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Die wahre Macht der Erinnerungen// Teil zwei der wahren Macht-Reihe

von Tiger
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Blaise Zabini Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley Theodore Nott
10.12.2021
21.01.2022
7
8.197
16
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Dieses Kapitel
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14.01.2022 1.023
 
Draco starrte nun seit einiger Zeit die weiße Decke an. Was Blaise gesagt hatte, ging ihm nicht aus dem Kopf. Er wünschte sich, dass es wahr war, aber er wusste es besser. Harry würde ihm wieder bei der nächstbesten Gelegenheit einen Fluch aufhalsen, unabhängig davon, ob seine Paranoia zurück war oder nicht. Draco drehte sich auf die Seite und starrte nun die Wand an.

An dieser Wand hing eine Uhr, die im sagte, dass sie sich mit großen Schritten Mitternacht nährten. Die Besuchszeit war längst zu Ende und auch nur die Medihexen der Nachtschicht waren noch anwesend. Draco schwang die Beine aus dem Bett. Er trug nicht mehr seine Uniform, sondern steckte dankenswerter Weise in Sweatpants und T-Shirt. Auf leisen Sohlen schlich Draco in den Flur.

Draco meinte die Medihexen im Büro auszumachen. Er schlich den Flur runter, ohne wirklich zu wissen, wo er hinwollte. Er kam an einigen Tür vorbei, ehe er meinte Harrys Stimme zu hören. Instinktiv, nicht wirklich Herr über seinen eigenen Körper, öffnete Draco die Tür. Im Bett wälzte Harry sich hin und her.

Draco hatte ein paar Mal mitbekommen, dass Harry Alpträume hatte, vor allem als sie anfingen regelmäßig im gleichen Bett zu schlafen. Je länger sie das Bett geteilten hatte, desto besser war es mit Harrys Alpträumen geworden, bis sie schließlich komplett ausgeblieben waren. Draco war also für einen kurzen Moment keine Ahnung, was er tun sollte.

Dann schaltete sich sein logsicher Verstand wieder ein. Mit schnellen Schritt durchquerte Draco das Zimmer und rüttelte erst sanft an Harrys Schulter. Der Schwarzhaarige regierte nicht, nur sein Gerede wurde lauter. „Harry“, zischte Draco. Erneut rüttelte er an der Schulter des anderen. Keine Reaktion. Draco wiederholte Harrys Namen und rüttelte doller. Unkoordiniert schlug Harry nach ihm. „Harry“, knurrte Draco, als er der Hand auswich. Dabei ließ er die Schulter seines Partners nicht los und zog.

Blitzschnell schloss sich Harrys Hand um Dracos Handgelenk, wie ein Schraubstock. Draco wusste jetzt schon, dass das einen Abdruck hinterlassen würde. Es schmerzte sogar, aber das bekam Draco gar nicht wirklich mit, da Harry jetzt langsam die Augen aufschlug. Erst das eine, dann das andere. Kaum hatten seine Augen sich auf Draco fokussiert, kniff er die Augen zusammen. Die Hand, die Draco festhielt, schubste ihn beim Loslassen so gut, wie möglich weg.

„Malfoy“, sagte Harry. „Was willst du hier?” Das war eine gute und berechtigte Frage, auf die Draco keine Antwort hatte. „Malfoy“, knurrte Harry. Draco schluckte. „Ich habe Schreie gehört“, sagte Draco, es klang aber mehr nach einer Frage. Wenn möglich verengten sich Harrys Augen noch mehr. „Du hörst Schreie und kommst her?“, fragte Harry. „In einem Krankenhaus? Was willst du wirklich?“ Draco blinzelte mehrfach.

„Verschwinde einfach von hier“, verlangte Harry. Er drehte sich um, sodass sein Rücken zu Draco zeigte. „Wir sind Partner“, rutsche es Draco heraus. Sofort drehte Harry sich zu Draco zurück. „Netter Versuch“, sagte Harry. „Einem, der seine Erinnerung verloren hat, eine Beziehung vorgaukeln. Sehr kreativ und genau das, was eine Schlange, wie du tun würdest, auch wenn ich mir nicht sicher bin, was du dir davon versprichst.“

So sehr diese Worte auch weh taten, konnte Draco diese Aussage noch retten. „Aurorenpartner“, erklärte er. Dann drehte er sich um und ging. Doch kaum war er aus der Tür, bereutet er es. Dracos stieß ein Knurren aus und seine Faust kollidierte mit der Wand. Etwas zu hart wohl, denn erst schoss ein stechender Schmerz durch Dracos Knöchel und als er dann die Hand zurück zog hinterließ er blutrote Spuren an der weißen Wand.

Harry hatte in seinem Zimmer wohl die Kollision von Wand und Knochen gehört, denn während Draco noch etwas ungläubig zwischen seinen blutigen Knöcheln und der Wand hin und her sah, trat der Schwarzhaarige in den Flur. Einen kurzen Moment betrachtete er die Szene vor sich. Dann sah er Draco anklagend an. „Wirklich?“, fragte Harry. „Was soll das werden, wenn es fertig ist?“ „Wo nach sieht es denn aus?“, fragte Draco giftig. Er wandte sich zum Gehen, aber Harry packte ihn am Handgelenk. „Malfoy“, knurrte er. „Ich weiß nicht, was du vorhast, aber lass mich einfach in Frieden.“ „Du glaubst mir nicht mal“, gab Draco zurück und riss sich los. Während er sein Handgelenk rieb, sagte er: „Wenn du nicht glaubst, dass wir zusammenarbeiten können, ohne uns umzubringen, frag Hermine oder gleich Hale.“

Draco ließ Harry jetzt einfach stehen, fragte sich aber schon nach wenigen Schritten, ob er es nicht gerade noch schlimmer für sich machte. Gedankenverloren wanderte Draco in sein Zimmer zurück. Dort ließ er sich auf sein Bett fallen. Erst jetzt hörte er auf mit seiner Hand über sein Handgelenk zu reiben. In einem tiefen rot war dort noch immer Harrys Handabdruck zu sehen. Draco seufzte.

Während er sein Handgelenk nun nach links und rechts drehte, um den Abdruck zu inspizieren, fiel sein Blick auf seine Handknöchel, seine unverletzten Handknöchel. Ungläubig blinzelte Draco. Nein noch immer keine Spur von Blut oder einer Verletzung. Draco warf einen Blick auf die Knöchel seiner anderen Hand. Nein, auch da keine Verletzung.

Dracos Blick fiel wieder auf sein Handgelenk. Der Abdruck war noch da. Verlor Draco jetzt den Verstand? Dann fiel es ihm wie Schnuppen von den Augen. Der Bund. Er spürte ihn zwar nicht, aber es gab keine andere Erklärung. Der Bund hatte die Wunde, die Draco sich selbst zugefügt hatte, geheilt, aber die Wunde, die ihm sein Bundpartner zugefügt hatte, nicht, so wie bei allen Knutsch- und blauen Flecken, die sie einander zuvor zugefügt hatten, auch. Alles, was sie einander an „Verletzungen“ zugefügt hatten, die sie nicht in irgendeiner Form eingeschränkt hatte, war trotz Körperkontakt nicht geheilt.

In Draco keimte Hoffnung auf. Wenn der Bund noch da war, wenn er noch mächtig genug war, um Draco bei Körperkontakt ohne aktives zutun zu heilen, dann war da noch irgendwas. Auch wenn Harry es vergessen haben sollte, irgendwo in ihm schlummerten diese Gefühle noch. Vielleicht war es doch nicht so aussichtslos, wie befürchtet. Wenn es eine Möglichkeit gab Harrys Erinnerung und damit dessen Gefühle für Draco wieder zum Vorschein zu bringen, würde Draco alles dafür tun, um das zu schaffen. Die einzige Frage war: Wie stellte er das an?
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