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undressed by the prince

Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Erotik / P18 / Gen
03.12.2021
21.01.2022
7
19.372
4
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Dieses Kapitel
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14.01.2022 3.752
 
Nachdem wir reichlich zu Abend gegessen haben, zog ich mich nochmal auf unser Gästezimmer zurück um mich umzuziehen. So bequem ich die Kleidung auch fand, aber nach so vielen Stunden auf den Beinen musste ich diese einfach loswerden. Hawk entschied sich in dieser Zeit solange unten im Salon auf mich zu warten. Bevor ich mich zu den anderen gesellte begutachtete ich mich noch einmal im Spiegel. Ich trug nun ein helles, enganliegendes und schulterfreies Oberteil und einen mittelblauen Rock, welcher mir knapp über die Knie reichte, dazu knöchelhohe Stiefel. Skeptisch berührte ich mein Spiegelbild. War das wirklich ich wen ich da sah?
Ich entschloss mich dazu, den Zopf zu öffnen und ließ meine blonden langen Haare wellig über meine Schulter fallen. Meine Finger fuhren nochmal durchs Haar, damit diese mehr Volumen bekamen und ich zog meine Kette aus dem Oberteil heraus, damit man diese sehen konnte. Kritisch legte ich meinen Kopf schief, plötzlich sah ich so normal aus. Ohne all den Schmuck, der Krone, der Schminke und den pompösen Kleidern. Wollte ich das sein? Ich schob die negativen Gedanken bei Seite und ging zu den anderen in den Salon.

Die Stimmung war heiter und die Luft war seltsam nebelig. Von dem Rauch, der in der Luft war musste ich erstmal husten ehe ich meinen Freund erblickte. Im Hintergrund wurde fröhliche Musik auf dem Klavier gespielt und ein paar Männer unterhielten sich miteinander, während sie etwas Tranken oder Karten spielten. Immer wieder wurden diese von den Frauen berührt oder angeflirtet. Ich fand die ganze Bild, welches sich mir bot, mehr als fragwürdig.
Hawk saß mit Black Bear auf einem der Sofas und unterhielt sich angeregt, in seiner rechten Hand ein seltsamer brauner Gegenstand, welcher qualmte und er immer wieder zu seinem Mund führte. Ehe ich mich neben Hawk setzen konnte, zog er mich schon auf seinen Schoß und grinste mich an. »Ich glaube dein Platz ist genau hier…« sagte er und ich schlug ihm spielerisch auf die Brust, bevor ich ihn küsste. Es fühlte sich ein wenig eigenartig an, ihn so offen in aller Öffentlichkeit zu küssen. Doch keiner um uns herum hatte auch die leiseste Ahnung, wer ich wirklich war. Für sie war ich nur eine schöne Frau an der Seite eines Banditen.
»Was ist das?« fragte ich Hawk nach dem Gegenstand und er legte diesen in eine Halterung auf dem Tisch, um mich nochmal intensiver zu küssen. »Du schmeckst… irgendwie komisch…« flüsterte ich gegen seine Lippen und ich spürte wie er lachte. »Das, Liebes, nennt man Zigarre. Importware aus Übersee. Ist der letzte Schrei unter den Reichen…« antwortete Black Bear für seinen Freund und zwinkerte mir zu. »Möchtest du auch mal?« fragte mich Hawk, doch ich rümpfte angewidert meine Nase und verneinte. Unsicher blickte ich mich um und beobachtete die Menschen. Einige der Besucher warfen mir Blicke zu und tuschelten. Ich spürte Hawks Hand an meiner Wange und wie er mein Gesicht langsam zu sich drehte »Hey. Du hast nichts zu befürchten solange ich oder Black Bear in deiner Nähe sind.« versuchte er mich zu beruhigen. »Denkst du… Irgendwer von diesen Typen weiß wer ich bin?« flüsterte ich vorsichtig, damit uns auch keiner hören konnte. Er blickte sich um und verneinte schließlich. Wir wurden zwar interessiert beobachtet, jedoch lag das nicht an meinem gesellschaftlichen Status.

»Jetzt mal raus mit der Sprache, wie hat so ein ungehobelter Spinner wie Hawk so ein wunderschönes Mädchen wie dich herum bekommen?« riss uns die tiefe, brummige Stimme von Black Bear aus den Gedanken. Hawk lachte kehlig und sah mich an, doch bevor er etwas sagen konnte fiel ich ihm ins Wort »Er hat mich einfach von seinen Banditen entführen lassen.« Black Bear brach in schallendes Gelächter aus und ergänzte »Das hätte ich mir ja denken können…«
»Allerdings muss ich dem hinzufügen, dass es mir Sienna anfangs nicht sehr leicht gemacht hat…« Hawk lächelte mich an und streichelte mir über den Rücken.
»Du warst auch nicht gerade charmant zu mir…«

Wir drei redeten und lachten viel, Black Bear erzählte von seinen Abenteuergeschichten, oder seinen kostbaren Errungenschaften. Die Art wie er erzählen konnte faszinierte mich, so bildlich und großartig, es war fast so, als wäre ich dabei gewesen. Auch wie die beiden miteinander umgingen, so herzlich und familiär. Wüsste ich nicht, dass die beiden nicht blutsverwandt miteinander waren, so würde ich denken vor mir säßen Vater und Sohn.
Der Abend wurde immer später und die Gläser immer voller. Dutzende Männer kamen und verschwanden mit den Damen des Hauses auf deren Zimmer. Ein paar hielten sich mit uns im Salon auf, wagten es aber nicht auch nur ein einziges Wort mit uns zu reden. Als der Abend seinen Höhenpunkt erreichte, setzte Hawk sich an das Klavier. Fasziniert beobachtete ich ihn dabei, wir er der Dame, die unmittelbar daneben stand, seine Zigarre gab. Sie lächelte flirtend, doch er ignorierte dies und legte seine Finger vorsichtig auf den Tasten ab. Sobald er die ersten Töne spielte, verstummte der gerade noch hell erheiterte Salon. Jeder wandte sich nun ihm gespannt zu und stellte seine Gespräche ein. Mit Leichtigkeit flogen seine filigranen Finger über die Tasten, schon fast so, als wäre ihm diese Begabung in die Wiege gelegt worden.
Mein gesamter Körper überzog sich mit Gänsehaut, als ich seine wundervolle tiefe und samtige Stimme zu der wunderschönen Melodie hörte, die er spielte.

When you were here before
Couldn't look you in the eye
You're just like an angel
Your skin makes me cry
You float like a feather
In a beautiful world
I wish I was special
You're so fuckin' special
But I'm a creep
I'm a weirdo
What the hell am I doin' here?
I don't belong here
I don't care if it hurts
I wanna have control
I want a perfect body
I want a perfect soul
I want you to notice
When I'm not around
So fuckin' special
I wish I was special
But I'm a creep
I'm a weirdo
What the hell am I doin' here?
I don't belong here

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Original von Radiohead - Creap

Wie hypnotisiert saß ich da und lauschte seinen Zeilen, versuchte jede einzelne davon zu verstehen. Das Lied war für mich, ohne Zweifel, jedes Wort spiegelte das Innere seiner Seele wieder. Als er von den Tasten während des Spielens aufschaute, sah er mir direkt in meine Augen. Da war sie wieder, die magische Anziehungskraft zwischen uns beiden, in die er mich mit seinen smaragd-grünen Augen zog. Black Bear sagte etwas zu mir, doch ich verstand keines der Worte, ich hörte nur Hawks samtige, tiefe Stimme.

Als das Stück zu Ende gespielt wurde, klatschten die Gäste begeistert Beifall. Ein zufriedenes Grinsen zierte Hawks Gesicht, als er wieder zu uns ging. Bevor er sich setzen konnte, zog ich ihn in einem leidenschaftlichen Kuss zu mir. Black Bear lachte lautstark »Sucht Euch ein Zimmer ihr Turteltäubchen!« neckte er uns. »Keine Sorge. Hier wird sich sicher keiner daran stören. Jetzt hole ich uns erstmal noch ein wenig Wein…« lachte Hawk und sammelte unsere Gläser ein.
»Ach das war es also…« schmunzelte Black Bear und zwinkerte mich an »Er hat dich mit seiner Stimme beeindruckt, heh ?« Ich zuckte kokett mit meinen Schultern und wollte ihm etwas erwidern, als wir von einer lautstarken Auseinandersetzung unterbrochen wurden. Oh nein…

»Pass auf wo du hinläufst, Galgengesicht!« pöbelte ein ungepflegter, schlaksiger Gast Hawk an, der gerade den Inhalt der frisch aufgefüllten Gläser auf sich verschüttete.
»Wie war das?!« fletschte mein Freund die Zähne und spannte seinen Unterkiefer an. Der Angreifer fletschte ebenfalls seine Zähne und drückte mit seinen Zeigefinger gegen Hawks Brust.
»Ich sagte, pass auf wo du hinläufst, GALGENGESICHT!« wiederholte der Kerl und sofort packte Hawk den Kerl am Kragen. »Du weißt wohl nicht wer vor dir steht?!« zischte er. Sofort liefen Black Bear und ich zu ihm, um schlimmeres zu verhindern.
»Hawk, das ist es nicht wert!« versuchte ich ihn aufzuhalten, doch da es war bereits zu spät.
»Hawk? Etwa der Banditenkönig Hawk?« lachte der widerwertige Typ hysterisch »Ich sehe nur einen kleinen verweichlichten Jungen mit seiner rattenscharfen Nutte.«
Sobald diese Worte seinen Mund verließen flog er mit voller Wucht gegen einen der kleinen Tischen, der unter ihm zerbarst. Die Frauen, die sich im Raum befanden einschließlich mir, kreischten auf und die Männer kamen nacheinander zu uns. Das war nicht gut. Gar nicht gut.

Doch bevor noch Weiteres geschehen konnte, packte Black Bear Hawks Angreifer und beförderte ihn kurzerhand vor die Tür. Wie in Trance starrte ich ihm hinterher. Die Stille des gerade noch so erheiterten Raum war gespenstisch, bis Black Bear wütend zurückkam.
»WENN NOCH EINER VON EUCH ES WAGT, AUCH NUR EIN WORT GEGEN MEINE GÄSTE ZU SAGEN GESCHWEIGE DENN SIE SCHIEF ANZUSEHEN, IST EIN FAUSTSCHLAG INS GESICHT NOCH DAS GERINGSTE WAS ICH TUN WERDE!!« schrie Black Bear lauthals und niemand im Raum wagte es auch nur zu blinzeln. Schockiert blickte ich den bis vor ein paar Minuten noch gut gelaunten Mann an, mit dem ich gemeinsam am Tisch saß und lachte.
Das war er also, der berühmt, berüchtigte Black Bear.  

Eine der Bardamen brachte mir Tücher, damit ich Hawk sauber machen konnte. Wie durch einen Zauber wandten sich alle von uns ab und taten so, als wäre nichts geschehen.
Allmählich entspannte sich auch mein Freund wieder und nahm mir die Tücher ab. »Danke, aber ich denke wir ziehen uns jetzt auf unser Zimmer zurück. Der Abend ist ohnehin für mich gelaufen…« sagte er müde und klopfte Black Bear auf die Schulter »Danke für deine Ansprache, Mann…«
Black Bear lächelte uns an »Schätze ich werde es euch gleich tun. Nur ein ausgeschlafener Seemann, ist ein guter Seemann.« Dann drehte er sich zu mir und küsste meinen Handrücken »Schlaf gut meine Teuerste, wenn du überhaupt dazu kommst« zwinkerte er Hawk zu und ging nach oben. Perplex starrte ich ihm nach. War das wirklich ein und dieselbe Person?!

Erschöpft ließ sich Hawk halbnackt aufs Bett fallen und breitete seine Arme aus. Ich zog meine Stiefel aus und setzte mich auf die Bettkante. Ohne auch nur einmal aufzuschauen griff Hawk nach meiner Hand und zog mich mit einer schnellen Bewegung an seine Brust. Erschrocken quietschte ich auf. Für ein paar Minuten lagen wir einfach nur Arm in Arm auf dem Bett und starrten schweigend an die Decke. Was für verrückte vergangene Tage. Wie sehr hatte ich das vermisst. Wie sehr hatte ich ihn vermisst. Und wie sehr hatte ich seine Nähe gebraucht.
Eine kleine Träne kullerte meine Wange hinunter und landete auf Hawks halb offener Brust. Sofort erhob er seinen Torso und legte seinen Finger unter mein Kinn, damit er mir in die Augen sehen konnte.
»Was ist mit dir?« fragte er mich besorgt »Oder… habe ich etwas Falsches getan?«
Schniefend wischte ich mir die Tränen weg und schüttelte den Kopf »N-nein… Es ist nur…« Ich seufzte »Ich bin… glücklich.« Hawk grunzte vergnügt »Nach diesem Götter-verdammten-Tag!?«
»Ich bin es solange du in meiner Nähe bist. Und ich bin es nicht mehr, sobald du mich wieder verlässt…«
Er lächelte und zog mich auf seinen Schoß, ehe er mich in seine starken Arme schloss. Seine Nähe schenkte mir unheimlich viel Kraft und Geborgenheit. Mein Kopf ruhte auf seiner Brust, die sich langsam hob und senkte. Seine rechte Hand fuhr in mein Haar und kraulte mir langsam den Hinterkopf. Es war so ein verdammt gutes Gefühl. Was hätte ich nur getan, wenn ich ihn vor ein paar Monaten verloren hätte…
Ich weiß nicht genau was es war, ob es sein langsamer und ruhiger Herzschlag war, oder ob ich einfach erschöpft von dem langen Tag war, doch ich fiel sehr schnell in einen sehr tiefen Schlaf.

Wir wurden am nächsten Morgen mit einem wundervollen Frühstück geweckt, ehe wir zu Black Bears Schiff aufbrachen. Ich rechnete mit einem kleinen Schiff, doch vor uns stand ein überaus beeindruckendes Gefährt. Es konnte mit Leichtigkeit mit einem unserer Flottenschiffe mithalten. Auf der Seite des Schiffes stand mit geschwungener goldener Schrift „the black Mina“. Was für ein interessanter und außergewöhnlicher Name…
»Beeindruckend nicht wahr?« riss Hawk mich mit einem Lächeln aus den Gedanken.
»Ich habe ehrlichgesagt nicht mit einem Schiff dieser Größe gerechnet…« antwortete ich ihm erstaunt, während ich seine Hand nahm und vorsichtig über den schmalen Steg lief. Sobald ich den Fuß auf dem Schiff hatte, bekamen wir die volle Aufmerksamkeit der Crew.
Black Bear pfiff und stellte mit einem lauten Rums eine Kiste auf dem Boden ab, die er transportiert hatte »Aufgemerkt ihr launischen Seemöven. Wir haben für die nächsten Tage zwei besondere Gäste mit an Board. Das sind die liebreizende Lady Sienna und ihr mäßig gutaussehender Begleiter Hawk.« Sofort ging ein tiefes Raunen über das Deck »Richtig gehört, Hawk. Benehmt Euch der Lady gegenüber respektvoll und anständig, dann bekommt ihr auch keinen Ärger mit ihm. Und jetzt an die Arbeit, ich will nicht in dieser Stadt Wurzeln schlagen!«
Die Crew bestand aus einer bunten Mischung Männern, die mich nun besonders freundlich begrüßten.
»Kommt mit, ich zeige euch Beiden eure Kajüte« sagte Black Bear und führte uns unter Deck. Das Zimmer war nicht sehr groß, aber komfortabel eingerichtet. »Wir laden noch kurz ein und legen dann ab. Macht es euch also nicht zu gemütlich. Und zieht euch am besten noch etwas luftigere Kleidung an, es wird sehr warm auf dem Meer« zwinkerte er uns zu, ehe er die Tür hinter sich schloss und verschwand. Wir beeilten uns, damit wir zur Abfahrt wieder rechtzeitig umgezogen an Deck waren.

Gespannt beobachtete ich die Crewmitglieder, wie sie das Schiff in Bewegung setzten und wir uns langsam vom Hafen der Stadt wegbewegten, bis sie nur noch ganz klein am Horizont zu sehen war.
Wie hypnotisiert beobachtete ich die Wellen, wie sie sich unter mir am Bauch des Schiffes brachen und die Sonne auf mich herab brannte. Der salzige Duft des Meeres war einmalig. Ich schloss meine Augen und atmete die frische Luft ein.

Freiheit. So fühlte sich also Freiheit an.

Hawk stand mit einem der Seemänner auf dem höchsten Masten und erkundete mit diesem die Umgebung. Ich war so in Gedanken versunken, dass ich gar nicht bemerkte, wie sich Black Bear sich zu mir gesellte.
»Dein erstes Mal auf einem Schiff?« fragte er mich lächelnd. Seine Nähe strahlte etwas Väterliches, Beruhigendes auf mich aus, was ich mir nicht erklären konnte.
»Ja…Ich fühle mich gleich so… anders«  
Ein tiefes, kehliges Lachen kam ihm über die Lippen.
»Wenn ich raten müsste würde ich sagen… frei?« Seine Stimme klang ernst, fast schon mitfühlend. Wusste er etwa über mich Bescheid? Panisch blickte ich ihn an, während er sich an die Reling lehnte und unbeeindruckt aufs offene Meer starrte. »Keine Sorge, Prinzessin. Dein Geheimnis ist sicher bei mir. Außerdem… bin ich kein Bandit mehr…Schon lange nicht mehr.« Er sagte es fast schon ein wenig wehmütig. Wir standen ein paar Minuten schweigend nebeneinander und genossen die Stille des Meeres. Im Augenwinkel beobachtete ich ihn. Seine tiefbraunen Augen reflektierten das Sonnenlicht und offenbarten einen kleinen, unscheinbaren grünen Schimmer in ihnen. Black Bear war vermutlich im gleichen Alter wie mein Vater, dennoch war er noch ein überaus attraktiver Mann. Die Haare kaum ergraut und sein Körper von stark ausgeprägten Muskeln übersäht. Er achtete sehr auf sein Äußeres, die Kleidung und jedes Accessoire waren perfekt aufeinander abgestimmt. Ebenso die Haare. Seine langen dunklen Haare trug er heute halb offen. Ich musste ein wenig darüber schmunzeln. Von ihm hatte das Hawk also.
»Vermisst du es?« fragte ich ihn neugierig und brach mein Schweigen.
»Hm?« sah er mich fragend an.
»Dein Leben als Bandit?« ergänzte ich. Er spannte seinen Kiefer an und ich konnte sehen, wie ihn diese Frage beschäftigte. Nach einer langen Pause antwortete er mir schließlich »Man wird kein Bandit weil man es unbedingt möchte. Man wird Bandit weil man keine anderen Möglichkeiten oder Perspektiven hat…«  Diese Antwort überraschte mich. Er lächelte müde und fuhr fort »Meine Schwester und ich sind auf der Straße aufgewachsen. Unsere Eltern wurden uns viel zu früh genommen und wir mussten irgendwie mit dieser aussichtlosen Situation klar kommen. Uns blieb keine andere Wahl. Die Straßen sind ein grausamer Ort für zwei Kinder. Man kämpft jeden Tag ums nackte Überleben, sieht Dinge, die man nicht sehen sollte. Tut Dinge, die man nicht tun sollte…« Er drehte seinen Kopf zu mir und starrte mir direkt in die Augen »Ich war einst ein schrecklicher Mensch, Sienna. Brutal. Zerstörerisch. Habgierig. Ich war ein Monster. Ich habe gemordet, zusammen mit den Menschen, die mir folgten. Und habe dabei diejenigen von mir weggetrieben, die mir alles bedeuteten…« Meine Nackenhaare stellten sich bei seinen Worten auf. »Hawk und die Falken sind nichts im Vergleich dazu… Und darauf bin ich wirklich stolz. Sie wäre so stolz… Seltsam welchen Weg das Schicksal manchmal einschlägt, nicht wahr?« Sein Blick schweifte zu Hawk, der noch immer im Gespräch mit dem Seemann war. »Er ist ein so viel besserer Anführer als ich es jemals war. Als ich es jemals hätte sein können.« Black Bears Worte rührten mich, mir war vorher nie bewusst, wie viel er von seinem Nachfolger hielt. »Er hat aus den Falken eine große Familie gemacht. Dazu wäre ich niemals im Stande gewesen…Die Vögel fressen ihm sichtlich aus der Hand« lachte er.
Noch bevor ich ihn genauer nach seiner Schwester befragen konnte, wurde unser Gespräch von Hawk unterbrochen.
»Ich hoffe du erzählst meiner Liebsten keine peinlichen Geschichten aus der Vergangenheit?« Er zog mich an der Taille zu sich und küsste mich auf die Schläfe.
»Keine Sorge, die hebe ich mir für heute Abend auf« lachte Black Bear. »Da bin ich aber gespannt!« zwinkerte ich Hawks Freund zu.
»Wir werden heute Abend mit der Crew ein großes Essen unter Deck feiern. Putzt euch heraus und genießt bis dahin die Seeluft. Ich muss mich noch um ein paar Dinge kümmern.« Er lächelte uns beide an und verschwand schnell unter Deck. Mir schien es fast so, als hätte er versucht einer weiteren Befragung meinerseits aus dem Weg zu gehen.
»Nur aus reiner Neugier, worüber habt ihr beiden euch die ganze Zeit unterhalten?« fragte Hawk mich.
»Tut mir leid, aber das bleibt ein Geheimnis zwischen mir und dem Captain. Sorry, Hawk.« neckte ich ihn. Hawk schmunzelte und flüsterte mir ins Ohr »Das werde ich schon noch aus dir herausbekommen.«
Ich verdrehte spielerisch die Augen »Träum weiter, Bandit.«
»Ich hab da so meine Methoden…« antwortete er mir frech und ehe ich mich versah, kitzelte er mich überall am gesamten Körper. Ich schrie und versuchte mich lachend aus seiner Folter zu befreien. Die Seemänner sahen uns amüsiert zu, schritten aber aus Höflichkeit nicht ein. »Hör auf!!! Oder ich… ARGH!!« fluchte ich, halb schreiend, halb lachend.

Bevor es zum großen Abendessen mit der Crew ging, machten wir uns unter Deck dafür fertig. Hawk saß auf der Kante des hölzernen Bettes während er sein helles Hemd bis zur Brust zuknöpfte. Ich wandte mich zum Spiegel, während ich mein Kleid zurecht zupfte.
»Könntest du mir beim Verschluss des Kleides helfen?« bat ich ihn, schon fast verzweifelt, um Hilfe. Er lächelte mich über den Spiegel an, als er sich hinter mich stellte. »Ich würde dir ja viel lieber beim Ausziehen helfen…« witzelte er, während er meine blonden langen Haare über meine Schulter legte. Doch anstatt mir mein Kleid zu schließen fuhr er mit seinem Mund meine Schulter entlang, hinauf zu meinem Nacken. »Warum wusste ich, dass du dies tun würdest?« lächelte ich ihn über den Spiegel an. Er folgte meinem Blick und grinste schelmisch, ehe er mich an meiner Taille packte und näher zu sich zog. »Ich höre gar keinen Protest, Prinzessin…« raunte er mir ins Ohr. Kichernd versuchte ich mich aus seinem Griff zu befreien und drehte mich zu ihm, um ihn in seine wunderschönen Augen zu blicken. »Feste soll man doch feiern wie sie fallen…« lasziv biss ich mir auf die Unterlippe und streifte das Kleid von meinen Schulter, welches nun auf dem Boden glitt. Hawk hob amüsiert eine Augenbraue und musterte meine Brüste. »Dem habe ich nichts entgegenzubringen.« antwortete er und drängte mich wild küssend an die Wand.
Noch im selben Moment öffnete ich ihm sein Hemd und zog ihn an dessen zurück zu meinen Lippen. Ich konnte spüren, wie er lächelte. Dann nahm er meine Armgelenke und stemmte sie an die Wand. Ein leises Keuchen entglitt mir und seine Küsse wanderten über mein Kinn, meinen Hals entlang über mein Schlüsselbein, bis sie an meinen Brüsten aufhörten. Langsam kniete er sich vor mich und ließ meine Handgelenke los. Seine Hand fuhr über meine Nippel hinunter zu meinem Bauchnabel. Ein heißes Kribbeln durchflutete mein Unterleib.
»Hör nicht auf…« flüsterte ich und er zog seine Lippe zu einem Schmunzeln »Wo denkt ihr nur hin…«
Sein Mund wanderte meine Oberschenkel hinauf bis zu meiner Perle. »Oh Götter…« entwich es meiner Kehle und ich biss mir auf die Hand um ein lautes Stöhnen zu unterdrücken. Die Dinge, die er mit seinem Mund anstellen konnte, schienen nicht von dieser Welt zu sein. Beherzt griff ich in seine vollen Haare und windete mich an der vertäfelten Wand.  
Schließlich reichten mir seine Berührungen nicht mehr aus. Ich wollte ihn ganz.
»Hawk… Bitte…« flehte ich ihn an und sofort funkelten mich seine Augen an. Langsam bahnte er sich seinen Weg zurück zu meinen Lippen und drängte meine Arme zurück an die Wand. Seine Erektion war mehr als deutlich zu spüren. Erwartungsvoll blickte ich ihn an.
Eine Hand löste sich quälend langsam von meinen Handgelenken. Mit einer geschickten Bewegung öffnete er seine Hose und seine volle Pracht sprang mir entgegen. Dann positionierte er seine Erektion vor meinem Eingang und griff wieder nach meinem Handgelenk. Es war, als würde alles um mich herum verschwimmen. Hawk küsste mich und fuhr meinem Hals entlang, als er endlich in mich eindrang. Genussvoll schlang ich meine Beine um seine Hüfte. Mit kräftigen Bewegungen stieß er in mich, so dass ich jedes Mal Angst hatte, wir würden die Wand durchbrechen.
Ich spürte wie sich mein Innerstes immer enger um ihn zog. Auch er konnte dies scheinbar fühlen und wurde noch härter als zuvor. So sehr ich es noch hinauszögern wollte, doch ich konnte es nicht länger zurückhalten und ließ die Welle der Ekstase über mich kommen. Auch er folgte mir und stöhnte mir ungeniert ins Ohr.
Keuchend starrten wir uns ein paar Momente lang an, bis sich unsere Atmung und unser Puls beruhigt hatten. Vorsichtig schob er mich von seinem Schoß und ließ meine Armgelenke los.
»Könntest du mir nun beim Verschluss helfen?« zwinkerte ich ihm zu und sammelte mein Kleid ein.
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