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new Horizons (2)

von JaneS
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P18 / Mix
Chris Fehn Corey Taylor Craig Jones Joey Jordison OC (Own Character) Sid Wilson
02.12.2021
22.03.2022
100
576.544
2
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02.12.2021 5.207
 
Ein letzter Abschied



Langsam durch die leeren Räume schlendernd, dabei eine Zigarette rauchend und sich alles noch einmal ansehend kam ihm dieser Tag irgendwie unwirklich vor. Genauso unwirklich wie das Leben, welches er hier mal gelebt hatte. Nun, zumindest die ersten Monate davon, die er hier mit der Familie verbracht hatte, zuhause war das Haus nie für ihn gewesen. Und nun war es leer geräumt, die Seele des Hauses war ausgezogen und die Räume kahl und kalt. Da draußen auf dem Rasen würden seine Kinder nicht mehr toben und niemand aus der Familie würde in dieser Küche jemals wieder frühstücken. Die Treppe hinauf schlendernd ließ er die Diele absichtlich knarzen und betrat das Schlafzimmer, blieb mittig im Raum stehen und zog an der Kippe, ehe er das Fenster öffnete und die Asche hinaus schnippte. Hier war Jake im Eiltempo zur Welt gekommen, hier war ein neues Licht in diese Welt geboren worden. Und mit dem Gedanken lief er wieder los, über den Flur in das andere Schlafzimmer hier oben, hier hatte er sich zwei Tage später vor lauter Verzweiflung versucht das Leben zu nehmen. Um ein Haar wäre es ihm gelungen, hätte man ihm die Gegenmedikation nicht verabreicht. Seufzend besah er sich diese leeren vier Wände und tja, zuhause war das hier nie für ihn gewesen, es war eher eine Übergangslösung gewesen. Erst bei seinem Umzug in die Hills war er bereit gewesen, sich niederzulassen und dort ein neues Daheim zu finden, in dem Haus fühlte er sich wohl und konnte sich ganz entfalten, das hier hatte nie zu ihm und seinem Leben gepasst. „Ben?“, rief jemand und deshalb sah er zur Tür, zog nochmal an der Kippe und atmete den Rauch mittig in den Raum hinein. „Hier oben.“, rief er zurück und wartete, zählte die Schritte auf der Treppe mit, ehe Diego den Kopf ins Zimmer steckte und sich den Raum besah. „Nimmst du Abschied?“, wollte der Esel wissen und ja naja, irgendwie kam das hier einem Abschied gleich, oder? „So irgendwie. Ich hab mich in diesem Haus hier nie wirklich zuhause gefühlt, auch in dieser Nachbarschaft nicht. Das war nicht ich, das war nicht das, was mir nach Mexiko zugestanden hätte. Ich weiß deine Hilfe sehr zu schätzen und bin dir ein Leben lang dankbar, dass du meine Familie hergeholt und ihr hier ein Heim geschenkt hast, Diego, versteh mich nicht falsch. Aber mein Herz war hier all die Zeit nur zu Gast.“, summte er und zog nochmal an der Zigarette, ehe er sie aus dem Fenster schnippte. „So war es anfangs ja eigentlich auch gedacht, Ben. Als Übergangslösung, bis du auf eigenen Beinen stehen kannst. Sag, fühlst du dich in den Hills denn zuhause?“, konterte Diego mit einer Gegenfrage und blieb bei ihm stehen, Ben hingegen nickte nun und schmunzelte in sich hinein, weil er an Jules dachte und sie in ihm flüsterte, dass das neue Haus von Colbey und Lilly bombastisch wäre. Noch hatte er das neue Domizil seiner Familie nicht gesehen, doch würden sie gleich zusammen dort hinfahren und beim hin- und herräumen helfen. Sein Dad war bereits vor zwei Wochen umgezogen und wohnte in der Oak Glen, das war nur eine Straße von ihm entfernt. „Ja, das Haus entspricht meinem Geist, verstehst du? Dort bin ich ganz ich selbst, ich kann leben, wie es mir vorschwebt. Hier hab ich mir fast das Leben genommen, zwei Tage nach Jakes Geburt, weil der Druck und die Schmerzen in mir so unendlich groß waren. Ich lasse den Schmerz und die Angst hier, all die düsteren Wochen voller Elend, die ich durchlebt hab. Nun steh ich auf eigenen Beinen und kann positiv gestimmt in die Zukunft sehen. Also ja, es ist schon irgendwie ein Abschied, allerdings von meinem Schatten und nicht wirklich von einem Zuhause.“, gab er zu und sah zu Diego hin, der nickte und sich nochmal umsah. „Das ist der letzte Schritt, den du gehen musst, Ben. Ich bin den Schritt lange vor eurem Erscheinen in Los Angeles gegangen, als ich mir die Finka drüben gekauft hab, um mich irgendwann zurückziehen zu können. Hat ja wunderbar geklappt. Oh und da ich gerade an das Haus drüben denke, die Klinik hat sich gemeldet und mir mitgeteilt, das der Aufenthalt um weitere zwei Monate freiwillig verlängert wurde. Soll heißen ich werde meine Frau weitere zwei Monate nicht sehen können. Ich vermisse sie, um ehrlich zu sein und sie weiß noch nicht einmal, dass das Haus und das Grundstück verkauft sind und ich mit den Kindern nicht mehr hier lebe.“, brummte Diego und sah nun zu Boden, derweil Ben seufzte. „Dafür, dass das so scheiße schwer ist hast du dir aber eine mächtige Protzhütte gegönnt, Diego. Wie viel hat die Villa gekostet?“, wollte er wissen und gluckste, weil Diego abwinkte. „Ach, Peanuts. 6,9 Millionen, dafür gibt es einen Pool, ein Heimkino und alles, was das Herz begehrt. Und ich bin in der Nähe der Familie und hab genug Platz für Besucher, ich wohne ja eigentlich praktisch nur zwei Straßen weiter und keine zwei Ortschaften mehr. Gina hat ihren eigenen Bereich, Catalana hat ihren eigenen Bereich und ist mit dem Kind gut unter, wenn es da in einigen Monaten soweit ist und ich kann dort zur Ruhe kommen. Du musst mich besuchen kommen, Ben, sieh dir das Haus an, bitte. Und Protzhütte sagt er, ich hab allein für die beiden Grundstücke hier fast 13 Millionen bekommen, das ist doch ein Klacks bei der Kohle auf unseren Konten. Wir sind Milliardäre und es wird jeden Tag mehr, scheiß doch auf so ein kleines Mückchen.“, murrte Diego belustigt und tippte sich auf die Rolex, Ben nickte und gluckste ebenso. „Verrückt ist es trotzdem.“, sagte er dazu und nickte zur Tür, Lilly und Colbey warteten schon auf sie und ja, er wollte die neuen Häuser ja auch mal sehen. „Wie geht es Gina denn?“, fügte er an und sah zu Diego hin, derweil sie beide das Zimmer verließen. „Besser, denke ich. Sie tanzt sehr viel und hat bald ein… wie nennt man das denn? Na, sie tanzt da für ein großes Stück vor, indem sie eine der Hauptrollen ergattern will. Das lenkt sie ab und der Umzug hat auch gut getan, glaub ich. Außerdem ist Catalana nun bei uns im Haus und schiebt eine ruhige kleine Kugel vor sich her, Gina ist ganz entzückt davon. Und wie geht es Jules?“, erklärte der Latino und ließ die Diele hier im Flur auch knarzen, ein letztes Mal Adieu. „Esel, du hast sie gestern erst gesehen.“, grunzte Ben und lachte, weil Diego nur die Schultern zuckte. „Hey, ich hab meine Frau fast drei Monate nicht mehr gesehen seit ihrer Überdosis und dem Ausfall bei dir zuhause, lass mich doch meine Fühlerchen mal nach den Damen in meiner Umgebung strecken. Lilly ist ja nun nicht mehr mein Einzugsbereich, hat sie ja meinen Bruder geheiratet. Und Mila ist ebenso unter der Haube, als ob ich da je Erfolg hätte verbuchen können.“, brummte der Kerl und winkte ab, mit einem Lachen im Gesicht. Es stimmte, seit Amy vor seiner Tür gestanden und ihm eine Ohrfeige verpasst hatte waren drei lange Monate ins Land gezogen, ruhig war das Leben so vor sich hin gelaufen und auch in der Stadt war alles seltsam ruhig. Aber bis heute konnte niemand erklären, woher Amy diesen Speedball gehabt hatte und wann sie konsumiert hatte, sie selbst erinnerte sich angeblich überhaupt nicht mehr an diesen Ausfall. Ben war mittlerweile von Liana geschieden und ein freier Mann, Liana hingegen hatte in einer süßen kleinen Zeremonie Colbey erneut das Ja-Wort gegeben und war glücklich in ihrem neuen Leben angekommen, Cobe war nun offiziell Stiefvater seiner Rasselbande und trug den Nachnamen seiner Familie auch mit Ansehen und Stolz. Viel hatte sich getan in den drei Monaten, Mila und Damian hatten in einer traumhaften Kulisse märchenhaft geheiratet und auch da sah man die Schwangerschaft mittlerweile mehr als deutlich, seine Schwester strahlte bei jedem Besuch immer heller und schöner von innen nach außen und hatte sogar Sid und Rachel an der Hochzeit Einlass gewährt, waren die beiden ja fast 20 Jahre doch ihre Eltern gewesen. Sie bekam einen Sohn, noch einen kleinen Racker, der bald das Haus unsicher machen würde. Und Catalana bekam eine Tochter, da war Chaos ja irgendwie vorprogrammiert. „Lass du deinen Fühler mal schön bei dir, wenn es um meine Verlobte geht.“, brummte Ben und gluckste, weil Diego ihn nur anzwinkerte und zur Haustür lief. „Ich such mir eine hübsche Chica, Los Angeles ist groß, Ben. Irgendwo muss doch ein Mädel zu finden sein, welches mir hin und wieder hübsche Augen machen kann. Gehen wir beide mal auf die Piste, was meinst du? Ich brauch das irgendwie.“, summte der Kerl und grinste darüber, oh darüber schüttelte Ben nur den Kopf. „Sei vorsichtig mit solchen Aussagen, bitte. Das letzte Mal, als du meintest du würdest den Nervenkitzel vermissen brach das Chaos über uns zusammen. Ich meine toll, ich fand Jules dadurch, ja Applaus an den Latino, aber nochmal muss ich mir keine Gräten brechen lassen.“, sagte er und schob den Kerl aus der Tür, zog das Holzblatt zu und gab Diego den Schlüssel, den er von Cobe bekommen hatte. „Ach pfff, wir trinken was, wir kiffen und gönnen uns einen netten Abend. Ich lade Cobe und Fetch dazu ein, mal eine Männerrunde, Ben. Mit Striptease, Strapsen und einem hübschen Rumms in meinem Bett. Nach der langen Zeit ohne mi Reina und dem ganzen Scheiß… hmm gönn mir das.“, bat Diego und lief bereits zum Auto, doch Ben war auf der Treppe stehen geblieben und sah nochmal am Haus auf, ehe er da an der Mauer einen kindlichen Handabdruck fand. Eines seiner Kinder hatte sich da mit schmutzigen Händen festgehalten, das war ein schönes Lebwohl von dem Haus, welches seiner Familie nun einige Jahre als sicheren Unterschlupf gedient hatte. Hier war er zu sich gekommen, hatte Jake geschenkt bekommen, Colbey in die Ehe eingebunden und fast alles verloren, was ihm je wichtig gewesen war, nun war alles in seinem Leben so, wie es sein sollte und darum war er dankbar. „Was ist mit Juan, warum lädst du ihn nicht ein?“, wollte Ben dann aber wissen und sah zum Mustang hin, wo Diego
stand und eine rauchte. „Ach, seit er mit Harmony zusammen ist, dreht das Leben sich nur noch um Puschelwuschel und Hasischatzi. Mhh, vielleicht würde ihm das auch mal nicht schaden, so eine Männerrunde, wenn ich mir das so anhöre.“, grinste der Depp und darüber schmunzelte Ben nur erneut, verdrehte die Augen und blieb am Auto stehen, um sich eine Zigarette spendieren zu lassen. „Sei doch froh, dass das mit Mallory keine bleibenden Schäden hinterließ. Er hätte sich in ihrem Chaos auch verfangen können, zum Glück hat er Harmony in sein Leben gelassen und sich neu gefunden. Puschelwuschel, warum sehe ich babyblaue Unterwäsche an Harmony vor meinem inneren Auge, wenn ich das Wort höre?“, fragte er und brachte Diego zum lachen, ehe der Kerl die Schultern wackeln ließ. „Na, weil mein Mädchen immer in so babyblauen Puschelzeug getanzt hat vielleicht? Sie steht auf dieses Puschelige, ist voll ihr Ding.“, antwortete der Kerl und gab ihm Feuer, so rauchten sie ihre letzte Zigarette hier und lachten über die Tage im alten, abgefackelten Club und die Tänzerinnen, ehe sie sich in den Wagen setzten und diesem Leben in Santa Barbara ein- für alle Mal den Rücken kehrten.

Das Haus musste Ben erst einmal suchen, da er in der Ecke von Los Angeles noch nie gewesen war. Aber schön war es hier, mehr Bäume, mehr Grün und hügelig, die Häuser standen enger zusammen und alles wirkte irgendwie familiär, Ben gefiel die Umgebung jetzt schon. Lilly und Colbey hatten sich das Haus ohne Diegos Hilfe ausgesucht, sie hatten das aus eigener Tasche gestemmt und sich hier bestens eingenistet wie ihm schien, zumindest waren gute Schulen und Kindergärten für die Kinder in der Nähe und die Grundstücke offenbar auch alle schön groß. „Da ist es, oder? Da steht Lillys Ford Focus. Ouha, da geht es aber einige Treppen hoch. Ob es hier einen Garten gibt?“, fragte Diego und besah sich das Haus, es war mehrstöckig und ja, da ging es ein Stück weit hoch. „Ein schönes Haus, sieh dir den Zaun an. Sicher wird Lilly darauf geachtet haben, das die Kids ein bisschen Grün zum toben haben, sie kennt die Rasselbande doch. Also, ich bin ganz gespannt auf den Stil des Hauses.“, meinte er und parkte hinter dem blauen Focus, es sah mediterran und spanisch aus, so ein bisschen zumindest. „Sehen wir es uns an, wie mein Bruder und deine Exfrau sich ihr Liebesnest gebaut haben. Ich hätte ihnen die Villa in der Oak Glen in der Nähe deines Vaters gekauft, sie wollten ja nicht. Oh, hübsch. Spanischer Kolonialstil, Ben. Wie viel die Hütte wohl gekostet hat?“, wollte Diego wissen, der als Erster am Tor angekommen war und sich das alles genauer ansah, Ben hingegen stieg gemütlich aus dem Mustang und besah sich die Front des Hauses. Es hatte zwei winzige Balkönchen da oben und rote Ziegel, das sah gemütlich aus. Und die Treppen waren aus roten Steinen gelegt, ähnlich einem Backsteinmuster. Da ging es wohl in einen abgegrenzten Bereich des Hauses und hier war überall Grünzeug gepflanzt, worum Lilly sich ausgiebig kümmern konnte. Schweigend liefen sie zusammen hoch und kamen da an der Ecke stehenbleibend an einer Art Terrasse an, die eingezäunt war und bequeme Sessel aus Korbgeflecht zum Sitzen einluden. „Sieh dir diese Minibalkönchen da oben an, ist das nicht schrullig? Da kann doch kein Mensch drauf stehen. Und die Tür, das sieht da herrlich aus.“, brummte Ben und gluckste, weil Diego ihn schief ansah. „Tonto, das ist für Blumen. Spanischer Kolonialstil, da gab es keine Balkone in dem Sinn. Nun, Cobe könnte dort rauchen, je nachdem, welche Zimmer sich dahinter verbergen. Und da kommt der Herr des Hauses auch schon, mit einem Grinsen im Gesicht.“, meinte Diego belustigt und lief zur Tür, die sich öffnete und wow, das Haus war innen ganz weiß und hatte schwarze Elemente, die einem sofort ins Auge stachen. Das Muster in den Fliesen, floral und schwarz, die Stufen der Treppe, ebenso schwarz, genau wie die Balken in der Decke. „Hola, ustedes dos llegaron temprano. Entra, echa un vistazo a tu alrededor.” (Guten Tag, ihr beiden seid früh dran. Kommt rein, seht euch um.), grüßte Cobe sie und machte Platz für Diego, der das Haus zuerst betrat und sich den Eingang ansah. Auch Ben betrat das Haus und begrüßte Cobe mit einer innigen Umarmung, die Diego gar nicht erst bemerkte. War auch ganz gut so, sonst würde der Kerl nur wieder tausend Fragen stellen und das musste ja nun nicht sein. „Ja, wir sind früher dran als gedacht, war ja nicht mehr viel Arbeit im alten Haus. Führst du uns herum oder muss ich meine Familie erst suchen gehen?“, fragte Ben und grinste, weil Cobe die Tür schloss, nickte und ihn in den Eingang schob. Direkt hier zweigte sich ein wunderschönes, weißes Wohnzimmer ab mit einem tollen Kamin, von wo aus man hier auf die Außenterrasse kam. Ein grauer Teppich rundete das Bild perfekt zu den schwarzen Balken in der Decke ab, doch Cobe drückte ihn weiter und legte ihm dabei den Arm um die Schultern, Diego folgte ihnen und pfiff dann beim Anblick der Küche hier unten, wow, selbst Ben machte große Augen. Edel, dunkle Fronten und heller Marmor als Arbeitsfläche, ein schöner Spiegel hing über der Spüle und der Mittelbock war eigentlich kein Mittelblock, sondern eher eine Mischung aus Tisch und Theke mit einer Glasplatte, was dem Raum Leichtigkeit verlieh. Der Esstisch war aus hellem Holz, ebenso die Stühle darum und weiter hinten im Raum gab es einen weiteren Tisch, einen runden Tisch zum gemütlich Kaffee trinken und herumsitzen, daneben die Kinderecke, das sah alles so fantastisch aus. „Hier geht es in den Garten, den sehen wir uns nachher an. Gehen wir erst hoch, Jules und Lilly sind unterm Dach und bauen das Kinderzimmer zusammen, derweil die Kinder es wieder auseinander bauen.“, meinte Cobe und führte sie hier herum, oh das war alles offen und ein Rundgang, das würden die Kinder definitiv lieben. „Das Haus hat vier Schlafzimmer und drei Bäder, eine große Garage und einen kleinen Anbau unten über der Garage, indem sich ein Gästezimmer befindet. Einen großen Garten, eine Terrasse und geht vor, macht die Türen ruhig auf, die geschlossen sind. Das wird unser Schlafzimmer sein, die Kinder schlafen oben unterm Dach zusammen.“, erklärte Cobe und ließ ihn auf der Treppe nun los, Ben folgte Diego und hob die Augenbrauen, das war das Zimmer mit den kleinen Balkonen unter den Fenstern und wow, das war mal ein  Ausblick! Hier ging es dann in eines der Bäder hinein, indem sich Wanne und Glasdusche befanden und in dem alles neu gemacht worden war, die Wanne war perfekt für die Kids. Aber sie liefen aus dem Schlafzimmer raus und in das gegenüber liegende Zimmer hinein, ein weiteres Schlafzimmer mit Anschluss auf eine Terrasse, so wie das aussah. „Hier wird Lilly ihr Atelier aufbauen, wir sind gerade dabei, die Sachen alle hierher zu räumen. Ursprünglich hätte es hier drüben hin gesollt, aber das Zimmer hier ist größer und hat Anschluss an den Garten, sodass sie sich auch mal frische Luft gönnen kann. Kommt, gehen wir hier herum zum Gästezimmer, ehe wir die Kids und die Frauen aufscheuchen.“, bat Cobe und führte sie durch das Zimmer auf eine Holzterrasse, die einen Weg durch die Bäume hier schlängelte und in einem wunderschönen, riesigen Garten mit großer Terrasse zum Sitzen und Chillen führte. Oh das war deutlich genug Platz für seine Monsterchen, hier konnten sie frei toben und das ganze Grundstück war eingezäunt, das hieß es ging niemand verloren. Durch die tolle Küche wieder zum Haupteingang und ein bisschen die Treppen hinab zur anderen Tür hier unten ging es dann in das Gästeapartment, welches auch direkten Anschluss zum Haus hatte, es war ein heller Raum mit Wohn-und Esszimmer in einem, eine kleine Treppe rauf ging es dann direkt in eine offene weiße Küche hinein, in der alles war, was man als Gast so benötigte. Dahinter lag das Schlafzimmer verborgen und wieder staunten sie nur, ein kleiner Kamin war da und die Türen, große weiße Flügeltüren führten in einen kleinen, eigenen Garten hinein, alles war irgendwie miteinander verbunden und verzweigt, aber alles in sich geschlossen. Auch das Bad hier hatte eine tolle große Wanne und sah fantastisch aus, hier würde Ben jedenfalls gern mal über Nacht bleiben. Gut, er würde nicht in diesem Bett schlafen, das war ihm ja bewusst, aber dennoch war das Haus ein Traum. „Was hat der Spaß gekostet, Cobe?“, wollte Diego wissen und ließ sich wieder zurück zu dem Eingang führen, Jules und Lilly warteten schon auf sie. „Alles in allem 2,3 Millionen, darin enthalten waren auch sämtliche Umbaumaßnahmen, die wir in Angriff nehmen ließen. Ihr habt das Dachgeschoss noch nicht gesehen, die Kinder werden gleich ausflippen, wenn ihr durch die Tür kommt.“, sagte Cobe und was? Das war ja ein Schnäppchen im Vergleich zu Diegos Haus. Still bleibend legte er nun Cobe den Arm um die Schultern und lief mit ihm zusammen zum Haus, sie brauchten ja keine Worte, um miteinander sprechen zu können. Schmunzelnd sah Ben von hier draußen nochmal zu dem Gästeapartment und Cobe nickte, nein, Ben und Jules würden hier nicht schlafen müssen. Das Hauptschlafzimmer gehörte ihnen, zu viert, wenn der Zeitpunkt stimmte, dahingehend hatte sich ihre Beziehung nämlich sehr viel inniger gestaltet in den letzten Wochen. Lilly und Cobe fühlten sich hier wohl und angekommen, das war die Hauptsache, das Haus war aber auch wunderschön. „Seit wann seid ihr beiden eigentlich so eng miteinander?“, fragte Diego aber hinter ihnen und sie beide drehten die Köpfe zu dem Kerl hin, Ben hob den Arm und gluckste nur. „Schon immer? Du Esel, wir haben drei Jahre in einem Bett geschlafen, du stellst Fragen.“, brummte er und sah Cobe an, der nickte und still blieb, besser war das. „Auch wieder wahr, aber dennoch, irgendwie ist hier doch irgendwas anders.“, murmelte Diego und nun blieb Cobe stehen, Diego lief an ihnen vorbei und grinste nur vor sich hin. „Ja, er hat mit Jules geschlafen, stell dir vor. Und du darfst das nicht, weil ihr Brüder seid und das irgendwie die magische Grenze ist. Hey, wollte ich ihm nicht bei Gelegenheit um die Ohren latzen, dass ich nun schon mit euch beiden eine Orgie gefeiert hab?“, fragte Ben und gluckste, zog Cobe weiter und ging auf den Naseweis nicht ein, Diego beobachtete gern und hatte ein Gespür hierfür, aber er brauchte nicht alles zu wissen. „Bah, naaah, du wieder, Gringo. Aber wenn wir schon beim Thema Orgien sind, nächste Woche, Cobe, feiern wir mal die Nacht durch. Nur wir Männer, ich lade Fetch noch ein und von mir aus auch Miguél und Chéz, Juan, was weiß ich wen noch. Amelia wird noch zwei Monate in Therapie bleiben und so langsam aber sicher reicht es mir mit dem No Nut November, der gar nicht mehr aufhören will.“, brummte der Depp und darüber lachte Ben nur auf. Es war mittlerweile Ende Februar und ein herrlicher Tag heute. „Haben deine Hände verlernt, wie man das bei sich selbst macht oder was ist mit dir los?“, brummte Cobe und gluckste ebenso, weil Ben zustimmend nickte und das Haus
erneut betrat. „Nein, ganz im Gegenteil. Aber meine Hände küssen und stöhnen nicht für mich. Ich brauch eine Mieze, nur eine Nacht. Ich will raus, Cobe, ich will Party feiern und nicht nur den lieben langen Tag Daddy sein. Ihr pennt alle bei mir und am nächsten Tag kann das Leben in gewohnten Bahnen weiter gehen, aber eine Nacht lang will ich William sein und nicht Diego. Lilly ist ja nun tabu und Jules ja offenbar auch, große Klasse. Mi Reina ist out of Order und Mila… guck mich nicht so an, ich hab doch nur ihren Namen gesagt.“, murrte Diego kleinlaut und schmunzelte, weil Ben die Augenbrauen gehoben hatte. „Und an den Fick gedacht. Gut, von mir aus, bin dabei. Ich spiele auch freiwillig Chauffeur, wenn es sein muss. Treppe hoch und dann nochmal Treppe hoch.“, sagte Cobe und grinste nur, weil Ben ihm zuzwinkerte, das würde definitiv eine etwas heftigere Nacht werden, wenn Diego so Partyhungrig war.

Das komplette Dach war ausgebaut und speziell für die Kinder angepasst worden. Auf der einen Seite zwei wunderschöne Schlafzimmer, die man hier vom Flur aus erreichen konnte und ein kleines Bad, auf der anderen Seite ein riesiges Spielzimmer mit Gittern vor den Fenstern, damit da niemand den Segler mimte. Und da saßen die fünf Kinder ganz konzentriert beim Aufbau ihrer Spielsachen, mitten im Chaos saß Lilly, die mittlerweile eine schicke Kurzhaarfrisur trug und eine Lampe aus Plastik zusammen friemelte und daneben Jules, die auf einer Hüpfmatte saß und einen Spieltisch zusammen baute. „Mädels, ich hab euch Besuch mitgebracht.“, meinte Cobe den Raum betretend und alle sahen sie auf, doch Rina war die Erste, die aufsprang und „Papa!“, rief, ehe auch die vier anderen Kinder aufsprangen und Ben erst einmal über den Haufen rannten. „Meine Monsterchen!“, sagte Ben begeistert und ging in die Knie, um dann doch auf dem Hosenboden zu landen und darüber zu lachen, weil die Kids ihn umwarfen und auf ihm landeten. So war es immer, es war so wunderbar. „Lasst mich ganz, ja? Kuss, noch einen, hier hin. Und da. Komm her, Rina. Kuss.“, bat er und wurde verknutscht, ehe die Kids ihn hochzogen und sofort die große Besichtigung weiterging, weil die Fünf ihm nun jedes Spielzeug, welches neu war, zeigen mussten. Darunter waren eine Menge Legosteine, Dinos und natürlich Barbies, da konnte Lilly sich manchmal selbst nicht bremsen in der Spielwarenabteilung und über den Gedanken gluckste sie da hinten nickend. Und Spielzeugautos, einen riesigen Teppich mit Straßen drauf und einen Bauernhof für die Mädels mit Pferden und Kühen und weiß der Geier was noch für Tieren. Ein Puppenhaus, das durfte natürlich auch nicht fehlen und Stofftiere hielt man ihm unter die Nase, Elefanten, Giraffen, Hasen und Tiger. In all dem Plüsch stutzte Ben dann aber, da sich rote Haare darunter mogelten und Jules ihn da angrinste, ehe sie ihm einen Kuss aufdrückte und ah, das war das Beste hier, seine ganze Familie war unter diesem Dach vereint und Lilly hatte auch Rina ein Bett gekauft, falls die Maus denn mal hier schlafen würde. Und dann kamen Bücher, ganz viele neue Bücher, die er vorlesen konnte und weil es gerade so schön hier war ließ er sich einfach wieder auf den Boden gleiten, rollte sich auf den Bauch und blieb so liegen, bei seinen Kindern und all ihren tollen Sachen. Lilly schmunzelte nur wieder darüber und Diego verdrehte die Augen, derweil Rina sich auf ihn legte und Jules sich auf seinen Po setzte. „So, und nun Hü, Pferdchen. Hopp Hopp im Galopp.“, meinte Jules frech und lachte, weil er den Hintern hob und ihr einen Rand verpasste, sodass sie von ihm runter kullerte. „Liebling, du musst dich schon festhalten, wenn du reiten willst.“, sagte er dazu und gluckste, Jules verlachte sich da und winkte nur ab, selbst Rina kicherte ihm ins Ohr. „Ihr spielt das Spiel falsch herum.“, sagte Cobe dazu und setzte sich auch auf den Boden, Diego nickte und schmunzelte. „Ach, öfter mal was Neues. Halt dich fest, Mäuschen, ich bring dich mal zu deiner Mama und dann schauen wir uns diese Lampe mal an. Also, hoch und auf geht es. Oh hey Jules, oh Gott.“, meinte er und ging da im Liegestütz wieder zu Boden, weil sie sich nun doch auf ihn setzte und ihn ärgerte. „Ach komm, das packst du mit links.“, sagte Cobe und ja, das schon, aber das zusätzliche Gewicht war unerwartet gekommen. „Sicher doch, Füße hoch, Rina. Also, Mami, was ist das denn hier für ein abgefahrenes Haus?“, fragte Ben und robbte nach vorn, Rina kicherte nur wieder und Jules stemmte sich ja mit den Füßen ab, sie berührte ihn kaum noch. „Ein tolles Haus, oder? Habt ihr denn schon alles gesehen, ihr beiden?“, wollte Lilly wissen und sah zu Diego, der ihr die Lampe abnahm und das Plastik mit Kraft klicken ließ. „Haben wir, ihr habt euch ein wundervolles Haus gegönnt. Für den Preis ein echter Schnapper, die Küche gefällt mir wahnsinnig gut. Und das Zimmer hier, für eure Großfamilie reicht der Platz allemal.“, antwortete Diego und wuschelte Alex über die Haare, die sich zu Diego setzte und ihm bei der Lampe helfen wollte. „Nun, wie man hört hast du dir ja auch ein tolles Haus gegönnt. Wir müssen euch unbedingt mal besuchen kommen, wo genau ist das denn? Und wie geht es denn Amy, weiß sie es schon?“, fragte Lilly und blinzelte zu ihm hin, weil er sie am Arm berührte und sie so alles sah, was heute geschehen war. Inklusive diesem Gespräch rund um Amy, sie hatte offenbar freiwillig verlängert und wollte gar nicht nach Hause kommen. „Nein, sie weiß es noch nicht. Sie bleibt noch zwei Monate länger und lässt sich helfen, ich kann ihr so aber nichts mitteilen, denn die lassen mich ja nicht einmal mit ihr telefonieren. Der Kontakt zu mir und der Familie störe den Prozess des Fortschritts heißt es, wenn ich dort anfrage, wann ich meine Frau sehen und meine Kinder ihre Mutter endlich mal besuchen dürfen. Aber gut, wer weiß, was sie da auch gerade mitmacht. Die Kinder vermissen sie schrecklich und ich ehrlich gesagt auch, der Umzug war nicht so leicht, wie ich mir das vorgestellt hab. Das neue Haus aber ist gar nicht weit weg, pequeña cereza, es liegt in der Nichols Canyon Road. Es wird euch dort gefallen, es ist ein Designerhaus und im großen Stil verglast und modern. Keine spanische Finka mehr, auch mein Leben dreht sich weiter und Fortschritt lässt sich auch bei mir nicht aufhalten.“, erklärte Diego mit bitterem Unterton in der Stimme und gab Lilly die Hand, die ihn mitfühlend ansah. „Ein Designerhaus? Wie viel hat der Spaß denn gekostet?“, wollte Cobe aber wissen und da huschte Diego nun ein Lächeln ins Gesicht. „6,9 Millionen, dafür hat es aber auch einen Pool, ein Heimkino, einen Indoorsportbereich und genügend Platz für meine Kinder, für Gigi und für Catalana und das Baby, wenn es denn geboren wird. Ich werde in den kommenden Wochen Catalanas Zimmer ein wenig umbauen müssen, aus dem Ankleidezimmer soll ein Babyzimmer werden. Und das Büro kann ich auch um modellieren, ich brauch kein Büro mehr, hab ich ja keine Clubs zu managen, nicht? Ich denke, ich baue auch das Heimkino um zu einem Gästezimmer, aber das muss ich mir erst einmal ansehen und planen. Und ich hab eine abgefahrene Außenküche, also wenn ihr zu Besuch kommt machen wir ein Fest im Garten. So, und weil ich an den Garten denke schnapp ich mir die Raucher und geh eine rauchen.“, meinte Diego und erhob sich, Jules stand ebenso auf und Cobe nickte nur, Ben hingegen blieb liegen und wartete, bis die Drei außer Sichtweite waren. „Sie will ihn nicht sehen, nicht mal ihre Kinder, oder?“, fragte Lilly und war selbst auf den Gedanken gekommen, Ben seufzte darüber. „Sie zieht mit ihm die gleiche Schande ab wie mit Dee. Ein Drogencocktail und dann auf Wiedersehen, Lilly. Ich weiß nicht, ob sie wirklich in Therapie ist oder ob sie einen anderen Macker hat, aber sie bescheißt Diego und das nicht zu knapp. Woher hatte sie denn sonst den Speedball und das in der Betty Ford Klinik, wo alles fünf Mal geprüft wird? Wenn das nicht vom Kartell oder einem Clan kam, dann muss es ja jemand für sie geschmuggelt haben. Ich weiß es nicht genau und kann auch nur raten, aber ja, sie will ihn nicht sehen. Und sie vergisst, das Diego nicht Damian ist, ihm gehört diese Stadt und wenn sie Blödsinn macht wird er dafür sorgen, dass das kracht. Du hast gesehen, das Diego keine Scheu davor hat, eine Frau zu schlagen. Ich will mir nicht vorstellen wie das rappelt, wenn sie vor ihm steht und die Scheiße erkennt, die sie abzieht. Vor drei Monaten hab ich ihm geraten ‚nimm die Kinder und steck Amy in Therapie‘, Kleines. Er hat zum Glück auf mich gehört und nun sieh her, wie gebrochen er klingt, wenn er seinen Schmerz über ihr Verschwinden versucht zu kaschieren.“, antwortete er leise und sah, wie Lilly traurig darüber das Gesicht verzog. „Ich hab wirklich geglaubt, sie hätte sich an seiner Seite verändert und gefangen, Ben. Sie schien glücklich mit ihm, warum macht sie das? Oh, euer Männerabend ist gebongt, bring Jules und Rina hierher und wir machen dann einen Mädelsabend mit Popcorn, Liebesschnulze und Kuschelsocken. Aber bitte, gib mir Acht auf ihn, ich mach mir Sorgen.“, bat sie und ja doch, Cobe würde ebenso ein Auge auf Diego haben, der bereit war, sich eine neue Frau anzulachen und Spaß in sein Leben zu holen. „Machen wir das so, das ist mir auch lieber, als sie allein zuhause zu lassen. Und hab keine Angst, wir passen auf den Latino schon auf.“, meinte er und tätschelte Lillys Hand, weil sie seufzte und zu Alex sah, die nun auf Diegos Platz saß und die Puppe wieder in den Fingern hatte, die sie ihm vorhin erst gezeigt hatte.


Lillys und Colbeys Haus: https://www.redfin.com/CA/Los-Angeles/3350-N-Knoll-Dr-90068/home/7129035
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