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Die Liebe bleibt...

von Landei
Kurzbeschreibung
OneshotSchmerz/Trost / P12 / MaleSlash
Magnus Bane
27.12.2021
27.12.2021
1
1.813
12
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Hallo, das ist mein erster Beitrag in diesem Bereich, vielleicht schaut der ein oder andere ja mal rein.
Ich schreibe nur aus Spaß und habe keine Rechte an Shadowhunters.

 


Die Liebe bleibt …

Tief in Erinnerungen versunken, drehte Magnus seinen Ehering am Finger, den seines Ehemannes trug er an einer Kette um seinen Hals, dicht an seinem Herzen. Vor ihm lag ein Stapel Fotoalben und ein großes, halbgefülltes Cocktailglas stand daneben. Heute wäre ihr 150. Hochzeitstag gewesen. Wie jedes Jahr an diesem Tag, waren seine Gedanken bei seinem Alexander, aber wenn er ehrlich war, waren seine Gedanken jeden Tag bei seinem geliebten Ehemann.

Inzwischen konnte er mit dem Verlust leben, er hatte Alexander versprochen, nicht ewig um ihn zu trauern und sein Leben wieder aufzunehmen und weiterzumachen. Das kleine Stückchen Seele, das er von Alexander in sich trug, half ihm dabei. Vor seinem Tod hatte sein Ehemann ihn darum gebeten, etwas von seiner Seele zu nehmen, es musste doch einen Weg geben, damit das gelingen konnte. Magnus hatte nachgeschlagen und einen Zauber gefunden, sein Alexander hatte ihm einen Teil seiner Seele überlassen, damit er so immer bei ihm sein konnte, auch nach seinem Tod.

Magnus konzentrierte sich kurz auf dieses Stück in sich, er konnte die Wärme und die Liebe in sich spüren.

Er lächelte und schloss die Augen, er sah das Lächeln seines Mannes vor sich, seine wundervollen Augen, die ihn auch nach 60 Jahren Ehe noch liebevoll angeblickt hatten, und spürte beinah die Küsse und den Geschmack von Alec auf seinen Lippen. Gedankenverloren leckte er sich über seine Lippen und ihm war der Tag ihrer Hochzeit wieder vor Augen, als ob es gestern gewesen wäre. Sie hatten eine lange Ehe geführt, dank der Engel und seiner Magie, hatte Alec lange gelebt und war an seiner Seite geblieben. Doch so sehr er es auch versucht hatte, seine Magie hatte Alecs Leben nur begrenzt verlängern können. Das hatte er immer gewusst und versucht, jeden Tag dankbar anzunehmen und ihn zu genießen.

Dass dieser, sein Schattenjäger, etwas ganz besonders gewesen war, wusste er vom ersten Augenblick an. Diese Meinung hatte er bis heute nicht geändert. Er hatte damit gerechnet, dass ihre Ehe irgendwann zu Routine werden würde, die Liebe sich abschwächen würde und trister Alltag ihr Leben bestimmen könnte. Doch das Gegenteil war eingetreten, ihr Liebe war über die Jahre sogar gewachsen, das war ihm unmöglich erschienen, weil er dachte, er würde Alec schon mehr lieben als alle anderen vor ihm, aber Alec hatte ihn, wie so oft, überrascht und ihre Verbindung war immer tiefer und inniger geworden.

Langeweile und Routine war nie eingetreten … das lag zum Teil an ihrer großen und teilweise chaotischen Familie, und zusätzlich ließen die äußeren Umstände sie kaum zur Ruhe kommen. Irgendeine Krise gab es immer, die Kohorte hatte die Schattenjägerwelt in zwei Lager geteilt, die beiden Lager hatten einen brüchigen Waffenstillstand, aber ihre Gegensätze waren nicht zu überwinden. Die Kohorte hassten und verachteten Unterweltler und wollten nichts mit ihnen zu tun haben, die anderen Schattenjäger schätzten sie und kooperierten mit Unterweltlern, sie hatten untereinander Bündnisse, Freundschaften und Ehen geschlossen. Sie waren zusammengewachsen und alle profitierten davon. Die Kohorte hatten sich in Idris eingeschlossen, sie kamen nur heraus, um Attentate zu verüben und Unruhe zu stiften.

Magnus hatte einiges in seinem langen Leben gesehen und Kriege erlebt, aber noch nie hatte er eine Gruppe von Fanatiker so verabscheut und gehasst wie die Anhänger der Kohorte. Denn das war eine sehr persönliche Angelegenheit. Einige Attentäter hatten Jace, Clary und noch andere Schattenjäger bei einer Reihe von feigen und sinnlosen Bombenanschlägen getötet. Zum Glück war Alec nicht bei ihnen gewesen, er war bei einem Treffen mit dem König des Dunklen Hofes gewesen, Kieran hatte vieles zum Guten gewendet und das Verhältnis mit den Feenwesen hatte sich deutlich verbessert.

Die Anhänger der Kohorte hatte den neuen Regierungssitz der Schattenjäger mit Bomben in die Luft gesprengt und viele getötet. Darunter auch Jace und Clary. Der Verlust seines Parabatai hatte Alec fast umgebracht, doch er konnte nicht auch sterben, er musste weiterleben und sich um die Kinder von Jace und Clary kümmern. Diese drei Kinder hatten sie auch adoptiert, für Alec war es eine Selbstverständlichkeit, das zu tun. Izzy und Simon hätten die Kinder auch in ihre Familie aufgenommen, aber Alec hatte darauf bestanden, die drei zu nehmen und ihnen ein guter Vater zu sein.

Magnus schüttelte den Kopf, so lange war er allein gewesen, ohne eine Familie, nur mit Ragnor und Catarina als Freunde an seiner Seite, mit denen er die Jahrhunderte durchlebt hatte. Durch seinen Ehemann hatte er eine große Familie bekommen, er war fünffacher Vater, Großvater und Urgroßvater. Gleich würden zum stilvollen und opulenten Abenddinner, das er zum Gedenken an ihren 150. Hochzeitstag ausrichtete, viele Gäste ins Haus kommen. Einige seiner unsterblichen Freunde würden kommen. Freunde, die ihn schon lange begleiteten und bei ihrer Hochzeit dabei gewesen waren. Catarina, Madzie, Lorenzo hatten zugesagt, auch Bruder Zachariah wollte kommen. Magnus freute sich, sie zu sehen, natürlich war sein Sohn Max auch dabei, er war schon mit seiner Familie angekommen und Magnus konnte sie im Nebenraum hören. Er würde gleich zu ihnen gehen, aber sein Sohn wusste, dass er noch etwas Zeit für sich brauchte und passte auf, dass keiner zu ihm ging.

Wenigstens war eines seiner Kinder so unsterblich wie er und konnte ihn durch die Zeit begleiten, das war ihm ein großer Trost. Max und er waren ein gutes Team und hatten einiges zusammen durchlitten, sie hatten ihre Familienmitglieder sterben sehen, hatten an ihren Gräbern zusammen geweint und sich gegenseitig beigestanden. Für Max musste er stark sein und weitermachen, sein Sohn brauchte ihn.

Sein Leben war nicht einsam, es war erfüllt und voller Aufregung und Überraschungen. Er war das Familienoberhaupt, auch seine Enkel und Urenkel kamen zu ihm, wenn es Problem gab, sie jemanden zum Reden brauchten oder einen guten Rat. Für jedes Familienmitglied und seine Freunde hatte er jederzeit ein offenes Ohr, er hatte ein Amt, das ihn beanspruchte und forderte. Er war so etwas wie der „Außenminister“ der Schattenjägerregierung, er vermittelte zwischen den Schattenjägern und allen Vertretern der Schattenwelt, führte diplomatische Gespräche, schloss Bündnisse und sorgte dafür, dass Unterstützung und Hilfe kamen, wenn sie von ihren Verbündeten angefordert wurden. Seine Meinung und seine Erfahrung waren sehr geschätzt und gefragt, er hatte viel erreicht und das Verhältnis zwischen Schattenjägern und den anderen Schattenweltlern war noch sie so gut wie derzeit.

Auch das war zum Teil seinem Ehemann zu verdanken, Alec hatte so viel erreicht und sich sein Leben lang für beide Seiten eingesetzt und Gräben geschlossen, Brücken gebaut und Bündnisse geschmiedet. Ihm zu Ehren wurde sogar eine Bronzestatue in der neuen Hauptstadt errichtet, das hätte sein Mann sicher albern und übertrieben gefunden, aber das war erst nach seinem Tod beschlossen worden, darum konnte Alec nicht mehr dagegen Einspruch erheben. Magnus war stolz darauf, er hatte mit Genehmigung der Regierung der Schattenjäger die Figur zusammengezaubert, sie zeigte Alec mit seinem Bogen, die Statur hatte das Gesicht des jungen Alexanders, so wie er seinen Mann kennengelernt hatte. Die Lebensleistung seines Mannes wurde damit anerkannt und er hatte einen Schutzzauber um die Figur gelegt, sie verwittert nicht, wurde nicht von Tauben beschmutzt und konnte nicht beschädigt werden.

Es klopfte an die Tür. Magnus schreckte auf und sah zur Uhr, es war später als gedacht. Eigentlich musste er noch die Dekoration machen, sich das passende Outfit raussuchen und sich überlegen, welche Musik er zum Essen spielen würde. Er rechnet damit, dass Max zu ihm kam, es war aber Simon. In seinem Leben hatte es viele überraschende Wendungen gegeben, Simon war eine davon …

Der Vampir hat nach langem Hin und Her doch noch Izzy geheiratet, sie hatten auch zwei Kinder adoptiert und Simon hatte inzwischen ebenfalls Urenkel, dabei sah er noch immer aus wie 18. Das war immer zum Schmunzeln, wenn optisch viel älter aussehende Personen zu ihm „Opa“ sagten, aber ihm erging es das kaum anders, sein Alter war ihm auch nicht anzusehen.

Simon hatte unter dem Verlust von Izzy und Clary auch furchtbar gelitten und war nach dem Tod seiner Frau drei Jahre in Depressionen verfallen und war kaum zu gebrauchen gewesen, aber er hatte sich wieder gefangen. Seine Kinder und auch Magnus, waren für ihn da gewesen. Der Vampir hatte ihn, nach dem Verlust von Alec, auch sehr unterstützt und aufgefangen. Vor zehn Jahren waren sie ein Paar geworden, es hatte sich einfach so entwickelt, wie es passieren konnte, wussten sie beide nicht genau. Es wurde aus ihrer Freundschaft einfach mehr. Sie beide wussten, dass in ihren Herzen immer Izzy und Alexander einen großen Platz einnehmen würden, dass niemand sie ersetzen konnte, aber sie beide brauchten jemanden an ihrer Seite, körperliche Nähe und Halt, jemanden, der den anderen verstehen konnte und akzeptierte, dass die beiden Lightwoods immer im Hintergrund präsent sein würden. Für Max war es in Ordnung, dass sein Vater wieder jemanden an seiner Seite hatte, er hatte sich das gewünscht und Simon kannte er schon sein Leben lang, er war ein guter Kerl.

Simon ging zu Magnus und zog ihn hoch.

„Du weißt, gleich ist das Haus voller Gäste, du solltest dich langsam fertig machen. Ich könnte auch einfach für alle Pizza bestellen und Max zaubert in den Garten Biertischgarnituren und Getränke, das ist mal etwas anders, ziemlich schlicht und rustikaler, alle in Jeans und T-Shirts, ohne viel Glanz und Glitter.“

Magnus boxte dem Vampir spielerisch gegen den Arm und schüttelte den Kopf.

„Als ob das mein Stil wäre … es wird eine prachtvolle Tafel geben, mit feinsten Speisen, die einen König vor Neid erblassen lassen würden, stimmungsvolle Musik und ich erwarte, dass ihr euch in Schale werft. Wehe, du kommst in Jeans zum Essen! Es wird Glitter und Glamour geben und einige Überraschungen, ich will doch die Kinder nicht enttäuschen, sie erwarten von ihrem Urgroßvater einiges, ich habe mir schon etwas überlegt, natürlich gib es später noch ein Feuerwerk.“

Simon grinste nur, er hatte Magnus aus den Erinnerungen gerissen und wieder in die Gegenwart gebracht. Nun war der Hexenmeister wieder in seinem Element und voller Energie und Lebensfreude, so sollte es sein.

Magnus ging hinaus und wurde gleich von Max in Beschlag genommen. Simon räumte noch die Fotoalben beiseite und atmete durch. Er hoffte, Alec würde ihm nicht den Arsch aufreißen, wenn sie sich irgendwann nach ihrem Tod mal wiedersehen würden, weil er mit Magnus zusammen war. Aber so, wie er den Schattenjäger kannte, wäre er froh, dass sein Mann wieder jemanden hatte, genau wie Izzy zufrieden sein würde, dass er nicht mehr allein war. Die zwei waren immer bei ihnen, er hatte das Gefühl, sie waren wie Schutzengel an ihrer Seite, unsichtbar, aber immer spürbar für ihn und Magnus. Mit diesem Wissen konnten sie beide ihr Leben weiterführen, auch ohne die beiden Lightwoods, die ihnen alles bedeutet hatten.

Ende

Das war es, vielen Dank fürs Lesen. Über Feedback würde ich mich freuen, in welcher Form auch immer.
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