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How to let you go

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Böse Hexe / Zelena Mills Böse Königin / Regina Mills
16.12.2021
15.04.2022
2
4.750
5
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
16.12.2021 2.820
 
Inhalt: Es ist Weihnachten, das Fest der Familie, doch in diesem Jahr ist alles anders. Es wird nie wieder so sein wie zuvor. Regina ist mehr denn je auf den Rückhalt ihrer Familie angewiesen.

A/N: Ich schreibe einen Weihnachts-OS und dann kommt DAS dabei raus. Wer lieber etwas Beschwingtes lesen will, sollte an dieser Stelle besser aufhören.

Disclaimer: ABC – die mir seit einem Jahr Freude und Kreativität mit dieser wunderbaren Serie bereiten.

****



How to let you go



Mit angezogenen Beinen saß Regina auf dem Stuhl neben dem Bett. Wie so oft in den vergangenen Wochen, in denen sie dabei zusehen musste, wie die Kraft langsam aus ihrer schönen lebensfrohen Schwester wich. Zelena überspielte es, wenn sie Schmerzen hatte, allein ihr stumpfer Blick verriet die Wahrheit. Sie konnte ohne Tabletten kaum aufrecht im Bett sitzen, aber gegenüber ihrer Tochter, die bei ihr hockte, ließ sie sich nichts anmerken. Zu dritt spielten sie Uno, was Robin immer wieder vor Freude quietschen ließ. Mit ihren fünf Jahren war das Mädchen alt genug, um zu begreifen, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung war. Regina kümmerte sich liebevoll um sie, doch sie war selbst überfordert mit der Situation und ihrer eigenen Hilflosigkeit. Es war der vierundzwanzigste Dezember und eigentlich mochte sie diese Zeit, in der die Familie besonders zusammenrückte. Auch Zelena hatte es schließlich geschafft, ihren Platz zu finden. Diesmal jedoch würde sie am folgenden Tag beim Fest im Haus im der Charmings nicht dabei sein. Regina war überhaupt nicht in Weihnachtsstimmung und Snows unerschütterlichen Optimismus hielt sie einfach nicht aus.

„Nochmal“, bat Robin begeistert, nachdem sie ein weiteres Mal gewonnen hatte.

Besorgt musterte Regina ihre Schwester. In kurzer Zeit hatte sie so viel Gewicht verloren, dass ihre Wangenknochen deutlich unter der fahlen Haut hervortraten. Zelena nickte jedoch zustimmend, weshalb sie die Karten einsammelte, um für eine neue Runde zu mischen. Ein Klopfen an der Tür unterbrach sie beim Austeilen und sie hob den Kopf. Es war Henry, der das Zimmer betrat. Er war erst am Vorabend nach Hause gekommen, um seine Weihnachtsferien in Storybrooke zu verbringen. Ihm folgten Emma und Snow mit Neal. Das Schlusslicht bildeten Killian und David, die ein paar von den unbequemen Plastikstühlen vom Flur hereinbrachten, damit sich alle setzen konnten. Der kleine Raum war auf einmal proppenvoll.

„Wir dachten, wir feiern heute schon ein bisschen mit dir, Zelena“, stellte Henry fest, während er sein Smartphone auf ihr Nachtkästchen legte. Es war an einen tragbaren Lautsprecher angeschlossen und begann leise Weihnachtsmusik zu spielen.

Regina war vollkommen perplex, als Snow eine große Dose mit selbstgebackenen Keksen präsentierte und Hook einen glitzernden grünen Stern über Zelenas Bett hängte.

„Ich habe Punsch von Granny dabei. Wer möchte?“ Emma reichte zwei Thermoskannen herum, von denen ein angenehm würziger Duft nach Zimt und Nelken ausging.

„Der Rum fehlt, aber ich wurde überstimmt“, kommentierte Hook augenrollend.

Snow schluckte einen Keksbissen hinunter. „Das ist immer noch ein Krankenhaus.“

„Gerade dieser Umstand rechtfertigt das ein oder andere Schlückchen, Teuerste“, gab er zurück und zog seinen Flachmann aus der Tasche, was Emma dazu veranlasste, sich wortlos an die Stirn zu greifen.

Der Punsch schmeckte auch ohne Alkohol sehr gut, stellte Regina fest. Mit dem Becher in der Hand setzte sie sich zu Zelena ans Bett und gab ihn ihr vorsichtig, damit sie auch einen Schluck trinken konnte. Da war ein kleines Leuchten in ihren müden Augen, das sie schon lange nicht mehr gesehen hatte. Für einen Moment erstarben die Gespräche, sodass die Musik hörbar wurde, nur unterbrochen vom Kichern der beiden Kinder.

I'll be home for Christmas
You can plan on me
Please have snow and mistletoe
And presents by the tree


Emma setzte sich ebenfalls an den Bettrand, um den beiden Schwestern ein paar Kekse auf einer Serviette anzubieten. „Wie fühlst du dich?“

„Schon okay“, erwiderte Zelena leise. „Es ist lieb, dass ihr gekommen seid.“

„Henry meinte, wenn du morgen nicht dabei sein kannst, bringen wir eben ein bisschen Weihnachten zu dir. Ich hoffe, dass wir dich damit nicht überfordert haben.“

Sie schüttelte kaum merklich den Kopf. Auch wenn sie versuchte, es zu überspielen, konnte Regina ihr ansehen, wie erschöpft sie war. Die Wirkung des Schmerzmittels schien nachzulassen.

„Nächstes Jahr feiern wir wieder richtig alle miteinander“, sagte Snow, die eben ihren Stuhl näher herangezogen hatte.

Regina schluckte die bissige Antwort hinunter, die ihr auf der Zunge lag. Dieser übertriebene Optimismus war nichts weiter als Selbstbetrug. „Kann Robin heute bei euch schlafen?“

„Klar, Neal wird sich freuen.“ Aufmunternd legte sie ihr die Hand auf den Arm. „Du kommst doch morgen vorbei?“

Sie zuckte mit den Schultern. Noch nie war ihr so wenig nach Feiern zumute gewesen. Ein Teil von ihr wollte sich mit aller Kraft an die Hoffnung klammern, wollte an Wunder glauben, die selbst die Magie nicht vollbringen konnte. Zelenas eigener Körper ließ sie im Stich, dagegen gab es keinen Zauber.

Wie auf Kommando wandten sich alle zur Tür, als diese geöffnet wurde und die diensthabende Schwester mit skeptisch erhobenen Brauen hereinspähte. „Fünf Minuten noch. Die Besuchszeit ist bereits vorbei.“

Während Emma und Snow die mitgebrachten Sachen wieder verstauten, kletterte Robin auf das Bett, um ihre Mutter zu umarmen. „Ich will aber bei Mommy bleiben.“

„Sie ist sehr müde, Schatz. Du weißt doch, dass sie krank ist“, erklärte Regina ihr behutsam. „Sag ihr gute Nacht, bevor du mit Snow und David gehst. Dann kannst du zusammen mit Neal abwarten, ob ihr den Weihnachtsmann seht.“

Prompt begannen die Augen des Mädchens zu leuchten. „Wenn er kommt, bitte ich ihn darum, dass er dich wieder gesund macht, Mommy.“

Zelena streichelte ihrer Tochter zärtlich über die Haare und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Ich hab dich lieb, Süße, daran musst du immer denken.“

Die letzten paar Worte waren so leise, dass sie kaum zu verstehen waren. Zusammen mit Snow und Neal ging Robin aus dem Zimmer, wobei sie an der Tür noch einmal winkte. David und Killian hatten inzwischen die Stühle wieder hinausgebracht, sodass nur noch Henry und Emma zurückblieben.

„Mom, du siehst erledigt aus. Du hast abgenommen“, sagte der junge Mann besorgt. „Wann hast du das letzte Mal richtig geschlafen?“

Sie wusste es nicht. Bevor Zelena vor rund einer Woche wieder einen Zusammenbruch gehabt hatte, war sie daheim gewesen und sie hatte sich um ihre Schwester gekümmert. Zelena hatte als Kind sehr früh gelernt, für sich selbst zu sorgen, umso schwerer fiel es ihr, sich helfen zu lassen. Dass sie kaum noch die Kraft besaß, um zu protestieren und Regina aufzuziehen, machte deutlich wie schlecht es ihr wirklich ging. Sie gab ihr eine Tablette aus der kleinen Dose, die am Nachtkästchen stand, sowie das Glas mit Wasser. Zelena verschluckte sich und musste husten, ehe sie sich matt zurück in ihr Kissen lehnte.

„Kommst du mit nach Hause?“

Regina schüttelte den Kopf. „Ich bleibe noch. Wir sehen uns mittags bei deinen Großeltern.“

„Du solltest nicht auf dich selbst vergessen, weißt du“, bemerkte Emma, die sich ebenso wie ihr Sohn Gedanken machte.

„Werde ich nicht.” Sie sah zu ihrer Schwester, die von dem Schmerzmittel schläfrig geworden war. Ihr Kopf sank zur Seite. „Zelena muss sich ausruhen.“

Diese Aufforderung verstanden die beiden und Henry drückte seine Mutter kurz an sich, ehe Emma ihn sanft aber bestimmt zur Tür schob. Für einen Moment waren auf dem Gang die Stimmen der übrigen Familienmitglieder zu hören, dann kehrte endgültig Stille ein. Erneut kauerte sie sich in dem Stuhl neben dem Bett zusammen.

„Regina…“, hörte sie die schwache Stimme ihrer Schwester.

Sie beugte sich vor, um ihr über die dichten Locken zu streicheln. „Shh, nicht sprechen, Liebes. Ich bin bei dir.“

Ein paar Minuten später kam die Schwester noch einmal, um sich zu vergewissern, dass alle Besucher gegangen waren und Ruhe auf der Station herrschte. Reginas Anwesenheit tolerierte sie stillschweigend. Als Zelena das erste Mal für einige Tage im Krankenhaus gewesen war, hatte eine resolute junge Pflegerin versucht, sie aus dem Zimmer zu werfen und es angesichts eines Feuerballs sehr schnell bereut. Es tat Regina zwar leid, sie verschreckt zu haben, aber danach hatte es sich wohl unter dem Personal herumgesprochen, dass es besser war, sich nicht mit ihr anzulegen. Während Zelena ihr Schicksal mit bemerkenswerter Fassung getragen hatte, war Reginas erster Schock der Verdrängung und schließlich der Wut gewichen. Sie fand es über alle Maßen ungerecht, dass es ausgerechnet ihre Schwester treffen musste.

Die Erschöpfung forderte schließlich ihren Tribut und ließ Regina erst erwachen, als es vor dem Fenster hell geworden war. Ihr Rücken schmerzte fürchterlich, weil ihr Oberkörper in einer unbequemen Haltung vornüber auf die Bettkante gesunken war. Sich den Nacken reibend, stellte sie fest, dass es draußen in dicken Flocken schneite. Sie sah Zelena an, die noch tief zu schlafen schien. Ihr weißes Gesicht war vollkommen ruhig und entspannt. Dann fiel ihr die seltsame bläuliche Farbe ihrer Lippen auf.

Ziellos lief Regina durch die verschneiten Straßen, den Park und schließlich die Wälder, die Storybrooke umgaben. Der fallende Schnee deckte ihre Spuren rasch wieder zu. Die Hände hatte sie tief in den Taschen ihres Mantels vergraben, doch ihre Nasenspitze und die Ohren waren inzwischen taub vor Kälte. Sie wollte keine Menschenseele sehen, kein Wort hören. Nur um die Uhrzeit zu überprüfen, warf sie ab und zu einen Blick auf ihr Handy. Die verpassten Anrufe und Nachrichten, fast alle von Henry, ignorierte sie, weil ihr schlicht die Kraft fehlte, um darauf zu reagieren. Nun, da es Mittag geworden war, ließ sie die Stille des Waldes hinter sich. Sie hatte das Gefühl, wie eine Marionette von unsichtbaren Fäden getragen zu werden, während sie die Stufen zu Snows und Davids Apartment hinaufstieg. Die Tür war mit einem hübschen Weihnachtsgesteck geschmückt. Alles in ihr schrie danach, sofort wieder umzudrehen und zurück in das dichte Schneegestöber zu laufen, doch sie tat es nicht. Stattdessen klopfte sie an.

„Da bist du ja endlich“, sagte David, der ihr öffnete. „Henry und Emma haben schon gefühlt hundert Mal versucht, dich zu erreichen.“

Sie antwortete ihm nicht, hängte nur ihren Mantel an die Garderobe und ging wortlos an ihm vorbei. Im Wohnraum stand ein ausladender bunt geschmückter Weihnachtsbaum, vor dem Henry und Killian mit den beiden Kindern hockten, die begeistert mit einem nagelneuen Playmobil-Märchenschloss spielten. Regina hatte plötzlich einen dicken Kloß im Hals, als ihr Blick auf Robins rotblonden zu zwei Ringelschwänzchen gebundenen Haarschopf fiel. Sie musste es ihr sagen, doch die Worte waren wie Steine in ihrem Herzen. Mechanisch wandte sie sich ab und ließ sich auf das Sofa fallen, von dem aus sie durch das große mit dünnen Vorhängen verdeckte Fenster die tanzenden Schneeflocken zu erkennen vermochte. Dann hörte sie das Lied, das im Radio lief.

Christmas will find me
Where the love light gleams
I'll be home for Christmas
If only in my dreams


Etwas in ihr brach auseinander. Am ganzen Körper zitternd vergrub sie ihr Gesicht in einem der weichen Sofakissen, um ihr haltloses Schluchzen zu dämpfen. Sie spürte, wie jemand sie behutsam in die Arme nahm. Niemand sprach sie an, aber sie atmete das Aroma vom Emmas Lieblingsparfum ein Sie weinte bis all ihre Tränen aufgebraucht waren und ihre bereits von der kalten Luft zuvor strapazierten Lungen schmerzten. Als sie es endlich schaffte, sich von dem feuchten Polster zu lösen und sich aufzurichten, sah sie Emmas ernstes Gesicht. Immer noch stellte sie ihr keine Fragen, sie streichelte ihr nur tröstend über den Rücken.

„Sie ist gestorben“, brachte Regina mit brüchiger Stimme hervor. „Während der Nacht.“

Es auszusprechen, ihre eigenen Worte zu hören, machte es auf eine Weise real, die fast zu viel für sie war. Schon seit sie Zelena vor Wochen das erste Mal ins Krankenhaus gebracht hatte, wusste sie, dass es so enden würde, doch nun, da es soweit war, vermochte sie es nicht zu fassen. Vielleicht hätte Zelena noch ein wenig länger leben können, wenn sie es nicht strikt abgelehnt hätte, sich behandeln zu lassen. Regina verstand, dass sie sich so entschieden hatte, um es ihrer Tochter zu ersparen, ihr beim langsamen Sterben zusehen zu müssen. Der Gedanke an Robin ließ sie sich umsehen. Henry saß ebenfalls bei ihr auf dem Sofa, Snow daneben auf dem Fauteuil.

„David und Killian sind mit den Kindern in Neals Zimmer gegangen. Robin hat nichts mitbekommen“, beantwortete ihre Stieftochter die ungestellte Frage.

Als Regina ausdruckslos in die Gesichter starrte, die sie schweigend musterten, begriff sie, dass Weihnachten nie wieder so sein würde wie es gewesen war. Für niemanden von ihnen. Am allerwenigsten für das kleine Mädchen im Raum nebenan, für das eine Welt zusammenbrechen würde.

„Ich muss es ihr sagen.“ Sie wischte sich die feuchten Spuren mit dem Handrücken von den Wangen. „Ich weiß nicht wie. Verdammt, es ist so ungerecht, dass sie nur fünf Jahre mit ihrer Mutter haben durfte.“

Emma drückte behutsam ihre Hand. „Deine Nichte braucht dich jetzt, ihr beide braucht einander. Geh zu ihr.“

Beklommen nickte sie und erhob sich vom Sofa. Bevor sie allerdings auch nur einen Schritt machen konnte, zog Henry sie in seine kräftigen Arme. „Zelena geht es gut, sie muss sich nicht mehr quälen. Dein Dad wird auf sie aufpassen bis ihr euch irgendwann wiederseht.“

Erneut spürte sie, wie ihr die Tränen kamen, aber diesmal schluckte sie sie hinunter, während sie sich für einen Moment an die Brust ihres Sohnes lehnte. Sie sammelte ihre Kraft, bevor sie endlich zu der geschlossenen Tür ging, an der vier bunte Lettern Neals Namen bildeten. Drinnen fand sie die beiden Männer mit den Kindern in eine Partie Uno vertieft vor. Als David seinen Sohn vor sich hinausschob und Killian ihnen folgte, konnte sie noch sehen, wie Emma ihrem Ehemann in die Arme fiel. Sie hockte sich vor Robin auf den Boden, die sie aus ihren hellblauen von ihrer Mutter geerbten Augen ansah.

„Komm her, mein Schatz, ich muss dir was sagen.“ Liebevoll nahm sie das Mädchen in die Arme. „Deine Mommy ist jetzt an einem besseren Ort.“

Über Robins Wangen rannen Tränen. „Der Weihnachtsmann hat meinen Wunsch nicht erfüllt. Ich wollte doch, dass er Mommy gesund macht.“

Sie schluckte hart, aber dann reifte eine Erkenntnis in ihr. „Natürlich hat er das getan, nur nicht so, wie du es erwartet hast. Er ist in der Nacht zu ihr gekommen. Sie konnte sein freundliches Gesicht sehen, bevor sie eingeschlafen ist.“ Vorsichtig legte sie Robins kleine Hand auf ihre Brust. „Tief in dir drin fühlst du, dass es deiner Mommy endlich besser geht. Sie hat keine Schmerzen mehr.“

Schluchzend klammerte Robin sich an sie, woraufhin sie ihren leichten Körper hochhob und mit ihr vor das mit winterlichen Aufklebern verzierte Fenster trat. Das Schneegestöber war noch dichter geworden. Für eine Weile blickten sie beide in diese stille weiße Welt hinaus.

„Ich will nicht, dass sie fort ist“, flüsterte ihre Nichte kummervoll. „Meinst du, sie durfte mit ihm in seinem Schlitten fliegen?“

Regina rang sich ein Lächeln ab, ihr Herz war so schwer. „Bestimmt und ich wette, sie hat ihm sogar die Zügel der Rentiere aus den Händen genommen, nur um eine Extrarunde über Storybrooke zu drehen.“

Als sie schließlich mit Robin wieder aus dem Zimmer kam, konnte sie in den Gesichtern der anderen Familienmitglieder dieselben Gefühle lesen, die auch sie empfand. Sie saßen andächtig beieinander, es bedurfte keiner Worte.

Am Abend fand Regina ihren Sohn und ihre Nichte im Wohnzimmer vor dem Weihnachtsbaum vor, wo sie vertieft in dem Märchenbuch blätterten, das all ihre Geschichten erzählte. Die Seite, die sie aufgeschlagen hatten, zeigte Zelena zu ihrer Zeit in Oz, als man die böse Hexe gefürchtet hatte.

„Warum war sie so?“, fragte Robin verstört.

Regina hockte sich zwischen die beiden, woraufhin sich das Mädchen an sie kuschelte. „Deine Mommy hatte kein gutes Leben, als sie jung war. Das hat sie sehr wütend gemacht. Doch dann ist etwas passiert.“

„Was denn?“ Ehrfurchtsvoll berührte ihre Nichte das auf Papier gebannte Bild.

„Sie hat dich bekommen.“ Ein melancholisches Lächeln huschte über Reginas Gesicht. „Es ist Zeit fürs Bett. Geh dir die Zähne putzen.“

Robins Augen wurden so groß, dass sich das Licht der elektrischen Kerzen in ihnen spiegelte. „Darf ich heute bei dir schlafen?“

Sie nickte leicht. Während das Mädchen aus dem Zimmer lief, blieb sie noch einen Moment bei Henry sitzen, der den Arm um ihre Schulter legte. Liebevoll drückte sie ihren Sohn an sich. Aus dem kleinen Jungen war ein Mann geworden, doch sein Herz hatte sich nicht verändert. Es war immer noch voller Hoffnung und dem Glauben daran, dass das Gute stets siegen würde.

Unter der warmen Bettdecke kuschelte sich Robin eng an sie. Eine Kerze, die sie für Zelena entzündet hatten, brannte am Fensterbrett langsam herunter. Nach einem alten Brauch des Zauberwaldes sollte ihr diese dabei helfen, ihren Weg zu finden. In einem jähen Lufthauch flackerte das Flämmchen für einen Wimpernschlag hell auf, dann hörte Regina etwas. Die Melodie eines Kinderliedes, so leise und fern wie das Echo eines Traumes. Sie setzte sich auf, woraufhin ihre Nichte sich die Augen rieb. Es war Zelenas Stimme, sie sagte ihnen Lebwohl.


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Song: I'll be home for Christmas (Bing Crosby)
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