Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Federn und Fossilien

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Het
OC (Own Character) X. Drake
03.12.2021
15.08.2022
24
159.125
18
Alle Kapitel
46 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
03.12.2021 1.701
 
Prolog


Unerbittlich treibt der Wind den Schnee vor sich her und wirbelt die gefrorenen Körner zu hohen nebelartigen Wänden auf.

Die Männer, die sich durch den Sturm kämpfen, haben ihre Gesichter mehr schlecht als recht in den  Aufschlägen ihrer Mäntel verborgen und die breitkrempigen Hüte tief in die Stirn gezogen. An ihren Schnur- und Backenbärten hängt zu Klumpen verkrusteter Schnee.

Sie kommen nur langsam voran.

Vor gut anderthalb Stunden waren sie von der Westküste aus aufgebrochen und haben bisher gerade einmal zwei Meilen zurückgelegt. Der Wind peitscht ihnen in scharfen Böen unaufhörlich Schnee und Eis entgegen, als wolle er sie daran hindern, weiter ins Hinterland der Insel vorzustoßen.

Zwar haben sie einen kleinen Proviant dabei und sind mit Säbeln, Gewehren und Pistolen bewaffnet, doch fehlt es ihnen am wichtigsten: Karte und Kompass. Wäre ihr Anführer nicht gewesen, hätten sich die Männer schon längst im dichten Schneesturm verirrt.

Der Anführer, ein großgewachsener Mann mit rotbraunem Haar, kämpft sich mit stoischer Miene Schritt um Schritt am Kopf des Zuges voran. Der Umhang, den er anstelle eines Mantels trägt, steht vorne offen und entblößt seine nackte Brust, die sich farblich dem umherwirbelnden Schnee anzugleichen scheint. Einzig das riesige X, das mit schwarzblauer Tinte auf seinen breiten Oberkörper tätowiert ist, bildet vor dem hautfarbenen Weiß einen unwirklichen Kontrast.

Weiße Dampfwölkchen quellen ihm bei jedem Atemzug aus Mund und Nase, doch im Gegensatz zu seinen Männern, die sich hinter ihm zitternd und leise fluchend durch den Schnee pflügen, scheint er die Kälte nicht zu spüren. Vielleicht lässt er sie sich auch nur nicht anmerken.

„Wie weit ist es noch?“, ertönt der klägliche Ruf von hinten, der von einem anderen, nicht minder verschnupften: „Warum hat Kaido seinen Stützpunkt nicht auf einer Sommerinsel bauen können?“, begleitet wird. Der Anführer macht sich nicht die Mühe sich umzudrehen. Mit lauter Stimme spricht er gegen den Sturm an, dass sie bald am Ziel seien. Nur noch ein bisschen länger. Nur noch ein paar Schritte weiter. Die Männer maulen leise in ihre Matelaufschläge hinein, doch sie folgen der Spur aus tiefen Fußstapfen, die ihr Anführer hinter sich herzieht.

Noch eine halbe Stunde marschieren sie durch die Kälte, ehe der Sturm nachlässt und der Schnee in dicken, weichen Flocken in fast gerader Linie vom  Himmel herabsegelt und sich fingerhoch auf Rucksäcke und Hutkrempen legt. Vor ihnen erstreckt sich weißes Ödland. Lediglich die erfrorenen Überreste einiger Laubbäume ragen krumm und blattlos ins Nirgendwo hinauf. Hier und da kauern sich Kiefern zusammen und bilden so etwas wie einen Wald, der sich um große Lichtungen zu gruppieren versucht.

Und dann ist da etwas vor ihnen, etwas Großes, das sich langsam und allmählich aus der gräulich-weißen Farbe des Winters herausgeschält hat, um nun in einem blendenden Weiß vor ihnen in den Himmel zu ragen. Ein großer schneebedeckter Hügel, ein Iglu für Riesen. Die Hänge dieses Bauwerks scheinen viel zu glatt, viel zu ebenmäßig und der Schnee, der darauf liegst, viel zu weiß, um natürlichen Ursprungs zu sein.

Staunend marschiert der kleine Trupp auf das Gebilde zu wie auf ein unbekanntes Monument aus grauer Vorzeit. Einzig der Anführer mustert es mit einer grimmigen Befriedigung, denn er ahnt, was sich unter dieser unnatürlichen Rundung und unter dem allzu weißen Schnee verbirgt. Trotzdem ist er fest entschlossen, nicht umzukehren. Er ist nicht gekommen, um sich förmlich anzubiedern. Er ist gekommen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Plötzlich beginnt die Erde zu beben.

Ein hartes Vibrieren erschüttert die gefrorene Erde um sie herum. Die Männer werden unsanft aus ihrer bisherigen Lethargie gerissen und greifen instinktiv nach ihren Degen oder Gewehren. Eine Schar Vögel steigt panisch krächzend von einer kahlen Baumkrone auf. Schnee fällt in schweren Klumpen von Ästen und Zweigen herab – der Schnee auf dem Hügel hingegen bleibt glatt und unberührt dort liegen.

Schulter an Schulter, die metallenen Gewehrläufe auf einen unsichtbaren Feind gerichtet, stehen die Männer nun beieinander. Sie mustern ihre Umgebung verunsichert, aber wachsam. Der Anführer steht breitbeinig vor seiner Mannschaft, groß gewachsen und unverrückbar wie ein Baumstamm, während er das tätowierte X auf seiner Brust präsentiert – eine lebende Zielscheibe, die ihren Jäger zu verspotten scheint. Für einen kurzen Moment halten sowohl die Welt als auch seine Männer den Atem an. Vielleicht holt die Welt aber auch nur tief Luft, weil sie weiß, was nun folgt.

Mit einem unheimlichen metallischen Seufzen und dem lauten Kreischen von hydraulischen Verbindungsstücken, die auseinander und ineinander gefahren werden, bricht der Hügel vor ihnen entzwei. Verchromte Metallplatten, weiß bemalt, werden sichtbar; die Kuppel zerteilt sich selbst, schiebt sich auseinander wie kalte, leblose Blütenblätter und entblößt das, was sich die ganze Zeit in ihrem Inneren befunden hat.

Ein Gebäudekomplex, eingefasst von einer hohen Mauer mit Stacheldraht und mit Eisengittern abgesichert, kommt zum Vorschein. Davor hat sich schon die Wachmannschaft postiert: bullige Männer, die so aussehen, als seien sie mit ihren zotteligen Pelzmänteln verwachsen. Der animalisch wirkende Haufen ist mit Äxten, Pistolen, Schwertern und Knüppeln bewaffnet. Der größte und am wenigsten menschlichste von ihnen allen tritt mit stampfenden Schritten vor und präsentiert dabei seinen rechten Arm, der zur Gänze aus metallenen Röhren, Kupferdraht und jeder Menge Munition zu bestehen scheint.

Als er nur noch wenige Schrittlängen von den Eindringlingen entfernt ist, bleibt der Inselwächter breitbeinig im für ihn knöchelhohen Schnee stehen und geht in die Knie, um die Störenfrieden besser betrachten zu können. Mit seinem mechanischen Auge zoomt er näher an das Gesicht des Anführers heran, der mit regloser Miene – scheinbar lebensmüde – vor ihm steht. Hinter ihm kauern sich seine Begleiter aneinander wie verschreckte Welpen, eine Handvoll Winzlinge mit lächerlichen Hüten, bewaffnet mit metallenen Zahnstochern und ein paar Donnerbüchsen. Mit analytischem Blick tastet der Inselwächter über den marineblauen Zweispitz des Anführers, über das rötlichbraune Haar, über das energische Kinn und natürlich über das tätowierte X auf der nackten Brust.

Ein verdammter Rookie, kommt der Inselwächter zu dem Ergebnis und richtete sich wieder zu seiner vollen Größe auf. Ein gottverdammter Rookie, der denkt, er könnte schon mit den großen Hunden balgen, nur weil auf seinen kantigen Schädel ein Preisgeld ausgesetzt wurde. Seinen rechten Arm, eine Prothese, die zu einem rotierenden Maschinengewehr umgebaut wurde, hält er leicht erhoben, sodass jeder Einzelne dieser Grünschnäbel seine Waffe sehen kann. Der Anführer verzieht noch immer keine Miene. Ruhig und gleichmäßig atmend steht er vor dem riesenhaften Scotch, der angesichts dieser stoischen Haltung immer gereizter wird.

„Ich bin hergekommen, um mit Kaido zu sprechen“, sagt der Anführer plötzlich mit einer Stimme, die ebenso ungerührt ist wie seine Miene. Scotch gibt ein amüsiertes Schnauben von sich und weiß nun, dass der Rookie in der Tat lebensmüde sein muss.

„Es ist mir egal, weshalb ihr hergekommen seid“, erwidert er und löst mit Fingern, die so kräftig sind wie die Oberarme des Anführers, die Sicherung seines rechten Armes. Der lange Gurt aus aneinandergereihten Patronen rastet ein, bereit durch die vier schwärzen Mäuler des Maschinengewehrs wieder ausgespien zu werden. „Das hier ist die Lieblingsinsel von Kaido, einem der vier Kaiser, und wenn dir dein eigenes Leben und das deiner Mannschaft lieb ist, dann scherst du dich fort von hier! Wenn ihr kämpft, werdet ihr sterben. Kaido mag keine Eindringlinge.“

Für einen kurzen Moment glimmt etwas Animalisches in den Augen des Anführers, als er den Kopf kaum merklich zur Seite neigt und der überhängende Zweispitz einen schmalen Schatten auf das Gesicht seines Trägers wirft. „Darauf hatte ich gehofft“, sagt er leise wie zu sich selbst und blickt nun nachdenklich zu dem verhärmten Gesicht des Inselwächters auf. „Das macht es mir umso leichter“, sagt er wieder lauter und macht ungeachtet aller Warnungen einen Schritt auf sein Gegenüber zu.

Scotch gibt ein entnervtes Knurren von sich und zielt mit seiner Prothese auf diesen lächerlichen Rookie, der meint, er könnte ungestraft die Lieblingsinsel Kaidos betreten. Doch in dem Moment, als er die erste tödliche Salve abfeuern will, beginnt der Rookie auf einmal in die Höhe zu wachsen. Mit rasanter Geschwindigkeit nimmt der Körper des Anführers eine neue und massigere Form an; seine Haut wird gräulich-grün und verhärtet sich zu Schuppen und knöchernen Kämmen über nun gelben, lidlosen Augen. Völlig perplex starrt Scotch auf den Anführer, der sich innerhalb eines Atemzugs in ein riesiges urzeitliches Reptil verwandelt hat.

Mit einem schrillen, echsenhaften Kreischen stürzt sich X Drake in seiner Saurierform auf den erstarrten Inselwächter und rammt dem Cyborg mit aller Kraft, die seine Kiefer hergeben, zwei Reihen fingerlanger Reißzähne zwischen Schulter und Hals. Scotch brüllt auf. Der Schmerz wird durch sein metallenes Nervensystem geleitet und scheint hinter seinen Augen zu explodieren. Als er sich von seinem Angreifer loszureißen versucht, übersieht er dabei die hervorschnellende Klaue des Sauriers. Als drei scharfe Krallen seine metallene Haut aufreißen, schwenkt Scotch mit einer unkoordinierten, beinahe schon hilflosen Bewegung, seine Prothese herum und feuert eine Salve auf das riesige Reptil ab, dem stinkende Kühlflüssigkeit und silbergraue Schmiere dick und zähflüssig wie Blut von den Zahnreihen tropft.






_____________________________

Hallo, hallo,

es folgt: Geschwafel!

Man sieht es dem Prolog nicht an, aber das hier ist nur der Auftakt zu einer X Drake x OC Story, die rein theoretisch – und natürlich nur, wenn du das möchtest – auch als eine Art X Drake x (Fem) Reader Story gelesen werden kann, da das Aussehen der Hauptprotagonistin nur umrissen bzw. grob skizziert wird. Das Rating ist fürs Erste auf R-16 gesetzt, das eventuell und (sehr) wahrscheinlich aber noch raufgesetzt (werden) wird.

Ich muss hier einmal kurz meine Hosen runterlassen und gestehen: Ich als gestandene Mittzwanzigerin habe einen (großen) Faible für Dinosaurier – und Wano ist ja sozusagen der ‚Jurassic Park‘ der One Piece-Welt. Ich war angefixt hoch zehn und habe mich Hals über Kopf in diese FF gestürzt. Das Konzept und auch die ersten Kapitel schlummern daher schon eine ganze Weile auf meinem Laptop. Ich habe sie immer wieder durchgelesen, überarbeitet, weggelegt, wieder entdeckt … Man kennt’s … Und dann habe ich wegen verschiedenster Gründe komplett die Lust auf Animes und die Lust am Schreiben verloren. Seit gut einem halben Jahr bin ich jetzt wieder im Schreib-Game, tippe fröhlich vor mich hin und fröne meinem Dino-Piraten-Faible. So viel zur Motivation … Also dem Grund, weshalb ich diese FF geschrieben haben bzw. schreibe.

Wenn du (kritisches) Feedback geben möchtest bzgl. Stil, Rechtschreibung, Grammatik oder Inhaltlichem oder anderem, darfst du das natürlich gerne tun :D

Grüße, Muddis Monstera
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast