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Are You Coming Home?

von Tiaiel
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte, Erotik / P18 / MaleSlash
Katsuya Jonouchi / Joey Wheeler Mokuba Kaiba Seto Kaiba
23.12.2021
25.01.2023
11
49.365
9
Alle Kapitel
19 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
25.01.2023 5.575
 
Pünktlich zu Katsuyas Geburtstag erscheint wie aus dem Nichts tatsächlich ein kleines pikantes Bonuskapitel. Das, meine lieben verschwiegenen Mitleserinnen habt ihr ausschließlich Morinaga und Latzitierchen zu verdanken ^^  Wir freuen uns extrem, dass ihr so todesmutig wart und uns euer Feedback dagelassen habt. Und meiner liebsten empresssissi möchte ich noch einmal ganz ganz doll danken, dass sie in diesem Kapitel einen nicht unwesentlichen teil premierenhaft aufs virtuelle Papier gebracht hat. Ganz große Liebe <3



Tja, das war sie nun, unsere kleine Geschichte und hey, habt ihr nicht auch erwartet, dass es ein Happy End geben wird? Ich finde, dass wir uns das nach all den Jahren redlich verdient haben. Eigentlich könnte an dieser Stelle jetzt Schluss sein. Aber tatsächlich gab es da noch die ein oder andere Kleinigkeit, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Zum Beispiel diese eine Sache zu meinem Geburtstag, kurz nachdem ich Seto in Amerika besucht hatte. Ich persönlich muss immer wieder schmunzeln, wenn ich an meinen Überraschungsbesuch zurück denke…


Ich hatte mich damals wirklich wahnsinnig gefreut, dass er zumindest einige Tage nach meinem Geburtstag einen Flug nach Domino genommen hatte. Es zeigte definitiv seinen guten Willen, an unseren Beziehungsproblemen zu arbeiten, und von meiner Seite ging ich insofern Kompromisse ein, indem ich ihn auch in Japan mit seiner heißgeliebten Firma teilte. Eigentlich waren wir erst abends verabredet, ich hatte mich aber spontan für ein kleines Attentat entschieden und wollte ihn in der KC abpassen. Setos Nachmittagsmeeting schien sich nur schon wieder unendlich in die Länge zu ziehen und langsam konnte man durch die großen Glasfenster des Gebäudes den Sonnenuntergang und das damit verbundene Herannahen des Abends bestaunen. Das Farbenspiel, das sich dem Betrachter bot, hätte eigentlich zum Verweilen eingeladen, aber Seto Kaiba hatte für so etwas Banales sicher keine Zeit. Würde ihm überhaupt auffallen, dass ich seine Sekretärin nach Hause geschickt hatte? Zumindest die halboffene Bürotür sollte ihm ins Auge springen.

Als er dann nach einer gefühlten Ewigkeit endlich den Raum betrat, verriet mir seine Mimik, dass meine Überraschung geglückt war. Bedächtig ließ er hinter sich die Tür zufallen und fixierte mich mit seinen eisblauen Augen. Es hätte keiner jahrelangen Beziehung bedurft, um seine nächsten Worte zu erraten. "Was soll das werden?", fragte er streng und jeden anderen hätte schon der Tonfall in Alarmbereitschaft versetzt. Mir aber entging die feine Nuance der Unsicherheit nicht und das ließ mich triumphierend grinsen. „Hallo Seto, ich freue mich auch sehr, dich zu sehen. Wie war dein Tag?“, entgegnete ich seinem unerfreuten Ton und sah ihn vielsagend an.
Das kommt ganz auf den Grund deines Besuches an. Dir ist schon bewusst, dass du auf der falschen Seite dieses Schreibtisches sitzt, oder? Ich habe noch genug Arbeit zu erledigen. Also schlag dir jegliches Vorhaben besser gleich aus dem Kopf.“
Schon komisch, auch ich habe eine genaue Vorstellung davon, was in der nächsten halben Stunde in diesem Büro passieren wird“, ließ ich geheimnisvoll verlauten und machte es mir in Setos bequemen Ledersessel richtig gemütlich.

Im nächsten Schritt setzte ich noch eins drauf: „Wenn ich mich recht entsinne, hast du da noch was gut zu machen. Die Sache mit dem blonden Amerikaner habe ich nämlich nicht vergessen.“
Katsuya bitte, nicht in meinem Büro. Und überhaupt, wie oft soll ich für diese Sache noch zu Kreuze kriechen?", genervt verdrehte er dabei die Augen. Mochte sein, dass für ihn die Geschichte bereits erledigt war, aber für mich war sie es noch lange nicht. Wie oft hatte ich mich seinen Launen ergeben und bei seinen Mätzchen schließlich mitgespielt. Keines meiner Vergehen war aber auch nur im Ansatz so verwerflich gewesen. Dieses Mal wurden die Karten neu verteilt und ich hielt definitiv die besseren in der Hand. Es wäre erst vorbei, wenn ich es ein für alle mal von ihm hören würde.
Bis du aufrichtiges Bereuen zeigst. Und wenn wir schon beim Thema Kriechen sind…", ich machte eine eindeutige Geste Richtung Fußboden.
Vergiss es!", zischte er, „Das ist immer noch mein Büro und wir haben eine eindeutige Abmachung, was hier passiert und was sicherlich nicht."
Es gab auch eine vielleicht nicht so eindeutige Abmachung, was in unserer Beziehung passiert und was nicht. Du hast dich ganz klar nicht daran gehalten", konterte ich mit seinen eigenen Worten.

Es war unglaublich, was hier gerade geschah. Lag es an diesem Raum, dem Sessel oder einfach nur an der Position, aber ich hatte definitiv ein überragendes Gefühl von Macht und ich würde das hier und jetzt vollends auskosten. Katsuya Kaiba klang zwar gewöhnungsbedürftig, aber in gewisser Hinsicht hatten wir gerade sowas von die Rollen getauscht. Entspannt lehnte ich mich abermals zurück und wartete auf seine Reaktion. „Du kannst dir in deiner beschränkten Weltsicht nicht ansatzweise vorstellen, welchen Schaden es anrichten würde, wenn dein skurriles Vorhaben von der falschen Person gesehen werden würde", während er sprach bewegte er sich um den Schreibtisch herum, bis er direkt vor mir stand. „Katsuya, ich bin bereit dir Zugeständnisse zu machen, aber nicht hier. Lass uns dafür einfach zu dir gehen", das latente Flehen in seiner Stimme war mittlerweile deutlich und ich konnte nicht abstreiten, dass mich das tierisch anmachte. Früher hätte ich mich von der Sanftheit, mit der er meinen Vornamen aussprach, einlullen lassen, aber diesmal hatte ich eine Mission und würde nicht so einfach einknicken.
Nein, hier oder gar nicht! Ich will diesen Ort, weil niemand zuvor so etwas mit dir hier gemacht hat. Du bist doch sonst so clever, Kaiba, also solltest du ein Ultimatum erkennen, wenn du es vor dir hast", er schluckte auffallend laut, als ich ihn beim Nachnamen nannte, als wäre ihm erst jetzt bewusst geworden, wie ernst es mir war.

Ich nutzte seine Abgelenktheit aus und zog ihn an seiner Krawatte zu mir herunter. Dieses blaue, seidige Kleidungsstück erwies sich gerade als sehr praktisch und könnte mir auch später noch gute Dienste leisten. Mit ihm auf Augenhöhe bedachte ich ihn neuerlich mit einem boshaften Grinsen und ich erkannte wiederum einen seltsamen, neuen Ausdruck in seinen Augen. Konnte es tatsächlich sein, dass es ihm gefiel? Ich verstärkte den Griff um die Schlaufe noch etwas und hielt kurz inne, als ihm ein verräterisches Keuchen entkam. „Ist das eine Bestätigung, dass du meiner bescheidenen Bitte nachkommen wirst?", fragte ich provozierend und die Worte hätten eins zu eins von Seto selbst stammen können. Ich wartete erst gar nicht auf eine Antwort, sondern dirigierte ihn direkt auf seine Knie. Dass sein anthrazitfarbener Armanianzug alsbald mehr als nur eine Falte davontragen würde, störte mich dabei nicht im Geringsten. Das Bild, welches sich mir gerade bot, war noch besser, als ich es mir jemals erträumt hatte. Egal wie sauer ich immer noch war, aber dieser Kerl konnte so verdammt sexy sein. Nur zu gerne hätte ich ihm bei diesem Anblick einen verlangenden Kuss gestohlen, ließ es jedoch bleiben, um nicht aus der Rolle zu fallen. Kurz atmete ich einmal tief durch, ehe ich ihm die nächsten Schritte eröffnete.

Nachdem du jetzt weißt, wo dein Platz ist, wird es Zeit, dass du mit der Wiedergutmachung anfängst. Ich verzichte mal auf die Anleitung, denn wir wissen beide, dass du das auch ohne sehr gut kannst. Falls mir doch noch etwas einfällt, lasse ich es dich wissen." Wieder ein perfekter Kaibasatz, eigentlich hätte er stolz sein können, dass ich so ein gelehriger Schüler war. Alles was ich bekam, war ein Nicken und ich hätte nur zu gerne gewusst, was gerade in ihm vorging. Um ihm mehr Bewegungsfreiheit zu geben, lockerte ich meinen Griff um das Stück Stoff wieder etwas. Mit der anderen Hand öffnete ich gleichzeitig geschickt meine Hosenknöpfe. Ich hatte mich genauestens auf diesen Moment vorbereitet und dabei schon im Vorfeld entschieden, gänzlich auf Unterwäsche zu verzichten. Es sollte schnell gehen, falls das Überzeugen länger gedauert hätte. Beim letzten Knopf angekommen spürte ich plötzlich seine langen Finger auf meinen und ich ließ ihn gewähren. Behutsam befreite er sogleich meine mittlerweile fast schmerzende Erektion aus ihrem Gefängnis und diesmal war es an mir aufzukeuchen.

Geht da jemand in seiner Rolle etwas zu sehr auf?", folgte prompt sein ironischer Kommentar und ehe ich ihn mahnen konnte, schnellte seine freche Zunge heraus und befeuchtete meine gesamte Länge. Egal was die Medien sonst behaupteten, Kaibas herausstechendste Talente standen alle in engstem Zusammenhang mit seiner Zunge. Im nächsten Moment fühlte ich bereits einen angenehmen Druck, ehe er mich ganz in seinem Mund aufnahm und mich unweigerlich zum Stöhnen brachte. Instinktiv zog ich leicht an der Krawatte und vergrub die andere Hand in seinem seidigen Haar. Genüsslich leckte er meinen Schaft entlang, wanderte dabei immer wieder fordernd über meine Eichel und reizte mit den Zähnen sanft das empfindliche Fleisch. Er wusste zu genau, wie er mir unanständige Töne entlocken konnte. Setos Bewegungen gingen zügig auf und ab und ich hatte das Gefühl, dass er ein schnelles Ende herbeiführen wollte.

So hatten wir aber definitiv nicht gewettet. Mit einem Ruck zog ich neuerlich am Stoffband und verstärkte gleichzeitig deutlich den Druck auf seinen Hinterkopf. Unweigerlich zwang ich ihn so dazu, mich noch viel tiefer aufzunehmen, was er abermals mit einem Seufzen quittierte. Wieder bekam er so seine eigene Medizin zu schmecken. Langsam dämmerte mir, warum er es so mochte, wenn ich ihn auf diese Weise verwöhnte, und ich fragte mich, warum ich diesen Rollentausch nicht schon zuvor einmal ausprobiert hatte. Einen Augenblick verweilten wir noch so, ehe ich ihn wieder aus meinem Griff entließ. Mit glasigen Augen sah er zu mir auf und presste zwischen zwei Atemzügen ein "Auf den Geschmack gekommen, Hündchen?" hervor. Ich ließ ihm diesen Kosenamen ausnahmsweise durchgehen und erwiderte sogleich: „Kann sein, Seto! Aber vielleicht sollten wir das ganze vorzugsweise lieber nochmal probieren, damit ich mir auch ganz sicher sein kann." Gesagt, getan. Mit Nachdruck dirigierte ich ihn wieder in meinen Schoß und ließ ihm erst gar nicht die Möglichkeit, Einspruch zu erheben.

Wir wiederholten diese Szene solange, bis ich fast dabei war, meinen Verstand zu verlieren und versuchte, ihn vehement von mir wegzudrücken. Doch er entließ mich nicht aus seinem festen Griff, sondern verstärkte seine Bemühungen stattdessen, indem er meine Spitze zwischen seine Lippen nahm und sanft daran saugte. Eine Reizüberflutung, der ich kaum mehr standhalten konnte und als er mich von seiner Position aus mit diesem devoten und dennoch fordernden Blick so unglaublich verführerisch ansah, blieb mir keine andere Möglichkeit, als mich ihm zu ergeben. Mit einem hingebungsvollen Stöhnen auf den Lippen erreichte ich deutlich hörbar schließlich meinen Höhepunkt und ergoss mich in seiner Mundhöhle. Er entließ mich direkt aus meinem feuchten Gefängnis, ohne den Blick von mir abzuwenden. Lediglich ein dünner Speichelfaden verband uns noch, während er mir mit seinem weit geöffneten Mund die milchig trübe Flüssigkeit auf seiner Zunge präsentierte. Anzüglich grinste er mir ins Gesicht und leckte sich frivol über die Lippen, nachdem er es einfach hinuntergeschluckt hatte. Ganz so abgeneigt war er also definitiv nicht von unserem Treiben. Dass er damit jedoch erneut versuchte, mir wie so oft auf perfide Art und Weise seinen Willen aufzuzwingen, war mir nicht entgangen und ich musste diese Tatsache direkt wieder korrigieren. Bestimmt packte ich ihn an seinem Schlips und zog ihn wieder auf seine Beine. Bisher hatte ich nicht darauf geachtet, ob er nur amüsiert oder sogar erregt war, aber die unübersehbare Beule, die auch durch die teure Anzughose nicht im geringsten versteckt werden konnte, verriet es mir nur allzu deutlich. Ich war jedenfalls noch lange nicht fertig.

Die nächsten Schritte musste ich jedoch gut vorausplanen. Dass er bisher ohne große Gegenwehr mitgespielt hatte, war das Eine, aber um auch weiter zu gehen, musste ich ihn noch mehr aus der Reserve locken. Gemächlich stand ich auf und presste meinen erhitzten Körper fest an seinen, um ihn damit fordernd in Richtung seines Schreibtisches zu drängen. Sein schweineteures Armanijacket stahl ich ihm einfach von seinen Schultern und ließ es achtlos auf den Boden fallen. Vergessen waren die eben noch gehegten Vorsätze, denn als wir an meinem anvisierten Ziel ankamen, schlang ich stürmisch meine Arme um seinen Nacken und verwickelte ihn in einen leidenschaftlichen Kuss. Dass ich dabei meinen Unterleib spürbar an seiner harten Erektion rieb, war ein sinnlicher Nebeneffekt und ließ uns beide in den Kuss hineinstöhnen. Mit einer einzigen Handbewegung fegte ich Unterlagen, Stiftehalter sowie sein metallenes Namensschild von seinem Tisch zur Seite und platzierte ihn halb auf der Platte. Als Zeichen seiner Missbilligung biss er mir in die Unterlippe, was mir ein schmerzerfülltes Keuchen abrang. Sogleich ließ ich von den heißen Lippen ab, knurrte ihn regelrecht an und zog zum wiederholten Male kräftig an der Krawatte, was sowohl seinen Herzschlag als auch seine Atmung deutlich zu beschleunigen schien. Meine andere Hand fuhr in seine Haare und riss den Kopf soweit zurück, dass ich ihm problemlos ins Ohr flüstern konnte: „War das etwa eine Beschwerde? Ich kann auch gehen und dich einfach so zurücklassen." Zur Untermalung meiner Worte ließ ich mein Knie in seinen Schritt wandern, während meine Lippen sich zärtlich seinen Hals entlang küssten und ihm ein gequältes Stöhnen entlockten.

Da auf meine ohnehin rhetorische Frage wie erwartet keine Antwort folgte, wertete ich es als stumme Verneinung. Ich ließ meine Hand, die eben noch in das brünette Haar gekrallt war, über den Stoff seiner Kleidung weiter nach unten wandern und öffnete dabei bedächtig die Knöpfe seines Hemdes, um seine helle, makellose Haut freizulegen. Kurz darauf nestelte ich an seiner Anzughose, um auch den störenden Stoff um seine Lendengegend ein Stück nach unten schieben zu können. Zum Vorschein kam seine deutliche Erregung, die sich mir stolz und aufrecht entgegen reckte. Dieser Anblick brachte mein Blut erneut in Wallung, sodass ich nicht anders konnte und meine Hand hauchzart an ihr nach oben fahren ließ. In seinem Gesicht konnte ich ablesen, dass es ihm eine kleine, süße Qual bereitete, dass ich ihn kaum berührte, obwohl ich so eindeutige Absichten hatte. Ich musste leider zugeben, dass ich tatsächlich sehr sadistisch an die Sache herangegangen war, denn es wurmte mich extrem, dass Seto… mein Seto sich von jemand anderem so hatte berühren lassen. Allein der Gedanke, dass dieser fremde Amerikaner ihm ebenfalls diese wohligen Seufzer entlockt hatte und sehen konnte, wie sich dieser wunderschöne Mann unter ihm wand, wühlte mich innerlich auf.

Also legte ich meine Finger um sein Glied, zog in einer Abwärtsbewegung seine Vorhaut noch weiter zurück, bis seine Eichel komplett freigelegt war, und ließ spielerisch meine heiße Zunge darüber wandern. Der genussvolle Ton, den ich mit seiner inzwischen etwas brüchigen Stimme dafür erntete, steigerte mein Verlangen nach ihm nur noch mehr und ließ meinen Plan weiter Gestalt annehmen. Eigentlich war es nicht meine Art, auf diese Weise Wiedergutmachung zu fordern. Doch er sollte deutlich spüren, wie sehr mich seine damalige Untreue verletzt hatte. Obwohl verletzt nicht exakt das Wort war, das mein Gefühl treffend beschrieb, und das wusste ich auch. Denn ich erkannte es sofort, als ich den blonden Kerl in der Lobby des Hotels sah. Für diesen giftigen Cocktail aus Verlustangst, Kränkung und Wut konnte es nur einen passenden Namen geben: Eifersucht. Auch wenn es nur ein einziges Mal war und von dem Fremden – laut Setos Aussagen – keine weitere Bedrohung für unser Verhältnis ausging, wer sagte mir, dass es nicht doch wieder mit irgendwem anderen passieren konnte?

Ich wollte ihn an mich binden, ihn mit niemandem teilen. Er sollte allein mein sein. Und wenn ich das nur so erreichen konnte, dann sollte es auch so sein. Also zog ich meine freche Zunge wieder zurück und ließ meine Hand kurz auf seinem Schamhaar verweilen, wobei sich seine Länge zwischen meinen Fingern erhob. Verheißungsvoll sah ich ihm in die wunderbar blauen Augen, die ebenso wie seine Wangen einen dunklen Ton angenommen hatten, und ließ schließlich von ihm ab, jedoch ohne den Blickkontakt zu unterbrechen. Dass ich offensichtlich etwas im Schilde führte, konnte er wohl in meinem Gesicht ablesen. Natürlich ließ ich ihn aus dieser günstigen Situation nicht entkommen und zog ihn an seiner Krawatte wieder von der massiven Tischplatte nah an mich heran, um ihn erneut zu einem leidenschaftlichen Kuss zu verführen. Für einen Moment verloren wir uns in dem wilden Spiel unserer Zungen und ich begrüßte die Tatsache, dass er sich kurz davon ablenken und seine Deckung dabei gänzlich fallen ließ. Das war der Moment, in dem meine Chance gekommen war. Ich löste den Krawattenknoten und stahl ihm den Schlips um seinen Hals, um ihn einer neuen Bestimmung zuzuführen.

Schließ deine Augen“, säuselte ich ihm verführerisch ins Ohr und bemerkte einen ungläubigen Blick in seinen Augen, als ich mich wieder ein Stück zurücklehnte. Man musste kein Gedankenleser sein, um herauszufinden, dass er die Situation genauestens analysierte. Der sonst so smarte Firmenchef spielte mir aber damit direkt in die Karten, denn ich kannte ihn einfach zu gut und wusste genau, wann seine Begierden größer waren als sein Intellekt. Es fehlte nur noch dieser klitzekleine Anreiz. „Glaub mir, es wird dir gefallen. Oder willst du dieses einmalige Angebot verstreichen lassen?“, setzte ich lüstern nach und bedachte ihn mit einem begehrlichen Blick, dem er definitiv nicht widerstehen konnte. „Ich bitte dich, Bonkotsu, als würde ich jemals vor einer Herausforderung zurückschrecken. Zeig mir, was du zu bieten hast", antwortete er gespielt gelassen, konnte dabei aber seine Neugier kaum verbergen. Und wer war ich, dass ich so einer eindeutigen Aufforderung nicht liebend gerne nachkommen würde. Ich hatte ihn genau da, wo ich ihn haben wollte. Entgegen jeder Vernunft folgte er also meinem Geheiß und schloss seine wunderschönen Augen. Mit einem heimlichen Grinsen im Gesicht drehte ich ihn um und verband seine Augen mit dem seidigen Stoff. Dass dieser Kulturstrick normalerweise nur für ein seriöses Auftreten Verwendung fand, ließ mein Grinsen noch breiter werden in Anbetracht der Tatsache, dass ich ihn derart zweckentfremden würde.

Was nun begann, war ein regelrechter Eroberungszug. Mit größter Vorfreude legte ich meine Hände auf seine Schenkel und fuhr langsam an seinem Körper nach oben, umkreiste verspielt seinen Intimbereich, um ihn damit zu reizen, jedoch ohne ihn direkt zu berühren. Durch den Stoff, der ihm die Sicht versperrte, schien er jede Berührung noch viel intensiver wahrzunehmen. Also ließ ich meine Hand erneut nahe seiner empfindlichsten Stelle verweilen, während ich mit der anderen unter sein Hemd schlich und auf der makellosen Haut weiter aufwärts wanderte. Bedächtig fuhr ich über seine definierten Bauchmuskeln, die ihn in seinen eng anliegenden Oberteilen immer so unglaublich attraktiv aussehen ließen, und bemerkte, wie ein Schauer der Erregung seinen gesamten Körper durchfuhr. Ein süßer Seufzer war zu hören, als ich schließlich an seiner Brustwarze stoppte, sie frech anstupste und sanft darüber streichelte, sodass sie sich unter den unsittlichen Berührungen aufrichtete. Sofort nutzte ich die Gelegenheit, nahm seinen steifen Nippel zwischen meine Finger und kniff provokativ hinein. Ein deutliches Keuchen entwich seiner Kehle und bestätigte mir, dass er die Zärtlichkeiten durchaus genoss.

Mit meiner Hand auf seiner Brust konnte ich seinen rasend schnellen Herzschlag spüren. Im Affekt schmiegte ich mich von hinten an seinen erregten Körper, schloss für einen winzigen Moment meine sonst so neugierigen Augen, um dieses unbeschreibliche Gefühl vollends auskosten zu können, und platzierte einen hauchzarten Kuss an seinem Hals. Wie schaffte es dieser sonst so unnahbare Bastard nur immer wieder mit diesen unausgesprochenen Tatsachen solche Gefühle in mir auszulösen und mich damit völlig verrückt zu machen. Verrückt nach ihm und seiner hingebungsvollen Seite, die er nur mir zeigte. Bis auf diese eine Ausnahme. Meine Strafe für dieses Vergehen, würde ihm jedoch noch lange in Erinnerung bleiben, denn aus der geplanten Eroberung wurde ganz plötzlich ein stürmischer Rachefeldzug. Und ich ging nicht unbewaffnet in diese Schlacht.

Zielsicher suchte ich mir meinen Weg wieder in die unteren Regionen seines Körpers, fuhr bedächtig über seine Seiten und fand mein Ziel schließlich an seinem Hintern. Mit Nachdruck packte ich zu und stieß ihn gleichzeitig ein Stück nach vorn, sodass er sich mit den Unterarmen auf seinem Schreibtisch abfangen musste. Die Position war günstig, sodass meine Finger zwischen seine Pobacken wanderten, um flüchtig über die dortige Öffnung zu fahren. Dass er dabei erneut deutlich seinen Atem aushauchte, war wiederum eine weitere süße Bestätigung seines Genusses für mich. Nun machten sich meine in weiser Voraussicht getroffenen Vorbereitungen bezahlt, denn in diesem Raum würde ich wohl kaum ein passendes Gleitmittel finden. Folglich fummelte ich aus meiner Jacke, die noch immer unbeachtet über dem Bürostuhl hing, diese unauffällige Tube heraus und verteilte eine kleine Menge von dem Gel auf meinen Fingern. Meine Ablenkung entging auch ihm nicht, sodass er sich blind in meine Richtung wandte und ungläubig das Wort an mich richtete.

Was hast du vor?“
Wonach sieht es denn aus? Oh, ich vergaß, du kannst es ja gar nicht sehen”, sagte ich in einem geheimnisvollen Ton und ließ meine Finger über seinen Oberschenkel wandern, „aber dafür umso deutlicher fühlen.“ Dabei entging mir keinesfalls die Gänsehaut, die sich auf seinem gesamten Körper ausbreitete. Noch im selben Moment drückte er sich von der Tischplatte ab und wollte sich wieder aufrichten, doch ich zwang ihn mit meinem Körper direkt wieder zurück auf das dunkle Holz und pinnte ihn mit meinen Beinen regelrecht fest. Dass dabei auch sein Hemd ein Stück über seine Schultern rutsche und in seiner Armbeuge Falten warf, ließ ihn nur noch begehrlicher erscheinen.
Jemand Fremdes hat dich genommen. Ich hole mir nur zurück, was mir gestohlen wurde. Und zwar ganz langsam, Stück für Stück“, meine Worte hatten sich noch nie so bedrohlich angehört und während ich sie betont langsam aussprach, glitt meine Hand weiter zu seinen festen Backen.
Wie theatralisch, Katsuya. Wir sollten diese Farce beenden. Ich...", versuchte er entgegenzusetzen, aber ich ließ ihm keine Gelegenheit, seinen Satz zu beenden, sondern stieß ohne Vorwarnung einen angefeuchteten Finger in ihn, was ihn kehlig aufstöhnen ließ.
Für jemanden mit ach so großer Selbstbeherrschung schwächelst du ganz schön, Kaiba! Und jetzt sag es mir. Wie hat er es dir gemacht?" Sogleich ließ ich einen zweiten Finger folgen und genoss das Gefühl seiner plötzlichen Anspannung. Sein Atem ging unregelmäßig und es fiel ihm sichtlich schwer zu widerstehen und meine Frage unbeantwortet zu lassen. Also begann ich, mich in ihm zu bewegen und reizte ihn damit immer weiter, bis er seinen Widerstand unter dieser süßen Qual schließlich aufgab.
Gar nicht! Ich hätte nie...Ich wollte…verdammt, Katsuya, es gab diesbezüglich immer nur dich! Zufrieden?!"

Neuerlich hielt ich in meinem Tun inne. Was war das gerade? Seine letzten Worte hallten laut in meinem Kopf wieder. Immer nur dich! Wenn irgendetwas, das er bis dahin jemals gesagt hatte, auch nur im entferntesten einer Liebeserklärung gleichkam, dann waren es definitiv diese drei Worte. Das veränderte alles und zum ersten Mal fühlte sich das hier wie ein Sieg in einem Duell an, dass ich um jeden Preis gewinnen hatte wollen. Klar hatte mich der Scheißkerl immer noch betrogen, aber anscheinend nicht auf jene Weise, wie ich es vermutet hatte. Tausende Fragen schwirrten durch meinen Kopf, mussten sich aber schon im nächsten Moment hinten anstellen, denn gerade war der Siegestaumel zu überwältigend und ich wollte nichts so sehr, wie meine Belohnung kassieren und ihn endlich auf diesem massiven Schreibtisch flachlegen.

Bisher hatte ich die Hündchenstellung immer weitestgehend vermieden, denn ich liebte diesen lüsternen Ausdruck in seinem Gesicht, wenn ich ihn mit meinen Berührungen beinahe um den Verstand brachte und ihn damit bis zu seinem erlösenden Orgasmus trieb, einfach viel zu sehr, als dass ich darauf verzichten konnte. Jedoch stellte ich nun mit Erstaunen fest, dass sie etwas äußerst Verruchtes und Hemmungsloses an sich hatte und ich so in den Genuss einiger anderer Vorzüge kam, allem voran einem unglaublichen Gefühl von Macht. Er schien mir in dieser Position beinah gänzlich ausgeliefert zu sein und dass es auch bei ihm einen gewissen Reiz auslöste, zeigte mir sein erregter Körper nur allzu deutlich. Erneut ließ ich mich von meinen Gefühlen für ihn hinreißen, beugte mich ein Stück nach vorn und berührte mit meinen Lippen sanft sein Schulterblatt, um dort einen hauchzarten Kuss zu hinterlassen. Auch das hätte ich schon viel eher mit ihm ausprobieren sollen, denn unter dieser zärtlichen Geste entspannte er sich wieder etwas, während ich mich nach diesem unglaublichen Geständnis in meinem Tun bestätigt fühlte. Dieser Ort, diese Stellung, all das war mein Privileg. Er gehörte also noch immer nur mir allein und diese Tatsache löste ein überragendes Gefühl in mir aus, welches mich sogleich zu weiteren Schandtaten anstachelte.

Ich nahm einen dritten Finger hinzu und begann mir den Freiraum in ihm zu schaffen, den ich für unser beider Hochgenuss benötigte. Dass er dabei mehrfach deutlich seine Stimme erhob, verschaffte mir weitere wohlige Schauer und ich wollte noch so viel mehr von ihm hören. Sanft setzte ich meine Lippen auf seinen Nacken und fuhr langsam seine Rückenpartie entlang weiter nach unten über den wenigen Stoff, der noch teilweise seine Haut bedeckte. Meine Finger zog ich derweil wieder aus ihm zurück und spreizte ungeniert seine Pobacken, sodass ich nur wenige Augenblicke später meine feuchte Zunge über seine entblößte Öffnung gleiten lassen konnte. Sofort erfüllte seine sinnliche Stimme das Büro aufgrund dieser neuen Erfahrung. Meine verbliebene Hand wanderte derweil zielstrebig über seinen Hintern, weiter zu seinem Oberschenkel und schlüpfte zwischen seinen Beinen hindurch zu seiner schmerzlich harten Erektion. Die kleinste Berührung reichte bereits aus, um ihn erneut aufbegehren zu lassen, sodass er sich auf den Schreibtisch presste und sich mir begierig entgegen drängte nicht wissend, auf welche Berührung er zuerst reagieren sollte.

Sehr lang würde er nicht mehr an sich halten können und ich hatte kurz Sorge, dass wir aufgrund der Lautstärke noch jemanden anlocken könnten, der im Allgemeinen für Ordnung und Sicherheit in diesen Hallen zuständig war. Also ließ ich kurz von ihm ab, zog das bereitgelegte Kondom aus meiner Hosentasche und riss es ungeduldig mit den Zähnen auf. So ungestüm war ich lange nicht mehr, doch ich konnte nicht abstreiten, dass seine Worte mein Verlangen nach ihm ins schier Unermessliche gesteigert hatten und auch er sollte eine Kostprobe von diesen unbändigen Gefühlen in mir bekommen. Ohne weiter Zeit verstreichen zu lassen, streifte ich das Präservativ über mein hartes Glied und trat wieder an seinen noch immer vor Lust bebenden Körper heran. Erwartungsvoll spreizte ich erneut seine Öffnung und schob mich mit einem Zug in ihn hinein, während sich meine Augen genussvoll schlossen und sich meine Hand direkt wieder ihren Weg zu seiner Härte suchte. Sofort stöhnten wir beide ungezügelt in den Raum hinein und es schien eine Ewigkeit vergangen zu sein, seit wir uns das letzte Mal so gehen lassen hatten.

Ich wusste, dass einer von uns definitiv zu laut war und wenn wir nicht doch noch das Security Team anlocken wollten, musste ich das schleunigst ändern. Auch wenn es mir gerade extrem schwer fiel, stoppte ich in meinem Tun und zog mich wieder zurück, was er mir mit einem überraschten Ton bestätigte. In einer gekonnten Bewegung drehte ich ihn auf der Tischplatte zu mir um, riss ihm die ohnehin viel zu lasch verknotete Krawatte von seinem Gesicht, um in die verklärten blauen Augen einzutauchen und seinen vor Lust verzückten Gesichtsausdruck vollends genießen zu können, bevor ich wieder in die heiße Enge eindrang. Erneut erntete ich dafür einen obszönen Laut aus seinem Mund, den ich sogleich mit einem ungestümen Kuss versiegelte. Es fehlte nicht mehr viel, sodass ich meine Hand erneut um seine Männlichkeit legte und ihn in wenigen Zügen zu seinem lang ersehnten Höhepunkt brachte. Er kam laut und heftig, während sich seine sündigen Lippen wieder von meinen trennten und sein Körper sich ekstatisch vor mir aufbäumte. Ein Anblick, der mich direkt danach ebenfalls und zum zweiten Mal an diesem Tag meine Erlösung durch diesen wunderschönen Mann finden ließ.

Hastig rangen wir beide nach Luft, nicht in der Lage, auch nur ein Wort zu sagen. Unsere Blicke konnten sich jedoch nicht voneinander trennen, sodass wir einander noch immer lüstern in die Augen sahen. Nach einigen Augenblicken der Stille beruhigten sich unsere erhitzten Gemüter wieder etwas und ich zog mich wieder aus ihm zurück. Kurzum ließ ich das verräterische Kondom in seinem Papierkorb verschwinden, nur um mich direkt wieder seinem verführerischen Körper zu widmen. Ich konnte mich an diesem Menschen wahrlich niemals sattsehen. Allein, wie er sich auf seinem Schreibtisch platziert hatte, sah noch immer so verboten erregend aus, dass ich ihn am liebsten sofort zu einer weiteren Schandtat nötigen wollte. Im gleichen Atemzug kamen mir wieder seine Worte in den Sinn. Ich war noch immer der Einzige für ihn und dieses Wissen stimmte mich mehr als zufrieden. Mit diesem Hochgefühl lehnte ich mich erneut über ihn und suchte mir meinen Weg zu seinen süßen Lippen, stahl ihm einen sanften Kuss, den er mir im Gegenzug nur zu gern schenkte.

Plötzlich öffnete sich die Tür: „Kaiba-sama, die geforderten Unterlagen sind eingetroffen und ich…", Isono verstummte abrupt, erstarrte regelrecht in seiner Bewegung und die charakteristische Sonnenbrille, die sonst jede Gefühlsregung perfekt verstecken konnte, rutsche aufgrund seiner entgleisenden Gesichtszüge ein Stück weit von seiner Nase und ließ das blanke Entsetzen in seinen Augen erkennen. Auch ich hielt augenblicklich in meiner Bewegung inne, während Seto gänzlich den Atem ausgehaucht zu haben schien.
Der Moment der absoluten Stille wurde jäh von meinem Aufschrei unterbrochen. Seto hatte mich doch tatsächlich mit einem seiner langen Beine von sich gestoßen und ich landete mit halb heruntergelassener Jeans rückwärts auf dem Ledersessel. Ich hatte ganz vergessen, wie kräftig er sein konnte. Er selbst war regelrecht von der Tischplatte aufgesprungen und versuchte sich anstandshalber die Hose, die gerade noch so an einem seiner Beine hing, wieder hochzuziehen. Zweifellos musste er sich dafür nach unten bücken und gab so noch mehr Preis als ohnehin schon. Unbeholfen gelang es ihm endlich die Hose ordnungsgemäß zu schließen, mit seinem zerknitterten Hemd, welches immer noch in seinen Armbeugen hing, und der lose baumelnden Krawatte machte er allerdings keinen besonders seriösen Eindruck. „RAUS!", knurrte er laut und sehr bedrohlich in Richtung seines Bodyguards. „Sir...die Tür…sie war nicht …versperrt und ich wollte …", stotterte der Hüne. „SOFORT!", setzte Seto schneidend nach und sein Blick ließ die Umgebungsluft gefrieren. Isono drehte postwendend auf dem Absatz um, murmelte unentwegt Entschuldigungen und verließ hastig den Raum. Ob er das Bild, das wir ihm geboten hatten, wohl jemals vergessen könnte?

Die gesamte Szene war so surreal. Seto würde mich für diese Schmach wahrscheinlich liebend gerne mit seinen Blicken töten, aber ich hatte meinen Groll definitiv verloren. Die Gerechtigkeit hatte eine Demütigung durch eine andere ersetzt und wenn ich damit abschließen konnte, dann konnte das Seto wohl auch irgendwann. Ich konnte jedenfalls nicht anders, als in schallendes Gelächter auszubrechen und auch wenn er mir abertausende Verwünschungen entgegenschmetterte, wusste auch er nur zu genau, dass ich ihm seine Untreue verziehen hatte. Aber die verdrängten Fragen wurmten mich immer noch und ich musste die Chance nutzen, um den Sachverhalt endlich restlos zu klären. Ehe ich aber mit meiner Befragung anfangen konnte, erhob er das Wort: „Deinem dümmlichen Gelächter entnehme ich, dass du mit deiner Schandtat zufrieden bist. Mein Ruf ist nun nachhaltig zerstört." Setos Worte sollten wohl ernst klingen, aber seiner Stimme fehlte irgendwie der passende Nachdruck. „Ach komm, das war nur Isono, der verliert sicherlich kein Sterbenswörtchen darüber. Ich sollte eigentlich eifersüchtig darauf sein, dass er einen Blick auf deinen süßen Popo ergattern konnte", sein sich wieder deutlich verfinsternder Blick ließ mich beinahe Schmunzeln, aber ich schaffte es, meine Gesichtszüge im Zaum zu halten.

Das war die Chance, auf das eigentliche Thema zurückzukommen: „Er war da ja nicht der Einzige, aber du hast dich wirklich nicht von diesem Green-Typen durchneh…", weiter kam ich nicht, weil er mir dezent wie immer das Wort abschnitt. „Ich wiederhole mich sicherlich nicht! Du weißt ohnehin schon, was du wissen musst. Ging es bei diesem ganzen Theater nicht darum, meine Eskapade endgültig zu begraben? Bitte sag mir, dass es noch einen finalen Weg gibt, um auch dein sinnloses Kreuzverhör zu beenden und Normalität einkehren zu lassen", sein Blick war mittlerweile so genervt, dass ich einsehen musste, dass ich den Bogen beinahe überspannt hatte. Aber eben nur beinahe. „Sicher Setolein, den gibt es. Nach dieser Anstrengung habe ich ehrlich gesagt ziemlich Kohldampf. Lad mich zum Essen ein und wir sind quitt…oh und falls du an etwas anderes denkst, natürlich zum Burgeressen…Drive-in, wenn ich mir deinen derzeitigen Aufzug so ansehe", flötete ich ihm fröhlich entgegen. Seine Zähne knirschten so laut, dass man es regelrecht widerhallen hören konnte, als er sich mit mehr als grimmiger Miene so gut es ging seine Kleidung richtete und ein „Ich fahre!" zwischen den zu Strichen verzogenen Lippen hervorpresste. Schnell zog auch ich mich fertig an, hastete an ihm vorbei und gab ihm dabei noch einen frechen Kuss auf die Wange. Das war kein Sieg, sondern ein Triumph auf ganzer Linie und ich wollte ihn noch lange richtig auskosten…


Trotz der damaligen Aussprache hatte ich noch lange an seinem Fehltritt zu knabbern gehabt und es hatte eben definitiv nur eine akzeptable Art und Weise gegeben, um die Sache endgültig aus der Welt zu schaffen. Dass sich der gute Isono wohl nie mehr ganz von dem Schock erholen wird, war leider nicht mehr zu ändern, ein notwendiges Übel. Obwohl man hier aber festhalten muss, dass ich nicht alleine die Schuld tragen kann, Seto ist auch ganz schön wagemutig, auf seine diabolische Art und Weise. Ob nun meine chaotische Spontanität auf ihn oder seine berechenbare Genialität auf mich abfärbt. Manchmal weiß ich gar nicht, wer von uns der schlechtere Einfluss ist. Es spricht jedenfalls für sich, dass wir öfters unsere selbst auferlegten Tabuorte regelrecht entweiht hatten. Oh man, da könnte ich noch stundenlang aus dem Nähkästchen plaudern. Wer weiß, vielleicht ergibt sich nochmals eine Gelegenheit.
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