Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Tränen der Finsternis

von MariusH
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 / Gen
17.12.2021
31.10.2022
60
89.004
2
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
17.12.2021 451
 
Die junge Frau rannte über den morastigen Waldboden. Ihr Gesicht verschmutzt, die Haare klebrig. Es war Nachmittag. Völlig außer Atem stieß sie die Luft aus ihren Lungen und hechtete über einen Baumstamm. Aus der Ferne hörte man Stimmen, viele Stimmen. Ihr Herz hämmerte gegen ihren Brustkorb. Der morsche Ast krachte unter ihr zusammen. Die Stimmen kamen näher. Die riesigen Bäume verdeckten das warme Sonnenlicht und ließen den Wald gespenstisch wirken. Leichter Nebel lag über dem Waldboden. Die junge Frau verlor den Halt, stolperte und grub sich in den schlammigen Boden. Haut und Kleider vom Dreck der besudelt. Ungeschickt wischte sie den Schlamm an ihren Kleidern und rappelte sich aus. In unmittelbarer Nähe knackte es. Angstschweiß lief ihr über den Rücken. Zitternd raffte sie sich auf und schaute sich um, die Augen starr vor Angst geöffnet. Ein leichtes Wimmern entfleuchte ihrem Mund.
Nichts. Vorsichtig lief sie weiter, darauf bedacht möglichst kein Geräusch von sich zu geben.
„Da ist sie!“
Die raue, kräftige Stimme ließ sie zusammenzucken. Ohne nachzudenken rannte sie los. Die Schritte der Soldaten hallten hinter ihr her. Mein Gott, es waren so viele, dachte sich die junge Frau.
Sie rutschte einen kleinen Abhang hinunter und krallte sich an der rauen Rinde eines Baumes fest und schürfte sich die Hände auf. Sie biss die Zähne zusammen, unterdrückte den Schmerz und rannte weiter. Ihre Lungen schmerzten und die Schritte kamen immer näher. Aus der Ferne erblickte sie eine Waldlichtung. Voller Hoffnung atmete sie durch. Sie schöpfte neue Kraft und vergaß die Schmerzen. Die ersten Lichtstrahlen drängten sich zwischen die dunklen tristen Bäume  und ließen sie in einer bunten Farbenpracht erstrahlen.
Hatte sie es geschafft?
Sie drehte sich um. Niemand schien ihr mehr zu folgen. Sie trat einen Schritt nach vorne und bekam einen Schlag. Leicht benommen taumelte sie zurück und erschrak. Sie schluckte schwer, den Blick starr auf den Mann gerichtet. Er war groß und stämmig, ein Hüne. Die schwarze Kutte reichte ihm bis zu den Knöcheln. Die Kapuze ragte weit ins Gesicht und gab nur seinen Mund preis. Doch sie spürte den bohrenden Blick auf ihr.
Eine ungeheure Aura ging von ihm aus. Sie konnte sich nicht bewegen, war starr vor Angst.
„Hallo Cara.“
Der Mann verzog seinen Mund zu einem hämischen Grinsen. Erst jetzt konnte sie sich von seinem Blick lösen und rappelte sich auf. Sie wollte gerade fliehen, als sie eine eiskalte Hand um Mund und Nase spürte. Sie wehrte sich, doch der Soldat war zu stark. Sie hatte keine Chance. Ihre Hände suchten vergeblich nach etwas Greifbarem. Ihre Sicht verschwamm, alles wurde trüb und schwammig. In den letzten Augenblicken sah sie die groteske Fratze des schwarzen Mannes. Das Bild brannte sich ein. Dann wurde es dunkel.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast