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Visio futuri

Kurzbeschreibung
OneshotMystery / P12 / Gen
26.12.2021
26.12.2021
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Hallo, meine lieben Leser! :D

Und wieder hat es mit einer Idee zum aktuellen Prompt des Projekts „Wochen-Challenge“, von Sira-la, aus dem Forum, geklappt! ^^
Dieses Mal, erneut, im Bereich Freie Arbeiten. :D

Hier noch einmal die ‚Erinnerung‘ an die Verfahrensweise bei dem Projekt:

Sira-la postet jeden Sonntag einen Prompt unterschiedlichster Art für die nächste Woche, zu dem man dann genau eine Woche Zeit hat, Etwas dazu zu schreiben und am folgenden Sonntag dann hochzuladen.

Der Prompt für diese Woche lautete wie folgt:

Kalenderwoche 51:
Als du an diesem Weihnachtsmorgen aufwachst, steht eine Schneekugel, die du noch nie zuvor gesehen hast, auf deinem Nachttisch. Als du sie berührst, gibt es einen hellen Blitz und plötzlich befindest du dich in ihrem Inneren. Was hat es mit dieser Schneekugel auf sich, wer lebt dort und wie kommst du wieder zurück?


Ich hoffe, die Umsetzung ist mir gelungen! :)


Nun aber genug der langen Vorrede!
Ich wünsche euch noch einen ruhigen 2. Weihnachtstag-Abend & nun viel Spass beim Lesen! :D



Vlg Lady Duchess



Titel: Visio futuri

Piep, piep, piep. Piep, piep, piep.

Von diesem penetranten Geräusch aus dem Schlaf gerissen, tastete sie halbwach und blindlings nach diesem Anzeiger der Zeit auf ihrem Nachtschrank, um ihm einen Schlag zu verpassen, so dass er endlich schwieg.

Nach endlosen Sekunden hatte sie ihn ertastet und mit einem kräftigeren Schlag als vorgesehen, verstummte der nervige Chronometer.

Immer noch müde, stemmte sie sich in eine sitzende Position und rieb sich über die Augen.
Es war eindeutig noch zu früh um aufzustehen, aber bis zum weihnachtlichen Familientreffen, beginnend mit dem Mittagessen, musste sie noch einige Dinge in ihrem Haushalt erledigen und auch pünktlich losfahren, um nicht zu spät zu kommen.

Etwas wacher, schlug sie die Bettdecke zurück, um aufzustehen und als Erstes neugierig aus dem Fenster zu schauen.
Vielleicht hatte es ja doch etwas Schnee, so wünschenswert und passend, zu Weihnachten gegeben.
Auch, wenn die Meteorologen dem nur eine knapp 30%ige Chance gaben. Aber die Hoffnung starb ja bekanntlich zuletzt.

Nun aus dem Bett aufstehend, streckte sie sich erst einmal und wollte gerade ihren Plan in die Tat umsetzen, als sie auf einmal stutzte und ihren Blick zurückwandte.
Dort, auf ihrem Nachtschrank, wo sich sonst nichts weiter befand, als ihr Radiowecker und das Buch, dass sie im Moment las, befand sich seltsamerweise noch ein weiterer Gegenstand.
Eine Schneekugel.

Verwirrt, lenkte sie nun ihre ganze Aufmerksamkeit auf diese.
Was machte eine Schneekugel hier? Und wie kam sie dorthin?!

Nachdenklich, betrachtete sie das kleine Objekt in der, trotz, dass sie es nicht einmal berührt hatte, der Schnee unaufhörlich hin und her wirbelte.

Neugierig, griff sie danach und schrak im nächsten Augenblick heftig zusammen.

Ein gleißend heller Blitz blendete sie und die Schneekugel beinahe fallen lassend, kniff sie die Augen fest zusammen und hob zusätzlich ihren linken Arm davor, um sich vor dem gleißend-hellen Licht wenigstens etwas zu schützen.

Nach bangen Minuten fing sie urplötzlich an zu frösteln, etwas Nasses berührte ihre Füße und irritiert davon öffnete sie die Augen und war im nächsten Augenblick absolut sprachlos.

Sie hatte nicht den leisesten Schimmer, wie DAS geschehen konnte, aber sie stand urplötzlich in einer weiten Schneelandschaft, die kein Ende zu haben schien.
Immer noch verblüfft, sah sie sich etwas um und registrierte einen beginnenden Wald in einiger Entfernung, zerklüftete und von Schneestürmen umpeitschte Felsen und Berge am gegenüberliegenden Horizont, wie auch ein riesiger See, zu einem Teil mit dicken Eisschollen bedeckt, bei dem der Verdacht aufkam, dass es doch ein Meer war.

Wo, um Himmels Willen, war sie?
Und noch viel wichtiger: wie kam sie wieder zurück, von diesem Ort, wo auch immer sie gerade war?

Verblüffung wurde durch leichte Neugierde abgelöst, ohne ein gewisses inneres Unbehagen zu beseitigen.

Weiter sich umblickend, bemerkte sie nicht, dass sie seit ein paar Minuten nicht mehr allein war.

„Willkommen in Zima!“, durchbrach auf einmal eine leise Stimme ihre Beobachtung und erneut vor Schreck zusammenzuckend, drehte sie sich ruckartig um und erschrak gleich nochmals.

Vor ihr, in kaum zwei Metern Entfernung, stand ein ausgewachsener Polarfuchs und starrte sie unentwegt an.

Erstarrt, rührte sie sich nicht von der Stelle.

„Du brauchst keine Angst vor mir zu haben! Wir tun dir nichts!“, sprach ihr Gegenüber, was sie erneut zusammenzucken ließ.
Sprechende Tiere gab es nur in Märchen und Legenden!

Erst nach ein paar Minuten, wo sie sich immer noch nicht vom Fleck gerührt hatte, drang die Bedeutung des Satzes in ihren Verstand.
Hart schluckend und nun sehr nervös, entgegnete sie: „“Wir“?“

„Ganz genau!“, ertönte auf einmal eine andere, leicht krächzende, Stimme, gefolgt von einem leisen Rascheln.
Erschrocken sich in die Richtung wendend, aus der die fremde Stimme kam, blickte sie geradewegs in die gelben Augen einer Schneeeule, die auf einem nahegelegenen, umgestürzten, und halb unter Schnee begrabenen, Baumstamm saß und sie nahezu taxierte.

Zurückweichend, blickte sie von einem Tier zum anderen und konnte es nicht glauben.
Es ist ein Traum! Es ist nur ein Traum!!!, sagte sie sich immer wieder innerlich selbst vor und wich noch weiter zurück, bis sie auf einmal auf einen Widerstand stieß, dementsprechend hinter sich blickte und mit einem panischen Aufschrei sofort einen Satz zurückwich.
Das ist ein Traum! Das ist NUR ein TRAUM!!!, hallte es in Dauerschleife in ihrem Kopf wider und wich noch weiter zurück.

Der ‚Widerstand‘ gegen den sie gestoßen war, war ein ausgewachsener Eisbär, der sich auf seinen vier Pfoten langsam näherte und sie nur noch weiter in Panik verfallen ließ.
Sie musste hier weg! Sie musste auf der Stelle fliehen!, schrie ihr ihr Verstand nun unaufhörlich zu und nach einem letzten Blick zu dem Eisbär wirbelte sie schnell herum und wollte die Flucht nach Vorn antreten, kam jedoch nicht weit.
In ihrer Panik übersah sie ein Hindernis vor ihren Füßen, stolperte und stürzte der Länge nach in den Schnee.

„Aua!“, erschall es urplötzlich, noch ehe sie kaum den Kopf aus dem Schnee gehoben hatte.
Da war ihr Mund schneller als ihr Verstand gewesen, dies auch zu äußern.
Anscheinend war dies heute irgendwie nicht ihr Tag. Und das an Weihnachten!

Sich langsam auf die Knie stemmend, wischte sie sich mit ihrer rechten Hand den Schnee aus dem Gesicht und versuchte dann langsam aufzustehen.
Wieso musste da auch dieser blöde Ast liegen?

Mit etwas wackligen Beinen, wandte sie sich um, um zumindest dem Ast einen bösen Blick zu zu werfen, der dafür verantwortlich war, dass sie der Länge nach in den Schnee gefallen war und war im nächsten Moment ein weiteres Mal absolut verblüfft.
Der Ast bewegte sich!

Ihn betrachtend, stemmte dieser „Ast“ sich wieder auf die Füße, rieb sich mit der rechten Hand, nein, Flügel, den Kopf, sah dann auf und sprach sie an: „Ich wollte dich nicht erschrecken! Ich war nur neugierig, da ich noch nie einen Menschen so aus der Nähe gesehen habe!“

Das gibt es doch gar nicht!

Zu keiner Antwort fähig, starrte sie nur mit weit aufgerissenen Augen auf den Besitzer dieser Stimme, welches niemand anderes als ein Pinguin war.

Nun wirklich nahe an einem Nervenzusammenbruch oder Ohnmachtsanfall konnte sie sich erneut nicht rühren und blickte nun von einem Tier zum anderen, die sie nun nahezu umzingelt hatten.
Ein Polarfuchs, eine Schnee-Eule, ein Eisbär und ein Pinguin.
Mitten in einer eisigen Schneelandschaft.
Logisch betrachtet, ein Ding der Unmöglichkeit!

„Du brauchst keine Angst vor uns zu haben!“, ergriff der Polarfuchs erneut das Wort, kam noch näher heran und sagte: „Mein Name ist Gelu. Die Schnee-Eule ist Nivis. Die Eisbär-Dame heißt Glacia und das neugierige Pinguin-Mädchen trägt den Namen Alba. Wir alle heißen dich in Zima herzlich willkommen!“, und schien ihr jetzt zu zu lächeln.

Hart schluckte sie und besah sich nochmals alle vier Tiere.
Noch nie hatte sie diese Tiere aus solcher Nähe gesehen.

Panik und Fluchtinstinkt gingen etwas zurück und erneut stieg Neugierde in ihr auf.
Was war dies hier für ein Ort?

Ein weiteres Mal alle Tiere ansehend, entschloss sie sich einfach zu fragen: „Was ist dies hier für ein Ort?“

Gelu, der Polarfuchs antwortete ihr: „Dies hier ist Zima. Die letzte Zufluchtsstätte für uns und unsere Artgenossen.“
„Zufluchtsstätte?“, entgegnete sie und war etwas verwirrt.

„Diese Welt hier, Zima, ist eine reine Welt aus Eis und Schnee, wo ewiger Winter herrscht. Sie ist Heimat und Zufluchtsstätte für all jene Tiere der arktischen und polaren Welt, dessen Existenz bedroht ist und, wenn sich nichts ändert, irgendwann aussterben werden.“, antwortete ihr Glacia mit einer tiefen, brummigen Stimme, die das Gefühl von Enttäuschung, Verrat und Trauer nicht verbergen konnte.

Erschrocken über diese Aussage, zuckte sie leicht zusammen.
Wie war dies möglich?

Diesen Gedanken äußerte sie auch laut: „Aber wie ist das möglich?“

Nivis, die Schnee-Eule, ergriff nun das Wort und sagte, leise mit den Flügeln schlagend: „Die Menschen verändern oft so drastisch unsere Umwelt, unsere Heimat, dass viele Tiere abwandern, sich woanders anpassen oder es als Schicksal gegeben hinnehmen und damit leben.
Doch es gibt auch jene unter uns, die sich einfach nach Sicherheit und dem starken Wunsch zu überleben, sehnen.
Wenn dieser Wunsch stark genug ist und die Tiere bereit sind ihre bis dato angestammte Heimat zu verlassen, dann passiert es, dass dieser Wunsch erhört wird und sie hierher nach Zima kommen.“

Aufmerksam lauschte sie den Ausführungen und kurz darauf schaltete sich erstmals das kleine Pinguin-Mädchen, Alba, ein: „Und nicht zuletzt sorgt Zima auch dafür, dass der Winter auch für alle Menschen erhalten bleibt.“

Verwirrt, sah sie das Pinguin-Mädchen an und entgegnete: „Wieso denn das?“

„Ganz einfach: Durch die Eingriffe des Menschen geraten die Jahreszeiten durcheinander und, als gegenwärtiges Beispiel, werden die Winter immer milder, grüner und den sonst damit verbundenen Schnee und das Eis, seltener. Dabei liebt und genießt der Mensch das Phänomen Eis und Schnee auf unterschiedliche Weise. Sei es mit einer Schneeballschlacht, dem Schneemann bauen, Ski fahren und ganz besonders zu dieser Zeit, die Hoffnung und der Wunsch auf eine weiße Weihnacht. Doch leider ist dies oft nicht mehr möglich in den Gegenden, wo es früher immer viel Schnee zu dieser Zeit gab.
Und genau aus diesem Grund haben wir und der Ort Zima beschlossen, trotz aller Probleme und Herausforderungen die wir mit den Menschen haben, dieses ewige Eis, den Schnee und die Kälte, sprich Winter, für ebendiesen zu erhalten.“, führte jetzt Nivis, die Schnee-Eule, aus.

Ein wenig verblüfft und überrascht, lauschte sie dieser Erklärung.
Es war schon erstaunlich zu erleben, zu sehen, wie diese Tiere und auch noch etliche andere Bewohner dieses Ortes, trotz, dass der Mensch, also wir, ihnen so viele Probleme bereiten, sich dennoch dafür einsetzen den Winter mit seinem Schnee, seinem Eis, seiner Kälte, zu erhalten.

Nivis hatte Recht.
Wenn sich nichts ändert, könnte es irgendwann keine weiße Weihnacht, selbst in Gegenden, die für Schneefall prädestiniert sind, wie Gebirge, mehr geben.
Wie hatte mal jemand etwas sarkastisch gesagt?! Wenn es mit dem Klima so weiter geht, dann verbringen wir irgendwann alle Weihnachten unter Palmen, ohne ans Mittelmeer, die Karibik oder sonstige tropische und subtropische Gegenden zu reisen.
Dann würde es nur noch nostalgische Erinnerungsfotos, Gemälde oder Postkarten mit Schnee und Eis geben.


Eine plötzliche, eisige Windböe kam auf und ließ die vier Tiere aufmerksam werden und sich anschließend einen kurzen, schnellen Blick zu werfen.

„Es tut uns sehr leid, aber du musst jetzt gehen!“, erhob Glacia, die Eisbären-Dame, auf einmal das Wort und riss sie somit aus ihren Gedanken.
Verständnislos, erwiderte sie perplex: „Was?“

Doch Zeit eine weitere Frage zu stellen oder Erklärungen zu verlangen, konnte sie nicht mehr, da Gelu nun dicht an sie herantrat und erläuterte: „Ein heftiger Schneesturm ist im Anmarsch. Wir, als Bewohner der Arktis oder der polaren Gebiete, sind so etwas gewöhnt, aber du riskierst dabei dein Leben.“, und blickte sie mehr als eindringlich an.

Überrascht von dieser Fürsorge konnte sie nichts darauf erwidern.
Und dennoch ließ etwas in ihr sie zögern.
Vielleicht, weil sie noch so viele Fragen hatte und so viel über diesen seltsamen Ort wissen wollte.
Dennoch vertraute sie der Einschätzung der Tiere.
Immerhin waren diese wirklich an solche Wetterbedingungen angepasst, im Vergleich zu ihr.

Ihre vielen Fragen zurückhaltend und spürend, dass es den vier arktischen Bewohnern ernst mit dieser Warnung und ihrer Sicherheit war, schwieg sie noch für einen Moment, ehe sie sagte: „In Ordnung. Aber wie komme ich zurück?“, und sah bei diesem Satz die Vier um sie herum, etwas ratlos an.
Sie hatte keine Ahnung, wie oder wodurch sie hierhergekommen war und noch viel weniger, wie sie wieder zurückkam.

„Diese Frage ist einfach zu beantworten!“, schaltete sich nun wieder Nivis in das Gespräch mit ein und ihn anblickend, konnte sie sich des Eindrucks nicht erwehren, dass er dabei ein wenig amüsiert klang.

Verwirrt, hielt sie den Blickkontakt, doch er gab keine weitere Antwort.
Stattdessen spürte sie im nächsten Augenblick einen kurzen, scharfen Schmerz an ihrer linken Hand und zog ebendiese reflexartig dicht zu sich heran.
Ohne, dass sie es auch nur im Entferntesten mitbekommen hatte, hatte sich Alba ihr genähert und, nach einem schnellen Blick auf nun ihre leicht blutende, linke Hand zu urteilen, fest, wenn auch nicht tief, mit ihrem Schnabel zugeschnappt.
Das kleine Pinguin-Mädchen genau betrachtend, sah diese ein wenig belustigt aus, wobei ihr nicht klar war, wieso, denn der Schmerz in ihrer linken Hand wurde langsam verstörend und alles andere als lustig.
Diese mit einem leicht wütenden Blick strafend, hielt sie sich jetzt mit der rechten Hand ihre Linke und wandte sich wieder Gelu zu, der in diesem Moment wieder das Wort erhob: „Durch deine Ankunft hier hat Zima dich nun für alle Zeiten als Besucher anerkannt und heißt dich jederzeit willkommen. Dass bedeutet, wann immer Zima es möchte, gestattet oder auch Bedarf besteht, ist es dir nun gestattet zu jeder Zeit hierher zu kommen, uns zu besuchen, dich umzusehen, alles kennen zu lernen oder auch das deine vielen Fragen beantwortet werden.“
Zum Ende erschien wieder dieses leichte Lächeln auf seinem Gesicht und sie konnte gar nicht anders, als es leicht zu erwidern.

Erneut senkte sich Schweigen herab, bis sie schließlich fragte, um es auch richtig verstanden zu haben: „Heißt das, ich bin nun so etwas, wie ‚auserwählt‘?“

„Ja, so etwas Ähnliches.“; bestätigte und versicherte ihr die Eisbären-Dame Glacia und fügte nach einem schnellen Blick Richtung der Berge, wieder an sie gewandt und dieses Mal noch viel dringlicher hinzu: „Du musst jetzt wirklich gehen!“

Sie wollte schon etwas entgegnen, als sie aus den Augenwinkeln etwas bemerkte, ihren Blick schließlich dorthin lenkte und zum wiederholten Male vor Überraschung und Unglauben die Augen weit aufriss.
Ihre Beine und Füße waren nicht mehr zu sehen!
Auch, wenn ihr Verstand ihr die Antwort gab, dass beides noch vorhanden war und sie es spüren konnte, war an deren Stelle einfach nur bläulich-silbernes Glitzern und Funkeln zu sehen, dass sich immer mehr zu einem silber-weiß, wandelte.

Fasziniert und skeptisch zugleich sah sie wie dieses Glitzern sich von den Beinen und Füßen immer weiter ihren Körper heraufkroch und nur wenige Minuten später bei ihrem Hals angekommen war.

Verblüfft, sah sie wieder auf und war erneut maßlos erstaunt.
Die Konturen der Landschaft verschwammen, verwischten und verblassten nach und nach immer mehr, während der jetzt verdammt eisige Wind, um ein Vielfaches zugenommen hat und es sich so anfühlte, als ob dieser sie so von diesem Ort unmissverständlich entfernen wollte.

Bei der nächsten Windböe hob sie beide Arme vor ihr Gesicht, zum Schutz und hätte das leise Murmeln, dass wie ein erstes, aufkommendes Heulen von starkem Wind klang, beinahe überhört, das die unverkennbare, wenn auch viel schwächere und leisere Stimme von Gelu trug und noch sagte: „Zima hat dich als einen Freund und Wohltäter unserer Welt und dem Winter anerkannt und hierher eingeladen, um uns und diese Welt kennen zu lernen, unsere Geschichten und Erzählungen, sowie Erlebnisse zu hören und diesen friedlichen Ort zu schützen und zu erhalten. Gleichzeitig wünscht und bittet Zima jedoch auch darum, sich für jene Artgenossen, die noch in der vom Menschen bedrohten Welt leben und existieren, einzusetzen, sie zu erhalten, zu schützen und zu einem respektvollen und vor allem angemessenen Umgang zwischen Mensch und Tier, zu kommen und an einer hoffnungsvollen Zukunft zu bauen, in der jeder und jede seinen Platz hat.
Wie der Einsatz dafür genau aussieht, dass entscheidet jeder Freund von uns und unserer Welt selbst und nach seinen gegebenen Fähigkeiten und Möglichkeiten.
Diese so wundervolle und einzigartige Welt und all ihrer Bewohner muss erhalten bleiben!“

Die Welt um sie herum verschwamm immer schneller und im nächsten Moment war sie in einem Strudel aus reinem Weiß gefangen.

Nach endlosen Minuten war der Strudel aus weiß verschwunden und nichts regte sich mehr.
Verwirrt und irritiert, sowie mit klopfendem Herzen wagte sie sich nicht sich zu bewegen.

Als auch nach weiteren Minuten sich nichts tat, senkte sie ihre immer noch vor ihrem Gesicht erhobenen Hände und öffnete langsam und unsicher etwas ihre Augen.
Im ersten Augenblick erfasste sie Schwindel und, nachdem sich dieser nach einigen Sekunden gelegt hatte, war sie ein weiteres Mal sprachlos und absolut verblüfft.

Kaum hatten ihre Augen die ersten Umrisse in der Umgebung erfasst, konnte sie es nicht recht glauben.
Sie war zurück!
Als ob nichts geschehen wäre, stand sie inmitten ihres Schlafzimmers, in ihrem Schlafzeug, direkt vor ihrem Nachttisch mit der kleinen Schneekugel in der rechten Hand.
Kurz an sich herabsehend, bemerkte sie, dass sie weder Frostbeulen an den Füßen, vom barfüßigen Stehen im Schnee hatte, noch dass ihr Schlafzeug von oben bis unten durchnässt war, als sie der Länge nach in ebendiesem gefallen war.

Immer noch absolut verblüfft darüber, hob sie nun wieder den Blick und blickte auf dieses kleine Objekt in ihren Händen, in denen, wie schon zuvor, unaufhörlich der Schnee umherwirbelte.
Nachdenklich betrachtete sie die Schneekugel, ehe sie auf einmal stutzte.

Was war denn das?
Hatte es vor dieser außergewöhnlichen Begegnung nur wie eine einfache Schneekugel ausgesehen, schien sie jetzt in einem hellen, bläulich-silbernen Licht zu erstrahlen.

Es genauer betrachtend, schien dieses seltsame Licht so etwas wie Wärme auszustrahlen, was eigentlich unmöglich war.
Und doch kam es ihr so vor.
Solche Wärme, wie man sie im Herzen unter Freunden oder in der Familie verspürte.
Verbundenheit, Geborgenheit, Vertrauen.
Eine Wärme, die ins Herz drang und dem Anderen sagte: ich vertraue dir, verlasse mich auf dich und freue mich, dass ich dich zum Freund habe.

Immer noch in Gedanken versunken über diese merkwürdige Beobachtung und Eingebung, erschien ein sanftes Lächeln auf ihren Lippen.
Ja, heute hatte sie eine ganz besondere Freundschaft geschlossen.



-Ende-
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