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Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / MaleSlash
Clyde Donovan Craig Tucker Pete Thelman Tweek Tweak
02.01.2022
02.01.2022
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1.932
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02.01.2022 1.932
 
Veränderungen waren etwas, womit Tweek nicht gut klar kam. Sie waren belastend, zerrten an seinen Nerven, brachten den Ohne hin nie ruhigen Jungen nur noch mehr in Aufruhr. Daher war er froh, dass er einen recht geregelten Tagesablauf hatte.

Morgens wurde er von seiner Mom geweckt, trank dann direkt seinen ersten Kaffee. Frühstücken tat er in der Regel nicht, stattdessen folgte ein weiterer Kaffee. Nach diesem stand meist schon Token vor der Tür, mit welchem er zur nächsten Bushaltestelle lief. Dort trafen sie in der Regel auf Clyde, wenn der nicht gerade verschlief oder eines der Girls ihn aufhielt. Clyde war sehr beliebt, genoss die Aufmerksamkeit die er bekam auch ziemlich. Für Tweek war dies nichts, er hatte sowieso kein Interesse an Mädchen. Es gab nur eine Person in seinem Herzen. Craig Tucker. Seinen Freund. Diesen traf er meist an der Schule, nachdem er, wie so oft, die erste Stunde geschwänzt hatte.

Genau sagen wie, konnte Tweek nicht. Aber Craig hatte sich irgendwann mehr in die Richtung eines "Bad Boys" entwickelt. Er rauchte, hatte den ein oder anderen Piercing und schwänzte sehr oft. Alkohol und Partys waren ebenfalls etwas, was dem Schwarzhaarigen zugesagt hatten. Etwas, was absolut nicht zu Tweek passte. Doch Craig zur Liebe, ging er ab und an mit zu Partys, trank dann zwar nur Cola, Energys oder Kaffees und wartete darauf, dass sie gehen würden, aber zumindest war er dabei. Machte seinem Freund damit hoffentlich eine Freude.

Ja.. seinem Freund. Es hatte damals in der Grundschule angefangen. Asiatische Mädchen hatten Zeichnungen von ihnen erstellt, in denen sie was miteinander hatten. Die gesamte Stadt hatte sie daraufhin für schwul gehalten. Und sie hatten sich darauf eingelassen. Das Pärchen gespielt. Tweek wusste nicht, wann der Tag gekommen war, aber irgendwann begann es sich real anzufühlen. Zumindest für Tweek. Er gewöhnte sich daran. Mit Craig Händchen halten. Ihn vor anderen zu Küssen, immer in seiner Nähe zu sein. Nur bei ihm fühlte er sich halbwegs ruhig, er fühlte sich wohl. Und immer, wenn sie voneinander getrennt waren, vermisste er ihn. Sein Herz raste, wenn er an ihn dachte.

Tweek liebte Craig.

Wie jeden morgen saß Tweek nun im klassenraum, hinten in einer ruhigen Ecke. Der Platz neben ihm war frei, dies sollte sich jedoch innerhalb der nächsten Stunde ändern. Wenn Craig auftauchen würde. Bis dahin würde das Nervenbündel seine mit gebrachte Thermoskanne in der Hand halten, immer wieder was aus dieser Trank. Seinen geliebten Kaffee trank, das einzige Neben Craig, welches ihn beruhigte. Oder- so dachte er zumindest.

Dem Unterricht folgte er kaum, wie denn auch, wenn es ihm schon schwer genug fiel, überhaupt seinen eigenen Gedanken zu folgen? Seine innere Unruhe übertraf einfach alles, was er hörte. Seine Gedanken machten ihm Angst, alles machte ihm Angst. Nur Craig schaffte es, ihn davon abzulenken.

Unruhig huschte sein Blick immer von der einen Ecke zur anderen, achtete auf nichts genaues. Sah sich nur um, aus Angst, dass vielleicht aus irgendeinem Platz etwas gruseliges auftauchen könnte, was ihn spontan umbringen würde. Auch wenn er irgendwo wusste, oder es zumindest versuchte sich einzureden, dass dies nicht passieren würde.

Seine Kanne war schon halbleer, als sich endlich die Tür zum Klassenraum öffnete und der schwarzhaarige Mützenträger in die Klasse kam, eine nicht ernst gemeinte, fast schon gelangweilte Entschuldigung murmelte und sich auf seinen Platz neben dem zitternden etwas niederließ.

"Mister Tucker, nachsitzen. Wie immer.", seufzte der Lehrer nur, er schien schon jegliche Hoffnung in den Jungen aufgegeben zu haben. "W-wenn du immer schwänzt schaffst du das Jahr nicht..", murmelte Tweek, während er einen weiteren Schluck seines Kaffees trank, als er seine Kanne dann jedoch abstellte, griff Craig sogleich nach seiner Hand. Hielt diese fest. Ein tonloses Seufzen kam über seine Lippen, während er sein Kinn mit seiner freien Hand abstützte und Tweek anblickte. "Am Ende des Jahres ein Referat und dann schaff ich das schon.", meinte er lediglich. Sein Daumen begann über den handrücken des kleineren zu streichen.

Man merkte, wie Tweek sich direkt beruhigte, sein Zittern abebbte. Er anfing zu Lächeln. Craig hatte eine einzigartige Wirkung auf ihn, so wie niemand anders. Er war Tweeks persönlicher Ruhepol.

"S-sicher?", fragte das Nervenbündel schließlich, musterte seinen Freund, welcher nur nickte. "Ja, wird schon. Wie jedes Jahr halt", er klang nicht wirklich motiviert, als würde er das alles nur mit einem Schulterzucken abtun. Vielleicht tat er es auch. Aber so war Craig eben, ihn juckte doch sowas wie Schule nicht. Nur zum Ende des Jahres wurde sich ein wenig angestrengt, damit er weiterhin mit seinen Leuten in einer Klasse sein konnte.

"Du siehst wieder völlig fertig aus.", bemerkte Craig, während er den Blonden musterte, "Was hast du diese Nacht gesehen?"

"n-nichts", murmelte Tweek, blickte zur Seite. Er spürte den Blick des anderen auf sich, machte sich klein. Craig wusste, wann immer er am lügen war. Er merkte es sofort. Dafür kannte Craig ihn einfach schon gut. Aber.. es war ja auch kein Wunder, immerhin waren sie schon seit Jahren ein Paar. Oder galten eben als eines. Tweek war sich wirklich nicht sicher, was es mittlerweile war. Für ihn fühlte es sich jedenfalls gut an, als wäre es mehr, als nur eben so zu tun. Ja, für ihn war es eine Beziehung.

"Lüg mich nicht an." Tweek blickte leicht zur Seite. Ertappt. "nur.. Angst vor den Wichteln..." Erneut kam ein Seufzen über seine Lippen. "Du musst vor denen keine Angst haben, die gibt es nicht." "D-doch die gibt es! Stan und die anderen können das bezeugen!", erwiderte Tweek sofort, sah ihn schmollend, fast schon eingeschnappt an.

"Gut, dann gibt es die eben. Aber die tun dir nichts.", meinte der schwarzhaarige, löste ihre Hände, um seine Stattdessen auf den Kopf des Blonden zu legen, durch seine Haare zu fahren. "Soll ich heute bei dir schlafen?"

Sofort nickte Tweek, als er die Frage hörte. Wenn Craig bei ihm wäre, könnte er sicher gut schlafen. Dann fühlte er sich sicher. Sehr sicher.

"Gut, dann komme ich heute Abend zu dir."

"Danke, Craig."

Der Schultag verlief weiterhin nicht großartig spannend, Cartman hatte sich nachsitzen eingefangen, da er mal wieder alles und jeden beleidigt hatte. Und Kenny hatte sich wieder an fast alles, was nicht bei drei weg war, also ein ganz normaler Tag an der South Park High.

Tweek war nach der Schule nach Hause gegangen, half wie immer seinen Eltern im Café. Meist putzte er nur. Durch seine Zuckungen hatten schon der ein oder andere Tasse das zeitliche gesegnet. Daher war er mittlerweile nur noch dafür verantwortlich, Bestellungen auf zu nehmen oder eben zu Putzen.

Gerade war er dabei, das Cafe durch zu wischen, als sich die Ladentür öffnete. Draußen war es bereits Dunkel, ein kalter Luftzug schlich sich hinein. Ließ den Jungen erschaudern, noch mehr zittern. "G-gah!", entkam es ihm, ehe er aufblickte. Ein Lächeln schlich sich auf seine Lippen. "Craig!", Direkt stellte er den Mob zur Seite, lief auf seinen Freund zu und umarmte ihn.

Kurz drückte der Dunkelhaarige den kleineren an sich. Dann schob er ihn leicht weg, ein verwunderter laut war von eben diesem daraufhin zu vernehmen.

"hu? Alles okay?", wollte Tweek wissen, musterte den anderen. Wie üblich wirkte Craig recht gleichgültig, jedoch schien diesmal noch etwas anderes in seinem Blick Zu sein. Etwas, was Tweek nicht beschreiben konnte.

"Lass uns hoch.", murmelte er nur, ehe er Tweeks Hand ergriff und ihn an dieser raus aus dem Cafe, in den Wohnbereich des Hauses zog. (finde ich so einfacher- auch wenn die ja eigentlich in einem separaten Haus wohnen). In Tweeks Zimmer angekommen, ließ er die Hand des anderen los, setzte sich aufs Bett. Die Blaue Mütze, welche er trug, wurde abgezogen, offenbarte das leicht zerzauste, schwarze Haar.

"C-craig, was ist los?", Tweek tappste ebenfalls zum Bett, setzte sich neben ihn. Direkt griff er nach der Hand des größeren, diese wurde jedoch sogleich abgeschüttelt. "h-hu?"

Craig fuhr sich durch die Haare. "Wir können so nicht mehr weiter machen."

"W-was meinst du?"

"Das mit uns. Wir müssen langsam aufhören, das schwule Pärchen zu spielen."

Ouch. Tweek merkte, wie sein Herz zu schmerzen begann. Die Ruhe, welche er sonst bei Craig empfand schwand. Sein Zittern vermehrte sich. Er zuckte.

"W-wieso denn das so plötzlich?"

Seine Stimme zitterte. Tränen sammelten sich in seinen Augen.

"H-heute- gah! - H-heute morgen war doch n-noch alles- g-gut.."

"Habe halt eben erst nach gedacht.", erwiderte Craig, fuhr sich erneut durch die Haare. "Wir sind halt nicht schwul. Ich will mich nicht auf ewig von etwas bestimmen lassen, was damals in der Grundschule war."

"A-aber Craig-"

"Nein. Wir beenden dieses Schauspiel jetzt. Ich will irgendwann vielleicht ne Familie haben, das geht jedoch nicht, wenn wir so weiter machen. Ich auf ewig als Schwul gelte."

Ouch. Ouch. Ouch.

Tweek war einige Momente lang unfähig, irgendwas zu sagen. Er merkte nur, wie sein zittern immer mehr wurde, Tränen bahnten sich ihren Weg über seine Wange.

"Warum.. weinst du denn jetzt? Bist du nicht froh, nicht mehr so tun zu müssen?"

Ein kraftloses Kopfschütteln war die Antwort. Für Tweek fühlte es sich so an, als würde seine Welt zerbrechen. Sein einziger Halt würde gehen.
Er hatte nun seine Antwort. Wusste nicht, wie Craig über ihre Beziehung dachte. Für ihn war es von anfang an nur gewesen, um Ruhe vor den anderen zu haben.

"D-das.. kannst du mir n-nicht a-antun-" Sein Schluchzen unterbrach ihn immer wieder selbst, seine Tränen waren kaum zu stoppen, während er nun von Craig weg rutschte. Genau das gegenteil tat, von dem was er brauchte. Ihn bei sich zu wissen, seinen Ruhepol. Aber er konnte nicht. Stattdessen wischte er seinen Tränen mit dem Ärmeln seines grünen Hemdes weg, schon nach wenigen Momenten waren diese völlig durchnässt.

Wie peinlich, dass er so sehr vor Craig flennte.

"Dir antun? Tweek, wir sind nicht schwul-"

"N-nein C-craig..", schluchzte Tweek, seine Stimme zitterte, wirkte beinahe wie erstickt. "V-verdammt, I-ich... I-ich liebe dich doch.. D-das kannst du mir nicht an tun..."

Trotz dessen, dass Tweeks stimme gerade von jeglichen Emotionen, von Schluchzen und vom Zittern bedeckt war, verstand Craig jedes Wort klar und deutlich. Regte sich einige Sekunden nicht, bis er einfach aufstand und zur Tür lief.

"Ich gehe.", informierte er schlicht, ehe hinter ihm schon die Tür ins schloss fiel. Und damit ging jeder halt, welchen Tweek hatte.
Der leichte knall, welchen die Tür beim zufallen von sich gab, war auch der Knall, welcher alles in Tweek zusammen brechen ließ. Er fühlte sich, als hätte er nichts mehr. Keinen besten Freund, keine Beziehung, niemanden der ihn beruhigen konnte. Niemand, der ihm Mut zu sprach. Niemand, bei dem er sich sicher fühlte. Jedes Gefühl von Wohlsein und Sicherheit wurde ihm mit einem Mal entrissen.

So kläglich hatte er sich seit Jahren nicht gefühlt.

Er bekam nicht mit, wie Craig noch einige Sekunden an der Tür gelehnt stand, mit seinem Ärmel über seine Augen fuhr. Die verräterischen Spuren weniger Tränen vernichtete. "Es tut mir leid.", es war ein Tonloses flüstern, welches im dunklen Hausflur unterging, ehe er sich hinaus schlich... Mit den Gedanken, dass es so das beste für sie beide wäre.
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