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You can call me...

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Angst / P18 / MaleSlash
Castiel Dean Winchester Gabriel/Trickster Kain
14.12.2021
23.01.2022
22
46.268
10
Alle Kapitel
37 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
15.01.2022 1.853
 
Hi :)
Vielen Dank für die ganzen Kommis, neuen Favos und Empfehlungen!
Dieses und letztes Kapitel ist etwas kürzer als normal, aber ich empfinde es als besser sie so zu halten, als Szenen zu lang zu ziehen. Dieses Kapitel ist noch recht ruhig - aber danach wird es wieder etwas spannender weiter gehen ;)

Viel Spaß!



Es war mitten in der Nacht, als Castiel ein Geräusch hörte.

Zuerst glaubte er, es wäre... nichts. Es gab gerade nachts häufiger mal Geräusche, die nur ein Ast am Baum waren oder dergleichen. Man konnte sich mehr darunter einreden – aber so war es meistens nicht. Also drehte sich Castiel in seinem Decken-Kokon um. Sein Blick fiel auf den alten Wecker, der neben dem Bett auf dem Nachttisch stand. Es war kurz nach drei Uhr morgens – eindeutig zu spät oder zu früh, um aufzustehen. Seufzend kniff er die Augen wieder zu und drehte sich auf den Bauch.

Dann kam das Geräusch wieder.

Castiel riss die Augen auf. Als würde irgendwas umfallen? Gähnend richtete er sich auf und rieb sich über die Augen. Er konnte nichts mehr hören, aber es konnte ja nicht schaden, einfach mal nachzusehen oder? Also kämpfte er sich frei und schob sich noch etwas wankend aus dem Bett. Er öffnete die Zimmertür und blickte den dunklen Gang entlang. Nichts war zu sehen – also trat er weiter raus. Castiel bewegte sich langsam voran, vorsichtig.

Dann sah er einen Schatten!

Stirnrunzelnd sah er zur Treppe, er konnte nicht viel erkennen, der große Schatten an der Wand verschwand abrupt. Castiel sah zurück zu seinem Zimmer hier – Cains Zimmer war in der Nähe, dieser Mann war sicherlich aufmerksam genug, um selbst hier zu stehen.

„Cain? Bist du da unten?“, fragte er nach, versuchend so leise zu klingen wie möglich, aber laut genug um es hörbar zu machen.

Seine Beine trugen ihn die Treppe herunter – kaum unten angekommen packte ihn eine Hand an der Schulter und schleuderte ihn herum und gegen die Wand. Castiels letzten Erfahrungen im Kampf lagen weit zurück – er hatte das Training irgendwann aufgegeben, aber nichts davon konnte die Instinkte töten. Also erwiderte er den ruckartigen Angriff.
Sein Training war von der anderen Sorte gewesen – erkenne die Schwächen deines Gegners, triff die sensibelsten Stellen und mache ihn untätig. Im Dunkeln erkannte man nicht viel außer die Statur eines Mannes, aber er bemühte sich trotzdem.

Er schlug mit angespannter Hand gegen den Ellbogen, um erst einmal den Griff an seiner Schulter abzuschwächen, stürmte mit dem Kopf vor, um dem fremden Angreifer damit unschädlich zu machen, wurde aber vorher von dem Fluch gestört der kam.

Fuck Cas!“

„Dean!?“

Castiel suchte nach Licht – irgendwo musste doch ein Schalter dafür sein – doch seine tastende Hand hatte keinen Erfolg und stattdessen wurde er zu Boden gebracht. Seine Beine flogen gerade zu weg und er flog komplett zu Boden. Sein Fall wurde nur dadurch abgeschwächt, dass Hände nach ihm packten.

Es war trotzdem schmerzhaft.

„Ich dachte du würdest mich freundlicher empfangen.“

„Du hast mich zu Tode erschreckt!“, dramatisierte Castiel. Nicht ganz, aber... irgendwie schon.

Aufstehen war nicht, Dean setzte sich auf ihn, seine Hände umfassten sein Gesicht – endlich konnte er den Mann richtig erkennen. Im Dunkel leuchteten die Augen beinahe. Castiel hätte sich denken können, dass es Dean war, natürlich wäre Cain ansonsten hier und würde sein Haus selbst verteidigen.

„Ich wollte Niemanden aufwecken. Normalerweise bin ich geschickter“, seufzte Dean und warf einen Blick hinter sich, dort wo irgendwas auf dem Boden zerbrochen war – ein Bilderrahmen? „Aber egal, zumindest bin ich wieder da – freust du dich?“

„Du bist einfach für drei Tage verschwunden! Du hast mir kein Wort gesagt, du hast dich nicht einmal gemeldet – du hast mich bei einem Fremden zurück gelassen!“

„Ich wusste das du hier sicher bist, Cain hätte nicht zugelassen das dir etwas zustößt.“

„Cain ist ein Mörder, Dean!“

„Er war ein Mörder. Das ist ein wichtiger Unterschied“, Dean lachte, seine Hände gruben sich in Castiels Hinterkopf – sanft. „Ich bin wieder da und ich verlasse dich nicht wieder, versprochen.“

Vielleicht hätte Castiel an dieser Stelle etwas gesagt, aber ehe er das tun konnte, trafen Lippen auf seine eigenen. Seine Gefühle reagierten, bevor sein Kopf es wagen konnte. Castiel schloss die Augen sofort, seine Finger fanden ihren Weg auf Deans Oberarme und gruben sich dort in den Stoff von Jacken. Dean wieder bei sich zu haben, fühlte sich großartig an. Als wäre er endlich wieder vollständig und er zog Dean so dicht an sich heran, dass zwischen ihnen kaum mehr Platz war. Schnell war der unbequeme Boden unter ihm vergessen, die vergangenen Tage alleine mit Cain und unangenehmen Gesprächsthemen.

„So sehr ich es liebe hier mit dir rum zu knutschen“, Deans Lippen trennten sich kaum, sie streiften immer noch seine beim Reden. „Lass uns stattdessen ins Bett gehen – der Bequemlichkeit halber und... weil es hier sonst schnell unangenehm werden könnte.“

Castiel wusste, dass er für Dean so formbar war wie weicher Ton – er sollte mehr Widerspruch leisten und auf ihn einreden. Doch nur diese grünen Augen, der vertraute Geruch und die dichte Körpernähe verwirrten seinen Geist. Also ließ sich Castiel auf die Beine helfen, ignorierte die Taschen in der Nähe und folgte Dean einfach nur wieder nach oben.
Die Tür zu Cains Zimmer stand offen, er lehnte am Rahmen und bedachte sie Beide kurz mit einem müden Blick, bevor er sich wieder zurück zog. Castiel konnte darauf gar nicht reagieren, weil er von Den rückwärts in sein derzeitiges Zimmer gedrängt wurde – ihre Augen fanden sich in einem altbekannten Starrwettbewerb wieder. Als sein Rücken die Tür traf konnte er sich immer noch nicht von den grünen Augen lösen.

Es war das Zucken von Deans Mundwinkeln die etwas weckten. Castiel befreite sich aus den Blicken, stürmte nach vorne – mit den Händen um Deans Gesicht und ihren Lippen aufeinander, während er den Mann rückwärts drängte. Gerade wurde er ins Zimmer geschoben, jetzt übernahm er das, damit Dean im Bett landen würde.
Sie stolperten fast übereinander auf den Weg zum Bett, Castiel arbeitete daran die Lederjacke von Dean loszuwerden, genauso wie das offenstehende, rote Hemd. Beides landete auf dem Boden, aber er war es schließlich selbst, der zuerst auf dem Bett landete.

Deans Daumen rieb über seine Lippen, die von ihren Küssen etwas geschwollen waren, bevor er sich darum bemühte seine Schuhe abzustrampeln. Castiels Finger schoben sich währenddessen unter das dunkle T-Shirt, berührten die heiße, unebene Hand darunter.

„Rutsch hinter“, hörte er Dean murmeln, während er die Enden seines Shirts packte und sich über den Kopf zog. „Cas.“

Der ernstere Unterton ließ ihn erst reagieren – er schob sich rückwärts nach unten, bis er auf Kissenhöhe war. Es war die heißeste Situation in seinem Leben, als Dean auf ihn zukam – sein Herz machte gigantische Sprünge, seine Atmung stockte. Dean war direkt vor ihm, so erhaben und mächtig und trotzdem nichts weiter als ein Mensch.
Castiels erste Hand suchte einen Weg über die warme, Sonnen geküsste Haut, bis sie das Schlagen des Herzen fühlte. Direkt unter seinen Fingern.

„Dean... ich...“, er hob den Blick weg vom Oberkörper des Mannes, zurück zu den Augen, die direkt vor ihm schwebten. „Ich... habe dich vermisst.“

Das Lächeln was er bekam war unglaublich sanftmütig und Castiel wünschte sich, dass dieser Mann nur diese Seite hatte, die er ihm zeigte. Die sanfte, zuverlässige Seele, die Castiel während ihrer Treffen kennengelernt hatte.

„Ich dich auch Cas, aber jetzt bin ich ja wieder da.“

Als sich Dean vorbeugte, erwartete er wieder einen hitzigen Kuss. Stattdessen trafen seine Lippen alle anderen Stellen in Castiels Gesicht. Seinen Nasenrücken. Seine Wangenknochen. Seine geschlossenen Augenlider. Den Kiefer.
Eine Hand übte Druck aus und Castiel ließ sich zurück in die Kissen führen, mit Dean der über ihm schwebte.

„Cain hat mir viel erzählt. Von... euren Unterhaltungen.“
Sie hatten sich über vieles unterhalten und Castiel war nicht sicher wie gut es war, dass Dean von allem zu wissen schien. Doch die Lippen lenkten ihn vorerst ab – wie sie von seinem Gesicht weiter nach unten wanderten, Hände die unter das weite Schlafshirt fuhren.
„Er nennt dich sehr neugierig, aber das habe ich ja vorher schon gewusst“, Deans warmer Atem streifte seine Haut. „Du hast wohl viel nach mir gefragt.“

„Du warst nicht da, um mir Fragen zu beantworten.“

„Hmhm...“, Dean machte einen Sprung, weg von seinem Hals, nach unten dort wo seine Hand das Shirt hochschob, über Castiels flachen Bauch. „Natürlich hast du damit Recht.“

Castiel wusste nicht, wohin Dean das Gespräch hinlenken wollte – er wusste nur, was er bewirken wollte. Also drückte er den Mann über sich weg, auch wenn es schwer war die Kontrolle dafür zu haben. Alles in ihm wollte Dean mehr an sich ziehen – nicht weg drücken. Dean fasste das natürlich falsch auf – oder? - und nutzte den neugewonnene Abstand dafür, Castiel das Shirt über den Kopf hinweg zu ziehen.

„Dean ich... muss dich etwas fragen.“

„Du darfst fragen was du willst.“

„Was wenn ich es zu einer Bitte umformuliere?“

Deans Augen begannen beinahe zu leuchten, sein Mund formte sich zu einem breiten Grinsen: „Du darfst soviel bitten wie du willst – du wirst um verschiedene Dinge bitten.“

Castiel wusste natürlich worauf dieser Mann das bezog, er ignorierte die leichte Hitze in seinen Wangen, stattdessen führte er Deans Hand an sein Herz.

„Ich möchte dich darum bitte damit aufzuhören Menschen zu töten.“

Ein kurzes Lachen, ohne jegliche Regung von Gefühlen, drang aus Deans Mund, selbst im dunklen Zimmer erkannte Castiel, dass er die Augen verdrehte. „Davon hat Cain dir auch erzählt...“

„Cain hat seither Niemandem was getan, richtig? Bitte Dean, wenn ich auch nur im Ansatz so wichtig für dich bin, wie du es immer behauptest, dann-“

Cain hat etwas geschworen, als seine Frau im Sterben lag. So etwas bricht man nicht, auch wenn er es gerne tun würde, Cas“, unterbrach Dean ihn. „Du stirbst nicht. Ich werde auch niemals zulassen, dass du in Gefahr gerätst. Ich werde dich vor allem beschützen, was sich uns als Gefahr gegenüber stellt.“

„Aber darum geht es nicht“, Castiel runzelte die Stirn und atmete tief durch, um anders anzufangen.

Doch Dean tat das, was er in solchen Momenten wohl immer getan hatte. Castiel kannte es – Ablenkung. Mit ungeahnter Kraft krachten ihre Lippen zusammen, nur um in einem zärtlichen Spiel zu enden. Castiels anfängliche Versuche den Mann von sich zu drücken, erwiesen sich als wenig beeindruckend, geschweige denn durchdringend.

„Dean... warte“, die Worte verließen seinen Mund wie ein Hauch, sein Kopf lag bereits in einer Position, die es Dean ermöglichte, wieder seinen Hals zu liebkosen. „Wir müssen reden...“

„Shhh.“

Die Hand auf seinem Mund sollte irgendwie bedrohlich wirken, aber alles an Dean war so vertraut, dass Castiels Gefühle und Instinkte verrückt spielten.

„Wir können darüber reden. Aber nicht jetzt, nicht in dieser Nacht.“

Es sollte egal sein, wann sie darüber sprachen. Heute wäre perfekt. Jetzt wäre perfekt. Aber Castiel brach erneut zusammen, weil Dean sein absoluter Schwachpunkt war und dieser wusste es genau.

„Das Einzige was ich heute noch tun will, ist dir zu zeigen, wie sehr ich dich liebe.“

Castiel konnte nichts dagegen unternehmen, dass sein Herz einen Springer machte. Spätestens jetzt vergaß er das Ganze drumherum – nur noch Dean war für ihn relevant und da. Zumindest für die restliche Nacht.
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