Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

new Horizons (2)

von JaneS
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P18 / Mix
Chris Fehn Corey Taylor Craig Jones Joey Jordison OC (Own Character) Sid Wilson
02.12.2021
22.03.2022
100
576.544
2
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
03.12.2021 5.429
 
Diego schließt allmählich ab



Weil die Arbeit im Kinderzimmer mit so vielen helfenden Händen ruckzuck erledigt war tranken sie alle noch einen Kaffee in diesem herrlichen Garten und genossen das eher frische, aber wunderschöne Wetter in Los Angeles. Hier war es voller Natur und die Luft roch nicht ganz so nach Abgas wie sonst, die Kinder spielten und waren glücklich in ihrem neuen Zuhause, Diego lachte mit Lilly und zankte mit ihr herum, so musste das Leben doch sein. „Also, fahren wir dann noch zu Chris? Ich würde sein neues Haus auch gern sehen.“, warf Cobe in die Runde und das war der Plan, Ben war auch neugierig und freute sich darauf, Aroha endlich mal wieder begrüßen zu dürfen. Fast drei Monate hatte er sie nicht gesehen und nun kam auch noch ein neues Haus dazu, das schien doch ein lohnender Besuch zu werden. „Können wir machen. Rina, Jules und Diego fahren bei mir mit, dann ist die Karre voll. Ich wollte ihn eh besuchen gehen, Aroha ist ja wieder im Land und ganz bestimmt vollkommen überrascht von all den Neuerungen, die du uns gebracht hast, Liebling.“, sagte Ben und sah zu Jules, die zwischen Colbey und Diego saß und ihn über den Rand ihrer Tasse nun perplex anblinzelte. „Ich? Was hab ich denn damit zu tun?“, fragte sie und sah zu Diego, der grinste. „Na, du bist doch das Flittchen, das uns alle mal ran lässt.“, brummte Cobe und hob dabei die Augenbraue, Diego seufzte genervt und Lilly kiekste. „Genau, und du weckst ja ein Monstrum in mir, das muss ich meiner Stiefmama doch alles mal auf die Nase binden.“, ergänzte Ben und gluckste, weil Diego die Arme vor der Brust verschränkte und Jules beäugte. „Jeden außer mich. Seit wann bin ich denn hier der Ausgestoßene?“, warf der Latino ein und brachte Lilly zum lachen, Cobe zuckte die Schultern und Jules ließ die Tasse mal sinken. „Nun, eigentlich bin ich ja die Ausgestoßene, wenn man es mal genau betrachtet. Warum hegt sie solchen Groll gegen mich? Von Anfang an ist sie nicht richtig warm geworden mit mir, obwohl ich ihr doch gezeigt hab, wer ich bin und wie ich bin. Und was ich bin vor allen Dingen, sie wehrt sich total gegen mich.“, murmelte Jules und darüber seufzte Diego nur wieder und hob den Finger in seine Richtung. „Das liegt an ihm. Sie hat schon vor deinem plötzlichen Hallo so gegen die pequeña cereza und diese Trennung gefaucht, sie will ihn. Ob nun beschützen oder besitzen, das ist hier die Frage, die hundert Punkte bringt und ich bin absolut machtlos dagegen. Es ist ein scheiß Gefühl das zu wissen und eure Geschichte zu kennen. Ich hatte geglaubt, sie wäre darüber hinweg, nachdem das alles aus ihr heraus gebrochen war.   Belleza, was hat sie alles zu dir gesagt, als sie dir diese Videos gezeigt hat? Darüber habt ihr beide kein Wort verloren.“, erklärte Diego und das war die Wahrheit, der Kerl war sich seiner Stellung und seinem Status durchaus im Klaren. „Vieles. Sehr viel unschöne und wahre Dinge, die ich gar nicht mehr alle zusammen kriege, Diego. Sie warf mir auch an den Kopf, dass ich ein Monster gewesen sei, ihm gegenüber meine ich. Weil ich die Betrügerin und Lügnerin war und weil ich ihn so von mir weggestoßen hab, wo er doch so ein gutes Herz hat. Und sie meinte, wenn er das nicht überlebt, dann lerne ich sie kennen, oder so. Wie gesagt, ich krieg das nicht mehr richtig zusammen. Die Videos haben mich zu sehr in Schockstarre versetzt.“, sagte Lilly und deutete ebenso in seine Richtung, Jules hob die Augenbrauen und Cobe schmunzelte. „Wer von uns hier in der Runde ist denn kein Monster? Du bist eines, Belleza, weil du ihn von dir weggestoßen hast. Ich bin eins, weil ich mich in eure Beziehung gedrückt hab. Ben ist ein Monstrum in ihren Augen, weil er sie nicht flachlegen will, Jules ist ein Flittchen und Diego ein Stück Dreck, das sagte sie doch, oder?“, fragte Cobe und deutete einmal rund, derweil Diego den Kopf hängen ließ. „Und ein mieser Scheißkerl, japp.“, bestätigte Ben und seufzte, was auch immer mit Amy los war, das Verhalten jedenfalls glich sehr dem Ausfall, als er mit Lilly damals das Weite gesucht hatte. „Nun ja, so ganz unrecht hat sie damit ja nicht. Ich bin ein mieser Scheißkerl, daran wird sich nichts im Leben ändern. Ich bin Dreck in der Gosse dieser Stadt, auch daran ist was Wahres dran. Und weil das so ist lebe ich in Zukunft mein Leben so, wie ich das für richtig finde. Ich such mir eine Mieze und lasse es mir gut gehen, wenn sie mich so behandeln will wird sie schnell spüren, dass ich kein Bursche vom Land bin, der das mit sich machen lässt. Solche Spielchen kann ich auch spielen, und das vermutlich zehnmal besser als sie es sich vorstellen kann. Ich weiß, was ihr denkt, ihr müsst es mir gegenüber nicht so verheimlichen oder mich mit Samthandschuhen anpacken. Sie hat die Therapie freiwillig um zwei Monate verlängert und will mich nicht sehen, das ist mir schon bewusst. Sie will es nicht und das ist cool, eine harte Überdosis und meine Abfuhr ihr gegenüber wird ihr in den Knochen stecken. Vielleicht hat sie einen anderen dort kennengelernt, was weiß denn ich? Ich jedenfalls hab ein neues Haus, ich hab meine Kinder bei mir und alle Freiheiten, die ich mir gönnen möchte. Ich hab euch bei mir, das kann mi Reina nicht von sich behaupten.“, brummte Diego und sah auf, Ben direkt ins Gesicht. „Ich hab es dir vor drei Monaten schon gesagt, Diego. Sie zieht die gleiche Scheiße mit dir ab, wie sie es bei Dee gemacht hat. Erst läuft sie weg, dann kommt sie wieder und wütet wie ein Orkan, dann kommt die Überdosis und ein Fick, welchen sie dann Monatelang bereut und dann kuscht sie wie ein Schoßhündchen. Alles renkt sich ein und du glaubst dich in Sicherheit und mit einem Schlag bröckelt das, sie reißt dir das Herz heraus und verschwindet, auf Nimmer Wiedersehen. So hat sie es bei Damian gemacht, sie versucht es auch bei dir. Ich war damals der Auslöser und ich bin es heute und dabei hab ich doch eigentlich klipp und klar gesagt, dass ich nichts von ihr will. Sie ist meine Adoptivschwester, ich bin verliebt und verlobt, was soll das denn? Ich war damals sogar verheiratet mit Lilly und sie ließ nicht locker. Das nervt, ich hab die Schnauze voll davon und Amy vergisst offenbar, wer du bist. Damian hat sie mit gebrochenem Herzen ziehen lassen und verlor sich vor lauter Trauer darüber in den Partys dieser Stadt, du wirst das nicht tun. Du wirst sie nicht ziehen lassen und sie wird sich dreimal umsehen, wenn sie eines schönen Tages nach Hause kommt und glaubt, alles sei in Butter.“, murrte er nun und trank den Rest des Kaffees, Lilly nickte und lehnte sich an Diego an, der überrascht davon den Arm um die Kleine legte. „Sie war schon immer so zerstörerisch und egoistisch. Ich glaubte ernsthaft, sie hätte sich verändert. Aber vielleicht malen wir das Bild auch zu schwarz, vielleicht will sie sich wirklich einfach nur helfen lassen und kommt verändert und gesund nach Hause, um bei ihrer Familie zu sein und glücklich damit leben zu können. Zumindest hoffe ich das so stark ich kann.“, sagte Lilly dazu und stand dann auf, damit war der Startschuss für die Fahrt zu seinem Dad offenbar gegeben, denn Diego seufzte und stand ebenso auf, zog Jules mit, die ihm folgte und im Haus verschwand. „Ich glaub das kein Stück.“, brummte Cobe, der hier bei ihm sitzen geblieben war und ihn nun ansah. „Ich auch nicht. Ihre Psyche ist ein Labyrinth, Cobe, sehr verwinkelt und über die Jahre immer weiter ausgebaut zum Schutz des kleinen, missbrauchten Mädchens in ihrer Brust, welches in der Mitte dieses Labyrinths gefangen ist und keinen Weg heraus findet. Ich war bei ihren Therapiestunden anfangs dabei, ich hab Dinge gehört, die ich nicht hätte hören wollen. Dinge über mich, wie sie mich sieht und wie sie für mich empfindet. Das ist keine Liebe oder Begierde in dem Sinn, es ist eine Art Sucht. Und das will und kann sie sich nicht eingestehen, weil es an ihrem Ego kratzt. Diego tut mir leid, denn er liebt sie aufrichtig.“, sagte Ben und erhob sich ebenso, weil auch Cobe nun aufstand. „Ich weiß, ich war ja dabei, als sie sich kennenlernten. Er hat sich an ihrer Seite sehr verändert, Ben, sie hingegen blieb immer unnahbar. Dennoch oder aber deswegen finde ich es richtig, dass er seinen Weg nicht aus den Augen verliert. Er ist William Hernandez, verstehst du? Lassen wir ihm die eine oder andere Mieze, wie er das nennt und vielleicht hilft ihm das ja cool zu bleiben, wenn sie denn dann eines Tages vor ihm stehen wird.“, antwortete Cobe und lief mit ihm gemeinsam durch den Rasen zum Haus hin, wo Lilly kiekste und Jules auflachte. „Achten wir auf ihn, das er keine Scheiße baut. Ein Fick in Ehren gut und schön, aber keine Miezen aus Mexiko oder Kolumbien und keine Drogen außer Gras, er kaschiert seine Traurigkeit darüber doch nur geschickt.“, brummte Ben und trat in die Küche, Cobe nickte stumm bleibend und nahm ihm die Tasse ab. Da stand Jules und tupfte Diegos Shirt mit einem Tuch ab, Lilly war verschwunden und was war hier denn los? „Ich hab Lilly die Wasserflasche abnehmen wollen und sie hat drauf gedrückt. Doch statt mich nass zu machen hat es sie selbst und ihn hier getroffen, das war ein Bild für die Götter gerade.“, erklärte Jules noch immer mit dem Lachen kämpfend und tupfte weiter, auch, als Diego das Shirt hob und die Augenbrauen zuckte, weil sie seinen nackten Bauch nun abtupfte. „Ah, Lilly und ihr Geschick für Streiche. Das geht immer nach hinten los. Hörst du wohl auf, meine Verlobte anzubaggern?“ fragte Ben und gluckste, weil Diego ihm die Zunge raus streckte und den Kopf schüttelte, Jules nur wieder auflachte und den Bauch nun streichelte. Diego war nicht ganz so heftig trainiert wie Cobe oder er selbst, aber der Bauch war dennoch definiert und man erkannte das Sixpack. „Lass ihn doch, solange er die Hände bei sich behält ist doch alles klar. Lass die Hände bei dir.“, brummte Cobe und darüber
gluckste Diego nun nickend. „Oy, Ansage von dir? Müsste die nicht eigentlich von Ben kommen? Jetzt mal ernsthaft, was genau geht da zwischen euch? Jeder mit jedem oder Partnertausch oder was ist das genau?“, fragte der Kerl und ließ sich wieder den Bauch tätscheln, dieses Mal aber von Ben. „Lilly und Colbey haben geheiratet, du warst doch bei der Zeremonie dabei. Und zu gegebener Zeit werde ich Jules heiraten, das geht hier. Ein hübsches Kerlchen ist er, oder Liebling?“, fragte er und streichelte Diego ganz zärtlich, der das nasse Shirt nun fallen ließ und ihn belustigt weg schob, Jules hingegen grinste nur noch und biss sich auf die Unterlippe, um nicht wieder los zu lachen. „Vielleicht sollten wir beide doch mal überlegen, uns einen kleinen Happen Kolumbien ins Bett zu holen, mein Schatz.“, brummte Jules und prustete, weil Cobe nun die Augenbrauen und die Hände hob und sie fragend ansah. „Oh ja bitte. Bin ich sofort dabei. Au, aua Ben, autsch, ich hab nichts gesagt!“, schmunzelte Diego und krümmte sich ein wenig, weil er dem Kerl in die Seite piekte. „Wer redet denn von dir, du Esel?“, sagte Ben dazu und darüber prustete Diego nun kopfschüttelnd, derweil Cobe zufrieden nickte und grinste. „Lass ihm seine Fantasie, mehr hat er ja im Moment nicht zur Hand. Ha, Wortspiel, du färbst ab, Ben. Und weil er weiß, dass ich auf Jules stehe versucht er sein Glück, lass ihn ruhig flirten. An mir traut er sich trotzdem nicht vorbei.“, brummte Cobe dann aber doch und grinste, weil Jules einen Kussmund machte und wieder auflachte über den Blödsinn. „Und er gibt das auch noch so offen zu, obwohl er keine zwei Monate frisch verheiratet ist. Einmal nur im Leben unter eurer Sonne stehen.“, murmelte Diego und sah zur Treppe, Lilly war aber noch oben im Bad. „Du wirst es dich wagen, Liana anzugraben. Unsere Sonne bleibst schön in meinem Bett.“, frotzelte Cobe wieder rein und war gut gelaunt, Diego winkte ab und Ben schüttelte über den Blödsinn nur den Kopf. „Du warst keine zwei Wochen verheiratet, als wir uns die beiden Clanstöchter genehmigt haben, oder irre ich mich da?“, warf er nun ein und da nickten sie alle, Diego grinste darüber belustigt und zwinkerte Jules an. „Das war mal eine Hausparty, Jules, vom Feinsten. Und du sei nicht so geizig, dein armer Bruder nagt am Hungertuch und ist auf Liebesentzug, gönn ihm mal einen Krümel, ja?“, meinte Diego und ging in Deckung hinter Jules, weil Cobe sich umdrehte und zu lachen begann. „Hilfe!“, sagte Jules ebenso lachend und wedelte die Hände durch die Luft, dieser Chaostrupp hier ließ Amy freiwillig hinter sich, das sollte mal einer verstehen.

Bis dann alle Kinder verstaut waren, Lilly ihre Handtasche gefunden und Ben seine Kippe aufgeraucht hatte verging noch eine gute Viertelstunde, das Chaos war doch manchmal groß und unübersichtlich bei so vielen Kindern. Diego gluckste darüber nur und setzte sich in den Mustang, Jules und Rina saßen schon hinten und waren beide auch schon angeschnallt. „Was ein Durcheinander immer. Warum mussten es denn ausgerechnet zweimal Zwillinge werden?“, fragte Ben sich, als er in den Mustang stieg und grinste zu Diego hin, der die Schultern zuckte. „Wer vö...Fenster schmutzig macht muss putzen. Oder so.“, brummte der Depp und fing sich gerade noch so, derweil Ben den Motor startete und das Navi neu programmierte. „Gar nicht wahr. Wenn ich eine Scheibe schmutzig mache muss ich die nicht sauber machen. Ich kann das noch gar nicht, ich bin viel zu klein für so etwas.“, piepte Rina auf und genau, sie war viel zu klein dafür und hatte definitiv noch ein paar Jahre Zeit damit. „Richtig. Was redest du denn wieder für einen Blödsinn, hm? Onkel Diego überlegt manchmal nicht, was er sagt, mein Engel. Bis du Fenster putzt gehen mal noch schön viele Jahre ins Land und dann schau ich mir den Reiniger auch ganz genau an, denn du bekommst.“, brummte Ben, stupste Diego ans Knie und zwinkerte, weil der Latino nun zustimmend und belustigt nickte. „Hast du einen Sohn, Ben, hast du einen, um den du dich sorgen musst. Hast du eine Tochter, dann gibt es hunderte von denen, die dir Kopfschmerzen bringen. So welche wie mich zum Beispiel. Aber gut, ich bin ruhig, bevor ich mir noch mehr Metaphern ausdenken muss.“, sagte Diego und linste zu Rina, die erneut aufquäkte und wissen wollte, was eine Mafassa sei. „Oh Dad wird sich freuen, wenn die komplette Bande vor der Tür stehen wird. Also, auf geht es. Lilly sitzt endlich und Cobe verdreht schon die Augen, so wie das aussieht.“, meinte Ben und fuhr an, ließ den Motor einmal aufheulen und Lilly hupen, ha, belustigt fuhr er weiter und öffnete die Scheibe, um Lilly zu winken. Nun wusste die Nachbarschaft hier auch, das neue Leute eingezogen waren und ihm machte sein Auto immer noch Spaß, Rina kicherte darüber nur und hatte ihr Lenkrad in den Händen, welches sie von Jules bekommen hatte. Sie fuhr immer mit ihm mit, selbst wenn sie die Straße nicht einmal sehen konnte. „Nun, ich jedenfalls genieße den Tag jetzt schon. Das Haus wird dir gefallen, Ben, es ist sehr viel kleiner als das hier, aber sehr edel eingerichtet. Und ich hab natürlich drauf geachtet, das auch ein Zimmer für die Kids und etwaige Übernachtungspartys übrig bleibt, es fehlt deinem Vater dort zumindest an nichts und er ist in einer guten Gegend untergebracht. Du kennst die Oak Glen ja, eine ruhige Gegend für Menschen mit zu viel Geld.“, meinte Diego und tja, die Hills waren für die etwas besser verdienende Schicht bestens geeignet. „Ich glaub er wäre mit einer Mietwohnung zufrieden, so lange er in der Nähe seiner Enkel sein darf.“, brummte Ben und darüber nickten Diego und Jules wieder synchron, Ben sah Jules ja nur über den Rückspiegel. „Ein guter Mann ist dein Vater. Im Grunde muss ich meiner Reina ja dankbar sein, hat sie mir die Familie gebracht, die ich nie hatte. Also, wechseln wir mal das Thema, dieses ständige Gewäsch über Amelia macht mich ganz verrückt. Mila hat geheiratet, Lilly und Cobe haben das durchgezogen und wann ist es bei euch beiden so weit? Verlobt seit ihr ja schon, Ringe habt ihr auch schon. Gehen wir demnächst einen Smoking shoppen?“, fragte der Depp und sah nach hinten, Jules grunzte und Ben schüttelte den Kopf. „Erstens, ich hab einen Anzug, du wirst es nicht glauben, ich brauch also weder den Anzug noch neue Schuhe. Zweitens, ja wir haben die Ringe schon und sind verlobt, aber eilt die Zeit denn? Drittens, eh, was wollte ich jetzt sagen? Egal, die Zeit drängt doch nicht und wir sind glücklich miteinander, jetzt kommt demnächst erst einmal ihr Bruder zu Besuch und dann genießen wir den Sommer, ich such mir vielleicht einen kleinen Job oder so und wir leben unser Leben, muss das denn immer alles so hopplahopp gehen? Oder siehst du das anders, Liebling?“, fragte Ben und linste in den Rückspiegel, Jules grinste ihn an und beäugte dann ihr Tattoo am Finger, welches sie sich zur Verlobung hatten stechen lassen. „Eines führt zu dem anderen, Diego. Er läuft mir nicht weg und ich ihm nicht mehr, ob heute, morgen oder in fünf Jahren spielt keine Rolle mehr.“, sagte sie da hinten, derweil Diego ihn nun mit fragendem Blick ansah, ehe der Kerl wieder nach hinten linste. „Was? Warum guckst du mich so an?“, fragte Jules, Ben hingegen prustete. „Sie ist unterbunden, du Esel, hast du das vergessen? Sie kann kein Kind kriegen, also schieb den Gedanken weit weg.“, murrte er und lächelte charmant zu Diego hin, der ihn perplex anblinzelte. „Hätte ja sein können, dass sie sich die Klammern vielleicht entfernen ließ? Ich hab euch durch den Umzug und den Scheiß ein paar Tage nicht gesehen und bei euch ist doch alles möglich. Wunderknabe, was du anfasst wird Gold oder schwanger, das weißt du doch.“, platzte es aus Diego raus und darüber begann Ben herzhaft zu lachen, selbst Jules prustete da hinten beherzt auf. An dem Satz war irgendwie ein Funke Wahrheit dran, kaum hatte er Amy angefasst war sie schwanger gewesen. Und mit Lilly hatte er das gleich dreimal erlebt! Catalana trug ein Kind unter dem Herzen, zwar nicht von ihm Gott sei Dank, aber hey, sie war definitiv schwanger! „Das mit dem Schwanger kommt zum Teil hin, das mit dem Gold aber irgendwie nicht, da irrst du dich.“, antwortete er und fuhr aus der Siedlung hier raus, langsam, weil der Wagen tiefergelegt war und die Kante hier recht tückisch schien. „Also, ich bin nicht schwanger, nur so angemerkt von der Rückbank aus.“, warf Jules ein und gluckste erneut, weil Diego umständlich ihr Bein tätschelte. „Warts ab. Du hast die Klammern raus und zack, Wunderknabe trifft ins Schwarze. Erst Hochzeit und dann Kind oder umgekehrt, was würdet ihr denn bevorzugen?“, wollte der Depp wissen und Jesus, was war das denn für ein Gespräch? „Erst mal Fenster putzen, Diego, ganz ordentlich, bis alles streifenfrei ist.“, konterte Jules und setzte Diego somit ins Aus, ha das war ja wunderbar. „Also, hier an meinem Fenster sind Streifen.“, quäkte Rina rein und berührte ihre Scheibe, Diego nickte und Jules gluckste nur wieder. „Dann müssen wir hier im Auto auch mal Fenster putzen, Liebling. Haben wir irgendwie auch noch nicht gemacht. Hier vorn, da hinten, oder auf der Motorhaube.“, meinte Ben und sah in den Rückspiegel, Jules nickte und Rina brummte. „Da ist doch gar kein Glas!“, meinte das Kind und hatte Recht, tja, also doch nichts mit der Motorhaube, so ein Scheiß. „Doch, Rina, an den Lampen vorn ist Glas und ich… warum mische ich mich denn nun ein in euer Geputze? Naaah, halt die Klappe, Diego, halt einfach den Rand.“, lachte Diego auf und schallt sich selbst, Ben grinste und fuhr um die Kurve, ehe er auf Colbey und Lilly wartete, die an der Kreuzung da hinten hatten stehen bleiben müssen. Kolonne zu fahren war in Los Angeles ein Graus, aber da kam Lilly und deshalb fuhr er wieder an, Cobe schloss auf und somit konnte es ja weitergehen. „Wann hast du denn das letzte Mal Fenster geputzt, Diego?“, fragte Jules neugierig und tippte dem Kerl auf die Schulter, Diego ergriff ihre Hand und hielt sie so. „Dios, vor, ehm… fast fünf Monaten, mit dem Spatz. Mit mi Reina ist das fast neun Monate her, ich vermisse sie sehr.“, antwortete der Kerl ehrlich und darüber hob Ben nun die Augenbrauen, ehe er zu Diego hinlinste. „Neun Monate? Warum hat sie das nicht zugelassen, Diego? Sie war schwanger, sie hatte doch damit nie Probleme in der Zeit, oder?“, warf er nun ein und das wunderte ihn, Diego hingegen sah in den Fußraum des Autos und schwieg erst eine Weile, ehe er seufzte und ihn ansah. „Ich weiß es nicht, Ben. Sie stieß mich weg und wollte es nicht. Entweder sie klagte über Beschwerden oder hatte keine Lust dazu, dann fing sie an zu sagen, ich soll sie nicht drängen. Und irgendwann kam Jules dann in dein Leben und sie fragte, ob ich eine Affäre mit ihr habe. Der Verlust meines Sohnes hat das ganze nur noch mehr bröckeln lassen. Ich kann gut ohne leben, so ist es nicht, aber ständig die kalte Schulter gezeigt zu bekommen wird mit der Zeit sehr hart. Ja, ich hab Mist gemacht mit dem Spatz, das weiß ich, aber ich hatte keine andere Wahl mehr. Und im Nachhinein muss ich sagen, dass ich das in den Momenten auch genossen hab, mich frei zu fühlen und ausleben zu können, ohne das sie davon wusste. Ich liebe sie von Herzen, aber ich lasse mir meine Freiheit nicht mehr nehmen.“, erklärte Diego und sah nun zum Fenster raus, denn im Wagen blieb es still und Ben sah nur über den Rückspiegel, wie Jules den Kopf schüttelte. Amy hatte ihn lange vor der Trennung also schon weg gedrückt und nur gute Miene zu bösem Spiel gemacht, wie es schien und dann war das alles so aufgebrochen, Herr im Himmel über ihnen. „Nein.“, sagte Jules da in die Stille, Diego sah auf und Ben brummte nur. „Doch.“, konterte er und war sauer auf diese Frau, und wie er ihr das an den Kopf knallen würde. „Ben, du weißt nicht genau, was Sache ist. Das könnte sie brechen.“, meinte Jules, aber pff, darauf gab er keinen Heller mehr. „Und wenn schon. Ich hab sie einmal gebrochen und es hat ihr geholfen, ich breche sie gern ein weiteres Mal, wenn es ihr hilft, mich endlich aus dem Kopf zu kriegen. Jules, Liebling, ich bin süchtig nach Fenster putzen, du auch. Das ist okay, wir kommen damit klar und rennen nicht kopflos durch die ganze Stadt und nehmen, was uns gerade unter kommt. Sie ist süchtig nach der Vorstellung mit mir einen auf heile Welt zu machen. Sie hat Dee gesagt, dass Er nicht so ist wie ich es bin. Ich war ein Leben lang ihr sicherer
Hafen und bleibe das auch gern, aber dieses Kontrolle über mich haben wollen und dieses Druck ausüben muss aufhören. Ich hab ihr zweimal nachgegeben, beinahe auch ein drittes Mal, weil sie mich mit einem ungewollten und verlorenen Kind brach. Warum also sollte ich ihr das nicht sagen? Aus Angst ihr weh zu tun? Tja, dann spürt sie, wie das ist. Und wenn ich ihn hier damit schützen kann, indem ich ihr die Augen öffne, dann zieh ich ihr den scheiß Putzlappen quer durch das Gesicht, wenn es sein muss. Ja, ich kenne ihre Vergangenheit, sie kennt meine auch. Im Gegensatz zu ihr hab ich sie aber nie bedrängt und anderen damit weh getan.“, murrte er und fuhr etwas scharf um die Kurve, Diego griff nach seinem Arm und sah ihn nur an. Das flachte die Wut ein wenig ab, immerhin fuhr er Auto und hatte seine Tochter dabei, ein wenig mehr Konzentration würde nicht schaden.

Bis zum Haus seines Dads unterhielt er sich mit Jules über die Verbindung darüber und nach außen hin schweigend, denn sie kannte nicht alle Fakten, da Ben zu dem Zeitpunkt ihres Totalausfalls ja mit Liana in Neuseeland gelebt hatte. Alles was er wusste zeigte er Jules so, erklärte die Situationen und wie er sich damit fühlte, dass das immer wieder an ihm so riss. Es riss auch an Diego, das war ein scheiß Gefühl, so hatte der Latino das doch gesagt und somit riss es auch an ihrer Freundschaft zueinander, da Ben immer wider von Amy in den Mittelpunkt gezogen wurde. Das musste aufhören, sie musste endlich mal klar sehen können und aufhören, Diego, ihren Kindern und auch seiner Familie immer wieder weh zu tun. Vor der Hecke parkend ließ er Lilly mit dem kleinen Auto in die Einfahrt abbiegen und hielt Diego fest, der aussteigen wollte und ihn nun fragend ansah. Jules hingegen schnallte Rina ab und stieg mit dem Kind aus, lächelte sie noch einmal an und verschwand dann ebenso in der Einfahrt, wo Cobe gerade den Nissan hinein lenkte. „Was willst du mir sagen, Ben? Habt ihr euch jetzt die ganze Zeit über gestritten über eure abgefahrene Verbindung oder warum habt ihr plötzlich nur noch geschwiegen?“, fragte Diego und entspannte sich wieder, weil Ben nickte. „Nicht gestritten, ich hab ihr das alles erklärt und meine Erinnerungen an Amy mit ihr geteilt. Jules weiß, was Amy mir angetan hat und wie sehr ich mich dessen immer noch schäme. Hör zu, Diego, ich will, dass du weißt, dass ich das alles nicht will. Du sagtest vorhin im Garten bei Lilly, dass das ein scheiß Gefühl sei und ich hab nichts weniger im Sinn, als mich in eure Ehe zu drängen. Amy ist meine Schwester, sie war nie mehr für mich als das. Ich denke es ist eine Mischung aus besitzen und beschützen wollen, welches sie da an den Tag legt und nicht nur du fühlst dich machtlos dieser Situation gegenüber ausgeliefert. Aber bitte verstehe, dass ich das niemals befriedigen werde, dieses Verlangen in ihr. Es rüttelt heftig an dir, ich kann das sehen und es tut mir von Herzen leid, was sie da mit dir macht. Ich sehe all die Parallelen zu Damian und hab … Angst davor, dass sie das mit dir auch abziehen will und nicht kann, eben weil du nicht wie Damian bist. Es rüttelt an unserer Freundschaft und das geht mir noch sehr viel mehr gegen den Strich, eben weil wir eng befreundet sind und ich diese Freundschaft nicht aufs Spiel setzen will wegen einem Tornado wie Amy. Nun, ich bin da, wenn du reden willst, egal über was. Und ich helfe dir mit den Kindern bei allem was kommt, das weißt du. Und ich trete ihr in den Hintern, wenn sie dich auch nur noch einmal angreift, sei es nun körperlich oder seelisch, ich kenne dieses Desaster mein Leben lang und es macht mir zu schaffen, weil sie immer wieder auf mich zurückfällt und ich sie dann wieder los werden muss. Du kennst unsere Geschichte, du weißt also, wie sehr ich darunter litt unter diesem Missbrauch. Es zwang mich in die Knie und brach mich innerlich entzwei, lass das mit dir nicht machen. Jules und Rina werden nächste Woche bei Lilly übernachten, wenn wir auf die Piste gehen, du brauchst das und wir alle gönnen dir das auch. Nur eines musst du mir versprechen, Diego.“, bat er und sah zu dem Latino hin, der ihn anlächelte und nickte. „Ich bin clean und bleibe es auch, Ben. Und ich hüte mich vor weiteren Spätzchen, glaub mir. Nochmal geh ich nicht in den Knast. Aber mal einen Abend mit Freunden ein Bier trinken, oder auch fünf und einfach mal sorglos und unbeschwert lachen können. Kiffen, ohne dass sie mir den Besen überzieht und ein bisschen unterwegs sein, ohne das mir jemand nach telefoniert, mehr will ich nicht. Einmal für ein paar Stunden nicht der Papa sein, sondern einfach nur ich.“, antwortete Diego und seufzte ihn nun an, ehe er den Kopf schüttelte. „Meine Freundschaft zu dir ist unantastbar für Amelia, Amigo. Du hast mir das Leben gerettet, mehrfach. Du hast mir Cookie zurückgebracht und bist in den schwersten Stunden meines Lebens nicht von meiner Seite gewichen, warst auch in den schönsten Stunden für mich da. Vielleicht ist es Eifersucht auf dich oder mich, ich hab null Schimmer. Vielleicht will sie einen von uns für sich allein, Ben. Sie hat mich ganz allein für sich, wenn sie sich nicht so anstellen würde, ich hab diese Frau geheiratet und mich für sie verändert. Oder durch sie, wie du willst. Mach dir keinen Kopf, Ben, ich kann das Tigerchen schon händeln.“, meinte der Latino hinzufügend und zwinkerte, wollte erneut aussteigen, doch Ben hielt ihn wieder davon ab. „Kannst du nicht, vertrau mir. Wenn sie morgen hierher kommt und ich mit ihr allein in einem Zimmer bin, das Shirt ausziehe und sie frage, ob ich eine Nummer mit ihr schieben darf, was glaubst du wie sie reagieren wird? Unter uns, sei ganz offen. Wird sie das ablehnen, weil sie mit dir zusammen ist?“, fragte er und sah, wie Diegos Blick sich von freudig in getroffen verwandelte, der Kerl wusste, was Sache war. „Ganz genau das da hab ich gerade erwartet, diesen Blick. Sie hätte sich auch Colbey schmecken lassen, hätte sie nicht so eine Schiss vor ihm und vor den Reaktionen rundherum. Ich weiß, was sie Lilly alles an den Kopf geknallt hat, ich sehe es in Lillys Erinnerungen, Diego. Und das waren keine netten Dinge alá ich beschütze meinen Bruder. Sie sieht mich nicht als Bruder und sie sieht Colbey nicht als Lianas Ehemann. Und in dir sieht sie nur noch Diego, nicht mehr William, in den sie sich verliebt hat. Du hast dich an ihrer Seite verändert, das sagen sehr viele Menschen aus deinem Umfeld und genau das nutzt sie aus, Diego, genau da setzt sie bei dir den Hebel an. Das gute Herz in deiner Brust muss gebrochen sein und hörig für sie schlagen, ansonsten bist du der Blindfisch, so hat sie mich immer genannt.“, murmelte er und es tat ihm im Herzen weh, doch war es nun einmal die Wahrheit. „Und was soll ich deiner Meinung nach deshalb unternehmen, Ben?“, fragte Diego ebenso leise und klang ganz gebrochen, aber Ben hatte da so eine Idee. „Lass mich das händeln, wenn sie aus der Scheiße raus kommt. Auf meine Art.“, bat er und begann zu lächeln, weil Diego nickte und ihm die Hand darauf gab. „Du hast freie Hand, Vize.“, brummte der Kerl und öffnete endlich seine Wagentür, genau das hatte Ben nun hören wollen und genau das brauchte er, um Amy ein- für alle Mal aufzuwecken. Er würde ihr dieses Angebot zu gegebener Zeit unterbreiten, würde sie in die Ecke drängen und sie damit ins Aus spielen, denn Diego war dann mit von der Partie und Cobe musste auch vor Ort sein. Wenn Amy hier Wind aufwirbeln wollte, dann würde sie Sturm dafür ernten und böse auf die Fresse fliegen. Morgen würde er diese Klinik ausfindig machen und dort vorbei fahren, nur um das mal zu beobachten. Sich anpirschen, einen auf besorgten Bruder machen und hören, wie es Amy denn so erging, ob sie wirklich Spielchen spielte oder einfach nur gesund werden wollte. Genau wie Lilly hoffe er letzteres, befürchtete jedoch die erste Variante und das bereitete ihm Sorgen, Diego machte das nicht mehr lange mit. Der Kerl war Vater und bereits jetzt nach der kurzen Zeit ohne Amy bereits große Schritte in Richtung Freiheit gegangen, er war umgezogen und hielt sich an die Familie, wollte Frauen in sein Leben locken und wieder loslassen, einfach um Spaß zu haben. Frei sein, der Kerl wollte frei sein und welche Ehe überlebte so einen Drang allzu lange, wenn die Ehefrau in der Nervenklinik saß und ihre ganz eigenen Knöpfe drehte? Zuerst mussten sie herausfinden, woher dieser Speedball gekommen war und wie Amy das Zeug genommen hatte, oder besser gesagt warum. Und dann stand die Frage nach dem Wem im Raum. Wem hatte sie den Stoff abgekauft oder abgeluchst? Ein neuer Liebhaber, ein sogenannter Freund in der Klinik? Aber Ben war ein Fuchs und würde seinen Weg zu Amy schon finden, auch wenn sie ihn immer Blindfisch nannte, er hatte sie einmal gebrochen und er würde es noch ein weiteres Mal tun, für Diego, der allmählich mit der Ehe abschloss und den Schmerz nicht länger ertrug.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast