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I can’t stop loving you...

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteRomance, Liebesgeschichte / P6 / Gen
Rebecca Jungblut Sabine Kaiser
26.12.2021
09.01.2022
11
4.996
4
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26.12.2021 627
 
Sie zog die perfekt zusammengerollten Kopfhörer aus ihrer Tasche. So ordentlich wie diese waren, so chaotisch war hingegen ihr wirkliches Leben.

Während sie die Kopfhörer in ihre Ohren und das Kabel in ihr Handy steckte pochte ihr Herz noch immer viel zu schnell. Was war das nur ? Sie wollte die Brünette doch vergessen. Doch schon wieder, kaum hatte sie irgendwo eine Frau gesehen, die Sabine auch nur in einem Detail ähnelte und sie dachte wieder an sie...

Die ersten Töne erfüllten ihr Ohr doch so laut ihre Gedanken waren, so still wirkte sie von außen. Als wäre sie komplett von der Außenwelt abgeschottet und lebte nur noch in ihrer eigenen Welt. Vermutlich war das sogar so. Sie blickte aus dem Fenster. Sah wie immer schneller alles an ihr vorbei zog. Sie mochte Busfahren. Genau aus diesem Grund. Die Umgebung zog an ihren Augen vorbei ,doch trotzdem bewegte sie sich keinen Zentimeter. Ab und zu hielt der Bus, um neue Fahrgäste ein und alte aussteigen zu lassen, aber sie blieb einfach sitzen. Eine junge Frau , vielleicht ein paar Jahre jünger setzte sich auf den Platz neben ihr und tippte auf ihrem Handy eine Nachricht. Ihr Gesicht strahlte und sie blickte grinsend auf den Bildschirm. Vermutlich ihr Freund, vielleicht auch die Person, in die sie heimlich verliebt war. Aber bestimmt nicht ihre Chefin. Rebecca wickelte das Kabel ihrer Kopfhörer um den Finger und versuchte sich auf den Text zu kontrollieren doch die Geräusche im Bus dämpften Alles.
Mit dem Zeigefinger stellte sie den Ton lauter während sie ihren Blick durch den Bus huschen ließ. Sie schwitzte und als sie die vielen Menschen erblickte, erklärte sich auch warum. Der Bus war nun deutlich voller und die Luft wirkte magnetisch angezogen. Die Menschen standen mittlerweile im Gang, doch sie drückte sich nur fest in ihren Sitz. Der Stoff war schon durchgesäßen, das Polster blätterte an einigen Stellen ab, an den Rand hatte jemand irgendwelche initialien gekritzelt. S&R. Frustriert drehte sie den Kopf weg.Die Musik versuchte sich einen Weg durch all die Menschen zu suchen,fand einen und wurde wieder gestoppt. Es waren einfach zu viele Menschen. Die Blonde unterdrückte ein Seufzen. Früher hatte sie Menschen gemocht. Nicht nur das, sie hatte sie bewundert, bemitleidigt und versucht ihnen zu helfen. Jetzt fühlte sie gar nichts mehr und warf alle Menschen aus ihrem Leben, die ihr zu nahe kamen. Sie musste weg, konnte nicht in der Stadt bleiben, an die sie solche Erinnerungen hatte. Sonst wäre allen sofort klar,warum sie sich anders benahm, was sich verändert hatte. Nein, nicht Sabine hatte sich verändert. Sie war es. Sie hatte angefangen mehr für die Ältere zu empfinden und anstatt ihr davon zu erzählen, war sie einfach abgehauen, hatte sich in die nächste Bahn gesetzt und war losgefahren. Einfach weg. Jetzt saß sie in einem der beliebten Doppeldeckerbusse und ließ sich durch Berlin kutschieren. Eigentlich hatte sie vorgehabt sich dabei einen Blick über ihre neue Heimat zu machen aber stattdessen blickte sie nur starr nach draußen, sah vorbeifahrenden Autos hinterher und zählte die Stockwerke nahegelegener Hochhäuser. Was hatte sie sich dabei gedacht? Einfach weg ? Und dann ausgerechnet nach Berlin..? Was wenn sie eine Chance gehabt hätte? Wenn die Polizeirätin das Gleiche empfunden hätte... Aber sie hatte es gar nicht erst versucht. Stattdessen war sie jetzt in Berlin. Tausende Menschen, Tausende Läden, aber niemand den sie kannte. War das nicht das Ziel gewesen ? Irgendwann vielleicht einmal. Aber nicht mehr jetzt. Sie griff nach ihrer Tasche warf ihr Handy mit den Kopfhörern achtlos hinein und schloss den Reißverschluss. Dann warf sie sich die Tasche über die Schulter und drückte sich an den Menschen vorbei zur Tür. Der Bus hielt an und sie stieg heraus. Dann sah sie sich das erste Mal richtig um...
 
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