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Augen-Blicke

von Harpye
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Liebesgeschichte / P16 / Het
Yuji Itadori
31.12.2021
05.03.2022
3
5.003
6
Alle Kapitel
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25.01.2022 1.033
 
Der heiße Sommer tut dir gut. Aber nicht nur des Wetters wegen, sondern auch, weil dein Schwarm Yuji deswegen öfters draußen anzutreffen ist. Manchmal mit Freunden aus deiner Schule – Megumi und Nobara sind meist bei ihm. Allein schon, dass Nobara so viel Kontakt mit ihm hat, zieht dich und dein Selbstbewusstsein noch weiter runter. Es redet dir immer ein, wie hübsch Nobara doch ist und das sie gewiss besser zu ihm passen würde als du.
Und im Endeffekt gibst du deinem Gewissen sogar recht, aber dein Herz macht es nicht.
Aus diesem Grund bevorzugst du es meist, wenn Yuji alleine oder mit seinem Opa zusammen im Garten verweilt.

Auch heute ist er wieder im Garten und du warst gerade an deinen Hausaufgaben bei, als du hämische und angestrengte Geräusche aber auch ein herzhaftes Lachen von draußen hören konntest.
Das konnte nur Yuji sein, dachtest du dir.
Also rollst du gehüpft wie gesprungen mit deinem Rollstuhl zum offenem Fenster und lugst kleinlich aus jenem zu deinem Nachbarshaus und auf deren Garten.
Jegliche Gedanken an deine schwere Matheaufgabe von vorhin sind wie weggeblasen und deine Kinnlade steht weit offen, als du nun sehen kannst, wie Yuji energiegeladen und voller Elan im Garten Basketball spielt.
Seine Bewegungen sind atemberaubend, wie galant er von einem zum anderen Fleck schreitet und erneut mit einem hohen Sprung den Ball einlocht.
Sein herzhaftes Grinsen, welches er seinem Opa im Klappstuhl zuwirft, lässt dein Herz höher schlagen als alles andere. Wieder dieses beflügelnde Gefühl in dir, jetzt lacht er sogar noch und du könntest glatt vom Stuhl fallen – wärst du sogar fast.
Und versteckt hast du dich deswegen auch in Lichtgeschwindigkeit, denn sowohl Yuji als auch sein Opa wollten einen Blick in dein offenes Fenster werfen.
Hoffentlich machen sie sich nicht zu viele Gedanken, denkst du dir. Immerhin hast du dich nun schneller und besser versteckt als das letzte Mal – in letzter Zeit lässt du dich aber auch häufiger erwischen. Wirklich ungeschickt.
Du fragst dich, ob du das aus Absicht machst, oder ob du einfach wirklich mittlerweile so tollpatschig vor ihm geworden bist – und das, obwohl du doch eigentlich meilenweit von ihm entfernt in deinem Kämmerchen hockst.
Denn eines ist klar: würde er vor dir stehen und mit dir reden, würdest du in eine Schockstarre verfallen. Du könntest dir gar nicht vorstellen, auch nur ein Wort mit ihm zu wechseln – selbst in der Schule ist so etwas schwer, es sei denn, es handelt sich um eine Gruppenarbeit, und mit Yuji zusammen in eine Gruppe landen, oh je, dem weichst du wirklich geschickt aus.
Als du nun aber den Ball wieder auf den Boden preschen hören kannst, atmest du beruhigt aus. Yuji hat das Spiel erneut aufgenommen. Vermutlich möchte er für das aufkommende Basketball-Spiel trainieren. Schließlich ist er ein starkes Mitglied und möchte sein Team immer unterstützen.
Noch etwas, was dich an ihm total fasziniert – Teamfähigkeit und sogar Leitfähigkeit.
Exakt die Eigenschaften, die du nicht hast und niemals haben wirst.
Wunderbar.
Deine Neugierde stapelt sich jedoch, denn du möchtest Yuji gerne weiterhin beim Basketballspielen beobachten.
So lugst du noch einmal interessiert aus dem Fenster, obwohl doch deine Hausaufgaben auf dich warten, aber wegen Yuji kannst du dich halt überhaupt nicht konzentrieren.
Er ist so viel interessanter und imposanter für dich, du könntest ihm den ganzen Tag beim Sport zusehen. Für dich wäre er immer unterhaltsam, egal, was er macht.

Mit eisernem Willen trottet er zum Korb heran, den Ball immer mäßig in seiner Bewegung, bis er mit dem letzten Schritt und einem großen Sprung erneut den Korb einlocht und dort eine Weile hängen bleibt.
Seine große Statur baumelt hin und her, sein ausgeprägter Rücken ist durch seine breiten Schulterblätter besonders hervorgehoben, seine Arme in bebende Muskeln gelegt, ehe er von dem Korb ablässt und auf seine starken Beine zum Stehen kommt.

Schon wieder bebt dein ganzer Körper bei diesem Anblick – sogar noch mehr, als Yuji sich mit der rechten Hand durch sein genässtes Haar fährt und wieder sein strahlendes Lächeln jede Frau zum Schmelzen bringen könnte.
Gott, dein Herz fliegt dir um die Ohren und dir wird wieder so unbeschreiblich warm. Wenn Yuji bloß wüsste, was er mit dir anstellt – du würdest dich in Grund und Boden schämen und nie wieder mit ihm reden wollen, sowohl aus Angst als auch aus Scham.
Dennoch lässt du deine Träume hier und da schwirren, denkst an nicht ganz so jugendfreie Dinge, oh, ganz und gar nicht.
Auch wenn du äußerlich vielleicht eine langweilige, nervöse und eintönige Person bist: du kannst auch anders. In deinen Träumen bist du mutiger und sagst Yuji sofort, was du für ihn empfindest.
Du stellst dir vor, wie er dich zärtlich umarmen würde, wie sich seine große Gestalt an dich pressen würde und wie er dir süße Nichtigkeiten flüstern würde.
Allein seine Größe macht dich ja schon ganz schwach auf den Beinen; sollte er also noch Liebesgeflüster an dich hauchen, erfüchtest du, dass dir glatt die Synapsen durchbrennen.
Und allein dieser Gedanke lässt dich schon wieder so warm untenrum werden, so heiß, so ... feucht.
Sobald du das bemerkst, widert dich dein Selbst doch wieder an, was für unbehagene und feuchtfröhliche Gedanken du doch über Yuji hegst, andererseits schiebst du es auf deinen verrücktspielenden Hormonhaushalt und freust dich über jeden Tagtraum, den du mit deinem Schwarm zusammen haben kannst.
Immerhin ist es das, was dich am meisten glücklich stimmt.
Und noch glücklicher macht es dich, als du erspähst, wie Yuji sein Tanktop anhebt, um den Schweiß von seinem Gesicht zu wischen.
Die freie Sicht auf seine heißglänzenden Bauchmuskeln machen deine Tagträumerei zu etwas Verspieltem, Schmutzigem – das allein lässt deinen Kopf hochrot werden.
Als er es nun jedoch wagt, sein Tanktop ganz über seinem Kopf auszuziehen und dir diesen preisgekrönten Körper zu präsentieren, fällst du glatt aus allen Wolken.
Es kommt nicht häufig vor, dass du ihn oberkörperfrei zu Gesicht bekommst, deshalb beleuchtest du jeden Moment sehnsüchtig, scannst seinen durchtrainierten Körper von oben bis unten ab und merkst gar nicht, wie weit dir mit heißgeröteten Wangen der Mund offen steht.
"Ein traumhafter Körper...", mehr bringst du nicht über die Lippen, denn alles weitere spielt sich in deinem kleinen Köpfchen ab.
Gott, wie sehr du ihn liebst.
Ihn.
Yuji Itadori ...
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