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Happy New Year

von Daiya93
Kurzbeschreibung
OneshotRomance / P16 / Het
Akane Tendo Ranma Saotome
01.01.2022
01.01.2022
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3.391
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Hallo <3  HAPPY NEW YEAR!!!
Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gerutscht!!! Dieser kleine OS ist ein Special zu den Adventkalendergeschichten. Viel Spaß beim Lesen <3


1. Jänner

Als Ranma in der Früh erwachte, wusste er zuerst nicht, wo er war. Nicht auf seinem Futon, so viel konnte er sagen. Er wollte sich erheben, doch sein linker Arm fühlte sich ungewohnt schwer an. Erschrocken drehte er seinen Kopf in der Erwartung, Shampoo oder Kodachi zu erblicken, die sich wieder einmal ungefragt an ihn kuschelten. Das schlafende Gesicht, welches er auf seiner Schulter fand, gehörte jedoch keiner der beiden. Sein Herz setzte aus, nur um im nächsten Moment mit dreifacher Geschwindigkeit weiter zu schlagen. Akane lag auf seinem Arm und schlummerte friedlich. Die Erinnerungen an die Nacht schossen ihm in den Kopf und er lief knallrot an. Sein Blick schweifte durchs Zimmer, ihre Kleidungsstücke lagen noch auf dem Boden verteilt und ihm wurde bewusst, dass sie gerade nicht mehr als nur ihre eigene Haut am Körper trugen. Die Farbe in seinem Gesicht nahm einen ganz neuen Rotton an.

Die gestrige Silvesterfeier im Haushalt Tendo war ausgelassen und beschwingt gewesen. Es gab mal wieder ein großartiges Essen, viel zu trinken, lustige Karten- und Brettspiele und viel Musik, zu der auch lebhaft getanzt wurde. Kurz vor Mitternacht entführte er seine Verlobte dann aufs Dach, er wollte den Jahreswechsel mit ihr allein erleben. Mit einem Lächeln dachte er an den friedlichen Moment unterm freien Himmel. Er hielt sie in seinen Armen und sie kuschelte sich an ihn. Gemeinsam zählten sie die letzten Sekunden des Jahres herunter und um Punkt Mitternacht küsste er sie. Er war überzeugt, es gäbe keinen schöneren Weg, das neue Jahr zu begrüßen, doch eine knappe Stunde später wurde er eines Besseren belehrt und er erlebte die verdammt beste Nacht seines Lebens. Keiner seiner unzähligen Träume war auch nur annähernd an die Realität herangekommen und noch vor einer Woche hätte er nicht zu hoffen gewagt, dass es tatsächlich einmal passieren würde.

Doch seit einer Woche waren sie nun offiziell ein Paar. Dank Nabiki wussten auch alle von Stunde null an darüber Bescheid. Ihre Väter vergossen unzählige Tränen und hörten schon die Hochzeitsglocken läuten. Akane und Ranma waren allerdings entschlossen dagegen. Sie wuchsen gerade erst in ihre Rollen als Freundin und Freund hinein, undenkbar plötzlich Mann und Frau zu sein, nein, dafür waren sie einfach noch nicht bereit. Ihre Väter sahen das allerdings anders und erst als Ranma drohte, er würde mit Akane durchbrennen und sie würden sich nie wieder blicken lassen, gaben die beiden endlich einen Frieden. Nabiki lauerte ihnen die ersten Tage ständig mit ihrer Kamera auf, bis Akane eines ihrer Sparschweine kidnappte und drohte, es im Fluss zu versenken. Seither war das nervtötende, klickende Geräusch erloschen. Dennoch begleiteten sie ständig die neugierigen Blicke der anderen, was es den beiden, denen die ganze neue Situation ohnehin noch sehr peinlich war, nicht gerade leicht machte und ihre gemeinsamen Interaktionen im Beisein der anderen waren ungewohnt steif geworden. Daher auch der Wunsch, den Jahreswechsel mit ihr allein zu verbringen. Was allerdings dann folgte, hatte er nicht mal annähernd vorhergesehen. Nachdem sie auf dem Dach zu frösteln begannen, schlüpften sie in ihr Zimmer. Aus einem weiteren Kuss entwickelte sich eine leidenschaftliche Knutscherei und dann ergriff sie die Initiative und sorgte damit für die Überraschung seines Lebens. Wer hätte gedacht, dass so viel Leidenschaft in seinem kleinen Trampel steckte.

Er grinste sie an und plötzlich beugte er sich nach vorne und küsste sie auf die Stirn. Als Reaktion verzog Akane ihre Lippen zu einem Lächeln und verriet ihm damit, dass sie nicht mehr ganz so tief schlief, wie sie vorgab. Sein Grinsen wurde breiter, es sollte ihm recht sein, wenn sie noch eine Weile so verharren wollte. Doch da öffnete sie die Lider und zwei sanfte braune Augen trafen seinen Blick.

„Guten Morgen“, flüsterte er. Sie lächelte ihn an.

„Guten Morgen, Ranma!“ Sie liebte es, sich in seinen tiefblauen Augen zu verlieren, dieses Blau, das je nach Gefühlslage in den unterschiedlichsten Nuancen schimmern konnte. Sie konnte immer noch nicht ganz glauben, dass sie ausgerechnet in Ranma jemand gefunden hatte, der sie so akzeptierte, nein, der sie so liebte wie sie war. Es war ihm egal, dass sie nicht kochen konnte, es war ihm nicht wichtig, dass sie ihr Temperament zügelte, es gefiel ihm, dass sie sich wehrte, dass sie ihren Mund aufmachte, und er liebte ihre wilde Seite. Nach alle den Jahren des Verbiegens und den ständigen Versuchen sich anzupassen, konnte sie dieses einschnürende Korsett endlich abstreifen und einfach sie selbst sein. Dank Ranma hatte sie sogar den Mut aufgebracht, nach all der Zeit ihren Vater zur Rede zu stellen. Sie war auf alles eingestellt gewesen, doch nicht auf das, was ihr Vater dann offenbarte. Weder hatte er an ihr noch an ihren Fähigkeiten gezweifelt und nichts würde ihn mit mehr Stolz erfüllen, als ihr das Dojo zu überlassen. Allerdings hatte er immer Angst, dass sie es als Verpflichtung sah, welcher sie als einzige Kampfsportlerin unter ihren Geschwistern nachkommen musste, ohne eine Wahl zu haben. Die Verlobung sollte ihr vor allem den Druck von der Schulter nehmen, alles allein stemmen zu müssen. Natürlich war da auch noch der Wunsch der Väter, ihre Kampfschulen zu vereinen, daraus machte ihr Vater keinen Hehl, doch er schwor, dass er sie niemals übergehen wollte. Es tat ihm furchtbar leid, dass sie das all die Zeit dachte. Nun waren sie und Ranma beide ganz offiziell die Erben des Dojos und ihrer Kampfschulen. Das neue Jahr konnte also eigentlich nur noch großartig werden.

Sie gähnte und wollte sich langsam erheben, da rutschte ihr die Decke vom Oberkörper und ihr wurde bewusst, dass sie neben Ranma lag, wie Gott sie schuf. Entsetzt zog sie die Decke erneut nach oben und lief knallrot an, während Ranma lachen musste, was Akane noch mehr die Röte ins Gesicht trieb.

„Lach nicht so blöd!“, meckerte sie.

„Sorry, aber das war gerade einfach zu süß.“ Das hatte er jetzt nicht wirklich gesagt, sie versteckte ihren Kopf unter der Decke. Ranma zog ihr diese vorsichtig wieder vom Kopf.

„Hey es gibt absolut nichts, dass du verstecken müsstest, ich weiß, ich, ich habe immer furchtbare Sachen gesagt, aber ich sollte wohl endlich klarstellen, nichts davon war wahr!“ Es kostete ihn so viel Überwindung ihr bei seinen Worten in die Augen zu schauen und seinen Blick nicht abzuwenden. Sie starrte ihn an.

„Meinst du das ernst?“ Er nickte und blickte schließlich an die Decke.

„Danke“, flüsterte sie und lächelte ihn an, doch dann schoss ihr ein anderer Gedanke durch den Kopf.

„Ach du Schreck, was wohl unsere Familien denken, wir sind kurz vor Mitternacht einfach verschwunden und nicht mehr zurückgekehrt, die werden sich sonst was ausmalen“, Akane hörte bereits deren neckenden Bemerkungen in ihren Ohren.

Ranma zuckte nur mit den Schultern: „Soll die doch denken, was sie wollen, ich meine immerhin wollte sie schließlich die ganze Zeit, dass wir zusammenkommen.“ Er blickte zu ihr und sah ihr in die Augen.

„Wie auch immer, du solltest jetzt gehen, wir müssen uns fertig machen, wir gehen ja heute alle gemeinsam zum Schrein.“ Ranma seufzte, viel lieber hätte er den ganzen Tag mit ihr im Bett verbracht, er hing nicht so an all den Traditionen, während den Trainingsreisen mit seinem Vater hatten sie auch nie wert daraufgelegt. Er ahnte allerdings schon, dass ihm sein Protest nichts nützen würde, also fischte er seine Boxershorts vom Boden. Zumindest die wollte er anziehen, bevor er sich erhob. Danach sammelte er seine restlichen Klamotten ein, zog sich sein Shirt über und trat dann noch mal zu ihr ans Bett. Er kniete sich an die Bettkante, beugte sich vor und küsste sie. Selbst nach einer Woche noch, war es eins der aufregendsten Gefühle, die er sich vorstellen konnte. Akane ließ endlich die Decke, welche sie immer noch vor ihren Oberkörper gekrallt hatte, los und erwiderte seinen Kuss. Vorsichtig löste er sich wieder von ihr, legte seine Stirn auf ihre und flüsterte: „Du bist wunderschön!“ Dann drehte er sich herum und verschwand mit hochrotem Kopf aus dem Fenster. Trotz seiner Worte zuvor, wollte er dennoch von niemanden dabei erwischt werden, wie er aus ihrem Zimmer kam.

Akane blickte mit tiefroten Wangen hinterher, sie brauchte eine Weile, bis sie sich rühren konnte. Sie rutschte vom Bett, sammelte ihre Klamotten vom Boden und warf sie in ihren Wäschekorb. Die Bilder der Nacht kamen ihr in Erinnerung, die Hitze stieg ihr in den Kopf, sie konnte es immer noch nicht so recht glauben, vor allem über ihr eigenes Handeln war sie doch mehr als nur erstaunt. Hätte ihr gestern jemand erzählt, dass sie so offensiv an die Sache herangehen würde, sie hätte denjenigen für völlig verrückt erklärt und ihn mit ihrem Holzhammer einen Freiflug geschenkt. Über Nabiki hatte sie noch furchtbar geschimpft, als ihr diese vor drei Tagen eine Packung Kondome in die Hand drückte. Plötzlich musste sie schallend lachen. Ranmas Gesichts Ausdruck, als sie eins der Dinger hervorfischte, war einfach unbezahlbar. Sie schlüpfte schnell in ihren Pyjama und anschließend ins Bad, um sich herzurichten.

„Kasumi?“, rief sie durchs Haus. Zum Anziehen brauchte sie dringend die Hilfe ihrer großen Schwester.

Ranma hatte sich nur eine schnelle Katzenwäsche gegönnt und saß nun mit seinen Eltern, Nabiki, Herrn Tendo und Happosai um den Frühstückstisch. Bisher war er von Kommentaren zu ihrem nächtlichen Verschwinden verschont geblieben, konnte allerdings auch an dem Blick liegen, welchen er allen bei den ersten Begegnungen zugeworfen hatte. Möglichst unauffällig blickte er immer wieder zu Schiebetüre, wo blieb Akane nur? Sonst brauchte sie auch nicht so lange, um sich fertigzumachen. Dann endlich ging die Schiebetüre auf, doch zu seiner Enttäuschung trat nur Kasumi ein. Zur Feier des Tages trug sie einen Kimono. Der stand ihr gut wie Ranma fand, er wollte gerade seinen letzten Rest an Reis verputzten, als Akane hinter Kasumi hereintrat, er sich verschluckte und heftig husten musste. Scheiße sah sie süß aus, sie trug einen rosaroten Kimono mit einem Blütenmuster und einen violetten Obi. Im Haar trug sie das Haarband, welches er ihr am Weihnachtsbasar gekauft hatte.

Nabiki stieß ihm in die Rippen, „Na Schwager hat es dir die Sprache verschlagen!“, sie grinste breit und Ranma wünschte sie sonst wo hin. Ein Glück, dass seine Reaktion aufgrund Souns Gefühlsausbruch, beim Rest der Familie unbemerkt blieb. Dieser umarmte abwechselnd seine zwei Töchter.

„Oh Akane, Kasumi, ihr seht bezaubernd aus“, plärrte er und schwafelte immer weiter davon, wie Stolz er auf seine Töchter war. Ranma wollte den Moment für eine Retourkutsche nutzen. Nicht nur Nabiki hatte dämliche Sprüche auf den Lippen.

„Wo ist dein Kimono? Ah, ich vergaß, Ziegen tragen keine Kimonos“, er streckte ihr triumphierend die Zunge heraus. Einen Moment sah es so aus, als hätten seine Worte sie tatsächlich getroffen und sofort machte sich ein schlechtes Gewissen in ihm breit.

Doch plötzlich grinste sie gefährlich: „An deiner Stelle wäre ich nicht so frech, dir ist hoffentlich klar, wie tief du in meiner Schuld stehst oder wem glaubst du, verdankst du die letzte Nacht. Du denkst doch nicht, dass Akane sich jemals trauen würde, so etwas in einer Drogerie zu kaufen.“ Erwischt, sein Gesicht verriet alles, dabei hatte sie nur geraten. Ihr Grinsen wurde noch breiter und sie sah ihn herausfordernd an, abwartend, ob ihm weitere Worte einfielen. Sein Gesicht begann zu glühen und die einzige Reaktion, die ihm einfiel, war ihr erneut die Zunge heraus zu strecken. Wahnsinnig geistreich. Es machte ihn rasend, dass sie ihm bei ihren Sticheleien immer überlegen war. Sie lachte und wendete sich wieder ihrem Essen zu. Herr Tendo hatte sich mittlerweile beruhigt und Akane ließ sich neben Ranma nieder. Sie schien nichts von seinem Gespräch mit ihrer Schwester mitbekommen zu haben. Sie lächelte in zaghaft an. Sein Plus beschleunigte sich, er wollte etwas sagen, doch die Worte blieben ihm im Hals stecken. Er schaffte es zurück zulächeln, dann konzentrierte er sich verbissen auf das Essen vor sich.

Schließlich war es so weit und beide Familien maschierten inklusive Happosai zum nahe gelegenen Schrein. Kasumi und Frau Saotome gingen voran, gefolgt von Herren Tendo und Herren Saotome. Dahinter spazierten Nabiki, Akane und Ranma. Happosai hüpfte zwischen ihnen herum und faselte was davon, dass er sich auf die vielen Kimonos freute.

„Benimm dich gefälligst du alter Lustmolch, sonst kannst du was erleben!“, drohte Ranma ihm. „Was für eine Verschwendung, du solltest als Mädchen zum Schrein, ich habe einige Kimonos, in denen würdest du bestimmt bezaubernd aussehen!“ „Vergiss es du Perverser!“ Er ballte die Hände zu Fäusten, noch ein Wort von dem alten Sack und er würde sich vergessen. Doch Happosai ritt nicht weiter darauf herum und hüpfte an ihm vorbei.

„Lass dich von dem doch nicht so ärgern!“, kam es von Akane, er sah zu ihr, wollte etwas erwidern, doch ihr Anblick raubte ihm erneut die Sprache und er blickte auf den Boden vor sich. Nabiki lachte und verschränkte die Arme hinter dem Kopf: „Ich lass euch Turteltäubchen ein bisschen Zeit für euch!“ Sie zwinkerte ihnen schelmisch zu, dann beschleunigte sie ihre Schritte und holte ihre Schwester und Frau Saotome ein. „Also echt, deine Schwester zählt zu den nervigsten Personen, die ich kenne!“ Er verschränkte die Arme vor der Brust. „Da kann ich leider nicht widersprechen, aber sie hat auch ihre guten Seiten!“ „Pah!“, war alles was ihm dazu einfiel.

Endlich beim Schrein läuteten sie die Glocken, beteten für ein gutes neues Jahr und jeder zog einen Orakelspruch. Ranma stand etwas abseits der Gruppe und entfaltete seinen Papierstreifen. Er blickte auf die Zeilen vor sich und las sie bereits zum dritten Mal, eigentlich glaubte er nicht an Orakel, doch irgendwie konnten diese Worte auch kein purer Zufall sein.

„Was steht bei dir?“, neugierig reckte Akane, welche sich zu ihm gesellt hatte, den Hals. Schnell ließ er den Zettel in seiner Hosentasche verschwinden.

„Verrate ich nicht!“ Akane wollte eben etwas erwidern als eine Fahrradglocke beide zusammenzucken ließ.

„Airen!“, brüllte eine ihm leider nur allzu vertraute Stimme und noch bevor er reagieren konnte, landete sie mit ihrem Rad auf ihm. Er würde gerne einmal wissen, was sie damit bezweckte. „Shampoo würdest du bitte von mir runtergehen!“

„Oh, Airen was du machen am Boden?“ Echt jetzt? Ihr Ernst? Wenigstens schob sie das Rad von ihm runter. Er erhob sich und klopfte sich den Dreck von der Kleidung, als sich die Amazone auch schon an seinen rechten Arm klammerte.

„Ranma, dieses Jahr wird unser Jahr, ja, ja, ja?!“ In ihm zog sich alles zusammen, bisher hatte er es vermieden, daran zu denken, wie er mit den restlichen Verlobten und Verehrerinnen verfahren sollte, jetzt, nachdem es zwischen ihm und Akane etwas Ernstes war. Er versuchte seinen Arm aus ihrer Umklammerung zu befreien.

„Shampoo, hör mir zu …“ Weiter kam er nicht, denn aus dem Nichts klammerte sich plötzlich eine zweite Gestalt an seinen linken Arm.

„Hohohoh Ranma-Darling, ich habe ein Neujahrsessen nur für dich gekocht, lass uns zu mir gehen!“

„Nein, Airen verbringen restlichen Tag mit mir, ich zuerst war hier!“

Die Rivalinnen funkelten sich an, während Ranma beide zum Mond wünschte. Der Tag hatte so schön begonnen, mussten die zwei alles kaputtmachen, er blinzelte zu Akane und ihr Gesichtsausdruck ließ nichts Gutes verheißen, er musst die beiden schnell loswerden. Er wollte gerade einen erneuten Versuch starten, als Akane den überraschten Mädchen jeweils einen Schlag verpasste und Ranma aus deren Umklammerung zog.

„Tut mir ja furchtbar leid, euch zu enttäuschen, aber Ranma verbringt den Tag mit mir und unseren Familien und mit niemanden sonst und außerdem … außerdem … gehört Ranma zu mir!“ Damit drehte sie sich zu ihm um und küsste ihn. Wie oft hatte sie sich gewünscht vor den anderen zu ihren Gefühlen stehen zu können, wie oft wollte sie genau so handeln wie die anderen, die sich ihm einfach an den Hals schmissen, sie wollte ihre Gefühle nicht mehr verstecken, die ganzen Welt sollte sehen, dass er zu ihr und sie zu ihm gehörte. Ranma war etwas überrumpelt von ihrer Aktion, hatten sie sich bisher immer nur geküsst, wenn sie unter sich waren. Noch nicht einmal vor ihren Familien hatten sie sich geküsst und jetzt tat sie es hier in der Öffentlichkeit vor allen den Leuten. Doch dann zog er sie in seine Arme und erwiderte den Kuss. Wenn sie bei ihm war, war ihm alles andere egal, er liebte sie von ganzen Herzen und das war alles was zählte.

Shampoo und Kodachi fielen die Kinnladen hinunter und keiner der beiden wusste, wie sie reagieren sollte. Das sich eine von Ranmas vielen Verlobten an ihn ranschmiss und ihn gar küsste, war nichts Neues, doch dass er eine solche Aktion auf diese Art und Weise erwiderte, das hatte es noch nie gegeben.

Als sich die beiden wieder voneinander trennten, wollten sich die beiden auf Akane stürzen, niemals würden sie ihren Ranma einer anderen überlassen.

„Was für faulen Zauber, du angewendet brutales Mädchen?“, wollte Shampoo wissen und zückte ihre Waffen.

„Wie kannst du meinen Darling nur so schamlos verführen!“, brüllte Kodachi.

Gegen Ranmas Schnelligkeit waren sie allerdings chancenlos, er kickte Shampoo ihre Waffen aus der Hand und entriss Kodachi ihre Bänder, bevor sie Schlimmeres damit anstellen konnten.

„Lasst den Quatsch, ich will mit keinen von euch beiden den heutigen Tag verbringen oder überhaupt irgendeinen Tag und ich warne euch, wenn ihr Akane auch nur ein Haar krümmt, dann vergesse ich meine Prinzipien. Akane hat keine faulen Zauber oder irgendwelche Tricks notwendig“, er blickte beiden fest in die Augen, sie sollten verstehen, wie ernst ihm seine nächsten Worte waren, „ich liebe sie und sie ist die Frau, mit der ich mein Leben verbringen möchte!“, er wich ihren Blicken nicht aus, dann setzte er nach: „Und jetzt entschuldigt uns!“

Er drehte sich herum, hob eine überraschte Akane in seine Arme und sprang mit ihr davon, während Shampoo und Kodachi mit ungläubigen Blicken zurückblieben. Keiner der beiden brachte den Willen auf, ihnen zu folgen. Wie er sie eben angesehen hatte und wie fest seine Stimme klang, als er die Worte aussprach. Shampoo erwachte als Erstes. Mit Tränen in den Augen schnappte sie sich ihr Rad und fuhr los. Kodachi hob ihre Bänder auf, dann sprang sie ebenfalls davon.

Akane war knallrot angelaufen. Seine Worte hallten in ihrem Kopf nach. Hatte er das eben laut vor alle den Leuten gesagt? Okay, zugegeben, die meisten hatten ihnen keine Beachtung geschenkt, aber trotzdem. Erst als Ranma wieder stehen blieb, wurde sie aus ihren Gedanken gerissen. Er war vor dem Aufgang zum Schrein stehen geblieben. Vorsichtig setzte er sie ab. Sie suchte seinen Blick. Er lächelte sie zaghaft an, sie lächelte zurück.

„Ich konnte dir noch gar nicht sagen, also, der Kimono steht dir richtig gut!“, fing er an, dabei spielte er mal wieder mit seinen Fingerspitzen. Akanes Herz vollführte einen Saltosprung, sie hätte es zwar nie zugegeben, aber sie wartete schon seit sie ins Wohnzimmer getreten war darauf, dass er endliche etwas zu ihrem Outfit sagte.

„Danke“, hauchte sie, sie lehnte sich vor und drückte ihre Lippen sacht auf seine. Diesmal erwiderte er den Kuss sofort und zog sie wieder fest in seine Arme. Als sie sich wieder von ihm löste, fragte sie schließlich: „Verrätst du mir jetzt, was dir dein Orakel fürs kommende Jahr prophezeit hat?“

„Wieso willst du das unbedingt wissen?“

„Weil ich Neugier bin, du kannst meinen Orakelspruch auch lesen, wenn du möchtest.“

Er sah sie für einen Moment nachdenklich an, schließlich griff er in seine Hosentasche und fischte seinen Zettel hervor.

„In Ordnung, dann lass uns tauschen.“ Er reichte ihr seinen Zettel und sie ihm ihren.

„Auf drei! Eins, zwei, drei!“, zählte Akane, dann öffneten beide den Zettel des jeweils anderen.

>> Lassen Sie die Vergangenheit ruhen und blicken Sie nach vorne. Eine Ihnen nahestehende Person in Ihrem Leben wird Ihnen helfen zu erkennen, was wirklich wichtig ist. <<

Las Ranma auf Akanes Zettel, während sie zu lesen bekam:

>> Nach Jahren des ständigen Reisens und der ewiger Unruh finden Sie endlich den gesuchten Halt in einer wichtigen Person an Ihrer Seite. Gemeinsam meistern sie alle kommenden Herausforderungen. <<

Die beiden blickten gleichzeitig auf, starrten sich an und grinsten dann. Das neue Jahr konnte kommen, zusammen waren sie gegen alles, was sie auch erwarten mochte, gewappnet.

~*~*~*~*~*~*~*~

Ich hoffe, der OS hat euch gefallen. Ich würde mich sehr über Rückmeldungen freuen!
Ich wünsche euch noch einen schönen Neujahrstag!

Bis bald!

glg animachibi :3
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