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Pinguin Paul und die Ballon-Panne

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAbenteuer, Freundschaft / P6 / Gen
27.12.2021
27.12.2021
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Anmerkung: Dies ist eine Fortsetzung zu Pinguin Paul und sein größter Wunsch, Pinguin Paul und die bunten Lichter und Pinguin Paul und der Eier-Dieb

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Es war einmal ein Pinguin, noch nicht ganz erwachsen, und im Gegensatz zu den anderen eher klein. Sein Name war Paul und er hatte bei seinen ersten Abenteuern tolle Freundschaften geschlossen. Zuerst hatte er das kleine Rentier namens Robin kennengelernt. Zusammen hatten sie Koko, das Küken, bei einem weiteren Abenteuer getroffen. Nun begann das nächste.

»… alles Gute für dich!«, kamen sie schräg zum Ende des Geburtstagsliedes.
»Dankeschön.« Paul schlug gerührt in die Flossen. Alle standen sie vor ihm. Seine Eltern, Paola und der Rest ihrer Kolonie.
Seine Mutter kam als Erste zu ihm und drückte einen Schmatzer auf seine Schnabelspitze. Nach ihr watschelte Paola auf ihn zu und drückte ihn fest an sich. Danach wurde Paul einmal durch alle Flossen durchgereicht, bis alle ihm persönlich gratuliert hatten.
Nachdem Paul genug Glückwünsche entgegengenommen hatte, um bis zum übernächsten Geburtstag versorgt zu sein, kam Paola erneut auf ihn zugewatschelt.
»Da kommt deine Überraschung«, sagte sie grinsend und zeigte mit ihrer Flossenspitze hinter Paul in die Höhe.
Paul drehte sich um und schaute in den Himmel, doch er entdeckte zunächst nichts. Was meinte sie nur? Er kniff die Augen zusammen, um besser zu sehen zu können. Und dann sah er es. Hinter einer Wolke tauchte ein dunkler Fleck auf, der immer näher kam. Robin! Freude strömte durch Pauls kleinen Körper, als er seinen Freund und den kleinen rot-grünen Schlitten erkannte. Er hatte ihn seit über vier Monaten nicht mehr gesehen. Nach Ostern hatte Koko ihnen noch ihre Heimat für ein paar Tage gezeigt, bevor Robin ihn nach Hause gebracht hatte. Seitdem war sein Freund, wie alle am Nordpol, mit den Vorbereitungen für das nächste Weihnachtsfest beschäftigt.
Robin leitete den Sinkflug ein und kam kurz darauf galoppierend auf dem Eis auf. Vor Aufregung hüpfend watschelte Paul auf ihn zu.
»Was … was machst du …?«, begann er stotternd.
»Überraschung!«, rief Robin – und Koko! Paul hielt inne. Das Küken flatterte über den Schlitten auf Robins Rücken. Sie trug ein rotes Wollmützchen und einen winzigen weißen Schal. Pauls Grinsen wurde immer breiter, seine Schnabelwinkel taten bald weh. Er ging zu den beiden und umarmte sie nacheinander.
»Alles Liebe zum Geburtstag!«, gackerte Koko und hüpfte in die Höhe.
»Danke«, antwortete Paul und strich sich hastig über den Augenwinkel. Dass die beiden kommen würden, damit hätte er nie gerechnet.
»Wir haben auch ein Geschenk«, sagte Robin, nachdem Paul ihm aus dem Geschirr geholfen hatte. Er trabte zum Schlitten und holte den Sack des Weihnachtsmannes hervor. Koko half ihm beim Offenhalten und Robin zog mit seinem Geweih das Geschenk heraus.
Ballons! Pauls Herz machte einen Hüpfer. Unzählige mit Helium gefüllte Ballons in allen möglichen Farben.
»Herzlichen Glückwunsch«, sagte Robin strahlend.
Paul sah auf seine Flossen. Die Ballons selbst festzuhalten wird nicht gehen. Sein Blick ging betrübt zu Boden.
Doch Robin stupste ihn an. »Daran haben wir gedacht.« Er hielt Paul die beiden Schlaufen der Schnüre hin, an denen die Ballons befestigt waren. Pauls Augen leuchteten auf. Er schlüpfte mit den Flossen hindurch und – flog augenblicklich davon.
Pauls Herzschlag beschleunigte sich und er strampelte verzweifelt mit den Füßen. Er hörte Rufe von unten, doch er stieg so schnell nach oben, dass er nichts verstand.
»Ruhig bleiben!«, sagte er mit zittriger Stimme zu sich selbst. Er atmete tief ein und wieder aus. Dann sah er nach oben zu den Ballons. Aus den Schlaufen rutschen ging nicht, dadurch würde er abstürzen. Er sah nach unten. Unter ihm war kein Eis mehr, sondern bereits der antarktische Ozean. Paul konnte zwar gut schwimmen, wie er bei seinem ersten Abenteuer zum Nordpol bewiesen hatte, aber allein den plötzlichen Sturz zu überleben, wäre fast unmöglich. Die Panik überfiel ihn erneut.
Plötzlich hörte er etwas.
»Paul!«, rief jemand. Er drehte seinen Kopf nach hinten. Robin kam rasend auf ihn zugeflogen.
»Ich bin so schnell hinterher, wie ich konnte« keuchte Robin, als er Paul eingeholt hatte. Er musterte ihn und zog danach skeptisch die Augenbrauen zusammen. »Ich weiß nicht, was ich machen kann.« Die Verzweiflung in seiner Stimme machte Paul noch nervöser.
»Achtung!«, kreischte eine schrille Stimme unvermittelt.
Paul sah nur noch einen schwarz-weißen Flügel, dann ruckelte es. Ein Zischen drang von oben an sein Ohr. Es ruckelte nochmal und ein weiteres Zischen erklang. Paul blickte sich um. Eine kleine Möwe wendete im Flug und flog auf ihn zu. Nein, sie flog auf die Ballons zu und pickte im Vorbeifliegen auf einen ein. Wieder ruckelte es dabei und das Zischen wurde lauter. Luft strömte nach und nach aus den Ballons. Mit jeder weiteren Runde, die die Möwe flog, sank Paul langsam gen Wasser. Die Möwe machte weiter bis genug Ballons angestochen waren, dass Paul gemütlich hinuntersegelte.
Schlussendlich tauchte er sanft mit den Fußspitzen in das eisige Wasser und rutschte aus den Schlaufen. Als Paul aus dem Wasser auftauchte, sah er die übrigen Ballons davonfliegen. Paul schwamm zur nächsten Eisscholle und sprang drauf.
Robin kam hinterher und verharrte schwebend neben der Scholle in der Luft. Die kleine Möwe landete neben Paul auf dem Eis.
»Danke«, sagte Paul, noch leicht benommen, zur Möwe.
Die Möwe piepte vergnügt: »Kein Problem.«
»Ich bin Robin.« Das kleine Rentier klopfte mit einem Huf aufs Eis. Er hatte sein breites Grinsen bereits wiedergefunden. »Und das ist Paul.« Mit seinem Geweih deutete er auf ihn.
Paul hob eine Flosse. Sein Herz hämmerte immer noch wie wild in seiner Brust. Und er befürchtete, dass der Geburtstagsfisch wieder hochkommen könnte. Ganz zu schweigen von seinen Beinen und Flossen, die sich wie Algen anfühlten.
»Ich heiße Mimi«, krächzte die Möwe und winkte mit einem Flügel.
»Ich hole den Schlitten, dann musst du nicht schwimmen«, sagte Robin und flog eilig davon.
Paul schnaufte aufgewühlt. »Das war mal eine überwältigende Geburtstagsüberraschung.« Ein kleines Kichern drang aus seinem Schnabel.
»Du hast Geburtstag?«, fragte Mimi und sah ihn aus neugierigen Augen an.
Paul nickte und lächelte.
Da kam Robin mit dem Schlitten hinter sich wieder. Über dem Wasser schwebend blieb er stehen.
Paul beäugte den Abstand zwischen Eisscholle und Schlitten. Er würde wohl springen müssen. Plötzlich tauchte ein riesiger blau-grauer Kopf aus dem Wasser auf. Ein Blauwal lächelte in freundlich an und deutete mit seiner Schwanzflosse auf seinen Rücken.
Paul verstand ihn, bedankte sich und kletterte mit der Hilfe des Wals in den Schlitten.
Mit einem donnernden Platschen verabschiedete sich der Wal sofort wieder.
Paul setzte sich auf die rote Holzbank. Er sah zu Mimi, die unschlüssig auf der Eisscholle hin und her hopste.
»Möchtest du mit auf meine Geburtstagsparty?«, fragte Paul und lächelte sie an.
Mimi strahlte. »Aye, gerne.« Sie flog zum Schlitten und setzte sich neben Paul.
»Gut festhalten!«, rief Robin und gemeinsam flogen sie zurück zur Kolonie. Dort feierten sie alle zusammen – ohne weitere Pannen.
Dass aus seinem Geburtstag solch ein Abenteuer werden würde, hatte Paul nicht erwartet.
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