle fühlen, von denen er nicht wusste, dass er sie fühlen kann. Gleichzeitig kommen gewisse Zweifel in ihm auf, ob sie auch nur im Ansatz so ähnlich empfindet wie er. Was, zum jetzigen Zeitpunkt, für ihn eher weniger der Fall scheint, da sie abermals den Blickkontakt meidet.

Im ersten Schritt seines Plans, sich ihr anzunähern, möchte er ihr Zeit lassen, sich an ihn zu gewöhnen. In ihrem Tempo. Sie gleich mit seinen noch unergründeten chaotischen Gefühlen zu überwältigen und sich aufzudrängen, ist für ihn keine gute Idee, in Anbetracht der bisherigen Geschehnisse.

„Können wir?“, fragt er freundlich mit einem breiten Grinsen und hält ihr die Eingangstür auf, während er sich leicht verbeugt und spielerisch übertrieben eine schwungvolle Armbewegung macht.
Sie blickt ihm beim Rauslaufen tief in die Augen und für den Bruchteil einer Sekunde, glaubt er, sie lächeln gesehen zu haben. Ihm steigt sofort die Hitze in den Kopf und sein Gesicht verfärbt sich dadurch mehr als rot. Sein Körper spielt verrückt und wird heiß und kalt gleichzeitig, was durch die daraus entstehende Gänsehaut zusätzlich verstärkt wird. Unbewusst hält er den Atem an und spürt, wie sein Herz versucht aus seinem Brustkorb zu springen. Verlegen schließt er hinter ihr Tür zu und läuft mit wenigen Schritten Abstand neben ihr her.
Hätte ihm gestern jemand gesagt, dass so eine kleine Geste, solche Gefühle in ihm wecken kann, hätte er denjenigen für verrückt erklärt.

Nachdem sie einige Schritte stillschweigend nebeneinander im Licht der Straßenlaternen gelaufen sind, zerbricht sich Trunks den Kopf darüber, wie er ein Gespräch am besten anfangen könnte. Er entscheidet sich schließlich für ein relativ neutrales Thema, um nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen.
„Wie läuft dein Praktikum?“
Amara hält ihren Kopf weiterhin gesenkt und scheint nicht mit einem Gespräch gerechnet zu haben. Denn sie überlegt lange für diese einfache Frage, um dann mit einem kurzen „Gut“ zu antworten.
„Kommst du gut mit meiner Mutter zurecht?“, versucht er mehr zu erfahren und trotzdem an der vorherigen Frage anzuknüpfen. „Ich weiß, sie kann manchmal temperamentvoll sein“, fügt er noch verlegen lachend hinzu.
Als sie nach einiger Zeit nicht antwortet, kommt er zur Vermutung, dass ihr diese Frage unangenehm sein könnte, weil seine Mutter gleichzeitig ihr Boss ist.
„Tut mir leid! Wenn du nicht antworten möchtest, musst du natürlich nicht. Vergiss, dass ich gefragt habe.“
Er macht dabei eine entschuldigende Handbewegung und dreht seinen Oberkörper während dem Laufen kurz zu ihr um. Ohne auf zu sehen bemerkt sie dies und nickt leicht.
Trunks denkt weiterhin angestrengt darüber nach, was er als nächstes tun könnte. Soll er noch mehr Fragen stellen? Das könnte zwar für eine Unterhaltung sorgen, aber sie könnte sich dadurch noch unwohler fühlen, als sie es momentan eh schon zu tun scheint.
Es ist wirklich schwer zu dieser Frau durchzudringen. Diese hohe eiskalte Mauer um sie herum, muss er doch irgendwie überwinden können. Die Frage ist nur wie? Mit Gewalt auf jeden Fall nicht. Es gibt eher einen geheimen Eingang, den es zu finden gilt. Nur wo soll er anfangen zu suchen, ohne einen einzigen Anhaltspunkt?

„Es regnet“, sagt Amara plötzlich und bleibt stehen.
Überrascht bleibt Trunks ebenfalls stehen. In diesem Moment spürt er einen Regentropfen auf seiner Wange landen und sieht in den Himmel hoch. Es werden schnell immer mehr. Vorhin hatte er noch gedacht, dass ein Sturm aufziehen könnte und hat dennoch vergessen einen Regenschirm einzupacken. Gleichzeitig sieht er, wie sie in ihre kleine Umhängetasche greift und einen ausziehbaren Regenschirm herauskramt. Nachdem sie ihn aufgespannt hat, hält sie ihn über sich, überlegt kurz und stellt sich dann dicht neben Trunks, um ihn auch unter den Schirm zu holen. Es sind vielleicht Kleinigkeiten, aber sie überrascht ihn doch immer wieder auf das Neue. Er hat nicht damit gerechnet, dass sie ihm so nahe kommen würde, auch wenn es äußeren Umständen zufolge ist. Umso mehr genießt er es, Schulter an Schulter neben ihr laufen zu können. Diese oberflächliche Berührung löst Unmengen an Glücksgefühlen in ihm aus, die er kaum kontrollieren kann.
Er hat aufgehört nach Gesprächsthemen zu suchen. Falls sie sich mit ihm unterhalten möchte, dann wird sie zu ihrer Zeit und auf ihre Weise auf ihn zukommen, hofft er.

Nach einer Weile beginnt der Wind aufzuziehen, erst schwach, dann stetig stärker werdend. Dabei wendet sich der Regenschirm und wird mit dem nächsten Windstoß mitgerissen. Amara versucht diesen erfolglos festzuhalten und wird mit einem Ruck mitgezogen, was sie aus dem Gleichgewicht bringt. Aufgrund Trunks‘ schneller Reflexe kann er sie rechtzeitig auffangen, bevor sie auf den nassen Boden fällt. Dabei hält er sie halb liegend im Arm und ist leicht über sie gebeugt. Sie verharren einige Momente in dieser Position und sehen sich gegenseitig tief in die Augen, während der Regen nun ungehindert auf sie einprasselt. Ihre Gesichter sind nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt. Die Zeit steht in diesem Augenblick still und keiner von beiden scheint es beenden zu wollen.
„Ist alles in Ordnung?“, flüstert Trunks voller Sorge.
Amara nickt langsam, aber wendet ihren Blick nicht ab. Er könnte sich täuschen, aber er glaubt einen Hauch von Leidenschaft in ihren Augen funkeln zu sehen. Unbewusst verringert er vorsichtig den Abstand zwischen ihnen.
Plötzlich kneift sie ihre Augen zu und dreht sich zur Seite, um einem Nießen freien Lauf zu lassen. Darauf hilft er ihr auf die Beine, während er widerwillig seine Hände zurückzieht.
Wieder bei einigermaßen klarem Verstand ist er sich selbst nicht sicher, was überhaupt gerade passiert ist. Sein Verlangen nach ihr scheint größer zu sein, als er sich bisher eingestehen wollte.
Sie scheint ebenfalls die Situation noch nicht ganz zu begreifen und dreht sich komplett von ihm weg.

Da es immer noch wie aus Eimern regnet, zieht Trunks seine Jacke aus und legt sie Amara über den Kopf.
„Hier, das schützt dich etwas. Aber wir sollten uns jetzt beeilen“, sagt er liebevoll und sieht in die Richtung, in die sie weitergehen wollen.
Im Augenwinkel bemerkt er ihren Blick auf sich, aber als er hinsieht, dreht sie ihren Kopf gleich wieder weg. Ohne weiter darüber nachzudenken, nimmt er ihre Hand und will mit ihr loslaufen, um schnell aus dem Regen zu kommen. Jedoch entzieht sie ihm diese wieder, worauf er sich zu ihr dreht und sie verwirrt anblickt.
„Bitte fass mich nicht an“, sagt sie leise, so als würde sie es nicht ernst meinen.
Sie blickt auf seine Jacke, die sie ihm dabei entgegenstreckt. Dieser Satz versetzt Trunks einen so tiefen und schmerzhaften Stich mitten in sein Herz, dass er meint, es würde entzwei brechen. Wieso sagt sie so etwas? Hat er diesen besonderen Moment vorhin falsch gedeutet? Um ehrlich zu sein, weiß er nicht, wie er es deuten soll. Er hat sich von seinen Gefühlen leiten lassen. Was ihn umso mehr verwirrt, ist, dass ihr Körper und ihre Worte widersprüchliche Signale senden. Wie kalte und warme Luft, vermischen sich diese gegensätzlichen Zeichen in seinem Inneren, bis sie unausweichlich zu einem Sturm aus den unterschiedlichsten Emotionen verschmelzen und ihn an sich zweifeln lassen.
Als sie schließlich an ihm vorbei geht, kann er nicht sicher sagen, ob es der Regen ist oder Tränen, die unaufhörlich über ihr Gesicht fließen.

Amara läuft wortlos zwei Häuser weiter und bleibt dann vor einer Eingangstür stehen. Trunks folgt ihr mit einigen Schritten Abstand und stellt sich ihr vor der Tür gegenüber. Tropfnass stehen sie nun da. So kurz vor dem Ziel.
Während sie in ihrer Tasche nach dem Schlüssel sucht, beobachtet er sie dabei.
„Hier wohnst du?“, beginnt er sich schweren Herzens zu verabschieden und erwartet keine Antwort. „Ich mache mich dann wieder auf den Rückweg, wenn bei dir soweit alles in Ordnung ist“, erkundigt er sich voller Sorgen.
Wie gerne würde er mit in ihre Wohnung kommen, um sich um sie zu kümmern und für sie da zu sein, bei was auch immer sie beschäftigt. Jedoch wird das nicht passieren. Er sollte sich keine falschen Hoffnungen machen.

Sie kramt ihren Schlüsselbund aus ihrer Tasche und klimpert damit, bis sie den richtigen Schlüssel in ihren Fingern hält. Zögerlich schließt sie die Tür auf, während er, mit seiner Jacke in der Hand, bereits einige Schritte zurück in den unaufhörlichen Regen gelaufen ist.
„Trunks?“
Hat sie ihn gerade gerufen? Das ist das erste Mal, dass sie ihn beim Namen nennt. Ihre Stimme klingt dabei unendlich traurig und gleichzeitig unglaublich liebevoll.
Ungläubig, ob er richtig gehört hat, dreht Trunks sich um. Sie steht in der geöffneten Tür, wobei ihr Körper zu ihm gewendet ist und das helle Licht im Haus sie von hinten beleuchtet. Die dicken Wassertropfen auf ihren Brillengläsern versperren ihm den Blick in ihre Augen.
„Möchtest du mit rein kommen?“
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