Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Encanto

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie / P12 / Gen
OC (Own Character)
02.01.2022
14.01.2022
2
4.040
2
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
14.01.2022 1.803
 
Die Tür fing an aufzuleuchten und alle staunten, als sie dieses Schauspiel sahen. Antonio´s Augen waren groß, er konnte kaum glauben was gerade geschah. All seine Zweifel, die er kurz zuvor Mirabel anvertraut hatte, verschwanden und er war bereit seine Gabe zu bekommen.
Überrascht schaute Antonio auf seinen Arm, der zur Tür ausgestreckt war, als dort ein Fischertukan landete und kleine Laute von sich gab. Auf dem Gesicht des kleinen Jungens zeichnete sich Freude, als er dem Vogel zunickte.
"Uhu uhu, ich verstehe dich!", gab Antonio von sich.
Ricardo schaute hoch zu seinem kleinen Cousin, als sich plötzlich Tiere durch die Menschen deren Weg bahnten und hoch zu Antonio liefen. Seine Tür strahlte noch einmal hell auf, als sich schließlich seine Gabe auf dieser zeigte. Er konnte mit Tieren reden.

Alle jubelten, da ihnen eine neue Gabe geschenkt wurde. Ricardo sah zu seiner kleinsten Schwester rüber die mit einem Lächeln Antonio gratulierte. Natürlich ging es jetzt darum zu sehen was sich hinter der Tür verbirgt.
Neugierig kamen alle näher heran und Antonio öffnete sein neues Zimmer.

Beeindruckt ging Ricardo ins dschungelartige Zimmer. Es war so viel größer als sein eigenes und man konnte sicherlich so vieles hier erleben.
"Antonio wird seinen Spaß hier haben.", lachte er und stellte sich zu Camilo, der seinem kleinen Bruder zusah, wie dieser sein Zimmer auf dem Rücken eines Jaguars entdeckte.
Der Formwandler nickte mit einem breiten Grinsen "Er hat mit Abstand das beste Zimmer. Hey, wenn die ganzen Förmlichkeiten vorbei sind müssen wir hier unbedingt Verstecken spielen und sehen wer am längsten durchhält! Oh, oder Fangen!"
"Wir sollten lieber erstmal Antonio das Zimmer alleine überlassen.", kicherte Ricardo "aber wir kommen auf deine Ideen zurück."
Als der Älteste unter den Enkeln, lässt sich Ricardo dennoch nicht den Spaß nehmen mit seiner Familie etwas verspielt zu sein. Er wusste, dass Isabel höchstwahrscheinlich nicht mit machen würde, doch auch sie wird er fragen ob sie mitmachen möchte, wenn sich alles wieder etwas beruhigt hatte mit allem was derzeit in der Familie anstand.

Antonio kam auf seinem freundlichen Jaguar wieder zurück zu allen, die immernoch am Eingang der Zimmers standen. Mit einem leuchtenden Grinsen stieg er von seinem neuen tierischen Freund ab und wurde gleich von Pepa und Félix in den Arm genommen. Auch Abuela ließ nicht lange auf sich warten und kniete sich nieder um sein Gesicht in ihre Hände zu nehmen.
"Ich wusste du kannst es. Eine Gabe genauso besonders wie du.", sprach Abuela glücklich und erleichtert zugleich "Wir brauchen ein Foto! Kommt alle her. Kommt ,kommt, kommt, kommt. Was ein großartiger Abend, ein perfekter Abend!"
Mit diesen Worten sammelte sich die Familie zusammen um den Abend mit einem Foto zu verewigen.
Ricardo´s Augen schweiften umher, in der Hoffnung Mirabel zu finden um sich fürs Foto zu ihr zu stellen, doch er konnte sie nicht sehen, als sich alle hingestellt hatten.
"La familia Madrigal!", riefen alle zugleich und ein Blitz ging auf.

Als das Licht des Blitzes abließ, konnte Ricardo Mirabel sehen, die sich durch die Menschen bahnte und den Raum verließ. Sie war nicht mit auf dem Bild. Wieso war sie nicht mit auf dem Bild?
Er wollte seiner Schwester gleich folgen, doch er wurde von Abuela aufgehalten, die ihn zu sich rief "Ricardo! Die Musik."
Widerspenstig und mit einem Zögern nickte er und widmete sich wieder dem Trubel. Er musste sich für einen kurzen Moment sammeln, damit seine Konzentration ganz auf der Musik lag. Er konnte nicht einfach gleich loslegen und perfekte Musik fürs Tanzen spielen lassen, wenn er besorgt um seine Schwester war.
Ricardo atmete einmal tief durch und es begann taktvolle Melodien zu spielen. Er gab zu es war durchaus faszinierend in Antonio´s Zimmer Musik spielen zu lassen, da alle Töne, die er in diesem Zimmer entstehen lassen konnte, einen gewissen Unterton hatten. Es klang nach traditioneller Musik, doch hatte einen Hauch von etwas neuem und wilden, perfekt für eine Feier im Dschungel.

Der Abend lief perfekt. Alle amüsierten sich und tanzten zur Musik. Ricardo war ganz in seinem Element. Er war zwar ungerne lange unter vielen Menschen und mochte es vor allem nicht viel Aufmerksamkeit zu bekommen, aber er konnte nicht verstecken wie viel Freude ihm die Musik bereitete. Die Bewohner bewegten sich glücklich zur Musik und Ricardo zögerte nicht lange um ihnen beizutreten.

Töne schallten durchs ganze Zimmer und unterdrückten Mirabel für einen Moment, als diese panisch zu Abuela lief und etwas wiederholt rief. Als Ricardo bemerkte, dass etwas los war hörte er mit seiner Musik auf, damit man Mirabel verstehen konnte.
"Das Haus ist in Gefahr!", rief sie und kam vor Abuela zum stehen "Zuerst sind Dachziegel runter gefallen und überall waren Risse.. Und dann ist die Kerze fast ausgegangen."
Die Menschen begannen zueinander zu murmeln und auf Abuela´s Gesicht sah man den Hauch von Beunruhigung "Zeig es mir."

Mirabel drehte sich gleich um und führte Abuela aus dem Zimmer. Gleich folgten auch die Anderen nach. Ricardo drängelte sich durch die Menschen um einen guten Blick darauf zu werfen, wo von seine Schwersten sprach.
Er schaute zu Mirabel runter, die nun am Ende der Treppe stand und hoch zur Kerze schaute. Verwirrt schüttelte sie ihren Kopf und richtete ihren Blick auf ihre Oma. "Da waren Risse.", sprach sie sicher und zeigte auf die Wände, die die Kerze auf dem Fensterbrett umrahmten. Ricardo sah zur Kerze, doch dort waren keine Risse zu sehen.
"Sie waren überall..", murmelte Mirabel nun "Das Haus war in Gefahr.. Die Kerze war.. Abuela, ich schwöre ich-"
"Es reicht.", unterbrach Abuela ihre Enkelin. Mit einem Lächeln drehte sie sich zu den Gästen um "Es ist alles in Ordnung mit la Casa Madrigal. Die Magie ist stark! Genauso wie die Drinks." fügte sie noch am Ende witzelnd  hinzu "Bitte, Musik."
Abuela klatschte in ihre Hände und Luisa kam auch schon mit dem Klavier rüber zu Ricardo, der bei seinem Vater stand und unsicher das ganze Geschehen ansah. Die Augen lagen wieder auf ihm, doch er konnte jetzt nicht einfach wieder weiter machen, als sein nichts passiert. Mit einem bittenden Blick sah er zu seinem Vater, der gleich verstand und anfing auf dem Klavier zu spielen.

Er war wirklich dankbar das er einen großartigen Vater hatte, der für ihn die Last abnahm. Zusammen mit Agustín fingen die Bewohner an mit ihren Instrumenten selbst Musik zu machen und alle gingen zurück in Antonio´s Zimmer. Ricardo hatte fürs erste genug von der Feier und wollte am liebsten wieder zurück in sein Zimmer, er ging jedoch die Treppe runter um sich erstmal um seine Schwester zu kümmern.
"Mirabel.", murmelte er leise und blieb vor ihr stehen "Hast du das wirklich gesehen?". Er wollte ihr nicht das Gefühl geben das er ihr nicht glaubte, doch war er sich selbst nicht sicher ob Risse denn einfach so verschwinden konnten.
Mirabel nickte leicht und bemerkte wie ihre Mutter nun auch auf sie zu kam. "Willst du nicht zurück zur Feier gehen?", fragte sie Julieta.
"Ich kümmer mich erstmal um meine Tochter.", antwortete sie ihr und nahm vorsichtig Mirabel´s Hand an welcher eine Schnittwunde zusehen war. Besorgt seufzte sie und bat ihre beiden Kinder mit zur Küche zu kommen.

In der Küche sorgte Julieta dafür das was für Mirabel zubereitet wurde um den Schnitt zu heilen. Ricardo saß am Tisch und aß selbst etwas, da er bis jetzt noch keine Zeit gefunden hatte das Essen von der Feier zu probieren. Natürlich fühlte er sich bei jedem bissen wie im Himmel, seine Mutter war einfach unschlagbar wenn es ums Kochen ging.

"Wenn ich mir das nur eingebildet hab, wie hab ich mich dann in die Hand geschnitten?", fragte Mirabel etwas verzweifelt "Ich würde doch niemals Antonio´s Abend ruinieren. Glaubst du das jetzt wirklich?"
"Ich glaube, dass der heutige Tag sehr schwer für dich war.", entgegnete Julieta ihrer Tochter.
"Ich habe nur auf die Familie aufgepasst. Und ich bin vielleicht nicht so super stark wie Luisa oder so mühelos perfekt wie senorita perfecta Isabela, die noch nicht ein Badhairday in ihren Leben hatte.", seufzend lehnte sich Mirabel an den Tresen zurück und sah auf den Boden "Ach egal."

Schweigend sah Ricardo Mirabel zu wie sie versuchte deren Mutter davon zu überzeugen das sie die Risse wirklich gesehen hatte. Julieta versuchte ihrer Tochter klar zu machen, dass sie genauso besonders war wie jeder andere aus der Familie, doch Mirabel wich ein wenig zurück.
"Ich weiß aber was ich gesehen habe.", bestärkte Mirabel ihre Aussage.
"Mira, schon mein Bruder hat seine Orientierung in dieser Familie verloren. Ich will nicht das dir das auch passiert.", gab Julieta besorgt an und wurde kurz darauf von Ricardo unterbrochen, der sich an seinem Essen verschluckte.
"Rio, ist alles in Ordnung?", fragte Julieta ihren Sohn, der sich auf die Brust klopfte. Sie konnte sich schon denken was ihm gerade durch den Kopf ging. Es war kein großes Geheimnis, dass Ricardo etwas verärgert auf Gespräche über seinen Onkel reagierte.

Ricardo konnte nicht verstehen wieso alle so negativ auf Bruno reagierten. Es war doch nicht seine Schuld, dass er die Zukunft sehen konnte. Und es war ganz sicher nicht seine Schuld wenn was schlechtes passierte. Er hatte seinen Onkel schon immer sehr gern gehabt und als er noch Teil der Familie war, verbrachte er viel Zeit mit ihm.
"Ja..", hustete er ein wenig "alles gut.."
Mit dem Teller in der Hand stand er auf und räumte das dreckige Geschirr weg, bevor er sich zu seiner Mutter und Schwester drehte "Ich gehe jetzt ins Bett, gute Nacht."

Mit ernsten Gesicht verließ er die Küche und hörte nur noch wie Julieta Mirabel vorschlug ebenfalls ins Bett zu gehen. In seinem Zimmer angekommen schmiss Ricardo sich aufs Bett und murrte vor sich her. Unbewusst fing an Musik zu spielen, die seine genervten Stimmung wiederspiegelte.
"Okay Ricardo, beruhig dich.", murmelte er zu sich selbst und atmete einmal tief durch. Schweigend sah er an die Decke und ließ einfach seine ungewollten Emotionen in Melodien raus. Es brauchte nicht allzu lange und er entspannte sich wieder.
Mit etwas Schwung setzte er sich auf, als er ein klopfen an seiner Tür hörte.
"Ja?", fragte er und ließ die Person an seiner Tür reinkommen.

Er war etwas überrascht, als Dolores rein kam. Gleichzeitig wunderte es ihn jedoch nicht, da sie alles hören konnte.
"Hast du vielleicht einen Moment?", fragte sie ihn und bekam auch gleich ein Nicken zur Antwort.

____________________________________________

Ab dem nächsten Kapitel wird die Geschichte mehr aus der Perspektive von Ricardo erzählt :)
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast