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Angsthase

von Tasha88
Kurzbeschreibung
OneshotHumor / P12 / Gen
02.01.2022
02.01.2022
1
1.125
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Ich will die Geschichte Der Überfall von Centranthusalba empfehlen
Diese hat mich zu diesem kleinen Oneshot gebracht - und ich musste schon beim schreiben lachen - ihr jetzt beim lesen hoffentlich auch ;)

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Ein Weckerklingeln weckt das im Bett liegende Paar. Ein Aufstöhnen und ein Murren erklingt. Und während eine Hand den Wecker ausschaltet und die dazugehörende Person sich aufsetzt, dreht sich die andere herum und zieht die Bettdecke enger um sich.
“Bis heute Nachmittag, Liebling”, erklingt die dunkle und weiche Stimme, die Elsa so sehr liebt.
Sie dreht sich noch einmal herum und genießt den Kuss, den ihr Freund ihr auf die Lippen drückt, sanft, liebevoll und voller Liebe.
“Bis dann”, murmelt sie, ehe sie sich wieder in ihr Bett kuschelt und er das Zimmer verlässt, die Türe hinter sich wieder zu zieht.
Elsa seufzt genüßlich auf und schließt die Augen, genießt es im Bett zu liegen, wo es warm und schön ist, so kuschelig. Sie kann es stundenlang hier aushalten. Im Gegensatz zu ihrem Freund muss sie nicht aufstehen, sie kann liegen bleiben und lange ausschlafen, immerhin ist Wochenende und sie hat heute frei. Im Gegensatz zu ihrer besseren Hälfte, die zum Fußballtraining muss. Selbst schuld, wenn man das auf Samstagmorgens legt, noch dazu um acht Uhr. Ein zufriedenes, wohliges Seufzen entkommt ihr und sie kuschelt sich noch tiefer in ihr Kopfkissen.
Doch dann durchbricht ein schriller, lauter Schrei die Stille, die sie gerade noch so genossen hat.

„WAAAAAAAHHHHHHHHHHHH!!!!“

Elsas Augen stehen weit offen, dann runzelt sie ihre Stirn und kneift ihre Augen wieder eng zusammen, drückt sich tiefer ins Kopfkissen und entscheidet sich, das alles einfach zu ignorieren.

“IIIIIIIIHHHHHHHHHHHHHHH!!!!”

“Verdammt”, knurrt sie und richtet sich ebenfalls auf. Sie schlägt die Bettdecke zurück und zuckt zusammen, weil die wundervolle, kuschlige Wärme sofort von der kühlen Luft hinfort genommen wird.
“Verdammt …”, murrt sie erneut und schiebt ihre Beine über den Bettrand, zuckt erneut zusammen, als sie auf dem Boden ankommt. Sie sieht sich um und als sie ihre Hausschuhe entdeckt, schlüpft sie schnell hinein. Anschließend verlässt sie ihr Schlafzimmer, geht in die Küche und holt dort ein Glas aus dem Hängeschrank. Ein erneuter Schrei erklingt, der nicht nur ihre Ohren zum Klingeln bringt sondern vermutlich auch das ganze Haus zum Wackeln.

„WAAAAAAAHHHHHHHHHHHHAAAAAHHHHHH!!!!“

Elsas nächste Handlung besteht darin, zu der kleinen Kommode zu gehen, die in ihrem Wohnungsflur steht. Dort greift sie nach einem Briefumschlag, der noch ungeöffnet darauf liegt. Sie sieht ihn an. Das müsste die Stromrechnung sein. Vermutlich sollte sie ihn nachher gleich öffnen und bezahlen, das darf sie nicht vergessen. Gedankenverloren ist ihr Blick darauf gerichtet, als …

„WAAAAAAAHHHHHHHHHHHH!!!!“

Oh stimmt ja, da war noch etwas … Seufzend umgreift Elsa das Glas und den Briefumschlag, ehe sie zu ihrem Badezimmer geht und die Türe aufreißt. Das Bild, das sich ihr zeigt, könnte für die Götter sein … Ihr Freund sitzt mit angezogenen Beinen auf dem Hocker, den sie normalerweise als Ablage im Bad stehen haben, in einer Hand hält er seine Zahnbürste, er ist blass, seine Augen sind weit aufgerissen auf den Boden gerichtet, zucken von einer Seite des Zimmers zur anderen, scheinen krampfhaft etwas zu suchen, wobei generell alles an ihm verkrampft aussieht.
“Wo ist sie?”, fragt Elsa seufzend.
“S-sie … sie w-war … da!”
Die Zahnbürste deutet in Richtung der Dusche.
“Okay. Dann rette ich dich mal …”
Elsa schüttelt ihren Kopf und bückt sich leicht, während nun ihr Blick aufmerksam den Boden absucht. Und nach kurzer Zeit entdeckt sie den Übeltäter. Dort sitzt er … ein kleiner … Weberknecht. Nicht einmal sonderlich groß ist er … und trotzdem … Seufzend geht sie in die Knie, stülpt kurzerhand das leere Glas über die kleine Spinne.
“Na Kleines, retten wir dich mal. Falls du Ohren hast, tun dir die doch sicherlich schon richtig weh, oder? Mir tun sie es zumindest und ich war nicht einmal in dem gleichen Zimmer wie diese Alarmanlage.”
“Hey, das ist nicht in Ordnung! Hör auf so gemein zu sein!”, erklingt vorwurfsvoll hinter ihr.
Sie wirft nur einen kurzen Blick über ihre Schulter, erwidert jedoch nichts.
“Und wie kannst du überhaupt so mit diesem … mit diesem Monster reden?!”
“Das hier”, Elsa schiebt den Briefumschlag unter das Glas und fängt die Spinne damit ein, ehe sie es vorsichtig herum dreht und es dann vorzeigt, “ist kein Monster sondern nur eine kleine und eine wirklich kleine Spinne.”
“Die ist nicht klein!”
Nun kann Elsa nicht mehr anders und lacht laut.
“Oh Mario.” Sie schüttelt grinsend ihren Kopf. “Du bist doch normalerweise so mutig, warum hast du vor so einer kleinen Spinne nur solche Angst?” Sie hebt ihm das Glas entgegen, in dem die Spinne mit ihren Vorderbeinen die glatte Wand abtastet.

“WAAAAAHHHHHH!!!!”

Mario macht einen Satz nach hinten und fliegt dabei über den Hocker, von dem er abgestiegen ist, als seine Freundin die Spinne eingefangen hat.
“Du bist so ein Angsthase!” Elsa grinst immer noch breit und zieht das Glas zurück.
“Bin ich überhaupt nicht! Ich … ich mag eben nur keine Spinnen! Und … daran ist nichts … schlimm. Du magst kein … kein … Lammfleisch!”, versucht Mario sich zu verteidigen, nachdem er wieder aufgestanden ist und den Hocker wieder aufgestellt und zurück an dessen eigentlichen Platz geschoben hat.
“Bitte, das ist kein wirklicher Vergleich, immerhin schreie ich nicht laut, wenn irgendjemand mit Lammfleisch an mir vorbeiläuft und springe auf Hocker oder andere Möbelstücke, um mich in Sicherheit zu bringen.”
“Das … also das …”
“Schon gut, ich bin ja gerne dein Ritter … deine Ritterin … du Prinzesschen …”
Immer noch schmunzelnd tritt Elsa zu ihrem Freund und küsst diesen sanft auf die Wange, wird von diesem jedoch mit beiden Händen an den Schultern gepackt und von sich geschoben.
“Komm mir mit diesem … diesem Monster nicht zu nahe!”
Wieder entkommt ihr ein lautes Lachen.
“Okay, okay. Ich bringe die Spinne schnell raus … Angsthase.”
“Elsa!”, erklingt seine Stimme erneut vorwurfsvoll hinter ihr und entlockt ihr wieder ein Kichern.
“Entschuldige … Prinzesschen …”
Und dann macht sie, dass sie wirklich schnell wegkommt, denn auch wenn ihr Freund die sanfteste Person ist, die sie kennt, mal abgesehen von ihrem Bruder vielleicht, will sie nicht austesten, wie viel es braucht, um ihn richtig zu reizen. Und vorher will sie eigentlich ja noch … Ihr Blick fällt auf das Glas, das sie in ihrer Hand hält. Die kleine Spinne tastet immer noch die Wand aus, die aber viel zu glatt ist, um daran hinauf zu krabbeln.
“Komm, ich bringe dich raus. Und dann komm besser nicht wieder zu uns zurück, denn eigentlich wollte ich es einfach nur genießen, in meinem warmen Bett zu liegen und noch ein wenig zu schlafen.”
Und auch wenn sie das gerne gemacht hätte … es macht doch auch ein wenig Spaß, Mario aufzuziehen … und sie wird es niemals unterlassen. Das Schmunzeln liegt immer noch auf ihren Zügen … Wissen seine Freunde eigentlich inzwischen, dass ihr Kapitän ein kleiner Angsthase ist?

~~~Ende~~~
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