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Hüttenzauber

von Mindy
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Romance / P16 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Magnus Bane
08.12.2021
29.12.2021
6
24.420
23
Alle Kapitel
51 Reviews
Dieses Kapitel
10 Reviews
 
09.12.2021 5.098
 
Hallo....ich schon wieder XD
erstmal vielen Dank für die lieben und schnellen Kommis - und die explodierenden Herzen. Innerhalb von einem Tag zweistellig hatte ich auch lange nicht...o.o

Tja..ich sagte zwar, die Updates kommen zügig, aber täglich war das nicht geplant. Immerhin sind die Kapitel so lang, aber...Juna hat es sich gewünscht und da es irgendwie ihre FF ist, musste ich nachgeben...aber danach ist bis nächste Woche Geduld angesagt! XD

Viel Spaß zum Wochenende!

Mindy

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Und ehe Alec auch diesen Kosenamen ablehnen konnte, schlang Magnus die Beine um Alecs Hüften und verschmolz ihre Lippen und Körper auf eine Weise, die jeglichen Widerspruch in Wohlgefallen auflöste.


~*~


Die erste Stunde ihres Urlaubes hatte Magnus gezeigt, dass er in Erwägung ziehen sollte, sich für Alicante einen Kamin anzuschaffen, damit Alec ihnen dafür öfter einmal Holz hacken konnte.
Dann benötigte er zwar auch noch Holz und ein Beil, aber auf Rosales‘ Grundstück gab es sicher einige Bäume, die man von ihrem Leben bei diesem unsympathischen Troll erlösen könnte.

Die leidenschaftlichen Male, die sie sich geliebt hatten – erst auf der Couch und danach auf dem Teppich vor dem Kamin - hatten Alec gezeigt, dass er Magnus‘ Stöhnen, untermalt von knisterndem Feuer im Hintergrund, unglaublich erregend fand und ein Kamin in Alicante eine lohnenswerte Anschaffung sein könnte.
Allerdings war ihm irgendwann, als für kurze Zeit genug Blut wieder zu seinem Gehirn zurückgewandert war, die Musik aufgefallen, die im Hintergrund gespielt hatte – sein Verhältnis zu Jingle Bells würde nie wieder dasselbe sein…

Den restlichen Tag über hatten sie es gerade so unter die Dusche geschafft, Magnus hatte fertig geschmückt, Alec das Holz hereingetragen und ordentlich neben dem Kamin gestapelt.
Es gab weder Internet noch einen Fernseher in der Hütte, doch sie hatten den Abend in trauter Zweisamkeit kuschelnd vor dem Kamin ausklingen lassen, darüber sinnierend, wie sie die nächsten Tage verbringen wollten; unter anderem hatte Magnus vorgeschlagen, Alec Skifahren beizubringen.
Da Alec immer gerne neue Sportarten lernte, hatte er zugesagt. Er wusste, Magnus war von dieser Art Urlaub nur bedingt begeistert gewesen, doch er war überzeugt, dass er ihn würde umstimmen können.


Am nächsten Morgen wurde Alec wie gewohnt früh wach.
Zwar gab es nicht wie sonst Inquisitorpflichten, die ihn zwangen, das warme Bett und Magnus‘ weiche Umarmung zu verlassen, doch Alec hatte etwas ebenso Wichtiges, das er tun musste.
Daher schlich er leise ins Badezimmer und anschließend in die Küche, wo er aus den Zutaten, die er im reichlich gefüllten Kühlschrank fand, ein üppiges Frühstück zubereitete.

Als Magnus wach wurde und all das Essen sah, war er überwältigt und wohl auch etwas überfordert, denn es war mehr, als sie beide essen konnten.
An dem innigen Kuss, den er Alec gab, merkte dieser allerdings, dass Magnus sich trotzdem über die Geste freute.
Alec hatte ernst gemeint, was er Magnus vor dem Urlaub versprochen hatte – er würde auch ohne viel Magie dafür sorgen, dass es seinem Ehemann an absolut nichts fehlte.

„Puh, ich bin so satt, ich bezweifle, dass ich einen langen Marsch schaffe“, sagte Magnus und hielt sich den Bauch.
Obwohl Alec mindestens so viel gegessen hatte wie er, erhob er sich bereits und räumte den Tisch ab.
„Ich kann den Weihnachtsbaum auch alleine besorgen, falls du hier bleiben möchtest“, bot Alec an, doch Magnus schüttelte vehement den Kopf.
„Unsinn, das ist definitiv eine Paaraktivität.“ Außerdem kam er dann noch einmal in den Genuss davon zu sehen, wie Alec die Axt schwang. Das sehnsüchtige Lächeln tanzte von ganz alleine über Magnus‘ Gesicht.
„Okay…?“, sagte Alec, weil Magnus so strahlend zu ihm blickte. „Vielleicht müssen wir gar nicht weit laufen, um einen passenden Baum zu finden.“
Natürlich durften sie nicht wahllos Bäume fällen, doch dank Magnus‘ Kräften konnten sie den Baum danach wieder ersetzen.
Zwar wäre es wesentlich leichter, sich direkt einen Baum in die Hütte zu zaubern, doch Alec fand den Gedanken schöner, wenn sie sich gemeinsam darum kümmerten und Alec mehr beitragen konnte, als nur lächelnd neben Magnus zu stehen, während der mit seinen Kräften die ganze Arbeit erledigte.

Vor Beginn ihres Marsches, wickelten sie sich in mehrere Schichten Kleidung.
Magnus trug heute eine flauschige rote Jacke samt schwarzen Schals, der fast zwei Meter lang zu sein schien und den Alec eher als Seil benutzen würde.
Magnus gelang es jedoch, ihn kunstvoll mehrfach um seinen Hals zu schlingen und dabei ein Ebenbild von Eleganz zu sein.
Mit einer Axt bewaffnet – obwohl Alec gestehen musste, dass er von Zuhause ebenfalls Schwert und Bogen heimlich eingepackt hatte, während Magnus den siebten Pullover in den Koffer gestopft hatte, und deswegen auch diese Waffen bei sich trug – machten sie sich auf den Weg.
Die Luft war klirrend kalt und roch wunderbar frisch, trug dabei eine zarte Note Tannenduft in sich. Zwar waren sie harte Winter von New York gewöhnt, doch hier war die Luft reiner, unverbrauchter, weil sie nahezu frei war von den Abgasen tausender Autos und dem Smog, den die Schornsteine der Fabriken in den Himmel der Großstädte pusteten.
Sie folgten einem schmalen Pfad, der von der Hütte in den Wald hinunter führte.
Der Schnee knirschte angenehm unter ihren Stiefeln, mit denen sie die ersten Spuren in der sonst makellosen weißen Decke hinterließen.  
Schon bald kamen die ersten Bäume in Sicht, doch sie waren viel zu groß, um als Weihnachtsbaum zu dienen.
„Ich werde meinen Zauber heute eindeutig für die passende Dekoration unseres Baumes aufsparen“, erklärte Magnus heiter, erfreute sich dabei an der beeindruckenden Natur.
Bäume hatten seiner Meinung nach viel mit Hexenwesen gemeinsam: Sie wurden unglaublich alt, trotzten Jahrzehnten und allerlei Widerständen fast ohne sichtbare Spuren und waren immer eindrucksvoll anzusehen.
Zudem wurden sie es nie müde, sich der Sonne und dem Himmel entgegenzustrecken und sich daran zu erfreuen – eine schöne Lebensphilosophie.  
„Du darfst die Elemente herzaubern, aber ich möchte, dass wir sie gemeinsam aufhängen“, sagte Alec, was Magnus nicken ließ.
„Natürlich. Was hältst du von einer Mischung aus Lila und Blau? Das wäre mal etwas Anderes als Gold oder Rot.“
„Wenn es dir gefällt, wird es mir ebenso gefallen“, erwiderte Alec überzeugt.
Er hatte wenig Ahnung von passenden Farbkombinationen oder stilvollen Arrangements, doch die letzten Jahre hatten gezeigt, dass Magnus alles immer so herzurichten wusste, dass Alec sich wohlfühlte und es ihm gefiel.

Deswegen vertraute er Magnus in solchen Angelegenheiten vollkommen.

„Charmeur“, gab Magnus grinsend zurück und blies einen Kuss in Alecs Richtung, was diesen verlegen lächeln ließ.
Der Anblick war derart niedlich, besonders in Kombination mit den der Kälte wegen geröteten Wangen, dass Magnus nicht darauf achtete, wo er hinlief. Das wurde ihm bewusst, als er in dem tiefen Schnee neben den Weg trat und plötzlich fast einen Meter einsank.
Erschrocken schnappte er nach Luft und fiel gen Boden.
Alec griff reflexartig nach ihm und erwischte ihn an der Jacke, dennoch fasste Magnus bis zu den Ellbogen in das weiße Nass unter sich.
„Igitt!“, entfuhr es ihm, als die Kälte sich durch seine Handschuhe und Teile seiner Jacke fraß.
Alec zog ihn wieder auf die Beine, die Axt hatte er seitlich an einem Gürtel befestigt, den er ebenfalls in dem Schuppen gefunden hatte, während Magnus sich schüttelte wie eine Katze, die in einen Teich gefallen war.
„Alles in Ordnung?“, fragte Alec, was Magnus heftig den Kopf schütteln ließ.
„Keineswegs! Dieser tückische Schnee, urgs! Mit warmem Sand an einem Strand kann dir sowas nicht passieren!“ Mit missmutig gespitzten Lippen zog Magnus seine Handschuhe aus und schüttelte sie.
„Hauptsache, du hast dich nicht verletzt“, sagte Alec erleichtert, Magnus‘ Theatralik ignorierend.

Er wusste, dass Magnus sich manchmal ebenso schnell hoch fuhr, wie er sich wieder beruhigte…den Gedanken des Abkühlens verkniff sich Alec in diesem Kontext.

Magnus wiederum verkniff sich einen Verweis auf seinen sehr wohl verletzten Stolz und rieb die Hände aneinander.
„Meine Toleranz für Kälte ist definitiv verletzt, wenn nicht gar schon überschritten“, bemerkte er stattdessen, obwohl er nicht ernsthaft vorhatte, deswegen zu schmollen.
Allerdings ergriff Alec jetzt seine Hände, umfasste sie mit seinen und rieb sanft darüber.
„Schon besser?“, fragte er und hauchte warme Luft in Magnus‘ Hände.
Magnus erwiderte Alecs fürsorglichen Blick und seufzte. „Du machst es einem wirklich schwer, sich über irgendetwas zu ärgern, Alexander.“
„Gut. Wir sind im Urlaub, du sollst dich nicht ärgern.“ Er küsste Magnus' Fingerspitzen, was Magnus das Gefühl gab, sehr wohl an einem weißen Sandstrand inmitten der Sonne zu stehen.
„…du verwöhnst mich. Obwohl du ja ein wenig Mitschuld trägst, weil ich nicht anders kann, als dich beständig anzustarren. Das lenkt ab.“
„Möchtest du, dass ich mich dafür entschuldige?“, fragte Alec neckend, da er recht sicher war, dass Magnus wie immer nur mit ihm flirtete und diesen Vorwurf nicht ernst meinte.
Immerhin kannte er Alecs Anblick inzwischen in jeder denkbaren Weise und während sehr leicht zu begründen war, wieso Magnus immer wieder aufs Neue ein faszinierendes Bild abgab, hatte Alec nie verstehen können, was der Hexenmeister an ihm – einem durchschnittlichen Schattenjäger – derart anziehend gefunden hatte.

Er würde sich jedoch sicher nicht beklagen.

„Nein, dieses Mal nicht. Aber da ich mir selbst nicht traue, schlage ich vor, dass wir uns bemühen, die Suche zu beschleunigen.“ Magnus blickte den Pfad entlang. „Da vorne gibt es eine Abzweigung, ich gehe nach links und du nach rechts, so erhöhen wir unsere Chancen, einen passenden Baum zu finden. Die Wege müssten sich wieder kreuzen, wenn ich mich recht an Ragnors Aufzeichnungen erinnere.“
Sein Freund hatte im Nachttisch mehrere Karten von der Umgebung aufbewahrt, die Magnus gestern gefunden und eine Weile studiert hatte.
„Okay, ansonsten in 20 Minuten wieder hier“, sagte Alec. „Sei vorsichtig. Wenn etwas ist, ruf mich an.“ Das Netz war hier draußen zwar nicht gut, aber vorhanden und obwohl Alec wusste, dass ihnen hier keinerlei Gefahr drohen dürfte, konnte er nicht aus seiner Schattenjäger-Haut.
„Jawohl, Sir“, versprach Magnus, der wusste, wie achtsam Alec in diesen Dingen war, vor allem, wenn sein Beschützerinstinkt Magnus gegenüber erwachte.
Kurz erwog Magnus vorzuschlagen, dass der, der den perfekten Baum fand, sich heute Abend von dem Anderen bekochen lassen durfte, doch wenn er auf den Baum stieß, würde er sich damit eher bestrafen.
Alec vereinte so viele wunderbare Eigenschaften auf sich, aber lecker zu kochen gehörte nicht immer dazu.

Mit einem enthusiastischen Lächeln schritt Magnus den linken Pfad entlang, der ihn erst abwärts und dann eine Kuppe hinaufführte.
Der Weg war steiler als gedacht und entsprechend anstrengend, was durch die kalte Luft, die in seinen Lungen brannte, nicht angenehmer wurde.
Dennoch kämpfte Magnus sich weiter hinauf.
Er war schließlich kein verwöhnter Stubenhocker, allerdings merkte er durchaus, dass er es sich die letzten Jahrhunderte wohl doch sehr bequem gemacht hatte. So ein Urlaub, mitten in der Natur, war möglicherweise doch genau das Richtige für ihn.
Und…je schneller er einen passenden Baum fand, desto schneller konnte er wieder in die warme Hütte zurück und sich mit Alec auf die Couch kuscheln.
„Hm“, machte Magnus, als er eine kleinere Tanne mit wirklich schöner Spitze und ausladenden Ästen entdeckte. Diese könnte für ihre Zwecke geeignet sein.

Guter Hoffnung stapfte er darauf zu, als der Baum plötzlich erzitterte.

Magnus erstarrte, weil er sofort begriff: Etwas befand sich hinter dem Baum und hatte sich bewegt.
Zuerst vermutete er ein Tier, denn gerade ging kein Wind, doch plötzlich hörte er ein Krachen und der Baum erzitterte wieder.
„Hallo?“, fragte er vorsichtig und spannte sich an, als ein Körper, in schwarz-dunkelblaue Kleidung gehüllt, hinter dem Baum hervortrat und auf ihn zukam.


Suchend ließ Alec seinen Blick über die Bäume schweifen, die den Weg säumten.
Einige waren vielversprechend, doch er wollte noch ein wenig warten, ehe er seine Wahl traf. Er wusste, dass Magnus sich einen prachtvollen Baum wünschte, den er umfangreich behängen konnte, daher war Alec ein dichtes Nadelwerk wichtig.
Alecs Augen weiteten sich freudig, als er einen Baum erspähte, der eben dieses Kriterium erfüllte und noch dazu die ideale Größe zu haben schien.
Allerdings erschwerten seine Lage auf einem steilen Hügel und einige umgefallene Bäume sowie darum liegendes, wildes Gestrüpp auf dem Weg dorthin den Zugang erheblich.
Alec war jedoch ehrgeizig genug es zu versuchen, also spannte er sich an und sprang, um an dem ersten Stamm hinaufzuklettern – und knallte im Sprung mit jemandem zusammen.
Beide Männer landeten rücklings im Schnee und als Alec sich stöhnend den Kopf hielt, hörte er ein spanisches Fluchen, das kurz den Wunsch in ihm weckte, er hätte das Bewusstsein verloren und würde das hier nur träumen.
Als er jedoch die Augen öffnete, musste er sich eingestehen, dass dem nicht so war.
„Lorenzo?“ Perplex starrte er den Hexenmeister an, der sich aus dem Schnee hervorkämpfte und mit missmutiger Miene seinen schwarzen Mantel abklopfte.
„Offensichtlich. Oder haben Sie einen Yeti erwartet?“, fragte Lorenzo sarkastisch und bestätigte damit mehr seine Identität als mit allem anderen.
„Ich habe niemanden hier erwartet“, erwiderte Alec und erhob sich, Lorenzo immer noch verwirrt anstarrend. „Was tun Sie hier?“
„Mit Ihnen zusammenstoßen, falls Ihnen das entgangen ist. Offenbar, weil auch Sie den Baum da drüben ins Auge gefasst haben.“
Alec folgte Lorenzos Blick zu der Tanne. „Sie kommen extra bis nach Kalifornien, um sich einen Tannenbaum zu holen?“
„Seien Sie nicht albern. Ich bin hier im Urlaub.“
An der Art, wie Lorenzo dies sagte – ebenso, wie Magnus es betonte, mit dieser feinen Note Unwillen, Fassungslosigkeit und Selbstmitleid – erkannte Alec deutlich Lorenzos Haltung dazu und begriff.
„Sie sind mit Andrew hier und es war seine Idee?“
„In der Tat.“ Lorenzo schnippte den Rest Schnee von seinem Kragen und richtete seinen Zopf. „Er hörte jemanden davon schwärmen und fand, Luzifer weiß wieso, Gefallen daran. Nach Paris, São Paulo, Madrid und den Malediven verlangte es ihn wahrhaftig nach einer einsamen Blockhütte im Wald, bei tiefstem Schnee. Meine Versuche, ihn zu mehr Komfort und vor allem Sonne zu überreden, sind gescheitert, wie Sie meiner Anwesenheit hier unschwer entnehmen können.“
Alec bezweifelte stark, dass Lorenzo sich zu irgendetwas zwingen ließ, wenn er partout nicht wollte. Offensichtlich war ihm jedoch wichtiger gewesen, Andrew diesen Wunsch zu erfüllen, als sich durchzusetzen.

Ebenso, wie es vermutlich Magnus gegangen war.

Beiden Hexenmeistern waren, aufgrund ihrer Herkunft, wohl mildere Temperaturen wesentlich lieber, wie Alec in diesem Moment durch den Kopf schoss. Insofern war es wohl als immenser Liebesbeweis zu werten, dass sie sich auf einen Urlaub in eisiger Kälte eingelassen hatten.


„Ich hätte nie gedacht, dass Lorenzo Rey sich mal in die arktisch-kalte Einöde begeben würde“, meinte Magnus überrascht.
Nachdem er festgestellt hatte, dass es Andrew Underhill war, der hinter der Tanne hervorgekommen war, mit einer Axt bewaffnet, hatte er sich immens gewundert, doch inzwischen herausgefunden, dass dieser offenbar nicht weit von hier mit Lorenzo in einer Hütte am See Urlaub machte.

Zum Glück auf der anderen Seite des Sees.

„Verständlich, Lorenzo mag Kälte so gar nicht“, sagte Andrew zu Magnus, was diesem ein zustimmendes Nicken entlockte.
„Da haben wir ausnahmsweise mal etwas gemeinsam.“ Magnus schob seinen Schal etwas höher, um sein Kinn darunter zu verbergen. „Und dennoch ist er hier?“
„Ja, mir zuliebe“, erwiderte Andrew mit einem liebevollen Lächeln, dem man die Rührung darüber deutlich ansah. „Alec schwärmte so von dem Urlaub. Unberührte Natur, Schnee, eine gemütliche Blockhütte...es klang wirklich schön und vor allem friedlich, da habe ich Lorenzo gefragt, ob es möglich wäre, so etwas zu machen, statt eine Insel oder Metropole voller Museen, Weinverkostungen und Nobelrestaurants zu besuchen.“
„Und es verschlägt euch ausgerechnet hier her?“ Magnus seufzte tief.


„Als wäre irgendetwas für mich nicht möglich“, erklärte Lorenzo gönnerhaft. Inzwischen saßen Alec und er auf zwei gemütlichen Stühlen mit integrierter Sitzheizung, die er kurzerhand hergezaubert hatte.
„Ich verstehe zwar noch immer nicht, was an einem derart schlichten Urlaub reizvoll sein soll, aber da es Andrews Wunsch war, habe ich es ermöglicht.“
„Ich dachte, Sie kaufen sonst nur Luxusappartements, Villen und Schlösser“, merkte Alec an, was Lorenzo nicken ließ.
„Das ist im Wesentlichen korrekt. Ich besitze diese Hütte am Lake Tahoe erst seit einigen Jahren und vermiete sie an Urlauber. Recht lukrativ und praktisch, wie sich jetzt herausgestellt hat. Der Gedanke dazu kam mir, als…“
Lorenzo brach ab, als er sich erinnerte, wieso er die Hütte überhaupt gekauft hatte: Er hatte Magnus vor Jahren geholfen, seine finanziellen Angelegenheiten zu regeln.
Eine Aufgabe, die zwischen lächerlich und frustrierend hatte angesiedelt werden können, da Magnus in diesen Belangen vollkommen unstrukturiert, naiv und unbedarft war, derart, dass Lorenzo ihn mehr als einmal hätte schütteln können.
Dabei hatte er unter anderem erfahren, dass Magnus eine Hütte von seinem Freund Ragnor Fell geerbt hatte und…Lorenzo schloss die Augen.

Das war zweifellos die Hütte, in der sich Alec und Magnus für ihren Urlaub eingefunden hatten.

„Jedenfalls…ein interessanter Zufall“, sagte Alec, weil Lorenzo sich einfach unterbrochen hatte und mit geschlossenen Augen und recht verkniffenem Gesicht da saß, als wolle er am liebsten alle Bäume um sich herum zu Asche verwandeln.
„Und jetzt suchen Sie hier nach einem Weihnachtsbaum für die Hütte?“
Ein tiefes Schnauben entwich Lorenzo, ehe er ihn wieder ansah und weiter sprach.
„Das tue ich. Andrew hängt sehr an diesen kitschigen Mundie-Traditionen. Genau genommen ist es eine Überraschung, denn er ist spazieren und glaubt, ich befände mich in der Hütte und würde arbeiten.“ Lorenzo freute sich auf Andrews vor Freude leuchtende Augen, wenn er zurückkommen und den prachtvoll geschmückten Weihnachtsbaum sehen würde.


„Er denkt, ich gehe spazieren, aber ich will ihn mit dem Baum überraschen“, erklärte Andrew begeistert, was Magnus schmunzeln ließ.
„Eine wundervolle Geste, aber du wirst den Baum sehr weit tragen müssen“, gab Magnus mit Blick an das weit entfernt liegende Seeufer zu bedenken.
Zwar war der Schattenjäger in eine flauschige, kobaltblaue Daunenjacke gehüllt, der man den schwindelerregenden Preis deutlich ansah und Magnus so mitteilte, dass sie ein Geschenk von Lorenzo gewesen war, trotzdem war der Weg recht weit.
„Das macht nichts, das ist ein gutes Training“, sagte Andrew unbeschwert. „Ich laufe schon eine Weile, weil ich den perfekten Baum gesucht habe. Lorenzo ist anspruchsvoll, wie du weißt, und ich will, dass er diesem Urlaub ebenso viel Schönes abgewinnen kann wie ich.“
Wieder lächelte Magnus; einerseits, weil er sich darüber freute, dass Lorenzo einen so liebevollen Partner gefunden hatte, andererseits, weil Andrew ihn in dieser Hinsicht sehr an Alec erinnerte.

Nephilim waren bedingungslos aufopferungsvoll, wenn sie liebten.

„Ist es in Ordnung, wenn ich den Baum mitnehme, obwohl du auch ein Auge darauf geworfen hattest?“, fragte Andrew verlegen, was Magnus die Hände von sich strecken ließ.
„Bitte, nur zu. Wer zuerst kommt, darf Anspruch erheben. Ich werde dir sogar den Dienst eines Portals erweisen, damit du nicht erfroren bist, ehe du deine Beute zum Ziel gebracht hast.“
„Danke, das ist wirklich nett“, strahlte Andrew und nahm die Axt wieder auf.
Magnus beobachtete ihn dabei, wie er mit kräftigen Hieben den Baum fällte und obwohl der Anblick nicht uninteressant war, konnte er nicht anders, als schon wieder an Alec zu denken.
Er sollte das bereits gehackte Holz verschwinden lassen, damit Alec heute noch einmal für Nachschub würde sorgen müssen…
„Oh, da fällt mir noch etwas ein“, gestand Magnus, was Andrew bewog, sich umzudrehen und einige der blonden Locken aus seiner Stirn zu streichen.
„Ich hätte da eine Bitte…“


„Ich habe schon zu viel Zeit vertrödelt und werde wieder zurück müssen“, sagte Lorenzo ungehalten, einen Blick auf die Uhr werfend.
Er hatte diesen Gang extra unternommen, um die Bäume zu sichten, ehe er einfach einen herzauberte – immerhin sollte der Baum perfekt sein. Jetzt allerdings würde er wohl improvisieren müssen.
Als er sich erhob, tat Alec es ihm nach und mit einem Fingerschnippen verschwanden die Stühle.
„Der Baum gehört also ganz Ihnen, Alec.“
„Danke“, sagte Alec und wollte sich schon umwenden, um erneut den gangbarsten Weg auszumachen, ohne ein halbes Dutzend Runen aktivieren zu müssen, als Lorenzo die Hand hob.
„Einen Augenblick noch: Ich gehe noch weiter und werde so großzügig sein, Ihnen dabei zu helfen, den Baum mit weniger Aufwand zu bekommen, doch dafür erwarte ich eine Gegenleistung.“

Natürlich.

Das Konzept des Schenkens schien für Lorenzo nicht einmal um die Weihnachtszeit akzeptabel zu sein. „Nämlich?“
„…Andrew und ich sind meist recht eingespannt und dieser Urlaub, in der Abgeschiedenheit, hatte vor allem zum Ziel, uns Zweisamkeit zu ermöglichen“, sagte Lorenzo in eindeutigem Tonfall, was Alec verstehend nicken ließ.
„Ich soll Magnus nichts davon erzählen, dass ihr hier seid.“
„Exakt. Ich werde es ebenso halten.“
Denn so sehr er Andrew liebte, mit dessen Faible für Doppel-Dates konnte Lorenzo sich noch weniger anfreunden als mit den unzumutbaren Temperaturen hier.


„Keine Sorge, ich werde Lorenzo bestimmt nichts vom unserem Zusammentreffen erzählen“, versicherte Andrew, als Magnus seine Bitte geäußert hatte. „Alec ist mein Freund und ich mag euch beide, aber ich wollte diesen Urlaub, damit Lorenzo und ich ein wenig Zeit nur zu zweit verbringen können. Ich werde dafür sorgen, dass wir uns nicht erneut über den Weg laufen.“
Magnus lächelte. Er hatte schon befürchtet, Andrew wäre von seinem Wunsch gekränkt, denn er schien ein Faible für Pärchen-Aktivitäten zu haben, aber offenbar waren sie sich in dieser Angelegenheit einig.
„Fabelhaft. Dann wünsche ich noch einen schönen Urlaub.“
Er wartete, bis Andrew den gefällten Baum angehoben hatte, und erschuf mit zwei kreisenden Handbewegungen ein Portal, das Andrew wieder in die untere Ebene bringen würde, die Magnus von hier aus sehen konnte.
„Oh, ich hätte da noch einen Tipp“, sagte Magnus schelmisch, ehe Andrew durch das Portal trat. „Habt ihr einen Kamin in der Hütte?“
„Ja, Lorenzo hat ihn so verzaubert, dass er beständig an ist.“
Magnus schüttelte den Kopf. „Sag ihm, du willst ihn natürlich befeuern – und dann hack Holz. So, dass er es sieht.“
Andrew zog die Augenbrauen hinauf. „Ich soll für ihn Holz hacken? Nicht die Art von Präsent, mit der man Lorenzo sonst begeistern kann…“
„Vertrau mir – und danke mir später.“
Zwar war Andrew noch immer eindeutig skeptisch, nickte aber höflich und verschwand dann samt dem ihn überragenden Baum in den Armen durch das Portal.
Mit einem zufriedenen Lächeln blickte Magnus noch kurz die Ebene hinunter, ehe er einen Zauber auf den verbliebenen Stamm warf, der ihm ein schnelleres Wachstum ermöglichen würde, und seinen Weg fortsetzte.

Nach nicht einmal zehn Minuten konnte er Alec sehen, der einen recht großen, beeindruckend dicht benadelten Baum auf dem Rücken trug.
„Du warst erfolgreich“, stellte Magnus strahlend fest. „Und du hast ihn schon etwas zurechtgebunden, um ihn leichter tragen zu können. Eine gute Idee, aber ich habe gar nicht gesehen, dass du ein Seil bei dir hattest.“
„Ach“, meinte Alec verlegen und stellte den Baum vorsichtig hinter sich ab. „Du weißt doch, Schattenjäger sind immer auf alles vorbereitet. Gefällt er dir denn?“
„Sehr sogar“, bestätigte Magnus lächelnd. Zwar war es imponierend, mit welcher Leichtigkeit Alec den schweren Baum trug, doch er würde ihnen trotzdem ein Portal zur Hütte erschaffen, damit Alec weitere Anstrengung erspart blieb.
„Du siehst, uns aufzuteilen war eine gute Idee, wir haben unseren perfekten Tannenbaum gefunden.“
„Ja.“ Alec unterdrückte ein Grinsen, wenn er daran dachte, was er sonst noch gefunden hatte. „War dein Spaziergang denn sonst angenehm? Irgendetwas Interessantes?“
Magnus unterdrückte ein Grinsen, wenn er daran dachte, wie interessant.
„Ja, angenehm, aber vollkommen unspektakulär.“

~*~


Nachdem sie den Baum im Wohnzimmer aufgestellt hatten, schaltete Magnus erneut den CD-Spieler an, damit ihr Schmücken von passender Musik untermalt werden konnte.
Alec bat ihn verlegen, Jingle Bells zu überspringen und setzte Kaffee auf.
Magnus folgte Alecs Wunsch, entzündete den Kamin und ließ mit entschlossener Miene die Fingerknöchel knacken, während er den nackten Baum vor sich musterte.

Er würde sich um sein Leben schmücken und selbst übertreffen!

„Bereit?“, fragte er mit funkelnden Augen, als Alec neben ihn trat und ihm den Kaffee reichte.
Magnus kam der Gedanke, dass Ragnor hier bestimmt irgendwo eine Minibar versteckt haben musste. Danach würde er später suchen.
„Bin ich. Du siehst aus, als bereitest du dich darauf vor, ganz New York zu schmücken“, bemerkte Alec mit einer Mischung aus Amüsement und Unbehagen. „Übertreib es bitte nicht.“
„Aber mein Augenstern, mit wem redest du?“, fragte Magnus grinsend, stellte die Tasse nach einem großen Schluck zur Seite und lockerte seine Finger.
Genau deswegen sagte Alec es, doch diesen Hinweis schluckte er hinunter. Sicherheitshalber trat er einen halben Schritt zurück.
„Augenstern?“, wiederholte er stattdessen skeptisch.
„Keine Sorge, das war nur im Eifer des Gefechts. Der Name ist bereits vergeben und daher kommt er für mich nicht in Frage.“

Wie sähe Magnus denn aus, wenn er Kosenamen recycelte?

Er hob die Hände und begann mit ausladenden Handbewegungen ans Werk zu gehen: Unter blauen Funkenströmen erschienen Christbaumkugeln in verschiedenen Größen, Lametta, dekorative Anhänger in Form von Sternen, Glocken und Schneeflocken, Lichterketten und allerlei mehr auf dem Tisch neben dem Baum.
„Bereits vergeben? An wen denn bitte?“, fragte Alec argwöhnisch, als er sich von dem faszinierenden Anblick losreißen konnte, den Magnus einmal wieder beim Zaubern bot.
Über den eifersüchtigen Blick, den Alec ihm dabei zuwarf, musste Magnus glatt grinsen. „Nicht von mir, Alexander. Hast du nie gehört, dass Lorenzo Andrew so nennt?“
Alec versuchte sich daran zu erinnern, ob er jemals mitbekommen hatte, dass Lorenzo Andrew mit einem Kosenamen bedachte.
Wenn die zwei sich im Institut trafen, verhielten sie sich eigentlich höchst professionell – bis zu Andrews Pausen, da konnte es durchaus vorkommen, dass sie sich mitten in der Kommandozentrale innig küssten.
„Es ist spanisch…irgendwas mit Inio?“ Im Gegensatz zu Izzy hatte Alec sich nie bemüht, die Sprache zu lernen. Lieber hatte er Runen und Schattenjäger-Regelwerke auswendig gelernt…
„Cariño. Ja, aber ich meine das andere. Mi estrella bedeutet mein Stern auf Spanisch.“
„Ah“, sagte Alec und nickte verstehend. Das kam ihm wirklich bekannt vor. „Das ist erstaunlich romantisch für Lorenzo.“
Doch wenn Alec an ihr Zusammentreffen eben zurückdachte, war es im Grunde doch nicht so überraschend; so skeptisch Alec anfangs wegen dieser Verbindung gewesen war, er musste zugeben, dass Lorenzo Andrew gut zu behandeln schien und seinen Freund über alle Maßen glücklich machte.
„Das ist nicht mal für einen Eisklotz wie ihn schwer, wenn man den richtigen Partner gefunden hat“, erwiderte Magnus lächelnd und sah Alec liebevoll an. „Doch wenn ihm gelungen ist, einem Nephilim einen – sogar zwei! – passende Kosenamen zu geben, wird es mir nicht verwehrt bleiben, so wahr dieser Baum mein Zeuge ist!“ Theatralisch zeigte Magnus auf die Tanne.
Alec erwog fast sich schuldig zu fühlen, doch als Magnus fröhlich Wonderful Dream mitzusingen begann und nach den Christbaumkugeln griff, lächelte er nur.
„Ich kümmere mich um die Lichterkette?“
„Korrekt“, stimmte Magnus zu, der derweil die Kugeln, die in dunklen und helleren Violetttönen leuchteten und natürlich mit einer funkelnden Schicht Glitzer überzogen waren, nach Größe sortierte.
Die Lichterkette um den Baum herum zu drapieren war für Alec, dank seiner Größe und Armspannweite, eine wesentlich leichtere Aufgabe, wenn Magnus keine Magie einsetzen durfte, und er hatte sowieso mehr Freude an der Kleinarbeit.
Und er hatte immer Freude daran, Alec dabei zuzusehen, wie er sich streckte und bückte.


Die nächste halbe Stunde verbrachten sie damit, den Baum festlich zu schmücken; das Lametta in Blautönen von Enzian über Nacht- bis Babyblau passte ideal zu dem Violett der Kugeln.
Die anderen Figuren hatte Magnus in neutralem Glas gehalten und auch die Lichterkette strahlte in mattweißem Licht. Etwas Schneespray, besonders auf den äußersten Ästen, rundete das Bild ab.
„Was ist denn das?“, fragte Alec verwundert und drehte die Figur eines Bogenschützens in der Hand, der gerade zu einem Schuss in die Luft ansetzte. Sie war das letzte Element, das übrig war.
„Unsere Christbaumspitze. Ich dachte, wir nehmen etwas Individuelles zur Krönung“, erklärte Magnus, was Alec zum Lächeln brachte.
„Der Gedanke gefällt mir, aber wir sollten uns beide darin wiederfinden.“
„So? Hm.“ Kurz überlegte Magnus und schnippte mit den Fingern.
Die Figur in Alecs Händen leuchtete Blau und plötzlich saß eine Katze auf der Schulter des Bogenschützens, die aussah, als schmiege sie sich an seine Wange. „Wie ist das?“
„Fantastisch!“, sagte Alec begeistert und betrachtete die Figur derart freudig, dass Magnus das starke Bedürfnis überfiel, Alec zu umarmen.
Früher hätte er sich wohl eher anhand eines Cocktailglases charakterisiert, doch seit er Alec kannte, konnte er seiner dämonischen Seite und damit seinen Katzenaugen sogar etwas Positives abgewinnen.
Dennoch zog sich Magnus‘ Herz stets vor Zuneigung zusammen, wenn er sah, wie gütig und selbstverständlich Alec auf Magnus‘ Hexenmal reagierte.
Alec hatte sich bereits einen Hocker genommen und befestigte die Figur auf der Spitze des Tannenbaums.
Das Lametta, das sich funkelnden Wasserfällen gleich über die Zweige ergoss, erzitterte bei der Bewegung, doch alles blieb an seinem Platz.
Leichtfüßig sprang Alec wieder zu Boden und trat neben Magnus, so dass sie beide stolz ihr Werk betrachten konnten.
„Das ist wunderschön“, sagte Alec lächelnd. Die Farbkombination war nicht klassisch, aber zweifellos gelungen.

Wie immer hatte Magnus seinen guten Geschmack unter Beweis gestellt.

„Das ist es“, stimmte Magnus zu, immer noch Alec anstarrend, bis er sich endlich zwang, die Augen auf den Baum zu richten. Es war unübersehbar, die Arbeit hatte sich in jedweder Hinsicht ausgezahlt.
Eine Feuernachricht schoss in den Raum und ließ Magnus den Kopf drehen.
Er fing sie auf, was ihm einen fragenden Blick von Alec einbrachte.
„Wer schreibt dir denn im Urlaub?“, wunderte Alec sich, als Magnus die Nachricht entfaltete.
„Ich weiß nicht, ich habe deutlich gemacht, nicht erreichbar zu sein.“ Deswegen war sein Handy stumm geschaltet.
Als er die Nachricht las, konnte er gerade noch verhindern, laut aufzulachen. Sie enthielt nicht viel Text, doch er verstand die Botschaft genau:
DANKE!!! A.U.

Offenbar hatte da jemand seinen Rat befolgt.

„Was ist so witzig?“, fragte Alec, woraufhin Magnus die Nachricht mit betont gleichgültiger Handbewegung in den Kamin warf.
„Ach nichts, nur jemand, der sich für einen Tipp bedankt hat. Nachdem unser Baum nun steht, glaube ich, dass wir wieder Feuerholz benötigen.“
„Wie? Das kann nicht sein, ich habe gestern…“ Doch als Alec zu dem Stapel neben dem Kamin blickte, stellte er fest, dass dieser enorm geschrumpft war.
„Man unterschätzt, wie viel so ein Kamin braucht“, sagte Magnus unschuldig und in vollkommender Ernsthaftigkeit.

Vor allem, wenn ein gewisser Hexenmeister beim Befeuern die Hälfte des Stapels in ein Waldstück hexte.

Ganz ausversehen.

„Offensichtlich…na gut, dann fülle ich unseren Vorrat auf“, sagte Alec, trank seinen Kaffee aus und zog sich Schal und Handschuhe an.
„Danke schön“, flötete Magnus, nahm seine Tasse und begab sich ins Obergeschoss. Dort kniete er sich auf eine bequeme Sitzbank mit Polster und öffnete das Fenster.
Von hier aus konnte er direkt nach unten zu dem Schuppen blicken, bei dem Alec gerade ankam, um sich an die Arbeit zu machen.
Genießerisch beobachtete Magnus seinen Ehemann dabei, wie er das Holz zerkleinerte.
,Das könnte der schönste Urlaub werden, den ich je hatte.‘

~*~


____________________________

PS
An dem Gastauftritt sieht man, dass die FF nicht hinter ,,Gefangen“ eingeordnet werden kann, vermutlich eher so nach ,,Unter Verdacht“, aber diese Specials laufen meist einfach frei von Zuordnungen im Universum herum, trotz einiger Bezüge, die ich immer wieder aufgreife - seht es mir nach ^^*
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