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Das Auge des Sturms

von Goblin
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Mystery / P12 / Mix
Daniel Gutenberg Felix Gaber Luzy Schoppa Magnus von Hagen Mara Minkmar Nina Martens
15.12.2021
15.12.2021
1
3.060
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15.12.2021 3.060
 
Hallo ^^

Ich freue mich, dass du Interesse an meiner kleinen Geschichte gefunden hast. Ich möchte auch gar nicht viel vorwegnehmen, aber ein paar Kleinigkeiten sollen vor Beginn des Lesens begannt gegeben werden.

Zum einen möchte ich versichern, dass mögliche verstörende Themen, die in den einzelnen Kapiteln vorkommen in den jeweiligen Vorworten als Warnung verzeichnet sein werden – auch wenn ich bisher keine allzu schlimmen Szenen geplant habe.
Zusätzlich möchte ich anmerken, dass dies keine bloße Nacherzählung der Geschichte sein soll, in die ein wenig Magie getröpfelt wurde. So orientiere ich mich zwar ein wenig an einzelnen Plot Elementen der Serie, aber es wird sich einiges ändern.

Das Ganze ist nur ein kleines Projekt, dass ich gestartet habe um nach der Arbeit entspannen und schreiben zu können. Ich verdiene daran kein Geld und es soll nicht als Kritik für die existierende Serie oder deren Erschaffer gelten. Ich mache das nur zum Spaß.

Und jetzt zu der Sache, wegen der ihr hier seid:
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1
● Nina ●


Der Kies knirschte unter den Rädern des Busses, welcher einer gewundenen Straße zwischen dicken Baumstämmen folgte und seine Insassen immer weiter in das Dickicht zu bringen schien. Nina Martens späte, den Kopf gegen die kühle Scheibe gelegt, in das Unterholz und versuchte angespannte den Schatten zu ignorieren. Schatten. Lästige Wesen, die an Geister erinnerten, jedoch etwas weniger gefährlich waren. Sie blieben an jenen Orten zurück, die von einem Verstorbenen regelmäßig aufgesucht worden waren und hatten somit nur den Bruchteil der Kraft, die in einer toten Seele ruhen konnte. Aber das bedeutete nicht, dass man sie unterschätzen sollte. Sie neigten zu Aggressionen, hefteten sich gerne an ihre Opfer, um ihnen Unglück zu bringen und sie hassten es, wenn man sie ansah. Zumindest behauptete das Ninas Großmutter. Solange man sie ignorierte, folgten die armen Wesen ihrer täglichen Routine. Wenn man ihnen, aber Beachtung schenkte, konnte das unangenehme Folgen haben.

Nina erschauderte bei dem Gedanken. Wenn ihre Oma recht hatte, dann konnten mächtige Magier auf den ersten Blick erkennen, wenn sich ein Schatten an jemanden geheftet hatte und das Letzte, was Nina in ihrem zukünftigen Heim, zu welchem sie gerade unterwegs war, wollte, dann war dies durch einen derartigen Fluch aufzufallen. Es war so schon unangenehm genug erst in diesem Schuljahr dazuzustoßen.

Wie die meisten Kinder mit magischer Begabung hatte sie ihre Ausbildung vor zwei Jahren begonnen, doch, seit ihre Eltern verstorben waren und sie zu ihrer Großmutter geschickt worden war, hatte sich so einiges geändert. Vor allem nun, da ihre Oma beschlossen hatte in ihre alte Heimat zu ziehen und Nina kurzerhand mitzunehmen. Sie würde ihr altes Haus vermissen, ihre Freunde, sogar ihre alte Schule, aber ändern konnte sie an ihrer Situation nichts.


Eine Bewegung in ihrem Augenwinkel, riss Nina jäh aus ihren Gedanken. Der Schatten, der an der letzten Haltestation eingestiegen, oder viel mehr erschienen war, hatte sich bewegt. Er steuerte nun, die hintere Seite des Busses an. Nina versuchte sich krampfhaft auf das Dickicht hinter der Glasscheibe zu konzentrieren.

Komm nicht zu mir. Komm nicht zu mir. Konnte Nina ihre Gedanken flehen hören und sie umgriff den kleinen Talisman, den ihre Großmutter ihr gegeben hatte, ein wenig fester. Der Schatten jedoch hielt nicht. Immer weiter, in seinem schleppenden Schritt und begleitet von seinem flachen, röchelnden Atem, schob er sich auf Nina zu.
Das Mädchen konnte noch nicht einmal beschreiben, wie der Schatten aussah, der mit ihr hier im Bus war. Sobald sie die dunkle Gestalt erscheinen gesehen hatte, hatte sie den Blick aus dem Fenster gerichtet und nicht mehr von diesem weggesehen. Wenn es draußen nur ein wenig dunkler wäre. Dann könnte sie zumindest das Spiegelbild des Wesens erkennen und seine Bewegungen ein wenig abschätzen. Schatten mochten es nicht wahrgenommen zu werden, dass war wahr, aber in der Regel war es in Ordnung ihre Reflektion zu sehen. Doch obwohl die Sonne weitestgehend hinter Wolken und Blätterdächern verborgen war, war es draußen einfach zu hell.


Jetzt war der Schatten bereits auf der Höhe ihrer Sitzreihe und begann sich langsam in ihre Richtung zu drehen. Nina wusste dies, ohne hinsehen zu müssen. Sie konnte die toten Augen, in denen wie bei allen Schatten ein blaues Feuer brennen musste, auf ihrem Hinterkopf spüren. Sie schluckte. Das Röcheln wurde lauter. Nina schloss die Augen, die Hand, die nicht den Talisman umklammert hielt, ballte sich zu einer Faust. Sie konnte spüren, wie sich ihre Fingernägel in die Haut unter ihnen bohrten. Aber der Schmerz war gut. Er war etwas, auf das sie sich konzentriere konnte. Etwas, dass sie davon abhielt den größten Fehler, ihres bisherigen Lebens zu machen und dieses Ding neben ihr anzusehen.
Wenn doch nur jemand anderes mit ihr im Bus wäre, der ihr helfen könnte. Doch außer dem Busfahrer, der stur auf die Straße starte und alles andere um ihn herum zu ignorieren schien, war da nur sie. Sie und der Schatten, der noch immer neben ihr im Gang stand und sie anstarrte. Sie konnte die Kälte spüren, die von diesem armen verbliebenen Wesen ausstrahlte. Sie konnte den röchelnden Atem spüren, der in ihrem Nacken landete.

Was sollte sie tun, wenn der Schatten noch immer dort stand, wo er es jetzt tat, wenn sie versuchen würde auszusteigen? Dann hatte sie keine andere Wahl als ihn anzusehen oder ihn gar zu berühren. Schatten waren nicht so gefährlich wie Geister, dass stimmte, aber sie waren zahlreich und sie waren stur und wenn man einmal einen an sich heften hatte, konnte es Jahre dauern, bis man ihn wieder loswurde. Je nachdem wie die Routine eines Menschen vor seinem Tod gewesen war, konnte er dutzende Schatten zurücklassen, sobald er aus der Welt der lebenden schied. Ninas einzige Hoffnung, war, dass dieser Schatten seine Routine bald beendet hatte und sich wieder auflösen würde, bis es Zeit war erneut zu erscheinen, und dass es nicht Teil seiner Routine war sich genau auf den Platz zu setzten, den sie gerade einnahm. Das wäre genau ihr Glück. In einen leeren Bus zu steigen und sich genau an die Stelle zu setzten, an der sie nichts verloren hatte.


„Zeig deinen Brief.“, durchbrach eine tiefe Stimme das Knirschen des Kieses und das Röcheln des Schattens. Für den Bruchteil einer Sekunde glaubte Nina, eben dieser hätte mit ihr gesprochen, aber Schatten konnten nicht sprechen und sie brauchte nicht lange, um zu verstehen, dass es der Busfahrer gewesen war. Vorsichtig und am ganzen Körper zitternd, öffnete Nina die Augen zu schlitzen und blickte hinab auf den Rucksack zwischen ihren Beinen. Dann begann sie sich zu bewegen, erst langsam doch, als keine Reaktion des Schattens folgte, immer schneller. Sie riss den Rucksack auf und förderte eine Mappe ans Tageslicht, aus der sie einen Brief fischte. Dieser war ihr zugeschickt worden, als sie um eine Versetzung an die neue Schule gebeten hatte und detaillierte nicht nur ihren Ankunftsort, sondern auch um wie viel Uhr sie sich dort einzufinden hatte. Nun doch wieder etwas vorsichtiger, legte sie den offenen Brief auf den Sitz neben sich, bedacht darauf den Kopf nicht ein einziges Mal in diese Richtung zu drehen. Sie Verstand nicht ganz, was der Sinn hinter dieser Aktion war, aber anscheinend funktionierte es, denn nach wenigen Sekunden, spürte sie, wie der elende Druck, den der Schatten auf sie zu haben schien, nachließ und sich das Wesen endlich weiterbewegte.


Er ist ein Kontrolleur. Schoss es Nina mit einem Mal durch den Kopf. Er ist ein verdammter Ticketkontrolleur. Ein Anflug von Wut machte sich in ihr breit. Hätte man sie nicht vorwarnen können? Wäre das so schwer gewesen, anstatt sie blindlings in eine solche Situation laufen zu lassen. Sie griff nach dem Brief und steckte diesen wieder ein, schluckte die Wut hinunter und blickte wieder aus dem Fenster. Nur weil der Schatten von ihr abgelassen hatte, war er immer noch im Bus und sie hatte nicht vor ihr Glück aufs Spiel zu setzten.


Vermutlich war es besser, dass sie aus dem Fenster sah, denn so konnte sie erkennen, als sich der Wald zu lichten begann und den Blick auf ein altes Herrenhaus freigab. Nina spürte wieder dieses Kribbeln in ihren Fingerspitzen. Dieses Gefühl von Magie, die sich wie Elektrizität in ihr ansammelte und bereit war hervorzuspringen. Dieses Gefühl, dass sie schon die letzten 16 Jahre ihres Lebens begleitet hatte. Das also sollte ihr neues Zuhause sein. Der Ort, an dem sie den Großteil der nächsten zwei Jahre ihres Lebens verbringen sollte.
Es machte einen etwas düsteren Eindruck, wie es hier inmitten des Waldes stand und sich in den Himmel bohrte. Nina versuchte das Gefühl der Unruhe in ihr zu vertreiben. Es war vermutlich nur der Schatten, der sie noch immer bedrückte. Sobald sie aus diesem Bus raus war, würde sie sicherlich ganz anders empfinden. Das hier war aufregend, so hatte ihre Großmutter das gesagt, nicht gefährlich. Ein neues Kapitel in ihrem Leben. Es würde schon alles gut gehen.


Mit einem besonders lauten Knirschen kam der Bus zu Stehen. Nina riskierte einen schnellen Blick nach vorne, der Schatten musste noch immer im hinteren Teil des Busses sein, schnappte sich ihren Rucksack und hechte nach vorne, wo der Busfahrer gerade die Tür öffnete. Noch nie in ihrem Leben, hatte sie einen Bus so schnell verlassen, wie heute und erst als ihre Füße den Kies berührten atmete sie wirklich durch. Es war vorbei. Die Tortur der letzten halben Stunde war endlich vorbei.
Hinter ihr machte sich der Busfahrer daran ihr Gebäck aus dem davor vorgesehenen Raum im unteren Teil des Buses zu hohlen und kurz darauf fand sich Nina samt ihrer zwei Koffer und dem Fahrrad alleine auf dem Platz wieder, während sich der Bus langsam in die Richtung entfernte, aus der er gekommen war.

Das Mädchen seufzte leise und faste noch einmal nach dem Talisman in ihrer Tasche. Eine wohlige Wärme ging von diesem aus und sie brauchte ein paar Sekunden, in denen sie einfach nur dort stand und die vergangene Busfahrt revuepassieren ließ. Dann wandte sie sich zu dem Haus.
Auch jetzt und obwohl die Sonne für ein paar Sekunden hinter den Wolken hervorgekommen war, wirkte es noch immer bedrohlich. Nina verspürte das unangenehme Gefühl, als würde sie von irgendwoher beobachtet werden und sie konnte nicht sagen, ob es von dem Haus selbst oder von dem Wald, der sie umgab, kam. Ein kälter Schauer bahnte sich den Weg ihren Rücken hinab und Nina beeilt sich die kleine Klingel zu betätigen, die neben der Haustür eingelassen war.


Schrill und ein wenig blechern hallte das Klingeln von dem alten Gemäuer wieder. Nina fragte sich nicht zum ersten Mal, wann genau die Neuzeit wohl Einzug in die Welt der Magie gehalten hatte. Vor einigen Jahrzehnten noch hatten magisch Begabte in Dörfern und Gemeinden gelebt, die von dem Rest der Welt abgeschnitten und in der Zeit eingefroren zu sein schienen. Doch irgendwann hatte sie denn Schritt in die Moderne gewagt. Dennoch waren ihre Kräfte noch immer ein großes Geheimnis, doch welches von den übrigen Menschen zu verstecken galt.
Nina wartete eine Weile lang, doch als niemand die Tür öffnete, legte sie vorsichtig eine Hand auf die Klinke. Kaum hatte sie das kalte Eisen berührt, wurde die Tür jäh von der anderen Seite aufgerissen. Nina stolperte Rückwärts. Da war es wieder, dieses Gefühl der Beklemmnisse, von der sie geglaubt hatte es im Bus zurück gelassen zu haben. Offensichtlich hatte es doch weniger mit dem Schatten zu tun gehabt und mehr mit der Situation, in der sie sich befand.

„Was willst du hier?“, fragte der Mann, der in die Tür getreten war. Er war nicht sonderlich groß, hatte eine Glatze und sah Nina aus kleinen, ernsten Augen an.
„Ich… Nina. Ich bin Nina Martens, ich wohne ab heute hier,“ stammelte das Mädchen etwas unbeholfen und unterdrückte das Bedürfnis noch einen Schritt nach hinten zu tun. Sie wollte nicht unhöflich erscheinen.
Der Mann schnaubte leise. „Gut, dann komm mit.“

Er tat einen Schritt zur Seite und Nina schickte sich an ihre Koffer in den Eingang des Hauses zu bringen. Das Fahrrad könnte eine Weile draußen bleiben. Zumindest bis sie wusste, wo sie es unterstellen konnte. Der Mann machte Nina nervös. Während sie sich abmühte die beiden sperrigen Koffer nach drinnen zu befördern, stand er nur im Flur und verfolgte jede ihrer Bewegungen genau. Seine Hilfe bot er ihr nicht an.
Im Inneren des Hauses war es, zu Ninas großer Überraschungen, warm. Sie hatte erwartet von einer Gänsehaut überfallen zu werden, als der Mann die Tür hinter ihr schloss, aber stattdessen fühlte sie sich erstaunlich wohl in diesem hohen Flur, von dem aus mehrere Türen in verschiedene Richtungen und eine Treppe in den zweiten Stock führten.
Das warme gelbe Licht mehrerer Glühbirnen erhellte das Innere des Hauses und ein Teppich hielt den steinernen Boden davon ab, die gesamte Wärme aus der Luft zu ziehen. Alles in allem, war es bei weitem nicht so schlimm, wie es hätte sein können.

„Mein Name ist Victor Emanuel Rodemer.“ Stellte sich der Mann, Victor, schließlich vor wobei seine kleinen Augen noch immer nicht von Nina abließen. Auch hatte sich das Gefühl, dass sie bei seinem ersten Anblick überkommen hatte noch nicht verflüchtigt.
„Ich bin der Verwalter dieses Hauses.“ Fuhr Victor unbeirrt fort, während er Nina bedeutete ihm zu folgen. „Das Haus ist eines von sechs, die um deine zukünftige Schule stehen. Diese liegt süd-östlich von uns und ist mit dem Fahrrad in etwa 30 Minuten zu erreichen.“ Ein wenig erinnerte er Nina an eine besonders griesgrämige Reisebrochüre. „Die anderen Häuser sind Bastet, Horus, Chnum, Thot und Sobek. Dies ist das Haus Anubis. Solange du hier wohnst, tust du das nach meinen Regeln.“ Sie traten durch eine breite Tür in etwas, das wie ein Wohn- mit anschließendem Esszimmer aussah. „Das bedeutet keine unangemeldet Gäste, keine unangemeldeten Besuche außer Haus. Um 10 Uhr wird die Haustür zugesperrt und ich will niemanden mehr in den Fluren sehen. Außerdem bleibt der Fernseher unter der Woche aus.“ Die Liste am Regeln ging noch etwas weiter. Anscheinend war das Betreten des Dachboden so wie des Kellers strengstens verboten und wenn Nina richtig verstand konnte man nur von Victors Büro aus telefonieren. Nina schluckte, doch bevor sie etwas erwidern konnte, betrat ein lebender Sonnenstrahl den Raum.


„Oh, Hallo!“ jauchzte die etwas pummelige Frau mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen. „Du musst Nina sein! Ich bin Rosi, eure Hausmutter! Wenn du jemals irgendwelchen Kummer hast, kannst du immer zu mir kommen.“ Sie eilte mit ausgestreckten Armen auf Nina zu und zog das Mädchen in eine Umarmung. Sofort spürte dieses, wie sie sich ein wenig entspannte.
„Hallo!“, erwiderte Nina, gleich etwas fröhlicher und ließ sich von Rosi an der Hand nehmen. Victor rückte während dieses Spektakels in den Hintergrund. Rosi war unaufhaltsam.
„Hach, es ist so schön wieder mal ein neues Gesicht zu sehen. Wie war deine Fahrt? Du siehst ein wenig blass um die Nase aus, ist alles in Ordnung?“
„Ich hatte eine plötzliche Begegnung mit einem Schatten“, gestand Nina und versuchte schnell anzuhängen „Aber es ist alles gut gegangen!“ Immerhin wollte sie nicht, dass sich diese Fremde Frau Sorgen machen musste.


Rosi zog die Stirn in Falten. „Hat dir etwas keiner Bescheid gesagt? Ach, du Arme, das muss ja erschreckend gewesen sein. Aber vor diesem Schatten musst du keine Angst haben. Er kümmert sich im Grunde darum, dass hier niemand ankommt, der nicht hi gehört, wenn du verstehst.“, sie zwinkerte Nina zu und das Mädchen meinte in ihren Augen den gleichen Schimmer zu erkennen den es bei vielen Begabten gab. Ja, sie verstand.
„Es ist ja alles gut gegangen. Und beim nächsten Mal weiß ich Bescheid.“ Meinte sie um einen lockeren Tonfall bemüht. Rosi nickte. „Genau! Aber anschauen solltest du ihn trotzdem nicht. Er ist ein netter Schatten, aber dennoch ein Schatten.“

Rosi fuhr fort: „Und lass dich nicht von Victor einschüchtern. Er tut nur so griesgrämig. Eigentlich ist er ein ganz Netter.“
Das bezweifelt Nina ein wenig, behielt ihre Meinung aber für sich. Es war in diesem Moment, dass ein weiteres Mädchen in das Esszimmer trat. Sie lächelte Nina kurz an und war wohl gerade dabei sich vorzustellen, als Rosi ihr zuvor kam. „Ah, Mara, du kommst gerade richtig!“ lachte sie. „Nina, das ist Mara, sie wird dich heute ein wenig herumführen.“



Kurze Zeit später befanden sich Mara und Nina auch schon wieder im Flur. Das Mädchen mit den braunen Augen hatte eine freundliche Art und so langsam begann Nina zu vermuten, dass das alles gar nicht so schlimm werden würde. Wenn die übrigen Bewohner des Hauses so waren wie Mara und Rosi und weniger wie Victor, dann würde sie gut mit ihnen auskommen.
Mara nickte den unteren Flur hinunter. „Da hinten schlafen die Jungs, wir Mädchen sind im Oberen Stockwerk.“, erklärte sie, während sie sich ohne Aufforderung einen der beiden Koffer schnappte und begann die Treppe zu erklimmen.

„Insgesamt sind wir zu acht, aber bisher sind nur Magnus und ich hier… naja und du. Die anderen sollten aber heute oder morgen ankommen.“, gemeinsam stiegen sie in den zweiten Stock, vorbei an Victors Büro, welches die Treppe überblickte. „Magnus lernst du spätestens beim Abendessen kennen. Er ist … okay, ich bin ehrlich, er ist ein ziemliches Arschloch, aber wenn man ihn eine Weile lang kennt, lernt man seine dummen Sprüche einfach zu ignorieren.“

Nina schmunzelte. Von der Sorte Kerl kannte sie aus ihrer Alten Schule genügend. Sie würde schon klarkommen. Mara führte sie nun den oberen Flur entlang, wobei sie eine Tür auf der linken Seite passierten – dies war anscheinend das Zimmer von Mara und einem Mädchen namens Luzy – und schließlich vor der zweiten Tür stehen blieben.
„So, da wären wir.“, lachte Mara und trat einen Schritt zurück um Nina eintreten lassen zu können. „Du teilst dir das Zimmer mit Delia. Ich denke ihr werdet euch gut verstehen. Aber ich lasse dich erst einmal auspacken.“
Nina lächelte das andere Mädchen an. „Danke, für deine Hilfe.“
„Ach was, das ist doch selbstverständlich. Wenn du fertig bist, klopf einfach bei mir drüben, dann zeig ich dir noch ein wenig die Umgebung.“ Und damit war sie auch schon aus der Tür. Nina blickte sich in ihrem neuen Zimmer um. Es war ein heller Raum, der auf der einen Seite beinahe vollkommen in Pink gehüllt war. Offensichtlich hatte diese Delia einen bestimmten Geschmack, aber für Nina war das okay. Die Jacke noch immer angezogen ließ sie sich auf da Bett fallen, dass vermutlich für sie bestimmt war, dann atmetet sie einmal tief durch.

Es fängt an, Oma lachte sie in Gedanken mein neues Abenteuer!
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