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Zwischen den Welten - Meet me at our Spot

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Het
OC (Own Character) Trafalgar Law
30.11.2021
27.01.2022
27
99.667
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14.01.2022 3.167
 
– Mark Ritscherts –
Meine Schritte hallten den langen Gang entlang. Meine Atmung ging nur noch stoßweise und abgehetzt. Dennoch musste ich schneller laufen.
Inzwischen waren alle Geräusche um mich, zu einem dumpfen Rauschen abgeklungen, während mir mein Herz gegen die Rippen schlug und meine Anspannung nur noch mehr anschwellen ließ. Wie konnte dieser Flur nur so unfassbar lang sein?
Als ich schließlich die Tür mit der Nummer zweihundert vierundsechzig erreichte, stieß ich sie schwungvoll auf und trat in den Raum. Alles schien mit einem Mal langsamer zu werden. Nur mein Herz schlug noch schneller als zuvor. So schnell, dass es beinahe schon weh tat.

Immer wieder schrien meine Gedanken ihren Namen. Dabei raubte mir der Anblick fast den Atem, die Besinnung, während ich mich immer noch wie in Zeitlupe auf sie zu bewegte. Ihr Körper lag auf einem kalten Tisch unter dem grellen, entblößenden Licht der Leichenhalle. Ihre Augen waren weit aufgerissen, man sah die Leere, das Starren des Todes in ihnen.
Es hatte etwas Grausames und dennoch… Sie lag ganz ruhig und reglos da, ihre Gesichtszüge waren entspannt und gaben ihr trotz der weit geöffneten Augen etwas, etwas, wie soll ich sagen. Etwas - friedliches.
Dennoch war der Anblick grausam... Denn alles, was sie ausmachte, was sie zu dem Menschen machte, den ich so sehr liebte, war zu einem Ende gekommen. War verschwunden. Für immer.

Als ich endlich am Tisch ankam, sie aus der Nähe sah und die Leere in ihren Augen greifbar wurde, traf mich die Erkenntnis mit so einer körperlichen Wucht, dass ich keine Luft mehr bekam. Ich öffnete den Mund, um meine Gefühle nun auch an die Außenwelt dringen zu lassen. Um mich mit meiner Stimme gegen die schreckliche, endgültige Wahrheit zu stellen, zu wehren… Um los zuschreien…


»Nein!«
Nach Luft ringend richtete ich mich auf und ließ meinen hektischen Blick durch das Zimmer gleiten. Wo war ich, wo war sie… Hunter… Mein Atem ging viel zu schnell, mein Herz schlug mir beinahe aus der Kehle.
Oh Gott! Als ich mein Schlafzimmer im trüben Mondlicht erkannte, ließ ich mich erleichtert wieder zurück ins Kissen fallen.
Es war nur ein Traum.
Mein Herzschlag beruhigte sich nach und nach, und das Pochen in meinen Ohren begann abzuebben. Ich atmete noch einmal tief ein und wieder aus, bevor ich meine Beine über die Bettkante schwang und mich immer noch leicht zittrig hinsetzte. Erschöpft strich ich mir durch mein schweißnasses Haar, dann nahm ich mein Handy vom Nachtkästchen und drückte auf einen der seitlichen Knöpfe.
Kurz vor sechs, zeigte die Uhr auf dem Display an.
Eigentlich hätte ich noch mindestens eine Stunde liegen bleiben können, aber es wäre sinnlos in meinem Zustand den Versuch zu unternehmen einzuschlafen. Ich war viel zu aufgewühlt, zu durcheinander. Der Traum war um einiges zu realistisch…

Ich stand mit noch steifen Gelenken auf, streckte mich und schaltete das Licht ein. Die Nacht war wahrlich zu kurz und der Tod meines Kollegen, hatte mich wohl mehr getroffen als ich dachte.
Ich glaube mich zu erinnern, dass ich bereits erwähnt hatte, dass ich eigentlich kein überaus emotionaler Mensch war.
Doch seit Hunters Verschwinden, - natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass sie in den Augen der Öffentlichkeit als tot galt.
Seit der Sprachaufzeichnung glaubte ich aber noch weniger daran, als ich es bereits eh schon tat. Nein, ich war mir sicher, wo auch immer sie war, sie lebte und ihren „Entführern“ lag etwas daran, dass es auch so blieb.
Zwar wusste ich nicht wieso, aber er oder sie, hatten es selbst gesagt. „Alex muss um jeden Preis überleben“

Warum sollte ich also nicht an diesem Glauben festhalten, der für mich um so vieles beruhigender war. Denn er verkörperte nur meinen innigsten Wunsch und ich hielt nicht nur an dem Gedanken fest, dass sie da draußen irgendwo war. Nein, ich hielt mich an etwas ganz anderem fest - ihrem Leben.
Ich ging ins Bad, befreite mich von den verschwitzen Klamotten und stellte mich unter die Dusche. Dabei ließ ich mir den heißen Strahl ins Gesicht strömen, in der Hoffnung, dass das prickelnde Wasser die Nachwirkungen des Traums davon spülen würde. Die innige warme Umarmung, sollte die grausame Vorstellung vertreiben, dass ich sie tatsächlich nur noch tot finden würde.

Als ich aus der Dusche stieg, waren die Überreste meines Alptraums und die Reste des Schlafs mit dem Wasser weggeschwemmt worden. Alles, was mir jetzt noch fehlte, um mich vollends auf den neuen Tag zu konzentrieren, war ein Kaffee. Ein schöner starker heißer Kaffee. So einer hatte bis jetzt noch alles wieder gut gemacht.
Weshalb ich mich anzog und den Flur meines Apartments entlang zur Küche schritt.

Mit einem Brummen sprang der Vollautomat an. Ich holte mir eine Tasse aus einem der Schränke und stellte sie unter den Siebträger. Jetzt wartete ich nur noch, bis der Knopf aufhörte zu blinken, welcher die Aufheizphase anzeigte und ich mir das schwarze beruhigende Gold schmecken lassen konnte.
Um neun Uhr hatte ich mich mit Maverick in meinem Büro verabredet, um ihn über die Geheimnisse meines Berufs aufzuklären. Natürlich wusste ich, dass es sich hier um streng geheime Informationen handelte. Doch ich brauchte den Ex-Kommissar, um sie zu finden.

Und mein Schweigen hatte bereits schon einmal ein Leben gekostet... Wobei, das wusste ich nicht wirklich, aber wer weiß, vielleicht wären Henry Hunter und Mike Voss heute noch am Leben, wenn ich dem Kriminalkommissar alles erzählt hätte. Mein Pflichtbewusstsein hinten angestellt hätte.
Frevel. Natürlich wusste ich, dass das Schwachsinn war, was ich da gerade dachte… Denn es ging hier um meine Arbeit und nur, weil ein dahergelaufener Kriminaler Informationen wollte, diesen zu riskieren, wäre mehr als leichtsinnig gewesen. Dumm wohl schon eher.
Nein, das hier jetzt, war etwas Anderes. Zumindest versuchte ich mir das einzureden und damit das Risiko nicht nur meinen Job zu verlieren, sondern auch eine Straftat zu begehen zu rechtfertigen. Wenn man es überhaupt rechtfertigen konnte…

Der Knopf hörte auf zu blinken und leuchtete nun durchgängig, worauf ich die Taste betätigte und mir einen schwarzen, viel zu starken Kaffee rausließ. Wenn der mich nicht auf andere Gedanken bringen würden, dann konnte mir nichts mehr helfen.
Ich stellte den Kaffee auf der Theke ab und ging in den Flur, um meine Notebooktasche zu holen. Dann setzte ich mich und schaltete meinen Laptop ein, während ich an meiner Tasse nippte. Das wohltuende heiße Lebenselixier, ohne das ich seit meinem zwanzigsten Lebensjahr nicht mehr auskam, belebte meinen Geist augenblicklich wieder und vertrieb jeden noch so finsteren Gedanken.
Langsam begann ich meine E-Mails zu überprüfen, aber keine Nachricht war wirklich dringend. Weshalb ich nur die wichtigsten beantwortete und mir den Rest für später aufhob.

Als ich eine Stunde später aus dem Apartmentkomplex, in dem ich wohnte, heraustrat, ging gerade die Sonne auf. Ein wolkenloser Himmel offenbarte sich in den sanften Strahlen, welche den Schnee in ihren goldenen Schimmer tauchten.
Ich vergrub die Hände in meinen Manteltaschen und schritt langsam auf meinen Wagen zu, den ich, als ich von Henrichsens Haus zurückkam, direkt vor der Tür hatte parken können.
Zwar schneite es nicht mehr, aber ich musste die Scheiben meines Autos aufgrund der niedrigen Temperaturen, erst einmal freikratzen. Wenn das nicht ein toller Start in den Tag ist, dann weiß ich auch nicht.
Bis jetzt war der Morgen ein einziger Kraftaufwand gewesen, und um ehrlich zu sein, freute ich mich bereits wieder darauf heute Abend nach Hause zu kommen. Super Voraussetzungen.

Die Fahrt zum Büro dauerte dreißig Minuten, zwar war ich früher als sonst losgekommen, aber dennoch herrschte bereits ein reges Treiben auf den Straßen. Normalerweise brauchte ich, bei einem regulären Verkehrsaufkommen fünfzehn Minuten.
Genau aus diesem Grund hatte ich mir ja auch die Wohnung in der Elisenstraße damals genommen. Außerdem konnte ich an sonnigen Tagen auch mal das Auto stehen lassen. Denn, selbst wenn ich zu einem „Tatort“ musste, fand sich immer eine Mitfahrgelegenheit. Selten musste ich meinen eigenen Wagen dafür bemühen.
Also um zum eigentlichen Punkt zurückzukommen, der Tag ging die wenigen Minuten, die ich aus dem Haus war genauso anstrengend weiter, wie er angefangen hatte. Ein wahrlich seltsamer Tag.

Als ich auf dem Parkplatz des Firmengeländes ankam, kam schon das Nächste. Denn auf dem Platz von Henrichsens stand ein mir unbekannter schwarzer Mercedes-Benz G-Klasse, mit einem Hamburger Kennzeichen. Der mich beim Aussteigen in Verwunderung darüber, wer die Frechheit besaß sich auf einen Privatparkplatz zu stellen, die Augenbrauen hochziehen ließ.
Außerdem parkte er so dämlich, dass ich fast nicht aus meiner Tür rauskam. Sowas machte mir die Person, die dieses protzige Auto fuhr und nicht wusste wie man damit parkt doch noch gleich viel sympathischer, - nicht.
Wahrscheinlich, war es jemand, der sich nicht auskannte. Immerhin ließ das Kennzeichen auf einen Leihwagen schließen. Dennoch stand dieser widerrechtlich dort und parkte noch dazu wie ein Vollpfosten.
Eigentlich sollte es mich nicht aufregen. Henrichsens würde den Parkplatz bestimmt nicht mehr brauchen. Dafür hatte die Kugel zwischen die Augen gesorgt… Bei dem Gedanken stellten sich mir die Nackenhaare auf.

Seufzend ließ ich den Wagen und alle Gedanken, die ich damit verband, hinter mir und ging zum Eingang meines Bürogebäudes. Dafür, dass es noch relativ früh war, herrschte an der Sicherheitskontrolle bereits ein Gewirr aus Menschen. Weshalb ich froh war, dass ich mit meinem Ausweis das Gebäude auch ohne mich hinten anstellen zu müssen, betreten konnte.
Denn für Agenten, mit der höchsten Sicherheitsstufe, gab es links neben dem Empfang einen gesonderten Eingang, auf den ich jetzt geradewegs zusteuerte. Ich zog meine Karte durch den Schlitz an der Türe und ging durch diese hindurch in den Flur, in welchem sich die Aufzüge zu den obersten Stockwerken befanden.

»Mark!«
Eine junge schlanke Frau, in einem eleganten dunkelblauen Hosenanzug kam auf mich zu. Ich zog etwas überrascht die Augenbrauen nach oben, als ich sie erkannte. Denn mit ihr hatte ich hier überhaupt nicht gerechnet. Nein, ganz und gar nicht.
»Rachel, was machst du hier?«, fragte ich verwundert auf Englisch und betrachtete die Schwarzhaarige, die vor mir stehen blieb.
Rachel Gardner. Sie hatte sich kaum verändert in den letzten drei Jahren. Ihre beinahe militärische Haltung, die durch das marineblaue Kostüm und das kurzgeschnittene dunkle Haar noch betont wurde, war immer noch die Gleiche. Und zeugte nur von ihrer beneidenswerten Disziplin. Außerdem trug sie immer noch kein Make-up, - nun ja, sie hatte es auch nicht nötig. Ihr Teint war ebenmäßig und sie war das, was man unter einer natürlichen Schönheit versteht.

Ihre bernsteinfarbenen Augen musterten mich kurz, während sich ein schmales Lächeln auf ihren geschwungenen Lippen, - die im völligen Kontrast zu ihrem sonst eher klinischen Aussehen standen -, bildete.
»Ich hab hier einen Termin und dachte, wenn ich schon mal in Deutschland bin und noch dazu in deinem Gebäude, könnte ich dich ja auch gleich besuchen. Nun ja«
Im nächsten Augenblick verschwand ihr Lächeln und sie schenkte mir einen bedauernden Blick. »Außerdem, habe ich gehört was passiert ist. Es tut mir leid, sowohl das mit deiner Bekannten als auch mit deinem Kollegen«
Mir auch. Ich nickte stumm und verwies dann mit einer Handbewegung in Richtung Aufzug. »Lass uns doch in mein Büro gehen«

Sie machte allerdings keine Anstalten, sich von der Stelle zu rühren, sondern starrte mich nur einen Moment kühl an. Als würde sie etwas in meinen Augen suchen. Dann öffnete sie den Mund und wollte etwas sagen, überlegte es sich dann aber doch anders und schritt neben mich.
»Ich werde später bei dir vorbeikommen. Mein Termin wartet schon auf mich« Mit einem Schulterklopfen zum Abschied verschwand sie schließlich genauso schnell, wie sie gekommen war.
Für einen Moment sah ich noch in die Richtung, in der die klickenden Absätze langsam immer leiser wurden, dann drehte ich mich um und ging zu den Aufzügen, wo ich die Ruftaste betätigte. Heut war ein mehr als seltsamer Tag und ich fragte mich wirklich, was er noch so im Petto haben würde, als ich in den Aufzug stieg und in mein Stockwerk fuhr.

In meinem Büro angekommen, setzte ich mich hinter meinen großen Schreibtisch, fuhr meinen Laptop hoch und begann mich langsam durch meine restlichen Mails zu arbeiten. Immer wieder kamen ein paar Kollegen vorbei, um mir ihr Beileid zu bekunden.
Was verständlich war, die meisten wussten, dass Henrichsen und ich, seit er mich abgeworben hatte und ich für die Stelle nach Deutschland gezogen war, gut befreundet gewesen waren. Doch ich konnte dazu nicht viel sagen, die Sache war zu frisch. Dennoch hatte sich die Information wie ein Lauffeuer innerhalb der Firma verbreitet. Was eigentlich gruselig und erstaunlich zugleich war.

Die Zeit verging wie im Flug und dann war es auch schon neun. Woraufhin Maverick pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk in meinem Büro erschienen war und ich ihm hinter verschlossenen Türen die Wahrheit über meine Abteilung, über meine Arbeit, erläutert hatte.
Zwar schwieg er, aber ich konnte ihm ansehen, dass er die Information viel gelassener nahm, als ich damals. Es war ein gutes Gefühl, mit jemanden darüber geredet zu haben und bei Maverick wusste ich, dass man ihm vertrauen konnte. Er behielt Informationen für sich, weshalb ihn die meisten Kollegen hier zu schätzen wussten.
Denn seit er die Abteilung für Vermisste übernommen hatte, machte er uns das Arbeiten um einiges leichter. Er wusste, wann er zu schweigen hatte. Ja, wenn man Akten von ihm benötigte, gab er sie einem, ohne groß Fragen zu stellen. Es war eine unausgesprochene Vereinbarung, dass er schwieg, wenn wir schwiegen. Ein kompetenter Mann.

»Sagen wir mal«, begann er und richtete wieder meine Aufmerksamkeit auf sich.
»Dass du mit all deinen Vermutungen richtig liegst. Also das Alex wirklich noch lebt und dass dieser Trafalgar Law, der Mann in ihrer Küche war. Sowie wir dann davon ausgehen können, dass er auch das Externum aus der Aufzeichnung und dem Wortlaut zufolge mit ihr zusammen ist. Wo auch immer sie gerade steckt.«
Er musterte mich kurz, ob ich seiner kleinen Zusammenfassung zustimmt, worauf ich stumm nickte.

»Wenn wir uns die Aufzeichnung noch einmal zu Herzen nehmen und den Inhalt davon genauer betrachten. Ist es dann nicht so, - egal ob das alles stimmt oder auch nicht, was wir gerade vermuten. Oder ob sie es ist oder nicht. Naja, genug davon. Was ich sagen will, ist es dann nicht so, dass die Person, die Alex, von der in dieser die Rede ist, in Lebensgefahr schwebt. Also jetzt mal abgesehen von diesem Typen, der aus einer anderen Welt kommt. Denn ich bin mir nicht sicher, ob er der Böse in unserer kleinen Geschichte ist. Nein, die Person, die da spricht, redet eindeutig davon, dass sie nicht sterben darf. Was entweder bedeutet, dass dieser Antonio ein Arzt, oder eine Art Soldat ist.«
Ich hob die Augenbraue. »Wie kommst du denn auf einen Soldaten? Also die Schlussfolgerung mit dem Arzt versteh ich ja, aber ein Soldat?«

Er lächelte. »Warum würde ich diese Person, namens Antonio in den gesagten Zusammenhang sonst rufen. Entweder, weil er ihr das Leben retten soll, weil sie schwerverletzt ist oder weil er sie aus einer brenzligen Lage befreien soll. Wo wir wieder bei dem Mann aus einer anderen Welt wären« Er stutzte einen Augenblick und rieb sich tief durchatmend über den Nasenrücken. »Entschuldige, das klingt so irrwitzig. Ich werde ihn ab jetzt einfach beim Namen nennen, sonst mache ich mich selbst noch ganz kirre mit dem Begriff.«
»Schon gut, ich weiß, wer gemeint ist«, versicherte ich und bat ihn dann, mit seiner Schlussfolgerung fortzufahren.

Er räusperte sich. »Also, wie ich bereits sagte. Wenn wir dem Kontext folgen, dann lässt das doch eigentlich nur den Schluss zu, dass dieser Trafalgar einer von den Guten ist.«
Jetzt runzelte ich die Stirn und warf ihm einen spöttischen Blick zu.
»Ach wirklich? Das musst du mir genauer erörtern. Denn egal ob dieser Antonio ein Arzt oder sonst wer ist, der sie retten soll, für mich klingt es doch so als müsste er sie vor diesem Trafalgar retten. Oder warum sonst sollte die Person aus der Aufnahme so etwas sagen wie: „Wenn das heißt, dass du das Externum beseitigen musst, dann mach das.“ «

Seine Lippen bogen sich nach oben und er tippte sich mit dem Zeigefinger auf die Schläfe. »Herrje Mark, Grundregel Nummer eins: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Und wenn es stimmt, was du mir über Henry erzählt hast, dann ist die Organisation unser Feind. Nicht zu vergessen, dass Henrichsen wahrscheinlich genau wegen dieser Aufnahme sterben musste. Wie dem auch sei. Das heißt doch bloß, wo auch immer Alex ist, - und ich will mal behaupten, dass der Mann, der lässig in ihrer Küche laut deinen Angaben saß und den sie als Freund bezeichnet hat, eine geringere Gefahr für sie darstellt. Als die Leute, die wahrscheinlich ihren Vater und dessen Kollegen, - und nicht zu vergessen deinen - auf dem Gewissen haben«
Nun gut, die Aussage war einleuchtend. Als ich bei ihr zu Besuch war, schien sie sich mit dem Mann mehr als wohl zu fühlen und wäre es nicht wegen seines Aussehens und Auftretens gewesen, - und dem erfundenen Namen nicht zu vergessen – hätte ich ihr die Sache mit dem „Freund“ wohl ohne weiteres abgekauft. Aber eine Sache störte mich trotzdem an dieser Theorie…

»Nun gut. Gegenfrage. Nehmen wir mal an, DU hast damit recht und Trafalgar, wie wir ihn nennen, ist einer von den Guten. Warum sollte dieser Antonio sie dann retten? Selbst wenn sie schwer verletzt ist und er ein Arzt, dann steht immer noch die Frage im Raum, wer hat sie verletzt.«
Meine Frage hauchte seinem Lächeln einen Ansatz von Triumph ein. »Der Kontext, mein Lieber. Überleg doch mal, warum müsste unsere Person aus der Aufnahme seinem Gegenüber drohen, wenn dieses nicht daran Schuld wäre. Er oder Sie, - nennen wir die Person X und den angesprochen Y. X hat irgendetwas von einem Blocker gesagt, den Y ihr nicht gegeben hat…«
Er legte die Stirn in tiefe Falten, während er über die Bedeutung der Worte nachdachte.

Richtig, ein Blocker. Sie wäre also jetzt nicht in der Lage, wenn sich Y an die Anweisungen gehalten hätte. Blocker - ich verband mit dem Begriff etwas Medizinisches. Vielleicht...
»Glaubst du eine Art Schlafmittel?«
Maverick zögerte, bevor er den Kopf schüttelte. »Nein, ich denke X hätte es dann anderes formuliert. Aber ja, ich sehe, worauf du hinaus willst… Ich habe auch schon an ein Medikament gedacht.« Er machte eine kleine Pause und überlegte noch einmal kurz ehe er weitersprach. »Die Frage ist, was sollte dieses Medikament blocken. Ich wüsste nicht, dass Alex irgendwelche Krankheiten gehabt und Tabletten oder der gleichen geschluckt hätte. Auch Silvia hat mir nie etwas in der Art berichtet. Du weißt selbst, sie war so gut wie nie krank.«
Ich wollte ihm gerade etwas entgegnen, als plötzlich die Tür zu meinem Büro aufsprang. Was zum Teufel ist eigentlich los mit diesem Tag?!
Vorhin hatte ich mich noch über die Erscheinung von Rachel gewundert, aber die Person, die jetzt in meiner Tür stand, nahm mir fast den Atem.

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Hallo Ihr lieben,
Danke wie immer fürs Lesen, ich hoffe euch macht das Ganze bis jetzt noch Spaß. Ich bedanke mich auch wie immer für die Herzchen! Und das Feedback in den Kommentaren.
Kritik, Feedback etc. ist immer gerne gesehen! :)
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

Ganz liebe Grüße, eure Humming!
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