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Infinitum Novum - Little false Solomon's seal

von Myska
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy / P16 / Gen
Vampire
03.12.2021
20.05.2022
24
43.598
2
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03.12.2021 2.871
 
Dies ist die Geschichte meiner Kindheit und meiner Jugend, jedenfalls das woran ich mich erinnere. Ich werde euch darlegen, wie es für mich war als Vampir aufzuwachsen. Es ist jedenfalls das, was ich bisher dazu niedergeschrieben hatte und ich denke, ich werde es bis zu meiner eigenen Verwandlung ergänzen. Wer sich also für mein Leben interessiert, der sei mir hier willkommen. Außerdem welcher Tag, wenn nicht der Heutige, mein vermeintlicher Geburtstag, ließe sich dafür besser nutzen, um meine Geschichte ebenso hier zu beginnen?

Ich wurde als zweiter Sohn in eine reinblütige Vampirfamilie geboren und verlor meine Mutter bereits zu diesem Zeitpunkt. Laut dem Datum in unseren Aufzeichnung starb sie am selben Tag, also Anfang Dezember, und eine sehr lange Zeit habe ich dies auch gedacht. Bis man mir die Wahrheit dazu verriet.
Während meine Mutter die Tochter zweier Halbvampire war und erst durch meinen Vater zum vollwertigen Vampir gemacht worden war, entstammte er eine langer Ahnenreihe von Vampiren, die sich sogar bis hin zu unsrem Schutzherren zurück verfolgen ließ, wenn man nur lange genug suchte. Und er war stolz auf seine Abstammung, wie er mir und auch meinem Bruder öfters erklärte.
Nach dem Tod meiner Mutter musste er sich um uns alleine kümmern und weil er das nicht schaffte, holte er sich eine Haushälterin ins Haus, damit wir zumindest tagsüber wen hatten, der uns beaufsichtigte. Denn sobald die Sonne aufgegangen war pflegte er sich in sein Zimmer zurückzuziehen, wo es dunkel war. Mein Bruder meinte immer, dass er dann schlafen würde, aber manchmal hatte ich durch das Schlüsselloch Licht gesehen.
Außerdem fiel mir schon recht früh auf, dass meine Wange eine Narbe zierte und als ich Christin, unsere Haushälterin, fragte, erklärte diese mir, dass sie das auch nicht so genau wüsste. Angeblich gab es einen Unfall als ich gerade laufen konnte, doch das wäre vor ihrer Zeit gewesen, sagte sie mir. Also wandte ich mich an meinen Bruder und an meinem Vater, doch auch von ihnen erhielt ich keine Antwort darüber und so nahm ich es schließlich hin, dass ich es vermutlich nie erfahren würde. Letztendlich habe ich aber dann doch die Wahrheit dazu erfahren, aber dies werde ich hier nicht erklären.
So blieb jedenfalls meine Erziehung am Ende zum Großteil meinem Bruder und der Haushälterin überlassen, worüber ich aber nicht so traurig war, denn mein Verhältnis zu meinem Vater war nicht unbedingt das Beste. Ich schob es immer wieder darauf, dass er mir die Schuld am Verlust seiner Liebe gab, auch wenn Marcus mir das regelmäßig ausredete.
Zu meinem älteren Bruder hatte ich dagegen ein sehr gutes Verhältnis und mit ihm habe ich sehr viele gute Sachen erlebt. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem er spurlos verschwand. Auch wenn er letztendlich zurückkehrte, habe ich ihm das nie wirklich verziehen.
Aber ich will diese Geschichte hier nicht an dem Punkt beginnen, wo er verschwand, sondern etwas weiter davor. Ein paar Jahre vorher um genau zu sein. Immerhin erinnere ich mich noch an ein paar Sachen, die vorher passiert sind. Beginnen wir meine Geschichte also an einem anderen Geburtstag und zwar den Zwanzigsten meines großen Bruders, vier Jahre vor seinem Verschwinden.

Trigon 21.03.2312

Es war Frühlingsanfang, daran erinnere ich mich noch, denn sein Geburtstag lag im März und er hatte die Feier extra auf den Abend verlegt, damit auch unsere vampirische Verwandtschaft daran teilnehmen konnte. Und vermutlich auch, damit Vater wach war.
Ich erinnere mich daran, dass unsere Cousine Claudia anwesend war, da sie mit mir spielte, während die restlichen Gäste eintrafen. Da ich meinen Bruder nicht selten zu unserem Onkel und damit auch zu ihr begleitet hatte, kannte ich sie recht gut. Und ich wusste auch mit meinen vier Jahren schon, dass ihr Vater einmal König werden würde, wenn mein Urgroßvater den Thron verließ. Dies hatte ich einmal gehört, als Marcus mit ihr geredet hatte. Es war aber nichts, was mir zu diesem Zeitpunkt relevant erschien. Denn letztendlich war ich nur ein Kind.
Die meisten Gäste waren bereits anwesend, während ich immer noch mit Claudia in meinem Zimmer saß und Karten spielte. Mich interessierten die Unterhaltungen der Erwachsenen nun einmal nicht so, und da ich von klein auf gelernt hatte, dass ich mich aus erwachsenen Dingen herauszuhalten hatte, wollte ich auch gar nicht zu den Anderen gehen. Wenn es Essen gab würde man mich ohnehin holen.
Im Nachhinein hatte es mich tatsächlich nie gewundert, wie gut der menschliche Teil meiner Verwandten mit dem vampirischen Teil auskam. Ich war immer davon ausgegangen, dass dies vermutlich normal war. Es war jedenfalls nach Sonnenuntergang und es waren bereits einige Vampire anwesend, als es klingelte und ich Stimmen hörte, die ich deutlich kannte. Es waren die meiner Großeltern mütterlicherseits. Zwei sehr nette Halbvampire, zu denen ich und Marcus regelmäßigen und guten Kontakt hielten, und sie mir von meinen Verwandten irgendwie am Liebsten waren. Und da ich mich freute, dass sie da waren, stand ich auf.
„Hast du keine Lust mehr auf Karten“, hatte meine Cousine mich verwundert gefragt, doch hatte nur den Kopf geschüttelt.
„Ich habe Oma und Opa gehört“, hatte ich zu Claudia gesagt und war aus der Tür verschwunden, bevor sie noch irgendetwas sagen konnte. Ich wollte nach unten laufen, um sie zu begrüßen. Ich stürmte allerdings dazwischen, als meine Großmutter gerade meinen Vater die Hand reichen wollte, was er mir mit einem Knurren quittierte, um mich daran zu erinnern, dass ich mich nicht einfach so dazwischen drängeln sollte. Ich zog meinen Kopf ein, weil ich einen Schlag auf den Selbigen dafür erwartete, doch dieser blieb zu meiner Verwunderung aus. Vermutlich hatte er es nicht getan, weil jemand Anderes es hätte mitbekommen können.
„Oma“, rief ich erfreut und umarmte die alte Frau. Ich hatte mich nie gefragt als Kind, warum sie überhaupt gealtert war als Vampirin, sondern es einfach hingenommen. Erst später hatte ich erfahren, dass sie zwar Halbvampirin war, aber dadurch trotzdem weiter alterte bis sie sich hätte verwandeln lassen. Wo sie sich aber gegen entschieden hatte.
Sie streichelte mir sanft über den Kopf und ich ließ sie wieder los.
„Du bist aber groß geworden, Sebastian“, meinte sie und ich grinste, „Warst du nicht vor ein paar Monaten noch etwas kleiner?“
Sie lachte und wandte sich wieder meinem Vater zu, während ich auch meinen Großvater ebenso begrüßte.
„Das liegt an dem guten Essen“, meinte er dann zu ihrer Frage und lachte, ehe er das Geschenk für meinen Bruder wieder anhob, dass er kurz zur Seite gestellt hatte.
„Was ist da drin“, hatte ich ihn neugierig gefragt und er hatte mir das Paket gereicht. Es war länglich und viel zu schwer für mich, weshalb er es mir direkt wieder abnahm und wieder lachte.
„Und ich dachte du wärst jetzt schon ein starker Junge“, sagte er scherzhaft und ging an mir vorbei. Ich war stark für mein Alter. Das hatte zumindest mein Bruder einmal meiner Erzieherin im Kindergarten gesagt, weil ich etwas unabsichtlich zerbrochen hatte, als ich wütend war. Im Nachhinein betrachtet,  meinte er aber damit vielleicht auch nur, dass ich stärker war als meine menschlichen Altersgenossen.
„Hast du wirklich vor ihm das zu geben“, hörte ich meinen Vater fragen und ich drehte mich verwundert zu ihnen um.
„Er ist doch jetzt schon ein Jahr in Ausbildung im Rat und ich dachte, es wird langsam Zeit, dass er es bekommt, Henry“, erklärte ihm der Alte, „Damit er wenigstens langsam lernt damit umzugehen.“
Vater schüttelte unzufrieden den Kopf.
„Er weiß, wie er mit so einem umzugehen hat. Schließlich trainiere ich das bereits eine Weile mit ihm“, gab er zurück, „Außerdem sollte er das doch erst im nächsten Jahr kriegen, wenn ich mich richtig erinnere.“
Großvater nickte und sah meinen Vater traurig an.
„Sollte er, ja. Aber im nächsten Jahr werde ich es ihm nicht mehr geben können“, sagte er ihm und ich wunderte mich, was er wohl damit meinen könnte, „Du erinnerst dich doch auch noch an die letzte Prophezeiung von ihr oder etwa nicht?“
Vater nickte und warf einen Blick zu mir.
„Sebastian, geh bitte mit deiner Großmutter zu deinem Bruder“, wies er mich an und es war meine Oma selbst, die mir ihre Hand entgegen streckte, damit ich mit ihr mit ging. Ich tat, was er von mir verlangte um mir keinen Ärger einzuhandeln und nahm die Hand von ihr. Dann folgte ich ihr brav als sie ins große Wohnzimmer, wo jemand einen langen Tisch mit vielen Stühlen platziert hatte. Zumindest kam es mir als Kind so vor, als wären es viele Plätze. Ich wusste auch nicht genau, wer den hier hergebracht hatte, denn es war nicht relevant für mich.
Marcus stand ein wenig abseits davon und unterhielt sich mit Antony. Anscheinend erklärte er ihm gerade irgendetwas, denn er gestikulierte während er sprach. Langsam schritt ich mit meiner Oma zu ihnen und mein Bruder stoppte mit seiner Erklärung, als er uns bemerkte. Er lächelte erfreut und umarmte die alte Frau, welche mich losließ.
„Alles Gute mein Junge“, begrüßte sie ihn.
„Danke“, erwiderte er ihr und schien verwundert, „Wo ist Großvater?“
Ich drehte mich von ihnen weg und sah mich um. Es war kaum einer anwesend, den ich so richtig kannte. Christin, unsere Haushälterin unterhielt sich mit einem mir fremden Mann und errötete ein wenig dabei. Eine mir nicht bekannte Frau unterhielt sich mit einem Mann, der meinem Vater stark ähnelte, ich aber dennoch als meinen Onkel einordnen konnte. Und am Tisch saß ein mir Fremder, der mich nachdenklich zu betrachten schien, was mir allerdings Angst machte, weshalb ich meinen Blick direkt wieder abwandte.
Mittlerweile war auch Claudia in den Raum gekommen und direkt zu Antony gegangen. Ich sah wie sie einander küssten und wunderte mich, warum sie das taten. So etwas taten nämlich nur die Erwachsenen wenn sie geheiratet hatten. Als Kind verstand ich zu diesem Zeitpunkt nämlich noch nicht, dass die Beiden zusammen waren und das man auch ohne verheiratet zu sein solche Dinge tun konnte ohne Probleme.
„Du bist sicherlich Sebastian“, jemand griff nach meine Schulter und ich fuhr erschrocken zusammen, ehe ich mich umdrehte. Noch ein Fremder. Ich stieß seine Hand von mir und machte einen Schritt von ihm weg. Ich wollte nicht von irgendwem Fremden einfach angesprochen und vor allem nicht angefasst werden.
„Nein“, schimpfte ich, was Marcus bemerkte und ihn sein Gespräch mit meiner Großmutter unterbrechen ließ, um nach mir zusehen. Als er den irritierten Gesichtsausdruck des Fremden erkannte, lachte er und wandte sich an diesen, während ich mich hinter ihm versteckte.
„Entschuldige. Er ist skeptisch gegenüber Leuten, die er nicht kennt“, erklärte er ihm, „Wo ist Elisa hin?“
Der Fremde machte einen Schritt zur Seite und zeigte, dass hinter ihm eine junge Frau mit einem Buch in der Hand saß, die ziemlich vertieft im Selbigen zu sein schien.
„Ich hoffe, ich habe ihn jetzt nicht verschreckt“, meinte der Mann dann zu ihm und hockte sich hin, damit er mit mir auf Augenhöhe war, „Entschuldige ich wollte dir keine Angst machen, Sebastian. Ich heiße Leopold und bin ein Freund deiner Großeltern. Schön dich kennenzulernen.“
Er streckte mir seine Hand entgegen, aber ich war mir nicht sicher, ob ich sie annehmen sollte. Ich entschloss mich, lieber hinter Marcus zu bleiben, während ich hörte, dass nun auch Vater den Raum betrat und mit ihm mein Großvater mit dem seltsamen Geschenk.
Mein Bruder drehte sich zu ihnen um und ich verlor meine Deckung hinter ihm, weshalb ich direkt zu Claudia lief, weil ich einfach der Meinung war, dass ich bei ihr sicher wäre. Ich hörte allerdings Antony unzufrieden knurren, weil ich die beiden irgendwie störte. Doch meine Cousine strich mir nur sanft durchs Haar und beobachtete die gerade Hereingetretenen.
„Glaubst du in dem Paket ist das, was ich denke“, hörte ich Antony und sie nickte.
„Es hat zumindest die Form dafür“, erklärte sie und ich sah sie fragend an. Wovon sprach sie? Wusste sie etwa, was mein Großvater da für meinen Bruder mitgebracht hatte?
„Was ist denn da drin“, fragte ich beide leise und neugierig, erhielt aber keine Antwort. Deshalb wandte ich mich nun wieder meinem Bruder zu, der gerade dabei war das Paket zu öffnen, dass ihm unser Opa gegeben hatte.
„Aber das ist doch“, hörte ich Marcus sagen, als er das betrachtete, was ihm da geschenkt worden war. Und ich erkannte es jetzt auch endlich. Das war ein Schwert, aber keines wie die, die bei uns im Waffenschrank hingen. Es war etwas länger und irgendwie verzierter.
„Ich versprach deiner Mutter es dir irgendwann zu geben“, erklärte ihm Großvater, „Und ich fand, dass jetzt der richtige Zeitpunkt dafür wäre. Hüte es gut, dann wird es dir auch von großen Nutzen sein.“
Marcus nickte und umarmte den alten Mann dankend.
„Ich denke, ich bringe es in mein Zimmer“, erklärte er dann und verschwand mit dem Schwert aus dem Raum. Ich hörte, wie ein Stuhl zurück geschoben wurde und erkannte, dass nun der Sitzende sich erhoben hatte. Irgendwo hatte ich ihn schon einmal gesehen, aber ich wusste nicht mehr wo. Vielleicht auf irgendeinem Geburtstag oder so etwas. Sehr wahrscheinlich war er nämlich irgendwie mit mir verwandt. Jedenfalls zog er mit dieser Aktion nicht nur meine Aufmerksamkeit auf sich, sondern auch die sämtlicher anderen Anwesenden. Anscheinend war er doch irgendwie wichtig.
„Ich hatte erwartet, dass du es ihm erst überreichen würdest, wenn er Volljährig ist“, sagte er und sprach damit meinen Großvater an.
Der alte Mann verneigte sich.
„Mit Verlaub, Majestät“, erwiderte er, „Aber ich hielt es genau jetzt für den richtigen Zeitpunkt.“
Ich runzelte verwundert die Stirn. Warum sprach er ihn denn mit Majestät an. War dieser Mann etwa mein Urgroßvater? Das würde zumindest erklären, warum er mir bekannt vorkam.
Marcus kehrte zurück und merkte nun auch, dass unser Urgroßvater sich erhoben hatte.
„Dann wünsche ich, dass er es von nun an trägt, wenn er zur Ausbildung erscheint“, der Aufgestandene wandte sich meinem Bruder zu, „Hörst du, Marcus, von nun an wirst du dieses Schwert mit dir führen, wenn du zu uns kommst.“
„Ja Herr“, gab dieser brav zurück und verneigte sich. Der Andere nickte zufrieden.
„Henry“, sprach er nun meinen Vater an, der hervortrat und sich ebenso verneigte, „Wie alt ist dein Jüngster jetzt?“
Wieso fragte er ihn das denn jetzt? Was interessierte ihn, wie alt ich denn bitte war?
„Er ist jetzt vier und wird fünf am Ende des Jahres“, erhielt er zur Antwort und schien zu überlegen, während ich mich nervös versuchte diesmal hinter Claudia zu verstecken. Ich war mir nämlich nicht so sicher ob es gut war, dass sie über mich sprachen.
„Dann nehme ich einmal an, dass du ihn im nächsten Jahr mit deinem Ältesten zu uns schicken wirst, damit er bei uns unterrichtet wird“, fragte er weiter und Vater nickte.
Davon wusste ich noch gar nichts. Und auch nicht ob das jetzt gut oder schlecht für mich war.
„Das war zumindest so angedacht, Hoheit“, ergänzte mein Vater seinem Nicken, „Auch wenn ich ihm lieber noch ein Jahr länger geben würde.“
Ich warf einen fragenden Blick zu Claudia, in der Hoffnung, dass sie mir vielleicht erklären würde, worum es ging, doch sie strich mir nur sanft über den Kopf, während sie weiter der Unterhaltung folgte.
„Mach dir keine Sorgen, Vater“, mischte sich nun Marcus ein, „Sebastian wird es gefallen.“
Er lächelte in meine Richtung und ich ließ Claudia los. Wenn mein Bruder das sagte, dann würde es schon nicht so schlimm sein. Ihm vertraute ich zumindest.
„Nur die Zeiten dürften ihm Probleme machen“, hörte Antony leise zu der Rothaarigen neben mir flüstern. Was bitte meinte er damit? Für gewöhnlich war Marcus wenn dann nach dem Mittagessen mit mir zu ihnen aufgebrochen. Und das hatte mir gar keine Probleme bereitet.
Mein Urgroßvater nickte und winkte den Mann zu sich heran, der mit Christin geflirtet hatte. Er flüsterte ihm irgendetwas zu, was ich aber nicht verstand.
„Dann ist dies nun beschlossene Sache. Marcus wird fort an das Schwert mit sich führen und weiter von meinen Leute im Rat ausgebildet. Seine Prüfung soll im nächsten Jahr stattfinden, wenn er volljährig ist und in die Vampirgesellschaft aufgenommen wurde. Er wird der letzte Reinblüter sein, der unter meiner Regentschaft aufgenommen wird im Rat“, erklärte er dann und wandte sich in meine Richtung. Wieder machte mir sein Blick etwas Angst.
„Und du, Sebastian, wirst deinen Bruder ab diesen Zeitpunkt zu uns begleiten, damit man dich dann unterrichtet im Haus“, da ich nicht wusste, wie ich reagieren sollte, nickte ich nur brav, „Gut und nun entschuldigt mich. Ich werde diese Feier nun verlassen, da ich noch andere Dinge zu erledigen habe.“
Er ging an dem Tisch vorbei in Richtung Tür und der Fremde, mit dem er geredet hatte, folgte ihm brav. Auf dessen Mantelrücken starrte mir ein Löwe entgegen, den ich sogleich aber als Wappentier meiner Familie erkannte und ich begann mich zu fragen, ob der Fremde vielleicht mit mir verwandt war.
Ich hörte Vater aufatmen, nachdem die Beiden weg waren, und ich wagte nun endlich meine Position zu verlassen und zu meinem Bruder zu rennen.
„Der Mann macht mir Angst“, flüsterte ich ihm leise zu und er lachte, ehe er mir vorsichtig über den Kopf streichelte.
„Du brauchst keine Angst haben“, erwiderte er mir, „Ich werde auf dich aufpassen. Ich werde immer auf dich aufpassen.“
Ich schenkte ihm ein Lächeln. Ja, dachte ich damals, mein großer Bruder würde auf mich aufpassen. Er würde immer für mich da sein.
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