Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Partner und Fechtgegner

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteRomance / P16 / Het
Jay Lonnie
22.12.2021
22.12.2021
5
9.384
3
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
22.12.2021 1.736
 
„Hey Jane! Ist Lonnie schon aus China zurück?“, fragte Jay, als er kam um Carlos zum Fechten abzuholen. „Nein, aber langsam mache ich mir Sorgen, denn sie hat sich auch schon seit zwei Wochen nicht mehr gemeldet und das sieht ihr gar nicht ähnlich. Hast du was von ihr gehört?“, entgegnete Jane. „Nein, leider nicht, aber warum ist sie überhaupt nach China gefahren?“ „Hat sie dir das nicht erzählt?“ „Offensichtlich nicht…“ „Sie ist Hals über Kopf mitten in der Nacht aufgebrochen, da Zuhause irgendetwas passiert ist. China braucht seine Heldin, ihren Ehemann und anscheinend auch ihre Tochter. Ich hab sie gefragt worum es geht, aber Lonnie meinte nur, dass es streng geheim sei, aber sie bald wieder da ist.“, Jane war immer schneller geworden, woran man merkte, dass es sie doch ganz schön beunruhigte. Carlos schien das auch zu merken und legte beruhigend einen Arm um die Schultern seiner Freundin. „Hey, Lonnie geht es sicher gut. Sie hat es auch damals mit uns gegen die Piraten aufgenommen! Glaub mir sie hat wahrscheinlich nur vergessen dir zu schreiben, weil sie gerade damit beschäftigt ist irgendwem in den Arsch zu treten.“, versuchte Carlos sie zu beschwichtigen. „Du hast wahrscheinlich recht.“, meinte Jane wenig überzeugt. Jay beschloss das Thema Lonnie zu beenden, denn sonst würde Carlos Freundin noch verzweifelter werden. Es herrschte zwar wieder Ruhe und Frieden in Auradon, aber irgendwie hatte jeder Lonnie übersehen, zumindest kam es Jay so vor. „Also Carlos gehen wir? Sonst bestimmt sich Chad wieder selbst zum Teamcaptain!“, meinte Jay. Der Sohn von Cruella de Ville nickte, gab seiner Freundin einen Kuss und schloss sich Jay an. Kaum waren sie außer Hörweite, begann Jays bester Freund zu sprechen: „Am besten schneidest du das Thema Lonnie vorerst nicht mehr an. Es macht ihr ziemlich zu schaffen, dass sie sich nicht meldet.“ „Ich versteh sie irgendwie. Ich hab sie seit der Feier auf dem Boot nicht wieder gesehen.“, sagte Jay. „Stimmt ja ihr habt miteinander getanzt oder?“ „Ja haben wir.“ „So wie ihr dabei ausgesehen habt, hätte ich mir schon gedacht, dass ihr dann noch irgendwann, keine Ahnung… auf ein Date geht oder so…“, mutmaßte Carlos. Er wollte seinen besten Freund eigentlich schon früher nach Lonnie fragen, aber bei seinem Liebesglück mit Jane hatte er es vollkommen vergessen. „Nein,… ja,… vielleicht,… ach woher soll ich das wissen. Wir haben nur getanzt und nicht händchengehalten oder uns ein Stück Kuchen geteilt oder so.“ „Tja das hört sich so an als wärst du dir nicht sicher.“ Jetzt hatte Jay sich etwas gefangen, denn die Frage nach ihm und Lonnie traf ihn etwas unerwartet. „Nein ich bin mir total sicher, da ist nichts, wir sind nur Freunde.“ „Wenn du das sagst, aber für mich hast du dich vorher genauso verhalten, wie ich damals als ich Jane um ein Date bitten wollte.“ „Das bildest du dir nur ein. Wirst du etwa ein Softie?“, entgegnete Jay breit grinsend.  „Jaja lach nur, aber besser ein Softie, als jemand der sein Leben lang allein bleibt, weil er, sobald es in Gefühlsdingen ernst wird, einen Rückzieher macht.“, erwiderte Carlos unbeeindruckt. „Ach was, wenn ich wollte, hätte ich heute Abend schon ein Date.“ „Ja das schon, aber was festes wird es sicher nicht, dafür kenn ich dich zu gut.“ „Wenn du meinst. Aber jetzt ab zum Fechten, ich habe das Gefühl, dass du dich nur drücken willst!“
Nach dem Training ging Carlos noch zu Jane und so ging Jay alleine in sein Zimmer zurück. Er dachte über Carlos Worte nach. Ja er hatte schon einige Dates gehabt mit Mädchen aus Auradon, aber auch mit welchen von der Insel, alle waren nicht langweilig, aber aus den Socken gehauen hatte ihn bisher noch keine. Bis jetzt hatte er nie daran gedacht Lonnie um ein Date zu bitten. Er sah sie beim Fechten und in einigen Unterrichtsfächern und manchmal hatten sie noch zusätzlich trainiert. Jetzt wo er darüber nachdachte, verbrachte er einiges an Zeit mit ihr. Als er sein Zimmer erreichte wollte er sich gerade auf sein Bett werfen, als ihm auffiel, dass eine Postkarte darauf lag. Darauf war eine Gebirgskette abgebildet, verwundert drehte er die Karte um und was er las konnte er kaum glauben:
Hey Jay,
Wenn du diese Karte erhälts, bin ich in China auf der Suche nach meinen Eltern.
Bitte ruf mich an sobald du diese Karte bekommst.
Hörst du bis einer Woche nach meiner Abreise nichts von mir,
steck ich wahrscheinlich in Schwierigkeiten und brauche Hilfe.
Wenn das der Fall sein sollte, beweg deinen Arsch hierher und hilf mir!

Liebe Grüße Lonnie
Jay griff sofort nach seinem Handy und wählte ihre Nummer, aber es klingelte nicht mal. Nach drei weiteren Versuchen gab er auf. Es war erst früher Nachmittag als Jay begann das notwendigste zusammenzupacken. Als er seinen Rucksack und Schlafsack beisammen hatte, schnappte er sich einen Autoschlüssel und hinterließ einen Zettel für Ben, auf dem stand, dass er sich einen Wagen auslieh und fuhr los.
Er war die halbe Nacht durchgefahren, als er schließlich beim Haus von Lonnies Eltern ankam. Jay blieb vor dem Tor stehen und klopfte. Kurz darauf hörte er Schritte, die sich dem Tor näherten, als es sich schließlich einen Spalt öffnete konnte Jay die Person dahinter wegen der Dunkelheit nicht erkennen. „Wer ist da?“, fragte eine ältere Stimme misstrauisch. „Hallo, hier ist Jay. Ich bin ein Freund von Lonnie.“ „Ah der der Bad Boy, komm rein.“ Jay wusste nicht was er von seinem neuen Spitznamen halten sollte, aber recht viel Zeit zum Nachdenken blieb ihm nicht, denn das Tor öffnete sich soweit, dass er durchgehen konnte. Dahinter erwartete ihn eine alte, gebückte Frau mit faltigem Gesicht und weißen Haaren. In ihrer Hand hielt sie eine Laterne und auf ihrer Schulter saß eine Grille. „Ich hatte dich eigentlich früher erwartet, hoffentlich ist es noch nicht zu spät. Aber komm erst einmal rein, iss etwas und schlaf ein wenig. Danach erklär ich dir das was los ist.“. meinte sie, während sie Jay über den Innenhof ins Haus führte und ihn an einem Tisch platz nehmen ließ. Danach brachte die alte Frau, die wahrscheinlich Lonnies Urgroßmutter war, verschiedene Schüsseln aus denen es lecker duftete. „Danke Mrs Fa.“, bedankte sich Jay höflich. „Ach nichts zu danken, Junge. Bei dem was du vor dir hast, ist das eine gute Grundlage.“ „Was ist denn passiert?“, fragte er. „Wie viel weißt du?“ Jay legte die Postkarte auf den Tisch und sagte: „Das ist alles.“ „Oje, dass ist aber nicht viel. Tja dann fangen wir von vorne an. Lonnies Großeltern sind gerade auf Urlaub und Mulan und Shang wurden vom Kaiser auf eine Geheimmission in die Berge geschickt. Mulan und Shang haben eine Nachricht für Lonnie dagelassen und sind aufgebrochen. Bevor Mulan abreiste sagte sie, ich solle Lonnie informieren, wenn die beiden nicht nach einer Woche zurück sein sollten. Tja als ich das gemacht hatte, kam unsere kleine Kämpferin natürlich sofort nach Hause. Danach ist sie ihren Eltern sofort hinterher in die Berge, sie ist eben genauso wie ihre Mutter. Lonnie hat mir von dir erzählt und gesagt, dass sie dir eine Nachricht schicken würde, aber ehrlichgesagt hab ich nicht daran geglaubt, bis du wirklich vor der Tür gestanden bist.“ „Wieso dachten Sie nicht, dass ich kommen würde?“ „Weil ich mir fast sicher war, dass Lonnie nicht um Hilfe bitten würde.“ Tja da war was dran. Lonnie machte gerne alles auf eigene Faust, das wusste Jay nur zu gut. „So genug geredet für heute. Morgen erkläre ich dir wie du in die Berge kommst, aber jetzt ruh dich mal aus!“
Urgroßmutter Fa, die für ihr Alter noch sehr fit war, packte ihm ein Essenspacket und beschrieb ihm den Weg soweit sie ihn von ihrer Enkelin wusste. Sie winkte noch zum Abschied, bevor sie das Eingangstor hinter sich schloss. Diese Familie war echt einmalig. Offensichtlich machte sich die Urgroßmutter keine Sorgen um ihre Enkelin und ihre Urenkelin. Aber Mulan hatte ja Shang und außerdem, wenn Jay den Geschichten glauben konnte, war sie genauso kampferprobt wie ihr Ehemann. Somit hatte Lonnie von den besten gelernt, wie er auf der Insel gesehen hatte, aber jeder brauchte mal Hilfe und Lonnies Hilfe auf der Insel war Gold wert gewesen. Er würde alles tun um sie zu unterstützten. Soweit es ging, fuhr er mit dem Auto, aber als der Weg immer schmaler und steiniger wurde und die Bäume zu dicht beieinanderstanden, stieg er aus und ging zu Fuß weiter. Jay war den ganzen Tag unterwegs und schließlich kam er an den Punkt an dem die Beschreibungen von Urgroßmutter Fa aufhörten. Er blickte sich um und beschloss weiter hinauf zu gehen, denn weiter oben meinte er einen weiteren Pfad zu erkennen. Oben war tatsächlich ein versteckter Weg, dem er noch eine Stunde lang folgte, bevor er unter einem Baum sein Lager aufschlug. Zuerst aß Jay etwas aus dem Essenspacket, von Mrs. Fa, dann wickelte er sich in seinen Schlafsack und schlief unter freien Himmel ein. Auch am nächsten Tag wanderte Jay immer weiter, aber er fand Lonnie nicht, nicht einmal das Zeichen eines Lagerplatzes. Langsam begann er daran zu zweifeln, ob er sie überhaupt finden würde. Ein weiterer Tag war vergangen ohne, dass der Sohn des Dschafar eine Spur gefunden hatte, ein weiteres Mal schlug er sein Lager auf und schlief in seinem Schlafsack ein.
Sie hatte etwas gehört, da war sich Lonnie sicher. Zum Glück war heute Vollmond und somit der gesamte Wald erleuchtet. Lonnie beschloss nachzusehen, vielleicht war es eine neue Runde der Wachen und das konnte sie echt nicht gebrauchen. Sie schlich in die Richtung aus der das Geräusch gekommen war, trotz des Mondlichts kam Lonnie nur langsam voran, da sie aufpassen musste nicht über Wurzeln zu stolpern oder auf trockene Äste zu treten. Als es der jungen Frau seltsam vorkam, dass sie noch niemanden sah, blieb sie bei einem Baum stehen. Vielleicht hatte sich Lonnie auch getäuscht, aber halt, war da vorne nicht etwas. Dichte Wolken hatten sich vor den Mond geschoben und nahmen somit sein Licht. Ohne auf den Boden direkt vor ihren Füßen zu achten, machte sie ein paar Schritte, plötzlich rutschte die sonst so geschickte junge Frau aus und fiel irgendwie seitlich hinten über an dem Baum vorbei. Aber zu ihrem Erstaunen landete sie nicht auf hartem Untergrund, sondern auf etwas Weichem. „Ah!“, kam es von unter ihr und das Etwas unter ihr bewegte sich, aber bevor Lonnie sich aufrappeln konnte schlangen sich zwei Arme um ihren Oberkörper und hielten sie fest.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast