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Crush My Mind

von Ari Fey
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Angst / P18 / MaleSlash
Goro Akechi Protagonist
21.12.2021
19.05.2022
7
34.903
3
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
25.03.2022 3.797
 
Akechi lauerte wie eine dunkle Präsenz hinter dem Fortschritt der Phantom Thieves in Okumuras Palast. Akira fühlte seine Anwesenheit wie seinen eigenen Schatten, dunkel lauernd hinter jedem Schritt. Die Erinnerung an seine Worte —  an das, was passieren würde, sobald sie Okumuras Schatz gestohlen hatten, ließen eiskalte Schauer über seinen Nacken laufen.

Dennoch ließ er sich nichts anmerken. Er hatte keine Wahl. Harus Sicherheit war in Gefahr. Wenn es ihm gelingen würde, Akechi davon abzuhalten, Okumura zu töten oder in den Wahnsinn zu treiben, würde er ihn vielleicht endlich davon überzeugen können sich den Phantom Thieves anzuschließen.

Es war heikel; ein Spiel mit dem Feuer, aber Akira war bereit sich zu verbrennen.

Okumuras Palast war ein wahr gewordener Albtraum aus Metall und Maschinen. So herzlos und kalt wie das verdorbene Innere des Mannes in der realen Welt selbst. Die Roboter waren kaum ein Hindernis, sie alle waren viel zu erschöpft um großen Widerstand zu leisten, und so war es leicht, sich vor dem Ablauf der Frist bis zu dem Raumschiff vorzukämpfen, in dem der Schatz versteckt lag und nur darauf wartete gestohlen zu werden.

Mit dem Fluchtweg sicher, vereinbarte Akira mit den anderen den Schatz einen Tag vor Ablauf der Frist zu stehlen. Harus erleichtertes Gesicht stach ihm ins Herz. Die Hoffnung, die in ihren Augen schimmerte, würde erlischen, sollte Akechi gewinnen. Das durfte — wollte — er nicht zulassen.

Als Akira sich von Haru verabschiedete, bat sie ihn, Morgana für eine weitere Nacht mit zu sich zu nehmen. Sie… wollte nicht allein sein. Morganas Blick nach zu urteilen, hatte der Kater alles andere als Einwände, und so lief Akira allein durch die nächtlichen Gassen von Shibuya.

Akechi war nirgendwo zu sehen, seine Anwesenheit lauerte nicht mehr hinter ihm, seitdem sie das Metaverse verlassen hatten. Erleichtert atmete Akira aus. Doch bevor er sich entspannen konnte, fühlte er eine Hand an seinem Oberarm, die ihn harsch in eine dunkle Gasse zog.

Akechis Gesicht war zur Hälfte von den Schatten der Nacht verdeckt; die andere Hälfte vom gelblichen Licht der Straßenlaternen erhellt; doch sein stoischer Ausdruck brannte selbst durch das dimme Licht. Die Lippen zu einer dünnen Linie gepresst, wartete er einen Moment, bevor er das Wort ergriff. “Du hast wirklich vor, es durchzuziehen?”

Akira nickte.

Akechi schüttelte den Kopf. “Du hast kein Problem damit, deine Freunde in Gefahr zu bringen? Nicht nur dein Kopf wird dann in der Schlinge stecken; es ist bekannt, dass ihr als Gruppe agiert —”

Perplex starrte Akira ihm entgegen. “Soll das eine Warnung sein?”

“Warum um alles in der Welt denkst du, würde ich dir sonst verraten, dass er sterben soll?”

Akira öffnete den Mund. Schloss ihn wieder. Was —

“Denk nach,” zischte Akechi. “Natürlich wollte ich dich warnen. Die einfachste Lösung wäre es, einfach aufzugeben. Löst eure Bande aus Möchtegern-Helden auf; bevor ihr in eine Falle lauft, die auf jeden Fall zuschnappen wird.”

Auf gar keinen Fall. “Nein!” erwiderte Akira lauter, als geplant. “Haru ist in Gefahr, wenn wir nichts tun. Ich werde nicht zulassen, dass sie an ihren widerlichen Verlobten verkauft wird. Sie hat besseres verdient! Sie —”

Akechis Lippen verzogen sich nach unten. “Sie, oder du,” unterbrach ihn Akechi. “Sobald die Öffentlichkeit euch für Mörder hält, wird mehr als ein Kopfgeld auf dich ausgesetzt. Früher oder später wirst du nicht mehr in der Lage sein, davon zu laufen… Und ich habe nicht vor, dich gehen zu lassen. Verstehst du mich?”

“Ich —” Akiras Augen weiteten sich. Akechi… machte sich Sorgen um seine Sicherheit? Aber —

“Akira,” hauchte er sanft. Ein Kiesel knirschte auf dem Asphalt, als er näher kam. Der Geruch seines Shampoos stieg Akira in die Nase, wehte um ihn, wie sanfter Frühlingswind, bevor er Akechis Lippen auf seinen fühlte. “Du, oder sie.” Akechis Hände waren warm, als sie sich in sein Haar krallten. Akiras Herz schlug ihm bis zum Hals, als er den Kuss erwiderte.


*


Okumura versteckte sich hinter seinen Robotern, wie ein Feigling.

Jeder einzelne von ihnen, egal wie viele er auch rufen ließ, löste sich in schwarzen Rauch auf. Doch Harus Entschlossenheit, sich nicht dem Willen ihres Vaters zu beugen, war stärker als die Rüstungen aus Metall. Sie zerfielen vor ihr zu Staub und Rauch, und Akira half ihr nur zu gern dabei den Weg zum Schatz ihres Vaters frei zu kämpfen.

Bevor Okumura sich in die Rettungskapsel retten konnte, begann der Palast bereits zu bröckeln. Der Schatz leuchtete so hell wie der Sterne der Galaxie um sie herum, als Morganas Pfoten danach schnappten, wie nach einem Goldfisch im Aquarium. Stolz kehrte er mit dem leuchtenden Objekt zurück, stellte sich schützend hinter den Rest der Phantom Thieves.

Okumuras verzweifeltes Flehen ging in den beginnenden Kontraktionen des Palasts unter. Der Boden begann zu beben. “Nein! Nein!” schrie er, streckte eine Hand nach dem Schatz aus. “Gebt ihn mir zurück! Ich brauche —”

“Wir müssen weg hier,” unterbrach ihn Ann und wendete sich an die anderen. Sie hatten, weswegen sie gekommen waren. Okumuras Schatz strahlte, als Ann ihn aus Morganas Pfoten an sich nahm. Der Kater verwandelte sich in einen Bus, doch bevor Akira ihn erreichte, sah er einen unheilvollen Schatten aus dem Augenwinkel.

Trotz Morganas verzweifeltem Protest, machte er auf dem Absatz kehrt und lief zurück zu Okumuras wimmerndem Schatten. Er hörte, wie die Reifen des Mona-Bus’ quietschten, als er die anderen in Sicherheit brachte. Er war allein. Zurückgelassen.

Akira betete, dass er es heil aus diesem Ort herausschaffen würde.

Akechi hielt den Lauf seiner Laserpistole bereits an Okumuras Stirn; sein Helm lag in Scherben um ihn herum. “Bitte, bitte nicht,” wimmerte er und sah aus tränenden Augen zu Akechi herauf. “Bitte! Ich verrate nichts! Kein Wort!”

“Zu spät,” erwiderte Akechi kalt, während er einen Finger auf den Abzug legte. “Du hast deinen Nutzen erfüllt.”

“Stop! Töte ihn nicht!” rief Akira und stieß Akechi zur Seite, bevor er abdrückte. Der Schuss ging daneben; streifte lediglich Okumuras rechten Arm und riss durch den Stoff seines Anzugs.

Akechi zischte einen Fluch, bevor er Akira mit dem Ellenbogen unsanft in die Rippen stieß. “Halt dich da raus!”

Als Akira nach der Pistole in seiner Hand greifen wollte, stieß Akechi ihn erneut zurück, bis Akira durch das Beben des Bodens den Halt auf den Füßen verlor. Akechi war binnen einer Sekunde über ihm, hielt seine Hände mit eisernem Griff über seinem Kopf gepinnt. Er verlagerte sein Gewicht auf Akiras Oberschenkel, während er mit der anderen Hand nach der Pistole reichte, die einige Centimeter außerhalb seiner Reichweite lag.

Akira riss die Augen auf, als er sah, wie Okumura währenddessen einen eigenen Revolver aus seinem Umhang zog und auf Akechi richtete.

“Akechi!”

Seine Warnung kam zu spät; Okumura drückte ab, als Akechi seine Laserpistole gegriffen hatte.

“Ah!” Akechi hisste vor Schmerz auf, als er über Akira zusammenbrach, wie eine Puppe deren Stricke durchtrennt worden waren. Währenddessen richtete Okumura seine Pistole auf Akira, doch bevor er ein zweites Mal abdrücken konnte, schnappte Akira nach Akechis Laserpistole.

Seine Finger zitterten, als sie sich um den Abzug legten.

Ein präziser, roter Laserstrahl traf Okumuras Brust. Der Schatten schrie vor Schmerz auf, eine seiner Hände flog zu dem klaffenden, schwarzen Loch in seinen Rippen. Ein erbärmliches Seufzen drang aus ihm, als seine Augen zurückrollten, bis nur noch Weiß zu sehen war.

Okumuras Schatten löste sich vor Akiras Augen in schwarzen Rauch auf, bis nichts mehr von ihm übrig war.

*


Akira starrte auf den Rauch, bis er sich vollends in nichts als Luft aufgelöst hatte. Das Blut in seinen Adern gefror; alles um ihn herum drohte undeutlich zu werden. Nein, nein, er musste sich konzentrieren, denn —

“Akira!” Akechis Stimme riss ihn aus seinen Gedanken. Er zwang sich, sich abzuwenden. Akechi wurde angeschossen. Er —

Akiras Herz versetzte ihm einen Stich, als er sah, wie sich Akechis Bodysuit unter dem dunklen Stoff rot färbte. Der Stoff war an der Schulter gerissen, wo Okumura ihn getroffen hatte.

“Wir müssen… weg von hier… Akira,” Akechis Stimme brach ab, sein Atem wurde flach. Mit einem Heilzauber versuchte Akira das Schlimmste zu vermeiden; und tatsächlich, etwas Farbe kehrte zurück auf Akechis blasse Wangen. Unter dem Riss an seiner Schulter sah er, wie die verletzte Haut sich langsam wieder zusammenflickte.

“Kannst du laufen?” Akira wartete eine Antwort nicht ab, bevor er sich gemeinsam mit Akechi aufrichtete. Ein kurzer Blick auf Akechi beantwortete seine Frage; es war klar, dass er den Weg aus dem Palast nicht schaffen würde, so sehr wie er hin und her schwankte. “Halt dich fest.” Akira ignorierte Akechis schwachen Protest, als er Akechi auf seinen Rücken stützte. Akechi schlang seine Arme um ihn, bis seine Hände auf Akiras Brust zusammenkamen.

Er fühlte Akechis flachen Atem an seinem Hals, das Heben und Senken seines Brustkorbs an seinem Rücken. Der Palast bebte und bröckelte; Akira sprintete durch die metallenen Gänge, die Fabrik und das Schiff. Seine Lungen brannten wie Feuer, als er den Ausgang endlich erreichte, und das Meta-Nav sie in die reale Welt zurück transportierte.


*


“Du solltest es kühlen,” sagte Akira, als er Akechis Schulter inspizierte. Der Heilzauber hatte vermieden, dass sich die Wunde in mehr als einen blau-violetten Fleck in der realen Welt verwandelt hatte. Akechi hisste leise, als Akira den blauen Rand mit einem Finger nachfuhr.

“Es wird von selbst heilen,” sagte Akechi und umfasste Akiras Handgelenk, bevor er mehr von der Wunde berühren konnte. “Hör auf damit. Das macht es schlimmer.”

Akira wollte seine Hand zurückziehen, doch Akechi hielt ihn fest. “Was in Okumuras Palast passiert ist….”

“Er hätte uns beide erwischt,” Akira schluckte schwer. Die Worte fraßen sich wie Säure durch seine Kehle. “Entweder er, oder wir.” Es auszusprechen, stieß einen Pfeil geradewegs durch Akiras Brust. Das Adrenalin, dass seinen Kopf bis eben kristallklar gehalten hatte, ließ langsam nach. Sein Magen drehte sich, als die Erinnerung an Okumuras Schatten vor seinem inneren Auge erschien. Die Augen weit aufgerissen, leblos und kalt, bevor er sich in Rauch aufgelöst hatte. Der Okumura in der echten Welt — in dieser Welt — musste noch da sein; aber wie lange noch…? Wie lange hatte Haru Zeit, bis ihr Vater —

“Akira,” Akechis freie Hand legte sich an Akiras Wange. “Sieh mich an.”

Akira blinzelte ein paar Mal, bis seine Augen Akechi fanden; er sah… besorgt aus. Seine Augen schimmerten in warmem Rot. “Du hast das Richtige getan.”

Du hast das Richtige getan.

Das Richtige.

Aber —

Haru…

Ihr sanftes Lächeln blitzte vor seinem inneren Auge auf, gefolgt von einem glasklaren Bild von dem klaffenden Loch in Okumuras Brust. Er hatte ihn —

Akira wollte etwas sagen, doch die Worte blieben ihm im Hals stecken, verstopften seine Kehle und ließen ihn würgen.

Akechi ließ von ihm ab, als Akira auf dem Absatz kehrt machte und in das kleine Badezimmer in Akechis Wohnung preschte. Er übergab sich in die Toilette, sein Magen verknotete sich, seine Kehle brannte sauer vor Schmerz. Mit einer Hand stützte er sich auf dem kalten Fließenboden ab, mit der anderen umklammerte er seinen zitternden Oberkörper.

Sein Atem ging in raschen Zügen. Er fühlte, wie die Kontrolle über sich selbst ihm entglitt, wie Sand rann sie durch seine Finger. Als seine Sicht an den Rändern verschwamm, sein Kopf in Chaos ausbrach, fühlte er eine Hand an seiner Schulter die ihn unsanft nach hinten zog und umdrehte.

Die Kälte der Fliesen an der Wand drang durch seinen Rücken; verschwommen nahm er Akechi war, seine roten besorgten Augen, seine Lippen die sich bewegten, doch Akira verstand kein Wort, und —

Slap.

Sein Kopf sackte zur Seite, seine Wange pulsierte und zwiebelte. Mit einem Mal verschwand der Nebel in seinem Kopf. Akira holte tief Luft, schloss die Augen und konzentrierte sich auf seinen Atem. Ein. Aus. Ein --

“Akira. Sieh mich an.”

Akechis warme, bloße Hand streifte seine Wange, drehte sein Gesicht zu ihm. Mit dem Daumen strich er über Akiras Wangenknochen, eine seltsam sanfte Geste. Als Akira blinzelte, fand sein Blick Akechis; er sah nachdenklich aus. Seine Augen schimmerten warm, seltsam unfokussiert.

“Du hast mir das Leben gerettet,” seine Stimme war rau. Für einen kurzen Moment sank sein Blick zu Akiras Lippen. “Ich kann verstehen, wenn du deine Entscheidung bereust, aber —”

“Ich bereue es nicht.”

Die Worte verließen Akiras Lippen, bevor er sie herunterschlucken konnte. Akechi sah zu ihm auf, seine Augen weiteten sich, während seine Lippen sich teilten. Überraschung spiegelte sich auf seinem Gesicht wieder, doch bevor Akira ein weiteres Mal blinzelte, verbarg er seine Gefühle wieder hinter einer neutralen Maske.

“Du stehst unter Schock; sicher weißt du nicht, was du da sagst. Sobald etwas Zeit vergeht, wirst du —”

“Nein,” unterbrach ihn Akira. Sein Herz flatterte, seine Fingerspitzen kribbelten, als sie nach Akechis Hand griffen. Die Aufregung kehrte zurück; vielleicht war sie auch niemals verschwunden. Er wusste, dass das, was er sagte, sich mit vergehender Zeit nicht ändern würde, denn — “Ich würde es wieder tun.”

Akechis Fassade bröckelte. Seine Maske begann zu fallen, und als würde er es bemerken, wendete er den Blick ab. Seine Hand glitt von Akiras Wange, und Akira nutzte den Moment, um ihre Hände ineinander zu falten. “Ich würde es wieder tun,” wiederholte er leiser.

Er sah, wie Akechi schluckte, wie seine Lider aufgeregt flatterten, als Akira sich nach vorn lehnte und seine Stirn auf Akechis Schulter sinken ließ. Für einen Moment erstarrte Akechi, doch dann lockerte sich seine Haltung. Akira fühlte, wie seine Schultern sich hoben, als er einen tiefen Atemzug nahm.

“Bist du dir sicher?”

Als Antwort nickte Akira wortlos. Wenn das heftige Schlagen seines Herzens ihm eines verriet, dann dass er sich sicher war, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Akechi war sicher, dank ihm. Er war am Leben, er atmete, und —

“Ich danke dir,” sagte Akechi leise. “Ich schulde dir etwas.”

Akira hob seinen Kopf, sah Akechi an. Er wusste, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte, aber dennoch; sein Herz versetzte ihm einen Stich. Die Entscheidung kam zu einem hohen Preis.

Akechi runzelte nachdenklich die Stirn. Als könnte er Akiras Gedanken lesen, sagte er nach einer weiteren Minute voller Stille, “Lass mich dich ablenken.” Als Akira ihm einen fragenden Blick zuwarf, sagte er, “Du zerbrichst dir den Kopf darüber, was passiert ist. Aber du kannst nicht ändern, was du getan hast.” Er lehnte sich näher zu ihm, bis sein warmer Atem Akiras Ohrläppchen kitzelte. “Lass mich dir helfen...”

Akira atmete zitternd aus, während Akechi seine Lippen über Akiras Ohr zu seiner Wange gleiten ließ. “Ich warte auf dich,” hauchte er, und löste seine Hand aus Akiras. “Komm zu mir, wenn du soweit bist.”

*


Als sich die Tür hinter Akechi schloss, ließ Akira seinen Kopf gegen die Wand hinter ihm fallen und schloss die Augen. Sein gesamter Körper kribbelte, als würden tausende kleine Insekten an ihm nagen. Sein Herz flatterte und sein Magen drehte sich, so sehr, dass ihm schwindelig wurde.

Ohne Akechi fehlte ihm etwas; ein Anker, etwas Solides, an dem er sich festhalten konnte. Kälte kroch durch seine Fingerspitzen, doch bevor all die Sensationen ihn drohten, zu überwältigen, stand er auf wackeligen Beinen auf.

Er drehte den Wasserhahn auf und spritzte sich mit beiden Händen eiskaltes Wasser ins Gesicht, während er es vermied, sein eigenes Spiegelbild im Spiegel über ihm zu betrachten. Mit Mundwasser spülte er den sauren Geschmack auf seiner Zunge weg, bis sie von der Minze brannte. Danach folgte er Akechi in sein Schlafzimmer, während er sein bestes gab, seine zitternden Hände zu ignorieren.


*


Akechi saß auf den blütenweißen Laken seines Betts, die Hände im Schoß zusammengefaltet. Nachdem Akira die Tür hinter sich ins Schloss fallen ließ, deutete er ihm, zu ihm zu kommen.

Die einzige Lichtquelle im Raum, eine Nachttischlampe, warf warmes Licht auf Akechi, während der Rest des Raums und die Stadt hinter dem Fenster in Dunkelheit getaucht war.

Akira ließ sich neben Akechi sinken. Akechis Hände fanden seine Schultern und drückten ihn nach hinten, bis Akira flach auf der Matratze lag, Akechi lehnte über ihm. Seine Augen glänzten dunkel, als er sich links und rechts neben Akiras Kopf abstützte.

“Konzentrier dich nur auf mich. Denk heute an nichts anderes mehr, als an mich..."

Ihm blieb keine andere Wahl, als Akechi seine Lippen auf die seinen presste; hungrig und voller Dominanz. Akira erwiderte den Kuss nicht weniger hingebungsvoll. Er öffnete Akiras Lippen und Akira stöhnte leise auf, als Akechi seine Hände unter den Saum seines Shirts wandern ließ, den Stoff nach oben schob. Mit den Daumen umkreiste er seine Nippel, bis sie hart wurden.

Hitze breitete sich dort aus, wo Akechi ihn berührte. Während die Wärme hinter seinen Rippen blühte, sendeten Akechis Fingerspitzen Sensationen aus winzigen Blitzen durch seinen Körper. Der Sturm aus Gedanken verzog sich aus seinem Kopf, während Akechi ihn voll und ganz für sich einnahm.

Akiras Rücken bog sich Akechi entgegen. Seine Hände verfingen sich in Akechis Bettlaken, krallten sich in den weichen Stoff. Als Akechi sich von ihm löste, wimmerte er enttäuscht, doch dann schob Akechi das Shirt über seinen Kopf und begann, sein eigenes Hemd aufzuknöpfen.

Akechi warf beide Kleidungsstücke achtlos neben das Bett, dann lehnte er sich wieder über ihn; verfing Akira erneut in einen Kuss. Er rollte sein Becken gegen Akiras, rieb ihre harten Erektionen gegeneinander. Akira stöhnte laut auf. Verlangen brannte in ihm; er wollte Akechi fühlen — alles von ihm.

“Goro, bitte —” japste er zwischen zwei Küssen, rollte sein Becken schärfer, präziser.

Akechi machte ein raues Geräusch und löste sich von ihm. Binnen Sekunden öffnete er Akiras Jeans; während Akira sich die Hose samt Shorts von den Beinen streifte, tat Akechi dasselbe, und —

Akira schluckte, als sein Blick auf Akechi fiel. Sein Körper war, abgesehen von ein paar schimmernden Narben, perfekt. Muskeln zeichneten sich unter angespannter, makelloser Haut ab, während ein karamellfarbener Pfad aus weichem Haar von seinem Bauchnabel herunter zu seiner Mitte führte.

Akiras Blick wanderte zurück zu Akechis Gesicht; der Hunger, das Verlangen in seinen Augen glänzte verführerisch im dimmen Licht. Der Moment brach, als Akechi sich über Akira beugte und einen sanften Kuss auf seine Lippen hauchte, während er nach einem kleinen Kissen griff.

“Entspann dich,” hauchte er an Akiras Ohr, “und… halt dich nicht zurück.” Akira konnte das schiefe Grinsen fühlen, welches Akechis Lippen umspielte.

Mit beiden Händen an Akiras Knien, spreizte er seine Beine, nachdem er sich dazwischen positioniert hatte. Bereitwillig ließ Akira sich fallen, als Akechi das Kissen unter ihm platzierte.

“Was hast du? — Ah!”

Akechi verteilte sanfte Bisse entlang seiner Oberschenkel, höher, immer höher, bis er seine Mitte erreicht hatte. Mit der flachen Zunge leckte Akechi seinen Schaft entlang, ließ seine Zunge um die tropfende Spitze kreisen.

Akira ließ seinen Kopf nach hinten fallen und schloss die Augen; Akechis karamellfarbener Schopf zwischen seinen Beinen war genug, um ihn beinahe kommen zu lassen. Seine Hände vergruben sich erneut in den Laken, während Akechi abwechselnd Küsse und Bisse entlang seiner inneren Oberschenkel verteilte, und gerade, als Akira sich daran gewöhnt hatte, packte Akechi seine Hüfte und rollte ihn unsanft auf den Bauch.

Mit den Ellenbogen stützte Akira sich ab und sah über die Schulter zu Akechi. Er öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch seine Worte wandelten sich in ein lautes Stöhnen, als Akechi seine Zunge über Akiras engen Muskelring gleiten ließ.

“G-Goro, oh —”

Es fühlte sich seltsam an; neu, aber nicht unwillkommen. Dennoch zuckte Akira unwillkürlich zusammen, doch Akechis Hände hielten ihn fest; ein fester Griff, bei dem er seine Fingerspitzen in Akiras Taille vergrub.

Akira ertränkte ein weiteres, lautes Stöhnen im Stoff des Kissens, in welches er sein Gesicht presste, als Akechi die Spitze seiner Zunge in ihn gleiten ließ. Seine Hände krallten sich in die Laken, während Akechi ihn öffnete; ein, zwei Finger glitten in ihn, feucht und tief. Mit scherenden Bewegungen bereitete er Akira vor.

Akechis Zunge verließ ihn erst, als sich kleine, runde Tränen in Akiras Augen gebildet hatten, welche heiß an seinen Wangen herunterliefen. Die Matratze sank ein wenig ab, als Akechi sich über ihn lehnte, seine Finger noch immer in ihm. Er biss in Akiras Schulter, während er nach etwas am Kopfende des Betts griff.

Er lehnte sich zurück, und eine kühle Flüssigkeit ließ Akira zusammenzucken, als Akechi das Gleitgel auf ihn tropfen ließ. Akechi ließ seine Finger aus ihm gleiten, und dann — dann fühlte Akira den stumpfen Druck von Akechis Spitze.

“Akira —”

Akechi ließ seine gesamte Länge mit einem Mal in ihn gleiten. Er hielt Akiras zitternden Körper an sich gepresst; ein solides Gewicht über ihm, welches ihn in diesem Moment verankert hielt. “Fuck, du bist so eng —” zischte er atemlos an Akiras Ohr, bevor er seine Zähne in Akiras Schulter vergrub. Er leckte über den Biss, und dann — dann bewegte er sich endlich.

Er war überall; über ihm, in ihm — seine Wärme, die Hitze zwischen ihren Körpern ließ Akira erschaudern. Sein Herz klopfte unkontrolliert, so, so schnell. Akechi vertrieb den letzten Rest der wirren, dunklen Gedanken, bis nichts als Verlangen und Lust zurückblieb. Akiras Hals schmerzte vom stöhnen, dennoch konnte er es nicht zurückhalten; Akechi traf genau den richtigen Punkt in ihm, wieder und wieder, und —

“Goro, bitte, ich komme gleich, oh— Goro —”

“Noch nicht,” raunte Akechi an seinem Ohr. “Noch nicht, Akira. Du — ah, du hörst darauf was ich sage, richtig?”

Akechis kommandierender Ton ließ ihn erschaudern, ein warmes, sanftes Kribbeln entlang seiner Wirbelsäule. Akira nickte, so gut es ging.

“Mhh, gut, genau das wollte ich hören.” Akira erkannte das Grinsen in Akechis Ton, selbst als seine Stimme von Lust getränkt war. “Du, ah, fuck — du fühlst dich so gut an; so eng, heiß —” er sog scharf den Atem ein. “— ich — ich wusste, dass ich dich nicht gehen lassen kann. Du -- ah, du bist wie für mich geschaffen."

Die Worte erreichten den Nebel in Akiras Kopf kaum; zu sehr rauschte das Blut in seinen Ohren, zu wild klopfte sein Herz. Er war nah, so nah, der Knoten aus Erregung in seinen Lenden drohte bald zu reißen, als —

“Du warst so mutig heute, so — so unberechenbar,” Akechi stieß heftig zu, dann legte er eine Hand um Akiras harte, tropfende Länge, “— du hast es verdient, komm — komm für mich, Joker —”

“Goro!”

Akira überkam eine Welle aus unendlich vielen Sensationen gleichzeitig, riss ihn mit sich in tiefe, weiße Ekstase; sein gesamter Körper bebte unter dem Orgasmus, als die Hitze in seiner Mitte sich endlich löste. Am Rand nahm er wahr, wie Akechi ebenfalls kam, wie er in ihm langsam weich wurde; wie sein Sperma an seinen Oberschenkeln klebte.

Nachdem Akechis Gewicht ihn verließ, ließ tiefschwarze Müdigkeit seine Lider schwer werden. Er blinzelte ein paar Mal auf, als Akechi ihn säuberte und die Laken wechselte, bevor er das Licht ausschaltete und sich neben Akira legte.

Er zog ihn zu sich, bis Akiras Kopf an seiner Schulter ruhte, sein Arm lag um Akiras Taille, presste ihn näher an sich. Akira legte eine Hand auf Akechis nackte Brust. Akechis Herz schlug gegen seine Handfläche, kraftvoll und… beruhigend. Er ließ sich von dem sanften Schlagen in den Schlaf lullen, bis seine Lider schwer wurden.

Bevor der Schlaf ihn endgültig überkam, fühlte er, wie Akechis Hand sich auf seine legte.
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