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oneshotsssss

Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte, Action / P12 / Gen
Inej Ghafa Jesper Llewellyn Fahey Kaz Brekker/Rietveld Matthias Benedik Helvar Nina Zenik Wylan Van Eck
14.12.2021
14.12.2021
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521
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14.12.2021 521
 
Kaz's Stock knallte auf die nassen Straßen Ketterdams nieder, wie eine Warnung, die anderen in seiner Umgebung riet, sich von ihm fernzuhalten. Er trommelte mit dem kalten Platzregen ein wildes Stakkato, während er die schmuddelige Gasse entlangeilte. Er ging so schnell, dass sein schlechtes Bein protestierte, doch das hielt den Bastard des Barrel nicht auf. Im Gegenteil, es spornte ihn nur noch weiter an.  Der Wind pfiff um die dreckigen Häuser, er war nur durch seinen hohen Kragen seines Mantels sicher vor ihm. Schwarze Strähnen peitschten in sein Gesicht, Regentropfen liefen sein kantiges Gesicht hinab, vermischten sich mit Blut. Blut von ihm. Blut seines Feindes. Er wusste es nicht. Der Schmerz in seinem Körper sagte ihm jedoch, dass das meiste davon von ihm stammen musste. Das Gleiche sagte der gierige Blick seines Gegners, als er einen Zahn ausspuckte und anschließend seine Faust in Kaz' Kiefer rammte. Wütend umschlossen Kaz' Handschuhe seinen Stock mit der Krähe fester. Sein eigener Fehler machte ihn wütend. Wütend darüber, dass er die zweite Gestalt nicht hatte kommen sehen, die ihn festhielt, als der Mann ihn zusammenschlug. Wären Jespers Kugeln nicht rechtzeitig gekommen, würde er nicht mehr stehen können.
Kaz leckte sich Blut von seiner Oberlippe und bog in die nächste Gasse ab. Hier wichen die verdreckten Häuser bald etwas ansehnlicheren Wohnungen, in denen Menschen mit mehr Geld lebten. Doch diese Menschen waren nicht sein Ziel. Es war die gut gefüllte Taverne mit der schäbigen grünen Tapete im Inneren, die von Bier, Pisse und sonstigem Zeug nur so trotzte. Kaz hielt auf die einladende Tür zu, als er plötzlich etwas im Fenster entdeckte. Glänzende dunkle Haare, zu einem Zopf gebunden. Sie fingen das schwache Kerzenlicht ein und bestrahlten sein von Blut und Dreck besudeltes Gesicht. Ihre dunklen Augen leuchteten glückselig, ließen sie so fröhlich und fehl an diesem schäbigen Ort wirken. Kaz trat näher an die Scheibe heran. Sie saß nicht alleine an dem Tisch, Nina war ihr Gegenüber und beide beugten sich über einen Teller mit goldbraunen Waffeln. Ihr Lächeln war heller als die Sterne über dem Fünften Hafen, heller als jeder Edelstein, den der Zar von Ravka jemals besessen hatte. Ihre olivfarbene Haut schimmerte wie mit Goldstaub eingerieben, die alte Tunika voller Schlamm aus vergangenen Zeiten. Sie erinnerte ihn an etwas. Etwas, für das es sich lohnte, zu kämpfen. Etwas, für das es sich lohnte, zu gewinnen. Lachend biss sie, gleichzeitig zu Nina. Krümel versammelten sich in ihren Mundwinkel, als sie anfing zu grinsen. Kaz' Hand zuckte, er wollte die Krümel wegwischen. Er wollte, dass ihr Lächeln ihm galt. Wollte, dass sein gebrochener Blick in ihre leuchtenden Augen Schutz finden würde. Er wollte nicht, dass sie hier saß, in dieser dreckigen Taverne. Kaz ballte die Fäuste. Eines Tages würde er sie mit Juwelen überhäufen und ihr die schönsten, prunkvollsten Kleider schenken. Denn das war es, was sie verdiente. Nicht dieses elende Leben als sein Phantom, nein, er würde sie zu einer Königin machen. Zu seiner Königin.

Nina drehte sich lachend in Richtung Scheibe und meinte, einen schwarzen Schatten in der Dunkelheit Ketterdams auszumachen. Doch Kaz war schon weg.
 
 
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